Posts mit dem Label Lars Norén werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Lars Norén werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 15. Oktober 2014

Die schwedische Schauspielerin Margaretha Krook

Margaretha Krook kam am 15. Oktober 1925 als Tochter eines Majors in Stockholm zur Welt und hatte bereits als Kind eine Neigung zum Theater, was sich auch dadurch ausdrückte, dass die Jugendliche im Gymnasium im Theaterklub aktiv war und bei den jährlichen Aufführungen auf der Bühne stand. Nach ihrem Abitur entschied ich Krook dann jedoch eine Ausbildung zur Stewardess zu machen und anschließend noch Kunst zu studieren. Die Schauspielerin übte beide Berufe aus, zumindest bis sie 1948 in der Schauspielschule des Dramaten aufgenommen wurde und, unter anderem, mit Max von Sydow in die gleiche Klasse ging.

Marie-Louise Ekmans Margaretha Krook am Dramaten in Stockholm
Nach Ende ihrer Ausbildung wurde Margaretha Krook allerdings nicht vom Dramaten übernommen, sondern begann eine Karriere, die sie zu mehreren Bühnen außerhalb Stockholms führte. Kroog spielte in Norrköping, Helsingborg, Göteborg und wurde schließlich ins Fernsehensemble aufgenommen. Zur Saison 1962/63 kam jedoch die Wende und Margaretha Krook kehrte zurück zum Dramaten, dem sie bis 1990 die Treue hielt, jedoch unterbrochen von Fernsehrollen, Auftritten in Reklamefilmen und gesprochenen Rollen im Radio.

Margaretha Krook gehörte zu jenen Schauspielerinnen, die über eine sehr große Breite in ihren Rollen verfügte, denn sie war im Drama ebenso überzeugend wie in humoristischen Rollen. Kroog arbeitete mit Lars Norén, Gösta Ekman, Tage Danielsson wie auch mit Hans Alfredsons und zählt mit zu den bedeutendsten Schauspielerinnen Schwedens, auch wenn sie nie das Streben hatte nach Hollywood zu kommen, sondern die Bühne des Dramaten vorzog. Nach ihrem Tod am 7. Mai 2001 wurde in Erinnerung an die Künstlerin an der Ecke des Dramaten eine ständig aufgewärmte Statue Krooks geschaffen, jener Ecke, an der die Schauspielerin vor jeder Vorstellung noch eine Zigarette rauchte.


15. Oktober 1686: Graf Magnus Gabriel De la Gardie, Dichter und Reichskanzler
15. Oktober 1779: Johan Olof Wallin, von Gedichten zu Psalmen
15. Oktober 1858: Der schwedische Chemiker Carl Gustaf Mosander
15. Oktober 1919: Der schwedische Bahnhofsarchitekt Adolf Wilhelm Edelsvärd
15. Oktober 1935: Der Verkehrsknotenpunkt Slussen in Stockholm
15. Oktober 1948: Ester Blenda Nordström und der schwedische Enthüllungsroman
15. Oktober 1974: Das Kulturhaus am Sergels torg in Stockholm
15. Oktober 1992: Das Reichssportmuseum in Stockholm
15. Oktober 1999: Rune Andréasson und der berühmteste Bär Schwedens
15. Oktober 2011: Gekås in Ullared schlägt erneut den eigenen Verkaufsrekord

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 19. Juli 2014

Kristina Törnqvist, Schauspielerin mit Herz und Seele

Kristina Törnqvist wurde am 19. Juli 1963 in Täby bei Stockholm geboren und spielte bereits in der Oberstufe des Gymnasiums Laienthetaer und nahm bei Torsten Föllinger Gesangsstunden. Nach ihrer Hochschulreife kam ihre erste wichtige Begegnung mit Ingmar Bergman am Dramaten, auch wenn Törnqvist bei Kung Lear nur eine Rolle als Statist spielen durfte. Um auch richtige Rollen auf der Bühne und vor der Kamera zu bekommen, entschloss sich Törnqvist daher von 1984 bis 1987 die Theaterschule in Göteborg zu besuchen.

Nach Abschluss ihrer Ausbildung an der Hochschule für Bühne und Musik erwarb Kristina Törnquist ihre ersten Erfsahrungen als Schauspielerin am Stadttheater in Göteborg wo sie Rollen in Anton Tschechows „Drei Schwestern“ und in Bertolt Brechts „Der Kaukasische Kreidekreis“ übernahm. Auf Grund ihrer hervorragenden Ausdruckskraft wurde Törnqvist bereits 1989 beim Dramaten in Stockholm engagiert, der Bühne, an der sie bis heute zum festen Ensemble gehört.

Für den Einstieg ins Dramaten half Kristina Törnqvist nicht nur ihre Ausdruckskraft als Schauspielerin in Göteborg, sondern auch ihre Rolle als Dienstmädchen im dänisch-schwedischen Filmdrama Pelle Erobreren, einer Rolle, die ihr bereits 1987den absoluten Durchbruch gebracht hatte, trotz der Nebenrolle, die sie an Seiten von Max von Sydow spielte. Törnkvist hatte bisher rund 50 Rollen am Dramaten und arbeitete, unter anderem, mehrmals mit Ingmar Bergman und mit Lars Norén, deren Stücke wie eine zweite Haut zu Törnqvist passen.

19. Juli 1670: Olof Celsius der Ältere und die Botanik der Bibel

19. Juli 1772: Anders Nordencrantz und die schwedische Wirtschaft
19. Juli 1852: Johan August Gustafsson, der Bauern-Skultör aus Öland
19. Juli 1899: Der Funkis-Architekt Nils Einar Eriksson
19. Juli 1927: Jan Myrdal als anti-imperialistischer Kämpfer
19. Juli 1961: Hjalmar Gullberg und das klassische Hörspiel in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 8. Dezember 2013

Tony Olssons Weg zum Verbrecher

Tony Olsson, der mit wirklichem Namen Tony Åke Byström heißt, wurde am 8. Dezember 1972 in Flemingsberg geboren und wechselte als Kind sehr häufig Ort und Schule, da seine Mutter nach der Scheidung ein unstetes Leben führte bis sie sich mit einem festen Partner bei Örebro niederließ um dort Hunde und Pferde zu züchten. Der junge Olsson hatte sich daher nirgends eingegliedert und fand auch die Schule langweilig. Bereits mit 13 fiel er dann erstmals der Polizei auf, da er sich mit jeder denkbaren kriminellen Aktivität beschäftigte, angefangen vom Autodiebstahl bis zum Waffenhandel und der Verteilung von Falschgeld.

Nach der neunten Klasse verließ Tony Olsson die Schule und sein Leben nahm zwei parallele Wege ein, denn zum einen begann er eine Ausbildung zum Lackierer und besuchte Kurse in der Volkshochschule, zum anderen setzte er jedoch auch seine kriminelle Aktivität fort. Als Olsson 1991 erstmals ins Gefängnis kam, kam er dort mit der neonazistischen Szene in Berührung, die ihn zu faszinieren begann und die folgenden neun Jahre, neben der Kriminalität, sein Leben dominierte. Erneut vom Gefängnis aus nahm Olsson 1998 Kontakt mit Lars Norén auf, was zu einem rechtsextremen Theaterstück führte, das in der Presse stark diskutiert wurde, da die Schauspieler, unter anderem Olsson mit einer Sondergenehmigung, ihre eigenen Ansichten auf der Bühne präsentierten.

Nur einen Tag nach der letzten Vorstellung, am 28. Mai 1999, fand dann eine Raubüberfall auf die Östgöta Enskilda Bank in Kisa statt bei dem Jackie Arklöv zwei Polizisten mit einem Genickschuss tötete. Tony Olsson gelang es als einzigem der drei Täter, mit einer Million Kronen in der Tasche, nach Costa Rica zu entkommen. Obwohl Schweden mit dem Land kein Auslieferungsabkommen hatte und Olsson daher dort in Sicherheit war, erklärte er sich freiwillig dazu bereit nach Schweden zurückzukehren, wo er anschließend zu lebenslänglichem Gefängnis verurteilt wurde. Nach Ausbrüchen und unsozialem Verhalten lehnte das Gericht bisher jede Zeitbegrenzung der Strafe ab, weswegen Olsson weiterhin im Gefängnis sitzt ohne jedoch jemanden getötet zu haben, da Arklöv die Tat später zugab. Seit 2000 gehört Tony Olsson keiner nazistischen Organisation mehr an.


8. Dezember 1818: Johan Gottlieb Gahn, der uneigennützige Chemiker Schwedens 
8. Dezember 1907: Oscar II. und die Industrialisierung Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 9. April 2013

Lars Norén und die schwedischen Außenseiter

Lars Norén wurde am 9. April 1944 in Stockholm geboren, verbrachte jedoch seine Kindheit in Genarp in Skåne, dem er in mehreren seiner Theaterstücke ein Denkmal setzte. Über die Probleme, auf die Norén in Stockholm traf, sprechen seine Gedichte, die ab 1963 erschienen und als Schizzo-Poesie bezeichnet werden, und natürlich seine sehr zahlreichen Theaterstücke, die bis heute auf dramatische Weise die Welt der Außenseiter und Ausgestoßenen Schwedens zeigen, deren Bild man jedoch in jeder Stadt der Erde treffen kann.

Lars Norén, der heute zu den weltweit bedeutendsten Gegenwartsdramaturgen zählt, folgt in gerader Linie den Wegen und Ideen von August Strindberg und Ingmar Bergman bei dem zwischenmenschliche Probleme immer im Vordergrund stehen, was den Zugang zu einigen seiner Werke nahezu zu einem Problem werden lässt und den Zuschauer mit Sicherheit berührt, da man auf der Bühne auf die Tiefe verschiedener Schicksale trifft und durch die Dramaturgie Noréns noch deutlicher spürt als in der täglichen Realität, falls man die Augen öffnet.

Den Zugang zu Lars Norén, der Regisseur am Dramaten war, am Reichstheater künstlerischer Leiter wurde und seit 2009 die gleiche Aufgabe am Folkteatern in Göteborg übernommen hat, gewinnt man am ehesten über seinen Roman Biskötarna aus dem Jahre 1970 in dem er dem Leser das Stockholm der Drogenabhängigen, der Prostituierten, der Kriminellen und anderer Außenseiter präsentiert, eine Welt, die bis heute in jedem seiner Theaterstücke in irgend einer Weise vorhanden ist. Lars Norén bietet kein angenehme Welt, sondern provoziert durch den Kontrast. Am Ende eines Stückes bleibt man unsicher, ob man der künstlerischen Leistung Noréns Beifall spenden soll oder tief betroffen das Theater durch die Hintertür verlassen muss.


9. April 1689: Kristina von Schweden, die widerspenstige Königin
9. April 1947: Maria-Pia Boëthius und der schwedischer Feminismus 

Copyright: Herbert Kårlin

Göteborg Reiseführer Göteborgs Tanz- und Theaterfestival