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Sonntag, 10. Juli 2016

Die Künstlerin Gunvor Svensson Lundkvist

Gunvor Svensson Lundkvist kam am 10. Juli 1916 in Göteborg zur Welt und ging im Alter von 18 Jahren nach Stockholm um dort in der weiblichen Abteilung des heutigen Konstfack ein Kunststudium zu beginnen, das sie jedoch bereits nach sehr kurzer Zeit wieder aufgab, wie auch eine Ausbildung an der Målarskolan Henrik Blomberg. Svensson Lundkvist bevorzugte von 1935 bis 1937 das Krokizeichnen beim Skulpteur Mikael Katz zu erlernen und wechselte 1937 zur Kunstakademie über um unter Eric Grate Skulptur zu studieren.

Nach Abschluss des Studiums kam für Gunvor Svensson Lundkvist erst eine Ehe und zwei Kinder, ein Vikariat für ihren Mann am Konstfack, und einige längere Reisen der Familie nach Süd- und Mitteleuropa. Erst nach der Rückkehr im Jahre 1952 nahm Svensson Lundkvist ihre künstlerische Aktivität wieder auf und richtete sich eine Atelier in der Wohnung auf Södermalm in Stockholm ein. Ihren Durchbruch hatte die Künstlerin dann 1955, als sie an einer Ausschreibung des Königlichen Münzkabinetts teilnahm und mit zwei Arbeiten aufgenommen wurde, einer Medaille mit Tage Aurell und seiner Romangestalt Martina, sowie einer Gedenkmedaille zu Ehren von Cajsa Warg. Nach diesem Erfolg begannen sich die Aufträge zu mehren.

Es folgten Erinnerungsmünzen, Skulpturen und Wandreliefs, wobei Gunvor Svensson Lundkvist zwischen 1969 und 1984 auch den Auftrag für die Erinnerungsmünzen der Svenska Akademien erhielt. Dennoch sollte es noch bis 1987 dauern bis Svensson Lundkvist ihre erste eigene Ausstellung in der Galerie Cephus hatte, der noch im gleichen Jahr eine weitere Ausstellung folgte. In nur wenigen Jahren entwickelte sich die Künstlerin, die am 8. Mai 2009 in Västerås starb, zu einer der bedeutendsten Gegenwartskünstlerinnen Schwedens in der Medaillenkunst und der Herstellung von Reliefporträts. Einige ihrer Werke findet man heute im Nationalmuseum und im Königlichen Münzkabinett in Stockholm.


10. Juli 1735: Die schwedische Künstlerin Ulrika Pasch
10. Juli 1862: Die finnlandschwedische Künstlerin Helene Schjerfbeck
10. Juli 1877: Die erste Straßenbahn rollt auf Schwedens Straßen
10. Juli 1894: Elov Persson und Familie Kronblom
10. Juli 1942: Viran Rydkvist und das schwedische Theater
10. Juli 1970: Der Weg der schwedischen Sängerin Helen Sjöholm

Copyright: Herbert Kårlin

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Montag, 27. Juni 2016

Der schwedische Graveur Adolf Lindberg

Auch wenn heute nur wenige Personen wissen wer Adolf Lindberg war, so hinterließ der Graveur bei seinem Tod am  27. Juni 1916 in Stockholm ein Vermächtnis, das ihn bis heute überleben sollte, und dies ohne dass er seine Werke signierte. Lindberg war es gelungen 1898 gewissermaßen mit seinen Schülern und Maschinen ins Königliche Münzkabinett einzuziehen und damit für die Münzen nach der Unionsauflösung mit Norwegen zuständig zu sein, aber auch für sämtliche Medaillen der Svenska Akademien und der Vetenskapsakademien. Einige seiner Werke sind daher heute nahezu unbezahlbar.

Adolf Lindberg war am 4. September 1839 als Sohn eines Tischlers zur Welt gekommen und machte nach der Volksschule erst eine Lehre als Goldschmied, studierte jedoch gleichzeitig im Abendstudium an der Slöjdföreningens skola  das Kunsthandwerk. Dort kam er in Berührung mit der Gravur von Münzen und hatte Lea Ahlborn als Lehrerin, jene Frau, die als erste Frau Schwedens zur Königlichen Graveurin ernannt wurde. Von 1859 bis 1868 studierte Lindberg dann Gravur an der Kunstakademie in Stockholm, unterbrochen von einigen Studienreisen ins Ausland. Während dieser Aufenthalte studierte Lindberg vor allem die französische Gravierkunst.

Nach Ende seiner Ausbildung und der Gründung seines Ateliers in Stockholm, konnte er indes nicht an die Münzgravur zu denken, die um diese Zeit  insbesondere von Lea Ahlborn dominiert wurde. Adolf Lindberg arbeitete daher in mehrerer Bereichen und begann auch mit der Prägung von Medaillen bekannter Persönlichkeiten, was ihm 1875 den Durchbruch brachte, denn seine Medaille mit Elise Hwasser galt geradezu als Kunstwerk, was ihm zahlreiche Aufträge in diesem Bereich brachte, unter anderem den Auftrag eine Gedenkmünze für das 400-jährige Jubiläum der Universität Uppsala zu gravieren. Es folgte eine weitere Reise nach Frankreich, wo er auch die Reduzierungsmaschinen von Paulin Tasset entdeckte, die er anschließend  in Stockholm nachbauen ließ. Die extrem hohen Kenntnisse der Gravierkunst führten schließlich dazu, dass Lindberg seiner Lehrerin Ahlborn im Münzkabinett folgte.


27. Juni 1676: Der Schonische Krieg (Skånska kriget) unter Karl XI.
27. Juni 1895: Sophie Adlersparre und die schwedische Frauenbewegung
27. Juni 1902: Der letzte Geadelte Schwedens: Sven Anders Hedin
27. Juni 1963: Fredrik Lindström und der Erfolg eines Populärhistorikers
27. Juni 1976: Das Kanalmuseum Skanzen in Halstahammar
27. Juni 2001: Tove Jansson schrieb nicht nur Mumintrollen
27. Juni 2003: Carl Bernadotte und die Affäre Huseby
27. Juni 2009: Willy Kyrklund und die existentielle philosophische Literatur Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 11. Juni 2015

Das Königliche Münzkabinett in Stockholm

Die eigentliche Geschichte des Königlichen Münzkabinetts (Kungliga Myntkabinettet) geht im Grunde zurück bis gegen das Jahre 1572, als der Kanzleiangestellte Rasmus Ludvigsson im Auftrag von Johann III. begann alte schwedische Münzen zu sammeln, wenn auch noch nicht um damit ein Museum zu gründen, sondern um dadurch gegenüber dem Feind Dänemark beweisen zu können, dass die drei Kronen im schwedischen Reichswappen historisch begründet sind. Ab diesem Zeitpunkt wurden dann jedoch alle neueren Funde, aber auch die Münzen, die Gustav II. Adolf bei seinem Kriegszug während des 30-jährigen Krieges erbeutete, dieser Sammlung angegliedert.

Als 1727 dann diese, mittlerweile sehr bedeutende Sammlung, mit jener des Archivs des Amts für Antiquitäten zusammengelegt wurde, begann man von einem Münzkabinett zu sprechen. Das 18. Jahrhundert kann für die Sammlung als die fruchtbarste Zeit gerechnet werden, denn nicht nur, dass die Regierung bedeutende Sammlungen aufkaufte und Spenden hinzukamen, sondern wegen ihrer hohen Schulden war auch Lovisa Ulrika gezwungen ihre extrem umfangreiche Münzsammlung dem Münzkabinett zu überreichen, und konnte sich so ihrer Schulden entledigen.

Im Jahre 1769 wurde die gesamte Münzsammlung im damals neu gebauten Stockholmer Schloss untergebracht und war daher nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Erst als die Münzsammlung 1844 vom Schloss in das Riddarstolpska huset verlagert wurde, durfte die Allgemeinheit dort eine Ausstellung mit ausgewählten Münzen besuchen und erst 1970 wurde dann im Historischen Museum in Stockholm eine permanente Ausstellung zum Thema Münzen der Welt aufgebaut. Fünf Jahre später entstand ein unabhängiges Königliches Münzkabinett, jedoch immer noch ohne eigenes Gebäude. Es sollte noch bis zum 11. Juni 1997 dauern bis Carl XVI. Gustaf das heutige Münzkabinett in der Gamla stan einweihen konnte.


11. Juni: Barnabas, der verschwundene Namenstag Schwedens
11. Juni 1743: Der Stora Daldansen, der Ruf nach Gerechtigkeit
11. Juni 1900: Walter Ljungquist und der psychologische Roman Schwedens
11. Juni 1904: Clas Theodor Odhner und die schwedische Geschichte
11. Juni 1912: Die schwedische Schauspielerin Aino Taube
11. Juni 1972: Joakim Bonnier, der erste Autorennfahrer Schwedens
11. Juni 2006: Erik-Gunnar Eriksson und Hoppets Stjärna
11. Juni 1994: Mattias Flink, ein schwedischer Massenmörder

Copyright: Herbert Kårlin

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