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Dienstag, 8. November 2016

Der schwedische Naturwissenschaftler Carl Bovallius

Als Carl Bovallius am 8. November 1907 im Alter von 58 Jahren in Georgetown im britischen Guyana starb, ging er weniger als Wissenschaftler in die Geschichte Schwedens ein, sondern als Abenteurer mit sehr verschiedenen Interessen. Dank seiner Reiseberichte und seiner wissenschaftlichen Schriften, die er der Universitätsbibliothek in Uppsala überließ und seiner ethnographischen Sammlung, die man heute im Ethnographischen Museum in Stockholm findet, kann man sich jedoch einen Eindruck über das Leben des Naturwissenschaftlers Bovallius machen, der seine letzten Lebensjahre vor allem in Südamerika verbrachte.

Carl Bovallius war am 31. Juli 1849 als Sohn eines Geschichtswissenschaftlers in Stockholm zur Welt gekommen und legte 1868 dort auch seine Hochschulreife ab um anschließend Naturwissenschaften an der Universität Uppsala zu studieren. Sieben Jahre später erhielt Bovallius mit einer Arbeit über die Embryologie die Doktorwürde in Philosophie und wurde noch im gleichen Jahr Dozent in Zoologie und Hilfskraft im Zoologischen Museum. Seiner Karriere an der Universität stand allerdings seine Reiselust und seine zahlreichen Interessen im Weg, denn Bovallius war wenig für die Lehre geeignet, dafür jedoch für die Forschung vor Ort.

Carl Bovallius, der zahlreiche Publikationen hinterließ, besuchte nach seinem Studienabschluss die gesamte schwedische und norwegische Küste für seine zoologischen Studien, reiste durch ganz Europa und landete schließlich in Westindien, Zentralamerika und Südamerika, wo er sich insbesondere von den Wäldern und bis dahin unerforschten Gegenden angezogen fühlte. Da der Wissenschaftler seine Erkenntnisse nicht nur schriftlich festhielt, sondern möglichst viele Fundstücke und Sammlungen nach Schweden schickte, verdankt man viele der Entdeckungen Ende des 19. Jahrhunderts Bovallius. Der Wissenschaftler erkannt auch sehr früh die Bedeutung von Gummi, denn 1901 gründete er auf Trinidad sogar einer eigene Kautschukplantage.


8. November 1622: Karl X. Gustav, der deutsch-freundlichste König Schwedens
8. November 1777: Königin Desideria, die unschwedische Königin
8. November 1789: Anders Lindeberg kämpft für ein freies Theater
8. November 1890: Ester Lindin und der vergessene Bestseller
8. November 1903: Die Teilnehmer der Antarktisexpedition werden gerettet
8. November 1922: Carl Magnus von Seth, ein Schriftsteller, der nach Worten sucht
8. November 1923: Alfhild Agrell und die Frau zu Beginn des 20. Jahrhunderts
8. November 1942: Åke Göransson erkennt seine eigenen Gemälde nicht
8. November 1966: Die Älvsborg-Brücke (Älvsborgsbron) in Göteborg
8. November 2011: Die religiöse Künstlerin Eva Spångberg 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 6. Januar 2015

Der schwedische Naturwissenschaftler Sven Lovén

Sven Lovén kam am 6. Januar 1809 in Stockholm zur Welt und wurde dort in einer Privatschule auf ein Studium vorbereitet. Als sich Lovén dann als Vierzehnjähriger an der Universität Uppsala einschrieb und dort die Hochschulreife ablegte, zeigte sich bald dass er mit dem dortigen konservativen System nicht zurecht kam. Lovén entschied sich daher sein naturwissenschaftliches Stidium mit der Spezialisierung Zoologie an der Universität Lund fortzusetzen, einer Stadt, in der der zukünftige Wissenschaftler mehrere Verwandte, unter anderem auch eine Schwester, hatte.

Nur ein Jahr nach seinem Magister im Jahre 1829 wurde Sven Lovén Dozent in Zoologie an der Universität in Lund, wobei er sich um diese Zeit vor allem mit Wirbeltieren, insbesondere aber mit dem Studium der Vögel beschäftigte. Nach seiner ersten wissenschaftlichen Reise im Jahre 1830 an die schwedische Westküste und einem Studienaufenthalt von mehreren Monaten in Berlin, wo er sich für das Organisationsverhalten von Tieren interessierte, änderte sich jedoch plötzlich die Interessen des Zoologen und Lovén wandte sich mehr und mehr der Forschung der wirbellosen Meerestiere zu.

In den Jahren 1836 und 1837 unternahm Sven Lovén Forschungsreisen ins nördliche Norwegen und nach Spitzbergen, die er selbst finanzierte. Seine Reise nach Spitzbergen gilt als die erste schwedische Forschungsreise in dieses Gebiet und legte, unter anderem, die Basis für die spätere Reise von Adolf Erik Nordenskiöld. In Spitzbergen machte Lovén auch eine seine wichtigsten Entdeckungen, denn er konnte damit beweisen dass die arktische Fauna Spitzbergens jeder Skandinaviens während der Eiszeit entsprach. Diese und mehrere andere Entdeckungen Lovéns führten dazu, dass der Wissenschaftler 1841 zum ersten Professor des Reiches ernannt wurde und Intendant am Naturhistorischen Museum in Stockholm wurde.


6. Januar 1430: Filippa von England wird in Schweden Königin 
6. Januar 1493: Olaus Petri und die schwedische Reformation 
6. Januar 1493: Olaus Petri, der schwedische Reformator 
6. Januar 1912: Johnny Bode, der schwedische Skandalschriftsteller
6. Januar 1912: Johnny Bode, der erste Punkstar Schwedens 
6. Januar 1963: Gunnar Bohman, mit der Laute zum Weltruhm

Copyright: Herbert Kårlin

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Mittwoch, 10. Dezember 2014

Der Naturwissenschaftler Conrad Quensel

Conrad Quensel kam am 10. Dezember 1787 als Sohn eines Prosten in Ausås zur Welt und erhielt daher auch von Grund auf eine gute Bildung. Im Jahre 1783 begann Quensel ein naturwissenschaftliches Studium an der Universität Lund, das er 1787 mit einem Magister abschloss. Zwei Jahre später machte der Wissenschaftler seine erste Reise nach Lappland, wobei es ihm dort gelang einige bis dahin unbekannte Insekten zu beschreiben. Diese Errungenschaft führte auch dazu, dass er nach seiner Rückkehr zum Assistenten am Botanischen Garten in Uppsala ernannt wurde.

Der wissenschaftliche Aufstieg von Conrad Quensel setzte in den Folgejahren fort, 1797 wurde er Arzt und Direktor des heutigen Naturhistorischen Reichsmuseums. Ein Jahr später wurde der Wissenschaftler dann zum Lehrer in Chemie und in Naturwissenschaften an der Kriegsakademie in Karlsberg ernannt, was Quensel einige Jahre später auch den Titel eines Professors in Naturwissenschaft und Pharmazie einbrachte. Bereits am 22. August 1806, im Alter von nur 38 Jahren, starb Conrad Quensel dann jedoch auf Schloss Karlsberg noch bevor er wirklich wissenschaftlichen Einfluss gewinnen konnte.

Neben seinen naturwissenschaftlichen Entdeckungen in Lappland zeichnete sich Conrad Quensel vor allem durch die Zusammenstellung sehr detaillierter Kataloge zur damals noch nicht veröffentlichten Geschichte Schwedens aus, die noch heute von Geschichtswissenschaftlern benutzt werden. Die zweite bedeutende Leistung Quensels war die Verfassung der meisten Texte der vier ersten Bände des Tafelwerkes Svensk Botanik von Johan Wilhelm Palmstruch.


10. Dezember 1896: Alfred Nobel, der Erfinder des Dynamits
10. Dezember 1898: Emil Kléen, der dekadente Poet des 19. Jahrhunderts
10. Dezember 1900: Die letzte Hinrichtung in Västerås
10. Dezember 1901: Der Nobeltag (Nobeldagen) in Schweden
10. Dezember 1909: Selma Lagerlöf erhält den Nobelpreis der Literatur
10. Dezember 1981: Nelly Sachs und die Gedichte zur Flucht des jüdischen Volkes
10. Dezember 2006: Christer Fuglesang, der erste Schwede im All

Copyright: Herbert Kårlin

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Dienstag, 13. Mai 2014

Der schwedische Botaniker Daniel Solander

Als Daniel Solander am 13. Mai 1782 im Alter von 49 Jahren in London plötzlich an einer Gehirnblutung starb, gehörte er zu den bedeutendsten Botanikern seiner Zeit ohne jedoch je seine wissenschaftlichen Arbeiten veröffentlicht zu haben. Seine sehr umfangreichen Manuskripte dienten, nach seinem Tod, jedoch zahlreichen Botanikern in mehreren Ländern und haben noch heute einen einzigartigen Wert, da Solander jede Pflanze und jedes Tier detailgetreu beschrieben hat und einige dieser Tier- und Pflanzenarten heute bereits ausgestorben sind.

Daniel Solander war am 19. Februar 1733 in Öjebyn, dem Kirchdorf in Piteå geboren worden und wurde in Uppsala der bedeutendste Schüler Carl von Linnés, was sogar zur Spekulation führte, dass Solander der uneheliche Sohn des Naturforschers sei. Linné hatte große Erwartungen an Solander, die dieser leider nie erfüllen konnte, denn als ihn Linné zur Forschung nach London schickte, unternehm dieser seine wichtigsten Forschungsreisen unter Joseph Banks, der dadurch auch die Arbeiten Solanders als erstes auswerten durfte und da Solander auch seine Manuskripte nicht an Linné schickte, wartete dieser vergebens auf die Ergebnisse des Forschers.

Dank Joseph Banks konnte Daniel Solander an der Weltumseglung von James Cook auf der HMB Endeavour teilnehmen und war daher, neben Banks, einer der ersten Naturwissenschaftler, der die Fauna und Flora Neuseelands und Australiens entdecken konnte. Diese Entdeckungen machten die beiden Wissenschaftler geradezu zu Helden in England und sie wurden auf Grund ihrer Entdeckungen selbst vom König empfangen. Solander, den seine ersten Reisen unter Linné nur nach Lappland geführt hatten, hat von England aus nahezu die ganze Welt besucht und wird, auch wenn er die englische Staatsbürgerschaft annahm und nicht mehr nach Schweden zurückkehrte, noch heute vom Solanderverein in Piteå in hohen Ehren gehalten.


13. Mai 1707: Carl von Linné, der Botaniker Schwedens
13. Mai 1862: Fredrik Westin, vom Portraitmaler zum Maler von Altarbildern
13. Mai 1901: Linnea, eine Blume wird zum schwedischen Vornamen
13. Mai 1917: Die Linken Schwedens, Entstehung der Vänsterpartiet
13. Mai 1921: Rassenstudien in Schweden
13. Mai 1979: Prinz Philip und der verlorene Thron Schwedens
13. Mai 2006: Östen Sjöstrand, der Dichter, der Antike und Gegenwart verbinden


Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 27. Februar 2014

Der schwedische Naturwissenschaftler Peter Artedi

Peter Artedi wurde am 27. Februar 1705 unter dem Namen Petrus Archtaedius in einer Priesterfamilie geboren, entschied sich jedoch nach seiner Schulzeit beruflich nicht der Linie seiner Vorfahren zu folgen, denn im Alter von 19 Jahren studierte Artedi an der Universität Uppsala im Hauptfach Naturwissenschaften und besuchte nur die unumgänglichen Vorlesungen in Theologie und Philosophie. Bereits 1728 musste der Student jedoch aus familiären Gründen vorübergehend nach Nordmaling zurückkehren, was seinen Werdegang jedoch bedeutend beeinflussen sollte.

Während seines Aufenthalts im Elternhaus begann Peter Artedi die Pflanzenwelt der Umgebung zu studieren und systematisch zu ordnen. Als Artedi dann zurück an die Universität in Uppsala kehrte, traf er den etwas jüngeren Carl von Linné, dem er seine Begeisterung für die Natur und die Pflanzenwelt vermitteln konnte. Linné beschrieb später selbst welchen Einfluss Artedi auf ihn ausübte, der ihm auch zur bekannten Lapplandreise geraten hatte. Wenn man die botanische Systematik Linnés mit jener von Artedi vergleicht, so stellt man auch hierbei fest, dass jene von Linné in sehr großen Zügen jener seines Vorgängers ähnelt. Die Freundschaft zwischen Linné und Artedi sollte bis zum Tod des letztgenannten halten, wobei es wiederum Linné zu verdanken ist, dass das Hauptwerk Artedis später veröffentlicht wurde.

Im Gegensatz zu Linné sollte Peter Artedi jedoch nicht bei der Botanik bleiben, denn während seines Aufenthalts in England im Jahre 1734 lerne dieser Hans Sloane der Royal Society kennen und hatte damit Zugang zur größten Materialsammlung über Fische, was  dazu führte, dass Artedi sich mehr und mehr mit Fischen zu beschäftigen begann. Nur ein Jahr später in Holland hatte der Forscher seine zwei fundamentalen Werke über Fische und deren Systematik (Bibliotheca Ichthyologica und Philosophia Ichtyologia) abgeschlossen und seinem Freund Linné präsentiert, der mit Artedi bei der gleichen Gelegenheit über sein Manuskript zu Fundamenta Botanica diskutierte. Am Abend des 27. Septembers 1735, nur wenige Tage nach dem Treffen mit Linné, stürzte Peter Artedi in einen Kanal in Amsterdam und ertrank.


27. Februar 1869: Der Göta Kanal, vom Lastverkehr zum Tourismus
27. Februar 1953: Gustaf Hellström und die Gesellschaft in Kristianstad 
27. Februar 1974: Der König Schwedens wird politisch entmachtet 
27. Februar 1981: Die Eisenhütte Domnarvet bei Borlänge in der Krise

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 21. Februar 2014

Der schwedische Architekt Olof Tempelman

Olof Tempelman wurde am 21. Februar 1745 in Källstad im Östergötland geboren und wurde, da sein Vater starb als er drei Jahre alt war, von seinem Onkel aufgezogen, der dem Jungen in einem gut situierten Haus die beste Erziehung und Ausbildung zukommen ließ. Aber auch wenn Tempelman sehr früh eine künstlerische Neigungen zeigte, so schrieb er sich im Alter von 18 Jahren an der Universität Uppsala ein und studierte dort Theologie und arbeitete parallel dazu als Privatlehrer.

Bereits während der Studienzeit zeigte sich jedoch, dass Olof Samuel Tempelman sich sehr wenig um eine Zukunft als Theologe kümmerte, sondern  sich mehr und mehr der Naturwissenschaft zuwandte und sich mit den Lehren von Carl von Linné, Anders Celsius und Daniel Melander vertraut machte. Das Ergebnis davon war, dass Tempelman seinen Magister auch nicht in Theologie, sondern in Physik ablegte. Seine Magisterarbeit schrieb Tempelman zu jener Zeit als er bei Carl Fredrik Adelcrantz beschäftigt war, wo sich der Naturwissenschaftler erstmals für Architektur zu interessieren begann und als er dann auch noch den Staatsarchitekten Carl Henrik König kennen lernte, änderte sich seine Laufbahn erneut.

Das erste große Projekt verdankte Olof Tempelman dann König Gustav III., der ein Opernhaus bauen wollte. Auch wenn die Leitung des Baus offiziell von Adelcrantz getragen wurde, war es Tempelman, der in dessen Auftrag die Pläne erstellte und den Bau überwachte. In den Folgejahren erhielt Tempelman dann von seinem Vorgesetzten immer mehr Aufgaben zum Bau von Kirchen und öffentlichen Gebäuden übertragen, wobei mehrere Auslandsreisen Tempelmans auch dazu führten, dass der Architekt sich von den Ideen seines Vorgesetzen löste und einen persönlichen Baustil entwickelte. Seine Leistungen führen letztendlich dazu, dass Tempelman 1780 zum Professor an der Kunstakademie in Stockholm ernannt wurde und 1799 auch zum Hofarchitekten aufstieg. Bald danach verhinderten jedoch Augenprobleme weitere Bauprojekte und Tempelman ging mehr und mehr zum Unterricht über. Am 27. Juli 1816 starb Olof Tempelman im Alter von 71 Jahren in Stockholm.


21. Februar 1808: Der Finnische Krieg beginnt 1808 in Abborrfors (Ahvenkoski)
21. Februar 1861: Lars Levi Læstadius, der Apostel der Samen 
21. Februar 1950: Håkan Nesser und Kommissar Van Veeteren 
21. Februar 1950: Håkan Nesser, Van Veeteren und Barbarotti
21. Februar 1976: Die ersten Paralympischen Winterspiele in Örnsköldsvik

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 1. Januar 2014

Henrik Gahn, einer der bekanntesten Ärzte Schwedens

Henrik Gahn der Ältere wurde am 1. Januar 1747 in Falun geboren und studierte ab 1762 unter Carl von Linné, einem Freund des Vaters, und unter P. N. Christiernin. Als Lehrjunge Linnés unternahm er mehrere naturwissenschaftliche Reisen mit dem Professor, wobei sich Gahn dabei vor allem für die Zoologie interessierte. Auch wenn sich sehr früh sein medizinisches Interesse zeigte, so schloss Gahn 1765 sein erstes Studium in Theologie und Chemie ab. Nach Privatstudien bei Linné folgte jedoch bereits wenige Monate später das medizinisch-philosophische Examen jener Zeit.

Anschließend arbeitete Henrik Gahn einige Jahre lang in Krankenhäusern in Stockholm, was ihn schon 1769 zum Kanzleiexamen und unmittelbar hinterher zum Lizentiat in Medizin führte. Die folgenden drei Jahre verbrachte der Mediziner dann in Deutschland und England um seine medizinischen Kenntnisse auszubauen und den modernsten Errungenschaften anzupassen. In diesem Rahmen arbeitete Gahn auch einige Zeit am Saint Thomas Hospital in London. Noch vom Ausland aus bewarb er sich dann als Admiralitätsarzt, eine Anstellung, die er dank sehr einflussreicher Freunde auch erhielt, was ihm jedoch die Feindschaft der anderen schwedischen Ärzte einbrachte, die nicht über entsprechende Verbindungen verfügten.

Auch seinen weiteren Aufstieg verdankte Henrik Gahn einflussreichen Freunden, was dazu führte, dass er neben seiner Tätigkeit als Admiralitätsarzt auch eine private Praxis hatte in der er vor allem Diplomaten und Adelige behandelte. Problematisch wurde dann für Gahn jedoch der Krieg mit Russland, da der Arzt sich auch unter dem russischen Adel Freunde gemacht hatte. Seine hohe Position wurde daher unhaltbar in Schweden und König Gustav III. schloss ihn daher von seinen gehobenen Diensten aus. Finanziell kümmerte dies Gahn wenig, da er nach wie vor die gehobene Schicht Schwedens als Patienten hatte. Seine bedeutendste Leistung als Mediziner war indes die erste geglückte Impfung in Stockholm, eine der wenigen Leistungen, die die Allgemeinheit betraf.


1. Januar 1516: Königin Margareta Eriksdotter wird in Lillkyrka geboren
1. Januar 1879: Schweden führt die Normalzeit ein
1. Januar 1911: Eslöv in Skåne wird zur Stadt erhoben

1. Januar 1929: Cordelia Edvardson kommt in München zur Welt 
1. Januar 1931: Hjalmar Bergman stirbt in Berlin
1. Januar 2000: Die schwedische Kirche wird vom Staat getrennt

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 16. November 2013

Pehr Kalm, ein Apostel des Botanikers Carl von Linné

Als Pehr Kalm, der als einer der Apostel von Carl von Linné bezeichnet wird, am 16. November 1779 in Åbo (Turku), dem heutigen Finnland starb, hinterließ er nicht nur einen Botanischen Garten in Turku, sondern auch sehr umfassende Kenntnisse über die Vegetation Nordamerikas und Kanadas, da er der erste bedeutende Botaniker war, der, auf Empfehlung Linnés, die Natur im nördlichsten Teil des neuen Kontinents erforschte und diese Kenntnisse nach Europa brachte.

Pehr Kalm war nach der Flucht seiner Eltern aus Finnland im Ångermanland geboren, kam jedoch nach dem Frieden in Nystad im Jahre 1721 nach Vasa zurück und studierte anschließend in Åbo Naturwissenschaft. Durch seine Gönner Sten Carl Bielke konnte er in dieser Zeit Studienreisen nach Schweden machen und an der Universität Uppsala Carl von Linné kennenlernen, der ihn zu einem seiner Lehrlinge machte und ihn mit zu Studienreisen ins Västergötland und das Bohuslän nahm. Diese Verbindung zu Linné brachte ihm tiefgreifende Kenntnisse in Botanik und auch die Aufnahme in die Vetenskapsakademien im Jahre 1745.

Die Reise Pehr Kalms nach Nordamerika wurde von der Vetenskapsakademien finanziert und führte den Wissenschaftler im Herbst 1747 nach Philadelphia von wo es er zwei Jahre lang vor allem die Umgebung der Niagarafälle, die Blue Mountains und Kanada erforschte. Nach seiner Rückkehr nach Göteborg am 16. Mai 1751 beschrieb er seine Reise und seine Entdeckungen in den drei Bänden En resa til norra America, ein Standardwerk, das unmittelbar in zahlreiche andere Sprachen übersetzt wurde. Bei der Lektüre dieses Werkes entdeckt man sehr schnell, dass es der Vetenskapsakademien und Kalm im Grunde nicht auf den Umfang der neuen Entdeckungen ankam, sondern dass der Naturwissenschaftler nach Pflanzen suchen sollte, die von wirtschaftlichem Interesse für Schweden sein können.


16. November 1912: Volksbildung wird in Schweden zur Arbeiterbewegung 
16. November 1944: Expressen, die Zeitung gegen den Nationalsozialismus

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 6. Oktober 2013

Der schwedische Naturwissenschaftler Anders Jahan Retzius

Anders Jahan Retzius gilt als einer der letzten konservativen Naturwissenschaftler seiner Zeit, der zwar als einer der bedeutendsten Wissenschaftler des 18. Jahrhunderts galt und zu den gebildetsten Menschen der Epoche gehörte, durch sein konservatives Denken jedoch jede moderne Strömung ablehnte und damit auch den Aufbruch der Naturwissenschaft zu Beginn des 19. Jahrhunderts verpasste. Diese konservative Denkweise wird oft damit in Verbindung gebracht, dass man unter seinen Vorfahren zahlreiche geadelte Priester findet, auch wenn sein Vater bereits als Provinzarzt arbeitete.

Auch wenn Anders Jahan Retzius schon als Kind auf eine wissenschaftliche Karriere vorbereitet wurde, so musste er mit dem Tod seines Vaters im Jahre 1757 erst einige Hürden überwinden. Statt unmittelbar mit seinem Studium in Lund beginnen zu können, musste Retzius erst bei einem Verwandten in der dortigen Apotheke arbeiten bevor er sich 1758 an der Universität einschreiben konnte. Auch wenn der Wissenschaftler dort Chemie und Philosophie studierte, wurde er dann 1767 Dozent für Naturwissenschaften, wenn auch unbezahlt, wie zu jener Zeit üblich.

Da Anders Jahan Retzius jedoch über sehr wenig Kapital verfügte, sah er er sich gezwungen bereits ein Jahr später nach Stockholm zu gehen, wo er beim Bergskollegium zu arbeiten begann und seinen Lebensunterhalt als Privatlehrer und Buchautor verdiente. Sein bedeutendstes Auftragswerk wurde 1769 sein pharmazeutisches Kompendium. Zwei Jahre später kehrte Retzius zurück nach Lund um eine Stelle als Adjunkt in Naturwissenschaften anzunehmen und die Physiographische Gesellschaft zu gründen. Retzius widmete sich dann bis 1812 der wissenschaftlichen Arbeit und schenkte 1805 seine gesamte persönliche naturwissenschaftliche Sammlung mit rund 1700 Teilen der Universität Lund. Als Anders Jahan Retzius dann am 6. Oktober 1821 im Alter von 79 Jahren starb, galt er er das größte Wohltäter der Universität. Heute findet man in Erinnerung an den Wissenschaftler seine Bronzebüste auf dem Universitätsplatz in Lund.


6. Oktober 1942: Anna Wahlgren und das Barnaboken 
6. Oktober 1958: Die Mosebackes Monarchie wird ausgerufen

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 7. August 2012

Jacob Berzelius und die Kennzeichnung der chemischen Elemente

Am 7. August 1848 starb Jöns Jacob Berzelius in Stockholm im Alter von 68 Jahren, ein Naturwissenschaftler und Chemiker der in Schweden den Beinamen Den svenska kemins fader erhielt. Jacob Berzelius, der auch mehrere chemische Elemente entdeckt hat, wurde vor allem wegen zwei grundlegenden Arbeiten bekannt, die bis heute ihre Wichtigkeit nicht verloren haben. Zum einen gab Berzelius bereits im Jahre 1818 eine Tabelle mit Atomgewichten heraus, die nur sehr wenig von den heutigen Tabellen abweichen, zum anderen gab er den chemischen Elementen ihre Kennzeichnung in Buchstabenform.

Carl Gustaf Qvarnströms Jacob Berzelius in Stockholm

Auch wenn sich Jöns Jacob Berzelius, der am 20. August 1779 geboren wurde, bereits sehr früh für Naturwissenschaft interessierte, so dachte er wenig an eine entsprechende Karriere, denn als Sohn eines Priesters und aus ärmlichen Verhältnissen schien es fast logisch, dass er ebenfalls ein theologisches Studium in Uppsala begann und sich parallel dazu zum Arzt ausbildete, einem Beruf, der weitaus besser zu einem Priester passte als ein Naturwissenschaftler, der im Dienste Gottes wenig Nutzen bringen konnte. Um sich sein Studium zu finanzieren, arbeitete Jacob Berzelius als Lehrer und gab Nachhilfeunterricht.

Aber gerade seine Ausbildung zum Arzt führte Berzelius zurück zur Chemie, da er Medizin sehr schnell mit Chemie zusammenführte, denn als er einen Sommer lang in der Apotheke in Vadstena arbeitete, lernte er Barometer, Thermometer und andere Geräte herzustellen und als er ab 1800, als Berzelius als Arzt für Arme arbeitete, begann er mit Wasseranalysen und begann bei seinen Behandlungsmethoden und Diagnosen Elektrizität mit anzuwenden. Als der Mediziner dann ab 1802 am Vorläufer des Karolinska Instituts zu arbeiten begann, wo er bald Professor für Medizin und Pharmazie wurde, konnte er sich voll auf seine Forschung spezialisieren. Jacob Berzelius starb am 7. August 1848, nachdem er die letzten Jahre an den Rollstuhl gebunden war und unter fortschreitender Demenz litt.


7. August 1869: Ellen Palmstierna und der Kampf für eine andere Zukunft
7. August 1890: Anna Månsdotter und die Todesstrafe in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Way Out West, Musik in Göteborg