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Montag, 23. Januar 2017

Das Elitegymnasium Sigtunaskolan

Am 23. Januar 1926 gründete der schwedische Erzbischof Nathan Söderblom auf Anraten der Theologen Harry Cullberg, Arvid Bruno und Manfred Björkquist die Privatschule Sigtunaskolan, die über eine vierjährige Realschule und ein vierjähriges Latein-Gymnasium verfügte. Ab 1928 durfte die Sigtunaskolan das Realschulzeugnis vergeben und ab 1931 auch die Hochschulreife. Das Gebäude der Schule, das erst 1929 fertiggestellt war,  wurde vom Architekten John Åkerlund gezeichnet, der ebenfalls eng mit der Schule verbunden war.

Im Jahre 1980 wurde durch eine Zusammenlegung der beiden größten Reichsinternate Schwedens, der Sigtunaskolan und dem Sigtunastiftelsnes Humanistiska Läroverk, das heutige Elitegymnasium Sigtunaskolan Humanistiska Läroverk (SSHL), das, unter anderem, König Carl XVI. Gustaf und Olof Palme als Schüler zählt.und nach wie vor überwiegend ein Internat für die höhere Gesellschaft Schwedens ist, entstehen. Aus der einstigen Sigtunaskolan wurde dadurch eine schulische Einrichtung mit knapp 600 Schülern, die zu zwei Dritteln im Internat untergebracht sind und in acht Wohnheimen verteilt wohnen.

1990 wurde das Gebäude in dem ab 1929 die Sigtunaskola untergebracht war, in ein Hotel und eine Konferenzanlage verwandelt, bei der die ursprüngliche Architektur weitgehend erhalten wurde. Während die ursprüngliche Sigtunaskolan lediglich als Eliteschule ohne Konflikte galt, geriet die heutige Schule bereits mehrmals in die Kritik, da es dort zu exzessiven Aufnahmeriten kam und selbst wegen Verdacht auf Vergewaltigung eingegriffen werden musste. Der Ruf der Schule ist stark beschädigt und riskiert sämtliche einem Reichsgymnasium vergebenen Vorteile zu verlieren.


23. Januar: Frej und Freja, die nordischen Götter der Fruchtbarkeit
23. Januar 1688: Ulrika Eleonora wird nach dem Tod von Karl XII. Königin von Schweden
23. Januar 1785: Carl Adolph Agardh proklamiert die ökolische Forstwirtschaft
23. Januar 1801: Lars Johan Hierta, der Gründer des schwedischen Aftonbladets
23. Januar 1910: Der schwedische Gewerkschaftsbund Kommunal
23. Januar 1934: Das Vermächtnis von Jeanette Bonnier
23. Januar 1941: Torsten Fogelqvist und die Begegnung mit der Arbeiterbewegung 
23. Januar 1985: Das Ende der Werft Uddevallavarvet und der Umbruch

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Montag, 30. März 2015

Torsten Rudenschöld, der Gründer der schwedischen Volksschule

Torsten Rudenschöld kam am 30. März 1798 auf Gut Riseberga in Närke als Sohn eines Oberleutnants zur Welt und erhielt seine Schulbildung durch Privatlehrer, was ihm 1811 ein Jurastudium an der Universität Uppsala ermöglichte. Allerdings machte Rudenschöld nie sein Examen und entschied sich 1816 für eine militärische Karriere, die ihn innerhalb von acht Jahren bis zum Rang eines Kapitäns führte. 1824 verließ er jedoch den Militärdienst mit dem Wunsch ein ländliches Leben zu führen.

Nach einem gescheiterten Versuch in einer Landgemeinschaft im Värmland kaufte Torsten Rudenschöld ein kleineres landwirtschaftliches Gut im Västergötland. Allerdings zeigte sich bald, dass er nicht zum Landwirt geboren war und seine Familie unmöglich vom Ertrag des Gutes ernähren konnte. Da Rudenschöld um diese Zeit einen Anteil am Stjernfors Bruk, einer Eisenhütte im Värmland, erbte, konnte er jedoch dort als Verwalter beschäftigt werden. Dort entdeckte Rudenschöld plötzlich den Unterschied zwischen einem Leben in der bürgerlichen Schicht und dem miserablen Verhältnis von Arbeitern in einer Eisenhütte. Als er diese Situation ändern wollte und deren Arbeits- und Lebensbedingungen verbessern wollte, musste er jedoch seine Arbeit wieder aufgeben

Nach dieser Erfahrung zog Torsten Rudenschöld zu seinem älteren Bruder auf Gut Läckö und öffnete dort seine erste Privatschule, unterbrochen von einer erneut missglückten landwirtschaftlichen Aktivität. In dieser Zeit entwickelte Rudenschöld seine Theorien über die Bildung schwedischer Kinder aller gesellschaftlicher Klassen, die er später landesweit verbreiten durfte. Rudenschöld ging dabei von mehreren Kernpunkten aus, denn zum einen sollte es auch für Kinder aus der unteren Klasse möglich sein aufzusteigen, gleichzeitig jedoch unfähige Kinder der oberen Klasse von ihrem Rang stürzen können. Der Unterricht sollte daher in drei Teile aufgeteilt sein, nämlich die grundlegende Bildung, die Verbreitung der christlichen Lehre und die körperliche Arbeit. Gleichzeitig wollte Rudenschöld die Grundschulen gleichmäßig über das ganze Land verteilen und Klassen mit 100 Schülern und einem Lehrer für alle Fächer abschaffen. 1853 erhielt der Pädagoge dann von den Ständen den Auftrag seine Ideen landesweit in die Tat umzusetzen, was zur allgemeinen Volksschule Schwedens führte. Torsten Rudenschöld starb am 27. Mai 1859 in Uppsala, wo er auch begraben wurde.


30. März 1796: Johan Simmingsköld, ein homosexueller Schriftsteller im 18. Jahrhundert
30. März 1808: Gustaf Fredrik Gyllenborg, der Satiriker des 18. Jahrhunderts
30. März 1858: Arvid Nordquist, eine Erfolgsgeschichte Schwedens 
30. März 1920: Jan Olof Olsson, der historische Roman und Reiseschilderungen 
30. März 1926: Ingvar Kamprad und das schwedische Imperium Ikea 
30. März 1933: Filip Månsson und die öffentliche Kunst Schwedens 
30. März 1944: Pauline Brunius, die erste Frau, die das Dramaten leitete 
30. März 1976: Dampferfahrt auf dem schwedischen See Mjörn

Copyright: Herbert Kårlin

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