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Dienstag, 3. November 2015

Der schwedische Schauspieler Sigge Fürst

Sigge Fürst kam am 3. November 1905 als Sohn eines Polizisten unter dem Namen Sigurd Fürst in Stockholm zur Welt. Nach seiner Hochschulreife im Jahre 1925 entschied sich Fürst, trotz seinem Interesse für Musik und Theater, den Spuren seines Vaters zu folgen und machte eine Ausbildung zum Polizisten. Der Beruf sollte ihn jedoch nur bis 1930 halten, bis Fürst, ohne jede schauspielerische Ausbildung, von Pauline Brunius und Gösta Ekman dem Älteren im Oscarsteatern (Oskartheater) engagiert wurde um dort mehrere kleinere Rollen zu spielen. Gleichzeitig mit seiner Theatertätigkeit arbeitete Fürst auch immer wieder für das Radio, das ebenfalls eine Faszination auf den Künstler auswirkte.

Nachdem Sigge Fürst Mitte der 30er Jahre nahezu ständig auf Tournee in den schwedischen Volksparks war, arbeitete er in den 40er Jahren auf mehreren kleineren Bühnen Stockholms, vor allem im Intima teatern, wo er in Tolv edsvurna män auch eine Hauptrolle hatte, einem Stück, das über 500 Aufführungen zählte. Zu Beginn der 60er Jahre wurde Fürst von Ingmar Bergman entdeckt, der den Schauspieler an das Dramaten holte und ihm wichtige Charakterrollen übergab. Fürst war um diese Zeit bereits so gefragt, dass er sich mehrmals vom Dramaten beurlauben lassen musste um Hauptrollen im Oscarsteatern übernehmen zu können.

Sigge Fürst, der am 11. Juni 1984 in Danderyd an Lungenkrebs starb, begnügte sich jedoch nicht mit der Bühne, sondern machte auch eine parallele Karriere als Sänger, machte den Frukostklubben zu einem Kultprogramm im Radio und spielte in über 130 Filmen mit. Während Fürst seinen Einstieg in das Filmgeschehen bei Meisterdetektiv Kalle Blomquist von Astrid Lindgren machte, übernahm er bald die Rolle eines Polizisten oder einer Gauners um ab den 70er Jahren auch bedeutende Charakterrollen zu erhalten. Seine letzte Filmrolle im Jahre 1981 war dann jene eines Polizisten in Tage Danielssons SOPOR. Noch heute gehört Sigge Fürst zu den Kultfiguren Schwedens, der auch nach über 30 Jahren noch nicht vergessen ist.


3. November 1896: Gustaf Tenggren, von Trollen zu Disneys Pinocchio
3. November 1902: Die Göteborgs-Tidningen (GT) erscheint zum ersten Mal
3. November 1911: Der schwedische Kapellmeister William Lind
3. November 1995: Die Filmstadt Sergel in Stockholm 

Copyright: Herbert Kårlin

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Donnerstag, 19. Juni 2014

Lars Madsén und das Leben auf dem Lande

Lars Madsén wurde am 19. Juni 1904 in Vänersborg geboren und entschied sich nach seinem Studium und einem Magister in Philosophie  im Jahre 1933 zum Radio zu gehen, auch wenn er dort zu Beginn nur die etwas undankbare Aufgabe hatte Hörspiele ausländischer Autoren zu übersetzen und hin und wieder als Sprecher zu arbeiten. Als Madsén ein Jahr später den ersten Regieauftrag für die Realisierung eines Hörspiels, hatte er nicht nur seine eigene Berufung gefunden, sondern auch seine Vorgesetzten stellten fest, dass das Hörspiel wie geschaffen für den neuen Mitarbeiter war.

Lars Madsén, der dem Rundfunk 36 Jahre lang treu bleiben sollte, zeichnete sich dann dadurch aus, dass seine Hörspiele am Samstagabend die schwedische Masse vor das Rundfunkgerät holten. Mit der Familienserie Ingenjör Björk med familj, einer auf den Rundfunk angepassten Soap, gelang es Madsén sein Publikum sieben Jahre lang anzuziehen, wobei er dieses Hörspiel immer didaktischer gestaltete und die Soap im Laufe der Jahre in eine lehrhafte Lebensstudie verwandelte. Allerdings adaptierte er in dieser Zeit auch Werke von Autoren wie Nils Ferlin oder dem Musiker Josef Briné für den Rundfunk.

Was jedoch Lars Madén unvergesslich machte, waren seine Reportagen über das Leben in Schweden, die er in den 40er und 50er Jahren realisierte und der Reporter gewöhnlich die Bewohner des Landes, aber auch Personen wie Tage Aurell, Stig Dagerman, Sara Lidman oder Per Olof Sundman interviewte, denn Madén hatte Geduld und führte mit seinen Partnern stundenlange Gespräche, die er in voller Länge aufzeichnete. Zurück im Studio begann der Radiojournalist dann das Material zu sortieren und zu schneiden, was seine Vorgesetzten so manchmal zur Verzweiflung brachte. Aber gerade dadurch war Madén der einzige Reporter seiner Zeit, der „literarisch bearbeitete“ Interviews bot, die einen logischen Aufbau hatten mit Höhepunkten, die den Zuhörer überraschen konnte, eine Leistung, die ihm sehr viele treue Zuhörer brachte und Lars Madén in die Radiogeschichte und auch die Literaturgeschichte eingehen ließen. Madén starb am 23. Dezember 1974 an den Folgen eines Autounfalls.


19. Juni 1652: Louis De Geer, der Wegbereiter der schwedischen Industrialisierung 
19. Juni 1918: Gunnel Vallquist und die moderne katholische Literatur Schwedens 
19. Juni 1957: Anna Lindh stirbt nach Überfall im Kaufhaus NK
19. Juni 1976: Königliche Hochzeiten in Schweden
19. Juni 2005: Totta Näslund und der Weg zu Bob Dylan
19. Juni 2010: Kronprinzessin Victoria Ingrid Alice Désirée

Copyright: Herbert Kårlin

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Samstag, 9. Februar 2013

Der Frukostklubben, noch heute eine Legende Schwedens

Am 9. Februar 1946 wurde im schwedischen Rundfunk erstmals die Sendung Frukostklubben ausgestrahlt, die erste Unterhaltungssendung, die der Staatsfunk am frühen Morgen je sendete. Zwischen 1946 und 1978, mit einer Unterbrechung von sechs Jahren, wurde die Sendung in 680 Abschnitten übertragen und hat sich zu einem Kultprogramm entwickelt von dem man noch heute spricht und das noch heute die Radiosendungen bei der Programmgestaltung beeinflusst.

Allerdings war der Frukostklubben keine schwedische Idee, sondern kam aus den USA, wo der legendäre Radiosprecher Per-Martin Hamburg mit dieser Art von Sendung einen ungeheuren Erfolg hatte. Natürlich wurde der Frukostklubben auf das schwedische Publikum zugeschnitten, wobei man als Sprecher für sämtliche Sendungen den Schauspieler Sigge Fürst engagierte, der von zwei etwas merkwürdigen Figuren begleitet wurde, nämlich von Kaffe-Petter und Enslingen på Johannesskäret, die mehr für die Teile der Sendung zuständig waren, die als gesellschaftskritisch oder etwas unpassend eingestuft wurden.

Der Frukostklubben wurde zu Beginn jeweils am Samstag ausgestrahlt, wurde jedoch 1968 auf den Sonntag verlegt, wobei bei diesen Sendungen im Studio Publikum zugelassen war, die von der Tribüne aus die Sendung verfolgen konnten. Bekannter noch als Sigge Fürst wurde Kaffe-Petter, eine Puppe, die ihren Platz am Mikrofon hatte und mit unpassenden und giftigen Bemerkungen Humor in die Sendung brachte. Im Jahre 1950 wurde die Sendung unter dem Titel Stjärnsmäll i Frukostklubben verfilmt.


9. Februar 1772: Frans Michael Franzén, vom modernen Dichter zum Bischof 

9. Februar 1772: Frans Michael Franzén, vom Skalde zum Bischof
9. Februar 1916: Helmer Linderholm und der historische Roman Schwedens 


Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 13. Oktober 2012

Svensktoppen, die Hitliste des schwedischen Staatsfunks

Am 13. Oktober 1962 wurden von Sveriges Radio, dem schwedischen Staatsfunk, erstmals die Svensktoppen übertragen, die Hitliste Schwedens. Genau genommen war dies natürlich nicht die erste Hitliste des Landes, denn bereits am 12. November 1961 hatte die Piratradiostation Radio Nord eine Toppliste, zum einen die internationalen Topp 20 und einmal die schwedischen Topp 10. Als die Radiostation jedoch eingestellt werden musste, übernahm Sveriges Radio die Topp 10, da diese Sendung bei den Piraten einen gigantischen Erfolg hatte.

Der Erfolg der Svensktoppen setzte auch bei Sveriges Radio fort, obwohl hier die Auswahl nicht ganz so unabhängig war, sondern aus den meist gespielten Liedern der eigenen Station zusammengestellt wurde und damit die erste Kritik herausforderten. Die Svensktoppen wurden aber auch angeklagt nur Platten bestimmter Schallplattenverlage zu spielen, es wurde das Wahlsystem kritisiert und auch, dass Künstler aus anderen Ländern, die jedoch schwedisch sangen, vorgeschlagen werden konnten. Manches wurde geändert, anderes beibehalten.

Als ab dem Jahre 2002 beim Eurovision Song Contest auch schwedische Künstler mit einer wahlfreien Sprache auftreten konnten, kamen die Svensktoppen in Zugzwang, denn plötzlich konnten sie selbst Gewinner der lokalen schwedischen Ausscheidungen nicht mehr für die Topp-Liste vorschlagen, sobald diese Englisch sangen. Am 1. Januar 2003 wurde daher auch bei den Svensktoppen die schwedische Sprache fallen gelassen und die Voraussetzung war nur noch, dass Text und Musik von einem schwedischen Mitbürger geschrieben waren.


Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 15. Juni 2012

Kodjo Akolor, Komiker wider seinen Willen

Am 15. Juni 1981 wurde Kodjo Akolor entweder in Schweden oder in Ghana geboren. Die Aussage ist nicht gans klar, da über den Geburtsort einige Geheimnisse zu kreisen scheinen. Sicher ist jedoch, das er im schwedischen Vallentuna aufwuchs, zu einer Zeit, als seine Familie die einzige schwarze Familie in der Umgebung war. Kodjo Akolor bezeichnet diese Zeit mit den Worten „Abenteuer, Frustration und Freunde“. Mit 23 zog Kodjo von zu Hause aus und begann an der Hochschule Södertörns Internationale Wirtschaft zu studieren, ein Studium, das er bis heute noch nicht abgeschlossen hat.

Das Leben entfernte Kodjo Akolor allerdings ziemlich weit von Wirtschaft, denn als er eines Tages ein neues Fantasybuch suchte, griff er fehl und kaufte, wegen dem Titel, das Buch „Der Alchemist“ von Paulo Coelho, ein Werk, das sein Leben verändern sollte. Er begriff beim Lesen, dass er im Leben nur etwas erreichen konnte, wenn er sich selbst um seinen Weg kümmert, so erklärte er es jedenfalls seiner Freundin, die dann allerdings meinte, das er den Worten Taten folgen lassen solle und seine Zeit dann nicht vor dem Computer verbringen darf. Das Ergebnis war, dass Kodjo Akolor sich bei einem Stand-Up Kurs in Svalöv anmeldete und dort erfolgreich teilnahm.

Im Jahre 2007 begann für Kodjo Akolor dann der Sprung zu Radio und Fernsehen, wo er nicht nur Humoristisches von sich gab und gibt, sondern auch Reportagen macht, auch wenn er sehr deutlich als Stand-Up Künstler bekannt ist und Humor im Vordergrund der Sendungen steht. Seinen Traum hat sich Kodjo, der sich sehr für die Geschichte des schwedischen Mittelalters interessiert, allerdings trotz seiner Karriere und seinem Bekanntheitsgrad noch nicht erfüllen können, nämlich Schauspieler zu werden.


15. Juni 1587: Gabriel Gustafsson Oxenstierna auf Tyresö Schloss
15. Juni 1744: Maria Kristina Kiellström, bekannt als Ulla Winblad 

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg