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Dienstag, 21. Oktober 2014

Der schwedische Dadaist Viking Eggeling

Auch wenn Viking Eggeling am 19. Mai 1925 bereits im Alter von knapp 45 Jahren völlig unterernährt in Berlin starb, hinterließ es in Schweden ein künstlerisches Erbe das erst nach seinem Tod wirklich geschätzt wurde. Eggeling war, neben Greta Knutson, der einzige nordische Künstler der Dada-Bewegung und schuf mit seinem Film „Diagonalsynfonin“ den ersten bedeutenden Experimentalfilm bei denen musikalischer Rhythmus und Bildanimation zusammenfließen, ein Film, der erst 1994 aus altem Material wieder restauriert werden konnte.

Viking Eggeling war am 21. Oktober 1880 in einer sehr kinderreichen Familie in Lund zur Welt gekommen und kam durch seinen Vater, der eine Musikhandlung in der Stadt hatte, der Welt der Kunst näher. Als Eggeling 15 Jahre alt war, starben seine Eltern, was den Jugendlichen zwei Jahre später dazu veranlasste nach Paris zu gehen. In der französischen Hauptstadt wandte sich der junge Künstler dann dem Kubismus zu. Durch den Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde seine bis dahin kaum existierende Karriere jedoch unterbrochen und Eggeling floh nach Ascona in die Schweiz, ein Umzug, der seine gesamte Zukunft verändern sollte.

Sehr schnell kam Viking Eggeling, der neue Wege in der Kunst suchte, der Dada-Bewegung in Zürich näher. Der Künstler arbeitete bald an der Zeitschrift „Dada“ mit und besuchte regelmäßig die Soiree der Kaufleute Hall. Als die Dada-Bewegung aufgelöst wurde, ging Eggeling nach Deutschland und begann an Experimentalfilmen zu arbeiten. Leider ist sein erstes Werk
Horizontal-Vertikal Orkester, das 1923 erstmals vorgeführt wurde, spurlos verschwunden. Nach dem Zweiten Weltkrieg machte sich vor allem Hans Richter die Aufgabe die Aufmerksamkeit der Kunstwelt wieder auf Viking Eggeling zu richten, leider auch dadurch, dass er falsche Information streute und Werke des Künstlers verfälschte. Die meisten Arbeiten Eggelings wurden mit Sicherheit unter Hitler als abartige Kunst vernichtet, was eine wirkliche Annäherung an den Künstler sehr schwierig macht.

21. Oktober 1833: Alfred Nobel, der Erfinder des Dynamits
21. Oktober 1862: Der schwedische Architekt Folke Zettervall
21. Oktober 1892: Die feministische Schriftstellerin Anne Charlotte Leffler
21. Oktober 1961: Nils Ferlin, der Bohemien unter den schwedischen Dichtern
21. Oktober 1990: Blondinbella, Erfolgsbloggerin in Schweden
21. Oktober 1994: Gustav Jonsson und das Kinderdorf Skå

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 23. Mai 2012

Tetra Pak, eine schwedische Marke und Erfindung

Am 23. Mai 1951 präsentierte Ruben Rausing das Unternehmen Tetra Pak, ein Tochterunternehmen von Åkerlund & Rausing, das sich auf Verpackungen jeder Art spezialisiert hatte. Allerdings wurde im Laufe der Jahre weniger das Unternehmen Tetra Pak bekannt, sondern die als Tetraeder geformte Verpackung für Flüssigkeiten, also das Markenzeichen Tetra Pak. In Wirklichkeit stellt das Unternehmen jedoch nur die Maschinen für diese Einwegverpackung her und hat mit dem Inhalt nichts zu tun.

Bereits 1944 hatte Ruben Rausing, gemeinsam mit Holger Crafoord, begonnen an einem Verpackungssystem für Milchprodukte zu arbeiten, da es für Sahne oder auch kleinere Mengen an Milch keinerlei sinnvolle Verpackung gab. Im Jahre 1952 kam dann der Durchbruch, als das Unternehmen Tetra Pak die erste Maschine, einen Prototyp, an die Molkerei „Lundaortens Mejeriförening“ lieferte, die damit die ersten „Sahne-Tetraeder“ mit einem Deziliter Inhalt anbieten konnte. Im nächsten Jahr konnten dann seriengefertigte Maschinen nach Stockholm und Eskilstuna geliefert werden, am 14. April 1954 ging die erste Molkerei Schwedens dazu über Milch in Tetra Pak zu liefern und 1956 benötigte das Unternehmen bereits ein neues Fabrikgebäude.

Da die Tetraeder jedoch nicht sehr gut zu lagern und zu transportieren waren, begann man ab 1963 die ziegelsteingeformten Verpackungen herzustellen, die man Tetra Brik nannte und die mittlerweile weltweit bekannt sind. Heute findet man das Unternehmen Tetra Pak in fünf Kontinenten, wobei der Hauptsitz jedoch von Schweden in die Schweiz verlagert wurde. Heute verkauft Tetra Pak pro Jahr über 150 Milliarden Verpackungen im Werte von rund 10 Milliarden Euro und beschäftigt über 20.000 Angestellte weltweit.


23. Mai 1936: Der Stockholmer Flughafen Bromma
23. Mai 1962: Die schwedische Grundschule

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 30. März 2012

Ingvar Kamprad und das schwedische Imperium Ikea

Ingvar Kamprad, der Gründer der schwedischen Möbelkette Ikea, wurde am 30. März 1926 in Pjätteryd geboren und hatte bis kurz vor seinem Tod am 27. Januar 2018, aus Steuergründen, seinen Hauptwohnsitz in der Schweiz. Nach der Zeitschrift Forbes gehörte Kamprad jahrelang zu den reichsten Personen weltweit und zählte, trotz seines ausländischen Wohnsitzes und dank des schwedischen Passes, mit einem Vermögen von über 23 Milliarden Dollar als der reichste Schwede. Die zentrale Macht Ikeas liegt nach wie vor bei der Stiftung Interogo in Liechtenstein, die vollständig von der Familie Kamprad kontrolliert wird.

Um Ingvar Kamprad entwickelte sich die Geschichte, dass er bereits mit sechs Jahren Streichhölzer mit Gewinn verkaufte und mit zehn Jahren als „Unternehmer“ aktiv wurde, wobei dabei weniger genannt wird, dass bereits die Eltern den größten Hof der Gemeinde Ljungby besaßen und der Ikea-Gründer aus sehr reichem Haus stammte. Im Alter von 17 Jahren gründete Ingvar Kamprad dann das Postorder-Unternehmen Ikea, in dem er vier Jahre später auch die ersten Möbel anbot. 1951 verschickte er dann die ersten Ikea-Kataloge und 1958 eröffnete er das erste Möbelhaus in Älmhult im Småland. Als er dann 1965 ein Warenhaus bei Stockholm eröffnete, war Ikea zu einem Begriff in ganz Schweden geworden und begann die Welt zu erobern.

Im Jahre 1994 verlor die schwedische Vorzeigefigur Ingvar Kamprad dann etwas an Glanz, als bekannt wurde, dass er von 1942 bis etwa zur Zeit als er seinen ersten Laden eröffnete im faschistischen Nysvenska Rörelsen aktiv war und für die extrem rechte Vereinigung Mitglieder warb und ihr mit Geldspenden unter die Arme gegriffen hatte. Diese rechtsextremen Aktivitäten erklärte Ingvar Kamprad später als jugendliche Verirrungen, die auf seine deutschstämmige nazitreue und antibolschewistische Familie zurückzuführen sei. Inwieweit sich Ingvar Kamprad mittlerweile vom rechten Geist tatsächlich entfernt hat, ist unbekannt, zumal die schwedische Bevölkerung mehr vom Erfolg des Unternehmers wissen will als von seiner politischen Einstellung und seinen Steuererspanismodellen.

30. März 1933: Filip Månsson und die öffentliche Kunst Schwedens
30. März 1976: Dampferfahrt auf dem schwedischen See Mjörn

Copyright: Herbert Kårlin