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Mittwoch, 21. November 2012

Ein Tag ohne Musik in Schweden

Nicht jeder Thementag in Schweden hat den Erfolg den sich der Gründer des Tages eigentlich verspricht. Mit dem „Tag ohne Musik“, den Bill Drummond im Jahre 2005 weltweit ausrief, begann der Misserfolg bereits damit, dass sich die meisten Länder nur darüber lustig machten. Aber immerhin kam ein kleines Echo nicht nur aus Großbritannien, sondern auch aus Schweden, dem Land, dem Thementage bereits historisch gesehen am Herzen liegen, auch wenn der Erfolg sich dann auch im Land der Mitternachtssonne in Grenzen hielt.

Bill Drummond hatte den ersten musikfreien Tag auf den 21. November 2005 gelegt, der sich dann im jährlichen Rhythmus wiederholen sollte. Die Auswahl des Tages beruhte nicht, wie so mancher dachte, auf einem willkürlich gewählten Tag, sondern der Musiker setzte ihn einen Tag vor den Namenstag von Cecilia, da Cecilia die Schutzheilige der Musiker ist und man nach einem Tag ohne Musik die wahre Kunst der Musik weitaus besser schätzen kann.

Auf die Idee einen Tag ohne Musik zu schaffen kam der KFL-Musiker Bill Drummond, weil er der Meinung war, dass sich die die Menschheit nicht mehr um Musik kümmert, sondern sie nur noch passiv konsumiert, was verhindert, dass man ein Musikstück wirklich bewusst anhört. Eine Welt in der man den ganzen Tag über überall Musik spielt, zerstört in seinen Augen die Musik. Wenn man daher nur einen einzigen Tag im Jahr völlig ohne Musik leben muss, so beginnt man wieder über Texte und Töne nachzudenken, so dachte zumindest der Künstler.


21. November 1875: Der schwedische Künstler Gottfrid Larsson
21. November 2003: The Pirate Bay, ein Feind der Plattenindustrie

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 7. November 2012

Der Tag des Kladdkaka in Schweden

Während man bei den meisten Thematagen, die in Schweden im Laufe des Jahres gefeiert werden, weiß wie dieser Tag zu Stande kam und wer ihn wann schuf, sucht man beim Kladdkakans Dag vergebens. Sicher ist eigentlich nur, dass dieser Tag bereits in den 90er Jahren in einigen Kalendern Schwedens zu finden war und seither immer beliebter wird und landesweit seinen Einzug gehalten hat, denn am 7. November jeden Jahres werden in ganz Schweden mehr Kladdkakor gegessen als an irgend einem anderen Tag des Jahres.

Aber auch über die Ankunft des Kladdkaka in Schweden, einem der Nationalkuchen des Landes, kursieren verschiedene Gerüchte, die jedoch nicht mehr nachzuprüfen sind, denn während Sveriges Radio den ersten Kladdkaka, eine Art Schokoladenkuchen, in einer Markthalle in Paris gefunden haben will, kursiert im Allgemeinen eine andere Geschichte, die in die Stadt Örebro führt, eine Stadt, die über keine eigene Backspezialität verfügt.

Im Jahr 1938 sollte Gudrun Isaksson, die gemeinsam mit ihrem Mann eine Bäckerei in Örebro hatten, Brownies nach einem Rezept backen, das sie von Verwandten aus den USA bekommen hatte. Da Backpulver um diese Zeit in Schweden jedoch nicht sehr häufig war, versuchte sie Brownies ohne Backpulver zu backen, was dazu führte, dass der Teig im Inneren etwas flüssig blieb. Auf diese Weise soll Gudrun Isaksson den legendären Kladdkaka entdeckt haben. Die Geschichte ist umso glaubwürdiger, weil um diese Zeit Nils Nilsson Isaksson die Bäckerei Solgården in Örebro besaß, die auf alten Fotos noch deutlich zu sehen ist.


7. November 1852: Johan Ramstedt, eine Notlösung als Ministerpräsident
7. November 1929: Erik-Gunnar Eriksson und Hoppets Stjärna
7. November 1935: Johan Lindström Saxon, der Heimatautor Närkes 

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 1. Juni 2012

Schweden schafft den handyfreien Tag

Am 1. Juni 2002 schuf der schwedische Tonkünstler Staffan Mossenmark den handyfreien Tag, der mittlerweile in ganz Europa ausgerufen wird und mittlerweile wohl zu den Thematagen gehört, die am wenigsten Wirkung haben, da das Handy sowohl das Tagesleben als auch das Wirtschaftsleben dominiert und ein Verzicht auf dieses Kommunikationsmittel für viele problematischer wurde als ein computerfreier Tag oder auch ein Tag ohne Facebook, obwohl der Durchbruch für Handys erst in den 90er Jahren kam.

Als Staffan Mossenmark im Jahr 2002 den handyfreien Tag propagierte war die Situation noch eine andere und der Aufruf in der Presse hatte einen beachtlichen Erfolg, auch wenn man immer wieder einmal ein Handy klingeln hörte und Passanten mit sich selbst zu reden schienen. Staffan Mossemark wollte mit seiner Aktion jedoch nicht gegen das Handy arbeiten, sondern vielmehr unser Gehör darauf aufmerksam machen in welcher Weise sich die Umweltlaute in größeren Orten und Städten verändert hat. Er wollte die Uhrzeiger der Lautmelodie einen Tag lang um nur zehn Jahre zurückdrehen.

Dass ausgerechnet Staffan Mossenmark auf die Idee eines handyfreien Tages kam, ist natürlich kein Wunder, denn der Tonkünstler aus dem schwedischen Mjölby schafft Kompositionen, die auf Umweltslärm bauen. In seinen Kompositionen hört man die Geräusche von Harley Davidsons, elektronische Glückwunschkarten, Alltagsgeräusche auf der Straße, aber auch die Geräusche während einer Joggingrunde oder die Tonfolgen eines Schläfers. Und in „Fån för mobiltelefoner“ geht es bei seiner Komposition auch um Handys.


1. Juni 1676: Der Untergang der Stora Kronan vor Öland
1. Juni 2005: Rauchverbot in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin