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Montag, 8. Januar 2018

Der Komponist und Musiker Georg Riedel

Georg Riedel wurde am 8. Januar 1934 als Sohn eines Architekten in Karlovy Vary, der damaligen Tschechoslowakei, geboren, kam jedoch bereits 1938 nach Stockholm, da seine Mutter Jüdin war und der Einmarsch Hitlers bevorstand. Die Reise nach Schweden sollte jedoch in Finnland nahezu ein Ende finden, da die Mutter, die allein mit ihren beiden Kindern unterwegs war, kein Geld mehr hatte um eine Fähre für die Überfahrt nach Schweden zu bezahlen, wo der Vater bereits auf sie wartete. Ein Kapitän hatte jedoch Mitleid mit den Flüchtlingen und brachte sie daher kostenlos nach Schweden.

Georg Riedel lernte, da er seinen ersten Sommer in einem Ferienlager verbrachte, sehr schnell Schwedisch und erhielt ab seinem vierten Lebensjahr Musikunterricht in der Adolf Fredriks Volksschule in Stockholm. Riedel begann sehr früh Violine zu spielen, entschied sich jedoch mit 15 Jahren auf den Kontrabass umzusteigen und eignete sich an der Musikhochschule der schwedischen Hauptstadt nicht nur seinem neuen Instrument, sondern spezialisierte sich auch auf Jazz, der seine gesamte Leidenschaft war. Mit 19 Jahren begann Riedel mit dem Jazzmusiker Lars Gullin zu spielen und ein Jahr später traf er den Jazzpianisten Jan Johansson des Arne Domnérus Orchesters mit dem er 1962 die bekannteste und meist verkaufte Jazzplatte Schwedens aufnahm.

Als Jan Johansson im Jahre 1968 starb, übernahm Georg Riedel dessen Arbeit als Komponist für verschiedene Fernsehserien und die Filme von Astrid Lindgren. Riedel gelang es dabei in schwedische Volksweisen Jazz-Elemente einzufügen, wobei der Musiker und Komponist auch den Werken von Barbro Lindgren Musik verlieh oder für die Fernsehserie Willi Wiberg die Leitmelodie komponierte. Ab dem Jahrtausendwechsel verließ Riedel dann den Jazz nahezu vollständig um sich insbesondere der Komposition von Chorgesang zu widmen, komponierte jedoch auch Ballettmusik und eine Oper. Sein letztes größeres Werk veröffentlichte Riedel im Jahr 2009, also im Alter von 75 Jahren.


8. Januar 1810: Daniel Melanderhjelm, Astronom und Mathematiker
8. Januar 1864: Carl August Hagberg und die schwedische Literatur 
8. Januar 1917: Folgen des Ersten Weltkriegs in Schweden
8. Januar 1937: Der schwedische Theologe Olle Meurling stirbt in Spanien
8. Januar 1940: Briefzensur in Schweden
8. Januar 1994: Hans Asplund, der Architekt des Brutalismus
8. Januar 2005: Der Orkan Gudrun hinterlässt ein Chaos in Schweden
8. Januar 2007: Die Geburt Kirunas und die Flucht der Stadt

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 3. Juli 2015

Gunilla Bergström und der kleine Willi Wiberg

Gunilla Bergström kam am 3. Juli 1942 in Göteborg zur Welt und wuchs nach der Scheidung der Eltern in zwei kulturell völlig unterschiedlichen Familien auf, denn die Mutter führe ein sehr bürgerliches Lehrerleben und der Vater heiratete eine dänische Künstlerin mit der er ein sehr kreatives und ungewöhnliches Leben führte. Vor allem der Vater sollte Bergström nachhaltig beeinflussen und in gewisser Weise auch den Grundstein für die Kinderbuchfigur Willi Wiberg legen, der in Schweden unter dem Namen Alfons Åberg bekannt ist.

Nach ihrer Hochschulreife studierte Gunilla Bergström Journalistik und arbeitete, nach ihrem Examen im Jahre 1966, als Journalistin für die Dagens Nyheter und das Aftonbladet, die beide in Stockholm sitzen. Ihr erster, allerdings kaum beachteter Roman Mia flyttar erschien 1971. Nur ein Jahr später erschien dann der erste Band mit Willi Wiberg als Hauptfigur, das Buch God Natt Alfons Åberg, das unmittelbar Erfolg hatte und bis heute, gemeinsam mit den Folgebänden, einen damals ungeahnten Erfolg aufweist, denn die Bücher Bergströms liegen beim Bibliotheksverleih auf Platz zwei, unmittelbar nach den Büchern von Astrid Lindgren.

Gunilla Bergström, die sowohl als Illustratorin als auch als Autorin an ihren Büchern arbeitet, war eine der ersten Illustratorinnen Schwedens, die bei ihren Illustrationen auch die Collage benutzten und nicht vor Tabuthemen wie Scheidung oder Behinderung zurückschreckten und damit einen völlig neuen Kinderbuchstil in Schweden schufen. Vielleicht kam der Erfolg für Gunilla Bergström auch deswegen, weil sie gewisse Probleme in ihren Büchern nicht erfinden musste, denn, wie sie selbst vor wenigen Jahren erstmals erzählte, kämpfte sie ihr Leben mit ihrer bipolären Krankheit und die jüngste Tochter leidet unter Autismus und einer Entwicklungsstörung. Auch wenn Bergström Kinderbücher schreibt, so fehlt ihnen nicht ein gewisser Teil an einer Autobiografie.


3. Juli 1720: Der dritte Frieden von Stockholm
3. Juli 1746: Die schwedische Königin Sofia Magdalena von Dänemark
3. Juli 1811: William Chalmers, Gründer der Technischen Hochschule in Göteborg
3. Juli 1976: Hjalmar Bergman, ein Leben im Zweifel und der Unsicherheit
3. Juli 1988: Der Åmselemord und ein Fahrraddiebstahl
3. Juli 1992: Die schwedische Sängerin Molly Sandén

Copyright: Herbert Kårlin