Mittwoch, 17. August 2011

Siri von Essen, die stärkste Frau Strindbergs

Sigrid Sofia Matilda Elisabet von Essen, allgemein nur als Siri von Essen bekannt, wurde am 17. August 1850 in Finnland geboren, wo sie jedoch nur die ersten 13 Jahre ihres Lebens verbrachte. Obwohl Siri von Essen eine der anerkanntesten Schauspielerinnen ihrer Zeit war und in sehr vielen Punkten eine Vorläuferin der Frauenbewegung gelten kann, wurde sie später fast nur als die Frau von August Strindberg bekannt, mit dem sie von 1877 bis 1891 verheiratet war.

Siri von Essen hatte in Finnland eine französischsprachige Gouvernante, wodurch sie bereits in frühen Jahren fließend französisch sprach und 1863, als die Familie nach Frankreich zog, problemlos in der neuen Gesellschaft aufging. Als die Familie fünf Jahre später ihre finnischen Güter verkaufen musste, kam Siri von Essen nach Stockholm, wo sie sich nach wenigen Jahren mit dem Freiherrn Carl Gustaf Wrangel verheiratete. Die Ehe scheiterte bereits nach vier Jahren, da Siri als Schauspielerin arbeiten wollte, was bei einem Freiherrn als Mann gesellschaftlich unmöglich war. Zudem hatte ihr Mann bereits nach kurzer Zeit der Ehe ein Verhältnis mit einer jüngeren Cousine Siris.

Nach der Scheidung nahm Siri von Essen Schauspielunterricht und wurde dann bereits 1877 vom Stockholmer Dramaten angestellt, wo sie erst nach sechs Jahren gekündigt wurde, als sie ihr drittes Kind von Strindberg erwartete und vom Theater als Belastung betrachtet wurde. Ab 1884 wurde das Verhältnis zwischen Siri von Essen und Strindberg angespannt, da Strindberg seine Frau beschuldigte ein lesbisches Verhältnis mit Marie David zu unterhalten. 1888 starteten dann Siri von Essen und August Strindberg, ohne großen Erfolg, eine Versuchstheater in Dänemark, wo Siri von Essen während der Uraufführung die Hauptrolle in Fröken Julie spielt. Nach der Scheidung von Strindberg im Jahre 1893 zog Siri von Essen mit den Kindern nach Finnland, wo sie die Familie mit Übersetzungen und Theaterunterricht versorgte.

17. August 1908: Laura Fitinghoff, Literatur gegen Schundliteratur
17. August 1995: Der Mord an John Hron bewegt Schweden 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 16. August 2011

Fingerabdrücke als Beweismittel in Schweden

Obwohl seit langem die Bedeutung von Fingerabdrücken bekannt war und die schwedische Polizei seit 1880 überlegte Fingerabdrücke bei der Aufklärung von Verbrechen zu benutzen, dauerte es noch bis 1906, bevor sie begann ein Register mit Fingerabdrücken von Verbrechern anzulegen und erst am 16. August 1912 stellte dann der Oberste Gerichtshof in Malmö fest, dass Fingerabdrücke in Schweden als offizielle Beweismittel gewertet werden konnten. Noch heute ist diese Technik, neben DNA-Beweisen, eines der wichtigsten Hilfsmittel bei der Verbrechensbekämpfung.

Die erste Person, die in Schweden dann im Jahre 1907 mit Hilfe der Fingerabdrücke identifiziert werden konnte, war Frans Oskar Roos, der im Klarasee in Stockholm in einen Plastiksack verpackt aus dem Wasser gezogen wurde. Da die Fingerabdrücke von Roos, wegen seiner früheren kriminellen Aktivitäten, bereits in den Registern zu finden war, so konnte seine Identität mit der damals neuen Technik sehr schnell festgestellt werden.

Allerdings dauerte es dann weitere 17 Jahre bis das erste Urteil in Schweden nur auf Grund von Fingerabdrücken gesprochen wurde. Erst in den 50er Jahren wurde dann auch die Technik entwickelt, in der Fingerabdrücke durch die chemische Ninhydrin-Methode sichtbar gemacht werden konnten, was ein bedeutender Sprung in der Kriminaltechnik war. Heute findet man in den schwedischen Registern rund 200.000 Fingerabdrücke gespeichert, die von jeder Polizeistation zur Beweisführung abgerufen werden können.

16. August 1921: Hans Asplund, der Architekt des Brutalismus
16. August 1958: Steve Sem-Sandberg, der Autor der offenen Fragen 

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 15. August 2011

Sigtuna, die Dominikaner und die Mariakyrkan

Nach rund zehn Jahren Bauzeit konnte am 15. August 1247 das Dominikanerkloster zu Ehren Marias in Sigtuna eingeweiht werden. Der katholische Dominikanerorden, der erst 1215 im französischen Toulouse entstanden war, hatte sich 1237 in Sigtuna niedergelassen und sich entschlossen, dort sein erstes Kloster in Schweden zu gründen, von wo aus die Mönche anschließend den Katholizismus im ganzen Land verbreiten wollten.

Auch wenn man das Kloster im 16. Jahrhundert während der Reformation abgerissen wurde, so sorgte es im 13. Jahrhundert für einen bedeutenden Aufschwung der Stadt, die erst 50 Jahre vorher von einem Brand nahezu vollständig zerstört worden war. Der Aufschwung war jedoch nur von relativ kurzer Dauer, da bereits Ende des gleichen Jahrhunderts Stockholm und Uppsala in nächster Nähe entstanden und der Stadt Konkurrenz machten. Nachdem Gustav Vasa dann das Kloster abreißen ließ, ging die Glanzzeit Sigtunas endgültig zu Ende.

Wenige Jahre nach dem Klosterbau begannen die Dominikaner auch die Mariakyrkan Sigtunas zu bauen, die 1530 von Gustav Vasa verschont blieb und seit dieser Zeit zur Svenska Kyrkan gehört. Die Mariakyrkan (Marienkirche), die 1255 fertig gestellt wurde, ist das älteste Gebäude Sigtunas, das heute noch vorhanden ist. Die Kirche wurde letztmals zwischen 1904 und 1905 vollständig restauriert, eine Arbeit, bei der man auch die Kalkmalereien aus dem Mittelalter wieder freilegte und nach alten Aufzeichnungen ergänzte.

15. August 1794: Elias Magnus Fries, der erste schwedische Fachmann für Pilze
15. August 1901: Der Vorname Estelle und Prinzessin Estelle von Schweden 

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 14. August 2011

Die Union von Schweden und Norwegen

Am 14. August 1814 wurde durch die Konvention in Moss Norwegen der schwedischen Krone unterstellt, ohne jedoch seine Autonomie in internen Fragen oder ihr Rechtssystem zu verlieren. Dieser Zusammenschluss wurde 1815 in den Reichsakten aufgenommen und besiegelte die Trennung von Dänemark und Norwegen. Norwegen konnte mit dieser Entscheidung sowohl seine Gesetze als auch alle seine staatlichen Einrichtungen behalten und musste lediglich den schwedischen König akzeptieren und sich in der Außenpolitik den Entscheidungen Stockholms unterwerfen.

Die Union zwischen Schweden und Norwegen, die durch die Konvention in Moss entstand, hatte Bestand bis zur norwegischen Unabhängigkeitserklärung im Jahre 1905 und beruhte darauf, dass der schwedische König Karl XIII. bei seinem Kampf gegen Dänemark-Norwegen einen erfahrenen General hatte, der sich bereits unter Napoleon bewährt hatte und als neu ernannter schwedischer Kronprinz die Geschichte Schwedens bis heute beeinflusst. Der General war kein geringerer als Jean Baptiste Bernadotte, der späteren König Karl XIV. Johan.

Der neue König wurde von Norwegen mit Unmut anerkannt und hatte zu Beginn einen sehr schweren Stand in Norwegen, das die vollkommene Unabhängigkeit anstrebte. Innerhalb weniger Jahre stellte das Land jedoch fest, dass es unter dem schwedischen König nicht wie vorher unter Dänemark, als Untertan betrachtet wurde, sondern eher als gleichmäßiger Partner einer Union, was die Zusammenarbeit der beiden Länder förderte und beiden Ländern zu Gute kam.

14. August 1571: Anders Bure, der Vater der schwedischen Kartographie
14. August 1914: Stieg Trenter und der Stockholmer Kriminalroman

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 13. August 2011

Lisa Nilsson, zwischen Jazz, Pop und schwedischer Volksmusik

Die schwedische Sängerin Lisa Nilsson wurde am 13. August 1970 in Tyresö bei Stockholm geboren und hatte ursprünglich keine Karriere als Sängerin geplant, sondern begann mit elf Jahren an der Tanzschule Lasse Kühlers, wählte im Gymnasium dann ebenfalls die Tanzausbildung und setzte schließlich mit einer professionellen Ausbildung an der Ballettakademie fort, deren Abschluss im Grunde eine sichere Zukunft als Tänzerin bietet. Aber schon als sie 17 Jahre alt war, kam Nilsson etwas auf Abwege, da sie 1987 den Talentwettbewerb Stjärnskott gewann und bereits ein Jahr später einige Fernsehauftritte und ein Schallplattenvertrag kamen.

Auch wenn Lisa Nilsson bereits vorher in der Gruppe Stage Four mitwirkte, kam der erste musikalische Erfolg erst 1989 mit dem der schwedischen Vorausscheidung zum Eurovision Song Contest, dem Melodifestivalen, bei dem sie mit ihrem Beitrag Du auf dem vierten Platz landete. Der Durchbruch ließ jedoch trotz des ersten Erfolges auf sich warten, denn die englischen Lieder Nilssons im Stil von Who's That Boy waren zu unpersönlich. Erst als Lisa Nilsson 1991 die Plattenfirma, den Texter und den Komponisten wechselte und Himlen runt hörnet aufnahm, schlug die Sängerin ein und verkaufte 450.000 Alben in Schweden.

Da Lisa Nilsson jedoch in den Folgejahren ihren Musikstil immer wieder wechselte, konnte sie an ihren Erfolg ihres ersten schwedischen Album nicht mehr anknüpfen, denn man erwartete weder Jazz noch klassische Interpretationen von Nilsson, weswegen sie bei ihren Tourneen und Auftritten auch immer wieder gebeten wurde die bereits bekannten schwedischen Lieder zu singen. Ein Aufenthalt im Frühling 2004 in Brasilien führte Lisa Nilsson zur Musik des Landes aus den 60er und 70er Jahren, einer Schallplatte, die nahezu unbemerkt blieb. Im Jahre 2009 nahm Nilsson dann ein Samba-Album in Brasilien auf, das die Kritik nur sehr eingeschränkt lobte, da man noch immer die Lisa Nilsson mit Himlen runt hörnet suchte. Im Jahr 2012 stand die Sängerin dann mit einer Hauptrolle auf der Bühne des Stockholmer Stadttheaters und 2013 präsentierte sie ihre neue Single Var är du min vän beim Allsång på Skansen in Stockholm, die ihr kommendes Album einleitet.

13. August 1645: Der Frieden von Brömsebro unter Königin Kristina
13. August 1905: Norwegen entscheidet sich gegen eine Union mit Schweden 

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Göteborger Kulturfestival 2013

Freitag, 12. August 2011

Schwedische Luftfahrt und erste Luftftransporte

Auch wenn das erste schwedische Flugzeug bereits im Jahre 1909 gebaut wurde und der erste Linienflug zwischen London und Paris 1919 verzeichnet wurde, so wurde der erste Linienflug in Schweden erst am 12. August 1920 genehmigt, ein Jahr nachdem die Firma Svenska Lufttrafik AB gegründet war. Es handelte sich dabei jedoch nicht um einen Transport von Personen, sondern es wurde Fracht auf der Linie Kopenhagen - Malmö - Warnemünde geflogen.

Die Svenska Lufttrafik AB wurde in Zusammenarbeit mit der Deutsche Luft-Reederi für Flugpost gegründet, wobei einer der ersten Flieger und Initiator des Unternehmens der spätere deutsche Luftwaffen-Chef Hermann Göring war, der 1919 nach Schweden kam und hier seine Lizenz für schwedische Passagierflugzeuge erwarb. Im ersten Halbjahr des Jahres 1920 war er beim Unternehmen auch als Flugkapitän beschäftigt, wobei er bei einem Passagierflug nach Rockelstad auch seine schwedische Frau Carin von Kantzow kennen lernte.

Nur eine Woche nach der Genehmigung des Luftverkehrs übernahm die Svenska Lufttrafik AB auch einen Linienverkehr für das Unternehmen Vattenfall zwischen Porjus und Suorva, einer Strecke von etwa 100 Kilometern. Porjus - Suorva war damit die erste innerschwedische reguläre Luftlinie auf der zwischen 1920 und 1930 über tausend Personen, 1,5 Tonnen Post und 167 Tonnen Material transportiert wurde.

12. August 1901: Adolf Erik Nordenskiöld, der Entdecker der Nordpassage
12. August 1925: Kerstin Thorvall und die sexuelle Revolution Schwedens 

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Donnerstag, 11. August 2011

Ein Rettungshubschrauber explodiert am Kebnekaise

Am 11. August 2000 verunglückte ein Rettungshubschrauber „Super Puma“ des schwedischen Militärs bei einer Rettungsaktion am Kebnekaise, dem höchsten Berg Schwedens. Nachdem einer der Rotoren erst eine Felswand streifte, stürzte der Hubschrauber anschließend etwa 50 Meter in die Tiefe und explodierte beim Aufprall. Die Besatzung aus drei Personen war unmittelbar tot. An der Absturzstelle findet man heute ein Erinnerungsschild, das an das tödliche Unglück erinnert.

Bereits am 9. August 2000 war eine Rettungsaktion eingeleitet worden, weil zwei Personen am Nordgipfel des Kebnekaise im Tarfalamassiv bei starkem Wind und Schneefall verschollen waren. Da die Bergrettung aus Kiruna die Route der Bergsteiger nicht kannte und die beiden Männer auch am nächsten Morgen noch nicht lokalisieren konnte, wurde das Militär mit seinem „Super Puma“ HKP 10 zu Hilfe gerufen. Wegen der schlechten Witterung konnte der Hubschrauber am diesem Tag jedoch nicht zur Suche eingesetzt werden.

Am Abend des 10. August konnte die Bergrettung die beiden Gesuchten dann aufspüren, wobei sie feststellte, dass der ältere der beiden Bergsteiger in so schlechtem Zustand war, dass er nur mit einem Hubschrauber abgeholt werden konnte. Als dann der Wind ab Mitternacht abnahm, konnte der „Super Puma“ um 1 Uhr 30 starten. Bereits nach sechs Minuten kam es dann zum verhängnisvollen Unfall am Bergmassiv. Noch in der gleichen Nacht wurden die beiden Bergsteiger dann von einem Rettungshubschrauber aus dem norwegischen Bodö gerettet.

11. August 1465: Kettil Karlsson ändert den Lauf der schwedischen Geschichte
11. August 1908: Torgny T. Segerstedt verändert die schwedische Gesellschaft 

Copyright: Herbert Kårlin