Samstag, 4. März 2017

Margit Nordin und der Wasalauf (Vasaloppet)

Am 4. März 1923 sollte Margit Nordin Geschichte machen und die Bedingungen des Wasalaufes, auch Vasalauf geschrieben, für die kommenden 58 Jahre verändern. Dabei wollte Nordin nichts anderes als sich selbst beweisen dass sie die legendäre 90 Kilometer lange Strecke zwischen Sälen und Mora auf Skiern schaffen konnte. Am Morgen des 4. März stand Nordin daher, neben 160 Männern, am Start und trug die Startnummer 103. Natürlich wollte keiner der Männer Nordin als Teilnehmerin sehen, denn schließlich war dies ein Lauf für starke Männer, aber nach den Statuten war es Frauen nicht verboten am Wasalauf teilzunehmen.

Margit Nordin arbeitete um diese Zeit als Gymnastiklehrerin und Krankengymnastin und ihre einzige Vorbereitung für den Wasalauf war, dass sie einen Patienten hatte, den sie nur mit Skiern an den Füssen erreichen konnte und daher längere Zeit pro Tag 30 Kilometer im Schnee zurücklegen musste. Bisweilen hatte Nordin auch schon bis zu 60 Kilometer auf den beiden Brettern gemacht, nie jedoch unter Zeitdruck. Natürlich war Margit Nordin nach zehn Stunden, neun Minuten und 42 Sekunden die letzte, die durch das Ziel ging, aber, verglichen mit dem Training ihrer Konkurrenten, war dies eine beachtliche Leistung, zumal sie lediglich 15 Minuten lang Pause gemacht hatte.

Für die Organisatoren des Wasalaufes und die anderen Teilnehmer war dies jedoch ein Zeichen dafür dass Frauen absolut nichts bei diesem Lauf zu suchen haben und sich nicht mit Männern messen können. Bei der kommenden Versammlung der Organisatoren entschied man sich daher Frauen vom Wasalauf grundsätzlich auszuschließen, ein Verbot, das erst 1979 gelockert wurde, als Frauen auch bei einem Sonderlauf teilnehmen konnten, und zwei Jahre später entschied man sich letztendlich auch Frauen voll als Teilnehmerinnen zu akzeptieren. Natürlich gab es in der Zwischenzeit immer wieder einmal Frauen, die die 90 Kilometer neben den Männern zurücklegten, aber immer verkleidet als Männer und mit angeklebtem Schnurrbart, was natürlich anschließend immer ein gefundenes Fressen für die Presse war.


Mehr zum Vasalauf (Wasalauf):
Der Vasalauf oder Wasalauf in Schweden
Gustav Vasa, der berühmteste König Schwedens
Gustav Vasa auf der Flucht
Ernst Alm, der Sieger des ersten Wasalaufs im Jahre 1922
Mora-Nisse, eine schwedische Legende des Skisports

4. März 1574: Stadthalter und Reichsrat Carl Carlsson Gyllenhielm
4. März 1824: Der schwedische Philosoph Carl Yngve Sahlin
4. März 1828: Erik Sjöberg und der Kampf gegen die literarischen Schulen
4. März 1882: Die sozialdemokratische Bewegung in Schweden
4. März 1882: Der schwedische Künstler Gunnar Widholm
4. März 1931: Die schwedische Jazzsängerin Sonya Hedenbratt
4. März 1948: Elsa Brändström, der „Sibirische Engel“ aus Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Freitag, 3. März 2017

Der schwedische Modedesigner Claes Bondelid

Claes Göran Bondelid kam am 3. März 1956 zur Welt, wechselte aus verschiedenen Gründen die Schule mehrmals und hatte im Laufe der Jahre auch mehrere verschiedene Jobs. Mit 22 verkaufte Bondelid dann Anzeigen für die neu gegründete Musikzeitschrift Schlager und gründete gleichzeitig einen Schallplattenverlag. Wenig später gründete er zudem ein Fluggesellschaft, die ihn reich machen sollte, denn er setze ganz auf das zehnjährige Jubiläum von Woodstock. Bedauerlicherweise wurde das Festival eingestellt und Bondelid musste eine andere Beschäftigung suchen. Mit einem Freund mietete der spätere Modedesigner dann einen Keller in der Altstadt Stockholms und schuf dort einen der ersten Second-Hand-Shops Schwedens mit Kleidung.

Aber es sollte für Claes Bondelid nicht beim Verkauf von gebrauchter Kleidung bleiben, denn 1979 schuf er, gemeinsam mit seiner Freundin Britt-Inger Wilhelmsson, die Bekleidungsmarke Bondelid. Das Paar interessiert sich im Grunde nicht für Mode und bot daher einen Stil an, der ihnen persönlich zusagte. Die Idee sollte sich auszahlen, denn Ende der 90er Jahre lag der Jahresumsatz bei 70 Millionen Kronen. In den Geschäftsräumen findet man heute jedoch drei Geschäfte, nämlich die Mode Bondelid, die eigene Modelinie Brittinger (Britt-Inger) und die Schuhmode Claes Göran. Die beiden Besitzer sind heute zwar kein Paar mehr, aber haben eine ausgezeichnete Zusammenarbeit.

Vor einigen Jahren wollte Claes Bondelid etwas neues schaffen, und er gründete die Firma Cleas-Göran, ohne allerdings ein klares Konzept zu haben und ohne zu wissen was er eigentlich verkaufen sollte. Letztendlich schuf er Sneakers, die während der ersten beiden Jahre nahezu unverkäuflich waren. Aber auch hier sollte sich dann das Blatt wenden, denn die Schuhmarke Claes-Göran ist mittlerweile sehr gut eingeführt und hat ein Angebot für jedes Alter, wenn auch nicht für jeden Geschmack, denn Claes Bondelid ist sich selbst treu geblieben, nämlich das zu schaffen was ihm selbst Spaß macht und ihm persönlich gefällt. Bondelid ist damit einer der wenigen Modedesigner Schwedens, die ohne entsprechende Ausbildung Erfolg haben.


3. März 1538: Svante Sture heiratet Märta Eriksdotter Lejonhufvud
3. März 1770: Johan Wilhelm Palmstruch, vom Soldaten zum Künstler
3. März 1813: Die schwedische Kolonie Guadeloupe
3. März 1813: Die schwedische Kolonie ohne schwedische Führung
3. März 1844: Leonard Bygdén und die Universitätsbibliothek in Uppsala
3. März 1906: Artur Lundkvist auf der Suche nach einer neuen schwedischen Sprache
3. März 1940: Terroristisches Attentat in Schweden
3. März 2003: Kenneth Gustafsson, bekannt unter dem Namen Kenta

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 2. März 2017

Die schwedische Künstlerin Tora Vega Holmström

Tora Vega Holmström kam am 2. März 1880 als Tochter eines Geologen in Tottarp in Skåne (Schonen) zur Welt und wuchs in einem Heim auf in dem Kunst und Kultur eine wichtige Rolle spielte. Frühe Aufzeichnungen Holmströms lassen darauf hinweisen, dass sie sie sehr früh zur Malerei neigte. Mit 16 begann Holmström in der Gipsschule in Kopenhagen dann ihre künstlerische Ausbildung, die sie ein Jahr später mit anatomischen Studien in Lund fortsetzte um schließlich ab 1900 an der Kunsthochschule Valand in Göteborg unter Carl Wilhelmson Malerei zu studieren. Die Künstlerin setzte anschließend ihre Ausbildung noch bei Adolf Hölzel in Dachau und an der Académie Colarossi in Paris fort bevor die Künstlerin 1907 nach Schweden zurückkehrte.

Während die frühen Gemälde der Künstlerin deutlich die Züge der Nationalromantik zeigen, fing Tora Vega Holmström jedoch sehr bald, und beeinflusst von ihren Reisen, auf den Modernismus und den Kubismus über um schließlich beim Expressionismus und teilweise dem Surrealismus anzukommen. Holmström griff bei ihren Gemälden insbesondere zu Pastell und Öl, wobei die Künstlerin vor allem bei den Pastellgemälden der 20er Jahre mit einer nicht-figurativen Formsprache eine ungemeine Stärke zeigt, die man um diese Zeit in ihren Ölgemälden noch vermisst.

Um sich das ganze Leben der Kunst widmen zu können, erklärte Tora Vega Holmström sehr früh dass sie weder heiraten würde noch Kinder wolle. Beides setzte sie in Tat um, schuf jedoch einen Künstlerkreis weiblicher Künstler Schwedens in dem man auch Ellen Trotzig und Ester Almqvist findet. Auch wenn Holmström auch zahlreiche religiöse Gemälde verwirklichte, die von Kritikern oft als visionär bezeichnet wurden, so wurde ihr Kennzeichen die Landschaft Skånes mit seinen Hügeln. Sehr oft findet man in diesen Gemälden auch Pferde oder Stiere, die geradezu ein Kennzeichen Holmströms wurden. Gemälde von Tora Vega Holmström, die am 28. Januar 1967 starb, findet man heute, unter anderem im Nationalmuseum in Stockholm.


2. März 1760: Christina Charlotta Cederström, eine unveröffentlichte Dichterin
2. März 1828: Frans Theodor Hedberg, ein Leben für das Theater
2. März 1851: Der schwedische Sprachforscher Axel Kock
2. März 1880: Ivar Kreuger, der meist gehasste Schwede und sein Selbstmord
2. März 1886: Die schwedische Künstlerin Agda Holst
2. März 1911: Verhütung in Schweden - eine Straftat 
2. März 1913: Die Centerpartiet (Zentrumspartei) in Schweden 
2. März 1992: Der private Fernsehkanal TV4 sendet analog

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 1. März 2017

Else Fisher, Regisseurin, Tänzerin und Schauspielerin

Else Fisher kam am 1. März 1918 als Tochter einer schwedischen Textilkünstlerin und eines norwegischen Ingenieurs in Melbourne in Australien zur Welt und kam erst mit vier Jahren nach Schweden, als der Vater mit Tuberkulose in ein Sanatorium in Norwegen kam und die Mutter mit ihren Kindern nach Stockholm zog damit sie die Familie ernähren konnte. Das Mädchen wollte sehr früh Tänzerin werden, was die Mutter ermunterte. Mit 21 Jahren beendete Fisher dann ihre Ausbildung als Tänzerin mit dem Diplom einer Tanzlehrerin und begann eine vielversprechende Karriere als Solotänzerin, die allerdings der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs nahezu beendete, auch wenn Fisher noch bei Karl Gerhards Revue Lite Gullregn auftrat und auch kleinere Auftritte akzeptierte.

Als Else Fisher 1941 Ingmar Bergman traf, begann eine engere Zusammenarbeit, wobei sie noch im gleichen Jahr ¨für ihn die Choreographie für Fågel Blå machte und dabei auch als Tänzerin auftrat. In dieser Zeit begann Fisher auch mehr und mehr als Choreographin zu arbeiten und setzte auch auf das Schauspiel, wobei Fisher dabei ihr sehr vielseitiges Talent bewies. Als Bergman nach Helsingborg ging, war geplant dass Fisher auch dort für ihn arbeite, aber als die Schauspielerin an Tuberkulose erkrankte, musste sie die Bühne gegen einen Sanatorium tauschen, was letztendlich auch die kurze Ehe mit Bergman zum Scheitern brachte. Nach ihrer Genesung arbeitete Else Fisher an mehreren Theatern, schrieb Stücke und übernahm auch häufig die Regie. Erst 1957 kam es erneut zu einer Zusammenarbeit zwischen Fisher und Bergman, als Fisher für die Choreographie von Det sjunde inseglet (Das siebente Siegel) zeichnete. 

Als Else Fisher dann am 3. März 2006 in Stockholm starb, wurde sie immer noch mehr als die Ehefrau von Ingmar Bergman gesehen, obwohl diese Ehe gerade einmal drei Jahre gehalten hatte, als als eigenständige Schauspielerin, Regisseurin, Autorin und Tänzerin. Selbst im Dramaten wird Fisher heute nur noch kurz in sieben Rollen genannt und ihre beiden Kinderbücher, die die Schauspielerin auch selbst illustrierte, sind längst vergessen, ohne dass jemand den Grund hierfür nennen könnte. Else Fisher gehört heute zu den vergessenen Künstlern Schwedens, obwohl sie in vielen Punkten viele ihrer Kollegen weit überragte.


1. März 1593: Die Kirchen-Versammlung (Kyrkomöte) von Uppsala
1. März 1638: Die erste schwedische Kolonie in Amerika
1. März 1836: Die Lehrerin und Schriftstellerin Charlotte Lindholm
1. März 1879: Der schwedische Künstler Johan Albin Johansson
1. März 1884: Der schwedische Schauspieler Harry Bergvall
1. März 1900: Ernst Alm, der Sieger des ersten Wasalaufs im Jahre 1922
1. März 1914: Tor Aulin, der Lehrer von August Strindberg
1. März 1929: Eine Straßenbahn, die mit Benzin fährt
1. März 1937: Lebenslängliche Haft für den Spion Stig Bergling

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 28. Februar 2017

Schamyl Bauman, Filmproduzent, Regisseur und Drehbuchautor

Als Schamyl Bauman am 28. Februar 1966 in Boo starb, war sein Einsatz für den schwedischen Film kaum beachtet, da Baumann nie auf bedeutende oder literarische Filme gesetzt hatte, sondern das Lustspiel und die Komödie bevorzugte, da er das schwedische Volk unterhalten wollte, und dies in einer Zeit als Alf Sjöberg, später auch Ingmar Bergman, die Richtung des schwedischen Films festlegten. Hinzu kommt dass der bekannteste Film Baumans, Swing it, magistern mit Alice Babs, in die Kriegszeit fiel als viele Schweden Angst davor hatten mit in die Geschehnisse gezogen zu werden.

Schamyl Baumann war am 4. Dezember 1893 in einer Kaufmannsfamilie in Vimmerby zur Welt gekommen und hatte nach seiner Hochschulreife an der Universität Uppsala Jura und moderne Sprachen studiert. Zum Film kam Bauman, da er vor dem zweiten Weltkrieg als Maschinist im Kino arbeitete und 1917 ein Vertrag in der Werbeabteilung einer Filmgesellschaft erhielt, um dort die Texte der Stummfilme zu übersetzen, eine Aufgabe, die er bis 1929 wahrnahm, um dann jedoch, gemeinsam mit den Brüdern Scheutz die Filmgesellschaft Europafilm zu gründen, die in den 80er Jahren in die Svensk Filmindustri einverleibt wurde. Beim ersten Film der Gesellschaft, der Komödie Kärlek och Landstorm führte Bauman auch erstmals Regie.

Im Jahre 1939 begann Schamyl Bauman eine Zusammenarbeit mit dem Filmproduzenten Anders Sandrew, die mit dem Film Swing it, magistern eingeletet wurde und zwischen 1945 und 1955 auch zu neun Komödien mit der Sängerin und Schauspielerin Sickan Carlsson führte, die alle zu einem Zuschauererfolg wurden. 1957 verließ Bauman dann jedoch plötzlich die Welt des Films um sich ganz seinen beiden Restaurants in Stockholm zu widmen. Auf diese Weise wurde Mamma tar semester der letzte von 45 Filmen, die Bauman während seines Lebens verwirklichte.


28. Februar 1819: Sophia Isberg, als Künstlerin bekannt als Jungfru Isberg
28. Februar 1912: Prinz Bertil, nahezu an der Spitze Schwedens
28. Februar 1924: Hanna Ouchterlony und die schwedische Heilsarmee
28. Februar 1960: Der schwedische Künstler Sigfrid Ullman
28. Februar 1962: Die schwedische Künstlerin Karin Mamma Andersson
28. Februar 1964: Lotta Lotass und die poetische Prosa des Surrealismus
28. Februar 1986: Der Mord des Ministerpräsidenten Olof Palme 

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Montag, 27. Februar 2017

Der schwedische Erzbischof Jakob Ulvsson

Der schwedische Erzbischof Jakob Ulvsson spielt in Schweden eine besondere Rolle, denn zum einen handelt es sich um einen katholischen Erzbischof, zum anderen den Erzbischof, der 46 Jahre lang im Amt war und damit den Rekord der Amtszeit aufstellt, und zum dritten, weil Ulvsson am 27. Februar 1477 vom Papst die Genehmigung erhielt die Universität Uppsala zu gründen, wobei der Erzbischof nur drei Jahre später auch den Buchdruck in Schweden einführte und damit eine neue Ära in Schweden einleitete, auch wenn der Katholizismus bereits 50 Jahre später in Schweden zu Grabe getragen wurde.

Jakob Ulvsson war zwischen 1430 und 1440 in Hacksta zur Welt gekommen und studierte ab 1457 in Rostock Theologie. Da Ulvsson zwischen 1465 und 1470 in der päpstlichen Kurie in Rom lebte, konnte er auch eine enge Beziehung zum damaligen Papst Paulus II. aufbauen, der ihn noch 1470 zum schwedischen Erzbischof weihte und damit den offiziellen Anwärter für das Amt überging. Als Ulvsson wenig später nach Schweden zurückkehrte, war eine seiner ersten Handlungen ein landesweites Gedenkfest zur in der katholischen Kirche verehrten Birgitta anzuordnen und sich dafür einzusetzen dass Birgitta heilig erklärt wird, was 1482 erst einmal zur Seligsprechung Birgittas führte.

Als Jakob Ulvsson im Jahre 1521 in Mariefred starb, geschah dies bereits im Umbruch zwischen Katholizismus und Reformation, denn nur zwei Jahre später wurde Gustav Vasa König Schwedens und verordnete die Reformation. Dies führte dazu, dass Ulvsson für über 300 Jahre aus der schwedischen Geschichte nahezu verschwand und erst beim 400-jährigen Jubiläum der Universität Uppsala wieder als der Gründer der Universität bedeutend und für seinen Einsatz das Wissen in Schweden zu verbreiten geehrt wurde. Auch seine Rolle als Politiker rückt seit dieser Zeit wieder mehr in die Öffentlichkeit.


27. Februar 1705: Der schwedische Naturwissenschaftler Peter Artedi
27. Februar 1862: Die schwedische Textilkünstlerin Agnes Branting
27. Februar 1869: Der Göta Kanal, vom Lastverkehr zum Tourismus
27. Februar 1921: Willy Kyrklund und die existentielle philosophische Literatur Schwedens
27. Februar 1953: Gustaf Hellström und das gesellschaftliche Leben in Kristianstad
27. Februar 1974: Der König Schwedens wird politisch entmachtet
27. Februar 1981: Die Eisenhütte Domnarvet bei Borlänge in der Krise
27. Februar 1984: Die schwedische Fußballspielerin Lotta Schelin 

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Sonntag, 26. Februar 2017

Karin Smirnoff, die unbekannte Tochter Strindbergs

Karin Smirnoff kam am 26. Februar 1880 als Tochter von August Strindberg und Siri von Essen in Stockholm zur Welt. Als die Elfjährige von der Mutter erfuhr dass die Scheidung bevorstand, reagierte Smirnoff eher beruhigt und kehrte mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern nach Finnland zurück. Noch während ihres Studiums lernte Smirnoff den Lektor der russischen Sprache an der Universität Helsinki kennen, einen späteren russischen Revolutionär, und nahm bei der Ehe im Jahre 1914 auch seinen Namen an. Wegen seiner radikalen Einstellung verlor der Ehemann seinen Lehrauftrag und vier Jahre später zog das Ehepaar nach Stockholm.

Auch wenn Karin Smirnoff nie ein Verhältnis zu ihrem Vater aufbaute, so hatte sie doch einen seiner wichtigsten Charakterzüge geerbt, nämlich keine Angst vor der Gesellschaft zu haben. Dies drückte sich vor allem dadurch aus dass Smirnoff ganz offen Gesellschaftskritik betrieb und sich sehr stark für die Rechte der Frauen einsetzte und die Homosexualität verteidigte, beides absolute Tabuthemen jener Zeit. Vor allem hinsichtlich der Homosexualität zeigte sich Smirnoff extrem offen, was vermutlich damit zusammenhing dass ihre Mutter einige Jahre mit einer offen lesbischen Frau im Haus lebte und Smirnoff daher die Vorurteile der Zeit abschütteln konnte.

In den 20er und 30er Jahren begann Karin Smirnoff in Stockholm mehrere Romane zu veröffentlichen, die zwar von der Kritik gut aufgenommen wurden, aber bald nach der Erscheinung wieder vergessen waren, denn ihr literarischer Konkurrent war August Strindberg, der diese Jahre im literarischen Schweden dominierte. Auch die Themenwahl Smirnoffs war ein Problem, da sie in ihren Werken die Frau zum Widerstand aufrief, die Gesellschaft jedoch eine reine Männergesellschaft war. Ihr Schauspiel Ödesmärkt hatte dabei das größte Problem, denn erst zehn Jahre nach der Veröffentlichung wagte sich eine Experimentalbühne in Brüssel an das Stück und die erste größere Aufführung musste bis 1999 warten, fand also erst 26 Jahre nach dem Tod der Schriftstellerin, am 10. Mai 1973, die verdiente Anerkennung, und war auch um diese Zeit, wegen dem homosexuellen Thema, noch ein Vorreiter.


26. Februar 1416: Christoph von Bayern wird König in Schweden
26. Februar 1533: König Erik XIV, der Nachfolger von Gustav Vasa 
26. Februar 1658: Der Frieden von Roskilde und das heutige Schweden 
26. Februar 1729: Anders Chydenius, ein Kämpfer für die Freiheit
26. Februar 1739: Göran Josuæ Adelcrantz und der Fall eines Hofarchitekt 
26. Februar 1814: Johan Tobias Sergel, Ritter des Vasaorden
26. Februar 1861: Die schwedische Künstlerin Fanny Brate
26. Februar 1889: Wilhelm Erik Svedelius, der erste Staatswissenschaftler Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin