Dienstag, 2. Oktober 2012

Die Hallands Nyheter werden ein Sprachrohr für die Landwirtschaft

Am 2. Oktober 1905 brachte der Buchdrucker Artur Lagerihn in Falkenberg die erste Nummer der Hallands Nyheter heraus, wobei er allerdings bereits am 13. September einige Probenummern auf den Markt gebracht hatte, die als Werbezeitungen ohne redaktionellen Inhalt gedacht waren. Aber auch die Ausgabe am 2. Oktober kam noch nicht unter dem Namen Hallands Nyheter auf den Markt, sondern nannte sich Falkenbergs-Posten und sollte ein Gegenpol zur konservativen Falkenbergs Tidning sein.

Allerdings kam die liberale Einstellung der Zeitung bei den Kunden nicht so gut wie erwartet an und als die Redaktion am 4. Januar 1909 auch noch zur neuen Rechtschreibung überging, gingen die Verkaufszahlen so zurück, dass die Zeitung noch im gleichen Jahr in Konkurs ging. Drei der früherer Teilhaber wollten jedoch den Kampf nicht so schnell aufgeben und ließen die Falkenbergs-Posten bereits am 26. November 1909 wieder zum Leben erwachen.

Die große Wende und der Aufschwung kam für die Zeitung mit dem Reichsverband der schwedischen Landwirte, der am 6. Februar 1915 gegründet worden war und der in Halland eine Möglichkeit suchte die Presse zu beeinflussen. Nach einer Wahlkreisversammlung am 28. Mai 1919 kauften daher einige der führenden Parteimitglieder Anteile an der Zeitung, was schließlich dazu führte, dass sie die Zeitung ganz übernahmen und sie bereits im Dezember des gleichen Jahres in Hallands Nyheter umtauften, eine wichtige Voraussetzung dafür, dass sie die Zeitung in ganz Halland verbreiten konnten. Bis heute sind die Hallands Nyheter, die seit 2005 dem Medienkonzern Stampen gehören, ihrer Linie treu geblieben und vertreten die liberalen Ideen der schwedischen Zentrumspartei.


2. Oktober 1870: Hilma Svedal, eine schwedische Abenteurerin aus Strömsta
2. Oktober 1908: Ingrid Albiner und die christliche Literatur
2. Oktober 1979: Die schwedische Sängerin Maja Ivarsson

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 1. Oktober 2012

Tammerfors wird von Gustav III. gegründet

Bis zur Anerkennung Finnlands durch den schwedischen Staat am 4. Januar 1918 stand Finnland noch unter einer gewissen Abhängigkeit Schweden, auch wenn bei Ende des Finnischen Krieges das finnische Reich bereits an Russland gefallen war. Als Gustav III. daher am 1. Oktober 1779 Tammerfors (Tampere) gründete, so schuf er eine Stadt über die Schweden gerade einmal 28 Jahre lang verfügen konnte, was einen bedeutenden Verlust ausmachte, da Russland der Idee von Gustav III. folge und daraus eine der bedeutendsten Industriestädte Finnlands machte.

Gustav III. hatte die günstige Lage der Stadt Tammerfors sofort erkannte, denn die Stromschnellen, die die beiden Seen Näsijärvi und Pyhäjärvi verbinden, sind rund einen Kilometer lang und und bis zu 90 Meter breit, eine Voraussetzung dafür, dass sich um jene Zeit auch eine größere Industrie ansiedeln konnte. Der Name Tammerfors wurde der Stadt nach dem vom König angelegten Damm (damber) und den Stromschnellen (fors) gegeben, was im finnischen später zu Tampere wurde.

Tammerfors sollte jedoch für Schweden, Russland und Finnland noch lange eine wichtige Rolle einnehmen, denn trotz der wachsenden Industrie und russischer Führung sprachen noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts über 5 Prozent der Bewohner der Stadt Schwedisch und hatten eigene Schulen. Und selbst bei der Schlacht von Tammerfors, die eine Wende beim finnischen Bürgerkrieg im Jahre 1918 brachte, kämpfe eine schwedische Truppe auf der Seite der finnischen Bewegung, die für ein nationalistisches Finnland kämpfte, da die Bande zwischen den beiden Ländern immer noch sehr bedeutend waren.


1. Oktober 1828: Ebba Ramsay, die Gründerin des Krankenheims Vilhelmsro
1. Oktober 1858: Das schwedische Züchtigungsrecht wird gemindert
1. Oktober 1952: Anders Larsson, der Autor mit der Neigung zum Absurden 

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 30. September 2012

Der schwedische Abenteurer Göran Kropp stürzt in den Tod

Am 30. September 2002 stürzte der schwedische Abenteurer Göran Kropp an der Sunshine Wall bei Seattle, USA, im Alter von 35 Jahren in den Tod. Nach einer Untersuchung waren mehrere Ursachen am Unfall verknüpft, unter anderem versagten vier von fünf Sicherungen, was letztendlich verursachte, dass der Bergsteiger nur etwas einem Meter vor der Spitze 21 Meter in die Tiefe stürzte und sich dabei so schwer verletzte, dass er am 2. September starb.

Göran Kropp, der bereits mit sechs Jahren den 2469 Meter hohen Galdhøpiggen in Norwegen bestiegen hatte, wurde vor allem wegen seiner Everest-Besteigung im Jahre 1996 bekannt, als er mit seiner Partnerin Renata Chlumska mit dem Fahrrad von Schweden nach Nepal fuhr, den Berg bestieg und die beiden dann mit dem Fahrrad wieder nach Schweden zurückkehrten. Allerdings mussten sie dabei einen kleinen Teil per Zug zurücklegen, da es Renata verboten war mit dem Fahrrad den Iran zu durchqueren.

Auch wenn Göran Kropp überwiegend von den höchsten Bergen der Welt angezogen wurde und auch einige der 7000er bezwungen hat, so war er jedem Abenteuer offen und hatte eine enorm gute Kondition, die er, unter anderem, dadurch gewann, das er täglich 100 Kilometer im Spurt nahm. Göran Kropp gilt noch heute als derjenige, der in Schweden das Bergsteigen populär machte und Abenteuer für Jedermann öffnete, da er nicht die Leistung in den Vordergrund setzte, sondern das Erlebnis.


Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 29. September 2012

Ein antroposophisches Krankenhaus in Schweden

Am 29. September 1985 wurde in Schweden in Järna, dem schwedischen Zentrum der Anthroposophen, die erste nordische Klinik geöffnet, die ihre Heilmethoden vollkommen nach der anthroposophischen Philosophie auslegt. Mit diesem Schritt war Schweden, nach der Schweiz und Deutschland, das dritte Land das offiziell eine alternative Klinik zuließ, ein Land, das sich sehr kritische gegenüber jeder alternativen Heilmethoden zeigt.

Die Vidarkliniken ist heute sowohl Krankenhaus, als auch Gesundheitszentrale an die man sich wegen jeder Art von Krankheit wenden kann. Die Besucher kommen aus ganz Schweden, auch wenn bis heute nicht alle Regionen des Landes bei anthroposophischen Heilmethoden die Behandlung finanzieren, eine nationale Regelung jedoch nicht möglich ist. Die anthroposophische Gesellschaft Schwedens mit Sitz in Järna verhandeln seit der Öffnung mit allen Regionen des Landes, denn ihr Ziel ist auch in anderen Gegenden Schwedens alternative Behandlungen anbieten zu können.

Bevor jedoch das Krankenhaus in Järna den anderen staatlichen und privaten Kliniken wirklich gleichgestellt wird, bleibt noch ein weiter Weg, denn auch wenn der schwedische Staat Vertrauen in die Diagnosen der Ärzte hat und die Behandlungsmethoden der anthroposophischen Allgemeinmedizin nur teilweise kritisiert, so dient die Klinik auch nach 27 Jahren nur einer akuten Aufnahme und der Rehabilitation, wobei sich die Vidarkliniken in diesem Rahmen auf die Rehabilitation von Brustkrebspatienten spezialisiert hat.


29. September 1306: Birger Magnusson und das Håtunaleken
29. September 1560: Gustav Vasa, der berühmteste König Schweden
29. September 1866: Per Hallström, der Schriftsteller der nordischen Schwermut

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Freitag, 28. September 2012

Der Untergang der M/S Estonia in der Ostsee

Der Untergang der M/S Estonia am 28. September 1994 gilt als die größte Seekatastrophe der Gegenwart im Ostseeraum, deren Geschichte im Film Baltic Storm, nach einer Geschichte der deutschen Journalistin Jutta Rabe, zu den verschiedensten Spekulationen führt, die den plötzlichen Untergang erklären sollen, auch wenn im Film die 852 Toten kaum eine Rolle spielen, sondern eine Journalistin und einer der 137 Überlebenden.

Die M/S Estonia war in der Nacht des 28. Septembers 1994 auf dem Weg von Tallinn nach Stockholm. Nachdem die ersten Unregelmäßigkeiten an Bord gegen ein Uhr nicht ernst genommen worden waren und nicht untersucht wurden, kam es durch das Eindringen von Wasser dazu, dass um 1 Uhr 20 die Motoren der Fähre aussetzten und nur zwei Minuten später der Notruf „Mayday“ dringende Hilfe anforderte. Obwohl sich zahlreiche Schiffe in der Gegend befanden, machte es die raue See unmöglich Rettungsboote zu Wasser zu lassen, was dazu führte, dass es es zu der hohen Anzahl an Toten kam.

Aus den verschiedensten Gründen wurde die offizielle Version des Untergangs, die auf menschliches Versagen zurückgeführt wurde, kaum ernst genommen und bald zirkulierten die unterschiedlichsten Verschwörungstheorien, die noch dadurch bestärkt wurden, dass mit der Fähre Kriegsmaterial für die schwedische Verteidigung transportiert wurde. Ein Attentat und eine Explosion waren daher nicht ausgeschlossen, zumal die Estonia sehr schnell sank und der offizielle Bericht der schwedischen Regierung erhebliche Lücken aufwies. Beweisen konnte man allerdings bis heute weder, dass es sich um ein Unglück handelte, noch dass ein Attentat stattfand.


28. September 1675: Die Krönung des Königs Karl XI. In der Domkirche in Uppsala
28. September 1994: Der Tod des schwedischen Musikers Pierre Isacsson
28. September 1998: Olle Länsberg, der verschollene Autor Schwedens 

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Donnerstag, 27. September 2012

Der Hafen in Helsingborg hat Geburtstag

Warum man den 27. September 1809 als den Geburtstag des Hafens von Helsingborg betrachtet, kann eigentlich niemand so richtig sagen, denn das Steinpier an dem die Schiffe damals anlegten wurde bereits 1766 gebaut, als es eine einfache Holzbrücke ersetzte, die kaum für das Anlegen von Frachtern geeignet gewesen war, und der tatsächliche Plan für den Ausbau des Hafens kam erst 1827 und führte fünf Jahre später zur offiziellen Eröffnung.

Wenn man der Geschichte Helsingborgs folgt, so stellt man auch sehr schnell fest, dass hier bereits im 9. Jahrhundert ein reger Schiffsverkehr vorhanden war, denn die Lage der heutigen Stadt zog nicht nur Fischer an, sondern auch Händler, die von hier aus einen regen Handel mit Deutschland und Holland unterhielten, auch wenn die Schiffe jener Tage noch keine ausgedehnten Hafenlagen mit festen Piers und gigantischen Kränen benötigten.

Als man zu Beginn des 19. Jahrhunderts erkannte, dass Helsingborg einen modernen Hafen benötigte, beauftragte man mit den Arbeiten Baltzar von Platen, der bereits den Göta Kanal gebaut hatte, eine Entscheidung, die man nicht bereute, denn der Architekt schuf ein Hafenbecken, das von zwei Seiten mit massiven Steinpiers versehen war, was die Anlage zur modernsten Schwedens jener Zeit machte und ein Vorbild für andere nordische Hafenanlagen wurde. Allerdings sollte Baltzar von Platen die Einweihung des Hafens durch Karl XIV. Johan nicht mehr erleben, denn er starb am 6. Dezember 1829 in Kristiania.


27. September 1777: Johan Anders Wadman, der Skalde, der an Alkoholmangel stirbt
27. September 1843: Selma Billström, die unbekannte Frauenrechtlerin
27. September 1889: Albin Ahrenberg, ein Luftpionier Schwedens 
27. September 1963: Die Möllebanan, die Eisenbahn zwischen Höganäs und Mölle

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Der Botanaische Garten in Göteborg

Mittwoch, 26. September 2012

Das erste Reagenzglasbaby Schwedens wird geboren

Auch wenn heute jedes Jahr rund 3700 schwedische Kinder nach einer künstlichen Befruchtung auf die Welt kommen, so kam das erste schwedische Reagenzglasbaby erst am 26. September 1982 in der Sahlgrenska Universitätsklinik in Göteborg zur Welt, über vier Jahre nachdem das erste Baby nach einer In-vitro-Fertilisation (IVF) in Großbritannien geboren worden war und 102 Jahre nachdem die ersten Versuche an Meerschweinchen unternommen wurden.

Allerdings bedeutete diese erste Geburt nicht, dass sich die Methode in Schweden sofort durchsetzte, denn Kirche, der Rat für Ethik und andere Gruppen widersetzten sich der Befruchtung im Reagenzglas. Und selbstverständlich kam nicht in Frage, dass die In-vitro-Fertilisation (IVF) bei Alleinstehenden oder Homosexuellen in Anwendung kam. Selbst verheiratet Paare mussten in Schweden bis zum 14. Juni 1988 warten bis die Regierung diese Art der Befruchtung gesetzlich regelte. Die ersten lesbischen Frauen mussten mit dann sogar bis 2005 warten, bevor sie auf ein Kind hoffen konnten.

Während man über die meisten ersten Kinder eines Landes, die durch eine In-vitro-Fertilisation (IVF) zur Welt kamen, immer wieder etwas lesen kann, so verschweigt Schweden dieses Kind, obwohl das Schicksal gerade dieses Kindes bemerkenswert ist. Die Eltern Marias, die in Göteborg geboren wurde, kamen aus Jugoslawien, wobei die Frau gewählt wurde, weil ihre Eileitern zerstört waren. Die Ehe scheiterte jedoch sehr bald und als Maria gerade einmal sechs Jahre alt war, wurde die Mutter vom Vater erschossen. Nach unbestätigten Quellen soll Maria danach zu Verwandten nach Jugoslawien zu Verwandten gegangen sein, wo sich die Spuren dann verlieren.


26. September 1832: Der Göta-Kanal, eine Verbindung zwischen Vänern und Vättern
26. September 1896: Aina Cederblom, schwedische Textilkünstlerin und Abenteurerin
26. September 1925: Ola Hansson, der schwedische Schriftsteller ohne Heimat 

Copyright: Herbert Kårlin