Sonntag, 2. September 2012

Johan August Gustafsson, der Bauern-Skultör aus Öland

Am 2. September 1932 starb Johan August Gustafsson in Borgholm auf Öland, ein Künstler, der nur als JAGS und als Gustav-Jon bekannt ist und der einzige der Familie war, der auf Öland blieb um dort den kleinen Bauernhof des Vaters zu übernehmen. Seine drei Brüder und die Schwester wanderten nach Australien aus um nie mehr in die ärmlichen Verhältnisse zurückzukehren. Da der Bauernhof zu wenig abwarf um davon überleben zu können, betätigte sich Gustav-Jon noch mit dem Fischfang und suchte am Strand nach Wrackteilen, die irgendwelchen Wert hatten.

Als dann die Preise für landwirtschaftliche Produkte gegen 1880 noch tiefer sanken, begann Johan August Gustafsson, der am 19. Juli 1852 in Seby auf Öland geboren worden war, sich mehr und mehr mit Erfindungen und der Schnitzerei zu beschäftigen, einem Hobby, das er bereits mit 14 oder 15 entdeckt hatte. Die Ideen zu seinen Holzfiguren entnahm er der Bibel, den Tageszeitungen, der Sagenwelt und den wenigen Büchern, die ihm in die Hände fielen. Da er keine künstlerische Ausbildung hatte, entwickelte JAGS einen völlig eigenen Stil, der erst sehr spät als Kunst anerkannt wurde und heute im JAGS-Museum in Segerstad genauer betrachtet werden kann.

Noch heute kreisen um Gustav-Jon, der mit 80 Jahren an einer Unterkühlung starb nachdem er nach Wrackteilen getaucht war, zwei Legenden. So soll JAGS nach Abbildungen, die er in der Presse sah, das erste Fahrrad auf Öland gebaut haben und damit alle Stellen der Insel besucht haben, zum anderen sei er 1897 mit seinem Ruderboot nach Stockholm aufgebrochen um dort einige seiner Werke bei der Weltausstellung zu präsentieren. Auch wenn sich heute noch einige Kritiker über den Wert seiner Kunstwerke streiten, so wurde Johan August Gustafsson auf Öland eine Legende, die niemand vergisst.


2. September 1807: Fredrika Charlotta Runeberg, die erste Journalistin Finnland
2. September 1854: Die Bomarsunds Festung auf Åland
2.September 1925: Gunnar Nilsson, in Jazzkreisen bekannt als Siljabloo 

Copyright: Herbert Kårlin

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