Samstag, 1. Dezember 2012

Die erste staatliche Eisenbahn in Schweden

Nach einem Reichstagsbeschluss von 1854 sollten die staatlichen Eisenbahnlinien, im Gegensatz zu den privaten Linien, die bereits überall im Lande entstanden waren, jeweils als Stambanan bezeichnet werden, also als Stammbahnen, die alle zentralen Stellen Schwedens miteinander verbinden. Der Bau dieser Hauptlinien begann bereits im Jahre 1856 und galt 1892 mit der Linie im höchsten Norden Schwedens als beendet.

Natürlich war der Eisenbahnbau im Jahre 1892 nicht tatsächlich abgeschlossen, aber die Hauptlinien waren vorhanden. Später gingen durch Abtretungen und Konkurse auch zahlreiche private Eisenbahnen in Staatsbesitz über und es entstanden in staatlicher Regie, vor allem im Inland, zwei größere Nebenstrecken, die dann jeweils als Inlandsbanan bezeichnet wurden. Die Kosten für die Hauptstrecken waren so enorm, dass Mitte des 19. Jahrhunderts etwa 70 Prozent der der gesamten Staatsausgaben in die Eisenbahnlinien flossen, Geld, das vor allem aus Deutschland geliehen wurde und über Jahrzehnte hinweg abbezahlt wurde.

Am 1. Dezember 1856 wurden dann die ersten beiden Stambanorna gleichzeitig eingeweiht, nämlich die Strecke von Malmö nach Lund und jene von Göteborg nach Jonsered, wobei insbesondere die Strecke von Malmö nach Lund vom ersten Tag an ein Erfolg war und bis heute die Strecke Schwedens ist, die die meisten Passagiere zählt. Dass man den 1. Dezember für die Einweihung beider Strecken benutzte, war natürlich kein Zufall, sondern man wählte sehr bewusst den Namenstag des Königs Oscar I., einen Tag, den sich jeder Schweden problemlos merken konnte.


1. Dezember 1751: Johan Henric Kellgren, erster Vorsitzender der Svenska Akademien
1. Dezember 1934: Der schwedische Adventskalender

Copyright: Herbert Kårlin

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