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Samstag, 12. Dezember 2015

Saab 92, das erste Fahrzeug des Autoherstellers Saab

Die Geschichte des Automobilherstellers Saab begann gewissermaßen am 12. Dezember 1949, als das erste Modell des schwedischen Autoherstellers vom Fließband lief, nachdem der Ingenieur Gunnar Ljungström und der Autodesigner Sixten Sason mehrere Jahre lang an diesem Projekt gearbeitete hatten und unzählige Veränderungen am Fahrzeug vorgenommen wurden. Natürlich handelte es sich bei diesem Fahrzeug um den legendären Saab 92 von dem noch heute einige über die Straßen Schwedens rollen und dabei bedeutendes Aufsehen erregen.

Natürlich war die Technik des Saab 92 nicht mit jener heutiger Fahrzeuge zu vergleichen, denn das erste Serienfahrzeug des Unternehmens Saab hatte einen Zweizylindermotor mit einem Hubraum von 764 Quadratzentimetern. Aber immerhin erreichte der Saab 92 eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 100 Kilometer die Stunde, eine Geschwindigkeit, die Greta Molander im Jahr 1952 den ersten Platz bei der Rallye in Monte Carlo einbrachte, eine unbezahlbare Reklame für den schwedischen Autohersteller.

Im Grunde war der Saab 92 aus einer Beschäftigungstherapie entstanden, denn um diese Zeit hatte der Flugzeughersteller Saab kaum Aufträge und wollte die vorübergehende Arbeitslücke mit dem Bau eines Automobils ausfüllen. Da um diese Zeit auch das Gerücht herrschte, dass Volvo  den PV 444 zu einem günstigen Preis verkaufen wolle, sparte Saab an Kosten und schaffte damit ein Auto für das Volk. Der letzte der 20.128 Saab 92, der in Schweden mehrere Spitznamen erhalten hatte, unter anderem Trollhättemoped (Trollhättanmoped), Djungeltrumma (Dschungeltrommel) und Putt-Putt, wurde im Jahr 1956 gebaut. Die Geschichte der Saab-Modelle kann im Saab-Museum in Trollhättan verfolgt werden.


12. Dezember 1752: Der schwedische Philosoph Nils von Rosenstein
12. Dezember 1849: Anders Lindeberg kämpft für ein freies Theater
12. Dezember 1853: Henrik Menander, der Arbeiterdichter Skånes
12. Dezember 1868: Axel Petersson, bekannt als Döderhultam
12. Dezember 1881: Emil Hammarlund gründet die schwedische Lehrerzeitschrift
12. Dezember 1989: Gunnar Nilson, in Jazzkreisen bekannt als Siljabloo
12. Dezember 2010: Der Tag des Weihnachtssterns in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 8. August 2013

Eine JAS 39 Gripen stürzt in Stockholm ab

Die Besucher des Stockholmer Wasserfestivals sollten am 8. August 1993 von den Kunstflügen einer JAS 39 Gripen überrascht werden, einem schwedischen Kriegsflugzeug, das im Dezember 1988 ihren Jungfernflug hatte und erst 1996 von der Luftwaffe in Dienst genommen wurde. Es sollte sich daher um eine der ersten größeren öffentlichen Vorführungen des Wunderwerks handeln, was sich jedoch nahezu in eine Katastrophe verwandeln sollte.

Die JAS 39 Gripen startete um 13 Uhr 51, aber schon wenige Minuten später zeigte der Bordcomputer Probleme. Der Pilot setzte den Flug jedoch fort, was letztendlich zum Absturz der Maschine führte, denn bei einem Wendemanöver setzte die Steuerung aus. Der Pilot konnte sich mit Hilfe des Schleudersitzes retten und, wie durch ein Wunder, wurden nur 15 Personen verletzt, da die Maschine auf einer Insel vor Stockholm beim Aufschlag explodierte und nicht in die Menschenmasse raste. Die Reaktion des Piloten war beachtenswert, denn zwischen dem Versagen des Steuers und dem Aufschlag hatte er nur Sekunden um sich zu retten.

Der Absturz der JAS 39 Gripen kam zu einem denkbar ungünstigen Moment, da die Maschine wegen der hohen Kosten bereits in die Kritik geraten war und die Presse nach dem Absturz das gesamte Projekt in Frage stellte. Die Regierung unter dem damaligen Ministerpräsidenten Carl Bildt und Saab in Linköping, reagierten jedoch schnell und benutzten ausschließlich die staatliche Nachrichtenagentur TT als offizielles Sprachrohr und ließen keinerlei Journalisten an den Unfallort. Die tatsächliche Ursache des Absturzes wurde der Öffentlichkeit nie präsentiert, falls er von den Ingenieuren überhaupt eindeutig festgestellt wurde.


8. August 1878: Krebspremiere und Krebsfeste in Schweden 
8. August 1973: Vilhelm Moberg und die schwedischen Auswanderer

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 19. Dezember 2012

Das Ende der klassischen, schwedischen Saab Automobile

Als sich im Dezember 2011 zeigte, dass weder der schwedische Staat sich für die Saab Automobile interessierte noch das amerikanische Unternehmen GM einen Verkauf an China zulassen würde, waren die Würfel für die drei Firmen Saab Automobile, Saab Automobile Tools und Saab Powertrain gefallen und dem Geschäftsführer Victor Muller blieb nur noch eine einzige Alternative, er musste am 19. Dezember 2011 den Konkurs beantragen und eine schwedische Legende ging zu Ende.

Das Saab Automobil unterschieden sich bereits von ihrer Geschichte vollständig von anderen Autos, denn das erste Fahrzeug, das 1947 gebaut wurde, war von 20 Flugzeugbauingenieuren unter der Leitung von Gunnar Ljungström gebaut worden. Dies zeigte sich vor allem an der Aerodynamik, dem Frontantrieb und dem quer liegenden Motor, Eigenschaften, die man heute als üblich betrachtet, zu jener Zeit jedoch eine Revolution war. Sehr viele spätere Automodelle haben Teile der Saab-Technik übernommen ohne dass man je das Saab-Zeichen auf ihnen finden wird.

Die Probleme für Saab Automobile begannen bereits in den frühen 70er Jahren, denn die Ingenieure wollten das optimale Fahrzeug schaffen und wurden dabei von der wachsenden internationalen Automobilindustrie überrollt. Die Leistung der Ingenieure zeigte sich nochmals im Jahre 1978 mit dem Saab Turbo, denn hier war es den Ingenieuren gelungen den ersten zuverlässigen Turbo Motor zu bauen, was dem Unternehmer einen gewissen Vorsprung und gute Gewinne brachte, bis die Konkurrenz technisch billigere Lösungen für einen Turbomotor entwickelt hatte. Auch wenn einige neue Modelle in den 90er Jahren die Kassen von Saab wieder etwas füllten, so war der Niedergang dennoch vorbestimmt, den vielleicht nur ein billigeres Saab-Modell hätte retten können.


19. Dezember 1893: Harry Blomberg und die religiöse Literatur des 20. Jahrhunderts
19. Dezember 1996: Die Schengener Abkommen in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 29. November 2012

Tom Trana, mit Volvo und einer neuen Kurventechnik zum Erfolg

Tom Trana wurde am 29. November 1937 in Kristinehamn geboren und hatte seine Liebe zu den Autos von seinem Vater geerbt, der als Ingenieur bei Albin Motor arbeitete. Noch bevor Trana hinter einem Autosteuer Platz nehmen durfte, begann er mit großem Erfolg an Motocross-Ausscheidungen teilzunehmen. Den Umstieg zur Autorallye verdankte er dann vor allem dem legendären „Autodoktor“ Einar Nyqvist, der den Fehler eines Autos bereits nach dem Motorengeräusch analysieren konnte.

Die Rallyekarriere begann für Toma Trana in den 50er Jahren, als er gemeinsam mit Einar Nyqvist und seinem Jugendfreund Gunnar Palm in der Werkstadt PV-Service einen alten Volvo in unzähligen Nachtstunden in ein Rallyefahrzeug umbaute. Bereits sein erstes Fahrzeug baute er dabei für seine persönliche Kurventechnik um, was bedeutete, das der vordere Teil des Autos tiefer liegen musste als der hintere, damit er jede Kurve mit der für ihn typischen Schleudertechnik nehmen konnte.

Von Beginn an galt Tom Trana als einer der Spitzenfahrer, der sich fast immer unter den besten im Rallysport platzieren konnte, so dass er auch bald BP als Sponsor fand, die ihm kostenlos Benzin und Öl zur Verfügung stellten. Ab 1963 fuhr Trana dann keine privaten Volvos mehr, sondern wurde von Volvo finanziert, wobei er es im Jahre 1964 mit einem PV 544 sogar zum Europameister brachte. Leider stieg Volvo 1966 aus dem Rallyesport aus und Tom Trana stieg zu Saab um, da er privat in der Klasse, die er erreicht hatte, nicht mehr konkurrenzfähig sein konnte. Der Erfolg blieb jedoch aus, bis Trana Ende der 80er Jahre wieder auf eigene Kosten einen Volvo 544 umbaute.


29. November 1927: Das erste Telefongespräch von Stockholm nach New York
29. November 1958: Der schwedische Sänger und Musiker Orup 

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 1. April 2012

Sixten Sason und die Saab-Modelle

Am 1. April 1967 starb Sixten Sason, der Industriedesigner, der den Automobilen Saab ihr Aussehen gab. Eigentlich sprach bei Sixten Sason bis zu seinem 22. Lebensjahr nichts auf eine Karriere als Industriedesigner, denn der Vater war Steinmetz und er selbst arbeitete als Flugzeugmechaniker. Design war nur sein Hobby, das er bereits in frühen Jahren pflegte, wobei mehrere seiner Designs in Motorzeitschriften abgebildet wurden. Die ersten dieser Zeichnungen hatteSason bereits mit Fünfzehn Jahren gezeichnet.

Ein Flugunglück half Sixten Sason, der am 12. März 1912 in Skövde zur Welt gekommen war,  dann auf den Sprung, denn während seiner Krankenhausaufenthalte zwischen 1934 und 1939 begann er sich ernsthaft mit Design auseinanderzusetzen und arbeitete, vom Krankenhausbett aus, für zahlreiche Zeitschriften als Illustrator. In dieser Zeit entstanden auch einige seiner visionären Industriedesigns, zum Beispiel eine Öresundbrücke und ein kreisförmiges Parkhaus, beides revolutionäre Ideen in dieser Zeit.

Nachdem er das Krankenhaus verlassen hatte, begann Sixten Sason bei Saab-Flugzeugbau als Designer zu arbeiten und wurde auch für die Illustration der Produktinformationen und Kataloge zuständig. Als dann Mitte der 40er Jahre Saab auch Automobile bauen wollte, entstand unter seiner Feder der erste Saab, der sogenannte Saab 92. In den Folgejahren zeichnete Sixen Sason dann als Chefdesigner des Unternehmens alle Folgemodelle die heute als die klassischen Saab bekannt sind. Durch seinen Tod konnte er allerdings sein letztes Saab-Geschöpf, den Saab 99 nicht mehr vom Rollband laufen sehen.


1. April 1953: Die erste männliche Krankenschwester Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Dienstag, 9. August 2011

Maud Olofsson, die ungeliebte Ministerin Schwedens

Maud Elisabeth Olofsson wurde am 9. August 1955 in einer Familie geboren in der die Politik der schwedischen Zentrumspartei im Vordergrund stand. Sie fügte sich in die gleiche politische Linie ein, um dann ihren Weg bis zur Wirtschaftsministerin und, während einer Wahlepoche, zur Zweiten Staatsministerin zu machen, der bedeutendsten Frau in der schwedischen Regierung.

Wie der schwedische Außenminister Carl Bildt verfügt auch Maud Olofsson über keinerlei akademische Bildung und zeichnet sich mehr durch ein sehr ausgeprägtes Selbstvertrauen aus. Sie geht ihren Weg ohne auf Kritik zu hören oder auf die Meinung der eigenen Parteimitglieder zu lauschen, was letztendlich auch dazu führte, dass sie im September 2011 diesen Jahres ihr Amt als Parteivorsitzende aufgeben muss und ihr Ministeramt als Wirtschaftsministerin an Annie Lööf abgeben musste..

Die Kritiken an Maud Olofsson kommen aus allen Reihen, wobei sie die Affäre Vattenfall nicht in den Griff bekam, an der heutigen Situation Saabs mitverantwortlich gemacht wird und bei jeder Krise Journalisten eine klare Antwort verweigert. In ihren eigenen Augen hat Maud Olofsson jedoch bei politischen Entscheidungen keinerlei Fehler begangen und die Kritik beruht, ihrer Meinung nach, darauf, dass sie als Frau in einer Männerdomäne handeln muss.

Maud Olofssons politische Motivation kann man am besten in ihrem autobiographischen Werk „Ett land av Friherrinor“ entnehmen, das im Juli 2010, kurz vor der letzten Parlamentswahl, auf den Markt kam. An zahlreichen Stellen des Buches findet man Hinweise auf starke Frauen im Geschlecht Olofsson, die dazu beigetragen haben die Welt zu verändern und sich durch eine außerordentliche Kraft der Überzeugung auszeichnen.

9. August 1612: Sven Bröms, ein Arzt gründet die Ockelboverken
9. August 1985: Fred Åkerström, ein schwedischer Troubadour 

Copyright: Herbert Kårlin

Göteborg Reiseführer