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Dienstag, 6. Oktober 2015

Der schwedische Künstler Einar Nerman

Einar Nerman kam am 6. Oktober 1888 als Sohn eines Buchhändlers in Norrköping zur Welt, der Stadt in der er auch eine für seine Zeit sehr freie Erziehung erhielt. Als Nerman nach einigen Schuljahren das Gymnasium abbrechen wollte um Künstler zu werden, so stieß er auf keinerlei Widerstand und sein Vater sorgte unmittelbar dafür dass der junge Nerman 1905 bei der Schule des Kunstverbands in Stockholm Malerei studieren konnte. Als die Schule nur drei Jahre später aufgelöst wurde, ging Nerman nach Paris um dort erst bei der Académie Colarossi und anschließend bei Matisse sein Studium fortzusetzen. Nach seiner Rückkehr nach Stockholm im Jahre 1910 besuchte er noch einige weitere Kunstschulen, jedoch nur bis 1912, als Nerman erneut die berufliche Richtung ändern wollte.

1912 schrieb sich Einar Nerman daher in der Schauspielschule von Elin Svensson ein und ein Jahr später nahm er zusätzliche Tanzstunden bei Anna Behle. Letztere verhalf Nerman dann auch zu Auftritten und Tourneen nach London und in die USA. Als sich der Tänzer dann in den 20er Jahren in London aufhielt, begann er Karikaturen bekannter Persönlichkeiten für die Zeitschrift The Tatler zu zeichnen, die ihn in diesem Bereich  sehr schnell bekannt machten. Ab dieser Zeit arbeitete Nerman gleichzeitig als Tänzer, zeichnete Karikaturen und begann bei Söndags-Nisse und anderen Zeitschriften zu arbeiten. Gleichzeitig illustrierte der Künstler noch Bücher von Selma Lagerlöf  und anderen Literaten seiner Zeit.

Ab den 30er Jahren kehrte Einar Nerman immer mehr zur Malerei zurück und 1936 entstand dann sein bekanntestes Bild, das jeder Schwede kennt, nämlich die Zeichnung Solstickan auf den Streichholzschachteln. Während des Zweiten Weltkriegs ging Nerman mit Familie nach Hollywood wo auch sein berühmtes Gemälde von Greta Garbo entstand, das man heute im Nationalmuseum in Stockholm findet. In den USA zeichnete er auch die größten Filmstars der Zeit für The American Journal, die den Künstler in den USA bekannter machten als in seiner Heimat. Heute gilt Einar Nerman, der am 30. März 1983 auf Lidingö starb, zu den bedeutendsten Karikaturisten Schwedens, der tausende von Zeitdokumenten in Karikaturform hinterließ.


6. Oktober 1550: Karin Månsdotter, die erste bürgerliche Königin Schwedens
6. Oktober 1820: Jenny Lind erscheint auf einem schwedischen Geldschein
6. Oktober 1821: Der schwedische Naturwissenschaftler Anders Jahan Retzius
6. Oktober 1869: Bo Bergman, zwischen Realismus und Belletristik
6. Oktober 1872: Der Sturz des Ministerpräsidenten Carl Gustaf Ekman
6. Oktober 1942: Anna Wahlgren und die Bibel für Mütter
6. Oktober 1942: Anna Wahlgren und das Barnaboken
6. Oktober 1946: Per Albin Hansson, ein Antialkoholiker als Ministerpräsident
6. Oktober 1958: Die Mosebackes Monarchie wird ausgerufen

Copyright: Herbert Kårlin

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Mittwoch, 7. Januar 2015

Die schwedische Künstlerin Anna Sahlström

Anna Sahlström kam am 7. Januar 1876 als Tochter eines Großbauern und Politikers auf Gut Sahlström, genannt Salströmsgården, in Utterbyn im Värmland zur Welt. Auch wenn der Vater, der in der Region als der Fryksdalskungen bezeichnet wurde, die Kultur stützte und Künstler auf sein Gut einlud, so versuchte er seine Kinder davon abzuhalten selbst Künstler zu werden. Als jedoch der Künstler Carl Wilhelmson auf dem Gut verweilte, wählte dieser Anna als Modell für einige seiner bekanntesten Gemälde und entdeckte dabei auch das Talent Sahlströms. Der Künstler ermunterte die junge Frau bei ihrem künstlerischem Wirken, die dem Rat Wilhelmsons auch nur zu gerne folgte.

Mit der Unterstützung von Carl Wilhelmson begann Anna Sahlström im Jahre 1905 an der Tredje Målarskolan des Stockholmer Künstlerverbands zu arbeiten. Dort hatte Sahlström nicht nur einige der bedeutendsten Maler Schwedens als Lehrer, sondern saß auch in der gleichen Klasse wie Isaac Gründewald, Einar Nerman und Gösta Sandels. Nur vier Jahre später gehörte Anna Sahlström dann auch zu jenen Künstlern Schwedens, die die Schule in Stockholm verließen um ihre Studien an der Académie Matisse in Paris zu perfektionieren.

Im Gegensatz zu anderen schwedischen Malern, die sich um diese Zeit in Paris aufhielten, brachte Anna Sahlström nur neue Techniken und die Farbenpracht mit zurück nach Schweden. Sahlström kehrte auf das elterliche Gut zurück und damit auch zu ihren früheren Motiven, der Natur Värmlands und landwirtschaftlichen Motiven, die jedoch nun in einem neuen Licht erschienen und Meisterwerke wurden die ihren Weg auch nach Paris, London und die USA fanden. Das bekannte Selbstportrait der Künstlerin findet man heute jedoch in keinem Museum, sondern im Speisesaal des Sahlströmsgården, der heute eine Mischung aus Museum, Restaurant, Hotel und einer Konferenzanlage ist.


7. Januar 1685: Jonas Alströmer bringt die Kartoffel nach Schweden 
7. Januar 1770: Carl Gustaf Tessin, Kunstsammler und Politiker
7. Januar 1926: Die Thielska Galleriet, ein Kunstmuseum in Stockholm 
7. Januar 1940: Carl Boberg, Politiker, Schriftsteller und Prediger 
7. Januar 1945: Yrsa Stenius und die Grenzen der linken Manipulation 
7. Januar 1949: Elin Wägner, eine Kämpferin für die Rechte der Frauen 
7. Januar 2004: Ingrid Thulin, von Sollefteå nach Hollywood

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 16. Januar 2012

Schwedische Streichhölzer und die Stiftung Solstickan


Am 16. Januar 1936 wurde die Stiftung Solstickan gegründet, die durch den Verkauf von Streichholzschachteln Kindern und alten Menschen eine Hilfe bieten wollte. Die Streichholzschachteln sind zu erkennen an einem weißen Jungen und dem Teil einer Sonne in der oberen linken Ecke, einer Grafik, die der Stiftung mittlerweile Einnahmen von 100 Millionen Kronen gebracht hat und dem Künstler gerade einmal 200 Kronen, obwohl es wohl kaum ein Kunstwerk gibt, das so bekannt und so oft verbreitet wurde wie jenes auf den blauen Streichholzschachteln.

Einar Nerman, der vor allem für seine Karikaturen von Künstlern bekannt wurde, stand beim Entwurf der Streichholzschachteln unter Zeitdruck und nahm daher eine seiner früheren Zeichnungen als Vorbild, nämlich Tummelisa (Däumelinchen), eine Illustration für das Märchen von H. C. Andersen. Allerdings machte er das Mädchen im Märchen zu einem Jungen und die Fackel wurde durch die Sonne ersetzt. Bereits im Februar des gleichen Jahres wurden dann die ersten Streichhölzer in diesen Schachteln verkauf und im Oktober waren 170.000 Kronen auf dem Konto der Stiftung eingegangen.

Mit den Einnahmen des Jahres 2011 wurde die Forschung über Kinder, die jeder Art von Gewalt ausgesetzt sind, finanziert, um Wege zu finden, wie diesen Kindern sinnvoll geholfen werden kann und welche vorbeugenden Maßnahmen man gegen die Übergriffe einsetzen kann. 150.000 Kronen gingen, in Form des Solstickanpreises, an Königin Silvia, da sie sich für das Los von Kindern einsetzt. Wie bereits im Jahre 2012 sollen auch die Einnahmen des Jahres 2013 vor allem Projekte stützen, die die Lebenssituation und die Gesundheit der älteren Bevölkerung Schwedens untersuchen und verbessern.

16. Januar 1940: Die finnischen Kriegskinder kommen in Schweden an

Copyright: Herbert Kårlin