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Samstag, 5. Januar 2019

Der Karikaturist und Künstler Ewert Karlsson

Ewert Karlsson kam am 6. November 1918 mit dem Vornamen Evert in Mogata bei Söderköping zur Welt und begann bereits in seiner Jugend, neben seiner Arbeit als Landwirt, Karikaturen zu zeichnen. Erst 1951, als er bereits 32 Jahre alt war, entschied sich Karlsson dann sein Hobby zur Arbeit zu machen. Er gab die Landwirtschaft auf und ging nach Stockholm, wo er, dank seines Talents, kein Problem hatte bei der Stockholms-Tidningen eine feste Anstellung als Karikaturist zu bekommen.

Als die Stockholms-Tidningen, bei der Ewert Karlsson vor allem politische Zeichnungen veröffentlichte, 1966 zu Grabe getragen wurde, wechselte der Karikaturist, der in seiner Freizeit auch als Künstler arbeitete, zum Aftonbladet, einer Abendzeitung, der er bis zu seinem Stroke im Jahr 1995 treu blieb, auch wenn seine Werke oft in mehreren Zeitungen veröffentlicht wurden, da er auch ohne Worte ein Problem innerhalb der Gesellschaft, sehr eindeutig und auf humoristische Weise ausdrücken konnte. In diesen Jahren erhielt Karlsson zahlreiche Preise für seine Arbeiten und entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Karikaturisten Schwedens des Jahrhunderts.

Als Ewert Karlsson, der seine Werke mit EWK zeichnete, am 5. Januar 2004 im Alter von 85 Jahren in Huddinge starb, waren einige seiner Werke bei weitem nicht vergessen, da seine Zeichnungen von Mao, vor allem aber Moder Jord, geradezu als Zeitdokumente gesehen und bis heute weiterhin abgebildet werden, wenn auch mehr in künstlerischen und geschichtlichen Darstellungen. Nur fünf Jahre nach dem Tod des Karikaturisten entstand in Norrköping das EWK-Museum, in dem rund 2000 seiner Zeichnungen zu finden sind. Und ein breites Spektrum seines Schaffens zeigen.


5. Januar 1559: Kristina Nilsdotter, eine starke Frau Schwedens 
5. Januar 1667: Anders Nordencrantz und die schwedische Wirtschaft 
5. Januar 1674: Ebba Brahe, die Geliebte des Königs Gustav II. Adolf 
5. Januar 1814: Polizeichef Nils Henrik Liljensparre
5. Januar 1910: Alfred Ander, vor dem Raubmord und der Guillotine
5. Januar 1919: Die Malerin und Textilkünstlerin Gerd Göran
5. Januar 1943: Die schwedischen Internierungslager ab 1943 
5. Januar 1949: Alva Myrdal, ein Leben für die Schulreform und den Frieden 
5. Januar 1960: Der Flugplatz Arlanda in Stockholm
5. Januar 1964: Der schwedische Politiker C.-H. Hermansson
5. Januar 1970: Flugzeugabsturz beim Stockholmer Flugplatz Arlanda

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 19. April 2018

Der schwedische Fabrikant John Lenning

John Lenning kam am 19. April 1819 als Sohn des Direktors der Textilfabrik Drag in Norrköping zur Welt und besuchte, da er seinem Vater als Firmendirektor folgen sollte, zwischen 1832 und 1834 das Technologische Institut in Stockholm. Bevor Lenning dann nach Norrköping zurückkehrte, bereiste er noch vier Jahre lang mehrere europäische Länder um ein Maximum über die Textilherstellung und die Bekleidungsindustrie zu erfahren. Vermutlich gegen 1853 übernahm John Lenning die Leitung der Firma, die 1954 eingestellt wurde und in der heutigen Industrielandschaft in Norrköing lag.

Unter der Leitung von John Lenning dehnte sich das Unternehmen bedeutend aus und bereits gegen 1860 arbeiteten in den Fabriken rund 400 Angestellte, was die Firma Drag zu einer der größten Textilfirmen Schwedens machte, was natürlich auch damit zusammenhing, dass Lenning in die modernsten Maschinen investierte und die Direktoren jedes Jahr ins Ausland geschickt wurden um von den dortigen Unternehmen zu lernen. Gleichzeitig dachte Lenning permanent an das Wohl der Arbeiter und unterstützte in diesem Sinn auch die gewerkschaftlichen Arbeiten.

Der Einsatz von John Lenning beschränkte sich jedoch nicht nur auf die Firmenleitung, sondern er betätigte sich auch als Politiker, mit dem Ziel einerseits die internationale Zusammenarbeit auszudehnen, unter anderem durch Zollabkommen, andererseits jedoch auch den Binnenmarkt zu schützen und zu stärken. Die arbeiterfreundliche Einstellung des Großunternehmers zeigte sich dann auch bei seinem Nachlass. Da er keine Kinder hatte, hinterließ er sein Privatvermögen zur Schaffung eines Pensionsfonds, zur Unterstützung der Ärmsten in Norrköping, der Unterstützung eines Kinderheims und auch zur Schaffung einer Webschule und eines Krankenhauses.


19. April 1552: Olaus Petri und die schwedische Reformation
19. April 1632: Sigismund, ein König nicht wie die anderen
19. April 1738: Der schwedische Bischof Johan Wingård
19. April 1864: Der schwedische Architekt Erik Lallerstedt
19. April 1868: Der Architekt Erik Julius Lallerstedt
19. April 1873: Die Künstlerin und Schriftstellerin Ruth Milles
19. April 1892: Sigfrid Lindström und die moderne Welt der Sagen
19. April 1916: Der Trollhätte-Kanal wird für den Verkehr geöffnet
19. April 1958: Von Trelleborg nach Sassnit
19. April 1986: Der schwedische Komponist Dag Wirén
19. April 2004: Per Verner-Carlsson, der Revolutionär des schwedischen Theaters

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 7. Dezember 2015

Lebenslängliche Haft für den Spion Stig Bergling

Am 7. Dezember 1979 wurde Stig Bergling, der als der bedeutendste Spions und Landesverräter Schwedens gilt, zu lebenslänglichem Gefängnis unter den härtesten Auflagen verurteilt, da man befürchtete, dass Bergling selbst vom Gefängnis aus noch Geheimnisse an den Feind verraten könne. Sämtliche Briefe des Spions wurden von der schwedischen Sicherheitspolizei Säpo zensiert und jeder Besuch und jedes Telefongespräch konnten untersagt werden wenn diese auch nur das geringste Sicherheitsrisiko für Schweden ausmachen konnten.

Allerdings sollte Stig Bergling diese Gefängnisstrafe nicht in voller Höhe abdienen, da ihm eine geradezu spektakuläre Flucht gelang, nachdem sein Angebot gegen Raoul Wallenberg ausgetauscht zu werden daran scheiterte, dass die damalige Sowjetunion erklärte, dass Wallenberg 1947 im Gefängnis gestorben sei. Wann Bergling seine Flucht plante ist ungewiss, aber als er in das Gefängnis in Norrköping verlegt wurde, erhielt er die Genehmigung Besuch von seiner Jugendfreundin Elisabeth Sandberg zu erhalten. Die Besuche häuften sich und einen Tag nach dem Mord Olof Palmes durfte das Paar im Gefängnis heiraten, was auch dazu führte, dass Bergling seine Frau einige Male, wenn auch unter gewisser Überwachung, zu Hause besuchen durfte.

Mehrere Jahre lang plante das Paar die Flucht, die bei einem Freigang am 6. Oktober 1987 in die Tat umgesetzt wurde. Das Paar durfte die Nacht gemeinsam verbringen und die Sicherheitspolizei sollte lediglich den Eingang des Hauses vom Auto aus überwachen. Die Ehefrau Berglings hatte für diese Nacht drei Autos gemietet, die an unterschiedlichen Stellen der Stadt geparkt waren. Gegen Mitternacht verließ erst die verkleidete Ehefrau das Haus und wenig später kam Bergling, verkleidet als Jogger. Da in dieser Nacht der Nebel über der Stadt lag, bemerkte die Sicherheitspolizei die Flucht erst am folgenden Nachmittag, als das Paar bereits in der russischen Botschaft in Helsinki saß um in die Sowjetunion transportiert zu werden. Am 3. August 1994 kehrte das Paar aus Krankheitsgründen jedoch nach Schweden zurück und Bergling musste weitere drei Jahre im Gefängnis verbringen.


7. Dezember 1626: Kristina von Schweden, die widerspenstige Königin
7. Dezember 1812: Der streitbare Philosoph Fredrik Georg Afzelius
7. Dezember 1967: Der Vindelälven wird zum Naturschutzgebiet
7. Dezember 2004: Gudrun Schyman verlässt die Linken Schwedens
7. Dezember 2007: Die schwedische Sängerin Marie Picasso

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Dienstag, 6. Oktober 2015

Der schwedische Künstler Einar Nerman

Einar Nerman kam am 6. Oktober 1888 als Sohn eines Buchhändlers in Norrköping zur Welt, der Stadt in der er auch eine für seine Zeit sehr freie Erziehung erhielt. Als Nerman nach einigen Schuljahren das Gymnasium abbrechen wollte um Künstler zu werden, so stieß er auf keinerlei Widerstand und sein Vater sorgte unmittelbar dafür dass der junge Nerman 1905 bei der Schule des Kunstverbands in Stockholm Malerei studieren konnte. Als die Schule nur drei Jahre später aufgelöst wurde, ging Nerman nach Paris um dort erst bei der Académie Colarossi und anschließend bei Matisse sein Studium fortzusetzen. Nach seiner Rückkehr nach Stockholm im Jahre 1910 besuchte er noch einige weitere Kunstschulen, jedoch nur bis 1912, als Nerman erneut die berufliche Richtung ändern wollte.

1912 schrieb sich Einar Nerman daher in der Schauspielschule von Elin Svensson ein und ein Jahr später nahm er zusätzliche Tanzstunden bei Anna Behle. Letztere verhalf Nerman dann auch zu Auftritten und Tourneen nach London und in die USA. Als sich der Tänzer dann in den 20er Jahren in London aufhielt, begann er Karikaturen bekannter Persönlichkeiten für die Zeitschrift The Tatler zu zeichnen, die ihn in diesem Bereich  sehr schnell bekannt machten. Ab dieser Zeit arbeitete Nerman gleichzeitig als Tänzer, zeichnete Karikaturen und begann bei Söndags-Nisse und anderen Zeitschriften zu arbeiten. Gleichzeitig illustrierte der Künstler noch Bücher von Selma Lagerlöf  und anderen Literaten seiner Zeit.

Ab den 30er Jahren kehrte Einar Nerman immer mehr zur Malerei zurück und 1936 entstand dann sein bekanntestes Bild, das jeder Schwede kennt, nämlich die Zeichnung Solstickan auf den Streichholzschachteln. Während des Zweiten Weltkriegs ging Nerman mit Familie nach Hollywood wo auch sein berühmtes Gemälde von Greta Garbo entstand, das man heute im Nationalmuseum in Stockholm findet. In den USA zeichnete er auch die größten Filmstars der Zeit für The American Journal, die den Künstler in den USA bekannter machten als in seiner Heimat. Heute gilt Einar Nerman, der am 30. März 1983 auf Lidingö starb, zu den bedeutendsten Karikaturisten Schwedens, der tausende von Zeitdokumenten in Karikaturform hinterließ.


6. Oktober 1550: Karin Månsdotter, die erste bürgerliche Königin Schwedens
6. Oktober 1820: Jenny Lind erscheint auf einem schwedischen Geldschein
6. Oktober 1821: Der schwedische Naturwissenschaftler Anders Jahan Retzius
6. Oktober 1869: Bo Bergman, zwischen Realismus und Belletristik
6. Oktober 1872: Der Sturz des Ministerpräsidenten Carl Gustaf Ekman
6. Oktober 1942: Anna Wahlgren und die Bibel für Mütter
6. Oktober 1942: Anna Wahlgren und das Barnaboken
6. Oktober 1946: Per Albin Hansson, ein Antialkoholiker als Ministerpräsident
6. Oktober 1958: Die Mosebackes Monarchie wird ausgerufen

Copyright: Herbert Kårlin

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Mittwoch, 16. September 2015

Glasskulptur in Schweden: Das Prisma in Norrköping

Wenn man von schwedischer Glaskunst und Glasdesign spricht, so denkt man in der Regel nur selten an die öffentliche Kunst, auch wenn man in Växjö bewiesen hat, dass öffentliche Glaskunst sogar einer gesamten Straße Charakter verleihen kann. Besonders beachtenswert ist jedoch das am 16. September 1967 in Norrköping eingeweihte Prisma bei dem der Künstler Vicke Lindstrand das damals weltweit größte Glasmonument im öffentlichen Raum schuf, eine Glasskulptur mit einer Höhe von 11,5 Metern, das mit einem 27 Meter tiefen Betonpfeiler verankert wurde und nachts ein grünes Licht verbreitet.

Prisma wurde aus 3500 neun Millimeter dicken Glasscheiben der Glashütte Emmaboda geschaffen und hatte seinen Vorgänger in Stuttgart, wo Lindstrand 1964 das erste seiner vier Monumentalwerke aus Glas geschaffen hatte. Für dieses erste neun Meter hohe Werk musste der Künstler mit zahlreichen Klebstoffen experimentieren, denn diese mussten nicht nur farblos sein, sondern auch gegen Hitze und Kälte resistent sein damit die Glasscheiben keinen Spannungen ausgesetzt werden. Erschwerend kommt hinzu, dass keine der Glasscheiben die gleiche Größe hat und der Künstler wochenlang an Berechnungen saß und im voraus entscheiden musste an welcher Stelle welche Glasscheibe sitzen muss.

Von den vier monumentalen Glaskunstwerken, die Vicke Lindstrand zwischen 1964 und 1975 schuf, findet man heute drei in Schweden, nämlich in Norrköping, in Umeå und in Växjö, wo allerdings die Diskussion um die Platzierung  von legend i glas, der Legende in Glas, vier Jahre lang heiß lief wurde, um letztendlich auch noch die Grundidee des Künstlers zu vernichten. Der Gedanke Lindströms bei der Schaffung seiner Werke war die moderne Zeit mit der Geschichte der Glashütten zu verbinden. Das bekannteste Glaskunstwerk Lindströms war allerdings keine der vier Monumentalskulpturen, sondern der Springbrunnen aus Glas, den er 1939 für die Weltausstellung in New York realisiert hatte.


16. September 1583: Katarina Jagellonica, Königin von Schweden
16. September 1621: Die Eroberung von Riga durch Gustav II. Adolf
16. September 1920: Dan Andersson, zwischen Arbeitergedichten und Wildmark
16. September 1920: Dan Andersson stirbt in Stockholm an Cyanidvergiftung
16. September 1962: Der schwedische Politiker Håkan Juholt
16. September 1977: Der schwedische Komiker Måns Nilsson

Copyright: Herbert Kårlin

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Montag, 10. August 2015

Der Musiker, Koch und Moderator Plura Jonsson

Per Jonsson, allgemein bekannt als Plura Jonsson, kam am 10. August 1951 in Norrköping zur Welt und zog Anfang der 70er Jahre nach Kungsholmen in Stockholm, wo er sich noch heute am liebsten aufhält. Noch kurz bevor seinem Umzug nach Stockholm hatte Plura jedoch, gemeinsam mit seinem Bruder, die Band Eldkvarn gegründet, wenn auch noch unter dem Namen Piska mig hårt, denn erst 1974 und mit zusätzlichen Mitgliedern aus Stockholm, erhielt die Gruppe den Namen Eldkvarn, mit Plura als Sänger, und entwickelte sich zu einer der bedeutendsten Bands Schwedens.

Plura Jonsson, der nicht nur der Mitgründer und Sänger von Eldkvarn war, war stark von John Mayall beeinflusst und strebte in seinen Texten eine ähnliche Tiefe an wie sein Vorbild, auch wenn er dies erst nach mehreren Jahren erreichen sollte und er damit Eldkvarn zu einer anspruchsvollen Kultband machen sollte. Mit dem großen Durchbruch von Eldkvarn in den 80er Jahren kamen dann für Plura auch Alkoholexzesse und Drogen, die selbst manche Auftritte in Gefahr brachen, da Plura sich keine Grenzen setzte, was jedoch die Zahl seiner Fans nur noch wachsen ließ, gleichzeitig aber auch seine Texte tiefsinniger machte.

Plura, der parallel auch eine, wenn auch weniger erfolgreiche, Solokarriere machte, schrieb bald auch Texte für Sven-Ingvars, Totta Näslund und Jerry Williams, die in Schweden ebenfalls als Musiklegenden gelten. Wirklich aufmerksam auf die Person Plura Jonsson wurden die Schweden dann im Jahre 2007, als Plura zur Lancierung des Albums Svart Blogg selbst ein Blog schrieb, denn im selben Jahr wurde er Sommersprecher im schwedischen Radio, ein Jahr später folgte seine Autobiografie, und wieder ein Jahr später kam auch sein erstes Kochbuch, was dazu führte, dass Plura damit eine Fernsehsendung bekam. Seit dieser Zeit ist Plura Jonsson permanent in mehreren Bereichen aktiv, denn er verfasste bereits drei Kochbücher, ist weiterhin Mitglied der Gruppe Eldkvarn, malt mit gewissem Erfolg und ist ein häufiger Gast in verschiedenen Fernsehsendungen.


10. August 1537: Das Schloss Gripsholm am Mälaren
10. August 1628: Die Vasa sinkt bei ihrer Jungfernfahrt vor Stockholm
10. August 1762: Axel Gabriel Silverstolpe, ein literarischer Revolutionär
10. August 1907: Der schwedische Sportklub IK Sirius  
10. August 1928: Hjalmar Selander und das reisende Theater Schweden
10. August 1983: Ruben Rausing, der Erfinde der Tetra Pak

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 5. Juni 2015

Der schwedische Ministerpräsident Carl Swartz

Carl Swartz kam am 5. Juni 1858 als Sohn eines Fabrikanten in Norrköping zur Welt und übernahm, nach einem Studium in Uppsala und Bonn, den Familienbetrieb, die Tabakfirma Petter Swartz. Unmittelbar nach seiner Rückkehr aus Bonn wurde Swartz auch in der Kommunalpolitik aktiv und kümmerte sich vor allem um die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung seiner Heimatstadt. Auf Grund seiner Beziehungen und seiner Leistungen gelang es dem Firmenbesitzer auch bald in mehrere staatliche Ausschüsse berufen zu werden, die ihm den Weg in eine nationale politische Karriere öffneten.

Im Jahre 1906 wurde Carl Swartz unter Arvid Lindman zum Finanzminister ernannt und war für zahlreiche Reformen verantwortlich. Unter anderem führte er eine einheitliche, progressive Einkommens- und Vermögenssteuer in Schweden ein. Und als 1917 die Regierung unter Hjalmar Hammarskjöld aufgeben musste, wurde Swartz von Gustaf V. zum Ministerpräsidenten ernannt, da der König hoffte, dass Swartz als moderater rechter Politiker das Volk beruhigen konnte, da um diese Zeit in Schweden das Gerücht kursierte, dass sich die russische Februarrevolution auch nach Schweden ausdehnen sollte.

In der Tat gelang es Carl Swartz sowohl die extrem konservative Rechte als auch die Linke zu beruhigen und Ausschreitungen zu verhindern. Auch das größte Problem Schwedens jener Zeit konnte Swartz in den Griff bekommen, die extreme Hungersnot des Jahres 1917. Während die Linken die Hungernot dazu ausnutzten wollten um ein allgemeines Wahlrecht zu erzwingen, verhandelte Swartz mit Großbritannien und konnte dadurch Lebensmittel importieren. Die Forderungen der Sozialdemokraten blockierte er durch eine taktische Maßnahme, denn er verwies auf die kommenden Wahlen im Herbst und verhinderte damit, dass der König eine neue Regierung einsetzte, sondern das Parlament entscheiden konnte. Carl Swartz führte die schwedische Regierung lediglich 203 Tage. Der Politiker starb am 6. November 1926 in Stockholm und gilt bis heute als Wohltäter Norrköpings, da er der Stadt 1912 die Villa Swartz schenkte um dort eine Bibliothek und ein Museum einzurichten.


5. Juni 1862: Allvar Gullstrand revolutioniert die Augenheilkunde
5. Juni 1964: Die Revue Gula Hund (Gelber Hund)
5. Juni 1965: Prinz Wilhelm Ludvig, ein gemeinsames Leben ohne Trauschein
5. Juni 2007: Schweden muss Alkoholkauf über Internet zulassen

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 27. Mai 2015

Der Tierpark Kolmården, der Safaripark Schwedens

Die Idee bei Norrköping einen Tierpark zu bauen, geht auf das Jahr 1962 zurück, auch wenn von der Idee bis zum ersten Spatenstich dann zwei Jahre vergehen sollten. Am 27. Mai 1965 war es dann jedoch soweit, dass der Tierpark Kolmården seine Pforten öffnete vor denen knapp 50.000 Besucher warteten, die die damals rund 200 Tiere der Anlage sehen wollten. Über 30 Jahre lange wurde Kolmården von Norrköping verwaltet, aber die ständigen Investitionen und steigenden Kosten zwangen die Stadt letzendlich dazu die Gesamtanlage im Jahre 1997 zu verkaufen. Da sich der neue Besitzer jedoch dabei übernommen hatte, wurde die Anlage im Jahr 2000 erneut verkauft und hat seither eine stabile Finanzierung.

Der Tierpark Kolmården ist mit seinen über 700 Tieren und seinen 38 von der Ausrottung bedrohten Arten der größte Tierpark des Nordens und zieht jedes Jahr über 500.000 Besucher an. Selbst wenn man in der Anlage auch exotische Tiere findet, so war die Politik des Tierparks von Beginn an nur Arten aufzunehmen, die sich dem nordischen Klima anpassen können. Mit der Übernahme Kolmårdens im Jahre 2000 setzten die Besitzer auch verstärkt auf Tiere der arktischen und temperierten Gegenden, was der Anlage mittlerweile eine besonderen Stempel aufdrückt und ihn weltweit einmalig macht.

Die größte Attraktion des Tierparks Kolmården sind das Delphinarium, das größte Europas in dem täglich mehrmals eine Delphinshow angeboten wird, der Safaripark und die Raubvogelschau, wobei es sich allerdings auch nur wenige Besucher nehmen lassen von der Seilbahn aus die Tiere zu beobachten. Die hohe Qualität Kolmårdens zeigt sich auch daran, dass hier jährlich etwa 300 Jungtiere geboren werden und mehrere davon bedrohten Arten angehören. Kolmården ist im Grunde nicht nur ein Tierpark, sondern auch ein wichtiges Forschungszentrum, auch wenn diese Arbeit hinter den Kulissen abläuft.


27. Mai 1859: Torsten Rudenschöld, der Gründer der schwedischen Volksschule
27. Mai 1873: Die Krone macht in Schweden ihren Einzug
27. Mai 1901: Artur Hazelius, das Nordische Museum und Skansen
27. Mai 1953: Die Krankenversicherung in Schweden
27. Mai 1962: Mare Kandre und der moderne Frauenroman Schwedens
27. Mai 2010: Der Käsetag in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 14. Oktober 2013

Die Entstehung der Norrköpings Tidningar

Am 14. Oktober 1758 erschien in Östergötland die erste Nummer der Norrköpings Tidningar, die damals allerdings noch den Namen Norrköpings Weko-Tidningar hatten. Die regionale Zeitung ist damit die älteste heute noch existierende Tageszeitung Schwedens, auch wenn die Besitzer wechselten und heute die Erik och Asta Sundins Stiftung die Aktienmehrheit der Zeitungsgesellschaft besitzt. Die NT, wie das Blatt allgemein genannt wird, hat heute eine Auflage von etwas über 45.000 Exemplaren täglich.

Der Initiator der Norrköpings Weko-Tidningar war Johan Edman, der die Idee hatte mit Hilfe der bereits 1723 gegründeten Druckerei seines Schwiegervaters eine Wochenzeitung herauszugeben und am 15. September 1758 dafür auch eine Genehmigung erhielt. Da es um diese Zeit jedoch noch keine Pressefreiheit gab, war die Herausgabe an zahlreiche Bedingungen geknüpft. Die grundlegende Voraussetzung für die Veröffentlichung war bereits, dass ein Priester der Stadt jeden der Artikel vorab genehmigen musste.

Ein weitaus größeres Hindernis war allerdings die Existenz der Posttidningen, die als einzige Zeitung Schwedens allgemeine Nachrichten und Informationen veröffentlichen durfte. Um jedes Problem zu vermeiden, entschied sich Johan Edman daher in der ersten Nummer sein Ziel deutlich zu beschreiben. Der Vorläufer der Norrköpings Tidningar sollte daher ausschließlich über die Stadt Norrköping berichten und hatte den Handel, die Seefahrt und Annoncen als wichtigste Themen. Entscheidend war dabei vor allem der Satz, dass die NT keinerlei Artikel mit allgemeinen Themen veröffentlichen wird, die für ganz Schweden von Interesse sein könnten.


14. Oktober 1979: Lasse Dahlquist, vom Seemann zum Sänger 
14. Oktober 2009: Der Tag der Garnelenbrötchen in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 19. September 2013

Mauritz Björck und 50 Jahre volkstümliche Erzählungen

Mauritz Björck wurde am 19. September 1882 in Vallerstad im Östergötland geboren und verbrachte die ersten 13 Jahre seines Lebens in Altorp bei seinen Großeltern mütterlicherseits, die bei ihm vermutlich den Kern für seine spätere Tätigkeit als Erzähler setzten. Als Björk dann mit 13 zu seiner Mutter nach Norrköping zog, begann er in einer Baumwollspinnerei zu arbeiten. In Norrköping traf er einige andere Jugendliche, die seine Liebe zu Erzählungen im Volksmund teilten und bald reifte daher bei ihm der Plan öffentlich damit aufzutreten.

Am 6. September 1903 mietete die kleine Gruppe dann die Bühne des Templerorden der Stadt und Mauritz Björck stand erstmals vor einem größeren Publikum und erzählte Geschichten aus dem Östergötland, natürlich in der dortigen Mundart. Der Erfolg kam unmittelbar und im Sommer 1906, anlässlich der Norrköpingausstellung, wurde Mauritz gebeten die Rolle eines Kleinbauern zu spielen, der in einem eigens dafür angeschafften Torp (kleinster Bauernhof, der oft nur gepachtet war) auftrat. Dieser Auftritt brachte Björck anschließend seinen Künstlernamen Anners Annersa på Hultet, denn der Bauernhof hatte den Namen Hultet.

Mit diesem Auftritt war Mauritz Björk einer der ersten, die in Schweden ein „Museumsdorf“, in diesem Fall nur einen kleinen Hof, zum Leben brachten, eine Aktivität, die heute hunderttausende von Touristen zu schwedischen Museumsdörfer zieht. Mauritz Björck trat anschließend noch fast 50 Jahre lang, oft mit seinen Freunden Josef Alm und Jan i Grebo, in den Volksparks in ganz Schweden auf, spielte 1909 bei einem Spielfilm mit und nahm etwa 50 Schallplatten auf. Der Autodidakt gehörte mit seinen Erzählungen in Mundart jahrelang zu den am besten bezahlten Künstlern Schwedens und starb am 26. Oktober 1961 im Alter von 79 Jahren in einem Altersheim in Varv.


19. September 1883: Hjalmar Bergman, ein Leben im Zweifel und der Unsicherheit 
19. September 1955: Carl Milles, einer der grössten Skulpteure Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 22. April 2013

Der eigenwillige schwedische Architekt Carl Bergsten

Auch wenn der schwedische Architekt Carl Bergsten am 22. April 1935 in Stockholm starb, der Stadt in der er erst an der Königlichen Technischen Hochschule Architektur studierte, einem Studium, das er mit einer Ausbildung an der Akademie für Freie Künste ergänzte, bevor er noch in Deutschland und vor allem in Wien nach modernen Einflüssen suchte, so sind seine bedeutendsten Gebäude in Norrköping zu finden, die überwiegend eine Mischung aus Wiener Architektur und Jugendstil sind.

Carl Bergsten war indes kein Architekt, der sich auf das Zeichnen und Bauen von Gebäuden festlegte, denn Bergsten war eine Mischung aus Architekt, Designer und Künstler, der in seinem Schaffen keine Grenzen kannte. Er wollte sich weder an einen bestimmten Stil halten und sah in der Architektur eine Gesamtheit. Aus diesem Grund wurde er Möbeldesigner, schuf Monogramme für Bettwäsche und wurde der Designer für den Ehering seiner Frau und ihres Hochzeitskleids, das man heute im Stadtmuseum Norrköpings bewundern kann.

Die Vielseitigkeit des Architekten Carl Bergsten zeigt sich auch an seinen verschiedenen Aufgaben, die er akzeptierte, denn von 1912 bis 1916 arbeitete er als Redakteur für die Zeitschrift Arkitektur, von 1917 bis 1925 war er verantwortlich für die Möbelabteilung des Kaufhauses NK (Nordiska Kompaniet) und wurde ein Reformator der schwedischen Einrichtung, von 1925 bis 1931 hatte er eine leitende Funktion im schwedischen Bauamt und anschließend arbeitete er als Professor für Architektur an der Kunsthochschule in Stockholm. So nebenbei hatte der Architekt auch noch ein eigenes Architekturbüro.


22. April 1672: Georg Stiernhielm, der Vater der schwedischen Skalden
22. April 1929: Funktionalismus im Stockholmer Kaufhaus NK

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 18. April 2013

Prinz Johan verzichtet zweimal auf die schwedische Krone

Als Prinz Johan am 18. April 1589 als zweiter Sohn des Königs Johan III. im Schloss in Uppsala geboren wurde, war er im Grunde nicht dazu bestimmt der nächste König Schwedens zu werden, auch wenn es das Schicksal anders wollte. Im Alter von einem Jahr wurde der Prinz zum Herzog von Finnland und zum Grafen von Åland und Bråborg ernannt. Als jedoch sein Vater zwei Jahre später starb, übernahm sein Halbbruder Sigismund die Macht, der jedoch kaum sieben Jahre später aus politischen Gründen abgesetzt wurde. In diesem Moment wurde Prinz Johan zum direkten Thronfolger.

Prinz Johan wurde jedoch in dieser Zeit, gemeinsam mit dem späteren König Gustav II. Adolf, von Herzog Karl erzogen. Als Sigismund im Jahre 1599 sein Amt verlor, sollte nun nach der Thronfolgeordnung der zehnjährige Johan die Macht übernehmen. Dieser verzichtete jedoch offiziell, aus welchen Gründen auch immer, auf die Krone, so dass sein Onkel Karl IX. an seiner Stelle gekrönt wurde. Im Gegenzug erhielt Prinz Johan mehrere bedeutende Herzogtümer, wobei er jedoch auch zeitweise an den Regierungsgeschäften teilnahm.

Als Karl IX. im Jahre 1611 starb, hatte Prinz Johan wieder eine wichtige Rolle in der Regierung, was ihm jedoch erneut nicht zur ihm zustehenden Krone verhalf, denn beim Reichstag in Nyköping wurde Gustav II. Adolf zum König ernannt und Prinz Johan musste zum wiederholten Male offiziell auf die Krone verzichten. Ein Jahr später heiratete Prinz Johan seine Cousine Maria Elisabet, aber da die Ehe sowohl kinderlos blieb als auch als sehr unglücklich galt, beschäftigte sich Prinz Johan mit der Entwicklung seiner Herzogtümer. In diesem Rahmen spielte er eine wichtige Rolle für Norrköping, Motala und Skövde, was er als König sicher nicht gemacht hätte.


18. April 1962: Jan Björklund, der Kultusminister mit militärischem Hintergrund 
18. April 1965: Der Priester, der sich für Homosexualität einsetzt

Copyright: Herbert Kårlin

Messetermine in Göteborg

Donnerstag, 31. Mai 2012

Olle Hedberg, der Autor der den Absprung verpasste

Olle Hedberg, oder genauer genommen Carl Olof Hedberg, wurde am 31. Mai 1899 in Norrköping geboren und hatte sich bereits als Kind vorgenommen Buchautor zu werden. Dennoch kam sein erstes Buch erst auf den Markt als er bereits 31 Jahre alt war und seit sieben Jahren mit der Literaturwissenschaftlerin und Autorin Ruth Hedberg, genannt Chloë, verheiratet war. Von diesem Moment an kam dann jedoch jeden Herbst ein Roman von ihm auf den Markt, mit zwei Ausnahmen.

Im Jahre 1962 gab er statt einem Roman sein autobiographisches Buch „Mitt liv var en dröm“, das eines seiner Jugendwerke enthält, heraus und 1939 veröffentlichte er, außer seinem Roman, noch das satirische Werk „Ut med blondinerna“, in dem er den aufkommenden Nazismus auf ironische Weise verurteilte. Bis zu den 60er Jahren gehörte Olle Hedberg mit zu den beliebtesten Autoren Schwedens, verlor dann jedoch den Kontakt zu seinem Publikum, das sich um diese Zeit immer weniger für Schilderungen aus dem bürgerlichen Milieu interessierte.

Auch wenn Olle Hedbergs Werke sich im bürgerlichen Milieu abspielten, so neigten seine Themen immer zur Schwermut, was eventuell damit zusammenhing, dass er bereits als Dreijähriger seinen Vater verlor und von der Mutter allein aufgezogen wurde, aber nichts ist sicher, da Olle Hedberg nur sehr wenig über seine Gedanken oder seine Gefühle öffentlich sagte. Als 1974 die einzige Tochter des Paares an einer Hirnblutung starb, zog sich Hedberg zurück und wenige Wochen später beging er Selbstmord, was spätestens beim Tode der Tochter geplant gewesen sein muss, da Olle Hedberg, noch bevor er sich tötete, alle privaten Aufzeichnungen, Fotografien, Briefe und Manuskripte, darunter auch alle Jugendwerke, verbrannte.


31. Mai 1307: Halmstad wird zur Stadt
31. Mai 1520: Gustav Vasa auf der Flucht

Copyright: Herbert Kårlin