Posts mit dem Label Enköping werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Enköping werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 11. Februar 2019

Die Skultuna Messingfabrik

Die Skultuna Messingfabrik (Skultuna Messingbruk AB) wurde bereits am 11. Februar 1607 von Karl IX. gegründet und ist eine der wenigen schwedischen Unternehmen, die bis heute überlebten. Der Hoflieferant, der gegenwärtig rund 400 Schmuck- und Haushaltsartikel anbietet, gehört damit mit zu den ältesten Messingfabriken weltweit. Zur Gründungszeit hatte das Werk allerdings ein anderes Ziel, denn um diese Zeit hatte Schweden gegenüber der Hanse enorme Schulden, die durch eine eigene Messingherstellung abgebaut werden sollten, eine der teuersten Importwaren jener Zeit.

Der Grund, warum man das Messingwerk in Skultuna anlegte, ist an seiner geografischen Lage zu suchen, denn der Ort lag am Fluss Svartå, der die nötige Wasserkraft bot, die Grube in Falun, die das Rohmaterial Kupfer lieferte, war in nächster Nähe und die Wälder in der Umgebung boten genügend Holz für die notwendige Holzkohle. Die Skultuna Messingfabrik war von Beginn an über eine größere Fläche verteilt, da man jede Werkstatt mit einer bestimmten Aufgabe betraute und Skultuna von Anfang an eine große Palette an Produkten bieten wollte. Aus dem Jahr 1619 ist heute jedoch nur noch ein Leuchter erhalten, den man in der Vårfrukyrkan in Enköping finden kann, da es sich bei den meisten Gegenständen um Gebrauchsgegenstände handelte.

Trotz eines Brandes, mehrmaliger finanzieller Probleme und anderem mehr, gelang es der  Messingfabrik Skultuna alle Probleme zu überwinden, neue Techniken anzuwenden und sich immer wieder dem wechselnden Bedarf der Kunden anzupassen. Die bedeutendste Neuerung war indes nicht technischer Natur, sondern die Tatsache, dass das Werk ab 1896 Designer beschäftigte um auf diese Weise an den Weltausstellungen 1897 in Stockholm und 1900 in Paris teilzunehmen und einige der bedeutendsten Preise für ihr Kunsthandwerk zu gewinnen. Das in Paris ausgestellte Taufbecken kann man heute im Museum in Skultuna bewundern. Die gegenwärtig angebotenen Gegenstände des Unternehmens entstammen nahezu ausschließlich Künstlerhänden, die für das Design verantwortlich sind.


11. Februar 1700: Der Beginn des Großen Nordischen Krieges
11. Februar 1744: Hedvig Taube, die erste offizielle Maitresse Schwedens 
11. Februar 1774: Hans Järta, revolutionäre Schriften und die Wandlung
11. Februar 1795: Carl Michael Bellman, der Nationalskalde Schwedens 
11. Februar 1795: Carl Michael Bellman, der Außenseiter unter den Skalden
11. Februar 1842: Der schwedische Ministerpräsident Erik Gustaf Boström
11. Februar 1874: Elsa Beskow, jedes Jahr ein neues Kinderbuch 
11. Februar 1876: Anders Bjurholm und die schwedischen Bierflaschen 
11. Februar 1958: Bertil Malmberg und die göttliche Lyrik
11. Februar 1978: Harry Martinson, ein Nobelpreisträger begeht Selbstmord
11. Februar 1987: Ebba Busch Thor und die Christdemokraten Schwedens
11. Februar 2007: Marianne Fredriksson und die christliche Frauenliteratur Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 6. August 2016

Die Schriftstellerin Irma Sankt Cyr Jonsson

Irma Sankt Cyr Jonsson wurde am 6. August 1902 als Tochter einer Gutsbesitzers bei Mellerud geboren, wuchs jedoch überwiegend bei ihren Großeltern mütterlicherseits auf Gut Irvingsholm bei Örebro auf, wo sie auch die Schule besuchte. Mit 20 kam Jonsson erstmals enger mit der Literatur in Berührung, als sie das Buch „Peter Pan und Wendy“ übersetze, das von Maj Lindman illustriert wurde, einer Künstlerin, die ebenfalls die Risbergska skolan in Örebro besucht hatte. Diese literarische Begegnung sollte für die junge Frau von größter Bedeutung werden.

Anschließend zog Irma Sankt Cyr Jonsson nach Stockholm und begann bei Bonniers als Buchhalterin zu arbeiten, eine Beschäftigung, die sie jedoch bald gegen eine Anstellung in einer Buchhandlung austauschte und zudem eine Nebenrolle im Film Bröllopet i Bränna annahm. Jonsson lernte dort ihren späteren Mann kennen, heiratete 1928 und die Familie zog bald darauf nach Enköping. Auch wenn Jonsson bereits in Stockholm ihre ersten Mädchenbücher geschrieben hatte, so wurde sie erst in Enköping zur Schriftstellerin, engagierte sich in der Lokalpolitik und in mehreren Vereinen, unter anderem im Verein der Hausfrauen und im Fredrika-Bremer-Verbund.

Irma Sankt Cyr Jonsson schrieb bis zu ihrem Tod am 30. Juli 1984 in Enköping rund 50 Bücher, überwiegend Mädchenbücher, in denen die Hauptfiguren eine Mischung aus idealer Hausfrau und selbstbewussten Frau darstellt, eine Rolle, die die Autorin selbst im Leben spielte. Die Mädchen und jungen Frauen in ihren Bücher zeigen eine Handlungskraft, sind kreativ und gehen einer für Frauen geeigneten Berufstätigkeit nach, aber auf der anderen Seite gilt für sie die Ehe als ideale Zukunft der Frau und jede Haushaltstätigkeit gilt als positiver Zug. Diese sehr traditionelle Denkweise Jonssons führte vermutlich auch dazu dass ihre Bücher heute nicht mehr aufgelegt werden.


6. August 1828: Das Vermächtnis von Charlotta Lovisa von Kræmer
6. August 1904: Die erste Straßenbahn rollt auf Schwedens Straßen
6. August 1932: Der Sturz des Ministerpräsidenten Carl Gustaf Ekman 
6. August 1933: Der erste internationale Grand Prix in Schweden
6. August 1968: Der schwedische Architekt Ivar Justus Tengbom
6. August 1973: Die schwedische Fernsehköchin Tina Nordström
6. August 1986: Beppe Wolgers, der Schriftsteller mit dem Vollbart

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 27. Dezember 2015

Der größte Stromausfall Schwedens

Am 27. Dezember 1983 erlebte Schweden den bis heute größten Stromausfall des Landes, der innerhalb von weniger als 30 Sekunden rund 4,5 Millionen Schweden stromlos machte. Die Ursache für diesen Stromausfall lag an einem Transformator bei Enköping, denn um 12.57 brach im Umspannwerk ein Brand aus, der den Unterbrecher zerstörte. Dieses Problem führte zu einer Kettenreaktion die weder zu bremsen noch zu steuern war, zumindest nicht in den bis heute in Schweden eingesetzten Anlagen, da Sicherheitsvorkehren für diese Fälle, die als extrem unwahrscheinlich gelten, sehr hohe Kosten verursachen würden.

Der Brand im Transformator verursachte dass das Schutzsystem abgeschaltet wurde, das heißt auch zwei Hochspannungsleitungen zu je 400 Kilovolt, die den Strom von Nordschweden in den südlichen Teil Schwedens brachten, vom Netz genommen wurden, was wiederum nicht nur dazu führte, dass ein Kurzschluss sämtliche Leitungen aus Nordschweden lahm legte, sondern auch alle sämtliche Kernkraftwerke, ausgenommen dem Reaktor 1 in Forsmark, keinen Strom mehr lieferten, und dies, obwohl im Grunde das gesamte Stromnetz Schwedens funktionsfähig war.

Da man jedoch nicht das gesamte Stromnetz auf einmal einschalten kann ohne erneut Probleme zu schaffen, dauerte es zwischen ein und sieben Stunden bis die Bevölkerung Südschwedens wieder über Strom verfügte. Da ein Stromausfall dieser Größenordnung natürlich nicht nur Haushalte betrifft, sondern auch Eisenbahnlinien, Krankenhäuser und tausende von Firmen, lagen große Teile Schweden auf Grund eines im Grunde simplen Problems, mehrere Stunden lahm. Die Kosten für diese Überhitzung kostete letztendlich mehrere hundert Millionen Kronen. Auch wenn einige Jahre später ein Blitzschlag erneut einen Brand in einem Transformator  verursachte, so waren Stromausfälle in Schweden seit 1983 auf weitaus kleinere Gebiete begrenzt.


27. Dezember 1813: Gustaf Adolf Reuterholm regiert Schweden
27. Dezember 1832: Anna Wästberg, Dichtung und Theater im 19. Jahrhundert
27. Dezember 1919: Die schwedische Filmindustrie SF wird gegründet
27. Dezember 1971: Das Wunder von Gottröra
27. Dezember 1973: Tobias Billström, schwedischer Migrationsminister
27. Dezember 1978: Jonas Hassen Khemiri und das multikulturelle Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden