Posts mit dem Label Bonniers werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Bonniers werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 6. August 2016

Die Schriftstellerin Irma Sankt Cyr Jonsson

Irma Sankt Cyr Jonsson wurde am 6. August 1902 als Tochter einer Gutsbesitzers bei Mellerud geboren, wuchs jedoch überwiegend bei ihren Großeltern mütterlicherseits auf Gut Irvingsholm bei Örebro auf, wo sie auch die Schule besuchte. Mit 20 kam Jonsson erstmals enger mit der Literatur in Berührung, als sie das Buch „Peter Pan und Wendy“ übersetze, das von Maj Lindman illustriert wurde, einer Künstlerin, die ebenfalls die Risbergska skolan in Örebro besucht hatte. Diese literarische Begegnung sollte für die junge Frau von größter Bedeutung werden.

Anschließend zog Irma Sankt Cyr Jonsson nach Stockholm und begann bei Bonniers als Buchhalterin zu arbeiten, eine Beschäftigung, die sie jedoch bald gegen eine Anstellung in einer Buchhandlung austauschte und zudem eine Nebenrolle im Film Bröllopet i Bränna annahm. Jonsson lernte dort ihren späteren Mann kennen, heiratete 1928 und die Familie zog bald darauf nach Enköping. Auch wenn Jonsson bereits in Stockholm ihre ersten Mädchenbücher geschrieben hatte, so wurde sie erst in Enköping zur Schriftstellerin, engagierte sich in der Lokalpolitik und in mehreren Vereinen, unter anderem im Verein der Hausfrauen und im Fredrika-Bremer-Verbund.

Irma Sankt Cyr Jonsson schrieb bis zu ihrem Tod am 30. Juli 1984 in Enköping rund 50 Bücher, überwiegend Mädchenbücher, in denen die Hauptfiguren eine Mischung aus idealer Hausfrau und selbstbewussten Frau darstellt, eine Rolle, die die Autorin selbst im Leben spielte. Die Mädchen und jungen Frauen in ihren Bücher zeigen eine Handlungskraft, sind kreativ und gehen einer für Frauen geeigneten Berufstätigkeit nach, aber auf der anderen Seite gilt für sie die Ehe als ideale Zukunft der Frau und jede Haushaltstätigkeit gilt als positiver Zug. Diese sehr traditionelle Denkweise Jonssons führte vermutlich auch dazu dass ihre Bücher heute nicht mehr aufgelegt werden.


6. August 1828: Das Vermächtnis von Charlotta Lovisa von Kræmer
6. August 1904: Die erste Straßenbahn rollt auf Schwedens Straßen
6. August 1932: Der Sturz des Ministerpräsidenten Carl Gustaf Ekman 
6. August 1933: Der erste internationale Grand Prix in Schweden
6. August 1968: Der schwedische Architekt Ivar Justus Tengbom
6. August 1973: Die schwedische Fernsehköchin Tina Nordström
6. August 1986: Beppe Wolgers, der Schriftsteller mit dem Vollbart

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 22. Januar 2012

August Strindberg erhält den Anti-Nobelpreis

August Strindberg, der am 22. Januar 1849 auf Riddarholmen in Stockholm geboren wurde, wurde nicht erst nach seinem Tode zu einer, wenn auch sehr umstrittenen, Symbolfigur unter den schwedischen Schriftstellern, denn bereits am 22. Januar 1912, nur wenige Monate vor seinem Tode, feierten bereits rund 10.000 Personen mit einem Fackelzug, der vor seiner Wohnung endete, den 63. Geburtstag des Autors, eine Ehre, die nur wenigen Schriftstellern Schwedens zuteil wurde. Gleichzeitig wurde ihm für seine Leistungen der Anti-Nobelpreis vergeben, da ihm entsprechende Preise von der herrschenden Gesellschaft nicht gegeben wurden.

Als Dramatiker erreichte August Strindberg seinen Durchbruch mit dem Stück Mäster Olof (Meister Olov), das er im Jahre 1872 begann und erfolglos bei der Svenska Akademien einreichte. Auch das Königliche Theater wollte sein für die Zeit revolutionäres Stück über den schwedischen Reformator Olaus Petri nicht in der eingereichten Form riskieren. Fünfmal reichte er es dann in veränderter Form beim Kungliga teatern ein, jedes Mal wurde es aus unterschiedlichen Gründen abgelehnt. Erst später erkannte man die Tragkraft dieses Meisterwerkes, das 1881 am Nya Teatern erstmals aufgeführt wurde.

Kurz vor seinem Tode am 14. Mai 1912 verkaufte August Strindberg die schwedischen Rechte an seinen Werken an den Albert Bonniers Förlag für 200.000 Kronen. Bonniers kaufte dann nahezu gleichzeitig auch noch sämtliche Rechte an seinen Werken, die bei anderen Verlagen lagen, was sich wirtschaftlich als sehr gute Investition erwies, denn als Bonniers nach dem Tode Strindbergs die Gesamtwerke in 55 Bänden auf den Markt brachte, wurden innerhalb von 20 Jahren bereits 1,7 Millionen Bücher in einem Werte von über zehn Millionen Kronen verkauft.

22. Januar 1922: Elsa Andersson, die erste Fallschirmspringerin Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 16. November 2011

Expressen, die Zeitung gegen den Nationalsozialismus

Die schwedische Abendzeitung Expressen erschien erstmals am 16. November 1944 und sollte den nationalsozialistischen Strömungen der schwedischen Pressewelt einen Gegenpol bieten. Um das Aftonbladet, das sich in seinen Artikeln extrem nazifreundlich zeigte, auszustechen, sollte Expressen, auf Wunsch des ersten Chefredakteurs, Carl-Adam Nycop, nicht nur gegen Die Hitlerpropaganda arbeiten, sondern auch durch eine große Anzahl an Fotos eine breite Leserschicht anziehen.

Der Expressen gehörte vom ersten Tag an dem Bonnierskonzern, der während der Kriegsjahre und den Folgejahren ein fortschrittliches Denken hatte, was sich auch am Expressen zeigte, der die ersten Jahre von der amerikanischen und britischen Sensationspresse inspiriert war. Um eine Sensation am schnellsten zu veröffentlichen, stellte Bonniers einen bedeutenden Stab an Journalisten ein, deren Hauptaufgabe es war sensationelle, jedoch wahre, Neuigkeiten zu beschaffen, was sich jedoch im Laufe der Jahre immer mehr dazu entwickelte, dass der Wahrheitsgehalt dabei teilweise auf der Strecke blieb.

Expressen ist heute, nach dem Aftonbladet, die zweitgrößte Abendzeitung Schwedens und spricht vor allem den „Mann auf der Straße“ an, der in kurzen Artikeln und möglichst bebildert die Skandale der Oberschicht sucht. Auch wenn Expressen seit den 90er Jahren immer weiter politisch nach rechts gedriftet ist, deckten einige Journalisten immer wieder heiße Eisen der Gesellschaft auf, hatten jedoch wegen Falschmeldungen auch zahlreiche rechtliche Probleme. Teile des Expressen werden auch in den Abendzeitungen GT und Kvällsposten übernommen, die ebenfalls zu Bonniers gehören.

16. November 1779: Pehr Kalm, ein Apostel des Botanikers Carl von Linné
16. November 1912: Volksbildung wird in Schweden zur Arbeiterbewegung


Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg