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Dienstag, 15. Januar 2019

Per Ahlmark, schwedischer Politiker und Schriftsteller

Per Ahlmark kam am 15. Januar 1939 als Sohn eines Ärztepaares in Stockholm zur Welt und zeigte im Jahre 1956 erstmals sein politisches Engagement. Gemeinsam mit dem Mitschüler Hans Hederberg forderte er die Freistellung vom damals obligatorischen Morgengebet vor Schulbeginn und wandte sich damit an die damalige schwedische Regierung. Auch wenn sein Antrag abgelehnt wurde, so konnte er damit eine öffentliche Debatte zu diesem Thema in der Presse erreichen, was nur wenige Jahre später dazu führte, dass es Schülern grundsätzlich freigestellt wurde am Morgengebet teilzunehmen oder nicht.

Die politische Karriere Per Ahlmarks begann jedoch erst mit seiner Mitgliedschaft im Jugendverband der Volkspartei (Folkpartiet), die zur Mitgliedschaft in der Volkspartei, 1975 zum Vorsitz der Partei und zu späteren Ministerposten führte. Während Ahlmark sich in den 60er Jahren stark für die Abschaffung des Zweikammersystems interessierte, kämpfte er in der ersten bürgerlichen Nachkriegsregierung als Minister vor allem darum die Arbeitslosigkeit zu senken, wobei er beweisen konnte, dass auch bürgerliche Parteien dabei Erfolg haben können, was die Sozialdemokraten immer bestritten hatten. Nach dem Selbstmord seiner damaligen Partnerin, Maude Adelson, im Jahre 1977 geriet der Politiker jedoch in eine schwere Depression und brach seine politischen Ambitionen vollständig ab.

Nach seinem Rückzug aus der Politik engagierte sich Per Ahlmark beim Svenska Filminstitutet SF und später auch an der Elie Wiesel Foundation, setzte seine Energie jedoch vor allem in die Schriftstellerei, die nicht nur aus politischen Werken bestand, die sehr deutlich die schwedische Linke als Feind der Demokratie darstellten, sondern er schrieb auch aus drei Gedichtbände und einem Roman, und schrieb zahlreichen Artikeln in verschiedenen liberalen und rechts orientierten Zeitungen. Seine Nähe zu Israel drückte der Politiker und Schriftsteller auch dadurch aus, dass er, gemeinsam mit seiner Ehefrau, die Werke des israelischen Poeten Yehuda Amichai übersetzte.


15. Januar 1860: Der schwedische Künstler Oscar Björk
15. Januar 1866: Nathan Söderblom,Träger des Friedensnobelpreises
15. Januar 1869: Der schwedische Künstler Alfred Bergström
15. Januar 1886: Henning Hamilton und die Hamiltonaffäre

15. Januar 1909: Die schwedische Künstlerin Eva Bonnier 
15. Januar 1912: Sven Hedin, Abenteurer und Schriftsteller in fernen Ländern
15. Januar 1986: Josef Högstedt, der beliebte Lyriker Pälle Näver
15. Januar 1987: Der mysteriöse Tode von Carl Algernon
15. Januar 1989: Der Tag der Tulpen in Schweden
15. Januar 2005: Sven Christer Swahn, von der Lyrik bis Science Fiction

15. Januar 2006: Die schwedische Piratenpartei (Piratpartiet)

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 21. Mai 2016

Der schwedische Filmer Gustaf Boge

Gustaf Boge wurde am 21. Mai 1891 in Göteborg geboren und begann seine Karriere als Filmer und Regisseur im Jahre 1916, als er bei Mauritz Stillers Film Kärlek och journalistik hinter der Kamera stand, einer glücklichen Liebesgeschichte der Stummfilmzeit. Auch für Stillers Filme Herr Arnes pengar (1919) und Johan (1921) stand Boge hinter der Kamera, allerdings beide Male als zweiter Kameramann, obwohl er bereits in Victor Sjöströms Film Karin Ingmarsdotter des Jahres 1920 als erster Kameramann beschäftigt gewesen war.

In den gleichen Jahren entwickelte sich Gustaf Boge auch zu einem der ersten Filmjournalisten, denn zwischen 1920 und 1956 lieferte er eine bedeutende Menge an Beiträgen zum SF-Journalen, der wöchentlichen Revue, die in den schwedischen Kinos der Svensk Filmindustri vor Beginn der Hauptfilme gezeigt wurden. Seine bekannteste und wichtigste filmhistorische Arbeit erfolgte in diesem Rahmen in den Jahren 1923 und 1924, als Boge, gemeinsam mit dem Schriftsteller Sigfrid Siewerts, im Auftrage der Svenska Filmindustrin eine Reise um die Welt unternahm und diese filmisch dokumentierte.

Gustaf Boge war bis zu den 40er Jahren einer der gefragtesten Kameramänner Schwedens, der nicht nur die Augen eines Kameramanns hatte, sondern auch als Journalist, Regisseur und Filmer eine bedeutende Erfahrung aufwies. Zwischen 1930 und 1948 hatte Boge eine enge Zusammenarbeit mit Prinz Wilhelm und schuf dabei die sogenannten Landschaftsschilderung, die ein Bild Schwedens jener Epoche zeigen. Nach Ende dieser Produktion ging Gustaf Boge leider mehr und mehr auf den Industriefilm und Reklamefilme über und legte die Dokumentation, die seine gröbste Stärke war, zur Seite.


21. Mai 1085: Knut der Heilige verleiht Helsingborg die Stadtrechte
21. Mai 1742: Lars Roberg, der Gründer des Akademiska Sjukhuset
21. Mai 1751: Gudmund Jöran Adlerbeth und die gustavianische Epoche Schwedens
21. Mai 1800: Carl August Ehrensvärd, ein Admiral als Künstler
21. Mai 1875: Sophia Isberg, als Künstlerin bekannt als Jungfru Isberg
21. Mai 1894: Der schwedische Künstler Kurt Jungstedt
21. Mai 1949: Björn Ranelid, die Selbstüberzeugung in Person
21. Mai 1968: Der schwedische Künstler Bror Hjorth
21. Mai 1975: Marit Bergman und die Popkolonie für Mädchen
21. Mai 2010: Die schwedische Sängerin Anna-Lena Löfgren

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Montag, 3. November 2014

Die Filmstadt Sergel in Stockholm

Die Geschichte der Filmstadt Sergel (Filmstaden Sergel) geht im Grunde zurück in die 40er Jahre, als der Plan auftauchte am Hötorget im zentralen Stockholm das Stadttheater zu bauen und die Sergelsgatan zu einer der wichtigsten Fußgängerzonen der schwedischen Hauptstadt zu gestalten. Die Glasfassade am Hötorget sollte einen Blick in das beleuchtete Foyer des Theaters bieten. Aber die Pläne realisierten sich nie und in Hötorgcity entstand letztendlich lediglich ein kleinerer Theatersaal, das Sergelteatern, das jedoch nie eine Theaterbühne wurde, sondern sich in einen Kinosaal verwandelte.


Auch die eindrucksvolle Glasfassade von Hötorgcity entstand daher erst Mitte der 90er Jahre, gleichzeitig mit dem Bau einer der größten „Filmstädte“ Schwedens, der Filmstadt Sergel, die heute über 14 Kinosäle verfügt in denen 2667 Filmliebhaber gleichzeitig Platz finden. Die Einweihung der Filmstaden fand am 3. November 1995 statt, wobei man unter dem gigantischen Kino nicht nur ein Parkhaus findet, sondern auch die unterirdische Markthalle des Hötorget, auf dem zusätzlich an allen Wochentagen bis zu 50 Markthändler ihre Waren anbieten.

Als die Filmstaden Sergel gebaut wurde, hatte man den alten Kinosaal Sergelteatern nicht vergessen und der zuständige Architekt bettete ihn im Gesamtprojekt ein, was den Kinobesuchern ermöglicht auch heute noch in einem bereits historischen Kinosaal moderne Filme zu sehen. Allerdings gehört das gesamte Gebäude der Stadt Stockholm und die SF Bio sind lediglich Mieter der Kinosäle. Verlässt man die Filmstaden Richtung Hötorget, so findet man dort sowohl die bekanntesten Hochhäuser Stockholms als auch das Kaufhaus PUB aus dem Jahr 1916 und das von Ivar Tengbom in den 20er Jahren gebaute Konzerthaus.


3. November 1896: Gustaf Tenggren, von Trollen zu Disneys Pinocchio
3. November 1902: Die Göteborgs-Tidningen (GT) erscheint zum ersten Mal
3. November 1905: Der schwedische Schauspieler Sigge Fürst
3. November 1911: Der schwedische Kapellmeister William Lind

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 5. Juli 2014

Karin Swanström und der schwedische Film

Als Karin Swanström am 5. Juli 1942 in Stockholm starb, gehörte sie zu den wenigen Frauen des schwedischen Filmgeschehens, die durch ihre Hintergrundarbeit einen der wichtigsten Beiträge für die Entwicklung des schwedischen Films geleistet hat, da sie zwischen 1933 und 1941 für die gesamte Produktion der Svensk Filmindustri (SF) zeichnete. Swanström führte damit den Tonfilm in Schweden ein, der Ingrid Bergman unsterblich machte, und unter ihr bekam Ingmar Bergman seine ersten Chancen im schwedischen Film.

Karin Swanström war am 13. Juni 1873 in Norrköping geboren worden und lernte ab 1890 an der Schauspielschule des Dramaten in Stockholm den Beruf der Schauspielerin. Nach einigen Jahren in reisenden Theatergesellschaften gründete Swanström 1906 ihre eigene Gruppe, die sowohl klassische Dramen als auch humoristische Stücke präsentierte. 1920 gab Swanström das Theater auf um zur wachsenden Filmindustrie Schwedens zu wechseln, wobei sie hier sowohl als Schauspielerin als auch als Regisseurin für Stummfilme zu arbeiten begann.

Ihren Einstieg als Filmschauspielerin machte Karin Swanström im Jahre 1921 als Fürstin Ivanovna Stefanovna Barantscheff in Mauritz Stillers Film De landsflyktige. Dieser weiblichen Hauptrolle sollten rund 50 weitere tragende Filmrollen folgen bis Swanström 1933 bei der Svensk Filmndustri (Schwedische Filmindustrie) angestellt wurde und entschied was in den Studios Filmstaden (Filmstadt) in Råsunda gedreht wurde, den damals führenden Filmstudios Schweden in denen auch Gustaf Molander und Weyler Hildebrand arbeiteten. Nur ein Jahr vor ihrem Tod musste Swanström jedoch von ihrem Amt zurücktreten, vermutlich auf Grund eines Plagiats.


5. Juli 1568: Die erste bürgerliche Königin Schwedens: Karin Månsdotter
5. Juli 1793: Der schwedische Maler Alexander Roslin
5. Juli 1874: Der schwedische Künstler Fritz Lindström
5. Juli 1919: Karl Alfred Melin, der Dichter der Schären des Södermanlands
5. Juli 1987: Eine Fokker F-28 landet auf dem Flughafen Emmaboda

Copyright: Herbert Kårlin

Way Out West, Musik in Göteborg Göteborger Kulturfestival 2013

Donnerstag, 27. Dezember 2012

Die schwedische Filmindustrie SF wird gegründet

Am 27. Dezember 1919 wurde durch einen Zusammenschluss der Firmen Svenska Biografteatern, das sowohl über Studios als auch mehrere Kinos verfügte, und der Filmindustri AB Skandia, das in den gleichen Sparten aktiv war, die AB Svensk Filmindustrie, die allgemein nur unter den beiden Buchstaben SF bekannt ist, gegründet und seit 1983 zum Medienkonzern Bonnier gehört, das in sechzehn Ländern arbeitet, insgesamt etwa 175 Firmen besitzt und den nordischen Medienmarkt dominiert.

SF oder Svensk Filmidustri wurde in den 50er und 60er Jahren in ganz Europa ein Begriff, da das Unternehmen sämtliche Ingmar Bergman Filme produzierte und vertrieb und dann in den 70er und 80er Jahren die Bücher Astrid Lindgrens verfilmte und international vermarktete. Unter der Leitung der Familie Bonniers trennte sich später die Kinokette SF Bio AB ab, die heute über die absolute Mehrheit der schwedischen Kinos verfügt und über Video on Demand über Kabel Filme in ganz Skandinavien anbietet.

Die publikumträchtigsten Errungenschaften von Svensk Filmindustri waren jedoch nicht die Kinos als solches und die Studios, die nicht immer mit Gewinn arbeiteten, sondern das sogenannte Filmjournal, das das Svenska Biografteatern bereits im Jahre 1914 eingeführt hatte und damit ein Filmjournal nach dem Model des französischen Pathé-film entwickelt hatte. Rund 50 Jahre war dieses SF-journalen die Nachrichtenquelle aller Schweden, denn nur im Kino konnte man vor den Filmen das wöchentliche Journal mit Nachrichten aus der ganzen Welt verfolgen.


27. Dezember 1832: Anna Wästberg, Dichtung und Theater im 19. Jahrhundert
27. Dezember 1978: Jonas Hassen Khemiri und das multikulturelle Schweden 
27. Dezember 1991: Das Wunder von Gottröra

Copyright: Herbert Kårlin