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Sonntag, 27. November 2016

Der schwedische Glaskünstler Vicke Lindstrand

Vicke Lindstrand kam am 27. November 1904 mit dem Vornamen Viktor als Sohn eines Malers in Göteborg zur Welt und machte nach dem Hauptschulabschluss eine Lehre als Buchbinder, was ihn jedoch wenig begeisterte, denn noch 1918 schrieb er sich in Abendkursen der Schule der Slöjdföreningen ein um sich zum Werbezeichner auszubilden zu lassen. Nach Ende der Ausbildung zeichnete Lindstrand acht Jahre lang Werbeschilder und arbeitete zudem als Karikaturist für die Göteborgs-Posten und die Göteborgs Handels- och Sjöfartstidning. Als Lindstrand 1928 den Glasdesigner Simon Gate traf, sollte der Künstler jedoch seine Berufung finden, denn Gate verhalf ihm zu einer Anstellung bei der Glashütte Orrefors.

Die erste Zeit arbeitete Vicke Lindstrand in verschiedenen Bereichen von Orrefors und arbeitete, unter anderem, auch mit Edward Hald und Elsa Gullberg zusammen. Sehr bald begann er jedoch mit den verschiedensten Glastechniken zu experimentieren und erneuerte die Techniken die bis dahin bei Orrefors angewendet wurden. Der Durchbruch kam für Lindstrand dann bereits im Jahre 1939, denn nachdem er zwei Jahre vorher bereits die Glasfenster des Konzerthauses in Göteborg und die Fenster der Dreifaltigkeitskirche in Gävle geschaffen hatte, stellte er nun das Fenster Tekniken och Framtiden bei der Pariser Weltfachausstellung und schuf seine erste Skulptur, einen Springbrunnen aus Kristall, den er im gleichen Jahr in der Weltausstellung in New York präsentierte.

Auch als Vicke Lindstrand zwölf Jahre später zu Upsala-Ekeby AB wechselte und 1950 dann zur Glashütte Kosta als künstlerischer Direktor kam, blieben die Skulpturen des Künstlers im Zentrum seines Schaffens. In diesem Zusammenhang darf man nicht vergessen dass der in New York ausgestellte Springbrunnen drei Meter hoch war und sechs Tonnen wog, zudem das Kristall einen geheimen Schimmer ausstrahlte. Es war daher nicht verwunderlich dass Lindstrand dann 1964 in Stuttgart die neun Meter hohe Nadel des Ikaros herstellen durfte und der Künstler 1967 mit der 11,5 Meter hohen Prisma genannten Glasskulptur in Norrköping das größte Glaskunstwerk weltweit schuf. Die letzte Glasskulptur Lindstrands, der am 7. Mai 1983 in Kosta starb, wurde dann eine Glasskulptur im Theaterpark in Växjö.


27. November 1640: Freiherr Gabriel Gustafsson Oxenstierna
27. November 1701: Anders Celsius und die Celsius-Skala

27. November 1854: Louis De Geer, ein entscheidungsunwilliger Ministerpräsident
27. November 1907: Astrid, die Entwicklung eines altnordischen Namens

27. November 1937: Der schwedische Ministerpräsident Felix Hamrin
27. November 1949: Åsa-Nisse, der Kino-Erfolg Schwedens
27. November 1984: Die schwedische Sängerin Sanna Nielsen

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 16. September 2015

Glasskulptur in Schweden: Das Prisma in Norrköping

Wenn man von schwedischer Glaskunst und Glasdesign spricht, so denkt man in der Regel nur selten an die öffentliche Kunst, auch wenn man in Växjö bewiesen hat, dass öffentliche Glaskunst sogar einer gesamten Straße Charakter verleihen kann. Besonders beachtenswert ist jedoch das am 16. September 1967 in Norrköping eingeweihte Prisma bei dem der Künstler Vicke Lindstrand das damals weltweit größte Glasmonument im öffentlichen Raum schuf, eine Glasskulptur mit einer Höhe von 11,5 Metern, das mit einem 27 Meter tiefen Betonpfeiler verankert wurde und nachts ein grünes Licht verbreitet.

Prisma wurde aus 3500 neun Millimeter dicken Glasscheiben der Glashütte Emmaboda geschaffen und hatte seinen Vorgänger in Stuttgart, wo Lindstrand 1964 das erste seiner vier Monumentalwerke aus Glas geschaffen hatte. Für dieses erste neun Meter hohe Werk musste der Künstler mit zahlreichen Klebstoffen experimentieren, denn diese mussten nicht nur farblos sein, sondern auch gegen Hitze und Kälte resistent sein damit die Glasscheiben keinen Spannungen ausgesetzt werden. Erschwerend kommt hinzu, dass keine der Glasscheiben die gleiche Größe hat und der Künstler wochenlang an Berechnungen saß und im voraus entscheiden musste an welcher Stelle welche Glasscheibe sitzen muss.

Von den vier monumentalen Glaskunstwerken, die Vicke Lindstrand zwischen 1964 und 1975 schuf, findet man heute drei in Schweden, nämlich in Norrköping, in Umeå und in Växjö, wo allerdings die Diskussion um die Platzierung  von legend i glas, der Legende in Glas, vier Jahre lang heiß lief wurde, um letztendlich auch noch die Grundidee des Künstlers zu vernichten. Der Gedanke Lindströms bei der Schaffung seiner Werke war die moderne Zeit mit der Geschichte der Glashütten zu verbinden. Das bekannteste Glaskunstwerk Lindströms war allerdings keine der vier Monumentalskulpturen, sondern der Springbrunnen aus Glas, den er 1939 für die Weltausstellung in New York realisiert hatte.


16. September 1583: Katarina Jagellonica, Königin von Schweden
16. September 1621: Die Eroberung von Riga durch Gustav II. Adolf
16. September 1920: Dan Andersson, zwischen Arbeitergedichten und Wildmark
16. September 1920: Dan Andersson stirbt in Stockholm an Cyanidvergiftung
16. September 1962: Der schwedische Politiker Håkan Juholt
16. September 1977: Der schwedische Komiker Måns Nilsson

Copyright: Herbert Kårlin

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