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Freitag, 11. November 2016

Der Damastweber Carl Widlund

Carl Widlund kam am 11. November 1887 als Sohn eines Großfabrikanten in Göteborg unehelich zur Welt und wurde vom Vater bei der Geburt nicht anerkannt, weswegen der Junge auch den Namen Carl Zetterlind erhielt. Die  Mutter, Christina Zetterlind, gab sich als seine Pflegemutter aus und erzog Widlund in Göteborg. Als der Vater 1902 starb, ging aus seinem Testament hervor dass er der Vater Widlunds war und Zetterlind die Mutter. An das immense Erbe kam Carl Widlund jedoch erst im Jahre1920, als sein Onkel starb, der als Verwalter des gesamten Erbes eingesetzt war. Seine Ausbildung als Damastweber erhielt Widlund, nach einer Handelsausbildung und einer Ausbildung zum Landwirt, erst an der Johanna Brunssons Webschule in Stockholm und anschließend am Textilinstitut in Borås, der heutigen Hochschule der Stadt.

Carl Widlund zeigte bereits sehr früh sein Interesse für Textilien und bereits als 17-jähriger webte er einen rot-goldenen Teppich nach einem Muster von Johan Erik Ekenmark. Allerdings war Widlund um diese Zeit nicht nur am Weben interessiert, sonder an allem was mit Textilien zu tun hatte, denn er lernte stricken, sticken und arbeitete an Spitzendecken. Damastarbeiten nahmen in diesen Jahren nur eine Nebenrolle ein, wobei er das Damastarbeiten bereits als 15-jähriger bei der Schule von Johanna Brunsson gelernt hatte, ohne allerdings dort eingeschrieben zu sein, zumal die Schule Weblehrer ausbildete. Die wahre Begeisterung für Damast kam erst in Borås, als Widlund am Textilinstitut erstmals an einem Jacqard-Handwebstuhl saß und einen Einblick in die Webkunst bekam, aber auch mit allen anderen Webstühlen jener Zeit vertraut wurde.

Nach Abschluss seiner Ausbildung in Borås arbeitete Carl Widlund in mehrere Webereien um seine Kenntnisse auszudehnen und er machte zahlreiche Studienreisen in ganz Europa, was Widlund zu einem absoluten Kenner aller Webtechniken jener Zeit machte. Nach seinem Erbe und dem Kauf des Gutes Tranjerdstorp bei Karlstad,, richtete er dort eine Werkstatt ein und kam, auf Grund seiner Stellung als Gutsbesitzer, in Berührung mit den verschiedensten Heimatvereinen und Textilkünstlern. Allerdings betrieb Widlund seine gesamte Tätigkeit nahezu ausschliesslich als eine Art Hobby, auch wenn es niemanden gab, der die Techniken des Webens so gut kannte wie Widlund und dieser mit alten und neuen Techniken gleichermaßen vertraut war. Seine persönlichen Werke galten alle als Meisterwerke. Nach seinem Tod am 2. Mai 1968 in Karlstad, ging sein gesamtes Erbe, inklusive der Webstühle, an das Nordische Museum in Stockholm.


11. November 1599: Königin Maria Eleonara, die schönste Königin Schwedens
11. November 1743: Carl Peter Thunberg, ein Leben für die Botanik und die Medizin
11. November 1882: Gustav VI. Adolf, der König mit Interesse für Archäologie
11. November 1887: Anton Nilson, ein Held als Verbrecher
11. November 1935: Die schwedische Schauspielerin Bibi Andersson
11. November 2006: Das Weihnachtsmannmuseum im schonischen Sjöbo 
11. November 2008: Lasse Sandberg und die Welt seiner Kinder
11. November 2008: Der Tag der Schokolade (Chokladens Dag) in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Mittwoch, 22. Juni 2016

Das Värmlands Museum in Karlstad

Auch wenn das Landesmuseum Värmlands Museum in Karlstad erst am 22. Juni 1929 offiziell eingeweiht wurde, so geht seine Geschichte zumindest bis 1839 zurück, als Anders Lignell sein Naturalienkabinett dem zukünftigen Stiftmuseum schenkte. Ab 1840 konnte die Öffentlichkeit diese Sammlung jeweils eine Stunde am Mittwoch und eine Stunde am Samstag besichtigen. Als 1857 der naturhistorische Verein des Värmlands gegründet wurde um die Sammlung zu vervollständigen, wuchs das Museum und zu Beginn des 20. Jahrhunderts konnte man bereits von einem ansehnlichen Museum reden.

Im Jahre 1917 wurde der Verein Värmlands Landesmuseum (Föreningen Värmlands läns museum) gegründet und man begann über den Bau eines eigenen Landesmuseums zu reden. Zehn Jahre später schenkte Karlstad dem Verein ein Grundstück und genehmigte dem Verein auch den Bau eines Museums. Der Auftrag ging an den Architekten Cyrillus Johansson, der ein Gebäude errichtete, das an einen Tempel erinnert und 1929 eingeweiht werden konnte. 1998 erhielt das Värmlands Museum dann noch einen Anbau, ein siebeneckiges falurotes Ziegelgebäude, das der Architekt Carl Nyrén zeichnete.
Das Värmlands Museum, das seit 1980 von einer Stiftung getragen wird, verfügt heute über rund 40.000 verschiedene kulturhistorische Gegenstände, etwa 9000 Kunstwerke und über eine Million Fotografien und kann daher als Kulturerbe des Värmlands bezeichnet werden, das jeder besuchen sollte, der etwas mehr über das Värmland wissen will, wobei das umfassende Archiv auch eine Fundgrube für historische Forscher ist. Das Värmlands Museum empfängt jedes Jahr rund 250.000 Besucher, also über 650 Besucher pro Tag. Im Jahre 2005 zeichnete der schwedische Museumsverband das Värmlands Museum als Museum des Jahres aus.

22. Juni 1622: Umeå, die schwedische Stadt der Birken
22. Juni 1851: Der schwedische Architekt Lars Johan Laurentz
22. Juni 1860: Eric Hermelin und die persische Poesie
22. Juni 1866: Das schwedische Zweikammersystem
22. Juni 1874: Elias Sehlstedt, der der Poet der Schären vor Stockholm
22. Juni 1906: Die Geschichte der schwedischen Flagge
22. Juni 1936: Elfjähriger findet Menschen aus dem Mittelalter
22. Juni 1942: Die S/S Ada Gorthon sinkt vor Öland
22. Juni 1945: Frida Stéenhoff und die Revolution der Frau
22. Juni 1975: Per Wahlöö und der politische Kriminalroman Schwedens
22. Juni 1997: Ted Gärdestad und der Tod unter der Eisenbahn

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 12. Juni 2016

Die Nyeds Kirche (Nyeds Kyrka) in Molkom

Auch wenn der Ort Nyeds bereits zur Steinzeit besiedelt war, so gehen die geschichtlichen Aufzeichnungen des Ortes nur bis 1595 zurück, als der Ort noch Nya Edz geschrieben wurde und sich hier eine eigene Kirchenversammlung gründete und ein Kirchdorf entstand, das heute in Molkom zu finden ist. Das Zentralgebäude Nyeds war, wie schon der Name Kirchdorf (Kyrkby) sagt, eine Kirche, die Nyeds Kyrka, um die sich mehrere kleinere Gebäude gruppierten, die jedoch nicht permanent bewohnt waren. Heute liegt das gesamte Nyed im Süden Malkoms und gehört zum Stift Karlstad.

Die erste Nyeds Kirche wurde Ende des 16. Jahrhunderts erbaut und war, wie die heutige Kirche, eine reine Holzkonstruktion. Bereits 1643 wählt ein Blitz die Kirche, die dadurch vollständig abbrannte. Auch die neue Holzkirche, die 1682 ihren Kirchturm erhielt, erlitt das gleiche Schicksal, denn in der Nacht zum 30. Juni 1702 brannte auch diese Kirche nach einem Blitzschlag vollkommen ab, und es musste eine dritte Nyeds Kyrka gebaut werden, die erneut aus Holz errichtet wurde und am 12. Juni 1706 eingeweiht wurde. Bei dieser dritten Kirche handelt es sich um das Gebäude, das man heute dort vorfindet.

Bei der aktuellen Nyeds Kirche (Nyeds kyrka) handelt es sich um eine Kreuzkirche, die unter dem Baumeister Måns Rank entstand und mit seiner roten Farbe geradezu wie eine typisch schwedische Kirche wirkt und Platz für 300 Kirchenbesucher hat. Interessant ist auch das Innere der Kirche, da das Taufbeckene, eine der Orgeln, der Altaraufsatz und die Kanzel noch aus der Gründungszeit der Kirche kommen und seit Beginn des 18. Jahrhunderts i der Nyeds Kyrka zu finden sind. Ein weiteres Kleinod der Kirche ist der zentrale Kronleuchter, der bereits 1706 als private Spende in die Kirche kam.


12. Juni 1120: Sankt Eskil, der Schutzheilige des Södermannlands
12. Juni 1550: Gustav Vasa gründet die Stadt Helsingfors (Helsinki)
12. Juni 1789: Die Schlacht bei Porrassalmi und Gustav III.
12. Juni 1912: Carl David af Wirsén und der Widerstand gegen moderne Literatur
12. Juni 1916: Ulla Isaksson und ein Blick in die Seele der Frau
12. Juni 1946: Kostenloses Schulessen in Schweden
12. Juni 1947: Rose Lagercrantz und das kritische Jugendbuch Schwedens
12. Juni 1979: Robin Carlsson, bekannt unter dem Künstlernamen Robyn

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 9. September 2015

Der Innere Hafen ändert die Zukunft Karlstads

Karlstad erlebte im Laufe der Geschichte zahlreiche Veränderungen, nahm aber bereits ab Ende der Wikingerzeit, auf Grund seiner Lage, eine bedeutende Rolle als Handelsort ein. Dennoch entwickelte sich Karlstad relativ langsam, denn als Herzog Karl im Jahre 1584 Karlstad als die erste Stadt Värmlands gründete, lebten dort in 45 Haushalten gerade einmal 150 Personen. Die Entwicklung begann für die Kleinstadt im Grunde erst mit der Ankunft von Oscar Ferdinand Ahlmark, der dort ab 1847 ein kleineres Wirtschaftsimperium aufzubauen begann und, unter anderen Unternehmen, auch eine Reederei gründete.

Ahlmark war es auch, der sich unmittelbar dafür einsetzte einen inneren Hafen in Karlstad zu bauen, dessen Bau der Stadtrat allerdings erst im Jahr 1858 entschied. Aber es war nicht nur Ahlmark, der sich für den Bau dieses Hafens einsetzte, sondern die wachsende Industrie forderte ebenfalls ein Umdenken, denn der vorhandene Wasserweg ins Zentrum Karlstads war zu lang und der Transport auf dem Landweg wiederum weitaus teurer und daher für den wachsenden Handel uninteressant. Warum der Stadtrat so lange zögerte, lag an den Finanzen der Stadt, die um diese Zeit gerade einmal 5000 Einwohner hatte. Die Anlage des Innenren Hafens (Inre hamn) war auf Grund des notwendigen Kanals, dem Bau einer Schleuse und den Hafenanlagen als solches eine bedeutende Investition.

Als der Innere Kanal in Karlstad dann am 9. September 1861 eingeweiht wurde, zeigte sich jedoch sehr schnell, dass sich damit der Handel der Stadt bedeutend entwickeln konnte, denn der knapp 30 Jahre vorher gebaute Göta Kanal ermöglichte nun einen schnellen Transport in alle Richtungen, denn noch war der Wasserweg entscheiden für den Handel, da die Eisenbahn erst zehn Jahre später nach Karlstad kam und dann mehr und mehr den Warentransport übernahm. Heute ist  der Innere Hafen Karlstads dem Tourismus gewidmet, denn hier findet man nun den Freizeithafen und zahlreiche Restaurants, wodurch allerdings auch der Göta Kanal, der seinen Weg durch den Vänern nimmt, weiterhin eine große Bedeutung für Karlstad hat.


9. September 1000: Die Seeschlacht bei Svolder, der bekannteste Kampf der Wikinger
9. September 1566: Der schwedische Admiral Klas Horn
9. September 1721: Henrik af Chapman macht den Schiffsbau zur Wissenschaft
9. September 1912: Marianne Zetterström, die Autorin der wenigen Worte
9. September 1922: Arvid Nordquist, eine Erfolgsgeschichte Schwedens
9. September 1960: Jussi Björling, ein schwedischer Hofsänger
9. September 1962: Liza Marklund zwischen Politik und Kriminalroman
9. September 1962: Liza Marklund und die Revolte gegen die Buchlandschaft
9. September 1986: Die schwedische Liga der Maskierten
9. September 2003: Brita af Geijerstam, von Nalle Puh zu Liebesgedichten 

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 26. Oktober 2014

In Karlstad endet die Union zwischen Schweden und Norwegen

Die Auflösung der schwedisch-norwegischen Union im Jahre 1905 war die Folge einer jahrelangen Auseinandersetzung zwischen den beiden Ländern, denn Norwegen forderte eine höhere Selbständigkeit und der schwedische König wollte weiterhin über Norwegen entscheiden. Dass es jedoch 1905 zum endgültigen Bruch kam, war eine Falscheinschätzung von Oscar II., denn dieser hatte die Pflicht eine Regierung in Norwegen einzusetzen, was ihm nach dem Rücktritt des gesamten dortigen Parlaments jedoch nicht mehr gelang. Mit diesem Problem hatte er die Macht über Norwegen verloren und war gezwungen sich an den Verhandlungstisch zu setzen und Norwegen die Unabhängigkeit zu genehmigen.

Da Schweden die Auflösung der schwedisch-norwegischen Union mit klaren Regeln für die Zukunft durchführen wollte, kam es zur sogenannten Konferenz in Karlstad, die sich vom 31. August bis zum 23. September 1905 hinzog, da die beiden Länder in ihren Forderungen sehr weit voneinander entfernt waren. Eines der größten Probleme war die Forderung Schwedens, dass Norwegen sämtliche Grenzbefestigungen abreißen und das Grenzgebiet zu einer neutralen Zone erklärt werden müsse, eine Entscheidung, die in Karlstad letztendlich auch entschieden wurde, aber erst am 27. Januar 1993 durch neue Verträge zwischen den beiden Ländern der Gegenwart angepasst wurden.

Als Schweden und Norwegen dann am 26. Oktober 1905 den Vertrag von Karlstadt unterzeichneten, so fand man nicht nur die Regelungen hinsichtlich der Grenzbefestigungen aufgenommen, sondern die Samen durften sich mit ihren Rentieren auf beiden Seiten aufhalten und dort weiden und sämtliche Grenzwasserläufe durften von beiden Seiten genutzt werden. Selbst als der gemeinsame Vertrag dann unterzeichnet werden sollte, kam es noch zu einer Panne, denn der norwegische Ministerpräsident Christian Michelsen hatte sein Sigel in Kristiania, dem heutigen Oslo, vergessen und musste sich daher das Sigel des Bürgermeisters von Karlstad leihen da dieser, glücklicherweise, die selben Initialen hatte als das Sigel des Ministerpräsidenten.


26. Oktober 1694: Der schwedische Barockkomponist Johan Helmich Roman
26. Oktober 1862: Die Künstlerin und Anthroposophin Hilma af Klint
26. Oktober 1900: Karin Boye und die Zerbrechlichkeit einer Schriftstellerin
26. Oktober 1900: Karin Boye und ihre melancholische Dichtkunst
26. Oktober 1942: Cecilia Torudd und der treffende Cartoon

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 2. April 2013

Der schwedische Künstler Lars Lerin

Der am 2. April 1954 in Munkfors geborene Lars Lerin gehört heute zu den bedeutendsten Künstlern Schwedens, die, neben der Grafik, vor allem wegen ihrer Aquarelle bekannt wurden. Die Werke des Künstlers können das ganze Jahr über in der Lars Lerin Kunsthalle in Karlstad betrachtet werden, wo ihm ein Dauerplatz gewidmet ist. Seine Aquarellmalereien wurden bereits in den bedeutendsten Museen zahlreicher Länder ausgestellt, wobei der Künstler im gesamten nordischen Raum als einer der bedeutendsten Gegenwartskünstlern gilt.

Lars Lerin wuchs im nördlichen Värmland auf und studierte erst an der Gerlesborgsskolan Malerei, ein Studium, das er von 1980 bis 1984 an der Kunsthochschule Valand in Göteborg fortsetzte. Der Künstler benutzt für seine Landschaftsbilder aus dem Värmland und den Lofoten sehr weiche und gefühlsbetonte Farben, die selbst einem Kahlschlag oder einem Betonbau noch Leben verleihen. Seine Motive reichen von verträumten Landschaften bis zu verlassen Dörfern und Mehrfamilienhäusern.

Wer nicht die Chance hat die Aquarelle Lars Lerins in einem Museum oder einer Kunsthalle zu betrachten, hat auch die Möglichkeit eines seiner über 50 von ihm geschriebenen und illustrierten Bücher zu kaufen, die nahezu ausschließlich in seinem eigenen Verlag Syntryck erschienen sind und zu den Gegenden und Landschaften führen, die der Künstler entdeckte. Die Filmerin Sara Broos drehte 2012 eine Dokumentation über Lars Lerin, die auch offen auf alle früheren Drogenprobleme des Künstlers eingeht und auch die Schwierigkeiten zeigt, auf die ein homosexueller Künstler noch in den 60er und 70er Jahre stieß.


2. April 1957: LIN, die schwedische Fluggesellschaft Linjeflyg 
2. April 1974: Håkan Hellström, Musik aus Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 23. Juli 2011

Untergang der S/S Freja af Fryken in den Frykensjöarna

Am 23. Juli 1896 sank der Dampfer S/S Freja af Fryken kurz bevor das Boot in Bössviken im Värmland anlegen konnte. Von den 17 Personen, die sich an diesem Tag an Bord befanden, konnten sich gerade einmal sechs ans Ufer retten. Elf Personen ertranken im See, der an diesem Tag durch einen Sturm extrem aufgewühlt war. Fast hundert Jahre später konnte der Dampfer S/S Freja dann geborgen und restauriert werden.

Da Ende des 19. Jahrhunderts mehrere Dampfer Lasten und Personen auf den Frykensjöarna beförderten, herrschte dort eine starke Konkurrenz, die die Kapitäne oft zu gewagten Manövern zwangen. Auch am verhängnisvollen 23. Juli war die S/S Freja mit der S/S Victoria gleichzeitig unterwegs und die Last war nicht unter Deck gelagert, was dazu führte, dass der Dampfer den starken Sturmböen nahezu hilflos ausgesetzt war. Als dann auch noch vorzeitig die Lastpforte geöffnet wurde, damit ein Passagier am nächsten Hafen an Land gehen konnte, brachte eine orkanartike Böe das Schiff zum raschen Kentern.

Als dann 1976 der Taucherklub aus Karlstad das Wrack fand, dauerte es noch 18 Jahre bis der Dampfer endgültig geborgen wurde. Der Dampferverein Freja machte sich dann unmittelbar an die Restaurierung des Schiffes, was jedoch mit einer neuen Katastrophe verbunden war, denn am 2. Juli 1996 brach ein Brand auf der S/S Freja aus, der nahezu den gesamten Dampfer zerstörte. Da jedoch dieses Mal die Versicherung den Schaden trug, machte sich der Verein erneut an die Arbeit und am 23. Juli 1997, 101 Jahre nach dem Unglück, konnte die S/S Freja af Fryken erneut in See stechen. Der Dampfer verkehrt heute wieder auf den Frykensjöarna und ist dort eine der bedeutendsten Attraktionen für Touristen.

23. Juli 1373: Visionen der Heiligen Birgitta
23. Juli 1756: Erik Brahe will die schwedische Königsmacht stärken

Copyright: Herbert Kårlin