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Dienstag, 29. März 2016

Die Schriftstellerin und Künstlerin Tyra Kleen

Tyra Kleen kam am 29. März 1874 als Tochter des Diplomaten und juristischen Schriftstellers Richard Kleen in Stockholm zur Welt und erhielt eine für diese Zeit sehr gute Ausbildung. Im Gegensatz zu den meisten schwedischen Künstlerin begann Kleen jedoch ihre künstlerische Ausbildung nicht in Stockholm oder Kopenhagen, sondern in Karlsruhe und studierte von 1892 bis 1893 an der Kunstakademie in München. Anschließend setzte Kleen ihre Studien an der Académie Delecluse, Académie Colarossi und andern Einrichtungen in Paris fort. Aus dieser Zeit stammen auch ihre Landschaften und die französischen Cafémilieus, die man heute kaum mit ihren späteren Werken in Verbindung bringt.

Tyra Kleen hatte 1896 auch ihre erste Ausstellung in Paris und illustrierte in der französischen Hauptstadt das Buch Drömmar der südafrikanischen Schriftstellerin Olive Schreiner. Bei dieser erster Arbeit als Illustratorin zeigte sich bereits das Hauptinteresse Kleens, denn trotz einer gediegenen Ausbildung als Malerin zeigte sie bei Zeichnungen, Kunststichen und Lithografien ihre wahre Stärke, die in jener Zeit auch für die Illustration von Büchern von größter Bedeutung waren. Tyre Kleen scheint während ihres Lebens ständig nach neuen Anregungen gesucht zu haben, denn nach Paris ging sie 1897 nach Rom, zehn Jahre später nach Berlin, zurück nach Paris und 1910 brach die Künstlerin schließlich nach Indien, Ceylon und Bali auf.

Tuyra Kleen ließ sich von Asien geradezu gefangen nehmen. Dort entstanden auch die bedeutendsten Werke der Künstlerin, denn noch bevor Ceylon, Indien oder Bali breite Schichten Europas ansprachen, hielt Kleen in ihren Werken bereits das dortigen Leben fest, wobei sie dort sogar eine Tanzausbildung machte um sich besser in die Denkweise der Bevölkerung und deren Geschichte versetzen zu können. Nach ihrer Rückkehr nach Schweden stellte Tyra Kleen 1922 dann einen Teil ihrer Werke und Kunsthandwerk aus Ceylon und Bali in der Kunsthalle Liljevalch aus, was der Beginn eines „Javafiebers“ in Schweden wurde. Bei ihrem Tod am 17. September 1951 vermachte Kleen ihre Villa auf Lidingö und ihre gesamten Kunstwerke dem Riddarhuset in Stockholm, unter der Voraussetzung, dass ihr Vermächtnis erst 50 Jahre nach ihrem Tod geöffnet werde. Heute findet man die Gesamtsammlung Tyra Kleens im Gut Valinge in Jönåker, dem Heimatgut der Künstlerin.


29. März 1638: Die Kolonie Neues Schweden (Nya Sverige)
29. März 1772: Emanuel Swedenborg, der große Mystiker Schwedens
29. März 1772: Emanuel Swedenborg, der größte Mystiker Schwedens
29. März 1792: König Gustav III. will die Macht nicht teilen
29. März 1828: Der schwedische Künstler Edward Bergh
29. März 1832: Carl Rupert Nyblom, von der Romantik zum Realismus
29. März 1965: GAN, Gösta Adrian-Nilsson, und die moderne Kunst Schwedens
29. März 1968: Der Tingstadstunnel, ein Tunnel unter dem Göta Älv
29. März 2006: Niklas Lindgren, genannt Hagamannen

Copyright: Herbert Kårlin

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Samstag, 18. April 2015

Der Künstler und Heraldiker Elias Brenner

Elias Brenner kam am 18. April 1647 als Sohn eines Priesters im heute finnischen Storkyro (Isokyrö) zur Welt und wurde von seinem Vater als Kind, neben den zur Zeit üblichen Fächern, auch in Geschichte und im Zeichnen unterrichtet. Als Brenner dann 16 Jahre alt war, schrieb er sich an der Universität Uppsala ein um dort Theologie zu studieren und sich auf die Priesterlaufbahn vorzubereiten. Sehr schnell zeigte sich jedoch, dass seine Neigungen mehr zur Archäologie und zur Geschichte neigten, was dazu führte, dass ihn seine Wahl der Professoren immer weiter von der Theologie entfernten.

Von größtem Einfluss war für Elias Brenner dann jedoch Professor Johannes Schefferius, der ihn nicht nur dazu anregte sich mit der Wissenschaft der Münzen zu beschäftigen, sondern ihn auch in Miniaturmalerei und Gravur ausbildete, den mehr privaten Interessen des Gelehrten. Auf diese Weise war Brenner einer der wenigen Personen Schwedens, die um jene Zeit über eine künstlerische Ausbildung verfügten, was wiederum dazu führte, dass Brenner nach Abschluss seines Studiums beim Antikvitetskollegium als Zeichner angestellt wurde um vor allem archäologische Entdeckungen bildlich festzuhalten.

Bereits 1672 legte Elias Brenner jedoch sämtliche Aufgaben nieder um sich ganz der Miniaturmalerei und der Heraldik widmen zu können, was sich als sehr kluge Entscheidung zeigte, denn bald darauf wurde Brenner zum Miniaturmaler des Hofes ernannt und unter den Wappenschilden im Riddarhussalen des Riddarhuset in Stockholm sind etwa 500 von Brenner gemalt, eine einzigartige Leistung in diesem Bereich. Im Jahre 1691 veröffentlichte Elias Brenner schließlich auch sein über 400 Seiten umfassendes numismatisches Werk Thesaurus Nummorum Sueco-Gothicorum, das bedeutendste numismatische Werk jener Epoche.


18. April 1589: Prinz Johan verzichtet zweimal auf die schwedische Krone
18. April 1676: Fredrik I., König Schwedens dank seiner Ehefrau
18. April 1759: Thomas Thorild, der revolutionäre Schriftsteller des 18. Jahrhunderts
18. April 1854: Julia Nyberg und die philanthropischen Balladen des 19. Jahrhunderts
18. April 1896: Der Literaturwissenschaftler Henry Olsson
18. April 1896: Henry Olsson und die wissenschaftliche Literaturgeschichte
18. April 1962: Jan Björklund, der Kultusminister mit militärischem Hintergrund
18. April 1965: Der Priester, der sich für die Homosexualität einsetzt

Copyright: Herbert Kårlin

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Donnerstag, 26. März 2015

Elisabeth Olin, die erste Primadonna Schwedens

Als Elisabeth Olin, geborene Lillström, am 26. März 1828 in Stockholm starb, hatte sie nicht nur den Titel einer Hofsängerin erhalten, sondern sie ging auch als die erste Berufssängerin Schwedens und die erste Primadonna des Landes in die Geschichte ein. Neben Fredrica Löf, war Olin auch die erfolgreichste weibliche Schauspielerin des 18. Jahrhunderts und machte sich selbst als  Komponistin einen Namen. Als Olin für die neu gegründete Oper in Stockholm engagiert wurde, war sie die am besten bezahlte Künstlerin Schwedens und die erste Frau, die in der Oper eine eigene Loge erhielt.

Elisabeth Olin war am 8. Dezember 1740 als Tochter einer Schauspielerin und eines Musikers zur Welt gekommen, was ihre Berufswahl bereits in den frühesten Jahren beeinflusste, denn als Olin gerade einmal sieben Jahre alt war, stand sie bereits mit dem Stück Syrinx neben ihrer Mutter auf der Bühne. Sehr bald stellte man jedoch ihre stimmliche Begabung fest und nach einer Gesangsausbildung durch den italienischen Opernsänger Giovanni Croce, der sich einige Jahre lang in Stockholm aufhielt, war er selbstverständlich, dass Elisabeth Olin neben der Schauspielei erst als Konzertsängerin und später auch als Opernsängerin auf die Bühne trat.

Als am 18. Januar 1773 das Stora Bollhuset, die erste Oper Stockholm, mit Thetis och Pelée eingeweiht wurde, stand Elisabeth Olin als Thetis auf der Bühne und war damit Teil der Geburt der schwedischen Oper. Nach diesem Auftritt sollte Olin über Jahre hinweg grundsätzlich die weibliche Hauptrolle bei den folgenden Opernaufführungen erhalten und damit die erste Primadonna der schwedischen Oper werden. Elisabeth Olin sang am 27. Februar 1808 ihre letzte Arie während eines Konzerts im Riddarhuset. Die Opernsängerin gehörte zu den sehr wenigen Schauspielerinnen und Sängerinnen jener Zeit, die nie in den Ruf gerieten Prostituierte sein, ein Ruf, den nahezu alle Frauen hatten, die in diesem Jahrhundert in der Öffentlichkeit auftraten.


26. März 1747: Elis Schröderheim im Dienste von Gustav III. 
26. März 1822: Die missglückte Ehrung von Karl XIII. 
26. März 1888: Elsa Brändström, der „Sibirische Engel“ aus Schweden
26. März 1920: Die schwedische Studentenzeitung Lundagård 
26. März 1940: Christina Odenberg wird erster weiblicher Bischof Schwedens 
26. März 1948: Jugendrevolte in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

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