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Mittwoch, 20. März 2019

Prinzessin Louise von Schweden

Louise von Schweden kam am 31. Oktober 1851 als Tochter des Königs Karl XV. und Königin Lovisa in Stockholm zur Welt und war daher Prinzessin von Schweden und Norwegen, da zu jener Zeit beide Länder vom schwedischen König regiert wurden. Im Alter von elf Jahren erhielt Louise von Schweden dann, gemeinsam mit der Mutter, von Nancy Edberg Schwimmunterricht, was der Beginn dafür war, dass in Schweden auch Frauen Schwimmen lernten, was vorher nahezu ausschließlich Männern vorbehalten war.

Das Schicksal von Prinzessin Louise von Schweden wurde stark vom wachsenden Skandinavismus Norwegens, Dänemarks und Schwedens geprägt, trotz der politischen Differenzen dieser Länder. Ab 1864 diskutierten daher der dänische und der schwedische König über eine Möglichkeit einer Ehe zwischen dem dänischen Kronprinzen und Prinzessin Louise von Schweden, da die Alternative eine deutsche Prinzessin gewesen wäre, die weder der dänische König, noch das dänische Volk, als wünschenswert sahen. Ab 1868 lernte Louise dann, bereits verlobt mit dem Kronprinzen, Dänisch, sowie die dänische Literatur, Geschichte und Kultur. Am 28. Juli 1869 fand schließlich im Stockholmer Schloss die Ehe zwischen dem dänischen Kronprinz Fredrik und Prinzessin Louise von Schweden statt.

Auch wenn das dänische Volk von Louise von Schweden begeistert war, so hatte es die nun dänische Kronprinzessin schwer innerhalb des Königshauses, da dort alle, außer ihrem Ehemann, gegen sie arbeiteten und die regierende Königin versuchte die gesamte Aufmerksamkeit auf sich selbst zu lenken. Louise von Schweden akzeptierte die Situation und engagierte sich vor allem in Wohltätigkeitsprojekten und der Kunst. Erst 1906 wurde die Kronprinzessin dann Königin von Dänemark, ohne sich nun jedoch noch in die Politik des Landes zu mischen, auch wenn sie damit sehr vertraut war. Allerdings sollte sie nur sechs Jahre lang im Amt bleiben, da ihr Mann, Fredrik VIII. Bereits 1869 starb. Als letzte Witwenkönig Dänemarks starb Louise von Schweden am 20. März 1926 in Kopenhagen.


20. März 1408: Der Erzbischof Henrik Karlsson
20. März 1413: Landskrona, die Hauptstadt Skånes
20. März 1413: Landskrona wird Stadt und zum Handelszentrum
20. März 1600: Das Blutbad von Linköping
20. März 1600: Hofmarschall Gustav Axelsson Banér wird hingerichtet
20. März 1786: Die Svenska Akademien, die Schwedische Akademie
20. März 1790: Der Justizienstaatsminister Lars Herman Gyllenhaal
20. März 1799: Karl August Nicander, Aufstieg und Fall eines Poeten
20. März 1804: Der schwedische Astronom Nils Haqvin Selander
20. März 1902: Brita af Geijerstam, von Nalle Puh zu Liebesgedichten
20. März 1957: Der schwedische Gitarrist und Sänger Joakim Thåström
20. März 1989: Der Mord an Helén Nilsson in Hörby

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 26. Januar 2018

Der Flugzeugabsturs, der Schwedens Zukunft veränderte

Noch heute zählt der Flugzeugabsturz am 26. Januar 1947 am Kopenhagener Flugplatz Kastrup zu einem der schwersten Flugunfällen Dänemarks, auch wenn sich in der Maschine nur 16 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder befanden. Immerhin waren unter den Toten Gustaf Adolf, der Kronprinz Schwedens, der Filmproduzent Jens Dennow, die Opernsängerin Grace Moore und die Schauspielerin Gerda Neumann zu finden, und das Unglück hätte zudem auf einfache Weise vermieden werden können, falls man beim Start nicht auf sämtliche Sicherheitsvorkehrungen verzichtet hätte.

Die Douglas DC-3C der KLM war auf dem Weg nach Stockholm und legte in Kastrup lediglich eine Zwischenlandung von etwas über einer halben Stunde, zum Tanken, ein. Auf Grund des starken Windes blockierte der Flugkapitän unmittelbar nach der Landung das Höhenruder. Nach 36 Minuten wollte er so schnell wie möglich wieder in der Luft sein und ließ daher weder den Motor warmlaufen, noch ging er die Checkliste durch, was vor jedem Start vorgeschrieben ist. Dass er das Höhenruder blockiert hatte, hatte er vergessen. Die Maschine stieg daher auf unkontrollierte Weise 50 Meter steil nach oben um dann unmittelbar abzustürzen und auf dem Boden zu zerschellen und in einem Feuerball aufzugehen. Niemand konnte diesen Absturz überleben.

Dieser Absturz sollte indes die Geschichte Schwedens deutlich verändern, denn hätte der Kronprinz Gustaf Adolf überlebt, so wäre nicht Carl Gustav als 27-jähriger zum König Schwedens ausgerufen worden, sondern sein Vater im Alter von 67 Jahren. Da die Könige um diese Zeit noch weitaus mehr Einfluss als heute hatten, hätte Schweden 1973 einen extrem gut gebildeten König erhalten und Carl Gustav hätte mehr Zeit gehabt um sich auf seine zukünftige Rolle vorzubereiten. Allerdings hatte auch Kronprinz Gustaf Adolf einen Schattenpunkt, da er während des Zweiten Weltkrieges mehreren Nazigrößen sehr nahe stand.


26. Januar 1818: Karl XIV. Johan erhält die Krone Schwedens
26. Januar 1865: Axel Wallengren, ein Humorist als Schriftsteller
26. Januar 1900: Die schwedische Künstlerin Agnes Börjesson
26. Januar 1912: Ein Kreuzer für Kriegszwecke aus privaten Mitteln
26. Januar 1924: Alice Nilsson, die schwedische Sängerin Alice Babs
26. Januar 1931: Carl Bildt, Diplomat, Schriftsteller und Kammerherr
26. Januar 1940: Die Zensur der schwedischen Presse ab 1940
26. Januar 1947: Prinz Gustaf Adolf, der Sportler der Bernadottes
26. Januar 1954: Der schwedische Künstler Carl Eldh
26. Januar 1979: Radon in schwedischen Häusern
26. Januar 2003: Gustaf von Platen, journalistische Romane ohne Skandale

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 31. Oktober 2016

Die schwedische Prinzessin Margaretha

Prinzessin Margaretha kam am 31. Oktober 1934 als älteste Tochter des Erbprinzen Gustaf Adolf und Prinzessin Sibylla im Schloss Haga zur Welt und ist damit die älteste Schwester des heutigen Königs Carl XVI. Gustaf. Auf Grund der früheren Successionsordnung kam Prinzessin Margaretha leider nie als Thronfolgerin in Frage. Margaretha ließ sich im Modeatelier Märthaskolan zur Kleiderschneiderin ausbilden, wobei diese Schule dafür bekannt war sehr exklusive Damenmode zu schaffen und enge Verbindungen zu Dior und Chanel in Paris hatte.

Bereits die erste große Liebe Prinzessin Margarethas führte in den englischen Sprachraum, denn sie wollte einen schottischen Jazzpianisten heiraten, was die Eltern jedoch untersagten. Als Margaretha dann am 30. Juni 1964 heiratete, kam der Ehemann aus England. Da John Ambler bürgerlicher Herkunft war, verzichtete Margaretha, gemäß Tradition, ihrem Titel als Prinzessin. Dass man dennoch von Prinzessin Margaretha spricht, liegt daran, dass ihr das schwedische Königshaus den Ehrentitel Prinzessin verlieh, was Margaretha jedoch nicht davon abhielt ein vollkommen bürgerliches Leben zu führen und nur einige wenige Male das schwedische Königshaus, bei der Einweihung eines Weihnachtsbazars in London, vertrat.

Prinzessin Margaretha gilt als die am wenigsten bekannte Person des Königshauses, was nicht nur daran liegt dass Margaretha nahezu unbekannt in einem Dorf in England wohnt, sondern weil sie während ihres bisherigen Lebens nicht ein einziges Mal ein Interview gab und Gerüchte daher nur in Zweiter Hand entstanden. Sicher ist, dass die Prinzessin sehr schwere Jahre hatte als die Firma ihres Mannes mit hohen Schulden in Konkurs ging, wobei eine englische Zeitung in dieser Zeit auch schrieb dass Margaretha mit der Billiggesellschaft Ryanair von Stockholm nach London geflogen wäre. Prinzessin Margaretha lebt sehr zurückgezogen in England, besucht jedoch noch regelmäßig ihren Bruder im königlichen Schloss.


31. Oktober 1857: Axel Munthe, Schriftsteller und Arzt
31. Oktober 1878: Die Dampfmühle Eldkvarn in Stockholm brennt
31. Oktober 1916: Carl Bernadotte und die Affäre Huseby
31. Oktober 1920: Die schwedische Fußballlegende Gunnar Gren
31. Oktober 1924: Lars Widding, der Vielschreiber des 20. Jahrhunderts
31. Oktober 1924: Der schwedische Schriftsteller Lars Widding
31. Oktober 1962: Mari Jungstedt und Kommissar Anders Knutas aus Gotland
31. Oktober 2006: Der Umskalstunneln zwischen Schweden und Norwegen

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 10. Dezember 2015

Der Nobeltag (Nobeldagen) in Schweden

Der sogenannte Nobeltag (Nobeldagen) gehört in Schweden zu jenen wenigen Tagen des Jahres in denen landesweit die schwedische Flagge gehisst wird. Am Todestag des Erfinders und Chemikers Alfred Nobel wird seit dem 10. Dezember 1901 nicht nur regelmäßig der Nobelpreis vergeben, sondern im ganzen Land werden auch private Nobelfeste arrangiert an denen sehr gutes Essen geboten wird und der Champagner fließt, gleichzeitig mit der Liveübertragung des offiziellen Festes. Der Nobeldagen ist auch der einzige Tag des Jahres in dem man das Nobelmuseum in Stockholm kostenlos besuchen kann.

Genau genommen gibt es nicht nur einen Nobeltag, sondern auch eine Nobelwoche, denn die Preisträger kommen, mit Familie, in der Regel schon einige vor dem Nobeldagen in Stockholm an und verbringen eine Woche in der schwedischen Hauptstadt. In dieser Woche halten die Empfänger des Nobelpreises auch ihre mit dem Preis zusammenhängende Vorlesung zum Thema das ihnen zum Nobelpreis verhalf. Die Preisvergabe mit dem folgenden Bankett im Stockholmer stadshus ist lediglich der Höhepunkt des Aufenthalts auf den in ganz Schweden deutlich aufmerksam gemacht wird. Der Nobeltag ist in Schweden so wenig zu übersehen wie der Nationalfeiertag, das Luzienfest oder Weihnachten.

Am Fest des Nobeltages nehmen rund 1300 geladene Gäste teil, wobei die Mitglieder des Königshauses als Ehrengäste empfangen werden und Jimmie Åkesson, als einziger Parteiführer des Landes, grundsätzlich ausgeschlossen wird. Auch wenn die meisten Gäste mit Frack oder Abendkleid erscheinen, so ist es auch vollkommen normal mit einer der schwedischen Volkstrachten zu erscheinen. Nach dem Bankett und den Reden der Preisträger setzt das Fest im Goldenen Saal fort, ein Ereignis das das Staatsfernsehen grundsätzlich in live überträgt und dabei nahezu den Zuschauerrekord schlägt, nur von dem Eurovision Song Contest noch deutlich überholt.


10. Dezember 1748: Johan Adam Tingstadius, ein Bischof als Orientalist 
10. Dezember 1787: Der Naturwissenschaftler Conrad Quensel
10. Dezember 1896: Alfred Nobel, der Erfinder des Dynamits
10. Dezember 1898: Emil Kléen, der dekadente Poet des 19. Jahrhunderts
10. Dezember 1900: Die letzte Hinrichtung in Västerås
10. Dezember 1909: Selma Lagerlöf erhält den Nobelpreis der Literatur
10. Dezember 1981: Nelly Sachs und die Gedichte zur Flucht des jüdischen Volkes
10. Dezember 2006: Christer Fuglesang, der erste Schwede im All

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 6. Dezember 2014

Sofia Hellqvist und Prinz Carl Philip

Sofia Hellqvist kam am 6. Dezember 1984 in Täby zur Welt, wuchs jedoch in Älvdalen in Dalarna auf. In Vansbro besuchte Hellqvist dann auch das Gymnasium und wählte dabei den Zweig Ästhetik, der eine relativ eingeschränkte Berufschance bietet. In ihrer Freizeit lernte Hellqvist Piano spielen und beschäftigte sich vor allem mit Tanz und Theater, ohne jedoch das Ziel zu haben fest in diesen Bereichen zu arbeiten oder diese zu studieren.

Als Sofia Hellqvist 18 wurde, verließ sie Dalarna und ging nach Stockholm um dort als Bedienung zu arbeiten und eine Karriere als Fotomodell vorzubereiten. Dieser Wunsch führte allerdings nur zum Titel Fröken Älvdalen und zum Titel Miss Slitz des Jahres 2004, dem Glamourtitel einer Zeitschrift, die als Erfolgsmodell hatte leicht bekleidete junge Frauen auf der Titelseite zu veröffentlichen. Ein Jahr später war Hellqvbist dann in der sehr umstrittenen Dokusoap Paradis Hotel zu sehen, was auch mit dem Ende der Karriere als Fotomodell gleichzusetzen war.

Nach diesem Auftritt änderte sich das Leben von Sofia Hellqvist, denn sie ging nach New York, machte eine Ausbildung zur Yogalehrerin und eröffnete in Manhattan ein Yogazentrum. Parallel dazu begann Hellqvist eine Ausbildung in Firmenführung, der sie, zurück in Stockholm, ein kurzes Studium in globaler Ethik und Kinderkunde anschloss. Als  die junge Frau dann als Volontärin in Afrika ein Frauenzentrum mit aufbaute, lernte sie vermutlich Prinz Carl Philip kennen. Im Januar 2010 gab der königliche Hof jedenfalls bekannt, dass die beiden ein engeres Verhältnis hatten. Erst im Juni 2014 kam es dann zur offiziellen Verlobung der beiden und mittlerweile ist auch die Hochzeit auf den 13. Juni 2015 festgelegt, was Sofia Hellqvist die Möglichkeit bietet sich auf des höfische Leben vorzubereiten.


6. Dezember 1829: Baltzar von Platen, der Gründer des Göta Kanals
6. Dezember 1830: Die Entstehung des schwedischen Aftonbladet
6. Dezember 1885: Birger Sjöberg, vom Volkslied zum Modernismus
6. Dezember 1906: Das Oscarsteater in Stockholm wird eingeweiht
6. Dezember 1956: Das Valhallabadet (Walhallabad) in Göteborg 

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 15. September 2014

Daniel Westling wird Prinz Daniel Westling Bernadotte

Prinz Daniel kam am 15. September 1973 als Daniel Westling in einer bürgerlichen Familie in Örebro zur Welt. Die Familie zog zu Beginn seines Lebens mehrmals um und etablierte sich schließlich in Ockelbo, dem Ort, in dem der heutige Prinz auch aufwuchs. Nach der Hauptschule besuchte er die zweijährige Soziallinie des Gymnasiums in Sandviken, dem erst der Wehrdienst folgte, anschließend einige Jahre im einfachen Schuldienst. Erst als Westling 1994 nach Stockholm zog, entdeckte er seine wahre Neigung.

In Stockholm begann Daniel Westling in der Volkshochschule auf Värmdö ein Studium zum Sportpädagogen, dem auch eine Ausbildung zum persönlichen Trainer folgte, was ihm 1997 wiederum eine Anstellung im Fitnesscenter Master Training brachte. Nur ein Jahr später machte sich Westling selbständig und sechs Jahre später gründete er, gemeinsam mit zwei Freunden, das Fitnesscenter Master Training AB, dem weitere Engagement in diesem Bereich folgten, unter anderem auch gemeinsam mit Björn Ulvaeus. Auf Empfehlung von Prinzessin Madeleine kam Westling dann in Kontakt mit Kronprinzessin Victoria von Schweden und wurde ihr persönlicher Trainer.

Wie schnell sich die Kronprinzessin und Daniel Westling näher kamen, ist weniger bekannt, aber bereits 2002 war das Verhältnis der beiden öffentlich und ab 2007 lebten die beiden mehr oder weniger in der Wohnung der Kronprinzessin. Erst am 24. Februar 2009 gab der königliche Hof dann die Verlobung der Beiden bekannt und noch im Herbst des gleichen Jahres verließ Westling die meisten seiner beruflichen Aufgaben. Am 19. Juni 2010 gingen Daniel Westling und die Kronprinzessin Victoria die Ehe ein. Bei dieser Angelegenheit wurde aus Daniel Westling auch Prinz Daniel Westling Bernadotte. Auch als Ehemann der Kronprinzessin kann Prinz Daniel weder den schwedischen Thron erben, noch kann er je Reichsvorstand werden. Seine offiziellen Aufgaben werden vom Hofstaat der Kronprinzessin koordiniert.


15. September 1664: Karlshamn wird zur Stadt ernannt
15. September 1907: Gunnar Ekelöf, der erste surrealistische Autor Schwedens
15. September 1969: Die Karriere von Åke Grönberg
15. September 1972: Flugzeugentführung in Schweden
15. September 1973: Gustav VI. Adolf, der König mit Interesse für Archäologie
15. September 1975: Der Name Arla wird in Schweden geboren
15. September 1990: Der private Fernsehkanal TV4 sendet analog

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 13. Juni 2014

Erik af Edholm wird Chef der Königlichen Oper und des Dramaten

Als Erik af Edholm am 13. Juni 1817 in Stockholm geboren wurde, hatte er bereits alle Vorteile auf seiner Seite, da er auf Grund seines Vaters sowohl beruflich als auch aus persönlichen Gründen an das Königshaus geknüft war. Edholm begann daher eine militärische Karriere, ohne jedoch je die erwünschte Spitzenposition zu erreichen, da er als typischer Vertreter des Kreises Bernadotte sich mehr um das Gesellschaftsleben und das Vergnügen kümmerte als um seine Karriere. Erst nachdem Edholm über 40 Jahre alt geworden war, begann er die Oberflächlichkeit und Nutzlosigkeit seines vorherigen Lebens einzusehen.

Immerhin gehört Erik af Edholm zu den wenigen, die es auf Grund ihrer minutiösen Tagebuchaufzeichnungen, die bereits in seiner frühen Jugend einsetzen, ermöglichen das höfische Leben der privilegierten Schicht des 19. Jahrhunderts besser zu verstehen, denn neben seinen amoreusen Abenteuern, den Maskenbällen und dem nichtsnutzigem Tagesvertreib findet man unter seinen Aufzeichnungen auch 1752 Mahlzeiten, inklusive der Tischbesetzung, beschrieben. Natürlich können die Tagebücher Edholms kaum als Literatur bezeichnet werden, aber sie sind eine extrem wertvolle Beschreibung des gesellschaftlichen Lebens jener Zeit, auch wenn Edström zu jenen gehörte, die relativ wenig Nutzen aus den verschiedenen Beziehung zog, die er in diesen Jahren schaffen konnte.

Auch wenn sich Erik af Edholm selbst als politischer Ratgeber und militärischer Führer sah, so sah Karl XV. die wahren Talente seines Untergebenenund ernannte ihn daher 1866 zum Leiter der Hofkapelle, der Königlichen Oper und des Dramaten, eine im Grunde sehr undankbare Aufgabe, da diese Arbeiten grundsätzlich der Kritik von allen Seiten ausgesetzt waren. In der Tat zeigte hier Edholm jedoch seine Stärke, denn er setzte sich, so weit wie nur möglich, über Kritiker hinweg, erhöhte die Eintrittspreise und setzte auch Stücke auf den Spielplan, die nicht immer als höchste Kunst betrachtet wurden, sondern Geld in die leeren Kassen brachten. Fünfzehn Jahre behielt Edholm seine Funktion und er führte mit neuen Ideen und einem hervorragenden Stab an Schauspieler das kulturelle Leben Stockholms auf den Höhepunkt jener Epoche. Bereits 1869 ernannte Karl XV. Erik af Edholm zum Hofmarschall, eine Aufgabe von der er jedoch schon drei Jahre später vom Nachfolger Oscar II. beurlaubt wurde.


13. Juni 1854: Jenny Nyström und die schwedischen Weihnachtstrolle
13. Juni 1901: Tage Erlander und der schwedische Sozialismus
13. Juni 1951: Stellan Skarsgård, anerkannter Schauspieler ohne Ausbildung
13. Juni 1952: Die verschwundene DC-3 und die Catalinaaffäre
13. Juni 2004: Junilistan, die europakritische Partei Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 26. August 2013

Die schwedische Königin Margareta Eriksdotter

Als Margareta Eriksdotter Leijonhufvud am 26. August 1551 auf Schloss Tynnelsö am Mälaren starb, hatte sie die höchste Stufe der schwedischen Gesellschaft erreicht, denn als zweit Ehefrau von Gustav Vasa, war sie die Königin Margareta von Schweden geworden, in einer Ehe, die bereits seit 1536 bestand. Obwohl Margareta Eriksdotter um zwanzig Jahre jünger als ihr Ehemann war, starb sie bereits neun Jahre vor ihrem Gemahl und hatte innerhalb dieser Zeit zehn Kinder zur Welt gebracht.

Auch wenn relativ wenig über Königin Margareta geschrieben wurde, so kann man den Dokumenten entnehmen, dass sie zu den beliebtesten Königinnen Schwedens gehörte, der es mit ihrer ruhigen Art gelang auch den oft aufbrausenden Gustav Vasa zu beruhigen. Margareta Eriksdotter hatte auch bei ihrem Ehemann das Herz erobert, denn jeder seiner Briefe, die er an die Königin richtete begann mit den Worten Min allra hjärtans käraste Margareta (Meines Herzens allerliebste Margareta).

In der Zeit als Margareta mit Gustav Vasa verheiratet war, führte er die Reformation durch und verwies zahlreiche einflussreiche Personen, die nicht zum protestantischen Glauben übertreten wollten, des Landes. Margareta war eine der wenigen Personen Schwedens, die dennoch ihren katholischen Glauben behalten durfte. Die in der Geschichte relativ unscheinbare Königin ist zudem, durch die Ehen ihrer Töchter, die Stammmutter sehr vieler europäischen Königshäuser Europas, nicht jedoch jene des schwedischen Königshauses.


26. August 1932: Olov Svedelid und der Stockholmer Kriminalroman 
26. August 2005: Der Schwein- und Schlittschuhverein GOSF in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 27. Juni 2013

Carl Bernadotte und die Affäre Huseby

Als Carl Bernadotte aus dem Königshaus Bernadotte am 27. Juni 2003 im Krankenhaus in Malaga starb, gehörte er in gewisser Weise zu den Ausgestoßenen des Königshauses, da er durch seine bürgerliche Ehe erst alle Rechte eines schwedischen Adeligen verloren hatte und später auch noch in die Hysebyaffären (die Affäre Hyseby) verstrickt war. Vergeben wurde ihm erst nach 40 Jahren im freiwilligen Exil in Spanien, denn Carl Bernadotte wurde im königlichen Friedhof, neben anderen Mitgliedern des Königshauses, im Hagapark begraben.

Als Carl Bernadotte im Jahre 1911 zur Welt kam, war er noch Prinz von Schweden und Herzog des Östergötland, zwei Titeln, denen er entsagen musste als er am 6. Juli 1937 Gräfin Elsa von Rosen heiratete. Der Verlust des Titels und seines Erbrechts auf die königliche Krone machte dem Ehepaar jedoch relativ wenig aus, da Carl Bernadotte anschließend von seinem Schwager, Leopold III. von Belgien, den Erbtitel „Prinz Bernadotte“ erhielt und seine Frau damit zu Prinzessin Bernadotte aufstieg.

Sehr bekannt wurde Prinz Carl dann jedoch in den 50er Jahren, als er, bewusst oder unbewusst, eine wichtige Rolle in der Affäre Huseby spielte, als mehrere Personen Florence Stephens einen bedeutenden finanziellen Schaden zufügten. Unter den drei Angeklagten wurde nur Carl Bernadotte freigesprochen, da er ein Geständnis abgelegt hatte. Allerdings war diese Affäre von 1957 bis 1962 auf den Titelseiten aller Zeitungen zu finden, was Prinz Bernadotte letztendlich dazu bewegte nach Spanien zu ziehen wo niemand diese Geschichte kannte.


27. Juni 1895: Sophie Adlersparre und die schwedische Frauenbewegung 
27. Juni 1902: Der letzte Geadelte Schwedens: Sven Anders Hedin

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 13. Mai 2013

Prinz Philip und der verlorene Thron Schwedens

Als Prinz Philip am 13. Mai 1979 auf dem Schloss in Stockholm geboren wurde, war er nicht „einfacher“ Prinz wie heute, sondern er war noch der Kronprinz, dem einst die Krone Schwedens gehören sollte. Bereits zum 1. Januar 1980 wurde dann jedoch die Erbfolge in Schweden geändert und Victoria wurde damit zur Kronprinzessin. Philip blieb immerhin noch schwedischer Prinz und Herzog des Värmlands, einer der Gründe, warum man ihn auch heute noch sehr häufig bei wichtigen Ereignissen des Värmlands dort treffen kann.

Ausbildungsmäßig ging Prinz Philip mehrere Wege, denn nach der privaten Kent School in Connecticut und der schwedischen Eliteschule Lundsberg, machte der Prinz eine zweijährige Ausbildung in graphischem Design, anschließend studierte er Landwirtschaft und Forstwirtschaft, begann sich intensiv für Fotografie zu interessieren und so nebenbei stieg er nach seiner militärischen Ausbildung vom Bootschef bis zum Hauptmann auf und ist heute Reserveoffizier der schwedischen Marine.

Prinz Philip bezeichnet sich selbst als sehr sportinteressiert und bewegt sich während der Jagd viel in der Natur, in der Regel mit dem Gewehr über der Schulter oder im Anschlag. Sein Lieblingssport sind allerdings Autorennen, wofür er auch als Fahrer eine Lizenz besitzt. Im Jahre 2010 erhielt Prinz Philip beim Porsche GT3 Endurance Scandinavia sogar den Meistertitel, wobei schnelles Fahren bei mehreren Mitgliedern der königlichen Linie zum Prestige gehört. Als Designer trat der Prinz 2009 mit einer selbst entworfenen und sehr einfachen Silberbesteckserie an die Öffentlichkeit, die man für etwa 30.000 Kronen erwerben kann.


13. Mai 1901: Linnea, eine Blume wird zum schwedischen Vornamen 
13. Mai 1921: Rassenstudien in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin