Posts mit dem Label Vimmerby werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Vimmerby werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 29. Juni 2016

Das kulturistorische Museum Näktergalen in Vimmerby

Das Museum Näktergalen, seit 2012 offiziell Stadsmuseet Näktergalen, nimmt in mehrerer Hinsicht eine Sonderstellung innerhalb der schwedischen Museumswelt ein. Zum einen hat das Museum, das am 29. Juni 1996 eingeweiht wurde, das Ziel die gesamte kulturhistorische Entwicklung Vimmerbys darzustellen, einer Kleinstadt mit knapp 8000 Einwohnern, und zum anderen findet man das Museum in einem der kulturhistorisch interessantesten Bauten Schwedens, das gegen 1740 gebaut wurde und damit selbst von architektonischer Warte noch extrem interessant ist.

Das Stadtmuseum Näktergalen in Vimmerby will in erster Linie das lokale Kulturerbe erhalten und kauft daher Gegenstände und Kunstwerke ein, die entweder eine Geschichte der Gemeinde zu erzählen haben oder aber zu offiziellen Kunstwerken gehören, unter der Voraussetzung, dass diese Gegenstände und Kunstwerke von Handwerkern oder Künstlern geschaffen wurden, die auch eine echte Verbindung zu Vimmerby haben oder hatten. Auf diese Weise soll die Geschichte der Kleinstadt auch für die Zukunft erhalten bleiben.

Das Gebäude, in dem dass Museum Näktergalen eingerichtet wurde, entstand gegen 1740, mit einem Aufbau Mitte des 19. Jahrhunderts, und wurde in der traditionellen Holzbauweise erstellt. An den Decken und Wänden der Räume kann man noch großteils die ursprünglichen Barockmalereien finden, die typisch für das Vimmerby des 18. Jahrhunderts waren. 1990 sollte das Haus im Rahmen einer Stadtsanierung abgerissen werden, was glücklicherweise in letzter Sekunde verhindert werden konnte, nicht zuletzt auch dank einer Schenkung von Astrid Lindgren und Gaben der gesamten Gemeinde, die es ermöglichten dass Vimmerby das historische Gebäude aufkaufen und in ein Museum verwandeln konnte.


29. Juni 1561: König Erik XIV (Erich XIV.), der Nachfolger von Gustav Vasa
29. Juni 1613: Seved Ribbing, Reichsschatzmeister und Reichsrat
29. Juni 1763: Hedvig Charlotta Nordenflycht, die erste Feministin Schwedens
29. Juni 1763: Hedvig Charlotta Nordenflycht, mit Lyrik in den Tod
29. Juni 1809: König Karl XIII. von Schweden
29. Juni 1861: Die schwedische Schriftstellerin Rosa Arbman
29. Juni 1865: Der schwedische Landschaftsmaler Nils Andersson
29. Juni 1900: Die Nobelstiftung und der Nobelpreis Alfred Nobels

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 18. Juli 2012

Der Tag des Bieres in Schweden

Selbst jene, die versuchen sich auf dem Laufenden zu halten mit all den Ereignissen die in Schweden mit den einzelnen Tagen des Jahres verbunden sind, werden dieses Jahr von einem weiteren „Tag des Jahres“ überrascht, da der Verband der schwedischen Brauereien den 18. Juli erstmals zum Tag des Bieres ernannt haben, in der Hoffnung natürlich, dass sich im Laufe der Jahre nicht nur alle 70 schwedischen Bierbrauereien der Aktion anschließen werden, sondern auch hunderte von anderen Stellen, denen schwedisches Bier am Herzen liegt.

Am heutigen 18. Juli werden auf jeden Fall alle Mitglieder des Verbandes „Sveriges Bryggerier“ bei einem gemeinsamen Tag der offenen Tür über ihre Arbeit berichten, den Brauvorgang erklären, die unterschiedlichen Arten von Bier darzustellen und natürlich auch zu Kostproben einladen. Nach dem Verband ist Schweden im Grunde auch kein Land des Weines, dem meist getrunkenen Alkohol des Landes, sondern ein Land des Bieres in dem auch die Hausmannskost auf Bier abgestimmt ist und nicht auf Wein. Gleichzeitig will der Verband der schwedischen Bierbrauer natürlich auch darauf aufmerksam machen, dass das Braugewerbe Schwedens mit seinen rund 70 aktiven Brauereien weiterlebt und bei weitem nicht alle Brauereien in die Hände der multinationalen Unternehmen geraten sind.

Wer am heutigen Mittwoch eine der Brauereien zwischen Visby, Falkenberg, Vimmerby, Sigtuna oder Ystad besucht, wird auch verstehen, warum jeder Schwede im Durchschnitt 50 Liter Bier pro Jahr trinkt, das allein in Schweden gekauft wird und nur etwa die Hälfte des Gesamtkonsums ausmacht, da die hohen Alkoholsteuern jedes Jahr mehr Schweden dazu verleiten Bier aus Deutschland zu holen oder Schmuggelware zu kaufen, was logischer Weise auch zu Lasten der schwedischen Bierbrauer geht, da man außerhalb Schwedens nur in Ausnahmefällen auch echt schwedisches Bier erhält. Leider gibt es auch nur wenige Touristen, die nach Schweden kommen und wirklich ein schwedisches Bier trinken, das nach deutschem Reinheitsgebot gebraut wird.


18. Juli 1871: Die Stockholms Centralstationen, der größte Bahnhof Schwedens
18. Juli 1881: Adolf Fredrik Munck und das Liebesleben von Gustav III. 

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 14. November 2011

Astrid Lindgren und ein erfundenes Schweden

Am 14. November 1907 wurde Astrid Anna Emilia Lindgren in Vimmerby im Småland geboren, der Stadt, in der sie die ersten 19 Jahre ihres Lebens verbrachte, um dann jedoch permanent nach Stockholm zu ziehen. Es gibt keinen schwedischen Autor, der das Bild Schwedens weltweit so stark geprägt hat wie Astrid Lindgren mit ihren Kinderbüchern, die mittlerweile in 95 Sprachen übersetzt wurden und wovon nahezu 150 Millionen Exemplare verkauft wurden. Vor allem ihre Filme, von denen einige in der Astrid Lindgren Welt in Vimmerby gedreht wurden, zeigen ein etwas idealisiertes Schweden zu Beginn des 20. Jahrhunderts, zeigen aber auch immer wieder Ansätze einer Gesellschaftskritik, die Astrid Lindgren in regelmäßigen Debattenartikeln vertrat.

Marie-Louise Ekmans Astrid Lindgren in Vimmerby

Astrid Lindgren war, vor allem ab den 70er Jahren, politisch stark engagiert. Sie kämpfte für die Rechte der Kinder, setzte sich für den Tierschutz ein und war engagierte Gegnerin der Kernkraft. Weltweit machte sie, wenn auch mit etwas irreführenden Angaben, auf die hohen schwedischen Steuern aufmerksam und kritisierte, dass man in Schweden unter gewissen Voraussetzungen mehr Steuern bezahlen muss als man einnimmt. Diese öffentliche Kritik war auch mit dafür verantwortlich, dass die Sozialdemokratische Partei unter Olof Palme 1976 die Regierung abgeben musste.

Als Astrid Lindgren am 28 Januar 2002 in Stockholm starb, hatte ihre Beerdigung mehr Aufmerksamkeit als die eines Königs und wurde von Dagens Nyheter mit einem Staatsbegräbnis verglichen. Ihr Sarg wurde auf einem schwarz gemalten Wagen von der Adolf Fredriks Kirche zur Storkyrkan transportiert, wobei ein Mädchen hinter dem Sargwagen einen weißen Hengst führte, was ein deutliches Symbol aus der heidnischen Zeit Schwedens ist. Nach der Zeremonie wurde die Leiche Astrid Lindgrens nach Vimmerby transportiert, wo die Autorin dann begraben wurde.

Die Astrid Lindgren Welt in Vimmerby entwickelte sich seit 1981 fortschreitend zu einem Themapark, der die Welt der Kinderbücher lebendig machen will und hat daher nicht sehr viel mit der Realität Schwedens zu tun. Das kleine Dorf soll während der Sommermonate träumen lassen und Kinder und Erwachsene in eine Parallelwelt der Bücher Astrid Lindgrens führen. Ab 2014 wird Astrid Lindgren auch auf den neuen 20-Kronen-Scheinen Schwedens zu finden sein.

14. November 1907: Astrid Lindgren, von Pippi Langstrumpf bis zu Emil und Ronja
14. November 1994: Die nordländische Modeschöpferin Paula Fahlander 
14. November 2004: Der Tag des Käsekuchen (Ostkakans dag) in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 8. September 2011

Wir Kinder aus Bullerbü - Alla vi barn i Bullerbyn

Obwohl die Fernsehserie „Wir Kinder aus Bullerbü“ von Astrid Lindgren bereits 1960 in deizehn Teilen verfilmt wurde, dauerte es bis zum 8. September 1962 bis sich der staatliche Sender SVT dazu entschloss die Serie dann auch im Fernsehen zu übertragen, gefolgt von Ausgaben auf VHS und später DVD mit dem Titel „Bara roligt i Bullerbyn“. Allerdings blieb selbst die Version auf DVD unvollständig, denn der dreizehnte Teil „Året om i Bullerbyn“ wurde grundsätzlich nicht mit übernommen, so dass für viele, die die Serie auf DVD sahen die TV-Serie „die Kinder aus Bullerbü“ mit Mittsommer endet.

Alla vi barn i Bullerbyn“ wurde auf der Insel Väddö nördlich von Stockholm gedreht und prägte über 30 Jahre lang das Bild eines Schwedens, das es in der von Astrid Lindgren geschilderten Form nie wirklich gab, sondern, wie auch die später gedrehten Filme, ein idealisiertes Land und Erinnerung aus der Zeit um 1920 zeigten. Bevor sich SVD dazu entschloss die Serien im Fernsehen zu zeigen, wurde das Material jedoch zu zwei Kinofilmen zusammengeschnitten, die unter den Titeln „Alla vi barn i Bullerbyn“ und „Bara roligt i Bullerbyn“ in den Jahren 1960 und 1961 in die Kinos kamen.

Erst in den Jahre 1986 und 1987 verfilmte dann Lasse Hallström erneut „Wir Kinder aus Bullerbü“, dieses Mal entstanden zwei Kinofilme, deren Manuskripte erneut Astrid Lindgren schrieb, die erst 1989 zu einer Fernsehserie zusammengeschnitten wurde und im SVT übertragen wurden. Dieses Mal wurden die Filme in Sevedstorp im Småland gedreht, dem Ort, den Astrid Lindgen als Vorbild für ihre Bücher sah. Die Kinder im Film gehen allerdings auch nicht in die Astrid Lindgren Schule in Vimmerby, sondern die Tveta Skola bei Mörlunda.

8. September 1790: Johan Henrik Hästesko wird in Stockholm hingerichtet
8. September 1994: Umeå stellt alle Stadtbusse auf Ethanol um

Copyright: Herbert Kårlin