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Sonntag, 1. Mai 2016

Das Ziegelmuseum in Heby im Uppland

Auch wenn der Ort Heby bei Sala bereits im Jahre 1370 erstmals genannt wurde, so sollte der Ort erst 1873 mit dem Bau der Eisenbahnlinie Dalabanan, der damaligen Norra stambanan, bedeutend werden und sich in einen Industrieort verwandeln. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts fand man hier ein Sägewerk, eine Eisengießerei, eine Brauerei, eine mechanische Werkstatt und jede Einrichtung über die ein bedeutenderer Ort jener Zeit verfügte. Um diese Zeit wurde Heby auch das schwedische Zentrum für die Ziegelherstellung, die mittlerweile ebenfalls zu Grabe getragen wurde. Seit 1975 nimmt nun auch die Bevölkerung des Ortes immer mehr ab, da die Arbeitsmöglichkeiten immer geringer werden.

Die Ziegelfabriken in Heby begannen sich ab Mitte des 19. Jahrhunderts zu entwickeln, wobei es sich hierbei nie um größere Firmen handelte, sondern um Unternehmen mit nur drei bis fünf Angestellten, allerdings um bis zu zwölf Minifabriken gleichzeitig.  Ab den 50er Jahren war es jedoch diesen kleinen Unternehmen nicht mehr möglich den Großunternehmen Konkurrenz zu machen und der Rückgang war unausweichlich. 1980 wurde dann mit Olsson & Rosenlund die letzte Fabrik im Ort Heby aufgelöst und nur noch im Nachbarort konnte ein kleineres Unternehmen bis heute überleben, das letzte schwedische Unternehmen, das noch Dachziegel herstellt.

Um die industrielle Vergangenheit Hebys nicht in der Vergessenheit versinken zu lassen, entstand dort im Jahre 1989, unter Initiative des Schriftstellers Hans Möller, ein Verein, der das Ziel hatte ein Museum zur Ziegelherstellung in Heby zu gründen. Nach sechs Jahren Vorbereitung konnte das Ziegelmuseum in Heby am 1. Mai 1995 schließlich im alten Bahnhof das Licht sehen. Seit 2007 ist das Ziegelmuseum nun in der früheren Brauerei des Ortes untergebracht, die vollkommen aus in Heby geschlagenem Ziegel erbaut wurde. Im aktuellen Museum kann der Besucher den Weg der Ziegel in seiner gesamten Entwicklung verfolgen, entdeckt aber nicht nur wie der klassische Ziegel Hebys entstand, sondern lernt auch viel über die Geschichte der Arbeiter jener Zeit und, in Form einer Fotoausstellung, ihres täglichen Lebens kennen.


1. Mai 1890: Der 1. Mai in Schweden
1. Mai 1920: Die schwedische Kronprinzessin Margareta, genannt Daisy
1. Mai 1950: Sigfrid Lindström und die moderne Welt der Sagen
1. Mai 1958: Die nordische Passunion
1. Mai 1969: Schwedischer Reaktor entgeht nur knapp einer Kernschmelze
1. Mai 1974: Jan Olof Olsson, der historische Roman und Reiseschilderungen
1. Mai 2009: Hochzeit für Homosexuelle in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Mittwoch, 2. September 2015

Oktoberfestbier in der schwedischen Systembolaget

Während das deutsche Oktoberfest bis ins Jahr 1810 und zur Verlobung des damaligen Kronprinzen zurückreicht, kamen die Oktoberfeste erste während der letzten Jahre nach Schweden und haben mit der deutschen Tradition sehr wenig gemeinsam, wenn man vom Bier trinken, einigen wenigen bayerischen Spezialitäten und dem sehr kontrollierten Zugang zu Zelten und Restaurants absieht, denn immerhin müssen Jugendliche in Schweden von jedem Alkoholgenuss abgehalten werden. Auch das staatliche Alkoholmonopol Systembolaget will seit einigen Jahren von der Bekanntheit des deutschen Oktoberfests profitieren.

Natürlich veranstaltet die Systembolaget keine Oktoberfeste, sondern bietet im September, und nur im September, lediglich sogenannte Oktoberfestbiere (oktoberfestöl) an. Aber auch hierbei richtet sich das Angebot kaum an Bewohner Münchens, denn während die Regeln für das Brauen und Verkaufen des Festbiers in München strikten Regeln folgen muss, kann in Schweden im Prinzip jedes Bier, unabhängig seiner Herkunft, als Oktoberfestbier ausgezeichnet werden. Der Anreiz ist lediglich der Name und der auf September begrenzte Verkauf.

Als daher am 2. September 2013 das erste Oktoberfestbier des Jahres von der Systembolaget verkauft wurde, fand man nicht nur Bier, das in München gebraut war, wobei auch dieses Bier nicht unbedingt dem Festbier in den Zelten entsprach, sondern es wurde auch schwedisches und dänisches Bier als Oktoberfestbier angeboten. Erstaunlich ist dabei jedoch, dass sogenannte Oktoberfestbiere in Schweden in sehr großer Menge verkauft werden, auch wenn so manche Biersorten mehr von der Experimentierfreundlichkeit und dem Geschäftssinn einiger Brauereien zeugen als die bayerische Kultur nach Schweden zu holen.


2. September 1675: Der Beginn des Schonischen Krieges
2. September 1807: Fredrika Charlotta Runeberg, die erste Journalistin Finnland 
2. September 1854: Die Bomarsunds Festung auf Åland 
2. September 1889: Die Probleme des schwedischen Künstlers Isaac Grünewald 
2. September 1925: Gunnar Nilson, in Jazzkreisen bekannt als Siljabloo 
2. September 1932: Johan August Gustafsson, der Bauern-Skultör aus Öland

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Freitag, 26. Dezember 2014

Johan Albrecht Pripp und die legendären Pripps Brauereien

Johan Albrecht Pripp kam am 26. Dezember 1795 in Göteborg zur Welt und arbeitete ab seiner Jugend bei der Brauerei Frosten Svanander bei Lilla Bommen. Seinen Traum von einer eigenen Brauerei konnte Pripp sich dann 1828 erfüllen indem er die Bremerska Brauerei, ebenfalls in Göteborg, übernahm, die Brauerei, die sich wenig später in die Pripps Brauerei verwandeln sollte und bereits 1840 als die größte Brauerei Göteborgs galt. Johan Albrecht Pripp benötigte für diese Entwicklung gerade einmal sieben Jahre, denn er war erst 1833 in die Gilde der Bierbrauer aufgenommen worden und hatte daher 1828 noch nicht alle Rechte.

Die Brauerei Pripps, die zeitweise die größte Brauerei Schwedens war, wurde zwar von Johan Albrecht Pripp gegründet, wuchs jedoch insbesondere durch mehrere Fusionen und erwarb seinen Ruf als der Sohn des Gründers, der in Deutschland das Brauwesen studiert hatte, die Brauerei übernahm. Im Jahre 1879 verwandelte sich die Pripps Brauerei in eine Aktiengesellschaft und entglitt damit mehr und mehr der Familie Pripp. Bedeutend war jedoch das Warenzeichen Pripp, das auf den Gründer zurückging, unter dem im 20. Jahrhundert auch Biere anderer schwedischer Brauereien verkauft wurden.

Als die Pripps Brauereien im Jahre 1973 das 150-jährige Jubiläum feierten, kam zu diesem Anlass selbst König Carl XVI. Gustaf nach Göteborg. Aber bereits ein Jahr später übernahm der schwedische Staat die Pripps-Brauerein, was jedoch als Anfang des Endes des rein schwedischen Unternehmens werden sollte, denn kaum zehn Jahre später verkaufte die Regierung Pripps an Volvo und schließlich übernahm die dänische Brauerei Carlsberg Pripps. Carlsberg schloss mittlerweile sämtliche Brauereianlagen in Göteborg und behielt in Schweden lediglich die Falcon Brauerei in Falkenberg. Ausschliesslich das Warenzeichen Pripps lebt auch unter dänischer Regie weiter.


26. Dezember 1302: Valdemar Birgersson, der liebestolle König Schwedens
26. Dezember 1302: Valdemar Birgersson, der Frauenheld unter den Königen
26. Dezember 1849: Der schwedische Schriftsteller Samuel Johan Hedborn
26. Dezember 1925: Die Uppståndelsekapellet im Stockholmer Waldfriedhof
26. Dezember 1965: Der Film Att angöra en brygga von Hasse und Tage

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Montag, 11. Februar 2013

Anders Bjurholm und die schwedischen Bierflaschen

Anders Bjurholm wurde am 11. Februar 1876 in Österhaninge geboren und stammte aus einem alten Bauerngeschlecht. Karriere machte er jedoch in einem völlig anderen Bereich, denn nachdem er von seinem Bruder, Pehr Bjurholm, einem Braumeister, alle Geheimnisse des Bierbrauen gelernt hatte, widmete er sich sein Leben lang dieser Kunst und gründete auch die Bjurholms Bryggeri, die jedoch 1889 an das Kartell AB Stockholms Bryggerier verkauft wurde.

Während Anders Bjurholm anfangs noch das ursprüngliche schwedische Bier herstellte, ging er bald dazu über bayersk öl zu brauen, also Bier, das nach den Rezepten von Mönchen des 15. Jahrhunderts gebraut wird und dem sogenannten Münchner Bier entspricht. In diesem Rahmen übersetzte er auch die deutschen Braubücher und führte Etiketten auf Bierflaschen ein, die bis dahin in Schweden nicht üblich waren.

Einen der größten Erfolge hatte Anders Bjurholm dann im Jahre 1884, als er, gemeinsam mit dem Ingenieur Gustaf Emil Boëthius, beauftragt wurde ein Standardmodell im metrischen System für schwedische Bierflaschen zu entwickeln. Noch im gleichen Jahr wurde diese Flasche dann versuchsweise in Stockholm als Standardmodell eingeführt und zwei Jahre später wurde sie in ganz Schweden offiziell eingeführt.


11. Februar 1774: Hans Järta, revolutionäre Schriften und die Wandlung
11. Februar 1795: Carl Michael Bellman, der Außenseiter unter den Skalden
11. Februar 1958: Bertil Malmberg und die göttliche Lyrik
11. Februar 1978: Harry Martinson, ein Nobelpreisträger begeht Selbstmord
11. Februar 2007: Marianne Fredriksson und die christliche Frauenliteratur Schwedens 

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 18. Juli 2012

Der Tag des Bieres in Schweden

Selbst jene, die versuchen sich auf dem Laufenden zu halten mit all den Ereignissen die in Schweden mit den einzelnen Tagen des Jahres verbunden sind, werden dieses Jahr von einem weiteren „Tag des Jahres“ überrascht, da der Verband der schwedischen Brauereien den 18. Juli erstmals zum Tag des Bieres ernannt haben, in der Hoffnung natürlich, dass sich im Laufe der Jahre nicht nur alle 70 schwedischen Bierbrauereien der Aktion anschließen werden, sondern auch hunderte von anderen Stellen, denen schwedisches Bier am Herzen liegt.

Am heutigen 18. Juli werden auf jeden Fall alle Mitglieder des Verbandes „Sveriges Bryggerier“ bei einem gemeinsamen Tag der offenen Tür über ihre Arbeit berichten, den Brauvorgang erklären, die unterschiedlichen Arten von Bier darzustellen und natürlich auch zu Kostproben einladen. Nach dem Verband ist Schweden im Grunde auch kein Land des Weines, dem meist getrunkenen Alkohol des Landes, sondern ein Land des Bieres in dem auch die Hausmannskost auf Bier abgestimmt ist und nicht auf Wein. Gleichzeitig will der Verband der schwedischen Bierbrauer natürlich auch darauf aufmerksam machen, dass das Braugewerbe Schwedens mit seinen rund 70 aktiven Brauereien weiterlebt und bei weitem nicht alle Brauereien in die Hände der multinationalen Unternehmen geraten sind.

Wer am heutigen Mittwoch eine der Brauereien zwischen Visby, Falkenberg, Vimmerby, Sigtuna oder Ystad besucht, wird auch verstehen, warum jeder Schwede im Durchschnitt 50 Liter Bier pro Jahr trinkt, das allein in Schweden gekauft wird und nur etwa die Hälfte des Gesamtkonsums ausmacht, da die hohen Alkoholsteuern jedes Jahr mehr Schweden dazu verleiten Bier aus Deutschland zu holen oder Schmuggelware zu kaufen, was logischer Weise auch zu Lasten der schwedischen Bierbrauer geht, da man außerhalb Schwedens nur in Ausnahmefällen auch echt schwedisches Bier erhält. Leider gibt es auch nur wenige Touristen, die nach Schweden kommen und wirklich ein schwedisches Bier trinken, das nach deutschem Reinheitsgebot gebraut wird.


18. Juli 1871: Die Stockholms Centralstationen, der größte Bahnhof Schwedens
18. Juli 1881: Adolf Fredrik Munck und das Liebesleben von Gustav III. 

Copyright: Herbert Kårlin