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Sonntag, 24. April 2016

Die Torslandaverken in Göteborg

Als am 14. April 1927 der erste Volvo ÖV4 vom Band lief, bei einer Tagesproduktion von fünf Fahrzeugen, konnte sich vermutlich niemand vorstellen dass die mehrmals erweiterten Werkshallen Volvos im Jahre 1957 nicht mehr für eine notwendige Produktionsexpansion ausreichen würden und sich das Unternehmen auf die Suche nach neuen Produktionshallen machen musste. Ein Jahr später wurde man in Sörredsdalen auf Hisingen in Göteborg fündig und konnte, dank bedeutender staatlicher Unterstützung die damals größte Fabrikhalle Schwedens bauen in der man plante jährlich bis zu 200.000 Fahrzeuge zu bauen.

Volvo kaufte dann vier Millionen Quadratmeter Fläche auf, die zwar überwiegend aus Berggrund bestand, aber auch die Felder und Wiesen von 15 Landwirten umfasste. Stufenweise entstanden dann auf diesem gigantischen Gebiet die Torslandaverken, die Fabrik in der noch heute Volvo Personenwagen gebaut werden. Die Einweihung der Torslandaverken erfolgte am 24. April 1964 von König Gustaf VI. Adolf, der bei dieser Gelegenheit mit einem Volvo ÖV4 durch die Anlage gefahren wurde und das erste Fahrzeug, das in der neuen Fabrik gebaut wurde, ein Volvo Amazon, als Geschenk erhielt.

Im Laufe der Jahrzehnte wurden die Torslandaverke in Göteborg immer weiter ausgebaut und beim 50-jährigen Jubiläum der Werke konnte man in der Anlage jährlich 300.000 Fahrzeuge herstellen. Weniger positiv sehen die Zahlen für die Angestellten aus, denn während in der Blütezeit Volvos täglich etwa 11.000 Arbeiter und Angestellte täglich in den Werken auf Hisingen arbeiteten, zählt man heute nur noch rund 6000 Angestellt in den verschiedensten Anlagen, die auch durch Testanlagen, Ausbildungszentren und ein technisches Gymnasium ergänzt wurden. Noch immer ist auch die Firmenzentrale von Volvo Personenwagen in den Torslandaverken zu finden.


24. April 1642: Samuel Columbus und das biblische Epos Schwedens
24. April 1771: Reichsmarschall Claes Adolph Fleming
24. April 1794: Axel von Fersen der Ältere in der Opposition
24. April 1830: Die schwedische Prinzessin Eugénie
24. April 1896: Örebro wird internationale Handelsstadt
24. April 1901: Der schwedische Ministerpräsident Arvid Posse
24. April 1917: Die Hungerdemonstration in Stockholm
24. April 1940: Die schwedische Künstlerin Fanny Brate
24. April 1941: Karin Boye und die Zerbrechlichkeit einer Schriftstellerin
24. April 1957: Maria Elisabeth Hesselblad erweckt den Birgittaorden
24. April 1961: Das Kriegsschiff Vasa wird in Stockholm geborgen
24. April 1975: Geiselnahme in der deutschen Botschaft in Stockholm
24. April 1979: Die schwedische Sängerin Marie Picasso
24. April 2000: Ulla Isaksson und ein Blick in die Seele der Frau

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 3. August 2014

Der Volvo Amazon wird den Händlern präsentiert

Als Volvo einen modernen Nachfolger für seinen PV 144 suchte, sollte auch die Karosserie modernisiert werden. Mehrere renommierte Designer machten sich daher an ein neues Modell und stießen dabei auf zahlreiche Probleme, denn einmal waren die Produktionskosten zu hoch, ein anderes Mal die Rücksitze unbrauchbar oder es fanden sich andere Probleme. Letztendlich wurde dann das Modell von Jan Wilsgaard gewählt, der 1950 für die Designabteilung Volvos geworben worden war. Das erste große Projekt des Designers wurde dann das Projekt „PV 55“, der Volvo Amazon.


Allerdings sollte es von der Idee, die bereits zu Beginn der 50er Jahre geboren worden war noch Jahre dauern bis der Volvo Amazon in Serie ging, denn erst am 3. August 1956, etwas über 29 Jahre nach dem ersten Volvo ÖV4, wurde das neue Fahrzeug in Skövde den Wiederverkäufern präsentiert und einen weiteren Monat später in Örebro auch den künftigen Käufern. Aber auch wenn man von der Technik von einem rein schwedischen Produkt sprechen kann, so war das Design des Volvo Amazon sehr stark von den damaligen amerikanischen Automodellen beeinflusst, die man weltweit als Vorbild modernen Autodesigns sah.

Der Vergleich mit amerikanischen Modellen, insbesondere dem Imperial von Chrysler, beschränkt sich jedoch auf das Design, denn bereits beim Volvo Amazon dachte das Unternehmen in erster Linie an die Sicherheit. Bereits der erste Amazon, der vom Fließband lief, hatte, zum Beispiel, die Vorrichtung für Sicherheitsgurte und ab 1959 hatte das Modell serienmäßig Dreipunktgurt für Fahrer und Beifahrer. Der Volvo Amazon war damit das erste Serienfahrzeug weltweit, das grundsätzlich mit dieser Art von Gurten ausgestattet war. Vom Amazon, der zwischen 1956 und 1970 hergestellt wurde, verkaufte das Unternehmen insgesamt 667.323 Exemplare.


3. August 1771: Anders Carlsson af Kullberg, Bischof ohne Priesterweihe
3. August 1883: Gröna Lund, der Vergnügungspark in Stockholm 
3. August 1963: Moderne Klöster in Schweden 
3. August 1963: Die Wiederauferstehung des Kloster Glumslöv

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 23. Januar 2013

Das Ende der Werft Uddevallavarvet und der Umbruch

Auch wenn die Geschichte der Werft Uddevallavarvet nur 40 Jahre andauernde, so entschied die im Jahre 1946 von Gustaf B. Thordén gegründete Anlage über die gesamte Zukunft des Bohuslän und der Stadt Uddevalla. In den 50er Jahren war die Werft mit dem Bau von Supertankern der größte Arbeitgeber des Bohuslän geworden, der selbst Arbeiter aus Deutschland und Finnland anzog. Durch die steigende Bevölkerung kehrte in der bisher sehr armen Gegend der Wohlstand ein und es wurden zahlreiche Vereine gegründet, die ein aktives Leben nach Uddevalla brachten.

Als im Jahre 1985, mitten in der schwedischen Werftkrise, die staatliche Unterstützung für Werften auslief, so war sicher, dass die Uddevallavarvet, die mittlerweile dem Staat gehörte, im Jahre 1986 der Vergangenheit angehören würde, da die Werft der internationalen Konkurrenz nicht gewachsen war. Der Kampf der Gewerkschaften war hoffnungslos, so dass die Region nur abwarten konnte was die Regierung letztendlich entscheiden würde um nicht tausende von Arbeitsplätzen endgültig zu zerstören. Noch bevor die Werft abgewickelt wurde, kam dann die Antwort.

Am 23. Januar 1985 entschied sich die Regierung insgesamt zwei Milliarden Kronen in die Uddevallavarvet zu investieren, allerdings auf eine andere Weise als viele hofften. Das Geld diente dafür dort eine neue Wirtschaft aufzubauen und den Tourismus zu entwickeln. Ein Großteil des Geldes ging an Volvo um eine Fabrik zu bauen, die 1200 Arbeiter beschäftigen sollte, der Rest ging an die Infrastruktur und die touristische Entwicklung, die sich heute zur wichtigsten Einnahmequelle des Bohuslän entwickelt hat zumal Volvo die dortige Produktion im Jahr 2013 ganz auflösen wird.


23. Januar: Frej und Freja, die nordischen Götter der Fruchtbarkeit
23. Januar 1941: Torsten Fogelqvist und die Begegnung mit der Arbeiterbewegung 

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 29. November 2012

Tom Trana, mit Volvo und einer neuen Kurventechnik zum Erfolg

Tom Trana wurde am 29. November 1937 in Kristinehamn geboren und hatte seine Liebe zu den Autos von seinem Vater geerbt, der als Ingenieur bei Albin Motor arbeitete. Noch bevor Trana hinter einem Autosteuer Platz nehmen durfte, begann er mit großem Erfolg an Motocross-Ausscheidungen teilzunehmen. Den Umstieg zur Autorallye verdankte er dann vor allem dem legendären „Autodoktor“ Einar Nyqvist, der den Fehler eines Autos bereits nach dem Motorengeräusch analysieren konnte.

Die Rallyekarriere begann für Toma Trana in den 50er Jahren, als er gemeinsam mit Einar Nyqvist und seinem Jugendfreund Gunnar Palm in der Werkstadt PV-Service einen alten Volvo in unzähligen Nachtstunden in ein Rallyefahrzeug umbaute. Bereits sein erstes Fahrzeug baute er dabei für seine persönliche Kurventechnik um, was bedeutete, das der vordere Teil des Autos tiefer liegen musste als der hintere, damit er jede Kurve mit der für ihn typischen Schleudertechnik nehmen konnte.

Von Beginn an galt Tom Trana als einer der Spitzenfahrer, der sich fast immer unter den besten im Rallysport platzieren konnte, so dass er auch bald BP als Sponsor fand, die ihm kostenlos Benzin und Öl zur Verfügung stellten. Ab 1963 fuhr Trana dann keine privaten Volvos mehr, sondern wurde von Volvo finanziert, wobei er es im Jahre 1964 mit einem PV 544 sogar zum Europameister brachte. Leider stieg Volvo 1966 aus dem Rallyesport aus und Tom Trana stieg zu Saab um, da er privat in der Klasse, die er erreicht hatte, nicht mehr konkurrenzfähig sein konnte. Der Erfolg blieb jedoch aus, bis Trana Ende der 80er Jahre wieder auf eigene Kosten einen Volvo 544 umbaute.


29. November 1927: Das erste Telefongespräch von Stockholm nach New York
29. November 1958: Der schwedische Sänger und Musiker Orup 

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 11. März 2012

SKF, Kugellager aus Schweden

Nachdem der schwedische Ingenieur Sven Wingquist das Pendelkugellager entwickelt hatte, gründete er noch im gleichen Jahr, nämlich am 16. Februar 1907, das Unternehmen SKF (Svenska Kullagerfabrik) in Göteborg. Nur einen Monat später, ging dann von ASEA in Västerås die erste Bestellung ein. Auch wenn bereits im Februar die Weichen für SKF gestellt worden waren, so sollte das neue Unternehmen erst am 11. März 1907 offiziell in den Registern eingetragen werden. Bereits im ersten Jahr konnte die Firma dann 15 Angestellte zählen, die noch im gleichen Jahr 2200 Kugellager herstellten. Die Nachfrage nach Pendelkugellagern war jedoch so stark, dass SKF bereits 1908 Büros und Vertriebsstellen in sieben europäischen Ländern und in Australien öffnete und die Anzahl der Angestellten auf 100 erhöht wurde. In diesem Jahr wurden dann 45.000 Kugellager verkauft.

In den Folgejahren entwickelt SKF Kugellager für jeden Zweck und dehnt sich mit ungeahnter Geschwindigkeit aus. Bereits 1924 produziert SKF in zwölf Fabriken und mit 12.000 Angestellten über sechs Millionen Kugellager im Jahr. 1926 beginnt das Unternehmen dann, in Form eines Tochterunternehmens mit der Produktion von ersten Automobilen und gründete damit den größten Autohersteller Schwedens, die Firma Volvo.

Am 100. Jahrestag von SKF im Jahre 2007 ist das Unternehmen weltweit führend in der Herstellung von Kugellagern, bietet aber auch zahlreiche Randprodukte an. Das 21. Jahrhunderte begann indes vor allem mit einer verstärkten Ausdehnung im asiatischen Raum und der Entwicklung von Kugellagern, die rund 30 Prozent weniger Energie verbrauchen als frühere Kugellager, wobei insbesondere jene Lager zum Erfolg werden, die keinerlei Schmiersystem mehr benötigen.

11. März 1918: Die spanische Grippe in Schweden
11. März 1958: Die arrangierte Ehe von Prinzessin Ingeborg 

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 14. April 2011

Der erste Volvo läuft vom Band

Am 14. April 1927 um 10 Uhr morgens verließ der erste serienmäßig hergestellte Volvo die Fabrikhalle auf Hisingen, einem Stadtteil Göteborgs. Das Fahrzeug erhielt den Namen ÖV4 (Öppen Vagn 4 cylindrar), wurde aber vor allem unter dem Namen „Jakob“ bekannt, da der bekannteste Prototyp des Fahrzeugs am Namenstag Jakobs fertig gestellt wurde.

Vom ÖV4 wurden täglich fünf Exemplare hergestellt. Insgesamt wurden 996 dieser ersten schwedischen Autos ausgeliefert. Jedes Fahrzeug kostete 4800 Kronen und hatte eine Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h. Volvo bat jedoch die Käufer nur in Ausnahmefällen 60 km/h zu überschreiten. Im April 1929 wurde das Modell ÖV4 vom weitaus kräftigeren und geschlossenen Modell PV651 ersetzt.

Auch wenn der Geburtstag des Volvo ÖV4 der 14. April 1927 war, so verschickte das Unternehmen, das aus dem schwedischen Kugellagerhersteller SKF hervorging, bereits im August 1926 eine Presseinformation mit dem Foto des Autos, einem Prototyp, der in Stockholm hergestellt worden war. Das Unternehmen Volvo selbst wurde am 10. August 1926 während einer Vollversammlung von SKF gegründet, dem Unternehmen, das damals Volvo zu 100 Prozent besaß.

14. April 1924: Eine Straßenbahn, die mit Benzin fährt
14. April 1984: Marianne Aminoff, der unbekannte Filmstar 

Copyright: Herbert Kårlin