Freitag, 2. Dezember 2011

Tomas Tranströmer bekommt Augustpriset und Nobelpreis

Am 2. Dezember 1996 wurde dem schwedischen Poeten Tomas Tranströmer für seine Gedichtsammlung „Sorgegondolen“ der begehrte Augustpriset verliehen. Es handelt sich bei dieser Gedichtsammlung, die bisher nicht ins Deutsche übersetzt wurde, um die ersten Gedichte, die Tomas Tranströmer in japanischer Haiku-Form geschrieben hat, wobei etwa die Hälfte davon vor seiner Hirnblutung entstand und die andere Hälfte danach, ohne dass dies jedoch an irgendeiner Stelle sprachlich auffällt.

Den Titel für sein Buch und die Inspiration für die Gedichte nahm Tomas Tranströmer von einem Werk von Franz Liszt, wobei der Autor in seinem Gedicht „Sorgegondol nr. 2“ sowohl List als auch Richard Wagner persönlich nennt. Bei anderen Gedichten des Buches, z.B. dem Werk „Tystnaden“, setzt sich Tranströmer damit auseinander, wie man Poesie schaffen kann, wenn man sich nicht mehr poetisch ausdrücken kann, was nach mehreren Kritikern ein Zeichen dafür ist, dass dieses Gedicht erst nach seiner Hirnblutung entstanden sind.

Nach seiner Hirnblutung, nach der er auf der rechten Seite gelähmt blieb, entstanden nur noch relativ wenige Gedichte des Autors, der einst Literaturgeschichte und Psychologie studierte, wobei alle seine späteren Werke in der kurzen Haikuform geschrieben sind. Tranströmer, der bereits nach der Herausgabe seines Erstlingswerkes „17 dikter“ (17 Gedichte) in der schwedischen literarischen Welt als Genie betrachtet wurde, erhielt im Jahre 2011 für seine Gesamtwerke den Nobelpreis der Literatur.

2. Dezember 1766: Schweden verfügt weltweit über das erste Gesetz zur Pressefreiheit
2. Dezember 1961: Fredrik Böök verändert die literarische Landschaft Schwedens 


Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Der schwedische Adventskalender

Während der deutsche Papier-Adventskalender bereits gegen 1880 erfunden wurde, wurde er in Schweden erst zum 1. Dezember 1934 unter der Bezeichnung Julkalender (Weihnachtskalender) eingeführt, auch wenn Schweden bereits vorher seinen vorweihnachtlichen „Adventskalender“ hatte, da die verschiedenen Tage im Dezember jeweils bestimmten vorbereitenden Arbeiten gewidmet waren. Man war sich daher immer bewusst wie viele Tage noch bis Weihnachten blieben. Man könnte daher von einem „praktischen Adventskalender“ sprechen der in den Alltag integriert war. Der erste schwedische Papierkalender im Jahre 1934 stellte dann Tomtenissar (Hauswichtel) aus dem Dalarna dar und wurde von Pfadfindermädchen verkauft.

Am 1. Dezember 1957 wurde dann vom schwedischen Staatsradio Sveriges Radio der erste gesprochene Adventskalender ausgestrahlt. Jeden Tag wurde ein kleiner Teil einer Geschichte in Form eines Hörspiels ausgestrahlt, das dann am Heiligen Abend mit der Auflösung der Handlung endete und bis 1960 nahezu alle schwedischen Kinder in der Adventszeit vor die Radiogeräte zog, bis das Fernsehen mit einem eigenen Adventskalender einen Teil des jungen Publikums für sich gewann. Die gesprochenen Adventskalender des Radios wurden von einem gedruckten Kalender begleitet, der aus Reklamegründen kostenlos verteilt wurde. Auch heute noch ist dieser "Weihnachtskalender" eine Tradition des schwedischen Rundfunks.

Am 1. Dezember 1960 wurde dann der erste schwedische Adventskalender im Fernsehen ausgestrahlt. Die Idee wurde vom Radioprogramm übernommen, wobei diese Sendungen noch immer einen außerordentlichen Erfolg haben und, wie auch das Beispiel „Pelle Svanslös“ bewies, der Adventskalender von 1997, ein Teil der schwedischen Kultur. Die etwa 15-minütigen Abschnitte, die mit dem Öffnen eines Türchens enden, werden sowohl früh morgens als auch am Abend ausgestrahlt und helfen dabei Kinder auch in der dunklen Zeit des Jahres sehr früh aus dem Bett zu bekommen.

1. Dezember 1856: Die erste staatliche Eisenbahn in Schweden
1. Dezember 1900: Die schwedische Bevölkerung zur Jahrtausendwende 1900 

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Mittwoch, 30. November 2011

Karl XII., der „Kriegskönig“ Schwedens

Am 30. November 1718 wurde der schwedische König Karl XII. in der Nähe des norwegischen Halden, das damals noch Fredrikshald hieß, durch einen Kopfschuss getötet. Da der König möglicherweise von einem Knopf und keiner Kugel getötet wurde, und auch nicht sicher ist, ob er vom Feind oder den eigenen Reihen getötet wurde, wurden seine Knochen bisher mehrmals untersucht, ohne jedoch bisher die offenen Fragen klären zu können.

Karl XII., ein Sohn von Karl XI. und Ulrika Eleonora der Älteren, wurde bereits mit 15 Jahren als mündig erklärt, da seine Vormunde sich weder untereinander einigen konnten, noch aber vom künftigen König geschätzt wurden. Er bestieg daher den Thron noch im gleichen Jahr in dem sein Vater starb und ist der einzige König Schwedens, der sich bei der Krönung in der Storkyrkan in Stockholm die Krone selbst auf das Haupt setzte. Die Krönung war allerdings mehr eine Formalität und änderte wenig am Leben von Karl XII., da dieser bereits nach dem Tode des Vaters die Regierungsgeschäfte übernommen hatte, was als extrem ungewöhnlich gilt.

König Karl XII. wird von mehreren Geschichtsschreibern als „der Löwe des Nordens“ mit einem eisernen Willen beschrieben, da er nahezu alle Entscheidungen selbst fällte und all seinen Ratgebern misstraute. Einig ist man sich nur in Einem, dass nämlich Karl XII. keinen Krieg als Verlierer beenden wollte und daher alle seine Soldaten zum Äußersten zwang. Die in den König interpretierten Ideale führten dazu, dass die extrem rechte Bewegung Schweden jedes Jahr den Todestag von Karl XII. als nationale Gedenktag begeht.

30. November 1977: 67 Häuser verschwinden bei einem Erdrutsch bei Göteborg


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Dienstag, 29. November 2011

Das erste Telefongespräch von Stockholm nach New York

Bereits im Jahre 1880, nur vier Jahre nachdem Alexander Graham Bell die Erfindung des Telefons patentieren ließ, wurde in Stockholm die Stockholm Bell Telefonaktiebolag mit 100 Abonnenten innerhalb der zentralen Stadt gegründet. Und schon drei Jahre später, nachdem diese Gesellschaft in Allmänna Telefon AB umbenannt worden war, entstanden in ganz Schweden kleinere Telefongesellschaften, die, meist relativ lokal, ihre Dienste anboten. 1925 gab es dann in Stockholm mehr Telefone als in den europäischen Großstädten wie Berlin, London oder Paris, wo die neue Technik mit weitaus weniger Enthusiasmus aufgenommen worden war.

Im Jahre 1887 wurde in Stockholm dann eine Telefonstation geschaffen, wo auf einem 18 Meter hohen Turm 4000 Telefonleitungen Platz hatten, die sich dann vom Dach des Gebäudes aus über die ganze Stadt erstreckten. Diese weltgrößte Anlage bestand bis zum Jahre 1953. Da man sehr schnell feststellte, dass im Boden verlegte Leitungen eine größere Sicherheit boten, begann man in Schweden sehr schnell alle Leitungen unterirdisch zu verlegen, was 1923 auch zum ersten unterirdischen Langstreckenkabel von Stockholm nach Göteborg führte, der wirtschaftlich zweitwichtigsten Stadt Schwedens.

Allerdings dauerte es dann weitere vier Jahre bis dann am 29. November 1927 das erste Telefongespräch von Stockholm nach New York geführt werden konnte, was der Radiostation Grimeton bei Varberg mit seiner Funkverbindung sehr bald Konkurrenz machen sollte, da sich die Kabelverbindungen schnell über ganz Europa erstreckten. Dieses erste Gespräch per Telefon benötigte jedoch nach wie vor eine Übertragung per Funk, die wiederum über eine Vermittlung lief, denn erst das Atlantikkabel, das 1956 verlegt wurde, erlaubte auch die Direktwahl eines Partners in Amerika.

29. November 1937: Tom Trana, mit Volvo und einer neuen Kurventechnik zum Erfolg
29. November 1958: Der schwedische Sänger und Musiker Orup 

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Montag, 28. November 2011

Oskar Andersson, der erste Comiczeichner Schwedens

Am 28. November 1906 beging der schwedische Comiczeichner Oskar Andersson auf der Insel Ekerö Selbstmord. Oskar Andersson gilt als der erste Comiczeichner Schwedens, wobei viele seiner Zeichnungen bis heute aktuell geblieben sind und noch heute in regelmäßigen Abständen in Buchform erscheinen. Während seiner letzten Lebensjahre schuf Oskar Andersson, der seine Werke grundsätzlich nur mit OA zeichnete, seine beiden bekanntesten Serien, nämlich „Mannen som gör vad som faller honom in“ und „Hur ett barn ser världen“.

Oskar Andersson begann mit 13 Jahren in der Münzprägerei zu arbeiten, was ihm sehr wenig zusagte, so dass er bereits zwei Jahre später die Technische Schule besuchte und einige Jahre später die Högre Konstindustrielle Schule, wo er sich mit gewissem Erfolg zum Möbelzeichner ausbildete. Als er jedoch in diesen Jahren die Werke amerikanischer Comiczeichner entdeckte, lernte er in Abendkursen Zeichnen und begann diese Zeichenform auf die schwedische Gesellschaft anzupassen und veröffentlichte sehr bald seine Werke in der Sonntagszeitung Söndags-Nisse. Ab 1897 begann Oskar Andersson dann hauptberuflich als Comiczeichner bei Strix und Hazze Z zu arbeiten.

Während der Arbeit an seinen letzten beiden Sammlungen wurde Oskar Andersson immer menschenscheuer, schwermütig und war häufig deprimiert, wobei er im seinem letzten Lebensjahr auch sehr häufig legendäre spontane Wutausbrüche hatte. Als er dann im Herbst 1906 für eine Zeitung Zeichnungen zu einer Wehrübung machen sollte, bei der neue Waffen ausprobiert wurden, hatte er einen Nervenzusammenbruch. Da seine Eltern befürchteten, dass er diese Erlebnisse nicht verkraften würde, beobachteten sie ihren Sohn nahezu rund um die Uhr, konnten jedoch den Selbstmord nicht verhindern.

28. November 1898: Die schwedische Lebensrettungsgesellschaft
28. November 1972: Die deutsch-schwedische Prinzessin Sibylla von Sachsen-Coburg-Gotha


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Sonntag, 27. November 2011

Åsa-Nisse, der Kino-Erfolg Schwedens

Am 27. November 1949 hatte der erste von mittlerweile 21 Filmen über Åsa-Nisse Premiere im Kino von Vetlanda. Åsa-Nisse, bzw. Nils Nilsson, war eine Figur, die Stig Cederholm 1944 erfand und zu Beginn in wöchentlichem Rhythmus in der Zeitschrift Tidsfördriv mit großem Erfolg veröffentlichte. Der Erfolg der Cartoons übertraf alle Erwartungen, was anschließend zur Produktion der Filme führte, aber auch einem Musical, und natürlich zu einer Serienzeitschrift, die heute zu den begehrtesten Sammelobjekten Schwedens zählt.

Zwischen 1949 und 1969 wurden 20 Filme über Åsa-Nisse gedreht, einem kleinen Landwirt aus dem Ort Knoholt im Småland, der keinerlei geregelten Arbeit nachgeht, aber regelmäßig wildert, Karten spielt und eine skurrile Erfindung nach der anderen macht. Die Handlungen drehen sich immer um die gleichen Personen, wobei in jedem Film ein bekannter Musiker oder eine Musikgruppe mitwirkte und irgend eine verrückte Autofahrt gezeigt wurde. Auch wenn sämtliche Filme ein garantierter Kassenerfolg waren, gab es keinen Kritiker, der an den Filmen ein gutes Wort ließ. Im Jahre 1956 erhielt der Film „Åsa-Nisse flyger i luften“ die kürzeste Kritik, die je einem schwedischen Film gegeben wurde: „Fahr in Frieden!“. Im Februar 2011 kam nun erneut ein Film über die legendäre schwedische Figur Åsa-Nisse ins Kino, erneut mit großem Erfolg.

Åsa-Nisse war Stig Cederholms erster und größter Erfolg, wobei bis zu den 40er Jahren nichts darauf hinwies, dass Cederholm je einen so hohen Bekanntheitsgrad erreichen würde, denn in den 30er Jahren kämpfte er in Spanien auf Francos Seite und während des Zweiten Weltkriegs arbeitete er für die deutsche SS. Zurück in Schweden wurde er dann in eine psychiatrische Abteilung eingewiesen und erst entlassen, als er die Autorin Dagny Alm heiratete. Durch die Erfolge Åsa-Nisses angeregt schrieb Stig Cederholm anschließend noch einige Naturbücher, allerdings mit weitaus geringerem Erfolg.

27. November 1907: Astrid, die Entwicklung eines altnordischen Namens
27. November 1984: Die schwedische Sängerin Sanna Nielsen 

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Samstag, 26. November 2011

König Adolf Fredrik, ein Herrscher ohne Macht

Am 26. November 1751 wurde Adolf Fredrik in der Storkyrkan in Stockholm zum schwedischen König gekrönt, ein Herrscher dessen Geburtstag Anfang Mai 1710 liegt, aber mit drei verschiedenen Tagen angegeben wird. Adolf Fredrik kam ausschließlich auf Druck der russischen Zarin Elisabeth an die Macht, da Russland hoffte mit Adolf Fredrik seinen Einfluss in Schweden stärken zu können und mit dem neuen König einen zuverlässigen Partner zu finden, was sich später jedoch als Irrtum herausstellte.

Im Jahre 1744 verheiratete sich Adolf Fredrik, ebenfalls mit russischen Einfluss mit Lovisa Ulrika von Preußen, der Schwester Friedrich des Großen. Auch wenn Adolf Fredrik offiziell der Herrscher Schwedens war, so entschied nicht er, sondern Lovisa Ulrika über die zu führende Politik, nicht zuletzt auch, weil sie weitaus intelligenter und welterfahrener war als ihr Mann. Ihr Ziel war aus Schweden eine totalitäre Monarchie zu schaffen, weshalb sie auch, durch Bestechungen im Reichstag, die Bande zu Russland kappte und den König dazu brachte ein Bündnis mit Frankreich und Preußen einzugehen.

Die Intrigen und das Machtstreben der Königin führten, nach anfänglichen Erfolgen, jedoch dazu dass der König Adolf Fredrik vom Adel nahezu entmachtet wurde und von einem Konflikt in den nächsten geriet. Vor allem Ulrika Lovisas Drang nach absolutem Einfluss des Königshauses brachte zahlreiche einflussreiche Gruppen Schwedens gegen das Königspaar auf und legte zeitweise die gesamte Regierung des Landes lahm. Nach dem Reichstag 1755/56 musste der König seinem Rat einen Stempel mit seiner Unterschrift aushändigen, was einer Entmachtung gleichkam. Gleichzeitig wurde die Königin angeklagt die Kronjuwelen verpfändet zu haben um eine Revolution in Schweden zu organisieren. Bei dieser Gelegenheit wurde dem Paar dann auch untersagt die Kronprinzen zu erziehen.

26. November 1867: Hans Jakob Lundborg und die schwedische Erweckungsbewegungen
26. November 1962: Der schwedische Schauspieler und Regisseur Hannes Holm 

Copyright: Herbert Kårlin