Samstag, 9. April 2011

Kristina von Schweden, die widerspenstige Königin

Am 9. April 1689 starb die ehemalige Königin Kristina von Schweden, die von 1632 bis 1654 auf dem schwedischen Thron saß, in Rom. Kristina nimmt in der schwedischen Geschichte eine sehr vielschichtige Rolle ein und noch heute sind viele Fragen über ihre Entwicklung und ihre Entscheidungen offen, trotz der Autobiografie der einstigen Königin.

So bleibt, zum Beispiel, die Frage, warum Kristina, die nach der geänderten Erbfolge nur unter der Voraussetzung Königin wurde, dass sie auch schnellstmöglich heirate, damit ein Thronfolger gesichert war, nie eine Ehe einging. Es konnte nie nachgewiesen werden, dass Kristina je eine Liebesaffäre mit einem Mann hatte, aber es sind zahlreiche Verhältnisse zu Frauen bekannt.

Da es im 17. Jahrhundert undenkbar war, dass eine Königin lesbisch sein könne, kamen die merkwürdigsten Gerüchte auf, unter anderem, dass sie verstümmelt oder gar ein Mann sei. Bestätigungen fand man vor allem in der Stärke und der Eigenwilligkeit mit der sie die Regierungsgeschäfte führte. Da sie keine Ehe eingehen wollte, dankte Kristina von Schweden am 1. Juni 1654 ab, was sie am 6. Juni in aller Öffentlichkeit wiederholte und am 16. Juni vom Reichstag bestätigt wurde. Noch im selben Jahr trat sie auch zum Katholischen Glauben über.

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Copyright: Herbert Kårlin

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