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Dienstag, 15. Dezember 2015

Die schwedische Afrika-Kompanie (Guineakompanie)

Bereits mit dem Plan Schwedens innerhalb der Kolonialpolitik des Landes Cabo Corso zu erwerben, beantragte Louis De Geer einen Privilegienbrief um Handel mit der neuen Kolonie betreiben zu können. Königin Kristina war leicht davon zu überzeugen und am 15. Dezember 1649 konnte der holländische Kaufmann die Schwedische Afrika-Kompanie, auch Guineakompanie genannt, gründen und das erste Fahrzeug für die Reise vorbereiten. Die Hauptinvestoren des Unternehmens waren vor allem holländische und deutsche Kaufleute denen es nicht gelungen war sich an anderen Gesellschaften jener Zeit zu beteiligen.

Die Idee der Schwedischen Afrika-Kompanie war indes nicht nur einen Handel zwischen Schweden und Cabo Corso zu entwickeln, sondern gleichzeitig auch einen sehr lukrativen Sklavenhandel mit den Plantagenbesitzern auf São Tomé zu unterhalten. In der Tat  bedeutete dies, dass zum einen Textilien, Haushaltsgeräte und Schmuck aus Schweden in Cabo Corso gegen Zuckerrohr, Elfenbein, Gold und Sklaven getauscht wurde. Die Sklaven wurden anschließend auf São Tomé verkauft, die restlichen Waren gingen nach Schweden, ein Geschäft, das allerdings auch zu starken Spannungen mit holländischen und englischen Kompanien führte.

Bis 1654 das schwedische Kammerkollegium die Schwedische Afrika-Kompanie übernahm, gingen die Gewinne nahezu ausschließlich nach Holland und Deutschland, die über eine bedeutende Mehrheit der Aktien verfügte. Göteborg wurde als der Zentralhafen benutzt und in Stockholm befand sich die Firmenleitung. Die Struktur des Unternehmens war daher bis 1654 den heutigen Risikokapitalunternehmen sehr ähnlich, denn Schweden war nur wegen der Privilegien von Bedeutung, die De Geer in Holland verweigert worden waren. Auf Grund der Schwierigkeiten mit Holland und England war die Schwedische Afrika-Kompanie allerdings bereits 1667 ruiniert und musste den Holländern zusätzlich garantieren nie wieder Handel mit Westafrika zu betreiben.


15. Dezember 1716: Olof Celsius der Jüngere, Philosoph und Politiker
15. Dezember 1877: Der schwedische Filmregisseur Georg af Klercker
15. Dezember 1952: Ernest Florman, der erste Filmer Schwedens
15. Dezember 1992: Sven Delblanc und die Nachkriegsliteratur Schwedens
15. Dezember 1994: Das schwedische Parlament unterschreibt den Europavertrag
15. Dezember 1999: Rune Andréasson und der berühmteste Bär Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Sonntag, 10. November 2013

Katarina Vasa und der Übergang in ein neues Königsgeschlecht

Katarina Vasa, genauer genommen Prinzessin Katarina Karlsdotter Vasa, wurde am 10. November 1584 im Nyköpingshus als Tochter des künftigen Königs Karl IX. und dessen Frau, Maria von Pfalz, geboren und leitete, da ihr Sohn dem herrschenden König auf den Thron folgte, den Übergang des Vasageschlechts zum Pfälzischen Geschlecht  ein. Mit diesem Ereignis endete die Linie Vasas innerhalb der schwedischen Monarchie.

Die Ehe zwischen Katarina Vasa und dem armen zum Protestantismus übergetretenen Johann Casimir zu Pfalz wurde von der Witwenkönigin Kristina mit in die Wege geleitet und war im Grund eine rein politische Entscheidung. Als die Ehe am 11. Juni 1615 in Stockholm geschlossen wurde, blieb das junge Paar noch einige Jahre lang in Schweden damit Katarina ihre Finanzlage regeln konnte, denn sie hatte um diese Zeit enorme Forderungen an den schwedischen Staat, der um diese Zeit jedoch in einer finanziellen Krise steckte. Erst 1618 erfolgte dann der Umzug ins Elsass und 1919 wurde unter ihrer Leitung das Schloss Katharinenburg bei Kleeburg erbaut.

Bereits 1620 musste Katarina Vasa mit ihrem Ehemann wegen des 30-jährigen Krieges nach Straßburg fliehen und 1622 bat der schwedische König Gustav II. Adolf, der Bruder Katarinas, die Familie nach Schweden zurückzukehren. Die Ursache war vor allem, dass der König keine Kinder hatte und nun nach einem Thronfolger suchte. Als erstes Geschenk nach der Ankunft in Schweden erhielt Katarina vom König das Schloss Stegeborg. Auch wenn der Umzug nach Schweden für Katarina Vasa bedeutende Vorteile mit sich brachte, so war ihr Ehemann nicht sehr gerne gesehen und war zahllosen Intrigen ausgesetzt, zumal er rangmäßig weit unter Katarina stand, und zudem versuchte innerhalb der schwedischen Politik Einfluss zu gewinnen.


10. November: Die Feier des Martinstags (Mårtensafton) in Schweden
10. November 1835: Anders Ljungstedt, ein Leben in der Fremde 

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 24. August 2012

Sven Stolpe, der katholische Schriftsteller Schwedens

Sven Stolpe wurde am 24. August 1905 in Stockholm in einem bürgerlichen Milieu geboren und begann seine schriftstellerische Karriere im Alter von 24 Jahren mit der Essaysammlung „Två generationer“, die nahezu unmittelbar vom Roman „I dödens väntrum“ gefolgt wurde, einer autobiographischen Erzählung, die vor allem über seine Erfahrung in einem Sanatorium für Tuberkulosekranke in der Schweiz berichtet wo er sich in den Jahren 1927 und 1928 aufgehalten hatte.

Diese Erfahrung im Sanatorium und ein Unfall, der ihm die Funktionsfähigkeit einer halbe Lunge kostete, machten Sven Stolpe zu einem Denker, der sich immer mehr der katholischen Religion annäherte, bis er sich 1947 zum Katholizismus konvertierte. In dieser Zeit entfernte sich Stolpe auch von der Belletristik und begann Biografien zu schreiben. Seine Arbeiten über Königin Kristina, die Heilige Birgitta und später auch Jeanne d'Arc öffneten ihm selbst die Archive in Rom.

Von Kritikern und Literaturwissenschaftlern wird Sven Stolpe als extrem konservativ betrachtet, was sich insbesondere bei seiner schwedischen Literaturgeschichte, an der er ab 1970 arbeitete, ausdrückt, da seine Bewertungen rein subjektiv sind, da er Autoren wie Verner von Heidenstam oder Selma Lagerlöf kritiklos lobt, August Strindberg, Olof Lagercrantz oder Eyvind Johnson jedoch als destruktive Ketzer behandelt, die die schwedische Gesellschaft negativ beeinflussen. Auch wenn Stolpes Werke eine wichtige Rolle innerhalb der schwedischen Literatur spielen, so sind seine Bücher mangels einer objektiven Einstellung mit gewissen Abstand zu lesen.


24. August 1901: Carl Ludvig Granlund, der letzte Wegelagerer Schwedens
24. August 2003: Carolina Klüft gewinnt Gold beim Siebenkampf

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 13. August 2012

Der Frieden von Brömsebro unter Königin Kristina

Da Brömsebro nahezu 1000 Jahre lang die Grenze zwischen Schweden und Dänemark bildete und hier eine der wichtigsten Handelsstraßen entlang ging, gab es dort, an der heutigen Grenze zwischen dem Blekinge Län und dem Kalmar Län zahlreiche Kämpfe, aber auch mehrere Friedensverhandlungen. Der Frieden von Brömsebro am 13. August 1645 brachte den vermutlich größten Sieg nach Schweden , wobei es sich dabei auch um den letzten Friedensvertrag handelte bevor der südlichste Teil Schwedens über den Frieden von Roskilde ganz an Schweden ging.

Bevor es jedoch zum Frieden von Brömsebro kam, führte Schweden unter Königin Kristina und Dänemark/Norwegen unter Christian IV. rund 20 Monate lang einen erbitterten Krieg, den Kristina ohne jede Kriegserklärung eingeleitet hatte um einen freien und vor allem zollfreien Zugang zu allen Weltmeeren zu erhalten, da Dänemark den Öresund vollständig beherrschte und Schweden daher nur einen kleinen und relativ unsicheren direkten Zugang zum Meer bei Göteborg hatte.

Da Dänemark zu dieser Epoche sehr geschwächt war, nutzte Schweden alle seine Vorteile und hatte massive Forderungen während der Friedensverhandlungen, die vom 8. Februar 1645 bis zum 13. August des gleichen Jahres dauerten und von französischer Seite geführt wurden. An der Stelle des früheren Grenzsteines wurde 1915 ein Erinnerungsstein aufgestellt auf dem man die Namen der Vertragspartner und jenen des französischen Diplomaten, der die Gespräche führte, lesen kann.


13. August 1905: Norwegen entscheidet sich gegen eine Union mit Schweden
13. August 1970: Lisa Nilsson, zwischen Jazz, Pop und schwedischer Volksmusik

Copyright: Herbert Kårlin

Göteborger Kulturfestival 2013

Dienstag, 24. Juli 2012

Kristina, ein unveränderlicher Namenstag in Schweden

Obwohl in Schweden katholische Namenstage in immer größerem Masse abgeschafft wurden, so überstand der Vorname Kristina, bisweilen auch Christina geschrieben, jede Namenstagsreformation Schwedens. Noch heute wird Kristina am 24. Juli jeden Jahres gefeiert, während Kristin und Kerstin erst 1986 an diesem Tag eingeführt wurde und bereits 1993 wieder entfernt wurde und Stina ab 1993 Kristin ersetze und dann 2001 ebenfalls wieder aus dem Kalender verschwinden musste.

Die Ursache, dass Kristina jede Reformbewegung überstanden hat, ist darin zu suchen, dass dies der Name mehreren Königinnen Schwedens war, insbesondere aber der berühmten Königin Kristina, die das schwedische Reich von 1632 bis 1654 regierte. Der Vorname Kristina ist daher eng mit der schwedischen Geschichte verbunden und wird daher trotz seines katholischen Ursprungs und der Bedeutung „die Christin, die Erleuchtete“ auch in Zukunft erhalten bleiben. Um die christliche Bedeutung zu mindern, lassen sich allerdings viele schwedische Kristinas lieber Kia, Kicki oder Kickan nennen.

In der katholischen Kirche wird der Vorname Kristina mit der Märtyrerin Christina aus dem italienischen Bolsena in Verbindung gebracht, die gegen das Jahr 200 als Tochter heidnischer Eltern geboren wurde, von einer Dienerin zum katholischen Glauben geführt wurde für den sie, nach mehreren bedeutenden Wundern, auch starb. Auch in Italien hat Christina am 24. Juli ihren Namenstag, wobei die Stadt Bolsena die Wunder der Heiligen jedoch bereits am 18. Juni mit einem großen Blumenfest feiert. Nach einer Legende erhob Papst Urban IV., erneut nach einem Wunder in Bolsena in Zusammenhang mit der Heiligen Christina, Fronleichnam zu einem offiziellen Kirchenfeiertag, nur 18 Jahre nach seiner Entstehung.


24. Juli 1619: Russische Galere greift Nyköping an
24. Juli 1842: Die Skeppsholmskyrkan in Stockholm 

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 25. November 2011

Gustav II. Adolf geht eine politische Ehe ein

Gustav II. Adolf (1594 - 1632), der in mehreren Hinsichten den Aufschwung und den Reichtum Schwedens vorbereitete, wurde auch bei der Wahl seiner Königin von den Staatsinteressen geleitet als er am 25. November 1620, ein Jahr bevor Göteborg die Stadtprivilegien von ihm erhielt, Maria Eleonora heiratete. Diese Ehe verband ihn mit dem Hause Brandenburg und öffnete ihm daher Wege nach Deutschland, die er für die aufstrebende Wirtschaft des Landes benötigte.

Noch als Prinz verliebte sich Gustav II. Adolf in die Hofdame Ebba Brahe, die er auch heiraten wollte, was ihm jedoch die Witwen-Königin Kristina nicht erlaubte, da Ebba ihr nicht erzogen genug war, dem zukünftigen König aber auch klar wurde, dass sie ihm nicht dabei helfen konnte Schweden zu einer Weltmacht zu machen. Im Jahre 1615 traf Gustav II. Adolf dann die verheiratete Margareta Slots mit der eine eine Liebesaffäre begann aus der ein Sohn hervorging, der allerdings erst zur Welt kam als der Ehemann Margaretas, Andries Sessander, im Kampf gefallen war. Gustav II. Adolf erkannte den Sohn an und verlieh Margareta Slots bedeutende Privilegien. Aber auch nach dem Tod ihres Mannes war eine Ehe mit Margareta aus politischen Gründen ausgeschlossen.

Erst als Gustav II. Adolf dann 1619 Maria Eleonora traf, hatte er die Partnerin gefunden, die ihm wichtige Türen öffnen konnte. Königin Maria Eleonora, die als die schönste Königin aller Zeiten beschrieben wird, verliebte sich indes wirklich in den König, den sie bis zum Exzess bewunderte. Da sie jedoch, selbst von ihrem Mann, als hysterisch, übersteigert gefühlsvoll und nicht gerade intelligent beschrieben wird, durfte sie nicht einmal an der Vormundschaftsregierung der zukünftigen Königin Kristina, der Tochter, die aus der Ehe mit Gustav II. Adolf hervorging, teil haben. Als sie 1636 nach Dänemark ging und sich begann bürgerlich zu kleiden, wurden Maria Eleonora alle Privilegien entzogen, inklusive die Erziehung ihrer Tochter Kristina.

25. November 1909: Oscar Fredrik Wijkman, der „Gottvater“ von Västerås
25. November 2010: Die letzte Reise der HMS Visborg (A265) 

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 22. Oktober 2011

Johannes Bureus, der Vater der schwedischen Grammatik

Johannes Bureus, der am 22. Oktober 1652 in Bondkyrka starb, ist heute kaum noch jemandem ein Begriff, obwohl er der erste schwedische Sprachforscher war, dem man sehr viele Kenntnisse über die Runenkunde verdankt, der als der Vater der schwedischen Grammatik bezeichnet wird und der der erste Schwede war, der ein, leider unvollendetes, Wörterbuch der schwedischen Sprache verfasste.

Johannes Bureus war als Sprachwissenschaftler insbesondere an der historischen Entwicklung der schwedischen Sprache interessiert und reiste daher durch das Land um Runensteine abzuzeichnen und zu entschlüsseln und um nach alten Dokumenten zu suchen. Seine Arbeiten, die zum Teil jedoch verloren gingen, zeigen nicht nur die sprachliche Geschichte Schwedens auf, sondern er veröffentlichte auch Bücher über alte Sagen oder wie Könige ihr Land steuerten. Bureus verfasste im Jahre 1611 auch das erste schwedische Lesebuch, das ABC-boken.

Johannes Bureus gilt als der gelehrteste Mann Schwedens des 17. Jahrhunderts und wurde von Karl IX. als Lehrer für seinen Sohn Gustav II. Adolf ausgewählt, der ihn wiederum beauftragte auch die spätere Königin Kristina zu unterrichten. Bureus hatte, als erster Reichsarchivar, zu allen existierenden Aufzeichnungen Schwedens Zugang und war zudem der Korrektor der Bibel (Gustav Adolf Bibel) und der Augsburger Bekenntnisse. Johannes Bureus veranlasste auch die erste Zusammenstellung der archäologischen Funde Schwedens, was späteren Forschern erlaubte die schwedische Geschichte bis zu seinem Anfang aufzurollen.

22. Oktober 1592: Der schwedische Feldherr Gustaf Carlsson Horn
22. Oktober 1896: Die Geschichte der Kekse aus Örebro

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg

Donnerstag, 20. Oktober 2011

Kristina wird zur Königin von Schweden gekrönt

Auch wenn Kristina von Schweden, nach ihrer vorzeitigen Mündigkeit, die Regierung Schwedens bereits am 8. Dezember 1644 übernahm, so wurde sie erst am 20. Oktober 1650 zur Königin des Landes gekrönt, in einer Situation, in der der Adel nahezu alle Macht im Lande hatte wogegen sich Priester, Bürger und vor allem Bauern immer stärker auflehnten. Ohne maßgebliche Änderungen in der Regierungspolitik riskierte das Reich in bedeutende interne Unruhen zu geraten.

Kristina von Schweden machte sich daher unmittelbar an die Regierungsgeschäfte und beschnitt sehr schnell die Macht der Oxenstierna, dem Adelsgeschlecht, das ihr größter Widersacher geworden war und für die Aufrechterhaltung des vorhergehenden Systems war. Sehr schnell gab Kristina daher ihren eigenen Günstlinge die wichtigsten Ämter, was zwar Unruhen in Schweden verhinderte, aber intern weiterhin zu Machtkämpfen führte, die sie kaum alle gewinnen konnte.

Eines der bedeutendsten Probleme Kristinas von Schweden war jedoch, dass sie nur unter der Voraussetzung Thronfolgerin von Gustav II. Adolf geworden war, dass sie sich verheiratete und einen Thronfolger zur Welt brachte. Da sie dazu nicht bereit war, war sicher, dass sie früher oder später abtreten musste und die Bestimmung eines Thronfolgers neue Probleme verursachen würde. Aber auch hier konnte Kristina ihren Willen durchsetzen, denn bereits am Krönungstag setzte sie Karl Gustav, einen einstigen Freier, als Thronfolger ein, der dann als Karl X. Gustav zum König gekrönt wurde.

20. Oktober 1914: Der schwedische Künstler Arne Jones
20. Oktober 1978: Der Tod des schwedischen Rennfahrers Gunnar Nilsson

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 4. September 2011

Das Schloss Älvsborg wird von Dänemark erobert

Am 4. September 1563 eroberte die dänische Armee unter Fredrik II. die Festung an der Mündung des Göta Älv bei Göteborg, die auch als Schloss Älvborg bekannt ist, und nahm damit Schweden den einzigen schiffbaren Zugang zur Nordsee. Um den Dänen, die in großer Übermacht vor dem Schloss Älvsborg aufmarschiert waren, die Eroberung so schwer wie möglich zu machen, hatten die Schweden bereits beim Anmarsch des dänischen Heers die Ansiedlung zu Fuße der Festung abgebrannt und die Anwohner dazu gezwungen nach Nya Lödöse zu ziehen.

Die Burg Älvsborg wurde erstmals im Åholmstraktaten genannt und daher spätestens Mitte des 14. Jahrhunderts erbaut. Da es sich jedoch um ein Gebäude aus Holz handelte, kann man nicht sagen, ob es sich damals eher um ein bedeutenderes Wohnhaus, eine Festung oder bereits um eine Art Schloss handelte. Sicher ist jedoch, dass es sich um das vorgelagertste Gebäude des damaligen Südschweden handelte und die einzige Stelle am Göta Älv war, die auch mit größeren Booten angelaufen werden konnte.

Auch als Gustav II. Adolf ab 1619 Göteborg erbauen ließ und dem Ort 1621 die Stadtprivilegien verlieh, war Älvsborg weiterhin zum Schutze der schwedischen Meereszufahrt gedacht und wurde vollständig restauriert und verstärkt. Unter Königin Kristina von Schweden zeigte sich jedoch weiterhin die Anfälligkeit des Schlosses Älvborg, weshalb auf einer vorgelagerten Insel eine neue Festung gebaut wurde, die den Namen Nya Älvsborg erhielt. Vom ehemaligen Schloss besteht heute nur noch eine Ruine, die durch ein Dach von Verwitterungen geschützt wird.

4. September 1564: Das Blutbad von Ronneby
4. September 1826: Martin Wiberg, ein vergessener Erfinder Schwedens 

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 28. August 2011

Die Kattan sinkt auf der Fahrt nach Nya Sverige

Am 28. August 1649 lief die Kattan während der neunten Expedition nach Nya Sverige vor einer kleinen Insel vor Puerto Rico auf Grund und sank. Die Besatzung und die 70 Passagiere des Segelschiffes konnte sich zwar schwimmend an Land retten, wurde dort jedoch von spanischen Piraten gefangen genommen und nach Puerto Rico transportiert. Nur einige wenige unter ihnen kamen nach Schweden zurück, die Mehrheit starb jedoch in spanischer Gefangenschaft.

Die Kattan war gegen 1641 gebaut worden, benötigte eine Besatzung von mindestens 30 Mann und verfügte über 20 Kanonen. Als im Jahre 1649 eine neue Fahrt nach Nya Sverige anlag, so sollte eigentlich die Kalmar Nyckel in See stechen. Da das Schiff jedoch als zu alt und unsicher betrachtet wurde, musste die Kattan kurzfristig überholt werden und sollte zusätzliche Siedler, Material und Lebensmittel nach dem Übersee-Schweden bringen, da die Kolonie die schwedische Kultur erhalten sollte und daher regelmäßig versorgt werden musste.

Da Schweden unter den Königen Gustav II.Adolf und Königin Kristina zwar, entsprechend anderer europäischer Großmachten, eine Kolonie in Amerika unterhalten wollte, andererseits jedoch Schweden zu jener Zeit Einwanderer und keine Auswanderer brauchte, wurden bei den zwölf Expeditionen, die nach Nya Sverige führten, vor allem Sträflinge, finnische Einwanderer und arme Bewohner verschifft, was gewisse Probleme mit sich brachte und auch zu Spannungen zwischen anderen Kolonien und Nya Sverige führte und letztendlich die Kolonie dem Untergang weihte.

28. August 2010: Jan Guillou hilft dem Kriminellen Keith Cederholm 
28. August 2010: Die Botniabanan wird in Nordschweden eingeweiht 

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 15. Juni 2011

Gabriel Gustafsson Oxenstierna auf Tyresö Schloss

Am 15. Juni 1587 wurde Gabriel Gustafsson Oxenstierna af Eka och Lindö in Reval geboren, ein Mann, der vielleicht etwas weniger bekannt ist als sein Bruder, der Reichskanzler Axel Oxenstierna, der jedoch eine sehr wichtige Rolle in der schwedischen Geschichte zu Beginn des 17. Jahrhunderts spielte und am 27. November 1640 auf seinem Schloss Tyresö im Södermanland starb.

Gabriel Gustafsson Oxenstierna war dreimal verheiratet und diente unter drei verschiedenen schwedischen Königen. Ab 1604, als Oxenstierna bei König Karl IX. in Dienst trat, ging seine politische Karriere in schnellen Schritten voran. Bereits 1618 war er Stadthalter von Stockholm, dem Uppsala Län und dem Uppsala Schloss, wobei er unter König Gustav II. Adolf Schweden mehrmals in Dänemark, Deutschland, Holland und England repräsentierte.

Beim Tode Gustav II. Adolfs hatte Gabriel Gustafsson Oxenstierna bereits so viel Macht, dass er beim Reichstag Kristina von Schweden als künftige Königin Schwedens vorschlagen konnte. 1634 ernannte ihn Kristina dann zum Riksdrot, dem zweiten Mann des Landes, der Kristina beriet und in zahlreichen Fällen auch vertrat. Oxenstierna übernahm in dieser Zeit sehr viele Errungenschaften und Kenntnisse aus Deutschland, die er lediglich dem schwedischen System anpasste.


15. Juni 1744: Maria Kristina Kiellström, bekannt als Ulla Winblad
15. Juni 1981: Kodjo Akolor, Komiker wider seinen Willen

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Montag, 6. Juni 2011

Der schwedische Nationaltag

Wer in Schweden vom 6. Juni spricht, denkt an erster Linie an den schwedischen Nationaltag, der an diesem Tag gefeiert wird, auch wenn dieser Tag erst am 6. Juni 1983 zum Nationaltag erklärt wurde und dann 2005 auch zum Feiertag aufstieg. Bis zu diesem Zeitpunkt war der 6. Juni nur der Tag der schwedischen Flagge und sollte an Gustav Vasa erinnern, der am 6. Juni 1523 zum König von Schweden gekrönt wurde.


Warum der Tag der schwedischen Flagge zum Nationaltag und schließlich zum Feiertag wurde, hat vermutlich mehrere Gründe. Zum einen war Schweden eines der wenigen Länder weltweit, die keinen Nationaltag hatten und dies international einen sehr schlechten Eindruck machte, und zum anderen wollte die Regierung einen Tag schaffen, der das Land und seine Geschichte besonders würdigte. Gleichzeitig wollte man am Nationaltag allen, die im vorhergehenden Jahr die Staatsbürgerschaft erhielten, eine bleibende Erinnerung bieten und ihnen zu Ehren den Tag zu einem besonderen Ereignis machen. In vielen Orten des Landes findet für die Neuschweden am Nationaltag auch ein zusätzliches Fest statt an dem sie offiziell willkommen geheissen werden.

Der 6. Juni hat in Schweden jedoch in vieler Hinsicht eine Bedeutung, denn nicht nur dass am 6. Juni 1523 Gustav Vasa gekrönt wurde, am selben Tag des Jahres 1654 verzichtete die schwedische Königin Kristina auf ihren Thron, am 6. Juni 1809 unterschrieb das schwedische Parlament eine Regierungsreform, die den Schweden, unter anderem, die Pressefreiheit und die Redefreiheit garantierte und 1916 wurde dann zu Ehren von Gustav Vasa der Tag der schwedischen Flagge eingeführt.

6. Juni 1973: Jackie Arklöfs Weg zum Verbrecher
6. Juni 2003: Der Ostindiensegler Götheborg wird vom Stapel gelassen

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 9. April 2011

Kristina von Schweden, die widerspenstige Königin

Am 9. April 1689 starb die ehemalige Königin Kristina von Schweden, die von 1632 bis 1654 auf dem schwedischen Thron saß, in Rom. Kristina nimmt in der schwedischen Geschichte eine sehr vielschichtige Rolle ein und noch heute sind viele Fragen über ihre Entwicklung und ihre Entscheidungen offen, trotz der Autobiografie der einstigen Königin.

So bleibt, zum Beispiel, die Frage, warum Kristina, die nach der geänderten Erbfolge nur unter der Voraussetzung Königin wurde, dass sie auch schnellstmöglich heirate, damit ein Thronfolger gesichert war, nie eine Ehe einging. Es konnte nie nachgewiesen werden, dass Kristina je eine Liebesaffäre mit einem Mann hatte, aber es sind zahlreiche Verhältnisse zu Frauen bekannt.

Da es im 17. Jahrhundert undenkbar war, dass eine Königin lesbisch sein könne, kamen die merkwürdigsten Gerüchte auf, unter anderem, dass sie verstümmelt oder gar ein Mann sei. Bestätigungen fand man vor allem in der Stärke und der Eigenwilligkeit mit der sie die Regierungsgeschäfte führte. Da sie keine Ehe eingehen wollte, dankte Kristina von Schweden am 1. Juni 1654 ab, was sie am 6. Juni in aller Öffentlichkeit wiederholte und am 16. Juni vom Reichstag bestätigt wurde. Noch im selben Jahr trat sie auch zum Katholischen Glauben über.

9. April 1944: Lars Norén und die schwedischen Außenseiter
9. April 1947: Maria-Pia Boëthius und der schwedischer Feminismus

Copyright: Herbert Kårlin