Sonntag, 27. Juli 2014

Die Schlacht bei Brännkyrka und Sten Sture der Jüngere

Die Schlacht bei Brännkyrka am 27. Juli 1518 gehört zwar nicht zu den bedeutendsten Schlachten der schwedischen Geschichte, auch wenn in diesem Fall das schwedische Bauernheer unter Sten Sture dem Jüngeren einen Sieg errang und, trotz 1600 Toten in den eigenen Reihen, die deutsch-dänische Kavallerie vernichtete, das dänische Heer zum Rückzug zwang und mit 300 Gefangenen in Stockholm einzog, aber sie nimmt dennoch einen bedeutenden Platz in der schwedischen Geschichte ein.

Auch wenn man allgemein von der Schlacht bei Brännkyrka spricht, so konnte bis heute der Ort des Kampfes nicht mit Sicherheit ausfindig gemacht werden, denn die ausführlichen Aufzeichnungen zum Geschehen entstanden erst viele Jahre nach der Schlacht und die beiden Schriften in Latein und Altniederdeutsch, die von dänischen und schwedischen Zeitzeugen verfasst wurden, nennen mit keinem Wort Brännkyrka. Historiker sind daher weiterhin auf der Suche nach dem Ort des Geschehens oder suchen Beweise für ihre Theorien. Allein deswegen wird man noch lange von der Schlacht bei Brännkyrka sprechen.

Zum anderen spielt nach der Peder Svart Chronik der legendäre schwedische König Gustav Vasa bei der Schlacht bei Brännkyrka erstmals eine wichtige Rolle und ritt mit dem Reichsbanner an der Spitze des Bauernheeres, eine Darstellung, die im Laufe der Geschichtsforschung immer unwahrscheinlicher wird, da in allen alten Aufzeichnungen zwar Sten Sture eine wichtige Rolle einnimmt, nicht jedoch der damalige Gustav Eriksson. In diesem Zusammenhang darf natürlich nicht vergessen werden, dass die Peder Svart Chronik im Auftrag von Gustav Vasa geschrieben wurde und im 19. Jahrhundert mehreren Künstlern und Schriftstellern als Vorlage für ihre Werke diente, in einer Zeit, als die kritische Geschichtsschreibung in Schweden kaum eine Rolle spielte.


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27. Juli 1361: Valdemar Atterdag erobert die Stadt Visby 
27. Juli 1816: Der schwedische Architekt Olof Tempelman 
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Copyright: Herbert Kårlin

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