Posts mit dem Label Arvid Lindman werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Arvid Lindman werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 21. August 2015

Hugo Hamilton, der Gründer des schwedischen Patentamts

Hugo Hamilton kam am 21. August 1849 auf Gut Blomberg in Husaby zur Welt und erhielt durch Privatunterricht eine hohe, vor allem literarische, Bildung, die ihm ermöglichte ab 1869 Jura an der Universität Uppsala zu studieren, ein Studium, das er zwar 1878 mit einem Kandidatexamen beendete, jedoch immer wieder bereute, da er sich mehr als Naturwissenschaftler als als Jurist sah. Jura erlaubte ihm jedoch einen Zugang zu einer politischen Tätigkeiten und eine Karriere als Beamter.

Hugo Hamilton war vor allem in Stockholm als liberaler Politiker aktiv, wobei er sich insbesondere für den Freihandel einsetzte und den Liberalismus förderte. Dies war auch der Grund dafür, dass er in der schwedischen Hauptstadt bald als „der rote Graf“ bekannt war. Als die liberala samlingspartiet ihre Glanzzeit erreicht, setzte sich Hamilton erst voll für den damaligen Ministerpräsidenten Karl Staaff ein, aber als dieser nicht den Ideen des Politikers folgte, verließ er die Partei und kämpfte auf seine persönliche Weise weiter. Hamilton gehörte daher nie einer klaren politischen Linie an, sondern vertrat ausschließlich seine persönlichen Ideen, die er für die einzig richtigen hielt.

Unter Arvid Lindman wurde Hugo Hamilton zum Innenminister ernannt und konnte, dank seiner zahlreichen Verbindungen, mehrere bedeutende Reformen durchführen, vor allem aber den Verkehr zu Wasser und zu Land deutlich ausbauen. Im Jahre 1884 erhielt Hamilton dann den Auftrag die Einrichtung eines Patentbüros in Schweden zu studieren uns wurde als sein Direktor ernannt. Die tatsächliche Einrichtung des Patentamts erfolgte nur elf Jahre später. Neben dieser politischen Tätigkeit schrieb Hamilton auch mehrere Kinderbücher, die sich ursprünglich nur an seine eigenen Kinder richteten, jedoch bald eine breite Verbreitung hatten.


21. August 1737: Die Hedvig Eleonora Kyrka in Stockholm
21. August 1801: Henrik Bernhard Palmær und die schwedische Satire
21. August 1801: Henrik Bernhard Palmær, Satire als Journalismus
21. August 1810: Karl XIV. Johan erhält die Krone Schwedens
21. August 1813: Die schwedische Königin Sofia Magdalena von Dänemark
21. August 1966: Der Essingeleden in Stockholm
21. August 1999: Das Schloss Vadstena in Östergötland
21. August 2010: Spårväg City, die neue Straßenbahn in Stockholm

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Freitag, 5. Juni 2015

Der schwedische Ministerpräsident Carl Swartz

Carl Swartz kam am 5. Juni 1858 als Sohn eines Fabrikanten in Norrköping zur Welt und übernahm, nach einem Studium in Uppsala und Bonn, den Familienbetrieb, die Tabakfirma Petter Swartz. Unmittelbar nach seiner Rückkehr aus Bonn wurde Swartz auch in der Kommunalpolitik aktiv und kümmerte sich vor allem um die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung seiner Heimatstadt. Auf Grund seiner Beziehungen und seiner Leistungen gelang es dem Firmenbesitzer auch bald in mehrere staatliche Ausschüsse berufen zu werden, die ihm den Weg in eine nationale politische Karriere öffneten.

Im Jahre 1906 wurde Carl Swartz unter Arvid Lindman zum Finanzminister ernannt und war für zahlreiche Reformen verantwortlich. Unter anderem führte er eine einheitliche, progressive Einkommens- und Vermögenssteuer in Schweden ein. Und als 1917 die Regierung unter Hjalmar Hammarskjöld aufgeben musste, wurde Swartz von Gustaf V. zum Ministerpräsidenten ernannt, da der König hoffte, dass Swartz als moderater rechter Politiker das Volk beruhigen konnte, da um diese Zeit in Schweden das Gerücht kursierte, dass sich die russische Februarrevolution auch nach Schweden ausdehnen sollte.

In der Tat gelang es Carl Swartz sowohl die extrem konservative Rechte als auch die Linke zu beruhigen und Ausschreitungen zu verhindern. Auch das größte Problem Schwedens jener Zeit konnte Swartz in den Griff bekommen, die extreme Hungersnot des Jahres 1917. Während die Linken die Hungernot dazu ausnutzten wollten um ein allgemeines Wahlrecht zu erzwingen, verhandelte Swartz mit Großbritannien und konnte dadurch Lebensmittel importieren. Die Forderungen der Sozialdemokraten blockierte er durch eine taktische Maßnahme, denn er verwies auf die kommenden Wahlen im Herbst und verhinderte damit, dass der König eine neue Regierung einsetzte, sondern das Parlament entscheiden konnte. Carl Swartz führte die schwedische Regierung lediglich 203 Tage. Der Politiker starb am 6. November 1926 in Stockholm und gilt bis heute als Wohltäter Norrköpings, da er der Stadt 1912 die Villa Swartz schenkte um dort eine Bibliothek und ein Museum einzurichten.


5. Juni 1862: Allvar Gullstrand revolutioniert die Augenheilkunde
5. Juni 1964: Die Revue Gula Hund (Gelber Hund)
5. Juni 1965: Prinz Wilhelm Ludvig, ein gemeinsames Leben ohne Trauschein
5. Juni 2007: Schweden muss Alkoholkauf über Internet zulassen

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 23. September 2014

Ernst Trygger wird Ministerpräsident Schwedens

Als Ernst Trygger am 23. September 1943 im Alter von 85 Jahren in Stockholm starb, konnte er zwar auf eine großartige Karriere zurücksehen, aber er musste auch erkennen, dass seine politischen Träume endgültig einer neuen Zukunft Platz gemacht hatten, denn als erbitterter Kämpfer gegen den Parlamentarismus musste er erleben, dass der Einfluss des Parlaments in Schweden immer stärker wurde und die königliche Macht in immer mehr Punkten beschnitten wurde. Die Ironie des Schicksals wollte auch, dass Trygger an den Folgen eines gebrochenen Beines starb.

Nach seinem Jurastudium machte Ernst Trygger, der am 27. Oktober 1857 in Stockholm geboren worden war, eine der bedeutendsten Karrieren seiner Zeit, denn nach seinem Doktortitel im Jahre 1885 wurde er Dozent an der Universität Uppsala und schon 1889 erhielt er an dort eine Professur in Prozessrecht. Einige Jahre später nahm er in der Ersten Kammer des Reichstags Platz und ab 1905 war Trygger einer der wichtigsten Personen in den verschiedenen Ausschüssen und entschied weitgehend über die Gesetze Schwedens. Als erbitterter Gegner der Demokratie konnte der Politiker und Jurist daher über Jahre hinweg die Modernisierung Schwedens aufhalten und jedes Streben des Volkes nach Mitbestimmung unterbinden.

Nach Ende des Ersten Weltkrieges musste Ernst Trygger jedoch akzeptieren, dass mit den Sozialdemokraten auch die Demokratie nach Schweden gekommen war. Als jedoch Hjalmar Branting in Fragen der staatlichen Unterstützung von Arbeitslosen im Jahre 1923 scheiterte, beauftrage Gustav V. Ernst Trygger mit der Regierungsbildung. Allerdings musste Trygger sein Amt als Ministerpräsident bereits nach den Wahlen im Jahr 1924 wieder an Branting abgeben. Sein Einfluss auf die poltische Geschichte Schwedens war daher gering. Nach den chaotischen Wahlen des Jahres 1928 gelang es Ernst Trygger nochmals für zwei Jahre unter Arvid Lindman Außenminister zu werden, aber als die rechte Regierung zwei Jahre später zurücktreten musste, begann sich Trygger ganz aus der Politik zurückzuziehen. Die letzten zehn Jahre seines Lebens blieb der Politiker daher ohne jeden politischen Auftrag und Einfluss
.

23. September 1535: Katharina von Sachsen-Lauenburg, Königin von Schweden
23. September 1835: Georg Adlersparre, zwischen Feldherr, Literat und Revolutionär
23. September 1885: Kristina Nilssons Gesang verursacht 20 Tote in Stockholm
23. September 1934: Per Olov Enquist und die interpretierte Wirklichkeit im Roman
23. September 1944: Die Entwicklung des Stadttheaters in Malmö
23. September 1963: Tystnaden, das Schweigen, von Ingmar Bergman

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 9. Dezember 2013

Der schwedische Ministerpräsident Arvid Lindman

Arvid Lindman starb am 9. Dezember 1936 bei einem Flugzeugabsturz am Croydon Airport bei London, nur ein Jahr nachdem er seine politische Aktivität aufgegeben hatte, der er einen Großteil seines Lebens gewidmet hatte, parallel zu seinen Aktivitäten im Wirtschaftsleben, die er mit seinen Ideen zur Politik Schwedens verband, auch wenn Lindman für seine Zeit als sehr modernen Politiker der rechten Gruppe bezeichnet wurde. Vor allem als Vorstand der Telefongesellschaft war eng mit seiner politischen Aufgabe verbunden.

Die politische Aktivität des ehemaligen Militärs und Wirtschaftsführers Arvid Lindman begann bereits im Jahre 1892 in der Regionalpolitik Gävleborgs wo er sehr schnell Karriere machte. Ab 1904 war Lindman Mitglied des Parlaments, ein Jahr später wurde er Minister für Seefahrt und am 29. Mai 1906 wurde er erstmals Schwedens Ministerpräsident, eine Karriere, die jedoch mit einem neuen Wahlrecht im Jahre 1911 vorübergehend endete. Auf Grund des Aufstiegs der linken Gruppen und Parteien sollte es bis 1928 dauern bis Lindman dann erneut zum Ministerpräsidenten des Landes aufstieg.

Die Politik von Arvid Lindman war in vielen Punkten von Kompromissen begleitet, denn durch die wachsende politische Opposition war er gezwungen die Partei umzubilden, sich aber auch massiv gegen nazistische und extreme Einflüsse zu wehren. In seiner Rolle als Parteivorsitzender der Högerns riksorganisation und des Allmänna valmansförbundet zwischen 1913 und 1935 führte er in Schweden auch Wahlpropaganda mit Hilfe von Wahlplakaten ein. Im Jahre 1920 setzte er sich, gemeinsam mit seinem politischen Gegner Hjalmar Branting auch für die Einrichtung eines Rassenbiologischen Institutes ein, das im Sinne von Gustaf Retzius errichtet wurde und zur Zwangssterilisation in Schweden führte.


9. Dezember: Die Bedeutung des Annadagen (Annatag) in Schweden
9. Dezember 1975: Schweden führt Wahlrecht für ausländische Bürger ein 

Copyright: Herbert Kårlin