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Sonntag, 24. Juli 2016

Der Schriftsteller und Journalist Carl-Adam Nycop

Carl-Adam Nycop kam am 24. Juli 1909 in Helsingfors (Helsinki) zur Welt und begann seine journalistische Karriere beim Huvudstadsbladet, zog dann jedoch bald nach Schweden um bei verschiedenen kleineren Zeitungen zu arbeiten. Sehr schnell machte Nycop Karriere und 1936 war er im Auftrag mehrere schwedische Zeitungen Reporter bei den Olympischen Spielen in Berlin. Seine Berichtserstattung war so geschätzt, dass Nycop bereits zwei Jahre später den Auftrag erhielt die Zeitschrift Se zu gründen, die vor allem auf Bildmaterial baute, und damit eine neue Art der Berichtserstattung einnahm, die eine Sensation visuell ausdrücken konnte.

Sehr schnell erkannte Carl-Adam Nycop die Bedeutung der bebilderten Berichtserstattung, da Se mit den Berichten über den Zweiten Weltkrieg eine immer bedeutendere Leserschicht anziehen konnte. In diesen Jahren kam Nycop auch mit Albert Bonnier in näheren Kontakt, der ihm bereits 1941 den Auftrag gab die Wochenzeitschrift Allt zu gründen, die, im Gegensatz zu Se weniger auf Bildjournalismus setzten sollte, sondern die die Reportage als Hauptziel hatte. Drei Jahre später beendete Nycop seine Arbeit als Chefredakteur und Herausgeber der Zeitschrift Se und gründete, gemeinsam mit Albert Bonnier und Ivar Harrie die Abendzeitung Expressen, die er jedoch 1962 verließ, da er mit der politischen Richtung, die die Zeitung immer mehr nach rechts setzte, nicht einverstanden war.

Allerdings blieb Carl-Adam Nycop auch nach 1962 weiterhin beim Mediakonzern Bonnier und gründete dort noch mehrere andere Zeitschriften, die jedoch weitaus weniger politisch waren, da er persönlich mehr der Politik der Sozialdemokraten folgte und ein Fürsprecher der journalistischen Unabhängigkeit war und von Journalisten zudem ein hohes moralisches Gefühl forderte. Nachdem Nycop den Expressen verlassen hatte, arbeitete er auch zeitweise als Lehrer für Journalistik und er schrieb mehrere Werke zum Zeitgeschehen und zur Journalistik. Carl-Adam Nycop, der am 4. Juli 2006 in Kristianstad starb, gilt heute als einer der großen Visionäre des schwedischen Journalismus, da er Strömungen erfassen konnte und seine Zeitschriften so aufbaute, dass sie immer den aktuellen Wünschen des Publikums entgegen kamen, noch bevor diese Strömmungen allgemein erkannt wurden.

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 15. Juni 2016

Der Schriftsteller und Poet Marcus Birro

Marcus Birro kam am 15. Juni 1972 als Sohn eines italienischen Vaters und einer schwedischen Mutter in Göteborg zur Welt und wuchs unter bescheidenen Verhältnissen in einem Vorort der Stadt auf. Die Ehe der Eltern zerbrach als Birro 16 Jahre alt war und stürzte den Jugendlichen zwischen zwei Welten, nämlich zwischen das väterliche Italien und die schwedische Erziehung. Birro begann in einer Rockband zu spielen, nahm verschiedene Jobs an und besuchte zeitweise die Universität, ohne jedoch je ein seriöses Studium zu beginnen. Seine umfassenden Kenntnisse sammelte er nach einer persönlichen Methode.

Marcus Birro suchte den Weg nach oben. Zwischen 1999 und 2009 konnte man ihn in unterschiedlichen Radioprogrammen hören, er tauchte immer öfter im Fernsehen auf und zeigte sich, unter anderem, als Fußballspezialist. In diesen Jahren tauchte auch die religiöse Neigung Birros auf, der zwar Mitglied der Svenska Kyrkan ist, jedoch seit Jahren davon spricht zum Katholizismus überzutreten. Das gespaltene Wesen Birros zeigt sich jedoch nicht nur in der Religion, denn durch das starke Vertreten seiner persönlichen Meinungen durch provokative Aussagen wird er in Schweden gleichzeitig zum Vorbild als auch zur Hassfigur, die Morddrohungen erhält. Das Selbstvertrauen des Poeten, wie er sich selbst beruflich bezeichnet, ist enorm, so dass er die Kritik an seiner Person nur selten versteht.

Ab 2014 bricht die Karriere von Marcus Birro ein, denn er kritisiert offen den Islam und ist in einem Podcast der Sverigedemokraterna zu hören. Expressen entlässt Birro, und auf Grund seiner kontroversen Stellungsnahmen verliert er weitere drei Daueraufträge. Auch die Ehe beginnt in eine Krise zu geraten, und als 2015 bekannt wird dass der Christ mit der Ehefrau eines führenden Sverigedemokraten ein Verhältnis hat, wird Birro von vielen Seiten ganz gemieden. Marcus Birro besitzt, nach eigenen Aussagen, ausschließlich die italienische Nationalität, was ihm 2010 zum Verhängnis wurde, als er sich zum Vorsitz der Christdemokraten bewerben wollte. Als Literat macht sich Marcus Birro vor allem als trockener Alkoholiker einen Namen, da er bereits sehr viel über seinen Weg aus dem Alkohol schrieb.


15. Juni 1587: Freiherr Gabriel Gustafsson Oxenstierna
15. Juni 1587: Gabriel Gustafsson Oxenstierna auf Tyresö Schloss
15. Juni 1744: Maria Kristina Kiellström, bekannt als Ulla Winblad
15. Juni 1866: Die Stockholmer Ausstellung des Jahres 1866
15. Juni 1926: Gun Kessle und die Dritte Welt
15. Juni 1981: Kodjo Akolor, Komiker wider seinen Willen
15. Juni 1998: Jokkmokks-Jokke und das schwedische Volkslied

Copyright: Herbert Kårlin

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Montag, 16. Mai 2016

Der schwedische Karikaturist Edward Lindahl

Edward Lindahl wurde am 16. Mai 1907 als Sohn eines Bankdirektors in Malmö geboren. Noch vor seiner Hochschulreife verließ der spätere Karikaturist 1927 die Schule um in München unter Moritz Heyman Kunst zu studieren. Ein Jahr später unterbrach Lindahl auch dieses Studium und beschäftigte sich in Wien ein Jahr lang mit dem Zeichnen von Tieren. 1930 kehrte Lindahl zurück nach München und beendete dort auch sein Kunststudium. In diesen Jahren schickte Lindahl auch erste Karikaturen und Porträtzeichnungen an Söndags-Nisse Strix.

Söndagsnisse veröffentlichte die Zeichnungen von Edward Lindahl und, obwohl der Zeichner bald nach seiner Rückkehr nach Schweden auch als Buchillustrator, Holzschnitzer und Skulpteur zu arbeiten begann sowie in anderen Zeitungen und Zeitschriften mitarbeitete, sollte Lindahl Söndagsnisse bis 1941 mit Karikaturen versorgen und damit beitragen den Erfolg der humoristischen Zeitung zu stärken. Die Zusammenarbeit mit Söndagsnisse endete erst nach seiner Ehe und einem Vertrag als Zeitungszeichner bei Nya Dagliga Allehanda, die zwischen 1859 und 1944 in Stockholm erschien.

Als die Nya Dagliga Allehanda 1944 eingestellt wurde, gehörte Edward Lindahl zu den Mitgründern der Abendzeitung Expressen, die er bis zu seiner Pensionierung auch mit sehr kritischen politischen Karikaturen und Zeichnungen zu kulturellen Ereignissen versorgte. Auch wenn sich Lindahl, der sich deutlich als Gegner des Nationalsozialismus auszeichnete, auch als Natur- und Tierzeichner einen Namen machte, so lag seine Stärke in der Treffsicherheit seiner Karikaturen, die ihm einen Platz in der Elite der schwedischen Karikaturisten schaffte. In den 60er Jahren arbeitete Edward Lindahl, der am 13. Oktober 1986 starb, auch für Rörstrand und Gustavsberg. Wer sich für die Zeichnungen Lindahls interessiert, findet heute die größte Sammlung davon im Teckningsmuseet in Laholm.


16. Mai 1592: Christopher Ekeblad und die religiöse Poesie Schwedens
16. Mai 1767: Carl Zetterström, Mediziner und Wohltäter
16. Mai 1882: Elin Wägner, eine Kämpferin für die Rechte der Frauen
16. Mai 1900: Massenmord auf dem Mälaren
16. Mai 1923: Alkoholverkauf in Schweden und die Systembolaget
16. Mai 1930: Eine Ausstellung in Stockholm verändert die Architektur des Landes
16. Mai 2009: Das Nackareservat, ein Schutzgebiet und ein Ausflugsgebiet 

Copyright: Herbert Kårlin

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Sonntag, 17. April 2016

Kid Severin, Schriftstellerin und Journalistin

Kid Severin, nach ihrer dritten Ehe eigentlich Anna Ingrid Cecilia Severin, kam am 17. April 1909 in Stockholm zur Welt und begann unmittelbar nach ihrer Hochschulreife für die schwedische Presse zu arbeiten, was in jenen Jahren bei Frauen relativ selten war, andererseits auch dazu führte, dass Severin, obwohl sie heute in weiten Kreisen vergessen ist, eine Legende wurde, der man sogar die Wortschöpfungen kändis (Promi) und doldis (große/großer Unbekannte) zuschrieb, obwohl sie diese beiden Begriffe kaum geschaffen hat, jedoch in der allgemeinen journalistischen Sprache tatsächlich verbreitete.

Kid Severin, die aus bescheidenen Verhältnissen kam, wechselte die ersten Jahre ihrer Tätigkeit von Zeitschrift zu Zeitschrift und arbeitete erst ab 1944 regelmäßig für die Abendzeitung Expressen. Als Journalistin von Frauen- und Damenzeitungen ging Severin einen sehr eigenen Weg, denn sie verkehrte in allen Kreisen um Informationen zu suchen, angefangen von Schwarzklubs bis zu Premierenpublikum und zu Königshäusern, wobei es ihr dabei gelang auch Türen zu öffnen, die selbst männlichen Journalisten jener Zeit verschlossen blieben. Entsprechend war sie von Redaktionen gesucht und konnte sich einen treuen Leserkreis schaffen.

Auch wenn Kid Severin vor allem als Journalistin bekannt war, so schrieb sie auch Bücher und Fernsehmanuskripte. Und die Ehen mit Gösta Bruncrona und später mit Gustaf Severin ließen Severin auch persönlich im gesellschaftlichen Rang aufsteigen. Ihr Erfolg als Autorin lag jedoch nicht nur daran, dass sie sehr vielen wichtigen Personen Schwedens sehr nahe kam, sondern dass sie einen Artikel in Literatur verwandeln konnte, der trotzdem leicht zu lesen und amüsant war. Kid Severin spielte mit Worten, vermied jedoch jede Kritik, ein Zug, der ihr zu sehr vielen Informationen verhalf. Nach einer Legende konnte man die Schriftstellerin und Journalistin Kid Severin bei Empfängen immer mit einem Glas Champagner in der einen Hand und dem Notizheft in der anderen Hand beobachten, denn es gab keine Sekunde in der sie ihre Umgebung nicht nach einem Stoff absuchte.


17. April 1742: Arvid Horn, der heimliche Regent Schwedens
17. April 1870: Der schwedische Architekt Lars Israël Wahlman
17. April 1900: Das Sahlgrenska Universitätskrankenhaus in Göteborg
17. April 1907: August Strindbergs "Ein Traumspiel" hat Uraufführung
17. April 1920: Bengt Anderberg, der Schriftsteller der schwedischen Erotik
17. April 1929: Alfred Berg entdeckt als Student die Musik
17. April 1970: Rudolf Petersson und der berühmteste Rekrut Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 2. Januar 2016

Wärme, Öl und Benzin werden in Schweden rationiert

Als im Jahre 1973 der sogenannte Arabische Krieg zwischen Ägypten und Syrien auf der einen Seite und Israel auf der anderen Seite ausbrach, stellte sich die gesamte westliche Welt auf Seiten Israels, was jedoch sofort negative Konsequenzen mit sich brachte, denn daraufhin entschieden sich die Opec-Länder den Export von Rohöl stark zu drosseln, was für die schwedische Bevölkerung bedeutende Konsequenzen hatte und die Regierung am 2. Januar 1974 dazu brachte verschiedene Produkte zu rationieren.

Um sicherzustellen dass die Industrie und der Handel nicht unter einem Mangel an Energie zu leiden hatten, wurden ab den kommenden Tagen Heizöl, Benzin, Warmwasser und Fernwärme für Privatpersonen begrenzt und am Sonntag ein Fahrverbot erteilt. Gleichzeitig wurden alle öffentlichen Ämter und alle Haushalte des Landes darum gebeten sich beim Energieverbrauch freiwillig einzuschränken. Besonders deutlich zu spüren bekam die Bevölkerung die Rationierung von Benzin, da man für die kommenden sieben Wochen nur insgesamt 100 Liter Benzin tanken konnte, was natürlich am Vortag zu Hamsterkäufen führte.

Während der Kauf von Heizöl noch längere Zeit rationiert wurde, wurde bereits am 30. Januar 1974 die Rationierung von Benzin wieder aufgehoben. Einem Journalist der Abendzeitung Expressen war es nämlich gelungen zu beweisen, dass Öltanker mit Benzin vor der Küste im westschwedischen Lysekil lagen die nicht gelöscht wurden. Um einen Aufstand zu verhindern wurde nach der Veröffentlichung das Anlegen der Tanker ermöglicht, aber auf Kosen des Benzinpreises, denn über Nacht stieg der Preis pro Liter Benzin von 23 Öre auf 1,45 Kronen.


2. Januar 1296: Das Upplandslagen, schwedische Gesetze des Mittelalters
2. Januar 1749: Der Bischof und Sprachforscher Carl Gustaf Nordin
2. Januar 1824: Die Morgenzeitung Stockholms Dagblad 
2. Januar 1895: Folke Bernadotte wird in Israel ermordet
2. Januar 1909: Der schwedische Künstler Ivar Arosenius 
2. Januar 1926: Gustaf Lagerheim, der Gründer der Pollenanalyse
2. Januar 2000: Die Stabkirche in Skaga wird durch einen Brand zerstört

Copyright: Herbert Kårlin

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Freitag, 23. Januar 2015

Das Vermächtnis von Jeanette Bonnier

Jeanette Bonnier wurde am 23. Januar 1934 als Tochter des Buchverlegers Albert Bonnier in Stockholm geboren und besitzt ein Zehntel des Gesamtkapitals des Bonnierkonzerns. Die mittlerweile 80-Jährige ist nicht nur eine der reichsten Personen Schwedens, sondern verfügt bis heute über eine ungemeine Macht, da sie als Vorstandsmitglied der Dagens Nyheter, des Expressen und der Svensk Filmindustri das schwedische Denken maßgeblich beeinflussen kann, obwohl Jeanette Bonnier kaum in der Öffentlichkeit auftaucht.

Jeanette Bonnier begann nach ihrer schulischen Ausbildung im Jahre 1952 als Journalistin beim Expressen zu arbeiten um einige Jahre später Reporterin beim Veckojournalen und anschließend beim Bildjournalen zu werden. Einige Jahre lang besaß die kunstinteressierte Bonnier auch eine erfolgreiche Kunstgalerie in New York, ohne jedoch die journalistische Arbeit ganz aufzugeben. Eine Wende in ihrem Leben kam als die einzige Tochter Maria aus der zweiten Ehe 1985 im Alter von 20 Jahren bei einem Autounfall ums Leben kam.

Nach dem Tod der Tochter gründete Jeanette Bonnier die Maria Bonnier Dahlins Stiftung, die wiederum an Erinnerung der Tochter 2006 die Bonnier Kunsthalle in Stockholm errichten ließ. Sowohl die Stiftung als auch die Kunsthalle hat das Ziel jungen schwedischen Künstlern bei ihrer Entwicklung zu helfen. Journalisten der Dagens Nyheter erzählte Bonnier im Jahre 2014, dass ihre nahen Verwanden der Familie Bonnier auf keinen Fall ihren Anteil am Unternehmen erben werden, sondern sie eine Stiftung damit einrichtet die allein mit den Zinsen des Kapitals Künstler, Forscher und verfolgte Journalisten unterstützen wird.


23. Januar: Frej und Freja, die nordischen Götter der Fruchtbarkeit
23. Januar 1688: Ulrika Eleonora wird nach dem Tod von Karl XII. Königin von Schweden
23. Januar 1785: Carl Adolph Agardh proklamiert die ökolische Forstwirtschaft
23. Januar 1801: Lars Johan Hierta, der Gründer des schwedischen Aftonbladets 
23. Januar 1941: Torsten Fogelqvist und die Begegnung mit der Arbeiterbewegung 
23. Januar 1985: Das Ende der Werft Uddevallavarvet und der Umbruch

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Freitag, 31. Oktober 2014

Der schwedische Schriftsteller Lars Widding

Lars Widding kam am 31. Oktober 1924 in einem gehobenen bürgerlichen Heim in Umeå zur Welt und legte dort auch die Hochschulreife ab bevor er zwischen 1946 und 1949 an der Universität Stockholm studierte. Nach Abschluss seines Studiums in Stockholm begann Widding als Reporter für die schwedische Abendzeitung Expressen zu arbeiten, eine Tätigkeit, der er anschließend 36 Jahre lang die Treue hielt. Bereits als Journalist interessierte sich Widding vor allem für die Dramatisierung historischer Ereignisse, was man auch in manchen seiner Artikel entdecken kann.

Parallel zu seiner Arbeit als Reporter bereitete Lars Widding auch eine literarische Karriere vor, wobei man seine ersten drei Bücher separat von seinem Gesamtwerk betrachten muss, da der Autor hier vor allem seine Kindheit und seine Jugend in Umeå schildert und diese Bücher bei weitem nicht die Höhe erreichen, die seine spätere Werke zeigen bei denen Widding geschichtliche Handlungen und Ereignisse in Romane verpackt. Zu jedem Thema findet der Autor so viel Material, dass er zu jedem Thema ein Suite an Romanen schreibt, die jeweils zu einem sehr beachtlichen Erfolg führen, da Widding wenig auf Sensationen aus ist, sondern mehr das Denken einer bestimmten Epoche einbettet und den Leser dabei in die Vergangenheit entführt.

Las Widding, der bis zu seinem Tod am 3. März 1994 extrem aktiv war, kehrte 1978 mit einem vierteiligen Werk auch in seine Heimatstadt Umeå zurück, bot dieses Mal jedoch einen Einblick in die Zeitgeschichte der ersten Hälfte de 20. Jahrhunderts der Stadt, ein Werk, das auch dazu führt, dass Widding den Literaturpreis der Östersunds-Posten erhielt und zum Ehrenbürger Umeås ernannt wurde. Die Liebe des Schriftstellers zu seiner Heimatstadt kann man jedoch auch in allen seinen anderen Büchern erkennen, denn Widding nahm in jedem seinen Werke Teile Umeås in seinen Schilderungen auf und hat damit die Stadt, zumindest indirekt, in alle Handlungen mit einbezogen.


31. Oktober 1857: Axel Munthe, Schriftsteller und Arzt
31. Oktober 1878: Die Dampfmühle Eldkvarn in Stockholm brennt
31. Oktober 1916: Carl Bernadotte und die Affäre Huseby
31. Oktober 1920: Die schwedische Fußballlegende Gunnar Gren
31. Oktober 1924: Lars Widding, der Vielschreiber des 20. Jahrhunderts
31. Oktober 1962: Mari Jungstedt und Kommissar Anders Knutas aus Gotland
31. Oktober 2006: Der Umskalstunneln zwischen Schweden und Norwegen

Copyright: Herbert Kårlin

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Sonntag, 10. März 2013

Astrid Lindgren und der Widerstand gegen sie Steuern

Am 10. März 1976 erschien in der schwedischen Abendzeitung Expressen die satirische Sage Pomperipossa i Monismanien mit der Astrid Lindgren geradezu einen Aufstand verursachte, da sie mit dieser Sage die Steuerpolitik der Sozialdemokraten angriff und berechnete, dass sie für das Vorjahr 102 Prozent Steuern zahlen musste. Auch wenn diese Berechnung nicht wirklich die Tatsachen schilderte, da die Schriftstellerin von der Marginalsteuer sprach und nicht von der Einkommenssteuer oder der Vermögenssteuer, hatte ihr Artikel die Folge, dass die Sozialdemokraten die kommende Wahl verloren haben und die Steuern für Topverdiener anschließend gesenkt wurden.

Das Besondere an Pomperipossa i Monismanien ist zum einen, dass es sich um den ersten Beitrag handelte, den Astrid Lindgren für den Expressen schrieb, der seit Jahren versucht hatte die Schriftstellerin für kulturelle Beiträge anzuheuern und zum anderen verband sie zwei bekannte Begriffe anderer Autoren um die aktuelle Steuerpolitik anzugreifen. Pomperipossa ist eine Hexe, die der Schriftsteller Falstaff, fakir (Axel Wallengren) erfunden hatte und das Land Monismanien mit seiner Einparteiendiktatur entstammt dem futuristischen Film Monismanien 1995 von Kenne Fants, der ein Jahr vor dem Artikel Lindgrens in die schwedischen Kinos gekommen war.

Die Sage, die Astrid Lindgren im Expressen schrieb, war eine Allegorie, denn Pomperipossa wohnt in einem weit entfernten Land und schreibt Kinderbücher, aber wie viel sie auch schreibt und sich schindet, so bleiben ihr jedes Jahr nur 5000 Kronen übrig und keine Leistung der Welt führt dazu, dass diese Summe je steigen wird. So nebenbei erwähnt sie dann auch, dass man es natürlich auch machen kann wie der damalige sozialdemokratische Finanzminister Gunnar Sträng und sich ein Luxushaus kaufen kann und dabei das Haus so hoch belastet, dass man fast keine Steuern mehr zahlen muss.


10. März 1911: Olof Lagercrantz, ein umstrittener Schriftsteller Schwedens
10. März 1911: Olof Lagercrantz, der umstrittenste Literaturkritiker Schwedens 
10. März 1920: Hjalmar Branting verändert Schweden
10. März 1997: Lars Ahlin und das soziale Leben der schwedischen Kleinstadt 

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 17. November 2012

Maj-Briht Bergström-Walan, die erste Sexologin Schwedens

Am 17. November 1924 wurde Maj-Briht Bergström-Walan in Stockholm geboren, eine Frau, die ursprünglich zur Hebamme und Verhütungsberaterin ausgebildet war, danach klinische Psychologie studierte und ab Ende der 50er Jahre als Experte für Sexualkunde im Auftrag des Stockholmer Schulamts vor allem Lehrer auf den Unterricht in Sexualkunde vorbereitete. Maj-Briht galt um diese Zeit als die einzige Fachkraft Schwedens auf diesem Gebiet, zumal es ein Berufsbild für ihre Aufgabe noch nicht gab.

Dass ausgerechnet Maj-Briht Bergström-Walan sich für Sexualkunde einsetzte und innerhalb weniger Jahre die maßgebliche Führungsrolle auf diesem Gebiet einnahm, ist in gewisser Weise erstaunlich, denn sie war nie auf der Linie der Sozialdemokraten, die sich in jener Zeit für Sexualunterricht in der Schule einsetzten und gehörte während der 50er Jahre einer konservativen Freikirche an in deren Sinne ihre Mutter sie auch erzogen hatte. Vielleicht lag diese Entscheidung daran, dass noch während der 60er Jahre niemand sich für die sexuelle Aufklärung in Schweden öffentlich einsetzen wollte und Maj-Briht diese Lücke sah und einnahm.

Mit der Woge der sexuellen Befreiung der 60er Jahre wurde Maj-Briht Bergström-Walan dann an allen Fronten eingesetzt. Sie schrieb Aufklärungsbücher, Schulbücher zur Sexualkunde, erklärte im Fernsehen ihre Theorien, wurde für die Aufklärungsspalten von Expressen und der Kamratposten Ratgeber und antworte auf die Fragen der Leser. Die logische Folge war, dass Maj-Briht im Jahre 1970 das Svenska Sexualforskningsinstitutet gründete und, unter anderem, Forschungen über Transvestie machte. Die erste Sexologin Schwedens hat mit ihrer kontinuierlichen Arbeit die gesamte Aufklärung Schwedens bis heute maßgeblich geprägt. Maj-Briht Bergström-Walan starb am 25. August 2014 im Alter von 89 Jahren.


17. November 1587: Louis De Geer, der Wegbereiter der schwedischen Industrialisierung
17. November 1877: Hans Magnus Melin und die moderne Bibel Schwedens
17. November 1967: Bo Bergman, zwischen Realismus und Belletristik
17. November 1971: 35 Jahre "Hem till byn" im schwedischen Fernsehen

Copyright: Herbert Kårlin

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Sonntag, 9. September 2012

Liza Marklund und die Revolte gegen die herkömmliche Buchlandschaft

Am 9. September 1962 wurde Liza Marklund, die in Deutschland vor allem mit ihren Kriminalromanen bekannt wurde, in Pålmark am Rande der nordschwedischen Stadt Piteå geboren. Nach der Oberstufe war für Liza die Schule abgeschlossen und sie wollte die Welt entdecken. Vom Croupier in Piteå kam sie als Bedienung nach London, arbeitete in einem Kibbutz in Israel und landete in einem Callcenter in Hollywood. Anschließend kam Liza Marklund zurück nach Schweden und bildete sich in der Volkshochschule zur Journalistin aus.

Nach dieser Ausbildung begann Liza Marklund beim Norrbottens-Kuriren in Luleå zu arbeiten, um jedoch schon bald eine Anstellung beim Aftonbladet in Stockholm zu akzeptieren und später beim Expressen. Liza war jedoch nicht für die weisungsgebundene Arbeit als Journalist geschaffen, was sich darin ausdrückte, dass sie schon bald die kostenlose Zeitschrift Metro mitgründete, freiberuflich für die Fernsehanstalt TV4 arbeitete und schließlich, gemeinsam mit Jan Guillou, Sigge Sigfridsson und Ann-Marie Skarp den Piratförlaget gründete.

Die literarische Karriere Liza Marklunds begann mit ihrem Roman Gömda, der 1995 bei Bonniers erschien und 2009 erheblich in die Kritik geriet als der Wahrheitsgehalt des Buches angezweifelt wurde. Ihr erster Kriminalroman Sprängaren kam 1998 auf den Markt und wurde unmittelbar ein Bestseller, nicht zuletzt wegen der Hauptfigur Annika Bengtzon, einer Reporterin, die bei einer Abendzeitung in Stockholm arbeitete. Liza Marklunds Bücher wurden in 30 Sprachen übersetzt und sie ist die zweite skandinavische Autorin, der es gelang in die Bestsellerliste der New York Times zu gelangen.


9. September 1912: Marianne Zetterström, die Autorin der wenigen Worte
9.September 1962: Liza Marklund zwischen Politik und Kriminalroman 
9. September 1986: Die schwedische Liga der Maskierten

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 16. November 2011

Expressen, die Zeitung gegen den Nationalsozialismus

Die schwedische Abendzeitung Expressen erschien erstmals am 16. November 1944 und sollte den nationalsozialistischen Strömungen der schwedischen Pressewelt einen Gegenpol bieten. Um das Aftonbladet, das sich in seinen Artikeln extrem nazifreundlich zeigte, auszustechen, sollte Expressen, auf Wunsch des ersten Chefredakteurs, Carl-Adam Nycop, nicht nur gegen Die Hitlerpropaganda arbeiten, sondern auch durch eine große Anzahl an Fotos eine breite Leserschicht anziehen.

Der Expressen gehörte vom ersten Tag an dem Bonnierskonzern, der während der Kriegsjahre und den Folgejahren ein fortschrittliches Denken hatte, was sich auch am Expressen zeigte, der die ersten Jahre von der amerikanischen und britischen Sensationspresse inspiriert war. Um eine Sensation am schnellsten zu veröffentlichen, stellte Bonniers einen bedeutenden Stab an Journalisten ein, deren Hauptaufgabe es war sensationelle, jedoch wahre, Neuigkeiten zu beschaffen, was sich jedoch im Laufe der Jahre immer mehr dazu entwickelte, dass der Wahrheitsgehalt dabei teilweise auf der Strecke blieb.

Expressen ist heute, nach dem Aftonbladet, die zweitgrößte Abendzeitung Schwedens und spricht vor allem den „Mann auf der Straße“ an, der in kurzen Artikeln und möglichst bebildert die Skandale der Oberschicht sucht. Auch wenn Expressen seit den 90er Jahren immer weiter politisch nach rechts gedriftet ist, deckten einige Journalisten immer wieder heiße Eisen der Gesellschaft auf, hatten jedoch wegen Falschmeldungen auch zahlreiche rechtliche Probleme. Teile des Expressen werden auch in den Abendzeitungen GT und Kvällsposten übernommen, die ebenfalls zu Bonniers gehören.

16. November 1779: Pehr Kalm, ein Apostel des Botanikers Carl von Linné
16. November 1912: Volksbildung wird in Schweden zur Arbeiterbewegung


Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg

Donnerstag, 3. November 2011

Die Göteborgs-Tidningen (GT) erscheint zum ersten Mal

Am 3. November 1902 pünktlich um 12 Uhr erschien die erste Nummer der Göteborgs-Tidningen (GT), einer Abendzeitung, die den Raum Westschweden abdeckt. Die Zeitung wurde grundsätzlich auf rosa Papier gedruckt, bis denn am 16. Mai 1951 die Papierfabrik die Herstellung von rotem Zeitungspapier mangels Nachfrage einstellte. Die Farbe des rosa Papiers führte dazu, dass die Göteborgs-Tidningen im allgemeinen nur „den lilla röa“ oder einfach „den röa“ bezeichnet wurde.

Zu Beginn war die Göteborgs-Tidningen eine Zeitung, die wochentags jeweils im Laufe des Vormittags auf den Markt kam. Als dann jedoch die Göteborgs Handels- och Sjöfartstidning (GHT) Ende der 40er Jahre morgens zu den Händlern kam, so stellte auch die GT auf das morgendliche Erscheinen um. Durch den großen Verkaufserfolg kam dann ab dem 29. August 1915 die Göteborger Tidningen auch mit einer Sonntagsnummer auf den Markt, wobei die Umstellung zum heutigen Tabloidformat im Jahre 1942 erfolgte.

Während die Göteborgs-Tidningen ursprünglich eine rein lokale Zeitung war, wobei sie einige Jahre lang unter dem Namen IDag erschien, da sie eine Einheit mit der Kvällsposten aus Skåne bildete, bis diese sich wieder selbstständig machte, so änderte sich der Inhalt ab 1998 bedeutend. In diesem Jahr wurde die GT, wie sie heute ausschließlich genannt wird, vom Bonnier-Konzern übernommen und mit der Abendzeitung Expressen verknüpft, was dazu führte, dass der Lokalteil schrumpfte, die Artikel kürzer wurden und sich die inhaltliche Tendenz nach Mitte bis Rechts verlagerte.

3. November 1896: Gustaf Tenggren, von Trollen zu Disneys Pinocchio
3. November 1911: Der schwedische Kapellmeister William Lind 

Copyright: Herbert Kårlin