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Montag, 4. Mai 2015

Der schwedische Jazzmusiker Lars Gullin

Lars Gullin wurde am 4. Mai 1928 als Sohn eines Bahnwärters in Sanda auf Gotland geboren und erhielt im Alter von nur drei Jahren sein erstes richtiges Musikinstrument, ein Akkordeon. Mit fünf Jahren konnte er auf einer Panflöte und dem Akkordeon bereits improvisieren, wobei er um diese Zeit natürlich, vom Vater angeregt, nur Volksmusik spielte. Bald darauf lernte Gullin auch Klarinette und Saxophon, was wiederum dazu führte, dass er mit 13 Jahren im Musikchor auf Gotland als Musikschüler aufgenommen wurde und dort die Klarinette als Hauptinstrument wählte. Wenige Jahre später begann der Musiker sich dann auch unter den lokalen Musikern Gotlands zu bewegen und nach anderen Musikstilen zu suchen.

Im Jahre 1947 verließ Lars Gullin Gotland mit dem Wunsch Konzertpianist zu werden, ein Traum, der sich allerdings sehr schnell zerschlug, da der Musiker an der Königlichen Musikhochschule in Stockholm nicht aufgenommen wurde. Gullin begann dennoch an der Akademie Piano zu studieren und machte eine Ausbildung zum Klavierlehrer. Um dieses Studium finanzieren zu können, begann er jedoch parallel dazu in Tanzbands und Klubs aufzutreten, unter anderem im Vinterpalatset und später auch im Nalen mit Arne Domnerus und Rolf Ericson. Wie selbstverständlich führte dies 1953 dazu, dass Lars Gullin seine erste eigene Band gründet.

Zum Jazz kam Lars Gullin bereits im Jahre 1947, als er Pianist im Orchester Charles Redlands wurde, auch wenn er erst zwei Jahre später zum Baritonsaxophon kam, das den Musiker weltweit bekannt machen sollte und ihn zu den weltweit besten Jazzmusikern aller Zeiten machte. Die Karriere von Gullin, der 1976 im Alter von nur 48 Jahren starb und während seiner aktiven Jahren auch mit den größten Jazzmusikern Amerikas spielte, war jedoch immer wieder wegen dem Drogenmissbrauch des Künstlers unterbrochen, der dadurch immer wieder lange inaktive Phasen hatte. Dennoch gelang es ihm dem schwedischen Jazz eine eigene Identität zu geben, da er sich bei seinen Stücken stark von der schwedischen klassischen Musik und der Volksmusik beeinflussen ließ.


4. Mai 1436: Magnus Bengtsson wird durch einen Mord bekannt
4. Mai 1436: Engelbrekt Engelbrektsson wird ermordet
4. Mai 1782: Georg Ingelgren und die literarischen Gesellschaften Uppsalas
4. Mai 1959: Inger Nilsson und der Fluch Pippi Langstrumpf zu sein
4. Mai 1991: Carola gewinnt beim Eurovision Song Contest in Rom

Copyright: Herbert Kårlin

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Dienstag, 23. Dezember 2014

Der Jazzmusiker Folke Andersson, genannt „Göken“

Folke Andersson kam am 23. Dezember 1902 in Stockholm zur Welt und galt bereits sehr früh als musikalisches Wunderkind. Seine Karriere begann indes auf eine etwas ungewöhnliche Weise, nämlich im Kinderchor der Heilsarmee in der er Klarinette, Piano und Geige spielte. Mit den Jahren ging der Musiker dann immer mehr auf die Geige über und als Jugendlicher begann Andersson dann immer häufiger auch Jazz zu spielen. Als Andersson 17 Jahre alt war und zwei Jahre lang moderne Musik in den USA studiert hatte, begann dann im Tanzsalon Pers in Stockholm seine Karriere als Jazzmusiker.

Ab dem Jahre 1922 trat Folke Andersson, der später den Spitznamen Göken erhielt, in den verschiedensten Tanzlokalen Stockholms auf. Andersson hatte dabei das Glück beim Jazzorchester Curt Ljunggren engagiert zu werden das im Herbst 1926 auf dem Amerikaschiff Gripsholm engagiert wurde. Andersson wurde bereits ein Jahr später zum Kapellmeister auf Gripsholm ernannt und hatte, dank der Aufenthalte in Amerika, die Chance sich in der Welt des Jazz in den USA Kontakte zu schaffen und neue Trends zu erfahren. Noch 1927 erhielt das Orchester dann den Namen Svenska Paramountorkestern und wurde wegen seinem amerikanischen Jazzstil eine lebende Legende.

Nach Ende des Engagements auf der Gripsholm spielte Folke Anderssons Orchester zuerst im Nalen in Stockholm, aber mit der Krise der 30er Jahre wurden die Engagements seltener, der Jazzmusiker gründete ein neues Orchester aber 1935 ging die Erfolgsstory des als ersten authentischen schwedischen Jazzmusikers dennoch zu Ende. Erst spielt Andersson noch i Orchester Arne Hülphers und ab den 40er Jahren verwandelte sich Folke Andersson in einen Restaurantmusiker, der immer seltener Jazz spielen konnte. Am 31. März 1976 starb der Göken dann im Alter von 73 Jahren in Johanneshov bei Stockholm.


Copyright: Herbert Kårlin

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Dienstag, 15. Juli 2014

Der schwedische Jazzmusiker Sven Stiberg

Sven Stiberg wurde am 15. Juli 1914 in Stockholm geboren und wurde von seinem Vater, einem Amateurmusiker, an die Musik geführt. Da der Vater Mandoline spielt, so wurde dies auch das erste Instrument Stibergs, bis er, nach als Jugendlicher, zur Gitarre überging. Die gesamte musikalische Ausbildung des späteren Jazzmusikers erstreckte sich auf einige Stunden Mandolinunterricht durch seinen Vater. Seinen legendären Ruf als Jazzguitarrist verdankte der Musiker ausschliesslich seinem Gehör und einer permanenten Übung, die ihn zur Perfektion führte.

Nachdem Sven Stiberg die ersten Jahre nur in heute unbekannten Bands spielte, begann die Karriere des schwedischen Jazzmusikers erst im Jahre 1937, als er ein Engagement von der Tanzbühne in Segeltorp erhielt. Stiberg entschied sich unmittelbar dazu professioneller Musiker zu werden und trat im Winter des gleichen Jahres auf Södermalm auf und im folgenden Sommer mit dem Lulle Ellbojs Orchester in Gröna Lund. In dieser Zeit begann Stiberg auch seine ersten Arrangements für Orchester zu schreiben, ebenfalls ohne je dafür ausgebildet worden zu sein. Als der Musiker dann im Herbst 1938 mit dem Orchester Seymour Österwall im Stockholmer Nalen auftrat, begann Stiberg seinen endgültigen musikalischen Weg zu finden.

Im Jahre 1939 gründete Sven Stiberg, gemeinsam mit einigen musikalischen Freunden, das Svenska Hotkvintetten nach dem Vorbild des Quintetts in dem Django Reinhardt spielte. In sehr kurzer Zeit gehörte die Gruppe zu den bekanntesten Jazzgruppen Schwedens obwohl die öffentlichen Auftritte an einer Hand zu zählen waren. Der Jazz Sven Stibergs wurde in den Studios geschaffen, wobei es 1941 geradezu zu einer Revolution im schwedischen Jazz kam, denn Stiberg ging in diesem Jahr, mit dem Thore Ehrling Orchester, als erster Jazzmusiker Schwedens zur Elektroguitarre über und war zudem der einzige Jazzmusiker, des Landes der zur Single String-Technik griff. In den 50-er Jahren wechselte Sven Stilberg dann allerdings zum schwedischen Rundfunkorchester und ab 1963 arebitete er als Musikproduzent für den staatlichen Rundfunk.


15. Juli 1240: Die schwedischen Kreuzzüge
15. Juli 1240: Der schwedische Kreuzzug ins russische Reich
15. Juli 1718: Der schwedische Maler Alexander Roslin
15. Juli 1874: Die schwedische Schriftstellerin Gustava Svanström
15. Juli 1949: Carl Bildt, diplomatischer Außenminister Schwedens
15. Juli 2008: Der Streik der Busfahrer, nur ein halber Erfolg

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 25. Mai 2014

Jokkmokks-Jokke und das schwedische Volkslied

Jokkmokks-Jokke wurde am 25. Mai 1915 als Bengt Johansson in Djupbäck, einem kleinen Ort am Polarkreis geboren und nahm 1974 den Familienname Djupbäck an, der an seinen Heimatort erinnern soll. Wie so viele junge Leute Lapplands deren Eltern kein Samendasein führten, suchte Johansson mit 19 Jahren nach einem besseren Leben und begann daher als Arbeiter bei der schwedischen Eisenbahn SJ, liess sich dann jedoch als Maler ausbilden um im gleichen Unternehmen weiterzuarbeiten, jedoch mehr zu verdienen.

Als Maler begann Bengt Johansson sich mehr und mehr für die Musik zu interessieren und lernte Gitarre zu spielen. Ein Freund, der den zukünftigen Sänger spielen hörte, überredete Johansson mit ihm nach Stockholm zu gehen und eine dort eine Musikkarriere anzustreben statt ein Leben lang Arbeiter zu bleiben. Die beiden Freunde ginen nach Stockholm, wo der neu gebackene Sänger sein Glück direkt im legendären Nalen versuchen sollte. Der Freund hatte auch gleich die Idee Johansson den Namen Jokkmokks-Jokke zu geben und gab ihm den Tip sich in samischer Nationalkleidung zu präsentieren.

Im Nalen überzeugte Jokkmokks-Jokke mit seinem originellen Auftreten und Topsy Lindblom, der damalige Direktor des Nalen, liess den Sänger vor dem damaligen Jitterbug-Publikum auftreten, ein Kontrast, der kaum grösser sein konnte. Auch wenn Jokkmokks-Jokke nun von der Musik leben konnte, so dauerte es noch bis 1963 bis er mit seinem Lied Gulli-Gullan, das er für eine Geliebte geschrieben hatte, den grossen Druchbruch hatte und in ganz Schweden bekannt wurde. Acht Jahre später, und nach einer Rolle in einem Åsa-Nisse Filme, kam der Sänger 1971 mit Tillbaka till min hembyn selbst in die Svensktoppen. Der grosse Erfolg von Jokkmokks-Jokke, der am 15. Juni 1998 in Nacka starb, lag im Grunde jedoch nicht an seiner Stimme, sondern daran, dass er das Volk berührte und sich sein Leben lang um arme und ausgesetzte Personen kümmerte.


25. Mai 1622: Gustav II. Adolf gründet die Stadt Borås
25. Mai 1667: Gustaf Bonde, ein Gegner der schwedischen Kriege
25. Mai 1930: Ohne Pass zwischen Schweden und Dänemark über den Öresund
25. Mai 2006: Lars Gyllensten, philosphische Gedanken zum Alltagsleben
25. Mai 2013: Das schwedische Weltkulturerbe Hälsingegårdar

Copyright: Herbert Kårlin

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Freitag, 20. September 2013

Monica Zetterlund, ein Leben im Rampenlicht und im Schatten

Monica Zetterlund, geborene Nilsson, wurde am 20. September 1937 in Hagfors im Värmland geboren und zählt zu den bedeutendsten Künstlern Schwedens. Die wichtigste Phase der Sängerin, Schauspielerin und Revuekünstlerin Zetterlund wurde unter dem Titel „Monica Z“ verfilmt und hatte am 10. August 2013 während des Musikfestivals Way Out West in Göteborg Premiere. Auch wenn der Film, wenn auch auf sehr fiktive Weise, die Zerrissenheit der Künstlerin Zetterlund und der Privatperson Monica zeigt, so bleibt hier die Kindheit und ihre letzten Jahre im Schatten.

Was der Film verbirgt, ist die Tatsache, dass Monica Zetterlund als Kind auf einem hausgemachten Trampolin verunglückte und dabei eine Skoliose davontrug, die so spät entdeckt wurde, dass Gipsbandagen und Korsett nicht mehr helfen konnten. Auf Grund dieser Krankheit hatte die vor allem als Jazzsängerin bekannte Zetterlund ihr Leben lang sehr starke Rückenschmerzen und war in den 90er Jahren invalide, wenig später sogar an den Rollstuhl gebunden. Vermutlich war es auch diese Krankheit, die es ihr unmöglich machte am 12. Mai 2005 lebend aus ihrer brennenden Wohnung in Stockholm zu entkommen.

Die Karriere von Monica Zetterlund begann Mitte der 50er Jahre als sie mit dem Orchester ihres Vaters in Hagfors auftrat und beim Eldfesten (Feuerfest) von Glindemann entdeckt wurde, der die 20-jährige Sängerin unmittelbar mit nach Kopenhagen nahm wo sie ihre erste Schallplatte aufnahm. Bereits 1958 sang Zetterlund dann mit der Arne Domnérus Band im Stockholmer Nalen und wiederum zwei Jahre später ging sie mit ihrem Jazzrepertoire auf eine Amerikatournee. Ab den 60er Jahren bewies Monica Zetterlund, dass man Jazz auch in Schwedisch singen kann, wobei sie hierbei vor allem von Beppe Wolgers unterstützt wurde, der zahlreiche englisch Jazzsongs für sie ins Schwedische übertrug, unter anderem ihren Welthit Sakta vi gå genom stan.


20. September 1396: Der Beschluss in Nyköping verändert die schwedische Regierung 
20. September 1776: Großbrände in Gävle

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 2. September 2013

Gunnar Nilson, in Jazzkreisen bekannt als Siljabloo

Gunnar Nilson wurde am 2. September 1925 in Notviken bei Luleå in Norrbotten geboren und gehört zu den wenigen Musikern Schwedens, die nie Musikunterricht hatten und nur nach Gehör spielten. Nilsson griff sehr früh zur Klarinette und hatte bereits 1941, als er gerade einmal 16 Jahre alt war, sein Instrument so im Griff, dass er sein erstes Engagement bekam. Nur drei Jahre später war der Klarinettist vom Amateurmusiker zum professionellen Musiker in Stockholm aufgestiegen.

Nach einigen weiteren Engagements spielte Gunnar Nilson ab 1952 mit der Carl-Henrik Norins Band im Stockholmer Nalen. Seinen Ruf als einer der besten schwedischen Jazzmusiker gewann er nur ein Jahr später, wenn auch nicht dank seiner Leistungen als Klarinettist, sondern weil er mit Norin bei einer Schallplattenaufnahme beim wortlosen Blues Siljabloo als Scat-Sänger überzeugte. Diese Aufnahme führte auch dazu, dass Nilson seinen bleibenden Künstlernamen Siljabloo erhielt.

In den 50er Jahren trat Gunnar Nilson in ganz Schweden als Solist auf, aber seine Alkoholprobleme und das Niedergang der Jazzepoche Ende des Jahrzehnts führten zu immer weniger Engagements und Nilson musste sich immer häufiger mit anderen Jobs über Wasser halten. Nach zehn Jahren Schweigens erhielt Nilson Ende der 60er Jahre bei Lasse Holmquist dann einen Vertrag in dessen Fernsehhausband und unmittelbar zu einem aufsehenerregenden Comeback führte, denn Nilson hatte nichts von seinem musikalischen Können verloren. Am 12. Dezember 1989 starb Siljabloo auf einer Zugreise zu einem Konzert in Västerås.


2. September 1854: Die Bomarsunds Festung auf Åland 
2. September 1932: Johan August Gustafsson, der Bauern-Skultör aus Öland

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 22. Februar 2013

Laila Westersund, eine Karriere mit bereits vier Jahren

Als Laila Westersund am 22. Februar 2011 im Alter von 68 Jahren in Göteborg starb, gehörte sie zu jenen Künstlern Schwedens, die nahezu die Mehrzeit ihres Lebens auf einer Bühne verbracht haben, denn die Karriere Westersunds begann als sie gerade einmal vier Jahre alt war und sie mit ihrem Vater auf der Bühne stand. Sie lernte Akkorden spielen mit vier, begann mit dem Schlagzeug als sie fünf war und begann das Klavier mit neun zu meistern. Musik steckte der Künstlerin im Blut.

Aber obwohl Laila Westersund dann bereits 1957 nach einer Amateurausscheidung im Folkets Park in Trollhätten an Stellen wie dem Nalen in Stockholm, bei Topsy Lindblom und im Rondo in Göteborg auftrat, so dauerte es noch bis 1961 bis der endgültige Durchbruch kam, als sie bei einem Künstlerforum April April sand und dabei den Refrain pfeifend darbot. Von diesem Tag an konnte Laila Westersund ganz von der Musik leben und ging Jahr für Jahr auf Tournee.

Die Wandlung zur Komikerin kam dann im Jahre 1980 bei Hagges Revy als sie bei Sexobjektet eine verdreckte Mechaniker mit Snus unter den Lippen darstellte und sie das Publikum durch gezielte Pointen permanent zum Lachen brachte. Laila Westersund gehörte zu den vielseitigsten Künstlern Schwedens, die in Filmen spielte, mit dem Reichstheater unterwegs war und der es gelang mit ihren Liedern in die Svensktoppen zu gelangen. Der letzte Auftritt der Künstlerin, die jeder Schwede kennt, fand im Herbst 1910 in Falkenberg statt.


22. Februar 1979: Umweltskandal in Skåne

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 21. Mai 2011

Die schwedische Sängerin Anna-Lena Löfgren

Vor genau einem Jahr, am 21. Mai 2010 starb die schwedische Sängerin Anna-Lena Löfgren nach einer längeren Krankheit. Anna-Lena Löfgren war bereits in den 50er Jahren mit dem Radioprogramm „Barnens Brevlåda“ (Der Kinderbriefkasten) bei Farbror Sven bekannt geworden, wurde dann von Rock-Olga im Nalen entdeckt und hatte ihren Durchbruch mit Regniga Natt im Jahre 1962, als sie gerade einmal 18 Jahre alt war.

Während der 60er Jahre wurde Anna-Lena Löfgren dann eine der bedeutendsten Sängerinnen Schwedens, wobei ihr größter Hit im Jahre 1967 die schwedische Version des italienischen Liedes Il ragazzo della via Gluck von Adriano Celentano wurde: Lyckliga Gatan. Mit ihrer Version errang sie in Schweden und Norwegen die Schallplatte in Gold, Platin und Diamant.

In den 70er Jahren begann Anna-Lena Löfgren mehr Psalmen und spirituelle Lieder zu singen, was ihrer Karriere weniger zu Gute kam. Die Sängerin, die wegen Polio oft nur sitzend auftreten konnte, trat daher in den folgenden Jahren statt auf größeren Bühnen immer häufiger in Volksparks auf und hatte mit Välkommen till Pireus im Jahre 1995 einen letzten Hit in Schweden.

Ihre Karriere, durch die sie in den 60er Jahren auch in Deutschland sehr bekannt wurde, endete mit ihrem Tod, denn am Tag als sie starb kam dort ihre letzte deutsche Platte auf den Markt, die CD-Single „Ich Dich Auch“. Ihre letzten Auftritte hatte Anna-Lena Löfgren im Jahre 2005, da es ihr ihre Gesundheit später nicht mehr ermöglichte öffentlich aufzutreten.

21. Mai 1946: Björn Ranelid, die Selbstüberzeugung in Person
21. Mai 1975: Marit Bergman und die Popkolonie für Mädchen 

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 23. April 2011

Musik, Vergnügen und Essen im Stockholmer Nalen

Am 23. April 1967 schloss der Stockholmer Vergnügungspalast Nalen, ein Gebäude, das 1888 als Nationalpalatset gebaut, allgemein als Nalen bekannt wurde und wo zwischen 1933 und 1960 alle bedeutendsten Künstler jener Zeit auftraten. Nalen, unter der Führung von Gustaf Lindblom (Topsy), war weltweit ein Begriff in der Musikszene. Nalen war der künstlerische Magnet Stockholms.

Als Nalen 1967 geschlossen wurde, sollte das Gebäude eigentlich abgerissen werden um Neubauten Platz zu machen. Gerade noch rechtzeitig konnte die Stiftung Levi Petrus das historische Gebäude erwerben und machte daraus eine Freikirche und ein Behandlungsheim für Drogen- und Alkoholabhängige. Allerdings ging die im Jahre 1959 gegründete Stiftung 1997 in Konkurs und Nalen wurde günstig zum Verkauf angeboten, um die Schulden der Stiftung zu decken.

Der Konkurs brachte jedoch dem Nalen die ursprüngliche Bestimmung zurück, da der Verband schwedischer Künstler und Musiker das Gebäude erwarbe und daraus einen Kulturpalast für Gegenwartsmusik und zeitnahe Bühnenkunst machte. Heute findet man daher im Nalen wieder Musik, kulturelle Veranstaltung, ein Restaurant, einen Rockklub und ein Aufnahmestudio, sowie Konferenzräume. Jedes Jahr finden im Stockholmer Nalen wieder hunderte von Musikkonzerten statt zu denen wieder Künstler aus der ganzen Welt eingeladen werden.

23. April 1889: Die schwedische Prinzessin Eugénie
23. April 1942: Das nordische Folkbåt (Volksboot) läuft vom Stapel

Copyright: Herbert Kårlin