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Donnerstag, 28. Mai 2015

Die Malexandermorde ändern das schwedische Rechtssystem

Am 28. Mai 1999 überfielen Tony Olsson, Andreas Axelsson und Jackie Arklöf die Östgöta Enskilda Bank in Kisa und erbeuteten dabei über 2,6 Millionen Kronen. Der Banküberfall ging mit Hilfe von Pistolen und Handgranaten nahezu reibungslos über die Bühne, aber durch die Verzögerungen auf Grund des Zeitschlosses des Tresors und der Tatsache, dass die Täter eine der Kameras übersahen, nahm die Polizei sehr schnell die Verfolgung auf, eine Verfolgungsjagd, die für zwei der Polizisten tödlich enden sollte, denn sie wurden von den Bankräubern eiskalt hingerichtet damit diese, zumindest vorübergehend, entkommen konnten.

Die drei Täter waren der Polizei bereits mehrmals sehr negativ aufgefallen, wobei zwei unter ihnen auch die neonazistische Organisation NRA gegründet hatten, die wegen ihrer extremen Gewalt bekannt war. Nach nur einer Woche war auch der letzte der Bankräuber, Tony Olsson, gefasst, dem es gelungen war nach Costa Rica zu fliegen. Während des Prozesses gaben Olsson und Axelsson zwar zu am Bankraub beteiligt gewesen zu sein, aber sie wollten nichts mit dem Mord an den Polizisten zu tun haben. Jackie Arklöf behauptete sogar weder am Bankraub beteiligt gewesen zu sein, noch aber etwas vom Mord an den Polizisten zu wissen.

Da das Amtsgericht in Linköping nicht beurteilen konnte wer nur wegen bewaffnetem Bankraum und wer auch wegen Mord verurteilt werden sollte, entschied man erstmals in der schwedischen Rechtsprechung alle drei wegen Mordes zu lebenslanger Haft zu verurteilen. Da das Urteil in dieser Art auch von den höheren Instanzen bestätigt wurde, kann seit diesem Zeitpunkt auch ein Mittäter verurteilt werden wie ein Haupttäter, was bis heute sehr umstritten ist. Im Jahre 2001 gab Arklöf dann zu, dass er die beiden Polizisten getötet hatte, was jedoch nichts mehr an den Urteilen änderte. Alle drei Täter sitzen noch heute im Gefängnis.


28. Mai 1853: Carl Larsson, der volksnahe Maler Schwedens
28. Mai 1858: Der schwedische Erfinder Carl Richard Nyberg
28. Mai 1914: Selma Lagerlöf, Mitglied der Svenska Akademien
28. Mai 1961: Die Skandale der Fotografin Elisabeth Ohlson Wallin

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 12. Juli 2012

Wolfgang Zaugg, alias John Ausonius, der Lasermannen

Am 12. Juli 1953 wurde Wolfgang Zaugg in Lidigö geboren, ein Mann, der sich später John Ausonius nannte, aber als sogenannter Lasermannen in ganz Schweden berüchtigt wurde, nachdem er mehre Banken überfallen hatte und zwischen August 1991 und Januar 1992 insgesamt elf Personen in Stockholm und Uppsala beschossen hatte, eine davon mit Todesfolge. Den Namen „Lasermannen“ erhielt er von der schwedischen Zeitung Aftonbladet, weil er zu Beginn mit einem Gewehr mit Laserpointer bewaffnet war.

Nach seiner Einbürgerung im Jahre 1979, seine Mutter kam aus Deutschland und der Vater aus der Schweiz, wurde John Ausonius zur Wehrpflicht einberufen, aber da er mehrmals Schwierigkeiten machte und andere Wehrpflichtige bedrohte, landete er als Schlosswache in Stockholm. In dieser Zeit lernte Ausenius auch den Umgang mit Waffen und entwickelte sich zu einem außerordentlichen Schützen. Nachdem er beim Studium versagt und der erst erfolgreiche Optionshandel scheiterte, benötigte John Ausenius Geld, da er im Laufe der Jahre auch noch zum Spieler geworden war. Die nötige Summe beschaffte er sich durch Bankraub.

Die Polizeijagd nach Ausenius dauerte sechs Monate, da er bei den Überfällen jedes Mal eine andere Frisur und Haarfarbe hatte und er selbst die Augenfarbe durch Linsen veränderte. Allerdings konnte Ausenius dann wegen einiger kleiner Fehler entdeckt werden und er wurde während eines neuen Bankraubs festgenommen. Der Prozess zog sich über Jahre hin, da John Ausenius seine ersten Pflichtverteidiger bei einem Besuch im Gefängnis misshandelte und die nächsten beiden sogar noch im Gerichtssaal, was dazu führte, dass er ab diesem Moment nur noch in Handschellen vorgeführt wurde. Der Antrag von Ausenius auf eine zeitbegrenzte Haft wurde am 21. Dezember 2010 vom Amtsgericht in Örebro abgelehnt.


12. Juli 1873: Oscar von Sydow, für acht Monate Ministerpräsident Schwedens
12. Juli 1908: Fußball in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin