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Samstag, 5. Januar 2019

Der Karikaturist und Künstler Ewert Karlsson

Ewert Karlsson kam am 6. November 1918 mit dem Vornamen Evert in Mogata bei Söderköping zur Welt und begann bereits in seiner Jugend, neben seiner Arbeit als Landwirt, Karikaturen zu zeichnen. Erst 1951, als er bereits 32 Jahre alt war, entschied sich Karlsson dann sein Hobby zur Arbeit zu machen. Er gab die Landwirtschaft auf und ging nach Stockholm, wo er, dank seines Talents, kein Problem hatte bei der Stockholms-Tidningen eine feste Anstellung als Karikaturist zu bekommen.

Als die Stockholms-Tidningen, bei der Ewert Karlsson vor allem politische Zeichnungen veröffentlichte, 1966 zu Grabe getragen wurde, wechselte der Karikaturist, der in seiner Freizeit auch als Künstler arbeitete, zum Aftonbladet, einer Abendzeitung, der er bis zu seinem Stroke im Jahr 1995 treu blieb, auch wenn seine Werke oft in mehreren Zeitungen veröffentlicht wurden, da er auch ohne Worte ein Problem innerhalb der Gesellschaft, sehr eindeutig und auf humoristische Weise ausdrücken konnte. In diesen Jahren erhielt Karlsson zahlreiche Preise für seine Arbeiten und entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Karikaturisten Schwedens des Jahrhunderts.

Als Ewert Karlsson, der seine Werke mit EWK zeichnete, am 5. Januar 2004 im Alter von 85 Jahren in Huddinge starb, waren einige seiner Werke bei weitem nicht vergessen, da seine Zeichnungen von Mao, vor allem aber Moder Jord, geradezu als Zeitdokumente gesehen und bis heute weiterhin abgebildet werden, wenn auch mehr in künstlerischen und geschichtlichen Darstellungen. Nur fünf Jahre nach dem Tod des Karikaturisten entstand in Norrköping das EWK-Museum, in dem rund 2000 seiner Zeichnungen zu finden sind. Und ein breites Spektrum seines Schaffens zeigen.


5. Januar 1559: Kristina Nilsdotter, eine starke Frau Schwedens 
5. Januar 1667: Anders Nordencrantz und die schwedische Wirtschaft 
5. Januar 1674: Ebba Brahe, die Geliebte des Königs Gustav II. Adolf 
5. Januar 1814: Polizeichef Nils Henrik Liljensparre
5. Januar 1910: Alfred Ander, vor dem Raubmord und der Guillotine
5. Januar 1919: Die Malerin und Textilkünstlerin Gerd Göran
5. Januar 1943: Die schwedischen Internierungslager ab 1943 
5. Januar 1949: Alva Myrdal, ein Leben für die Schulreform und den Frieden 
5. Januar 1960: Der Flugplatz Arlanda in Stockholm
5. Januar 1964: Der schwedische Politiker C.-H. Hermansson
5. Januar 1970: Flugzeugabsturz beim Stockholmer Flugplatz Arlanda

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 23. April 2018

Der schwedische Schriftsteller Ane Randel

Ane Randel kam am 23. April 1879 als Sohn eines Regimentspfarrers in Karlskoga zur Welt und bildete sich nach seiner Hochschulreife zum Lehrer aus, wobei er jedoch, nach seinem Examen als Lehrer im Jahr 1898, noch Philosophie an der Universität Uppsala studierte und dort 1904 seine Kandidatur machte. Nach Abschluss des Studiums begann Randel erst für das Svenska Dagbladet zu arbeiten, später wechselte er zu Ord och Bild, zum Aftonbladet und schließlich zur Göteborgs-Posten, wobei er seine Artikel grundsätzlich unter einem Pseudonym veröffentlichte.

Ab 1913 veröffentlichte Ane Randel jedes Jahr ein unterhaltsames Buch, das vor allem Tagesthemen, kulturhistorische Schriften und kulinarische Betrachtungen aus seiner sehr konservativen Haltung präsentierte. Trotz seiner permanenten Umschreibung und der Anwendung von einem Maximum an Synonymen konnte Randel mit seinem Humor und seinen lehrhaften Aussagen eine breites Publikum gewinnen, das sich auch mit seinen klassischen und konservativen Meinungen identifizierte. Während heute die kulturhistorischen Betrachtungen Randels überholt scheinen, haben seine Erzählungen über die Essenskultur noch heute eine gewisse Bedeutung.

Auch wenn Ane Randel als Übersetzer nicht sehr eifrig war, so ist seine Leistung bei der Übersetzung des Werkes Le Gran Testament von François Villon eine einzigartige Leistung, denn innerhalb von zehn Jahren übersetzte Randel das gesamte Werk und behielt bei der schwedischen Übersetzung selbst die Versform des Dichters, eine Leistung, die, nach Randel, nie wieder einem Übersetzer gelang. Um das Verständnis dieses gigantischen Werkes dem schwedischen Leser zu erleichtert, verfasste Randel ein wissenschaftliches Vorwort von 54 Seiten. Dieses Werk kam damals jedoch nicht nur in Buchform auf den Markt, sondern wurde auch ausschnittsweise im Svenska Dagbladet veröffentlicht.


23. April 1800: Carl Israel Hallman und die schwedische Opéra Comique
23. April 1803: Der Priester und Schriftsteller Gustaf Henrik Mellin
23. April 1847: Erik Gustaf Geijer, der nationalistische Dichter Schwedens
23. April 1889: Die schwedische Prinzessin Eugénie
23. April 1889: Die Entstehung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Schwedens
23. April 1906: Der religiöse Dichter Anders Frostenson
23. April 1938: Anna Maria Roos, vom Schulbuch zum Drama und zum Kinderbuch
23. April 1941: Karin Boye und die Zerbrechlichkeit einer Schriftstellerin
23. April 1942: Das nordische Folkbåt (Volksboot) läuft vom Stapel
23. April 1947: Christer Pettersson wird wegen Olof Palme Mord festgenommen
23. April 1967: Musik, Vergnügen und Essen im Stockholmer Nalen
23. April 1995: Das Statarmuseum in Torup bei Malmö

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 26. Februar 2018

Die Schriftstellerin Agneta Pleijel

Agneta Pleijel kam am 26. Februar 1940 als Tochter eines Mathematikers und einer Schriftstellerin in Stockholm zur Welt und studierte an der Universität Göteborg Ethnographie, Philosophie und Literaturwissenschaft. Nach ihrem Studium begann Pleijel 1968 bei der Abendzeitung Aftonbladet als Literaturkritikerin zu arbeiten, wechselte dann drei Jahre lang zur Zeitschrift Ord & Bild, um jedoch 1975 als Kulturchefin zurück zum Aftonbladet zu kommen. Allerdings sah sich Pleijel bereits zu dieser Zeit nicht nur als Kritikerin und Journalistin, sondern sie hatte eine Parallelkarriere vorbereitet.

Bereits 1970 machte sich Agneta Pleijel auch einen Namen als Dramatikerin gemacht, denn in diesem Jahr wurde in Berlin ihr erstes Drama Ordning härskar i Berlin aufgeführt, das sie gemeinsam mit Ronny Ambjörnsson geschrieben hatte. 1977 sollte dann ihr Meisterwerk Kollontaj im Dramaten aufgeführt werden, mit Margaretha Krook in der Hauptrolle und in der Regie von Alf Sjöberg. Alexandra Kollontaj war die erste Ministerin weltweit und eine Zentralfigur der Russischen Revolution. Für Pleijel sollte dieses Werk das erste in einer längerer Reihe sein in denen sie die Rolle der Frau in Geschichte und Gesellschaft hervorhebt, insbesondere den permanenten Kampf gegen die männliche Dominanz.

Agneta Pleijel beschränkte sich jedoch nicht nur auf das Schreiben von Theaterstücken und Filmmanuskripten, sondern sie veröffentlichte auch Gedichte und Romane, darunter ihren größten Erfolg Vindspejare (Der Weg des Windes), einen stark autobiographischen Roman. Neben diesen Aktivitäten war Pleijel zwei Jahre lang Sprecherin des schwedischen PEN-Klubs, acht Jahre lang Stilist in der Bibelkommission, vier Jahre lang Professor in Drama am Dramatiska Institutet und aktiv als Journalistin, die sehr zeitkritische Themen in Angriff nahm. Der bisher letzte, nicht ins Deutsche übersetzte, Roman Pleijels erschien 2017 unter dem Titel Doften av en man, als die Autorin, die heute in Stockholm lebt, bereits 76 Jahre alt war.


26. Februar 1416: Christoph von Bayern wird König in Schweden
26. Februar 1533: König Erik XIV, der Nachfolger von Gustav Vasa 
26. Februar 1658: Der Frieden von Roskilde und das heutige Schweden 
26. Februar 1729: Anders Chydenius, ein Kämpfer für die Freiheit
26. Februar 1739: Göran Josuæ Adelcrantz und der Fall eines Hofarchitekt 
26. Februar 1814: Johan Tobias Sergel, Ritter des Vasaorden
26. Februar 1861: Die schwedische Künstlerin Fanny Brate
26. Februar 1880: Karin Smirnoff, die unbekannte Tochter Strindbergs
26. Februar 1889: Wilhelm Erik Svedelius, der erste Staatswissenschaftler Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 22. April 2017

Der Schriftsteller Torsten Ehrenmark

Torsten Ehrenmark kam am 22. April 1919 als Sohn eines Schauspielerpaares in Lindesberg zur Welt, wuchs jedoch bei seinen Großeltern väterlicherseits in Örebro auf, wo er auch zur Schule ging, im Gegensatz zur Schwester, die bei der Mutter in Stockholm aufwuchs. Nach seiner Hochschulreife begann Ehrenmark ein Jahr lang bei der Nerikes Allehanda zu arbeiten, wechselte dann zur Sundsvalls Tidning, dem Östgöta Corresondenden, um schließlich 1942 bei der Stockholms-Tidningen zu landen.

Ab 1955 arbeitete Torsten Ehrenmark als Auslandskorrespondent für das Aftonbladet in London, wo er jedoch vom Journalismus mehr und mehr zu Plaudereien überging, die bisweilen mit einem gewissen Thema begannen, dann jedoch mit einem völlig anderen Thema endeten. Diese Fähigkeit mit sehr viel Ironie über jedes Thema zu plaudern, führte letztendlich auch dazu, dass Ehrenmark ab 1966, bis zu seinem Tod am 10. März 1985, jedes Jahr ein Buch mit seinen jährlichen Plaudereien veröffentlichte und sein Verlag auch nach seinem Tod weiterhin Sammelbände veröffentlichte. Die Arbeit als Journalist in Paris, London und New York wurde mit der Zeit aus diesem Grund nahezu zur Nebentätigkeit.

Die Bücher und Plaudereien Torsten Ehrenmarks spielen sehr häufig in Örebro, wobei auch seine Familie häufigt eine Rolle spielt, so dass sich seine ironischen Betrachtungen auch auf sein Privatleben erstrecken. Seine jährlichen Plauderei-Bände wurden in der Regel von Poul Ströyer illustriert, was den Humor Ehrenmarks sogar verstärkte. Torsten Ehrenmark, der seine Sommer in einer Stuga in Schweden verbrachte, gehörte zu den beliebtesten Personen Schwedens, was dazu führte, dass er auch 50 Sommersendungen im schwedischen Rundfunk hatte in denen er über alle Themen sprach, die ihm nur in den Sinn kamen. Der Schriftsteller und Journalist wollte unterhalten, so dass man die Tiefe seiner Gedanken zwischen den Zeilen suchen muss.


22. April 1672: Georg Stiernhielm, der Vater der schwedischen Skalden
22. April 1672: Georg Stiernhielm, der Vater der schwedischen Skalden
22. April 1796: Bernhard von Beskow die die konservative Literatur Schwedens
22. April 1822: Der schwedische Künstler Bengt Nordenberg
22. April 1872: Henning Berger und der desillusionierte Auswandererroman
22. April 1894: Der schwedische Künstler Bror Hjorth
22. April 1929: Funktionalismus im Stockholmer Kaufhaus NK
22. April 1935: Der eigenwillige schwedische Architekt Carl Bergsten
22. April 1964: Karl Gerhard, der König der schwedischen Revue
22. April 2003: Maria Wine, die schwedische Poetin der Liebesgedichte

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 5. Juni 2016

Der schwedische Schriftsteller und Übersetzer Lennart Hellsing

Lennart Hellsing kam am 5. Juni 1919 als Sohn eines Kaufmanns in Fagersta zur Welt und wuchs ab seinem fünften Lebensjahr bei den Eltern seiner Mutter auf. Nach Abschluss des Technischen Gymnasiums arbeitete Hellsing erst als Ingenieur, bald jedoch vor allem als Journalist, im Buchhandel und als Literaturkritiker in der Stockholms-Tidning. Seine Neigung zum Kinderbuch drückte sich in jenen Jahren dadurch aus, dass er für das Aftonbladet über Kinderbücher schrieb, die Sparte, die ihn später weit über Schweden hinaus bekannt machen sollte.

Im Jahre 1945 erschien das erste Buch von Lennart Hellsing, die Gedichtsammlung Akvarium, die jedoch weitaus weniger Aufmerksamkeit erweckte als das im gleichen Jahr publizierte Kinderbuch Katten blåser i silverhorn (Die Katze bläst das silberne Horn), das den Kritikern vor allem deshalb besonders auffiel, weil sich Hellsing als ausgezeichneter Kenner der schwedischen Sprache zeigte, der mit einer Art Experimentiergeist den Kindern bei der Erweiterung ihres Wortschatzes half und ihnen auf amüsante Weise auch grammatische Kenntnisse näher brachte.

Lennart Hellsing, der am 25. November 2015 im Alter von 95 Jahren in Stockholm starb, hatte sich 65 Jahre lang dem Kinderbuch gewidmet und dabei Figuren geschaffen wie Herr Gurka, Krakel spektakel oder Bagar Bengtsson, die noch heute jedem schwedischen Kind ein Begriff sind. Beim Schreiben seiner Bücher ließ sich Hellsing teilweise von seiner eigenen Vergangenheit inspirieren, denn er fand die Schule langweilig, und hatte daher den Gedanken Kindern das Lernen zu verschönern und sie neugierig zu machen. Sein Handwerkszeug war das Schreiben, denn für die Bebilderung wandte er sich an einige der bekanntesten Illustratoren Schwedens, unter anderem an den dänisch-schwedischen Karikaturisten Poul Ströyer.


5. Juni 1858: Der schwedische Ministerpräsident Carl Swartz
5. Juni 1862: Allvar Gullstrand revolutioniert die Augenheilkunde
5. Juni 1964: Die Revue Gula Hund (Gelber Hund)
5. Juni 1965: Prinz Wilhelm Ludvig, ein gemeinsames Leben ohne Trauschein
5. Juni 2007: Schweden muss Alkoholkauf über Internet zulassen

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Montag, 29. Februar 2016

Der Komiker und Sänger Knut Agnred

Knut Agnred wurde am 29. Februar 1956 als Sohn eines Sportlers in Göteborg geboren, wuchs jedoch auf der Insel Käringö in den nördlichen Schären Göteborgs auf, einer Insel zu der der Komiker und Sänger auch noch heute ein enges Verhältnis hat. Als Student der Technischen Hochschule Chalmers gründete Agnred, gemeinsam mit drei anderen Studenten, 1979 ein Barbershopquartett unter dem Namen After Shave. Ein Jahr später nahm das Quartett an einem Talentwettbewerb des Aftonbladet teil und kam dabei ins Finale der Region, was die Gruppe in weiten Kreisen bekannt machte.

Knut Agnred, der mit drei Jahren Klavier zu spielen begonnen hatte und dafür bekannt ist, dass er immer besser und lauter singen will als alle anderen, schloss sein Studium als Elektroingenieur ab, aber mittlerweile war die Gruppe After Shave so bekannt und erfolgreich geworden, dass sich die vier Mitglieder nach Abschluss der Studien dazu entschlossen ganz auf eine künstlerische Karriere als Unterhalter zu setzten. 1982 schloss sich daher After Shave mit der Showgruppe Galenskaperna zusammen und begannen gemeinsam in Göteborg ihre außerordentliche Karriere.

Knut Agnred, der ursprünglich Knut Andersson hieß und als Künstler seinen Namen wechselte, hat, nach Claes Eriksson, vermutlich die meisten Texte für Galenskaperna och After Shave geschrieben und träg mit seinen Kompositionen bedeutend am Erfolg der Gruppe bei. In seinen Fernsehrollen und Filmen spielte Agnred oft die Rolle einer etwas verrückten lauten Person, die immer auffällt, wobei sein Sketch Knut på Linjen mehr verbreitet wurde als jeder andere Sketch Schwedens, denn noch heute soll man diesen als Sicherheitsvideo in den Fahrzeugen von Stena Line betrachten. 2004 erschien auch das bisher einzige Soloalbum des Sängers unter dem Titel Text & Musik.

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 1. Dezember 2015

Das Södra Teatern in Stockholm

Bereits im 18. Jahrhundert lag an der Stelle des heutigen Södra Teatern in Stockholm ein beliebtes Gasthaus, da man von hier aus einen weiten Blick über Stockholm hatte. Mit der Zeit kamen zu diesem Gasthaus eine Tanzbahn, Karusselle und schließlich auch ein Sommertheater. Als man 1853 dieses Gasthaus abriss, entstand an seiner Stelle nur noch ein Theater, das sich vor allem dem Lustspiel widmete. Allerdings sollte dieses Theater nur wenige Jahre überleben, denn bei einem größeren Brand im Jahre 1857 wurde nicht nur das Theater, sondern auch mehrere andere Gebäude auf dem Mosebacke vollkommen zerstört.

Der Architekt Johan Fredrik Åbom wurde unmittelbar mit dem Bau eines neuen Theaters an der gleichen Stelle beauftragt und schon am 1. Dezember 1859 konnte dann das Södra Teatern eingeweiht werden und wurde vom Aftonbladet als das schönste Theater Schwedens bezeichnet. Damit sollte allerdings die Leidensgeschichte der Theatergeschichte auf dem Mosebacke noch nicht zu Ende sein, denn 1873 erhängte sich dort der Theaterdirektor Ludvig Zetterholm, da er seine Schauspieler nicht mehr bezahlen konnte, wenige Jahre später kam es zu einem tödlichen Unglück während eines Auftritts und als der Reichstag 1896 den Alkohol während der Vorstellungen verbot, wurden die Zuschauer immer seltener.

Der Aufschwung für das Södra Teatern, das Schwedens ältestes noch aktives Privattheater ist, begann im Jahre 1905 mit der Revue Stockholmsluft. Ab diesem Jahr ging die Besucherzahl des Theaters nahezu permanent nach oben, auch wenn dort im Laufe der Zeit immer häufiger Gastspiele geboten wurden. Mittlerweile bietet das Theater das gesamte Jahr über verschiedene Vorstellung und Events auf seinen drei Bühnen an und kann mit über 500.000 Besuchern pro Jahr rechnen. Die große Bühne des Theaters ist allein deshalb schon interessant, weil diese auf das Baujahr 1859 zurückgeht.


1. Dezember 1374: Magnus Eriksson und das Problem mit Skåne
1. Dezember 1751: Johan Henric Kellgren und die Svenska Akademien
1. Dezember 1856: Die erste staatliche Eisenbahn in Schweden
1. Dezember 1879: Viran Rydkvist und das schwedische Theater
1. Dezember 1900: Die schwedische Bevölkerung zur Jahrtausendwende 1900
1. Dezember 1934: Der schwedische Adventskalender
1. Dezember 1947: Der schwedische Musiker Pierre Isacsson
1. Dezember 1960: Der erste Adventskalender im schwedischen Fernsehen 
1. Dezember 1966: Der Weihnachtsbock in Gävle brennt nieder 

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Freitag, 13. November 2015

Der Schauspieler, Zeichner und Liedertextschreiber Johan Jolin

Als Johan Jolin am 13. November 1884 auf Lidingö starb, hatte er eine Karriere als Schauspieler, Zeichner, Schriftsteller, Autor von Textbüchern und Schreiber von Liedertexten hinter sich, aber dennoch nie im Beruf arbeiten können, der am besten zu ihm gepasst hätte, denn das Kabarett und die Stand-up-Comedy gab es um diese Zeit noch nicht und Komiker wie Jolin mussten sich daher andere Ausdrucksmöglichkeiten suchen, insbesondere das leichtere Theater.

Johan Jolin war am 28. Dezember 1818 als Sohn eines Hausmeisters in Stockholm zur Welt gekommen, wobei sich seine humoristische Ader bereits während des Studiums an der Universität Uppsala bemerkbar machte, da er sich dort weniger um seine Studien kümmerte, dafür eine bekannte Figur im amüsanten Leber der Studenten war, da er spontan reimen konnte und bei studentischen Schauspielen Zeitgeschehen und Humor auf ideale Weise vereinte. Dies war auch der Grund warum er, unter anderen, von Erik Gustaf Geijer, Carl Jonas Love Almqvist und Lars Johan Hierta ermuntert wurde in diesem Stil fortzusetzen.

Unmittelbar nach Abschluss seines Studiums im Jahre 1845 begann Johan Jolin am Königlichen Theater zu arbeiten, wobei es ihm gelang die Geschäftsführer davon zu überzeugen nicht nur sein eigenes Stück En komedi vorzuführen, sondern auch noch den bekannteste Schauspieler, Axel Wapensköld, für die Hauptrolle zu erhalten. Allerdings hatte er sich selbst die interessanteste Rolle vorbehalten, denn trotz Nebenrolle konnte er hier die Rollen mehrerer verschiedenen Figuren übernehmen, was ihm die Zukunft als Schauspieler garantierte, denn immerhin blieb Jolin dann 20 Jahre lang dem Königlichen Theater verbunden und er stieg bis zum Leiter der Schauspielschule auf. Als sich Jolin dann vom Theater zurückzog, widmete er sich ganz der erst humoristischen Literatur, später dem Roman. Auch wenn diese Romane sogar als Feuilleton in den Dagens Nyheter und im Aftonbladet veröffentlicht wurden, so geschah dies mehr auf Grund seines Namens als der literarischen Leistung, denn der Nachteil von Jo Jo, wie er zahlreiche Publikationen zeichnete, war, dass er sich nie längere Zeit konzentrieren konnte und daher oft den Faden verlor.


13. November 1748: William Chalmers, Gründer der Technischen Hochschule
13. November 1782: Esaias Tegnér, Aufstieg und Fall einer schwedischen Legende
13. November 1872: Die größte Sturmflut der Geschichte Skånes
13. November 1918: Werner Aspenström und die Poesie der 40er Jahre
13. November 1931: Der Vatertag in Schweden
13. November 1951: Der schwedische Filmregisseur Georg af Klercker
13. November 1994: Die Entscheidung für den Europabeitritt in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Mittwoch, 21. Oktober 2015

Die feministische Schriftstellerin Anne Charlotte Leffler

Als Anne Charlotte Leffler am 21. Oktober 1892 im Alter von 43 Jahren an einer Blindarmentzündung in Neapel starb, war es ihr zwar gelungen ihr persönliches Glück zu finden, aber im Rahmen der starken Frauenbewegung, die um diese Zeit einsetzte, wurden ihre Theaterstücke, Novellen und Romane eher als Gefahr für die Gesellschaft gesehen, denn selbst Mathilda Malling hatt sich an Leffler gewandt und ihr geraten die kritischen Gedanken für sich zu behalten, da die Männer sich sonst auf die Füße getreten fühlen, was sich an zahlreichen Kritiken bereits deutlich gezeigt hatte. Leider hatte Leffler auch unter der Frauenbewegung nicht sehr viele offene Anhänger, da sie sich nie der Frauenbewegung anschloss, obwohl sie sich literarisch für die Freiheit der Frauen einsetzte.

Das erste Werk Anne Charlotte Lefflers, eine Novellensammlung, erschien 1869 unter dem Pseudonym Carlot, das von der Kritik sehr positiv aufgenommen wurde und die Schriftstellerin in ihrer Arbeit bestätigte. Ihr Durchbruch kam dann jedoch nicht mit ihrer Novellensammlung Händelsevis oder einem Roman, sondern dem kritischen Schauspiel Skådespelerskan (Die Schauspielerin), das 1873 im Dramaten uraufgeführt wurde und dazu führte, dass Leffler wenig später zur am häufigsten gespielten Dramatikerin Schwedens wurde, wobei allerdings 1873 noch niemand wusste, wer hinter diesen modernen Schauspielen zu finden war. Erst mit der Novellensammlung Ur lifvet im Jahre 1882 zeichnete Leffler, die am 1. Oktober 1849 geboren worden war, mit ihrem wirklichen Namen und stellte das mondäne Leben Stockholms von den Seiten einer Frau dar.

Ellen Key schrieb über Anne Charlotte Leffler, dass mit ihr die schwedische Literatur bedeutend bereichert wurde, was natürlich auch damit zusammenhing, dass Leffler nicht nur zu linken politischen Ideen neigte, sondern auch die dringend notwendige Emanzipation der Frau in den Vordergrund stellte. Aber gerade diese Einstellung sollte Leffler ab 1887 schaden, denn im Rahmen der Frauenbewegungen jener Zeit, wurde sie selbst von einstigen Freunden stark kritisiert, unter anderem von Gustaf af Geijerstam. Nachdem Leffler kurz zuvor in einer ihrer Novellen auch sehr offen über die Sexualität einer Frau geschrieben hatte, kamen das Aftonbladet und Carl David af Wirsén, der damalige ständige Sekretär der Svenska Akademien als Feinde hinzu, die der Schriftstellerin nun jedes Schreibvermögen absprachen. Das Ergebnis war, dass Leffer bis gegen 1980 aus sehr vielen Literaturgeschichten Schwedens spurlos verschwand und erst dann neu entdeckt wurde.


21. Oktober 1833: Alfred Nobel, der Erfinder des Dynamits
21. Oktober 1862: Der schwedische Architekt Folke Zettervall
21. Oktober 1880: Der schwedische Dadaist Viking Eggeling
21. Oktober 1961: Nils Ferlin, der Bohemien unter den schwedischen Dichtern
21. Oktober 1990: Blondinbella, Erfolgsbloggerin in Schweden
21. Oktober 1994: Gustav Jonsson und das Kinderdorf Skå

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 29. August 2015

Bertil Almqvist und die Steinzeitkinder Hedenhös

Bertil Almqvist, bekannt als Bertila, kam am 29. August 1902 in Ulriksdal bei Solna zur Welt und studierte nach Ablegung der Hochschulreife im Jahre 1921 Literaturgeschichte und Kunstgeschichte an der Hochschule Stockholm und an der Universität Uppsala. Erst anschließend machte er in Stockholm eine Ausbildung als Zeichner, um unmittelbar danach in diesem Beruf für die Dagens Nyheter, die Stockholms-Tidningen, das Aftonbladet und für Söndagsnisse-Strix zu arbeiten. Um diese Zeit arbeitete Almqvist allerdings noch nicht unter dem Namen Bertila, sondern unter dem Pseudonym Trallgöken.

Auch wenn Bertil Almqvist neben seiner Arbeit als Zeichner auch mehrere Lieder für Evert Taube schrieb und, gemeinsam mit diesem, einige davon, Almqvist als Lautenspieler, aufnahm, während des Zweiten Weltkriegs den sogenannten schwedischen Tiger schuf, der alle Schweden daran erinnern sollte über interne Angelegenheiten des Landes grundsätzlich zu schweigen, sowie journalistisch aktiv war, ist Almqvist bis heute vor allem wegen seiner Kinderbuchserie Barna Hedenhös bekannt, die ab 1948 erschienen und weit über Schweden hinaus bekannt wurden.

Bertil Almqvist schuf mit der Serie Barna Hedenhö eine Familie, die zwar in der Steinzeit lebt, einer geschichtlichen Steinzeit mit viel Fantasie, aber immer wieder Ereignisse der Zukunft erlebt, unter anderem den ersten Vasalauf und den Vorgänger der Olympiade. Auch wenn die Erzählungen und detailreichen Zeichnungen von Bertil Almqvist, der am 16. Mai 1972 in Stockholm starb, überwiegend in Schweden spielen und manche Anspielungen in anderen Ländern kaum verstanden werden, gelang es dem Zeichner und Autor in vielen Ländern bekannt zu werden. Auch die Augsburger Puppenkiste hatte die Buchserie als das Puppentheaterstück „Die Steinzeitkinder“ im Programm, das 1972 erstmals im Fernsehen ausgestrahlt wurde.


29. August 1708: Olof von Dalin: Fortschrittliche Kritik und konservative Geschichte
29. August 1880: Die schwedische Künstlerin Maj Bring
29. August 1915: Ingrid Bergman, eine Karriere mit Unterbrechungen
29. August 1967: Die schwedische Krone wird um zehn Prozent abgewertet

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Samstag, 17. Januar 2015

Die schwedische Radiostation Mix Megapol

Als in Schweden im Jahre 1993 private Radioanstalten zugelassen wurden, gehörte der Medienkonzern Bonnier zu den ersten, die eine Lizenz beantragten und erhielten. Bereits am 17. Januar 1994 begann Bonnier Radios, später bekannt als SBS Radio, in einem Netzwerk in Stockholm und dem gesamten Mälartal mit seinen Stationen Megapol, heute Mix Megapol, sowie den Stationen Rockklassiker und Vinyl 107, mit seinen Ausstrahlungen. Bonnier gelang es damit nahezu den gesamten privaten Musikmarkt Schwedens zu beeinflussen, bildete jedoch gleichzeitig einen gesuchten Gegenpol zu der staatliche Rundfunkgesellschaft Sveriges Radio.

Im Herbst 2003 kaufte SBS Radio das erste bedeutende Aktienpaket an Bonniers Radio und 2006 dann auch sämtliche restliche Aktien des Unternehmens, allerdings nur um bereits ein Jahr später das gesamte Paket an das deutsche ProSiebenSat1 Media weiterzuverkaufen. Seit 2013 gehört der nordische Teil der ursprünglichen SBS Broadcasting Group dem amerikanischen Konzern Discovery Communications Inc. und die Radiostation Mix Megapol nahm damit die heutige Form an, die mit Ausnahme des Tagesprogramms aus Göteborg und den Sendungen am Morgen, landesweit das gleiche Programm über 37 Sendestationen ausstrahlt.

Mix Megapol erreicht heute über 90 Prozent der schwedischen Bevölkerung und sendet rund um die Uhr Musik ab den 80er Jahren, tagsüber jede halbe Stunde unterbrochen von kurzen Nachrichten die die Abendzeitung Aftonbladet zur Verfügung stellt. Da Mix Megapol eine enge Zusammenarbeit mit der Station NRJ unterhält und enge Verbindungen zur amerikanischen Musikindustrie pflegt, ist es verständlich, dass die nordische Musik nur relativ wenig Platz im Programm von Mix Megapol findet und eine amerikanische Dominanz zeigt, was jedoch die jüngere Schicht Schwedens deutlich anspricht.


17. Januar 1861: Malla Silfverstolpe und der literarische Salon in Uppsala 
17. Januar 1909: Sven Hedin kehrt von seiner letzten Asienreise zurück 
17. Januar 1916: Die Eisenhütte Galtström bei Sundsvall
17. Januar 1944: Jan Guillou, vom Sozialismus zum historischen Roman 
17. Januar 1944: Jan Guillou, der wegen Spionage verurteilte Schriftsteller 
17. Januar 1945: Raoul Wallenberg, ein schwedischer Held
17. Januar 1946: Jenny Nyström und die schwedischen Weihnachtstrolle 
17. Januar 1983: Der erste große Konflikt der Hotelbranche Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 24. Juli 2014

Carl Fredrik Bergstedt, ein Revolutionär seiner Zeit

Carl Fredrik Bergstedt wurde am 24. Juli 1817 in Lillkyrka in Närke als Sohn eines Landwirts geboren, der ihn jedoch die Schule in Örebro und später in Strängnäs besuchen ließ um ihm den Weg in eine bessere Zukunft zu bieten. 1836 begann Bergstedt ein Studium der Philosophie an der Universität Uppsala, das dieser 1843 mit einem Magister abschloss. Nur ein Jahr später wurde der Wissenschaftler Dozent für griechische Literatur, wobei Bergstedt jedoch sehr bald zu Sanskrit wechselte und damit der erste Wissenschaftler Schwedens dieser alten Sprache wurde und einige der grundlegenden Werke vom Sanskrit ins Schwedische übersetzte.

Sehr schnell wurde Carl Fredrik Bergstedt allerdings das schwarze Schaf der Universität Uppsala, da er auf Grund seiner Herkunft andere Vorstellungen vertrat als das akademische Uppsala. Bergström setzte sich für den allgemeinen Schulunterricht ein, die Religionsfreiheit, forderte die Bildung für Frauen und verwarf die romantischen Ideen jener Zeit, die in seinen Augen Kunst und Literatur nur subjektiv bewerteten und damit einen elitären Standpunkt einnahmen. Bereits ab 1844 vertrat er seine, für die Zeit revolutionären Meinungen, in den verschiedensten Publikationen Uppsalas.

Als Lars Johan Hierta 1852 einen Nachfolger als Herausgeber des Aftonbladets suchte, übernahm Carl Fredrik Bergstedt diese Aufgabe um auf diese Weise seine reformatorische Bewegung fortsetzen zu können. Nur drei Jahre später legte er das Amt jedoch nieder, da er die Meinungen der Redakteure der Zeitung hinsichtlich der schwedischen Außenpolitik nicht teilte. 1866 begann Bergstedt dann durch seine Wahl in die Regionalregierung und den Reichstag seine politische Karriere und dehnte dabei seine Forderungen für eine veränderte Gesellschaft noch aus. Bergstedt forderte nun auch die Abschaffung der Todesstrafe, das Erbrecht für Frauen, die Pressefreiheit und eine grundlegende Schulreform, die allen Schweden die gleichen Chancen bietet. Bergstedt starb am 26. Januar 1903 in Kristberg im Alter von 85 Jahren.


24. Juli: Kristina, ein unveränderlicher Namenstag in Schweden 
24. Juli 1719: Russische Galere greift Nyköping an 
24. Juli 1842: Die Skeppsholmskyrkan in Stockholm 
24. Juli 1842: Die Carl Johans kyrka in Stockholm
24. Juli 1870: Anders Abraham Grafström, ein religiöser Skalde aus Nordschweden

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 5. Februar 2014

Die schwedische Strafrechtsanwältin Kerstin Koorti

Kerstin Koorti kam am 5. Februar 1950 in Helsingfors (Helsinki) zur Welt, studierte jedoch an der Stockholmer Universität Jura, das sie 1975 abschloss. Fünf Jahre später öffnete Koorti dann ihr eigenes Anwaltsbüro in Stockholm und beschäftigte sich insbesondere mit dem Strafrecht, genauer genommen mit Mordfällen und Sexualstraftaten zwischen Inzest und Sexualmord. Koorti machte sich damit nicht nur in juristischen Kreisen bekannt, sondern wurde auch vom Aftonbladet beschäftigt um aufsehenerregende Fälle zu kommentieren.

Kerstin Koorti, die sowohl in Schweden als auch in Finnland arbeitet, gehört zu jenen Anwälten, die nicht nur theoretische Jura studierten, denn sie arbeitete auch als Krankenpflegerin, machte Kurse in der Rechtsmedizin und nahm an mehreren Obduktionen teil um die praktische Seite eines Polizisten und eines Staatsanwalts kennenzulernen.  Dieses umfassende Wissen führte letztendlich auch dazu, dass Koorti einige der bedeutendsten schwedischen Kriminalfälle anvertraut wurden und sie, unter anderem, auch Wolfgang Zaugg, den Lasermann, vertrat.

Die Rechtsanwältin Kerstin Koorti selbst geriet zweimal mit großen Schlagzeilen in die Presse. Das erste Mal, als sie während der Verhandlung von Wolfgang Zaugg, alias John Ausonius, misshandelt wurde, und ein zweites Mal, als sie selbst wegen Betrugs angeklagt wurde, da sie bei einer Zwangsverteidigung extrem hohe Rechnungen präsentierte. Diese Anklage führte jedoch zu keinen Folgen, da das Gericht es nicht als erwiesen sah, dass Koorti das Gericht mit Vorsatz betrügen wollte.


5. Februar 1818: König Karl XIII. von Schweden 
5. Februar 1818: Karl XIII. verkauft die schwedische Krone an Frankreich
5. Februar 1849: Mäster Palm, der Schneider wird zum Agitator
5. Februar 1852: Der schwedische Künstler Ferdinand Fagerlin
5. Februar 1892: Adam Smedberg und die Erweckungsbewegung in Närke
5. Februar 1892: Emilie Flygare-Carlén und der Regionalroman der Westküste
5. Februar 1895: Berit Spong und die Kritik des Kleinstadtlebens 
5. Februar 1945: Der schwedische Architekt Ragnar Östberg

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Montag, 23. Dezember 2013

Die Tageszeitung Dagens Nyheter

Nachdem Rudolf Wall sich beim Aftonbladet und der Göteborgs Handels- och Sjöfarts Tidning langsam hochgearbeitet hatte, entschied er sich im Jahre 1864 eine eigene Tageszeitung zu gründen, der er den Namen Dagens Nyheter gab. Die erste Nummer der Zeitung erschien nur einen Tag vor dem Heiligen Abend, am 23. Dezember 1864. Das Ziel des Verlegers war dabei eine Zeitung zu schaffen, die alle Schweden ohne Probleme lesen können und so interessant wie möglich sein sollte. Gleichzeitig sollten auch alle bedeutenden Fragen Schwedens auf neutrale Weise behandelt werden.

Diese Freiheit konnte Rudolf Wall jedoch nur bis 1888 uneingeschränkt ausüben, denn in diesem Jahr erwarb Albert Bonnier seine ersten Aktien an der Zeitung und 1909 hatte Karl Otto Bonnier die absolute Mehrheit der Aktien in seiner Hand und konnte daher den Inhalt der Dagens Nyheter beeinflussen. Bonnier wollte zwar das Prinzip des Gründers in großen Linien beibehalten, jedoch daraus eine Zeitung für die schwedische Hauptstadt machen, die das politische Geschehen des Landes beeinflussen kann.

Vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg hatten sich die Dagens Nyheter zu einer Zeitung der massiven Meinungsbildung entwickelt, die mehr als einmal das politische Geschehen Schwedens beeinflusste. Das Gewicht der Dagens Nyheter war nicht nur Sensationen auszugraben und Affären aufzudecken, sondern das Ziel war einzigartige Reportagearbeit zu bieten. Auf diese Weise waren auch die anderen Zeitungen Schwedens regelmäßig dazu gezwungen auf Artikel der Dagens Nyheter zu verweisen. Seit Mitte der 90er Jahre verlieren die Dagens Nyheter diese Rolle immer mehr, da ihr Konkurrenten wie das Svenska Dagbladet und die Göteborgs-Posten, aber auch Internet, zu schaffen machen. Die Einsparungen unter den Journalisten lässt dabei auch die Qualität sinken.


23. Dezember 1943: Silvia Renate Sommerlalth wird in Schweden Königin 
23. Dezember 1980: Astri Taube bleibt mit ihrer Kunst im Schatten
 
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Donnerstag, 6. Dezember 2012

Die Entstehung des schwedischen Aftonbladet

Wenn man heute die schwedische Abendzeitung Aftonbladet kauft, so kauft man eine Zeitung, die zwar den Stempel linksliberal trägt, aber zu 91 Prozent dem norwegischen Mediagiganten Schibsted gehört und nur noch zu neun Prozent dem schwedischen Gewerkschaftsverband LO (Landsorganisationen i Sverige), also nur noch wenig mit einer oppositionellen linkgsgerichteten Zeitung zu tun hat, was auch der erste Blick auf die Titelseite sehr deutlich bestätigt.


Bevor jedoch am 6. Dezember 1839 das erste Aftonbladet erschiene, das als der Vorläufer der heutigen Abendzeitung gilt, gab es bereits ein anderes Aftonbladet in Schweden, das jedoch nur vom 16. September 1811 bis zum 2. Januar 1833 existierte, also zu einer Zeit, als eine Tageszeitung nur für einige hundert Personen erstellt wurde und das Mediageschehen die Volksmasse noch gar nicht erreicht hatte. Dieses erste Aftonbladet starb mit dem Tod des Herausgebers Georg Löwegren, der im übrigen nicht nur das Aftonbladet herausgab, sondern zwischen 1813 und 1832 auch die Götheborgs-Posten.

Als Lars Johan Hierta dann am 6. Dezember 1830 die erste Ausgabe des „neuen“ Aftonbladets veröffentlichte, so stellte er sich damit auf die Seite der Gegner des Königshauses, was erhebliche Konsequenzen hatte, denn auch wenn die Pressefreiheit bereits 1766 in Schweden eingeführt wurde, so kamen die finanziellen Unterstützungen vom Königshaus und erreichten somit kein Aftonbladet. Zum anderen benötigte man für die Herausgabe einer Zeitung eine Genehmigung, die dem Aftonbladet allein im Jahre 1838 zehn Mal entzogen wurde, so dass Hierta jedes Mal einen neuen Strohmann finden musste, der einen neuen Antrag stellte. Der König konnte jedoch nicht verhindern, dass das Aftonbladet Ende der 30er Jahre die meist verkaufte Zeitung Schwedens war und vom Volk gelesen wurde.

6. Dezember 1885: Birger Sjöberg, vom Volkslied zum Modernismus
6. Dezember 1906: Das Oscarsteater in Stockholm wird eingeweiht



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Dienstag, 9. Oktober 2012

Die Abendzeitung Aftonbladet gründet TV7

Am Montag, den 9. Oktober 2006 hatte der schwedische Kanal TV7 nach viermonatigen Testsendungen Premiere, ein Kanal, der sich damals Aftonbladet TV nannte und seine Frequenz mit Axess teilen musste, was bedeutete, dass an Wochentagen die Abendzeitung Aftonbladet seine Sendungen ausstrahlte und am Wochenende Axess am Zug war. Aftonbladet setzte auf Nachrichtensendungen und Sendungen, die die am meisten gelesenen Artikel der Zeitung ergänzen sollte, so Mode, Sex und Vergnügen.

Obwohl das Aftonbladet massiv Werbung für seinen Kanal machte, zeigte es sich bald, dass die Produktion von Nachrichten fürs Fernsehen zu teuer war und zudem kaum Zuschauer anlockte. Nach sechs Monaten kam daher bereits die letzte Nachrichtensendung, die das öffentliche Bild der Anstalt deutlich zeigte. Reporter fragen die Bewohner in Stockholm, ob sie Aftonbladet TV kennen. Kaum eine Antwort war positiv, obwohl das Aftonbladet mit zu den meist verkauften Zeitungen gehörte und massiv in Werbung investiert hatte.

Das Ergebnis war, dass der Fernsehkanal die Nachrichtenproduktion aufgab und auf ein Unterhaltungsprogramm setzte, was jedoch nur dazu führte, dass eine nach der anderen Sendung wegen der geringen Zuschauerzahl eingestellt, beziehungsweise ausgetauscht werden musste, denn die Themen, die im Aftonbaldet Erfolg hatten, waren ein Flop im Fernsehkanal. Im Dezember 2007 entschied sich Aftonbladet die Sendelizenz zum Dumpingpreis zu verkaufen Allerdings gelang es auch dem neuen Käufer nicht TV7 bekannt zu machen. Der Kanal änderte Besitzer, Inhalt und nach einem langjährigen Rechtsstreit über die Anwendung des Begriffes TV7 ist der Kanal immer noch tot, auch wenn Sjuan etwas an den brach liegenden Sender erinnern will.


9. Oktober 1847: Schweden schafft die Sklaverei ab
9. Oktober 1970: Annika Sörenstam, ein Vorbild im schwedische Golfsport
9. Oktober 1991: Dagmar Lange wird zu Krimiautorin Maria Lang 

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Sonntag, 22. Juli 2012

Gustaf Retzius und die schwedische Rassenbiologie

Am 22. Juli 1919 starb Gustaf Retzius in Stockholm, ein Mann, der für seine Forschungsarbeiten 23 Mal für den Nobelpreis in Physiologie nominiert wurde, diesen aber nie erhielt, im Gegensatz zu unzähligen Ehrenbezeichnungen in ganz Europa. Retzius, der von 1901 bis zu seinem Tod Mitglied der Svenska Akademien war, ist eine der wichtigsten Figuren der europäischen Rassenbiologie, die er in manchen Punkten auch weltweit ins Gespräch brachte.

Der Erfolg von Gustaf Retzius lag vor allem daran, dass er bei Rassenbiologie, zumindest bis Ende des 19. Jahrhunderts Ideologie von Wissenschaft trennte und damit zwar die Menschheit nach ihren anatomischen Eigenheiten, insbesondere den Massen des Schädels, in Gruppen einteilte, dies aber nicht in Beziehung zur Intelligenz einer Person setze. Auch eine andere Tatsache half Retzius bei seinem Aufstieg, denn 1884 erbte er von seinem Schwiegervater Lars Johan Hierta die Mehrheitsaktien der Abendzeitung Aftonbladet, deren Leitung er, neben seiner Professur, bis 1887 behielt, was ihm bei der Verbreitung seiner Ideen große Hilfe leistete.

In seinen Werken ab 1902 änderte sich dann der Ton von Gustaf Retzius hinsichtlich der menschlichen Rassen und er beginnt die Schweden als deutliche germanische Rasse zu betrachten, was 1909 dann so weit führte, dass er die nordische Rasse als natürlich aristokratisch beschrieb, die sich durch ein nobles Verhalten, ein Freiheitsgefühl und einen Heroismus auszeichnet, die anderen europäischen Rassen fehlt und die deswegen besser für eine repetitive industrielle Arbeit geeignet sind. Die späten Theorien Retzius wurden vor allem während des Dritten Reiches in Deutschland aufgegriffen, zumal die Werke des Wissenschaftlers alle in Deutsch vorlagen.


22. Juli 1535: Katarina Stenbock und der schwedische König Gustav Vasa
22. Juli 1984: Die schwedische Sängerin Elin Lanto 

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Dienstag, 17. Juli 2012

Oscar Levertin, Autor, Literaturkritiker und Professor

Am 17. Juli 1862 wurde Oscar Levertin in Norrköping geboren, ein Literat, der in den 44 Jahren seines kurzen Lebens eine geradezu bemerkenswerte Karriere machte und es verstand mehrere literarische Tätigkeiten miteinander zu verknüpfen. Seine Karriere als Poet begann Oscar Levertin im Jahre 1891 mit „Legender och visor“, einer Gedichtsammlung im Stile von Verner von Heidenstam, wobei bei Levertin jedoch die Romantik im Vordergrund steht und er ganz auf die nationalistischen Züge Heidenstams verzichtete.

Oscar Levertin begann seine Arbeit als Literaturkritiker erst beim Aftonbladet, wechselte dann zu Ord och Bild, erreicht jedoch seinen bedeutendsten Einfluss erst als er zum Svenska Dagbladet wechselte, denn hier entwickelte sich Levertin nicht nur zum maßgeblichen Literaturkritiker der Jahrhundertwende, sondern gab dem Beruf des Kritikers auch seine Autorität und seine Glaubwürdigkeit zurück, da er sich nicht von persönlichen Gefühlen leiten ließ, sondern jedes Werk so neutral wie nur möglich betrachtete und seine Kommentare darauf ausrichtete.

Seine wissenschaftliche Karriere begann Oscar Levertin als erster literaturhistorischer Professor an der Universität Stockholm, eine Stelle, die er im Jahre 1899 einnahm. In diesem Rahmen schrieb Oscar Levertin in nur sieben Jahren zahlreiche Abhandlungen zur schwedischen Literatur des 18. Jahrhunderts, die heute noch als Quellen der literarischen Forschung dienen. Am 22. September starb Levertin an einer allergischen Reaktion, als er nachts versehentlich statt Wasser eine Medizin gegen seine Halsprobleme trank.


17. Juli 1917: Graböffnung und Untersuchung der Wunde von Karl XII.
17. Juli 1951: Der schwedische Musiker Jan Hammarlund

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Donnerstag, 12. Juli 2012

Wolfgang Zaugg, alias John Ausonius, der Lasermannen

Am 12. Juli 1953 wurde Wolfgang Zaugg in Lidigö geboren, ein Mann, der sich später John Ausonius nannte, aber als sogenannter Lasermannen in ganz Schweden berüchtigt wurde, nachdem er mehre Banken überfallen hatte und zwischen August 1991 und Januar 1992 insgesamt elf Personen in Stockholm und Uppsala beschossen hatte, eine davon mit Todesfolge. Den Namen „Lasermannen“ erhielt er von der schwedischen Zeitung Aftonbladet, weil er zu Beginn mit einem Gewehr mit Laserpointer bewaffnet war.

Nach seiner Einbürgerung im Jahre 1979, seine Mutter kam aus Deutschland und der Vater aus der Schweiz, wurde John Ausonius zur Wehrpflicht einberufen, aber da er mehrmals Schwierigkeiten machte und andere Wehrpflichtige bedrohte, landete er als Schlosswache in Stockholm. In dieser Zeit lernte Ausenius auch den Umgang mit Waffen und entwickelte sich zu einem außerordentlichen Schützen. Nachdem er beim Studium versagt und der erst erfolgreiche Optionshandel scheiterte, benötigte John Ausenius Geld, da er im Laufe der Jahre auch noch zum Spieler geworden war. Die nötige Summe beschaffte er sich durch Bankraub.

Die Polizeijagd nach Ausenius dauerte sechs Monate, da er bei den Überfällen jedes Mal eine andere Frisur und Haarfarbe hatte und er selbst die Augenfarbe durch Linsen veränderte. Allerdings konnte Ausenius dann wegen einiger kleiner Fehler entdeckt werden und er wurde während eines neuen Bankraubs festgenommen. Der Prozess zog sich über Jahre hin, da John Ausenius seine ersten Pflichtverteidiger bei einem Besuch im Gefängnis misshandelte und die nächsten beiden sogar noch im Gerichtssaal, was dazu führte, dass er ab diesem Moment nur noch in Handschellen vorgeführt wurde. Der Antrag von Ausenius auf eine zeitbegrenzte Haft wurde am 21. Dezember 2010 vom Amtsgericht in Örebro abgelehnt.


12. Juli 1873: Oscar von Sydow, für acht Monate Ministerpräsident Schwedens
12. Juli 1908: Fußball in Schweden

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Samstag, 7. Juli 2012

Henrik Bernhard Palmær, Satire als Journalismus

Henrik Bernhard Palmær starb am 7. Juli 1854 im Alter von knapp 53 Jahren als einer der vielleicht bissigsten Satiriker der schwedischen literarischen Landschaft, der im Laufe seines Lebens nahezu mit allen seinen Feinden auf literarische Weise abrechnete und sich am wohlsten fühlte, wenn er sich mit der Dummheit, Grausamkeit, Oberflächlichkeit und dem überflüssigen Glanz der damaligen Oberschicht auseinandersetzen konnte.

Henrik Bernhard Palmær begann nach seinem Studium in Uppsala als Chemie- und Pharmazieassistent beim Karolinska Institutet in Stockholm und zeigte dort bereits die Züge mit denen er durch sein ganzes Leben ging. Er war unbeständig und wenig für eine regelmäßige Tätigkeit geeignet. Das Ergebnis war daher, dass er seinen Arbeitsplatz nach drei Jahren verlor. Nach ebenso kurzer Zeit musste er dann auch das Aftonbladet verlassen und als sein Antrag als Lehrer von Beginn an scheiterte, gründete er die Zeitung Östgöta Correspondenten, die heute noch existiert.

Ab dieser Zeit entwickelte er dann seine extrem bissige Satire mit der er alle persönlichen Feinde angriff, was auch dazu führte, dass er wegen seinem Artikel „Yttersta domen i Kråkvinkel“ wegen Gotteslästerung angezeigt und die Zeitung beschlagnahmt wurde. Nach dem Freispruch kommentierte er dann die Verhandlung ebenfalls auf seine Weise. Aber auch dieses Projekt fesselte Henrik Bernhard Palmær nicht sehr lange und schon bald übergab er einem Mitarbeiter die Zeitung. Da Palmær immer nach kurzer Zeit etwas Neues beginnen musste, reiht sich dann ein Projekt an das andere. Noch kurz vor seinem Tod setzte er dann die „Östgöta-Gazetten“ in die Welt, die mit seinem Tod und nach 19 Nummern eingestellt wurde.


7. Juli 1890: Der schwedische Uhrmacher Victor Kullberg 
7. Juli 1976: Das Riddarfjärdssimningen, ein Schwimmwettbewerb in Stockholm

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