Sonntag, 18. Februar 2018

Der Reichsrat Johan Göransson Gyllenstierna

Johan Göransson Gyllenstierna kam am 18. Februar 1635 als Sohn eines Admirals auf Gut Älvsjö bei Stockholm zur Welt und studierte an der Universität Uppsala um sich auf eine gehobene Laufbahn vorzubereiten. Nach Ende seines Studiums im Jahr 1658 traf er König Karl X. Gustav, der ihn unmittelbar zu seinem Kammerherren machte und ihn nur wenige Jahre später auch zum Kanzleirad ernannte. Die politische Denkweise Gyllenstiernas trat bereits bei den Reichstagen der Jahre 1660 und 1664 zu Tage, denn er wollte die Macht des Hochadels, zu dem er auch selbst zählte, beschränken und die Macht des Königs stärken.

Unter der Vormundschaftsregierung von Karl XI. stieg Johan Göransson Gyllenstierna weiter im Rang. 1668 war er bereits Landmarschall und vertrat im Reichsrat die Meinung, dass Schweden von innen gestärkt werden müsse und die eigenen Werte über jene anderer Länder stellen müsse, was ihn zum erbittertesten Feind von Magnus Gabriel De la Gardie machte, der sich für eine gegenüber Frankreich freundliche Politik einsetzte und damit Schweden in der Krieg zog. Nur Gyllenstierna war dann der Sieg in diesem Krieg zu verdanken, was ihm beim König zum absoluten Vertrauen verhalf. Jede künftige Entscheidung zur Politik kann mehr oder weniger auf den Rat Gyllenstiernas zurückgeführt werden.

Im Jahr 1679 gelang es Johan Göransson Gyllenstierna beim Friedenskongress in Lund die nordischen Länder zu einer gemeinsamen Auslandspolitik zu bringen und eine Münzkonvention zu unterzeichnen. In Skåne (Schonen) gelang es dem Politiker sogar die Bauern auf die Seite des Königs zu bringen, was im Grunde auf eine bedeutende Weitsicht Gyllenstiernas hinweist. Als der Politiker vom König beauftragt wurde einen neuen und sicheren Hafen für die schwedische Marine zu suchen, so fiel seine Wahl auf Karlskrona, den sichersten Hafen in der Geschichte Schwedens. 1679 wurde Gyllenstierna zum Generalgouverneur der früheren dänischen Besitzungen ernannt. Seine weiteren Pläne zur Stärkung Dänemarks konnte der Politiker jedoch nicht mehr verwirklichen, da er nach einer plötzlichen Krankheit am 10. Juni 1680 im Alter von 45 Jahren starb.


18. Februar 1527: Peder Jakobsson wird als Staatsfeind hingerichtet
18. Februar 1602: Per Brahe der Jüngere und Visingsö im Vättern
18. Februar 1860: Anders Zorn, der internationalste Maler Schwedens
18. Februar 1862: Die Männergesellschaft Concordia in Örebro
18. Februar 1862: Hans Larsson, Philosoph und Schriftsteller
18. Februar 1908: Das Dramaten in Stockholm, das Nationaltheater Schwedens
18. Februar 1928: Die schwedische Künstlerin Karin Larsson
18. Februar 1956: Ted Gärdestad und der Tod unter der Eisenbahn
18. Februar 1960: Per Hallström, der Schriftsteller der nordischen Schwermut
18. Februar 1981: Ebba von Sydow, Trendbücher die eine Generation beeinflussen

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Samstag, 17. Februar 2018

Der Troubadour Bengt Sändh

Bengt Sändh kam am 17. Februar 1938 in Borås zur Welt und hatte eine Kindheit, die man im Grunde keinem Kind wünscht, denn er wuchs in zahlreichen Kinderheimen auf, wobei zwei davon später bekannt dafür wurden, dass die Kinder dort missbraucht wurden. Nur während der ersten drei Schuljahre besuchte er neun verschiedene Schulen und seine Jugend war in der Folge entsprechend, denn bis heute hält Sändh den Rekord im Autodiebstahl, denn er schaffte es 46 Autos in nur zehn Tagen zu stehlen und selbst den Militärdienst unterbrach er durch unerlaubtes Fernbleiben vom Dienst und saß dafür einen Monat im Gefängnis.

Das Berufsleben begann für Bengt Sändh ähnlich turbulent, denn er versuchte sich in den unterschiedlichsten Berufen, kam jedoch dabei auch mehrmals als Bühnenarbeiter mit Künstlern in Berührung, die weitaus offener waren als als Arbeiter, die er sonst kannte und ihm den Weg in die Zukunft wiesen. Im Jahr 1965 nahm Sändh dann seine erste Schallplatte auf, was zur Wende wurde, denn ab dieser Zeit konnte er sich als Troubadour versorgen. Auch wenn er in den Folgejahren sehr viele Auftritte hatte, unter anderem auch mit  Lill Babs, so blieb Sändh Rebell und gründete1970 den Reichsverband der Straßenmusikanten.

Als das Arbeitsamt 1980 die private Vermittlung von Künstlern verbieten wollte, kontaktierte Bengt Sändh hunderte von Künstlern, veranstaltete ein Protesttreffen und gründete die PAMO, die Interessenorganisation professioneller Künstler und Musiker. Bei einem gemeinsamen Protestkonzert in Gröna Lund schlug er damit alle bis dahin aufgestellten Publikumsrekorde. Aber Sändh hatte so viel Energie, dass er neben seiner Tätigkeit als Künstler auch eine Snusfabrik gründete, der Initiator für die Gründung des Mykologischen Vereins Schwedens war und mit selbst geschaffenen Produkten, aber auch seinen Schallplatten und Büchern, die Märkte zwischen Jokkmokk und Ystad besuchte. 1999 zog Bengt Sändh an die Costa del Sol, wo er bis heute Chili anbaut und Sambal Olek herstellt.


17. Februar 1347: Die Geschichte der Kupfergruben in Falun
17. Februar 1410: Der Ritter, Jurist und Reichsrat Karl Ulfsson till Tofta
17. Februar 1753: Schweden greift zum Gregorianischen Kalender
17. Februar 1859: Johan Lindström Saxon, der Heimatautor Närkes
17. Februar 1893: Arvid Källström, der unermüdliche Skulpteur Schwedens
17. Februar 1931: Hitler und Goebbels erhalten in Stockholm Redeverbot
17. Februar 1973: Die schwedische Sängerin Shirley Clamp
17. Februar 1992: Der einzige unaufgeklärte Polizistenmord in Schweden

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Freitag, 16. Februar 2018

Der Philosoph und Schriftsteller Hans Larsson

Hans Larsson starb am 16. Februar 1944 in Lund und ging als einer der modernen Philosophen in die Geschichte Schwedens ein, da er er These folgte, dass das Bewusstsein eines Menschen vor allem intuitiv sei und nicht auf eine pure Logik aufbaue. Larsson nahm damit einen Streit mit dem populären französischen Philosophen Henri Bergson auf, der Verstand und Intuition im philosophischen Denken voneinander trennte. Larsson befand sich daher in der akademischen Welt relativ isoliert, da er die Denkweise Kants weiterentwickelte und damit gegen herrschende Strömungen anging.

Hans Larsson kam am 18. Februar 1862 als Sohn eines Landwirtes zur Welt, besuchte dennoch die Kathedralschule in Lund und schrieb sich nach seiner Hochschulreife 1881 an der Universität Lund ein, legte 1888 mehrere Examen ab und wurde noch im gleichen Jahr Dozent für theoretische Philosophie an der gleichen Universität. Nach einigen Jahren als Dozent an der Universität Uppsala kam Larsson 1901 als ordentlicher Professor zurück nach Lund und blieb der Universität bis zu seiner Pensionierung treu, wobei Larsson 1925 auch in die Svenska Akademien gewählt wurde.

Hans Larsson, der auch mehrere erfolgreiche Romane schrieb, leitete dennoch den Umbruch des philosophischen Denkens in Schweden ein und beeinflusste deutlich andere Philosophen wie Alf Ahlberg oder Gunnar Aspelin. Larsson beschränkte sich jedoch nicht nur auf theoretische Philosophie, sondern begann sich ab 1910 auch in die politische Debatte einzumischen indem er in der Presse deutlich Stellung gegen den wachsenden Nationalismus einnahm und sich vom autoritären Denken der neuen Aristokratie abwandte. Insbesondere die Philosophie Nietzsches sah er als falschen Weg an, da diese die persönliche Entfaltung in Frage stellte. Für Larsson war nicht die Macht eines Landes oder einer Person anzustreben, sondern ein übergreifendes Denken.


16. Februar 1758: Der Kriegsheld Georg Carl von Döbeln
16. Februar 1862: Die politisch satirische Zeitung Söndags-Nisse
16. Februar 1869: Oscar Patric Sturzen-Becker, ein literarischer Revolutionär 
16. Februar 1880: Hjalmar Lundgren, Literatur und Lakalpatriotismus aus Norrköping 
16. Februar 1895: Fredrik August Dahlgren, der Forscher der schwedischen Sprache 
16. Februar 1945: Rudolf Värnlund, der unverstandene Arbeiterliterat 
16. Februar 1957: Ingmar Bergmans Film „Das siebente Siegel“
16. Februar 1962: Das Kriegsschiff Vasa wird in Stockholm geborgen
16. Februar 1967: Die schwedische Schriftstellerin Katarina von Bredow
16. Februar 1969: Harry Hjörne rettet die GP (Göteborgs-Posten)
16. Februar 1981: Die schwedische Leichtathletin Sanna Kallur
16. Februar 1987: Carl von Linné ersetzt König Gustav II. Adolf 
16. Februar 1999: Björn Afzelius und politische Kritik

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Donnerstag, 15. Februar 2018

Der Admiralgeneral Hans Wachtmeister af Johannishus

Als Hans Wachtmeister am 15. Februar 1714 in Stockholm starb, ging er nicht nur als bedeutender Admiral in die schwedische Geschichte ein, sondern auch als der Mann, der im Auftrag des Königs Karl XI. die Stadt Karlskrona gegründet hatte, die Flotte, die bis dahin in Stockholm stationiert war, nach Karlskrona brachte und dort eine Kirche, ein Krankenhaus, Schulen und natürlich den am besten gesicherten Hafen Schwedens angelegt hatte. Im Jahr 1681, nur wenige Jahre vor der Gründung Karlskronas war Wachtmeister vom König sowohl zum Admiralgeneral und zum königlichen Ratgeber ernannt worden.

Hans Wachtmeister kam am 24. Dezember 1641 als Sohn eines Reichsrats in Stockholm zur Welt und erhielt daher auch eine ausgezeichnete Bildung. Nach Abschluss der Ausbildung ging Wachtmeister 1661, gemeinsam mit seinem Bruder Axel, nach Italien und besuchte, unter anderem auch Königin Kristina. Die Königin finanzierte ihm dann auch ein Studium in Rom und ernannte ihn zum Kammerherrn. Nach einer Reise nach Paris und Holland verpflichtete sich Wachtmeister als Freiwilliger bei der englischen Marine und nahm an mehreren Kämpfen gegen Holland teil, bevor er 1666 nach Schweden zurückkehrte und unter Wolmer Wrangel am Krieg gegen Bremen teilzunehmen, und anschließend Kammerherr des Königs zu werden.

Auch in den Folgejahren nahm Hans Wachtmeister an zahlreichen Schlachten teil und erreichte dadurch 1676 den Rang eines Admirals. Als Johan Gyllenstierna ein Jahr später den Auftrag erhielt Blekinge zurückzuerobern, erhielt dieser Hans Wachtmeister als Helfer des Auftrags, was auch zum Sieg führte. Nach diesem Erfolg erhielt Wachtmeister den Befehl über die gesamte schwedische Flotte und verteidigte erfolgreich mehrmals Kalmar und Öland. 1682 wurde Hans Wachtmeister schließlich auch zum Präsidenten des Admiralkollegiums ernannt und wenig später auch zum Generalgouverneur der Region Kalmar, Öland und Blekinge.


15. Februar 1362: Håkan Magnusson, der König auf verlorenem Posten
15. Februar 1700: Casten Rönnow und das älteste Herbarium Schwedens
15. Februar 1794: Olof Celsius der Jüngere, Philosoph und Politiker
15. Februar 1819: Jacob Axelsson Lindblom, ein besonderer Bischof Schwedens
15. Februar 1820: Der schwedische Ministerpräsident Arvid Posse
15. Februar 1893: Hans von Euler-Chelpin erhält den Nobelpreis in Chemie
15. Februar 1897: Der schwedische Künstler Alfred Nyström
15. Februar 2004: Hasse Ekman, Regisseur, Schauspieler und Drehbuchautor 

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Mittwoch, 14. Februar 2018

Die Opernsängerin Signe Hebbe

Als Signe Hebbe am 14. Februar 1925 in Stockholm starb, war sie als Opernsängerin weniger bekannt als als Gesangspädagogin, da sie die gesamte Gesangstheorie in Schweden erneuert hatte und selbst in Europa so bekannt war, dass sie Schülerinnen aus allen Ländern bekam. Hebbe gehörte zu den ersten Gesangspädagoginnen, die das tiefe Einatmen lehrten, die vom Korsett auf der Bühne abgingen und die Opernsängerinnen nicht mehr in einer unterwürfigen Frauenrolle sah, was natürlich sehr umstritten war, aber zeigte, dass die Opernsängerin ihrer Zeit weit voraus war.

Signe Hebbe kam am 30. Juli 1837 in Fryele bei Jönköping zur Welt und begann mit elf Jahren Musik an der Klavierschule Lindblad in Stockholm zu studieren, besuchte anschließend die Schule des Königlichen Theaters und von 1852 bis 1854 auch das Konservatorium in Berlin. Im Folgejahr erhielt Hebbe ihre erste Schauspielrolle am Dramaten, musste jedoch erfahren, dass sie für gesprochene Rollen ungeeignet sei. Hebbe hatte Glück, denn Lars Johan Hierta finanzierte ihr anschließend ein weiteres Studium am Konservatorium in Paris, wo sie, als erste Skandinavierin, ihr Studium mit einer Goldmedaille abschloss. Um ihre Stimme zu verbessern, entschied sich Hebbe anschließend noch in Milano bei Francesco Lamperti Gesangunterricht zu nehmen.

Ihren ersten Vertrag als Opernsängerin erhielt Signe Hebbe 1861 in Lyon, allerdings mit dem Vertragszusatz, dass sie für ihre Auftritte keinen Lohn erhalte. Ein halbes Jahr später erhielt Hebbe dann ein erstes Engagement in Frankfurt, was dazu führte, dass sie bis 1879 an nahezu allen Bühnen Europas sang, allerdings nur vereinzelt in Paris, da man dort vorzog mit Kristina Nilsson zu arbeiten und keine zwei Schwedinnen gleichzeitig unter Vertrag haben wollte. Ab 1871 erhielt Hebbe einen Vertrag, der sie dazu verpflichtete am Dramaten auch als Gesangspädagogin zu wirken. Da diese Arbeit jedoch sehr schlecht bezahlt war und Signe Hebbe von ihrem Einkommen nicht leben konnte, öffnete die Opernsängerin eine Privatschule, die ihr nicht nur ein gutes Einkommen garantierte, sondern auch zu ihrem Weltruf als Gesangspädagogin half.


14. Februar 1805: Carl Eneas Sjöstrand und das finnische Kalevala
14. Februar 1844: Der schwedische Ministerpräsident Robert Themptander
14. Februar 1871: Der schwedische Künstler Carl Brandt 
14. Februar 1900: Bengt Helldal, der fitte Arzt aus Falkenberg
14. Februar 1944: Schwedens bester Formel 1 Fahrer stirbt nach Unfall
14. Februar 1947: Die schwedische Schriftstellerin Majgull Axelsson
14. Februar 1960: Sven Lidman, ein Nihilist wird zum Autor von Psalmen
14. Februar 1995: Metro, die kostenlose Tageszeitung Schwedens

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Dienstag, 13. Februar 2018

Der schwedische Künstler Pelle Swedlund

Als Pelle Swedlund am 13. Februar 1947 in Gävle starb, gehörte er zu jenen Künstlern, die in offiziellen Kreisen nahezu unbekannt waren, obwohl er noch 40 Jahre vorher bedeutende Ausstellungen hatte und über viele Jahre hinweg auch der Intendant der Thielska Gallerie in Stockholm war. Dieses Problem hing vor allem damit zusammen, dass Swedlund ein Einzelgänger unter den schwedischen Künstlern war und sich bei seinen Gemälden kaum um künstlerische Strömungen Schwedens kümmerte, sondern seinen eigenen Weg gehen wollte.

Pelle Swedlund kam am 6. Oktober 1865 als Sohn eines Lehrers in Gävle zur Welt und begann 1885, nach seiner Hochschulreife, ein Studium an der Universität Uppsala zum Lehrer. Sehr schnell entdeckte Swedlund jedoch seine Neigung zur Kunst und bereits 1889 wechselte er zur Kunstakademie über um dort drei weitere Jahre zu studieren. Die folgenden 20 Jahre verbrachte der Künstler dann nahezu ständig im Ausland, wobei seine bedeutendsten Gemälde während seiner Aufenthalte in belgischen Brygge und der Sommeraufenthalte auf Visby entstanden, die man heute in den größten Museen Schwedens finden kann.

Pelle Swedlund zeichnete sich insbesondere als Landschaftsmaler aus, wobei er zwar, wie viele seine Kollegen, vom Symbolismus der Zeit geprägt wurde, diesen jedoch mit den nationalromantischen Gefühlen verband und dabei Gemälde schuf, die geradezu mystisch wirken und auf Grund seines Symbolismus teilweise unverständlich bleiben, da Swedlund davon ausging, dass seine Werke mit dem Gefühl betrachtet werden müssen. In späteren Jahren verzichtete der Künstler auch auf jede Perspektive und ersetzte die Motive durch ausgeprägte Farbflächen, was sicher auch einer der Gründe war, warum Swedlund nach seinem Tod nahezu vergessen wurde.


13. Februar 1660: Karl X. Gustav stirbt an einer Blutvergiftung
13. Februar 1822: Die schwedische Uhrmacherin Betty Linderoth
13. Februar 1834: Der schwedische Künstler Alfred Wahlberg
13. Februar 1843: Der schwedische Künstler Georg von Rosen
13. Februar 1950: Die schwedische Schauspielerin Eva Britt Remaeus
13. Februar 1995: Metro, die kostenlose Tageszeitung Schwedens
13. Februar 2003: Tore Fredrik Wretman und die schwedische Kochkunst

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Montag, 12. Februar 2018

Der Designer und Künstler Ivar Johnsson

Ivar Johnsson kam am 12. Februar 1885 als Sohn eines Reitstallverwalters in Vittskövle zur Welt und wuchs auf dem Gut auf, wobei er in dem kleinen Ort auch die Volksschule besuchte. Nach dieser minimalen Schulbildung arbeitete Johnsson drei Jahre lang mit seinem Vater im Reitstall, begann sich jedoch in dieser Zeit deutlich mehr für das Zeichnen und die Skulptur zu interessieren als für Pferde. 1902 hatte der zukünftige Künstler dann genügend Geld gespart um in Lund die kunstindustrielle Schule zu besuchen und sich dort eine Ausbildung zum Möbelarchitekt zu finanzieren.

In dieser Zeit lernte Ivar Johnsson den Bildhauer Henry Nilsson kennen, der in ihm die Liebe zur Skulptur und dem Modellieren erneut erweckte. Nach Ende seiner Ausbildung im Jahr 1906 ging Johnsson daher nach Stockholm und schrieb sich an der Tekniska Skolan, dem heutigen Konstfack ein. Zwei Jahre später besuchte der angehende Künstler dann drei Jahre lang die Kunstakademie und 1911 erhielt er ein Stipendium, das ihm eine einjährige Studienreise nach Paris erlaubte. In Paris fand Johnsson von der rein technischen Skulptur unter dem Einfluss von Rodin zur modernen Skulptur, die auf Details verzichtet und den Werken eine völlig neue Aussagekraft verleiht. Diese Entdeckung ist um so erstaunlicher, weil Carl Milles damals bereits seit zehn Jahren auf diese Weise arbeitete, Johnsson daher kein Erneuerer der schwedischen Skulptur mehr werden konnte.

Nach einer Reise nach Italien und einem Aufenthalt in Kopenhagen kehrte Ivar Johnsson zurück nach Schweden und machte sich vor allem mit seinen Monumentalskulpturen einen Namen, die man heute überall in Schweden finden kann. Johnsson hat sich bei diesen Skulpturen zwar von Aristide Maillol und Carl Milles beeinflussen lassen, war aber, im Gegensatz zu diesen beiden Künstlern, nicht bereit mit der Skulptur zu experimentieren und schränkte sich selbst in der Freiheit des skulpturellen Ausdrucks ein. Die Werke Johnsson wirken daher weitaus mehr bodenständig als jene anderer Künstler dieser Epoche, was jedoch gerade für öffentliche Werke von enormem Vorteil war. Ivar Johnsson starb am 16. August 1970 im Alter von 85 Jahren in Stockholm.


12. Februar 1579: Der Psalmenverfasser Laurentius Petri Gothus
12. Februar 1771: Adolf Fredrik stirbt an einer Lebensmittelvergiftung
12. Februar 1849: Der schwedische Schriftsteller Carl von Zeipel
12. Februar 1940: Der schwedische Dokumentarfilmer Ebbe Gilbe 
12. Februar 1959: Die schwedische Sängerin Susanne Alfvengren
12. Februar 1972: Die schwedische Sängerin Sophie Zelmani

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Sonntag, 11. Februar 2018

Die Belagerung von Riga und der Nordische Krieg

Schon einige Jahre lang befürchtete Erik Dahlbergh, der Gouverneur Livlands einen Angriff auf die Stadt Riga, da Sachsen immer mehr Soldaten an der Grenze zu Livland beorderte. Aus diesem Grund hatte er bereits die Stadt verstärken lassen, die dortige Armee in Einsatzbereitschaft versetzt und den Vorort Rigas, der sich außerhalb der Stadtmauer befand, abbrennen lassen. Diese Vorbereitungen waren den Sachsen natürlich nicht entgangen, weshalb sie Riga mit einer List einnehmen wollten.

Als daher am 11. Februar 1700 zwölf abdeckte Schlitten, die von 80 sächsischen Dragonern begleitet waren an einem Kontrollposten südlich von Riga ankamen und erklärten, dass sie auf dem Weg nach Moskau seien und lediglich Waren für den sächsischen Generalmajor Carlowitz transportieren würden, war Dahlbergh kaum von der Wahrheit der Aussage überzeugt und befahl die Schlitten zu kontrollieren. Natürlich fand man auf den Schlitten Waffen, Granaten und Leitern für die Besteigung der Stadtmauern von Riga. Es kam zum Tumult und die schwedischen Kontrollposten mussten sich zurückziehen, konnten jedoch die Stadt warnen, und die List der Sachsen war aufgeflogen.

Diese List war der erste Schritt, der zum großen Nordischen Krieg führte, der dann über 20 Jahre dauern sollte, aber Riga war, zumindest vorübergehend, gerettet. Als am nächsten Tag nämlich 12.000 Soldaten und 600 Dragonern vor Riga ankamen, war die Stadt auf einen Angriff vorbereitet und die Sachsen konnten lediglich zur Belagerung der Stadt greifen. Selbst für einen ersten Angriff waren sie nicht gerüstet und mussten daher auf Verstärkung warten. Erst zehn Jahre nach dem listigen Versuch die Stadt Riga einzunehmen, gelang es dem Feind tatsächlich in Riga einzuziehen, allerdings handelte es sich dabei nicht um die Sachsen, sondern um die russische Armee, die diese strategisch wertvolle Stadt besetzen konnte.


11. Februar 1700: Der Beginn des Großen Nordischen Krieges
11. Februar 1744: Hedvig Taube, die erste offizielle Maitresse Schwedens 
11. Februar 1774: Hans Järta, revolutionäre Schriften und die Wandlung
11. Februar 1795: Carl Michael Bellman, der Nationalskalde Schwedens 
11. Februar 1795: Carl Michael Bellman, der Außenseiter unter den Skalden
11. Februar 1842: Der schwedische Ministerpräsident Erik Gustaf Boström
11. Februar 1874: Elsa Beskow, jedes Jahr ein neues Kinderbuch 
11. Februar 1876: Anders Bjurholm und die schwedischen Bierflaschen 
11. Februar 1958: Bertil Malmberg und die göttliche Lyrik
11. Februar 1978: Harry Martinson, ein Nobelpreisträger begeht Selbstmord
11. Februar 1987: Ebba Busch Thor und die Christdemokraten Schwedens
11. Februar 2007: Marianne Fredriksson und die christliche Frauenliteratur Schwedens

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Samstag, 10. Februar 2018

Der Nationalromantiker August Söderman

August Söderman starb am 10. Februar 1876 im Alter von nur 43 Jahren an eine Leberzirrhose, deren Ursache jedoch nicht bekannt ist. Trotz seines kurzen Lebens entwickelte sich Söderman, der in mehreren künstlerischen Zweigen gleichzeitig aktiv war, zu einem der wichtigsten Repräsentanten der schwedischen Nationalromantik, was sich insbesondere an seinen Kompositionen, Liedern, den Musikeinlagen bei Schauspielen und seiner Kirchenmusik zeigt. Auf Grund des nationalistischen Gedankengutes, das mit dieser Bewegung einherging, geriet Söderman dann jedoch weitgehend in Vergessenheit.

August Söderman kam am 17. Juli 1832 als Sohn eines Kapellmeisters zur Welt und zeigte ursprünglich wenig Interesse für Musik, aber er konnte nicht verhindern, dass ihn sein Vater erst zum Klavierunterricht zwang und er auch Oboe und Violine spielen lernte. Ebenfalls über den Vater wirkte Söderman dann in Orchestern mit, wo er als 18-jähriger von Edvard Stjernström entdeckt wurde, der den jungen Söderman dann zu seinem Orchesterleiter machte. Nach einigen Tourneen in Schweden und Finnland ließ sich der Musiker dann 1854 in Stockholm nieder um dort für das Mindre Teater zu arbeiten.

August Söderman erhielt auch den Auftrag festliche Musik für Kronprinzessin Lovisa zu schreiben und die Musik zur Hochzeit des Königs Oscar II., neben seinen Aufgaben als Kapellmeister der Oper und Autor mehrerer Operetten mit nationalem Einschlag. Die deutlichste Neigung des Komponisten, Sängers, Malers und Kapellmeisters für die nationalromantischen Werte findet man indes bei seinen schwedischen Volksliedern, den Quartetten und seinen Kompositionen für verschiedene Schauspiele, wobei Söderman in diesem Rahmen dem schwedischen Publikum auch das deutsche Volkslied Heidenröslein näher brachte, ein Volkslied, das auch den deutschen Nationalismus jener Zeit ausdrückt.


10. Februar 1050: Ingegerd Olofsdotter, eine russisch-orthodoxe Heilige aus Schweden
10. Februar 1306: Torgils Knutsson, der Gründer Viborgs
10. Februar 1858: Nils Lovén, der schreibende Priester Skånes
10. Februar 1881: Pauline Brunius, die erste Frau, die das Dramaten leitete
10. Februar 1914: Karl Staaff tritt mit der liberalen Regierung zurück
10. Februar 2003: Der schwedische Regisseur Lars-Eric Kjellgren 
10. Februar 2013: Der Lomma Kanal am Öresund 

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Freitag, 9. Februar 2018

Der schwedische Architekt Carl Hårleman

Als der schwedische Architekt Carl Hårleman am 9. Februar 1753 in Stockholm starb, ging er als einer der bedeutendsten und einflussreichsten Architekten seiner Zeit in die schwedische Geschichte ein, da er das architektonische Bild Schwedens änderte. Dies lag nicht nur daran, dass er, nach dem Tod von Nicodemus Tessin dem Jüngeren, das Schloss in Stockholm fertigstellte, sondern auch, weil er damit den Rokokostil nach Schweden brachte, und für den Schlossbau sogar Handwerker aus Frankreich holte, und er gründete eine königliche Zeichenschule, die Kunstakademie.

Carl Hårleman war als Sohn des Architekten Johan Hårleman in Stockholm zur Welt gekommen und erhielt seine Ausbildung von Nicodemus Tessin dem Jüngerem, einem Mitarbeiter seines Vaters, der allerdings sehr früh gestorben war. Bedeutend für Hårleman waren drei Reisen nach Paris, die erste um an der Akademie für Architektur studieren, und die späteren Reisen um die Rokoko-Bauweise zu entdecken, eine damals völlig neue Bauweise, die in Schweden um diese Zeit noch völlig unbekannt war. Dies war auch der Grund, warum er die Arbeiter für den weiteren Schlossbau aus Frankreich holen musste.

Da Carl Hårleman die Kunstakademie gegründet hatte, war es selbstverständlich, dass er auch ihr erster Direktor wurde und die entsprechenden Lehrer wählte, die den Schülern die damals zukunftsweisende architektonischen Techniken und Stilrichtungen beibringen mussten. Als Hårleman im Jahr 1741 auch königlicher Oberintendant wurde, hatte er die Aufsicht über die gesamte Bautätigkeit Schwedens, wobei dies auch bedeutete, dass Hårleman in den Adelsstand erhoben wurde und 174 in die Wissenschaftsakademie gewählt wurde. Neben Schlössern und anderen bedeutenden Bauten, zeichnete Hårleman auch den Botanischen Garten in Uppsala, der heute als schwedisches Kulturminne gilt.


9. Februar 1772: Frans Michael Franzén, vom modernen Dichter zum Bischof
9. Februar 1772: Frans Michael Franzén, vom Skalde zum Bischof
9. Februar 1853: Die Stiftung Arbetarbostadsfonden
9. Februar 1910: Das Alkoholmonopol in Schweden
9. Februar 1916: Helmer Linderholm und der historische Roman Schwedens
9. Februar 1946: Der Frukostklubben, noch heute eine Legende Schwedens
9. Februar 1974: Der schwedische Orientalist Henrik Samuel Nyberg
9. Februar 1996: Der Vinterparken (Winterpark) in Östersund

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Donnerstag, 8. Februar 2018

Elisabeth Barnekow, Künstlerin und Holzschnitzerin

Elisabeth Barnekow kam am 8. Februar 1974 als Tochter einer Unterleutnants in Sörby zur Welt und besuchte erst einige Jahre die Malerschule Elisabeth Keyser in Stockholm, bevor sie 1895 mit ihrer Lebenspartnerin Ida Thorensen nach Paris ging, wo beide Frauen ihre Studien fortsetzten. Gemeinsam unternahmen Barnekow und Thorensen auch zahlreiche Reisen in mehrere Länder, vor allem auch nach Italien, wo die Skulpteurin Thorensen zahlreiche Eindrücke sammelte.

Zurück in Stockholm arbeiteten die beiden Frauen in einem gemeinsamen Atelier und Elisabeth Barnekow nahm an den ersten Ausstellungen teil, unter anderem auch in Wien und Kopenhagen. Barnekow setzte sich ab dieser Zeit auch stark für die Frau als Künstlerin ein, forderte in der Kunst die Gleichstellung zwischen Mann und Frau, und wurde 1910 eine der Mitgründerinnen des Vereins der schwedischen Künstlerinnen (Föreningen Svenska konstnärinnor). Dieser Zusammenschluss ermöglichte es Schwedinnen auch an internationalen Ausstellungen teilzunehmen, da diese meist nur Vereine einluden, Frauen um diese Zeit in Schweden jedoch nicht in existierenden Kunstvereinen aufgenommen wurden.

Bald war Elisabeth Barnekow so bekannt, dass sie von allen fortschrittlichen Personen der gehobenen Gesellschaftsschicht Aufträge erhielt, vor allem aber auch Portraits von Kulturpersönlichkeiten malte, die ihren Kampf für das Frauenrecht stützten. Unter ihren Portraits findet man daher Selma Lagerlöf, Victoria Benedictsson, Frida Sténhoff und viele mehr. Da die von Männern dominierte Kunstwelt in jenen Jahren weibliche Künstler nicht als Künstler betrachteten, gelang es Barnekow, mit der Unterstützung von Gertrud Serner, der Intendantin des Nationalmuseums, ein Lexikon weiblicher Künstler zu beginnen, das leider nur bis etwa 1840 reicht, da Barnekow am 2. Oktober 1942 in Stockholm starb und das Werk nicht zu Ende führen konnte.


8. Februar 1782: Malla Silfverstolpe und der literarische Salon in Uppsala
8. Februar 1878: Elias Magnus Fries, der erste schwedische Fachmann für Pilze
8. Februar 1883: Der Künstler und Mineraloge Gregori Aminoff
8. Februar 1903: Der schwedische Nationalsozialist Sven Olov Lindholm
8. Februar 1911: Gustaf Fröding, der Dichter mit der geistigen Verwirrung
8. Februar 1914: Die Sozialdemokraten antworten auf die Provokation des Königs
8. Februar 1952: Das Folkets hus (Haus des Volkes) in Göteborg
8. Februar 1966: Carl-Henning William Crafoord bringt den Hiphop nach Schweden
8. Februar 1969: Pippi Langstrumpf wird in Schweden zum Fernseherfolg

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Mittwoch, 7. Februar 2018

Die Opernsängerin Anna Norrie

Anna Norrie kam am 7. Februar 1860 als Anna Pettersson in Stockholm zur Welt und besuchte von 1877 bis 1877 das Musikkonservatorium in der schwedischen Hauptstadt, schloss dieser Ausbildung ein vierjähriges Gesangsstudium an, das sie während der letzten beiden Studienjahre mit der dramatischen Bühnenkunst verband. Bereits ein Jahr vor dem Ende ihrer Ausbildung erhielt Norrie die Rolle als Antoinette i Gnistan am Nya Teatern in Stockholm, um jedoch nur bis 1884 an diesem Theater zu bleiben. Da Norrie die letzten Jahre von Signe Hebbe ausgebildet wurde, gehörte sie zu den ersten Opern- und Operettensängerinnen, die nicht mehr im Korsett auf der Bühne standen, sondern auch in Bewegungen einen Ausdruck vermitteln konnten.

Nach ihrem Engagement am Nya Teatern wechselte Anna Norrie erst zum Södra Teatern, anschließend zum Vasateatern, um sich dann jedoch noch ein Jahr lang in London einer weiteren Gesangsausbildung zu widmen. Von 1891 bis 1909 war Norrie mit dem dänischen Schriftsteller William Norrie verheiratet und lebte in dieser Zeit in Kopenhagen. In dieser Zeit gab sie in Schweden, insbesondere bei den Theatern von Albert Ranft, einige Gastspiele, nahm jedoch 1903 auch ihre erste Filmrolle an und nahm mehrere Schallplatten auf.

Noch 1909 heiratete Anna Norrie erneut, blieb jedoch in Kopenhagen und trat nur noch selten in Opern auf, sondern ging, ähnlich ihren Vorgängerinnen Jenny Lind und Christine Nilsson auf Volksweisen über, wobei sie vor allem eine Neigung zu den Werken von Gustaf Fröding hatte. Nach ihrer offiziellen Pensionierung und einer weiteren Scheidung kehrte Norrie im Jahr 1920 nach Schweden zurück, um dann ab 1933 Schauspieler am Dramaten in Stockholm auszubilden, unter anderem auch Ingrid Bergman und Sif Ruud. Diese Aufgabe beendete Norrie erst 1948, also im Alter von 88 Jahren. Anna Norrie starb am 13. Juli 1957 in Stockholm, wo sie auch begraben wurde.


7. Februar 1795: Anders Fryxell und der erste Geschichtsroman Schwedens
7. Februar 1809: Charles Emil Hagdahl und die moderne Küche Schwedens
7. Februar 1837: Gustav IV. Adolf, der vom Thron verstoßene König Schwedens
7. Februar 1839: Karl August Nicander, Aufstieg und Fall eines Poeten
7. Februar 1871: Wilhelm Stenhammar: Pianist, Komponist und Dirigent
7. Februar 1905: Der schwedische Nobelpreisträger Ulf Euler
7. Februar 1909: Enok Sarri, der Wettermann der Samen
7. Februar 1999: Der schwedische Schriftsteller Lars Molin 

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Dienstag, 6. Februar 2018

Der schwedische Musiker Jens Lekman

Jens Lekman kam am 6. Feberuar 1981 im Göteborger Stadtteil Angered zur Welt und hatte ursprünglich kein besonderes Interesse an Musik, bis er mit 14 Jahren von Freunden gefragt wurde ob er nicht in einer Coverband Bass spielen wolle. Lekman akzeptierte und fand dabei in kurzer Zeit zur Musik und begann vor allem hunderte von eigenen Liedern zu schreiben, von denen er einen Teil selbst sang und über Internet verbreitete, und dies mit einem beachtlichen Erfolg, denn seine Lieder wurden mit großer Geschwindigkeit in den sozialen Medien geteilt.

Mit 19 Jahren nahm Jens Lekman dann, inspiriert von der Hauptfigur des Films Mask den Künstlernamen Rocky Dennis an und ab 2001 begann er auf selbst aufgenommenen CD-R Platten limitierte Auflagen seiner musikalischen Schöpfungen zu verkaufen. Im Folgejahr schickte der Musiker eine dieser Aufnahmen an die amerikanische Plattenfirma Secretly Canadian, die ihn nicht nur kontaktierte, sondern seine Musik auch in den USA produzierte. Ab 2004 war Lekman dann, als sich auch eine schwedische Plattenfirma für ihn interessierte, bereits ein Begriff innerhalb der Musikszene, und Rocky Dennis ging zurück zu seinem richtigen Namen.

Mit seinem Song You Are the Light im Jahr 2004 gelang Jens Lekman ein Top Ten Hit in Schweden und er gewann die ersten Preise für seine Arbeit, was ihm auch Einladungen zu Ereignissen wie dem Hultfredsfestival führte. Im Jahr 2007 erschien dann das zweite Studioalbum Lekmans und 2017 kam dann das vierte Album des Künstlers. Das bisher vermutlich bedeutendsten Jahre Lekmans war vermutlich 2018, denn er hatte Auftritte in Australien, den USA, aber auch im Norden, und er erhielt Ende des Jahres von der Sten A. Olssons Stiftung ein Kulturstipendium in Höhe von 300.000 Kronen.


6. Februar 1816: Henrik Gahn, einer der bekanntesten Ärzte Schwedens
6. Februar 1837: Johan Anders Wadman, der Skalde, der an Alkoholmangel stirbt
6. Februar 1900: Rudolf Värnlund, der unverstandene Arbeiterliterat
6. Februar 1914: Der letzte politische Machtbeweis der schwedischen Könige
6. Februar 1927: Der nordschwedische Künstler Leander Engström
6. Februar 1929: Der schwedische Skiläufer Sixten Jernberg 
6. Februar 1975: Das Verbot von DDT in Schweden
6. Februar 1988: Die nationalistische Partei Sverigedemokraterna
6. Februar 1992: Der Nationaltag der Samen in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 5. Februar 2018

Die schwedische Schriftsteller Per Adolf Granberg

Per Adolf Granberg kam am 17. April 1770 in einer kinderreichen und sehr armen Familie in Göteborg zur Welt, da der Vater drei Jahre vor seiner Geburt in Konkurs gegangen war und mit seiner Tätigkeit als Kontrolleur der Ostindien Gesellschaft kaum die Familie ernähren konnte. Erschwerend kam hinzu, dass Granberg ohne linken Unterarm geboren wurde und daher eine Holzhand hatte. Ohne eine besondere Bildung zu erhalten, gelang es Granberg jedoch einige Sprachkurse zu besuchen und eine Vielzahl der deutschen, englischen und französischen Schriftsteller zu lesen, um anschließend in der gehobenen Gesellschaft Anstellungen als Privatlehrer, insbesondere für Englisch und Französisch, zu erhalten.

Neben seiner Tätigkeit als Lehrer betätigte sich Per Adolf Granberg insbesondere als Poet und 1797 erschien auch sein erster Gedichtband Odödlighetens hopp, dem während der folgenden 13 Jahre mehrere Weitere Gedichtbände und Novellen folgen sollten. Auch wenn Granberg Stimmungen sehr gut erfassen und darstellen konnte, so sind seine Werke leider mehr von seinen ausgezeichneten Kenntnissen anderer Autoren geprägt als einem persönlichen Stil, was auch verhinderte, dass er in literarischen Kreisen Schwedens wirklich anerkennt wurde. In diesem Punkt zeigte sich auch deutlich wie schwierig es war für einen Autodidakten den gesellschaftlichen Aufstieg zu schaffen.

Ab 1810 stürzte sich Per Adolf Granberg in eine bedeutende literarische Aktivität, ging jedoch nun mehr den Weg eines wissenschaftlichen Autors und arbeitete jahrelang an geschichtlichen und ökonomischen Werken, teilweise auch auf Auftrag, auch wenn ihn diese Aufgaben nicht aus der ständigen finanziellen Not befreien konnten. Letztendlich akzeptierte Granberg auch eine Tätigkeit als Beamter und übersetzte Dramen aus dem Englischen, die zwar aufgeführt wurden, aber von der gehobenen literarischen Schicht Schwedens auf das härteste kritisiert wurden, obwohl es Granberg gelungen war sogar einen Preis der Svenska Akademien zu erringen. Per Adolf Granberg starb am 5. Februar 1841 im Alter von 70 Jahren in Stockholm.


5. Februar 1818: König Karl XIII. von Schweden
5. Februar 1818: Karl XIII. verkauft die schwedische Krone an Frankreich
5. Februar 1849: Mäster Palm, der Schneider wird zum Agitator
5. Februar 1852: Der schwedische Künstler Ferdinand Fagerlin
5. Februar 1892: Adam Smedberg und die Erweckungsbewegung in Närke
5. Februar 1892: Emilie Flygare-Carlén und der Regionalroman der Westküste
5. Februar 1895: Berit Spong und die Kritik des Kleinstadtlebens
5. Februar 1928: Der Komiker und Schriftsteller Tage Danielsson
5. Februar 1945: Der schwedische Architekt Ragnar Östberg
5. Februar 1950: Die schwedische Strafrechtsanwältin Kerstin Koorti
5. Februar 2010: Die Linnéuniversität in Kalmar 

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Sonntag, 4. Februar 2018

Der Künstler und Graphiker Nils Wedel

Nils Wedel kam am 4. Februar 1897 als Sohn eines Werkmeisters in Göteborg zur Welt und entschied sich sehr früh für eine künstlerische Laufbahn, denn bereits 1915 besuchte er die damalige Kunsthandwerkliche Schule in Göteborg und studierte unter Albert Eldt die Malerei. Da die Kunst jedoch keine sichere Zukunft bot, studierte Wedel gleichzeitig die handwerkliche Lithografie und Buchherstellung. Nach dem Ende seiner Ausbildung unternahm Wedel, wie zu jener Zeit üblich, eine Studienreise nach Dänemark und nach Frankreich, wo er 1919 und 1920 an der Académie Moderne seine künstlerische Lehre fortsetzte.

Im Jahr 1928 ließ sich Nils Wedel dann in Malmö nieder und schuf dort einige seiner bedeutendsten Werke, die zu Beginn stark vom Kubismus geprägt waren, der ihn bereits während seines Aufenthalts in Paris fasziniert hatte, um dann seinen Stillleben und Abstraktionen den Surrealismus hinzuzufügen. Da Wedel nie ganz auf den Surrealismus überging, behielt er einen sehr persönlichen Ausdruck in seinen Werken, die man heute in allen bedeutenden Museen Schwedens finden kann, unter anderem auch im Nationalmuseum in Stockholm und im Kunstmuseum Göteborgs. Als da bedeutendste Werk von Wedels gilt das Gemälde Sadismus und Okkupation, das er während des Zweiten Weltkriegs verwirklichte.

Trotz seines enormen Erfolges als Künstler und seiner Aufgabe als Lehrer an der Kunstschule in Göteborg, wollte Nils Wedel auch seine handwerklichen Fähigkeiten nicht zur Seite legen, sondern arbeitete auch als Lithograph, verwirklichte Holzschnitte und arbeitete mit Aquatinta. Nachdem sich Nils Wedel 1958 mit seiner Frau, einer Textilkünstlerin, auf Orust im Bohuslän niedergelassen hatte, arbeitete der Künstler mehrmals mit Theaterdekorationen und zeigte sich als ausgezeichneter Plakatkünstler, da er künstlerisches Schaffen und Vermittlung von Information sehr gut kombinieren konnte. Nils Wedel starb am 17. Juli 1967 im Alter von 70 Jahren auf Orust.


4. Februar 1740: Carl Michael Bellman, der Nationalskalde Schwedens 
4. Februar 1862: Hjalmar Hammarskjöld, ein Jurist als Ministerpräsident
4. Februar 1871: Die schwedische Schauspielerin Gerda Lundequist
4. Februar 1991: Die schwedische Partei Ny Demokrati (NyD)
4. Februar 1995: Maria Leissner und die Wendung der schwedischen Volkspartei 
4. Februar 2002: Sigvard Bernadotte verzichtet auf Titel und Thron
4. Februar 2005: Nils Egerbrandt und Soldat 91:an Karlsson
4. Februar 2009: Der Tag des Wolfes in Schweden 
4. Februar 2011: Lena Nyman und die sündige Filmwelt Schwedens

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Samstag, 3. Februar 2018

Der schwedische Künstler Carl d'Unker

Carl d'Unker kam am 3. Februar 1828 als Sohn eines norwegischen Vaters und einer schwedischen Mutter in Stockholm zur Welt und begann nach seiner Schulbildung, entsprechend seines Vaters, die militärische Laufbahn. Ab 1848 nahm d'Unker an der Schleswig-Holsteinischen Erhebung teil. Nach seiner Rückkehr nach Schweden entschied sich der Unterleutnant dann plötzlich die militärische Laufbahn aufzugeben um Künstler zu werden. König Oscar I. unterstütze den jungen Mann und ermöglichte ihm zwischen 1851 und 1853 ein Kunststudium in Düsseldorf.

Die Unterstützung des Königs verdankte Carl d'Unker einer Herausgabe von lithografischen Karikaturen über das Leben Stockholms aus dem Jahr 1847, da diese den König nicht nur amüsierten, sondern ihn auch von der Begabung d'Unkers überzeugten. Carl d'Unker war damit der erste einer langen Reihe schwedischer Künstler, die die Düsseldorfer Schule in Schweden bekannt machten, wobei der Künstler auch das Glück hatte Carl Ferdinand Sohn als Lehrer zu haben, der seinem Schüler seine Neigung zur Charakterdarstellung ließ, ihm jedoch in sehr kurzer Zeit alle Techniken beibrachte, die ein Künstler benötigte, so dass sich Carl d'Unker in Schweden auch der Porträtmalerei widmen konnte.

Während seiner Aufenthalts in Deutschland lernte Carl d'Unker eine reiche russische Erbin kennen, die er heiratete und die ihm die finanzielle Unabhängigkeit ermöglichte, so dass sich d'Unker vollkommen seiner Kunst widmen konnte. Gegen 1858 hatte der Künstler dann plötzlich den großen Durchbruch in Schweden und schon 1860 wurde er von Karl XV. zum Professor ernannt. Nur ein Jahr später erlahmte der rechte Arm des Künstlers, was ihn jedoch nicht vom Schaffen abhielt, denn nun begann er mit der linken Hand zu malen. Als d'Unker dann jedoch auch noch an einer Lungenentzündung erkrankte, war der Tod nahe. Carl d'Unker starb am 23. Juni 1866 im Alter von nur 38 Jahren in Düsseldorf, wo er auch begraben wurde.


3. Februar 865: Sankt Ansgar, der Missionar Birkas, stirbt in Bremen
3. Februar 1636: Der schwedische Erzbischof Petrus Kenicius
3. Februar 1699: Jämtländer erhalten die schwedische Staatsbürgerschaft 
3. Februar 1816: Carl Olof Rosenius und die schwedische Freikirche 
3. Februar 1886: Der schwedische Künstler Sigfrid Ullman
3. Februar 1916: Die schwedische Sängerin Margareta Kjellberg
3. Februar 1948: Henning Mankell und Kommissar Kurt Wallander
3. Februar 2011: Die schwedische Feministin Stina Sundberg 

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Freitag, 2. Februar 2018

Die Schriftstellerin Julia Svedelius

Julia Svedelius, geborene Heijne, kam am 2. Februar 1870 in in einem gut bürgerlichem Heim in Helgarö zur Welt, erhielt jedoch wegen einer Augenkrankheit nur Privatunterricht, insbesondere von der sehr religiösen Mutter. Diese Situation führte auch dazu, das Svedelius etwa 30 Jahre lang bei ihren Eltern lebte und erst als sie den Schulrektor Carl Svedelius kennenlernte, einen Schritt in das gesellschaftliche Leben machte und in Montpellier Französisch lernte, da ihr späterer Mann, unter anderem den Königskindern, Französisch beibrachte.

Als Julia Svedelius aus Frankreich zurückkam, begann sie mit einer Aufgabe, die sie ihr Leben lang beschäftigen sollte, denn sie widmete alle ihre Freizeit der Wohltätigkeit und arbeitete unermüdlich daran den nordschwedischen Arbeiterkindern durch Ausbildung und dem Kampf gegen die Armut eine Zukunft zu bieten. Da Svedelius 1905 mit ihrem Mann nach Luleå gezogen war, erforderte diese Aufgabe auch sehr viele Reisen, da der ganze Norden Schwedens sehr arm war und Geldeinsammlungen daher nur in der südlichen Hälfte Schwedens möglich waren. Julia Svedelius blieb bis ein Jahr vor ihrem Tod aktiv im Kampf gegen die Armut des Nordens.

Als Julia Svedelius wenige Jahre später nach Stockholm zog, wo ihr Ehemann eine neue Arbeitsstelle bekam, setzte sie die Arbeit für die Arbeiterkinder fort, begann jedoch gleichzeitig eine Karriere als Schriftstellerin, die auch mit sehr vielen Vorträgen verbunden war. Während Svedelius in ihrem ersten Buch År mehr ihre Geschlechtergeschichte erzählt, erschienen anschließend vor allem Erzählungen über Lebensgeschichten aus Nordschweden, insbesondere ihr Schlüsselroman Vägröjare, in denen die Schriftstellerin dem Leser die Armut des nördlichsten Teil Schwedens zur Jahrtausendwende sehr deutlich näher bringt. Neben diesen Werken schrieb Svedleius, die am 6. Juli 1955 in Stockholm starb, auch einen Gedichtband und mehrere Romane, die gegenwärtig leider nur noch in wenigen Bibliotheken zu finden sind.


2. Februar 1250: Erik Eriksson, der Lispelnde und Hinkende, wird König Schwedens
2. Februar 1455: Johan II. von Schweden (König Hans), König für vier Jahre
2. Februar 1621: Der schwedische Sprachwissenschaftler Johannes Schefferus
2. Februar 1854: August Bondeson, der Schriftsteller des schwedischen Volkes
2. Februar 1900: Der Erzbischof und Politiker Anton Niklas Sundberg
2. Februar 1911: Jussi Björling, ein schwedischer Hofsänger
2. Februar 1913: Der Archäologe und Reichsantiquar Hans Hildebrand
2. Februar 1948: Ture Sventon, der merkwürdigste Privatdetektiv Schwedens
2. Februar 1983: Carolina Klüft gewinnt Gold beim Siebenkampf
2. Februar 1987: Karin Söder, erste weibliche Vorsitzende einer schwedischen 

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