Sonntag, 21. Januar 2018

Die schwedische Sängerin Linda Thelius

Linda Thelius, auch bekannt als Linda Rosing, kam am 21. Januar 1974 als Linda Gedin in Västerås zur Welt und führte bis zu ihrem 29. Lebensjahr ein völlig normales Leben. Die Wende kam mit ihrer Teilnahme an Big Brother im Jahr 2005, als sie in der Direktsendung Sex mit einem anderen Teilnehmer hatte. Dies brachte Linda Thelius nicht nur Schlagzeilen in den schwedischen Medien, sondern führte auch zu mehreren Modellaufträgen in Herrenzeitschriften, die Thelius mit so wenig Kleidung wie möglich abbilden wollten.

Linda Thelius nutzte ihren Bekanntheitsgrad aus und hatte bereits 2009 dann eine eigenen Datingsendung im Kanal Fünf und trat in den unterschiedlichsten Programmen auf. In der Zwischenzeit hatte Thelius sich auch als Sängerin versucht, und da sie unter dem Namen Bionda auftreten wollte, ohne allerdings mit der italienischen Gruppe La Bionda Schwierigkeiten zu bekommen, so ließ sie ihren Namen offiziell in Linda Bionda ändern. Die Karriere blieb allerdings aus und Thelius suchte nach neuen Möglichkeiten an die Öffentlichkeit zu treten.

Linda Thelius schrieb eine Autobiografie, gründete eine politische Partei und stellte sich den Parlamentswahlen des Jahres 2006. Mit 222 Stimmen gelang ihr zwar kein Einzug ins Parlament, aber sie bezeichnete dies als Anfang einer politischen Karriere, die jedoch endete, als sie ein Jahr später bei einem Pornoproduzenten einen fünfjährigen Vertrag als Schauspielerin, Produzentin und Werbegesicht nach außen erhielt. Noch im gleichen Jahr gab Thelius dann jedoch bekannt, dass dieser Vertrag nicht mehr aktuell sei und sie verschwand weitgehend von den Schlagzeilen. Seit Thelius mit dem Sänger Peter Thelius vereihratet ist, gibt es keine Schlagzeilen mehr, auch wenn das Leben an der Öffentlichkeit nicht im Koffer liegt, sondern Thelius nun festes Mitglied der Musikgruppe Basic Element ist.


21. Januar 1598: Eine späte Beerdigung für Witwenkönigin Gunilla
21. Januar 1829: Oscar II. will die Macht des Königs retten
21. Januar 1856: Die Stockholmer Stadtmission und ihre Entstehung
21. Januar 1860: Karl Staaf wird liberaler Ministerpräsident
21. Januar 1893: Gunnar Mascoll Silfverstolpe, der intime Alltagsdichte
21. Januar 1905: Der schwedische Serienschaffer Stig Cederholm 
21. Januar 1972: Rickard Falkvinge, der Gründer der Piratenpartei
21. Januar 2002: Der Tod von Fadime Sahindal bewegt Schweden

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Samstag, 20. Januar 2018

Der Künstler und Silberschmied Bertil Berggren Askenström

Bertil Berggren Askenström kam am 20. Januar 1917 als Sohn eines Kunstschmieds in Stockholm zur Welt und verbrachte einen Großteil seiner Kindheit in der Kunstschmiede seines Vaters, da seine Mutter an der Spanischen Grippe gestorben war noch bevor der zukünftige Künstler zwei Jahre alt war. Sowohl in der Schule, als auch privat, interessierte sich Berggren Askenström stark für das Kunsthandwerk und mit 13 Jahren kannte er die Grundlagen eines Kunstschmieds.

Nahezu als logische Folge besuchte Bertil Berggren Askenström nach Abschluss der Realschule erst eine Malerschule und belegte anschließend mehrere Kurse an der Tekniska Abendschule um Zeichnen, Malen, aber auch die Skulptur zu erlernen. Mit dieser soliden Grundausbildung schrieb sich Berggren Askenström dann 1935 am Konstfack ein und spezialisierte sich dort auf die Silberschmiederei. Diese Ausbildung legte der Künstler mit den höchst möglichen Noten und einer Silbermedaille ab, eine Leistung, die erst 35 Jahre später erneut von einem Schüler erreicht wurde.

Bertil Berggren Askenström, der mit nahezu jedem Material arbeitete, hatte seinen künstlerischen Durchbruch mit einer Ausstellung in der Lilla Galleriet in Stockholm Anfang der 50er Jahre, was auch dazu führte, dass der Künstler während der 60er Jahre zahlreiche Aufträge für sakrale Kunst erhielt und unter anderem auch den Altaraufsatz der Kirche in Bastuträsk schuf. Berggren Askenström entdeckte in dieser Zeit auch die verschiedenen Möglichkeiten mit Aluminium zu arbeiten, was ihm erlaubte enorme Kunstwerke zu schaffen, die den Künstler, der am 11. November 2006 in Stockholm starb, weltweit unsterblich machten.


20. Januar 1156: Bischof Henrik wird während eines Kreuzzugs getötet
20. Januar 1741: Der Botaniker Carl von Linné der Jüngere
20. Januar 1798: Maria Kristina Kiellström, bekannt als Ulla Winblad
20. Januar 1863: Der schwedische Architekt Ture Stenberg 
20. Januar 1864: Mathilda Malling, von avantgardistischer Literatur zum Liebesroman
20. Januar 1891: Ernst Rolf, Schauspieler, Sänger und König der Revue
20. Januar 1918: Die Textilkünstlerin Ulla Schumacher Percy 
20. Januar 1949: Göran Persson an der Spitze der Macht 
20. Januar 1958: Weibliche Polizei in Schweden
20. Januar 1973: Alf Svensson, 31 Jahre lang Vorsitzender einer Partei

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 19. Januar 2018

Der Hutnadelschutz in der Stockholmer Straßenbahn

Etwa zur gleichen Zeit als in Stockholm die Straßenbahnen ihren Einzug hatten, kam auch eine Damenmode auf, die sehr bald zu Problemen in genau diesen Straßenbahnen führten, nämlich Hutnadeln, die die Hüte der Damen an den Haaren festhielten, und bei einer Länge von bis zu 50 Zentimeter und einem sehr spitzen Ende eine regelrechte Gefahr ausmachten, da es in den Wagen der Straßenbahnen teilweise sehr eng wurde und nahezu jede Frau in Stockholm, die der Mode folgen wollte, eine dieser Nadeln trug, also eigentlich einen Sicherheitsabstand einhalten sollte.

Ab 1912 häuften sich dann die Artikel in der Presse Stockholms, die auf die Gefahr der Hutnadeln aufmerksam machten und so manches Mal wurden die Hutnadeln auch mit gefährlichen Waffen verglichen, die man verbieten sollte. Dass die Straßenbahngesellschaft in Stockholm dann eine eigene Lösung suchte, war ein Ereignis, das sich am 13. Januar 1913 zutrug, denn an diesem Tag verlor ein Angestellter, der einer dieser mit Hutnadel bewaffneten Frau lediglich beim Einsteigen behilflich sein wollte und dabei durch einen Stich der Hutnadel verletzt wurde, fast sein Augenlicht. Auch wen dies nicht der erste Unfall dieser Art war, so sah sich die Straßenbahngesellschaft nun dennoch gezwungen Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Ab dem 19. Januar 1913 konnte man daher in allen Straßenbahnen der schwedischen Hauptstadt einen Hutnadelschutz kaufen, den die Gesellschaft für fünf Öre von der Nordiska Kompaniet, die allerdings erst zwei Jahre später ihren heutigen Namen erhielt, gekauft hatte und zum gleichen Preis an die Frauen weiterverkaufte. Der Verkaufserfolg ließ nicht auf sich warten, denn in relativ kurzer Zeit wurden 24.000 dieser Schutzvorrichtungen verkauft, was jedoch das Problem lediglich minderte, denn bis die Mode dann so langsam abklang, trugen dennoch nur etwa die Hälfte der Frauen in den Straßenbahnen den empfohlenen Schutz und die andere Hälfte ließ den Hutschmuck zu Hause liegen, wo er dann wenig Nutzen brachte.


19. Januar 1156: Bischof Henrik wird während eines Kreuzzugs getötet 
19. Januar 1790: Per Daniel Amadeus Atterbom, der romantische Skalde Schwedens 
19. Januar 1790: Per Daniel Amadeus Atterbom, der letzte SkaldeSchwedens 
19. Januar 1826: Axel Rudolf Mauritz Wall und die Dagens Nyheter 
19. Januar 1909: Axel Petersson, bekannt als Döderhultarn
19. Januar 1925: Albin Hagström und das schwedische Akkordeon
19. Januar 1937: Die schwedische Prinzessin Birgitta von Hohenzollern
19. Januar 1943: Die HMS Älvsnabben auf großer Fahrt
19. Januar 1966: Die schwedische Popsängerin Lena Philipsson 

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Donnerstag, 18. Januar 2018

Die Uraufführung der Oper Thetis och Pelée

Zu seiner Krönung im Mai 1772 wünschte sich Gustav III. die Aufführung einer schwedischen Oper, da er die Oper als die höchste Kunst betrachtete. Problematisch war im Grund nur, dass es in Schweden um diese Zeit keine Opern gab, kein Opernkomponist existierte, kein Autor je ein Opernlibretto geschrieben hatte und es auch kein entsprechendes Orchester und keine Opernsänger gab, die nicht aus Frankreich oder Italien kamen. Gustav III. wählte daher einen Kompromiss, denn er beauftragte den Poeten Johan Wellander ein Libretto in Anlehnung an die französische Oper Thetis et Pelée zu schreiben und der in Schweden lebende Italiener Francesco Uttini sollte für die Musik verantwortlich sein. Beide sollten zudem Sänger suchen und ein Orchester aufbauen.

Da der König natürlich eine etwas andere Vorstellung als Wellander und Uttini hatte, kam erschwerend hinzu, dass die Arbeiten ständig den Wünschen des Königs angepasst werden mussten. Das Ergebnis davon war, dass diese Oper in schwedischer Sprache musikalisch sehr stark von der italienischen Oper beeinflusst war und die von Gustav III. gewünschten Bühneneffekte eine enorme Herausforderung für die Schauspieler waren und wenig mit der bis dahin bekannten französischen Oper zu tun hatten. Natürlich konnte auch der König bereits bei der Uraufführung die Schwächen seiner Thetis och Pelée sehen, und er befahl daher ständig Änderungen und Anpassungen, die es den Künstlern nicht leichter machten ein Meisterwerk zu schaffen.

Als Thetis och Pelé denn am 18. Januar 1773 im Bollhuset in Stockholm erstmals aufgeführt wurde, dauerte die Oper fünf Stunden und es traten, neben der Primadonna Elisabeth Olin und den anderen Sängern, auch 42 Choristen und 27 Tänzer auf. Auch wenn diese erste schwedische Oper kaum ein Meisterwerk war, so wurde sie allein im Frühjahr des gleichen Jahres 20 Mal bei voll verkauftem Haus aufgeführt, was allerdings nicht mit der Qualität zusammenhing, sondern weil sämtliche Arien in schwedischer Sprache gesungen wurden. Leider kann man sich heute nur noch eine wage Vorstellung von der Oper machen, da sowohl die Musik als auch die Kostüme nur teilweise überliefert wurden, im Gegensatz zum Libretto, von dem man sogar sieben verschiedene Versionen erhalten wurden.


18. Januar 1764: Der schwedische Erzbischof Samuel Troilius
18. Januar 1862: Anders Magnus Strinnholm und die schwedische Geschichte 
18. Januar 1865: Magnus Jacob Crusenstolpe der schreibende Revolutionär
18. Januar 1928: Das schwedische Folkhemmet als politische Bewegung
18. Januar 1938: Die Beerdigung des Schauspielers Gösta Ekman 
18. Januar 1945: Jane Horney, mit 27 Jahren im Meer versenkt
18. Januar 1964: Vi på Saltkråkan von Astrid Lindgren
18. Januar 1972: Prinzessin Sibylla von Sachsen-Coburg-Gotha 
18. Januar 1980: Warum die Almöbron von der Tjörnbron ersetzt wurde 
18. Januar 2008: Kerstin Johansson i Backe, Kinderbücher aus dem Norden

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Mittwoch, 17. Januar 2018

Die schwedische Skiläuferin Toini Rönnlund

Toini Rönnlund kam am 17. Januar 1938 als Toini Karvonen im finnischen Dorf Suomussalmi nahe der russischen Grenze zur Welt. Im Alter von sechs Jahren kam das Mädchen dann als sogenanntes Kriegskind nach Björkenäs im Värmland und hatte das Glück in eine bürgerliche Familie zu kommen, die Rönnlund sehr früh bei ihren sportlichen Ambitionen unterstützte. Wie viele dieser Kriegskinder, so blieb auch Rönnlund nach dem Krieg in Schweden und nahm Mitte der 50er Jahre auch die schwedische Staatsbürgerschaft an.

Toini Rönnlund engagierte sich Mitte der 50erJahre erst im Sportklub Likenäs, den sie später gegen jenen in Skellefteå austauschte und machte 1957 ihr Debut als Skilangläuferin bei der schwedischen Meisterschaft in Malung. Bereits zu Beginn der 60er Jahre gehörte Rönnlund dann zu den besten Skiläuferinnen weltweit und gewann während der Olympiade der Jahre 1964 und 1968 jeweils eine Silbermedaille für Schweden, nachdem sie bei schwedischen und europäischen Ausscheidungen bereits vorher Medaillen gesammelt hatte.

Im Herbst 1968 heiratete Toini Rönnlund, die damals noch Gustafsson hieß, dann Assar Rönnlund, einen anderen Skiläufer, und entschied sich plötzlich ihre Karriere an den Nagel zu hängen um das Leben ruhiger zu nehmen, sowie mehr Zeit mit ihrem Ehemann und mit ihren damaligen drei Kindern zu verbringen. Rönnlund bildete sich in diesen Jahren auch zur Krankengymnastin aus, ohne jedoch ihre Skier völlig an den Nagel zu hängen, denn noch heute bricht sie zu ihren regelmäßigen Skiwanderungen auf. Rönnlund wird heute, am 17. Januar 2018, in Umeå 80 Jahre alt und ist immer noch eine Legende des schwedischen Skilaufs.


17. Januar 1861: Malla Silfverstolpe und der literarische Salon in Uppsala 
17. Januar 1909: Sven Hedin kehrt von seiner letzten Asienreise zurück 
17. Januar 1916: Die Eisenhütte Galtström bei Sundsvall
17. Januar 1918: Die Schriftstellerin und Künstlerin Elsa Grave
17. Januar 1938: Der schwedische Glaskünstler Bertil Vallien
17. Januar 1944: Jan Guillou, vom Sozialismus zum historischen Roman 
17. Januar 1944: Jan Guillou, der wegen Spionage verurteilte Schriftsteller 
17. Januar 1945: Raoul Wallenberg, ein schwedischer Held
17. Januar 1946: Jenny Nyström und die schwedischen Weihnachtstrolle 
17. Januar 1983: Der erste große Konflikt der Hotelbranche Schwedens
17. Januar 1994: Die schwedische Radiostation Mix Megapol 

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Dienstag, 16. Januar 2018

Die liberale Sammlungspartei, die späteren Liberalen

Im Laufe des 19. Jahrhunderts entstanden in Schweden zahlreiche liberale Gruppen, die sich vor allem gegen die Macht der Könige und die sehr starke Staatskirche Svenska Kyrkan stellten. Entsprechend kamen die Mitglieder dieser Gruppen auch aus den verschiedensten gesellschaftlichen Gruppen. Die Reformen, die insbesondere der Liberale Adolf Hedin vorschlug, hießen Demokratie, Volksbildung und das Gleichheitsprinzip vor dem Recht, was sich auch in einem allgemeinen Wahlrecht ausdrücken sollte. Um jedoch diese Forderungen politisch durchsetzen zu können, war Hedin auch bewusst dass hierfür eine einheitliche, liberale Partei nötig war.

Aus diesem Grund wurde am 16. Januar 1900 auch durch den Zusammenschluss der damaligen Volkspartei, der Bondeska (Partei der Grundbesitzer) und der Friesenska Gruppen (Beamte), der sich später auch die Lantmannapartiet (konservative Grundbesitzer) anschloss, die Liberala Samlingspartiet (Liberale Sammlungspartei) gegründet. Da die neue Partei sich für die Zulassung der Freikirchen, den Antialkoholismus und soziale Reformen einsetzte, die später zu einem Wohlfahrtssystem ausgebaut wurden, hatten die liberale Partei sehr bald eine bedeutende Machtstellung erreicht. Der Aufstieg der Partei endete jedoch rapid ab Mai 1923, als ein Teil der Partei ein Alkoholverbot durchsetzen wollte, die andere Hälfte jedoch den freien Verkauf von Alkohol propagierten. Bei den folgenden Wahlen des Jahres 1924 traten daher zwei liberale Parteien an, die Freisinnige Volkspartei und die Liberale Reichstagspartei.

Die Bedeutung der Liberalen, die sich 1934, erneut nach einem Zusammenschluss von zwei Parteien, in Folkspartiet (Volkspartei ) umbenannte, konnte in den kommenden Jahrzehnten nie wieder die gleiche Größe erreichen als zu Beginn des 20. Jahrhunderts und 2015 konnte die Volkspartei nur noch mit knapp fünf Prozent an Wählern rechnen. Das Ergebnis davon war, dass Jan Björklund, der Vorsitzende der Partei in jenen Jahren, der Partei einen neuen Namen geben wollte. Nicht verwunderlich war daher, dass die Diskussion darin endete die Folkpartiet entweder in Liberalerna (die Liberalen) oder aber in Liberale Samlingspartiet umzubenennen, in der Hoffnung damit an die Erfolge des liberalen Politikers Karl Staaff anzuknüpfen.


16. Januar 1703: Erik Dahlbergh und die schwedischen Festungen
16. Januar 1814: Henning Hamilton und die Hamiltonaffäre
16. Januar 1818: Der schwedische Schriftsteller C. V. A. Strandberg
16. Januar 1878: Der schwedische Künstler Karl Isakson 
16. Januar 1900: Folkpartiet, die Volkspartei von der Idee bis heute 
16. Januar 1936: Schwedische Streichhölzer und die Stiftung Solstickan 
16. Januar 1940: Die finnischen Kriegskinder kommen in Schweden an 
16. Januar 1940: Kjell E. Genberg, der Vielschreiber unter den Autoren 
16. Januar 1992: Lotta Engberg und die Fernsehlotterie Bingolotto

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Montag, 15. Januar 2018

Der schwedische Künstler Alfred Bergström

Alfred Bergström kam am 15. Januar 1869 als Sohn eines Graveurs in Stockholm zur Welt und begann seinem Vater im Alter von 13 Jahren zu helfen. Der Schritt zur Kunstakademie im Jahre 1887 war daher eine logische Folge, auch wenn sich Bergström dort nicht nur für Gravur interessierte, sondern insbesondere für die Malerei. Im Abschlussjahr an der Kunstakademie wurde Bergström die königliche Medaille für seine Leistungen verliehen. Im Jahr 1884 reiste der Künstler für ein Jahr nach Frankreich, was teilweise eine Studienreise war, zum anderen aber dem Künstler dazu diente zahlreiche französische Landschaften zu malen.

Mit seiner Landschaftsmalerei hatte Alfred Bergström dann auch den größten Erfolg, denn bereits 1898 wurde er Lehrer in diesem Bereich an der Kunstakademie, zwei Jahre später wurde er Mitglied der Akademie und ab 1910 war der Künstler dort dann ordentlicher Professor mit dem Schwerpunkt der Landschaftsmalerei. Von 1911 bis 1913 war Bergström auch der Vorsitzende des Vereins schwedischer Künstler. Insbesondere die Winterlandschaften Stockholms gelten in diesen Jahren als die bedeutendsten Arbeiten Bergströms und deuten einen etwas zaghaften Übergang zum Impressionismus in seiner Kunst an.

Die Bedeutung des Künstlers Alfred Bergström, der am 15. November 1930 im Alter von 61 Jahren in Tullinge starb, kann man auch erahnen, wenn man bedenkt, dass er zu Beginn des 20. Jahrhundert einer der fünf Sachkundigen war, die neue Statuten für das Nationalmuseum ausarbeiteten, was dazu führte, dass das prestigiöse Museum, das auch Werke Bergströms in seinen Sammlungen hat, mit dem 1. April 1913 eine moderne Organisation erhielt und mit der konservativen Tradition des Museums brach. Unter den öffentlichen Werken des Künstlers ist insbesondere die Wandmalerei im Marmorfoyer des Dramaten zu nennen, das er, gemeinsam mit Carl Larsson, Gottfrid Kallstenius und Gustaf Cederström verwirklichte.


15. Januar 1860: Der schwedische Künstler Oscar Björk
15. Januar 1866: Nathan Söderblom,Träger des Friedensnobelpreises
15. Januar 1886: Henning Hamilton und die Hamiltonaffäre

15. Januar 1909: Die schwedische Künstlerin Eva Bonnier 
15. Januar 1912: Sven Hedin, Abenteurer und Schriftsteller in fernen Ländern
15. Januar 1986: Josef Högstedt, der beliebte Lyriker Pälle Näver
15. Januar 1987: Der mysteriöse Tode von Carl Algernon
15. Januar 1989: Der Tag der Tulpen in Schweden
15. Januar 2005: Sven Christer Swahn, von der Lyrik bis Science Fiction

15. Januar 2006: Die schwedische Piratenpartei (Piratpartiet)

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Sonntag, 14. Januar 2018

Der Politiker und Bischof Gottfrid Billing

Gottfrid Billing kam am 19. April 1841 als Sohn eines Regionalpolitikers in einem alten Geschlecht Skånes in Önnestad zur Welt und studierte an der Universität Lund Theologie, wobei der Theologe von Beginn an sowohl in der Politik als auch der Religion eine sehr konservative Haltung einnahm, was, auf Grund seines Einflusses, auch die Entwicklung Schwedens zum Teil über Jahre hinweg bremste. Mit 40 Jahren wurde Billing Professor der Theologie an der Universität Lund, 1884 Bischof des Stiftes Västerås und nur ein Jahr später auch oberster Hofprediger der Königshauses.

Seine engen Beziehungen zum Königshaus und den konservativen kirchlichen  Kreisen führten dazu, dass Gottfrid Billing gefragt wurde, ob er Anton Niklas Sundberg als Erzbischof folgen wollte. Billing lehnte das Angebot ab, ließ sich dafür jedoch in die Svenska Akademien wählen, da dies mit mehr Prestige verbunden war. Billig vertrat die Svenska Kyrkan auch als konservativer Politiker beim Reichstag von Västerås. Hier gelang es dem Politiker jede Anfrage nach einem allgemeinen Wahlrecht zu blockieren, wobei er insbesondere Frauen von der gesellschaftlichen Entwicklung ausschließen wollte.

Auch in theologischen Fragen zeigte sich Gottfrid Billing als extrem konservativ, was sich insbesondere darin ausdrückte, dass er noch 1910 die Existenz des Teufels vertrat, denn schließlich habe Jesus selbst diese Aussage verbreitet. In diesen Jahren gab es mehrere fortschrittliche Theologen, die die Kirche erneuern wollten und daher die Existenz des Teufels bereits als Dummheit bezeichneten. Billing konnte die Verbreitung dieser modernen Meinung weitgehend bremsen. Nach dem ersten Weltkrieg zog sich Gottfrid Billing, der am 14. Januar 1925 in Lund starb, aus dem öffentlichen Leben zurück, behielt jedoch bis zu seinem Tod das Amt als Bischof und erster Hofprediger und war weiterhin aktives Mitglied der Svenska Akademien.


14. Januar 1794: Erik Sjöberg und der Kampf gegen die literarischen Schulen
14. Januar 1814: Der Kieler Frieden einigt Schweden und Norwegen
14. Januar 1818: Der finnlandschwedische Schriftsteller Zacharias Topelius
14. Januar 1843: Der schwedische Historiker Hans Forssell
14. Januar 1864: Waldemar Bülow, Verleger und Politiker
14. Januar 1912: Ein Kreuzer für Kriegszwecke aus privaten Mitteln
14. Januar 1928: Lars Forssell und die Nachkriegsliteratur Schwedens
14. Januar 1963: Ingmar Bergman wird Chef des Dramaten in Stockholm
14. Januar 1996: Der schwedische Künstler Axel Wallenberg
14. Januar 2006: Der Mord an einem Jungen bringt ein neues Gesetz
14. Januar 2011: Sun Axelsson, die Welt der Diktaturen und der Bekenntnisroman

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Samstag, 13. Januar 2018

Der Reichstag in Västerås und das schwedische Königreich

Der vierte Reichstag, den König Gustav Vasa 1544 in Västerås einberief gilt als einer der bedeutendsten Reichstage Schwedens, der das schwedische Königssystem völlig ändern sollte und auch im militärischen Bereich ein Schritt in die Zukunft war, da die Verteidigung modernisiert wurde und sich auch gegen innere Unruhen vrbereitete. Zudem wurde beim Reichstag 1544 die Svenska Kyrkan (Schwedische Kirche) endgültig zur dauerhaften Staatskirche Schwedens, eine Entscheidung, die bis zum Jahr 2000 gültig blieb.

Für die Königsmacht war indes nur die Entscheidung am 13. Januar 1544 von Bedeutung, denn beim Übereinkommen, das als Västerås arvförening in die Geschichte einging, sicherte den Nachkommen Vasas das königliche Erbrecht. Bis zu diesem Tag galt ein altes Gesetz, nach dem ein König Schwedens gewählt werden musste und ausdrücklich nicht über eine Successionsfolge innerhalb einer Familie an die Macht kommen durfte. Gustav Vasa legte damit den Grundstein der bis heute, wenn auch leicht veränderten, Erbfolge der schwedischen Könige, was nur mangels Erben unterbrochen werden kann.

Allerdings tauchte bereits einige Jahre später das erste Problem mit diesem Gesetz auf und man ergänzte die Bestimmungen. Erik XIV. hatte nämlich die Frechheit das Hoffräulein Karin Månsdotter zu heiraten und zur Königin zu machen. Dies führte dazu, dass der König letztendlich dem Thron enthoben, die Königin gefangen genommen wurde und der Sohn des Paares von der Thronfolge ausgenommen wurde und Johan III. als Thronerbe eingesetzt wurde. Ab dieser Zeit durfte ein künftiger König keine bürgerliche Frau mehr heiraten ohne die Thronrechte zu verlieren, zumindest bis die Linie Bernadotte Schweden zu regieren begann.


13. Januar: Knut, ein klassischer nordischer Vorname
13. Januar: Mit Knut endet in Schweden Weihnachten
13. Januar 1435: Das Treffen von Arboga, der erste Reichstag Schwedens
13. Januar 1544: Die geschlechtliche Erbfolge der schwedischen Könige
13. Januar 1746: König Gustav III. will die Macht nicht teilen
13. Januar 1776: Der schwedische Dichter Johan David Valerius
13. Januar 1849: Alfhild Agrell und die Situation der Frau zu Beginn des 20. Jahrhunderts
12. Januar 1910: Die schwedische Künstlerin Stina Sörman
13. Januar 2003: Der Rapport zu den Göteborger Krawallen wird veröffentlicht

Copyright: Herbert Kårlin


Freitag, 12. Januar 2018

Die schwedische Künstlerin und Keramikerin Hildur Haggård

Hildur Haggård kam am 12. Januar 1885 als Tochter eines Reichstagspolitikers in Björsäter zur Welt und hatte das Glück in einer wohlhabenden und offenen Familie geboren zu werden, denn bereits ihr Großvater hatte sich dadurch ausgezeichnet, dass er das Erbrecht für Frauen durchsetzte. Haggård erhielt daher nicht nur eine gute Bildung, sondern auch die Möglichkeit erst an der Tekniska Skolan, dem heutigen Konstfack, und anschließend an der höheren kunstindustriellen Schule eine künstlerische Ausbildung zu machen.

Nach dem Ende ihrer Ausbildung machte Hildur Haggård zahlreiche Studienreisen, insbesondere nach Paris, Italien und England um sich intensiv mit der Bildhauerei auseinanderzusetzen, unter anderem bei einem Schüler von Auguste Rodin. Gegen 1920 erhielt Haggård dann ihre erste Anstellung bei der S:t Eriks Lervarufabrik in Uppsala um 1936 als Künstlerin zur Ekenäs Glashütte zu wechseln und drei Jahre später ein eigenes Atelier in Stockholm aufzubauen, was ihr weitaus mehr Freiheit bei ihrem künstlerischen Schaffen gewährte.

Hildur Haggård, die am 29. Dezember 1958 in Stockholm starb, hatte ab 1923 regelmäßig Ausstellungen, 2016 eine Gedenkausstellung in Mariestad und im Winter 2015/2016 waren einige Werke in der Ausstellung „Weibliche Pioniere“ im Nationalmuseum zu sehen. Haggård war eine sehr vielseitige Künstlerin, die Altartafeln, öffentliche Skulpturen und Portraitskulpturen hinterlassen hat. Dass die Künstlerin auch zahlreiche Muster für Kachelöfen entwarf und für die Dekoration von damals modernen Teetischen verantwortlich war, ist heute nahezu unbekannt.


12. Januar 1528: Gustav Vasa, der berühmteste König Schwedens 
12. Januar 1726: Das Konventikelplakatet verbietet freireligiöse Treffen
12. Januar 1726: Religiöse Treffen werden in Schweden verboten
12. Januar 1783: Erik Gustaf Geijer, der nationalistische Dichter Schwedens
12. Januar 1818: Der schwedische Bischof Johan Wingård stirbt in Göteborg
12. Januar 1854: Der schwedische Künstler Hugo Birger kommt zur Welt
12. Januar 1868: Der schwedische Schriftsteller Jeremias i Tröstlösa
12. Januar 1875: Die schwedische Schriftstellerin Marika Stiernstedt 
12. Januar 1913: Der schwedische Ingenieur Gustaf Nerman stirbt in Uppsala
12. Januar 1938: Der Schauspieler Gösta Ekman wird in Stockholm beerdigt
12. Januar 1966: Gunnar Ekelöf erhält den Literaturpreis des Nordischen Rates
12. Januar 1979: Massenmord im Östra Sjukhus in Malmö

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 11. Januar 2018

Die schwedische Künstlerin und Illustratorin Gerda Tirén

Gerda Tirén kam am 11. Januar 1858 als Gerda Rydberg in Stockholm zur Welt. Die Eltern unterstützten die künstlerischen Ambitionen der Tochter und ermöglichten ihr von 1875 bis 1882 ein Studium an der Tekniska Skolan und anschließend an der Kunstakademie, wo die künftige Künstlerin auch die Gravur studierte. Nach Abschluss des Studiums machte Tirén mehrere Studienreisen nach Frankreich, verbrachte einige Zeit in der Künstlerkolonie in Grez und malte insbesondere Landschaften, Portraits und Kinderbilder.

Gerda Tirén zeigte sich als sehr vielseitige Künstlerin, wurde jedoch vor allem wegen ihrer Illustrationen bekannt, insbesondere ihrer 116 Illustrationen des Buches Robinson Crusoe, das dank dieser Bebilderung einen enormen Erfolg hatte. Tirén illustrierte während ihres Künstlerlebens zahlreiche Bücher und Erzählungen, unter anderem auch Weihnachtsgeschichten, die in Schweden um diese Zeit eine sehr bedeutende Rolle einnahmen. Ähnlich Jenny Nyström zeichnete Tirén zudem zahlreiche Weihnachtskarten und Osterkarten, die heute als Sammelobjekte einen bedeutenden Wert erreichen.

Ab 1883 hatte die Künstlerin Gerda Tirén zahlreiche Ausstellungen, unter anderem im Salon de Paris und Liljevalch, was eine enorme Leistung ist, wenn man bedenkt, dass Tirén sich bereits 1884 in Paris mit dem Künstler Johan Tirén verlobte und während ihrer Schaffensphase auch vier gemeinsame Kinder erzog. Gerda Tirén starb am 9. Oktober 1928 im Alter von 60 Jahren in Penningby. Die Kunsthalle Lilevalch präsentierte dann 1935 eine größere Ausstellung zur Erinnerung der Künstlerin. Zwei ihrer Werke kann man heute auch im Nationalmuseum in Stockholm finden.


11. Januar 1436: Erich von Pommern im Kampf gegen die Hanse 
11. Januar 1732: Peter Forsskål, ein Vorreiter des schwedischen Liberalismus
11. Januar 1857: Die schwedische Künstlerin Fanny Låstbom
11. Januar 1860: Der schwedische Architekt Aron Johansson
11. Januar 1877: Oskar Andersson, der erste Comiczeichner Schwedens 
11. Januar 1905: Das Reichstagsgebäude in Stockholm wird eingeweiht
11. Januar 1934: Der schwedische Schauspieler Sven Wollter
11. Januar 1936: Deutsche Nazigruppe wird aus Schweden ausgewiesen 
11. Januar 1985: Henry Olsson und die wissenschaftliche Literaturgeschichte

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 10. Januar 2018

Der schwedische Künstler Oscar Berg

Oscar Berg kam am 10. Januar 1839 als Sohn eines Händlers in Stockholm zur Welt und begann sich sehr früh für die Ornamentschnitzerei zu interessieren, was letztendlich dazu führte, dass sich Berg 1858 an der Kunstakademie in Stockholm einschrieb um dort Skulptur zu studieren und dabei das Glück hatte Carl Gustaf Qvarnström als Lehrer zu bekommen. Noch bevor er sein Studium im Jahre 1869 abschloss und für seine Leistungen die königliche Medaille erhielt, hatte der Künstler einige öffentliche Werke fertiggestellt, wobei seine Themen um diese Zeit vor allem mit der nordischen Mythologie in Verbindung standen.

Zwischen 1873 und 1878 hielt sich Oscar Berg dann in Rom auf um sich intensiv mit der klassischen Skulptur zu beschäftigen. Diese Jahre waren für den Künstler von größter Bedeutung, denn er übernahm ab dieser Zeit die italienische Formsprache der Skulptur, die ihm später durch eine vereinfachte Komposition und realistische Darstellungen zu seinem persönlichen Stil verhalf. Als Berg 1878 nach Stockholm zurückkehrte, erhielt er den monumentalen Auftrag der dekorativen Ausschmückung der Universität Uppsala, die ihm allerdings auch eine Gesichtsneuralgie brachte.

Nach Abschluss der Arbeiten ging Oscar Berg für einige Jahre nach London um dort als Skulpteur zu arbeiten. Allerdings kehrte der Künstler 1888 zurück nach Stockholm um an den Relieffriesen der Kunstakademie zu arbeiten und eine größere Ausstellung vorzubereiten.  Um diese Zeit war jedoch die bedeutendste Schaffensphase des Künstlers bereits zu Ende, seine Neuralgie machte ihm immer mehr zu schaffen, und als seine Frau 1906 starb, war die Schaffensphase Bergs zu Ende. Oscar Berg starb am 18. Dezember 1914 im Alter von 75 Jahren in Råsunda.


10. Januar 1765: Adolph Ribbing und der Mord an Gustav III.
10. Januar 1778: Carl von Linné, der Botaniker Schwedens
10. Januar 1790: Anders Abraham Grafström, der religiöse Skalde
10. Januar 1800: Lars Levi Læstadius, der Apostel der Samen
10. Januar 1892: Der schwedische Skulpteur Carl Johan Dyfverman 
10. Januar 1904: Erste schwedische Antarktisexpedition
10. Januar 1916: Der schwedische Biochemiker Sune Bergström
10. Januar 1925: Der schwedische Schriftsteller Julius Regis 
10. Januar 2010: Ein Selbstmord nach dem Helénmord in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 9. Januar 2018

Der Feldmarschall und Künstler Axel Sparre

Axel Sparre wurde am 9. Januar 1652 als Sohn eines Reichsrates in Visby auf Gotland geboren und schrieb sich im Oktober 1662 an der Universität Uppsala ein um sich auf eine militärische Karriere vorzubereiten. Im Jahre 1672 trat er der holländischen Armee bei um drei Jahre lang gegen Frankreich zu kämpfen. Erst 1676 kehrte Sparre dann nach Stockholm zurück um sich jedoch in den weniger kriegsreichen Jahren mehr im öffentlichen Leben zu zeigen als seinen Aufgaben im Militär nachzukommen.

Die kommenden 20 Jahre war Axel Sparre, der als einer der königstreuen Offiziere galt, in mehrere Streitigkeiten und Affären verstrickt, die vermutlich auf sein ungestümes Temperament zurückzuführen waren. Streitigkeiten nach einer unglücklichen Liebe, bei der Sparre als Verlierer hervorging und handgreiflich wurde, führten sogar dazu, dass er zum Tode verurteilt wurde, jedoch vor der Hinrichtung auf vier Monaten Gefängnis im Schloss Örebro begnadigt wurde. Während der Feldzüge zu Beginn des 18. Jahrhunderts zeigte sich Sparre als ausgezeichneter Stratege und erreichte schließlich den Grad eines Feldmarschalls.

Weitaus weniger bekannt ist heute indes die künstlerische Ader Axel Sparres, obwohl der Feldherr damals in weiten Kreisen als ausgezeichneter Miniaturmaler galt, der, unter anderem, auch die gesamte königliche Familie porträtierte und mit seinen Portraits des Königs Karl XII. sogar die gesamte künstlerische Richtung jener Epoche beeinflusste. Als sein vermutlich bestes Werk gilt ein Portrait bei dem der König ohne Perücke abgebildet ist und deutlich ausdrückt dass es sich um einen Soldatenkönig handele und um keinen modänen Herrscher. Axel Sparre gelang es mit seinen Malereien die Persönlichkeiten auszudrücken und kein Idealbild, was zu jener Zeit in der Kunst völlig neu war.

9. Januar 1202: Birger Brosa unter Knut Eriksson und Sverker den yngre
9. Januar 1636: Die neue schwedische Kupferkompanie
9. Januar 1811: Desideria von Schweden, eine Kaufmannstochter wird Königin
9. Januar 1895: Greta Johansson und olympisches Gold
9. Januar 1897: Die schwedische Künstlerin Tyra Lundgren 
9. Januar 1900: Der Lorensbergs Cirkus in Göteborg brennt
9. Januar 1939: Annette Kullenberg, die Schriftstellerin mit der spitzen Zunge 
9. Januar 1954: Der Frachtdampfer Nedjan sinkt bei Eggegrund 
9. Januar 1969: Moderaterna, von extrem rechts zur Mitte

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 8. Januar 2018

Der Komponist und Musiker Georg Riedel

Georg Riedel wurde am 8. Januar 1934 als Sohn eines Architekten in Karlovy Vary, der damaligen Tschechoslowakei, geboren, kam jedoch bereits 1938 nach Stockholm, da seine Mutter Jüdin war und der Einmarsch Hitlers bevorstand. Die Reise nach Schweden sollte jedoch in Finnland nahezu ein Ende finden, da die Mutter, die allein mit ihren beiden Kindern unterwegs war, kein Geld mehr hatte um eine Fähre für die Überfahrt nach Schweden zu bezahlen, wo der Vater bereits auf sie wartete. Ein Kapitän hatte jedoch Mitleid mit den Flüchtlingen und brachte sie daher kostenlos nach Schweden.

Georg Riedel lernte, da er seinen ersten Sommer in einem Ferienlager verbrachte, sehr schnell Schwedisch und erhielt ab seinem vierten Lebensjahr Musikunterricht in der Adolf Fredriks Volksschule in Stockholm. Riedel begann sehr früh Violine zu spielen, entschied sich jedoch mit 15 Jahren auf den Kontrabass umzusteigen und eignete sich an der Musikhochschule der schwedischen Hauptstadt nicht nur seinem neuen Instrument, sondern spezialisierte sich auch auf Jazz, der seine gesamte Leidenschaft war. Mit 19 Jahren begann Riedel mit dem Jazzmusiker Lars Gullin zu spielen und ein Jahr später traf er den Jazzpianisten Jan Johansson des Arne Domnérus Orchesters mit dem er 1962 die bekannteste und meist verkaufte Jazzplatte Schwedens aufnahm.

Als Jan Johansson im Jahre 1968 starb, übernahm Georg Riedel dessen Arbeit als Komponist für verschiedene Fernsehserien und die Filme von Astrid Lindgren. Riedel gelang es dabei in schwedische Volksweisen Jazz-Elemente einzufügen, wobei der Musiker und Komponist auch den Werken von Barbro Lindgren Musik verlieh oder für die Fernsehserie Willi Wiberg die Leitmelodie komponierte. Ab dem Jahrtausendwechsel verließ Riedel dann den Jazz nahezu vollständig um sich insbesondere der Komposition von Chorgesang zu widmen, komponierte jedoch auch Ballettmusik und eine Oper. Sein letztes größeres Werk veröffentlichte Riedel im Jahr 2009, also im Alter von 75 Jahren.


8. Januar 1810: Daniel Melanderhjelm, Astronom und Mathematiker
8. Januar 1864: Carl August Hagberg und die schwedische Literatur 
8. Januar 1917: Folgen des Ersten Weltkriegs in Schweden
8. Januar 1937: Der schwedische Theologe Olle Meurling stirbt in Spanien
8. Januar 1940: Briefzensur in Schweden
8. Januar 1994: Hans Asplund, der Architekt des Brutalismus
8. Januar 2005: Der Orkan Gudrun hinterlässt ein Chaos in Schweden
8. Januar 2007: Die Geburt Kirunas und die Flucht der Stadt

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Sonntag, 7. Januar 2018

Der Künstler und Zeichner David Wallin

David Wallin wurde am 7. Januar 1876 in Östra Husby als Sohn eines Schreiners geboren, in einer extrem religiösen Familie, die ihn im Traum Künstlers zu werden kaum unterstützte. Daher ging Wallin 1893 nach Norrköping und begann dort eine Malerlehre, besuchte jedoch gleichzeitig die dortige Tekniska Skola um sich in Abendkursen zum Künstler auszubilden. Drei Jahre später zog Wallin nach Stockholm um um im Atelier von Carl Grabow zu arbeiten und erneut Abendkurse an der Tekniska Skola, dem heutigen Konstfack, zu nehmen. Von 1898 bis 1903 besuchte der angehende Künstler dann noch die Kunstakademie der schwedischen Hauptstadt.

Noch vor seinem Abschluss an der Kunstakademie erhielt David Wallin einige bedeutende Kunstpreise, und nachdem er 1905 die Künstlerin Elin Wallin geheiratet hatte unternahm der Künstler mit seiner Frau eine Studien-Hochzeitsreise nach Paris und London, wobei er ein Jahr später auch erstmals eines seiner Gemälde im Pariser Salon ausstellte und damit die Aufmerksamkeit auf sich lenken konnte. Auch die Zeit zwischen 1908 und 1910 verbrachte Wallin überwiegend auf Reisen, insbesondere in Rom, Florenz und der skandinavischen Künstlerkolonie Volterra in der Toskana. In dieser Zeit malte Wallin zahlreiche Portraits seiner Ehefrau und seiner Kinder.

Einige der bedeutendsten Werke des Künstlers David Wallin, der am 27. Juni 1957 in Stockholm starb, entstanden zu Beginn der 30er Jahren, was nicht zuletzt auch damit zusammenhing, dass er sich bei einem Kunstwettbewerb zu den Olympischen Spielen in Los Angeles im Jahre 1932 mit fünf Gemälden in verschiedenen Kategorien beteiligte und anschließend mehrere Ausstellungen in den USA hatte. In diesen Jahren schloss sich Wallin jedoch auch rechtsextremen Kreisen an, die auch in Zukunft sein Weltbild veränderten, jedoch auch seine Karriere bremsten, da er nach 1936 nur noch vereinzelt Ausstellungen hatte. Werke Wallins findet man heute in allen größeren Kunstmuseen Schwedens.


7. Januar 1685: Jonas Alströmer bringt die Kartoffel nach Schweden 
7. Januar 1770: Carl Gustaf Tessin, Kunstsammler und Politiker
7. Januar 1842: Der schwedische Komponist Johan Lindegren
7. Januar 1876: Die schwedische Künstlerin Anna Sahlström
7. Januar 1926: Die Thielska Galleriet, ein Kunstmuseum in Stockholm 
7. Januar 1940: Carl Boberg, Politiker, Schriftsteller und Prediger 
7. Januar 1945: Yrsa Stenius und die Grenzen der linken Manipulation
7. Januar 1945: Salz wird in Schweden als Mangelware rationalisiert
7. Januar 1949: Elin Wägner, eine Kämpferin für die Rechte der Frauen 
7. Januar 2004: Ingrid Thulin, von Sollefteå nach Hollywood

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Samstag, 6. Januar 2018

Der Künstler und Karikaturist Pelle Hedman

Pelle Hedman kam am 6. Januar 1861 als Per Erick Pärsson in Gimsbärke bei Borlänge als Sohn eines Landwirts zur Welt und begann mit 17 Jahren eine Kunstausbildung an der Tekniska Skolan in Stockholm, dem heutigen Konstfack, die er anschließend an der Kunstakademie fortsetzte, bevor er seine Fähigkeiten bei einem Aufenthalt in Paris perfektionierte. Nach seiner Rückkehr aus Frankreich arbeitete Hedman für alle größeren Zeitungen Stockholms, um sich erst mit 72 Jahren zu pensionieren, ein halbes Jahr vor seinem Tod am 10. August 1933.

Pelle Hedman, der zeitweise im Künstlerkreis um Anders Zorn verkehrte, war Zeit seines Schaffens der vermutlich am häufigsten engagierte Zeichner der Stockholmer Presse, da, vor der Zeit der Fotografie, nur Künstler wie Hedman Leben in eine Zeitung oder Zeitschrift bringen konnten. Erst mit Einbruch des 20. Jahrhunderts musste Hedman daher von der Illustration vor allem zur Karikatur wechseln, was ihm hervorragend glückte, da er mit allen künstlerischen Methoden eng vertraut war.

Pelle Hedman hatte auch in der Stadt seine Kindheit auf dem Bauernhof nicht vergessen, denn zahlreiche seiner Zeichnungen und Illustrationen schildern sehr deutlich das ländliche Leben in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Sein Erfolg lag jedoch nicht nur an den beeindruckenden Zeichnungen und Malereien, die das Leben der Bevölkerung schilderten, sondern der Künstler wagte sich, vor allem bei seinen Karikaturen, die Grenzen der offiziellen Darstellungen zu sprengen. Bereits 1895 veröffentlichte Hedman eine Zeichnung bei der sich der König Oscar II. und sein Gast, Senator Liss Olof Larsson, von hinten zeigen, sich also vom Künstler abwenden.


6. Januar 1430: Filippa von England wird in Schweden Königin 
6. Januar 1493: Olaus Petri und die schwedische Reformation 
6. Januar 1493: Olaus Petri, der schwedische Reformator
6. Januar 1809: Der schwedische Naturwissenschaftler Sven Lovén
6. Januar 1912: Johnny Bode, der schwedische Skandalschriftsteller
6. Januar 1912: Johnny Bode, der erste Punkstar Schwedens
6. Januar 1852: Der schwedische Künstler Carl Kylberg
6. Januar 1963: Gunnar Bohman, mit der Laute zum Weltruhm

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Freitag, 5. Januar 2018

Die Malerin und Textilkünstlerin Gerd Göran

Gerd Göran kam am 5. Januar 1919 als Gerd Akre in Karmansbo im Västmanland zur Welt, verbrachte jedoch ihre Jugend überwiegend in Karlstad. Mit 17 Jahren begann Göran erst eine Ausbildung an der Tekniska Skolan, dem heutigen Konstfack in Stockholm, um ihre Ausbildung dann jedoch an der Kunstindustriellen Schule mit dem Schwerpunkt Textilkunst zu beenden. Nur zwei Jahre nachdem Gerd Göran ihre Ausbildung im Jahre 1941 abgeschlossen hatte, heiratete sie den Skulpteur Niklas Göran.

Noch im Jahr als Gerd Göran ihre Ausbildung abschloss, wurde sie Teilhaberin in einer Weberei bei Arvika, was der Künstlerin eine große Freiheit beim Schaffen ihrer Textilkunst gewährte. In den 40er Jahren reihte sich daher auch nahezu eine Ausstellung ihrer Werke an die andere, unter anderem auch in der Kunsthalle in Arvika und bei Liljevalchs in Stockholm. Nach einer längeren Studienreise nach Italien und Frankreich im Jahre 1951 begann Göran sich auch der Malerei zu widmen und ihre Textilkunst nahm neue Formen an.

In den 50er Jahren begann Gerd Göran mehr und mehr an Textilkollagen zu arbeiten und Textilmuster zu entwerfen, was auch zu einem der bekanntesten Tapetenmuster jener Zeit führte. In den darauf folgenden Jahrzehnten erhielt Göran auch mehrere öffentliche Aufträge, unter anderem von der Universität und dem Zentralkrankenhaus in Karlstad. Mittlerweile sieht die 100-jährige Künstlerin kaum noch und kann schon lange keine neuen Muster mehr schaffen, auch wenn sie weiterhin künstlerisch aktiv ist und sich nun vor allem durch Farben ausdrückt. Die Künstlerin selbst nennt die Werke der letzten Jahre „Spiele“, die man noch immer in neuen Ausstellungen bewundern kann.


5. Januar 1559: Kristina Nilsdotter, eine starke Frau Schwedens 
5. Januar 1667: Anders Nordencrantz und die schwedische Wirtschaft 
5. Januar 1674: Ebba Brahe, die Geliebte des Königs Gustav II. Adolf 
5. Januar 1814: Polizeichef Nils Henrik Liljensparre
5. Januar 1910: Alfred Ander, vor dem Raubmord und der Guillotine
5. Januar 1943: Die schwedischen Internierungslager ab 1943 
5. Januar 1949: Alva Myrdal, ein Leben für die Schulreform und den Frieden 
5. Januar 1960: Der Flugplatz Arlanda in Stockholm
5. Januar 1964: Der schwedische Politiker C.-H. Hermansson
5. Januar 1970: Flugzeugabsturz beim Stockholmer Flugplatz Arlanda

Copyright: Herbert Kårlin