Sonntag, 17. Februar 2019

Der Erzbischof Nils Ragvaldsson

Als Nils Ragvaldsson am 17. Februar 1448 im Alter von vermutlich 64 oder 65 Jahren auf seiner Burg Almarestäket am Mälaren starb, hatte er nicht nur den Rang des Erzbischofs erreicht, sondern auch die Königsmacht in Schweden gestärkt und alle geltenden Statuten der Bistums Uppsala in einem Kompendium gesammelt. Ragnarsson gehörte auch mit zu den bedeutendsten Vertretern des sogenannten Götizismus, einer Gruppe an Personen, die in Schweden und den mythologischen Helden den Ursprung der Menschheit suchten und die schwedische Rasse über jene anderer Völker stellten.

Nils Ragvaldsson war zwischen 1382 und 1385 als Sohn eines Waffenträgers im Södermanland zur Welt gekommen und hatte daher vermutlich nur eine minimale Bildung. Dennoch wurde er 1409 als Kanoniker des Stiftes Strängnäs genannt, wurde dort 1420 zum Dekan ernannt, war 1426 Bischof des Stiftes Växjö und wurde 1438 von Erich von Pommern durch Postulation zum Erzbischof des Stiftes Uppsala. Die Postulation deutet darauf hin, dass Ragvaldsson nicht die nötigen Voraussetzungen für das Amt hatte, jedoch aus heute unbekannten Gründen dennoch für das Amt vorgesehen wurde.

Nils Ragvaldsson nahm während der folgenden Jahre eine besondere politische Situation ein, denn er wurde der Vermittler zwischen dem Reichsvorstand Karl Knutsson und dessen Gegenspieler, also dem Hochadel und er schlug, nach dem Tode des Königs Erich von Pommern Christoph III. (Christoph von Bayern) zum König vor. Ragvaldsson gilt als einer der treuesten Diener dieses Königs und verteidigte auch jede seiner Entscheidungen von kirchlicher Seite her. Den Fanatismus und die geringe Bildung bewies Ragvaldsson vor allem bei einer Rede während des Konzils in Basel, als er, in relativ konfuser Weise, beklagte dass der schwedische König zu wenig Beachtung fänden, obwohl nur Erich von Pommern bis zur den Goten zurückverfolgt werden könne und daher einer besonderen Achtung würdig sei, was jemand mit Universitätsbildung nie gesagt hätte.


17. Februar 1347: Die Geschichte der Kupfergruben in Falun
17. Februar 1410: Der Ritter, Jurist und Reichsrat Karl Ulfsson till Tofta
17. Februar 1753: Schweden greift zum Gregorianischen Kalender
17. Februar 1859: Johan Lindström Saxon, der Heimatautor Närkes
17. Februar 1893: Arvid Källström, der unermüdliche Skulpteur Schwedens
17. Februar 1931: Hitler und Goebbels erhalten in Stockholm Redeverbot
17. Februar 1938: Der Troubadour Bengt Sändh
17. Februar 1973: Die schwedische Sängerin Shirley Clamp
17. Februar 1992: Der einzige unaufgeklärte Polizistenmord in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 16. Februar 2019

Die Schriftstellerin Eva von Zweigbergk

Eva von Zweigbergk kam am 16. Februar 1906 als Tochter eines Chefredakteurs und einer Journalistin als Eva Alkman in Göteborg zur Welt und begann nach einer kürzeren Ausbildung an der Kunsthochschule Valand und einem Studium in Kunstgeschichte und Englisch an der Universität Uppsala 1929 bei den Dagens Nyheter zu arbeiten, der Zeitung, der sie bis 1969 treu bleiben sollte. Von Zweigbergk arbeitete die ersten Jahre insbesondere als Kritikerin von Kinder- und Jugendbüchern, schrieb über Kunstgeschichte und arbeitete zudem als Übersetzerin, bevor sie in den 40er Jahren selbst die ersten Kinderbücher veröffentlichte.

Die ersten Jahre ihres Berufslebens waren für Eva von Zweigbergk auch von privaten Problemen begleitet, da sie sich in der Ehe mit Einar Malm nicht zufrieden fühlte und ihr Liebhaber Vilhelm Moberg lediglich eine stabile Affäre suchte, sich jedoch nicht von seiner Frau scheiden lassen wollte. Von Zweigbergk ließ sich nach der einjährigen Affäre jedoch scheiden und fand mit der nächsten Ehe mit einem Rechtsanwalt die Stabilität um sich auch für die Rechte der Frau im Journalismus einzusetzen, wobei die Journalistin 1937 auch Chefredakteur für die neu eingeführter Frauenseiten der Dagens Nyheter wurde.

Ab den 40er Jahren begann Eva von Zweigbergk auch mehr und mehr als Kulturjournalistin zu arbeiten und begann eigene Kinderbücher zu schreiben, angefangen von Bilderbüchern, die bekannte Illustratoren bebilderten, bis zu Anthologien und Jugendromanen. Die bedeutendste Leistung der Schriftstellerin wurde 1965 dann die erste Geschichte des Kinderbuches in Schweden, das die Zeitspanne von 1750 bis 1950 umfasste. Die Kinder- und Jugendbücher der Autorin zeigen auch deutlich den Übergang von den traditionellen Werken, die immer eine Art gesellschaftliche Lehre beinhalteten zur moderneren Literatur, da die Werke  von Zweigbergks in der Stadt, im Arbeitsleben und anderen Umgebungen spielen, die in der älteren Kinderliteratur Schwedens nicht beachtet wurden.  Eva von Zweigbergk starb am 15. Februar 1984 in Stockholm.


16. Februar 1758: Der Kriegsheld Georg Carl von Döbeln
16. Februar 1862: Die politisch satirische Zeitung Söndags-Nisse
16. Februar 1869: Oscar Patric Sturzen-Becker, ein literarischer Revolutionär 
16. Februar 1880: Hjalmar Lundgren, Literatur und Lakalpatriotismus aus Norrköping 
16. Februar 1895: Fredrik August Dahlgren, der Forscher der schwedischen Sprache
16. Februar 1944: Der Philosoph und Schriftsteller Hans Larsson
16. Februar 1945: Rudolf Värnlund, der unverstandene Arbeiterliterat 
16. Februar 1957: Ingmar Bergmans Film „Das siebente Siegel“
16. Februar 1962: Das Kriegsschiff Vasa wird in Stockholm geborgen
16. Februar 1967: Die schwedische Schriftstellerin Katarina von Bredow
16. Februar 1969: Harry Hjörne rettet die GP (Göteborgs-Posten)
16. Februar 1981: Die schwedische Leichtathletin Sanna Kallur
16. Februar 1987: Carl von Linné ersetzt König Gustav II. Adolf 
16. Februar 1999: Björn Afzelius und politische Kritik

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Wörterbuch Deutsch-Schwedisch

Freitag, 15. Februar 2019

Der Reichsrat Claes Fleming af Liebelitz

Claes Fleming, bisweilen Klas Fleming geschrieben, kam am 15. Februar 1649 als Sohn eines Admirals und Oberstadthalters in Stockholm zur Welt und erhielt eine nahezu militärische Bildung bei der er jedoch auch ein breites Allgemeinwissen erwarb. 1662 begann Claes Fleming ein Studium an der Universität Uppsala, das er jedoch 1669 in Åbo, dem finnischen Turku, beendete, da der Vater dorthin als Gouverneur versetzt worden war. Wie zu jener Zeit üblich begab sich Fleming anschließend auf eine längere Auslandsreise, die er mit einem kürzeren Studium in Groningen und einem militärischen Einsatz in Frankreich unterbrach. Nach seiner Rückkehr nach Schweden im Jahr 1674 wurde der 25-jährige Fleming in der königlichen Kanzlei beschäftigt.

Claes Fleming wurde insbesondere in der Finanzverwaltung tätig und gewann dabei die Gunst des Königs Karl XI., der ihn 1680 zum Landmarschall ernannte und ihm rinrn bedeutenden Einfluss bei der Regierungsreformen gab. Bei den angestrebten Reformen zeigte sich Fleming sehr diplomatisch und konnte die Entscheidungen so beeinflussen, dass der König für keinerlei Fehler verantwortlich gemacht werden konnte. Diese diplomatische Fähigkeit zeigte sich für Fleming sehr vorteilhaft, denn dadurch gab ihm der König eine steigende Machtstellung und ernannte ihn sogar zum Kanzler der Universität Lund.

Claes Fleming erhielt unter Karl XI. die Oberaufsicht über das gesamte Finanzwesen Schwedens, wobei er ab 1684 auch der Präsident des Bergkollegiums und des Staatsbüros war. Als deutlicher Unterstützer des Königs wurde Fleming jedoch auch zu einem der gehasstesten Männer Schwedens, was heute schwer zu verstehen ist, da Fleming für seine Leistungen kaum entlohnt wurde und er bis zu seinem frühen Tod am 31. Juli 1685, als er auf dem Weg nach Aachen war, sehr arm war. Dank seiner Dienste versorgte der König anschließend seine Ehefrau und seine Kinder, die ohne diese Unterstützung, auf der Straße gelandet wären.


15. Februar 1362: Håkan Magnusson, der König auf verlorenem Posten
15. Februar 1700: Casten Rönnow und das älteste Herbarium Schwedens
15. Februar 1714: Der Admiralgeneral Hans Wachtmeister af Johannishus
15. Februar 1794: Olof Celsius der Jüngere, Philosoph und Politiker
15. Februar 1819: Jacob Axelsson Lindblom, ein besonderer Bischof Schwedens
15. Februar 1820: Der schwedische Ministerpräsident Arvid Posse
15. Februar 1893: Hans von Euler-Chelpin erhält den Nobelpreis in Chemie
15. Februar 1897: Der schwedische Künstler Alfred Nyström
15. Februar 2004: Hasse Ekman, Regisseur, Schauspieler und Drehbuchautor 

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Donnerstag, 14. Februar 2019

Sigurd Curman, Architekt und Restaurator

Als Sigurd Curman am 14. Februar 1966 in Solna starb, ging er als der bedeutendste Restaurator schwedischer Kirchen in die Geschichte der Architektur ein, auch wenn er selbst nie als Architekt und Baumeister tätig war, und auch nie sein begonnenes Architekturstudium zu Ende geführt hatte. Curman war jedoch Professor für Architekturgeschichte und er war für das schwedische Reichsantiquariat tätig. Auf Grund seiner Kenntnisse gelang es Curman im Laufe der Jahre zahlreiche historische Bauten im ursprünglichen Stil zu erhalten und sämtliche Arbeiten in diesem Bereich sinnvoll zu steuern.

Sugurd Curman kam am 29. April 1879 in der gehobenen Bürgerschicht in Stockholm zur Welt und wurde schon in seiner Kindheit insbesondere zur Kunst und Architektur geführt, die ihn nach einer Familienreise nach Italien nie mehr los ließ. Nach seiner Hochschulreife im Jahr 1897 begann Curman, da er sich nicht auf eine Studienrichtung festlegen konnte, eine Mischung aus Geisteswissenschaft und Naturwissenschaft, stellte nach Abschluss des Studiums jedoch fest, dass er, um als Kunsthistoriker zu arbeiten, praktische Erfahrung benötigte. In der Folge arbeitete Curman daher zeitweise bei einem Architekten, studierte jedoch auch am Konstfack und der Kunstakademie Architektur, ohne das Studium jedoch zu beenden, da er sich vor allem für die Geschichte der Architektur interessierte, die in den höheren Semestern kaum eine Rolle spielte.

Der Durchbruch kam für Sigurd Curman nach seiner Rückkehr von einer mehrjährigen Studienreise bei der er sich intensiv dafür interessierte wie man in anderen Ländern historische Gebäude restaurierte. Curman wurde nämlich gefragt ob er sich Gedanken über eine Restauration des Klosters Vreta machen könne. Curman sah sich Vreta an um kam mit der Nachricht zurück, dass sämtliche Vorschläge stümperhaft waren, da man nie eine historische und technische Untersuchung des Klosters gemacht hatte, sondern nur auf ein moderneres Aussehen bedacht war. Curman erhielt daraufhin nicht nur den Auftrag sich um die kunsthistorische Restauration Vretas zu kümmern, sondern er wurde auch im Amt für Restaurationsfragen eingestellt. Zwischen 1909 und 1925 war Curmann dann für die Restauration von 17 mittelalterlichen Kirchen verantwortlich, die dadurch weitgehend ihr ursprüngliches Aussehen behalten konnten.


14. Februar 1805: Carl Eneas Sjöstrand und das finnische Kalevala
14. Februar 1844: Der schwedische Ministerpräsident Robert Themptander
14. Februar 1871: Der schwedische Künstler Carl Brandt 
14. Februar 1900: Bengt Helldal, der fitte Arzt aus Falkenberg
14. Februar 1925: Die Opernsängerin Signe Hebbe
14. Februar 1944: Schwedens bester Formel 1 Fahrer stirbt nach Unfall
14. Februar 1947: Die schwedische Schriftstellerin Majgull Axelsson
14. Februar 1960: Sven Lidman, ein Nihilist wird zum Autor von Psalmen
14. Februar 1995: Metro, die kostenlose Tageszeitung Schwedens

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Mittwoch, 13. Februar 2019

Die Schauspielerin und Regisseurin Pernilla August

Pernilla August kam am 13. Februar 1958 in Stockholm zur Welt und begann ihre Karriere im Grunde bereits im Alter von acht Jahren als Kinderschauspielerin im Vår Teater. Mit 17 bekam die Schauspielerin dann erstmals eine kleine Rolle im Film Giliap, aber als sie das Gymnasium abgeschlossen hatte, schien die Karriere zu Ende zu sein und August begann mit entwicklungsgestörten Kindern zu arbeiten. Als sie jedoch 1979 an der Theaterhochschule in Stockholm als Studentin akzeptiert wurde, kehrte sie unmittelbar zurück zum Schauspiel. Noch während ihrer Ausbildung kam ein Angebot von Ingmar Bergman für die Rolle des Kindermädchens Maj in Fanny und Alexander.

Diese Rolle machte Pernilla August nahezu über Nacht bekannt und führte nicht nur zu einer längeren Zusammenarbeit mit Bergman, sondern auch zu mehreren Rollen im Dramaten, wo sie, unter anderem, in Nora, Ein Puppenheim und Eine Wintersage spielte und die Hauptrolle in Maria Stuart erhielt. Einer der Höhepunkte in der Karriere von Pernilla August war die Auszeichnung als Beste Schauspielerin im Jahr 1992 in Cannes, für ihre Rolle in Den goda viljan, einer Fernsehserie, bei der ihr damaligen Mann, Bille August, die Regie führte. Seit 1985 gehört August auch zum festen Ensemble des Dramaten in Stockholm.

Im Jahr 2005 stellte Pernilla August auch ihren ersten Kurzfilm Blindgångare  vor, dem fünf Jahre später der Spielfilm Svinalängorna folgte, ein Film in dem Noomi Rapace die Hauptrolle hatte. Dieser dramatische Film, der in den 70er Jahren spielt, brachte der Regisseurin August einen Preis während der Filmfestspiele in Venedig und 2011 den schwedischen Filmpreis Guldbagge als beste Regisseurin des Jahres. Seit dieser Zeit arbeitet Pernilla August sowohl als Schauspielerin, als auch als Regisseurin und schreibt zudem einen Teil ihrer Drehbücher selbst. Ihre Tochter Alba August nimmt den Weg der Mutter und spielte 2018 die junge Astrid Lindgren im Film Astrid.


13. Februar 1660: Karl X. Gustav stirbt an einer Blutvergiftung
13. Februar 1822: Die schwedische Uhrmacherin Betty Linderoth
13. Februar 1834: Der schwedische Künstler Alfred Wahlberg
13. Februar 1843: Der schwedische Künstler Georg von Rosen
13. Februar 1947: Der schwedische Künstler Pelle Swedlund 
13. Februar 1950: Die schwedische Schauspielerin Eva Britt Remaeus
13. Februar 1995: Metro, die kostenlose Tageszeitung Schwedens
13. Februar 2003: Tore Fredrik Wretman und die schwedische Kochkunst

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Dienstag, 12. Februar 2019

Kjerstin Göransson-Ljungman, Architektin und Schriftstellerin

Kjerstin Göransson-Ljungman kam am 12. Februar 1901 als Tochter eines Leutnants in Stockholm zur Welt und studierte ab 1922 an der Althins Malerschule, parallel zu einem Studium an der Universität Uppsala. Nur zwei Jahre später wechselte  Göransson-Ljungman zur Universität Stockholm um dort Architektur zu studieren. Als sie 1928 ihr Studium beendete, gründete sie unmittelbar ein eigenes Architekturbüro in Stockholm, gemeinsam mit Ingeborg Wærn Bugge, der ersten Frau Schwedens, die ein Architekturexamen abgelegt hatte. Noch während ihres Studiums hatte  Göransson-Ljungman auch die Vereinigung weiblicher Technologen gegründet, dessen Vorsitzende sie bis 1929 war.

Kjerstin Göransson-Ljungman und  Ingeborg Wærn Bugge behielten ihr Architekturbüro bis 1936, wobei Göransson-Ljungman in diesen Jahren auch mehrere technische Bücher zur Architektur schrieb und sich insbesondere als Kämpferin für das Frauenrecht auszeichnete, was den Auftragseingang im Architekturbüro allerdings etwas bremste. Auch ihre zwei relativ kurzen Ehen waren in jener Zeit nicht unbedingt als Werbung zu sehen, was Göransson-Ljungman wenig an ihrer Entwicklung hinderte, denn sie machte sich immer mehr ans Malen und öffnete ihr Gut in Sigtuna für kulturelle Diskussionen und war zeitweise die Sekretärin im Verein schwedischer Künstlerinnen.

Wirklich bekannt geworden ist Kjerstin Göransson-Ljungman indes weder mit ihren Bauten, noch als Künstlerin oder Frauenrechtlerin, sondern als Erneuerin des schwedischen Kriminalromans. Als 1939 ihr erster Krimi 27 sekundmeter, snö erschien, hatte sie den ersten schwedischen Puzzle-Krimi geschaffen, der zwei Jahrzehnte mit immer neuen Auflagen verkauft wurde, 1993 als einer der besten Kriminalromane der letzten 100 Jahre ausgezeichnet wurde und 2006 die Vorlage für einen Fernsehfilm wurde. Auch wenn die Folgeromane der Schriftstellerin sich ebenso stark von den allgemeinen Kriminalromanen abheben wie ihr erstes Werk, wurde kein anderes Buch so berühmt wie ihr erster Kriminalroman. Kjerstin Göransson-Ljungman starb am 20. April 1971 in Sigtuna.


12. Februar 1579: Der Psalmenverfasser Laurentius Petri Gothus
12. Februar 1771: Adolf Fredrik stirbt an einer Lebensmittelvergiftung
12. Februar 1849: Der schwedische Schriftsteller Carl von Zeipel
12. Februar 1885: Der Designer und Künstler Ivar Johnsson
12. Februar 1940: Der schwedische Dokumentarfilmer Ebbe Gilbe 
12. Februar 1959: Die schwedische Sängerin Susanne Alfvengren
12. Februar 1972: Die schwedische Sängerin Sophie Zelmani

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Montag, 11. Februar 2019

Die Skultuna Messingfabrik

Die Skultuna Messingfabrik (Skultuna Messingbruk AB) wurde bereits am 11. Februar 1607 von Karl IX. gegründet und ist eine der wenigen schwedischen Unternehmen, die bis heute überlebten. Der Hoflieferant, der gegenwärtig rund 400 Schmuck- und Haushaltsartikel anbietet, gehört damit mit zu den ältesten Messingfabriken weltweit. Zur Gründungszeit hatte das Werk allerdings ein anderes Ziel, denn um diese Zeit hatte Schweden gegenüber der Hanse enorme Schulden, die durch eine eigene Messingherstellung abgebaut werden sollten, eine der teuersten Importwaren jener Zeit.

Der Grund, warum man das Messingwerk in Skultuna anlegte, ist an seiner geografischen Lage zu suchen, denn der Ort lag am Fluss Svartå, der die nötige Wasserkraft bot, die Grube in Falun, die das Rohmaterial Kupfer lieferte, war in nächster Nähe und die Wälder in der Umgebung boten genügend Holz für die notwendige Holzkohle. Die Skultuna Messingfabrik war von Beginn an über eine größere Fläche verteilt, da man jede Werkstatt mit einer bestimmten Aufgabe betraute und Skultuna von Anfang an eine große Palette an Produkten bieten wollte. Aus dem Jahr 1619 ist heute jedoch nur noch ein Leuchter erhalten, den man in der Vårfrukyrkan in Enköping finden kann, da es sich bei den meisten Gegenständen um Gebrauchsgegenstände handelte.

Trotz eines Brandes, mehrmaliger finanzieller Probleme und anderem mehr, gelang es der  Messingfabrik Skultuna alle Probleme zu überwinden, neue Techniken anzuwenden und sich immer wieder dem wechselnden Bedarf der Kunden anzupassen. Die bedeutendste Neuerung war indes nicht technischer Natur, sondern die Tatsache, dass das Werk ab 1896 Designer beschäftigte um auf diese Weise an den Weltausstellungen 1897 in Stockholm und 1900 in Paris teilzunehmen und einige der bedeutendsten Preise für ihr Kunsthandwerk zu gewinnen. Das in Paris ausgestellte Taufbecken kann man heute im Museum in Skultuna bewundern. Die gegenwärtig angebotenen Gegenstände des Unternehmens entstammen nahezu ausschließlich Künstlerhänden, die für das Design verantwortlich sind.


11. Februar 1700: Der Beginn des Großen Nordischen Krieges
11. Februar 1744: Hedvig Taube, die erste offizielle Maitresse Schwedens 
11. Februar 1774: Hans Järta, revolutionäre Schriften und die Wandlung
11. Februar 1795: Carl Michael Bellman, der Nationalskalde Schwedens 
11. Februar 1795: Carl Michael Bellman, der Außenseiter unter den Skalden
11. Februar 1842: Der schwedische Ministerpräsident Erik Gustaf Boström
11. Februar 1874: Elsa Beskow, jedes Jahr ein neues Kinderbuch 
11. Februar 1876: Anders Bjurholm und die schwedischen Bierflaschen 
11. Februar 1958: Bertil Malmberg und die göttliche Lyrik
11. Februar 1978: Harry Martinson, ein Nobelpreisträger begeht Selbstmord
11. Februar 1987: Ebba Busch Thor und die Christdemokraten Schwedens
11. Februar 2007: Marianne Fredriksson und die christliche Frauenliteratur Schwedens

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Sonntag, 10. Februar 2019

Der Möbeldesigner und Architekt Ernst Spolén

Ernst Spolén kam am 14. Oktober 1880 als Sohn eines Prosten in Halmstad zur Welt, wuchs jedoch in Fryksände im nördlichen Värmland auf. Spolén studierte nach seiner Hochschulreife an der Technischen Hochschule Chalmers, wo er auch den Künstler Ivar Arosenius kennen lernte mit dem ihm eine lebenslange Freundschaft verband. Nach seiner Hochzeit mit der Schwester des Künstlers ging Spolén 1905 nach Stockholm um dort seine Studien mit einem Architekturstudium an der Kunstakademie zu ergänzen. Nach Abschluss dieses Studiums im Jahr 1906 blieb das Ehepaar in Stockholm.

Ab 1906 arbeitete Ernst Spolén dann als Architekt bei Torben Grut, Ernst Stenhammar und Ivar Tengbom, die um diese Zeit bereits einen ausgezeichneten Ruf hatten. Nach den ersten Berufserfahrungen wurde Spolén von Ragnar Östberg angestellt und war damit auch an der Planung des Stockholmer Stadshuset beteiligt, was Spolén sehr wichtige Erfahrungen brachte, die ihm später zu seinem Ruhm verhalfen. Ab 1916 wurde Spolén nämlich für die Einrichtung des Gebäudes verantwortlich und er wurde zum Designer sämtlicher Möbel im Gyllene Saal und im Saal Tre kronor.

Ab dem folgenden Jahr ging die Karriere von Ernst Spolén dann parallel in zwei Richtungen, denn bereits 1917 nahm er mit einer Küche und einem Wohnzimmer, dessen Möbel er im gustavianischen Stil entworfen hatte, an einer Ausstellung in der Kunsthalle Liljevalch teil, aber er arbeitete auch als Architekt weiter. Wenige Jahre später wurde er zum Stadtarchitekten in Kristinehamn ernannt, anschließend in Filipstad und ab 1946 hatte er ein eigenes Architekturbüro in Karlstad, wo er bis zu seinem 80. Lebensjahr aktiv blieb. Ernst Spolén starb am 10. Februar 1974 in Bolum.


10. Februar 1050: Ingegerd Olofsdotter, eine russisch-orthodoxe Heilige aus Schweden
10. Februar 1306: Torgils Knutsson, der Gründer Viborgs
10. Februar 1858: Nils Lovén, der schreibende Priester Skånes
10. Februar 1876: Der Nationalromantiker August Söderman
10. Februar 1881: Pauline Brunius, die erste Frau, die das Dramaten leitete
10. Februar 1914: Karl Staaff tritt mit der liberalen Regierung zurück
10. Februar 2003: Der schwedische Regisseur Lars-Eric Kjellgren 
10. Februar 2013: Der Lomma Kanal am Öresund 

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Samstag, 9. Februar 2019

Die Orgel im Konzerthaus in Stockholm

Wer heute das Glück hat während eines Konzertes im Stockholmer Konzerthaus die am 9. Februar 1982 eingeweihte Orgel zu hören, wird von diesem Klang geradezu berauscht sein, denn die von der Grönlunds Orgelbyggeri gebaute Orgel hat, vom Klang her, nur noch einen Konkurrenten, nämlich die Orgel im Concertgebouw in Amsterdam. Dennoch ist die Orgel in Stockholm bekannter, denn während der Nobelfeiern wird die Fassade dieser Orgel jedes Jahr einem weltweiten Publikum gezeigt, eine Orgel an der bereits die bekanntesten Organisten während eines Gastspiels saßen, wobei diese Orgel seit 2008 digital gesteuert wird und es ermöglicht 20.000 Klangkombinationen zu speichern.

Der Weg zu dieser Konzertorgel war allerdings sehr lang, denn als Ivar Tengbom den Auftrag für den Bau des Konzerthauses erhielt, hatte er seine eigenen Ideen hinsichtlich einer Orgel. Nicht nur dass im großen Saal ein Orchester mit 100 Musikern und ein Chor mit 150 Personen Platz haben sollte, die Orgel sollte geteilt werden und je eine Hälfte auf den beiden Seiten der Bühne Platz finden. Das Ergebnis war entsprechend, denn die dadurch auftretenden Klangverzögerungen machten ein Zusammenspiel zwischen Orchester und Orgel nahezu unmöglich. Da eine Orgel jedoch eine immense Investition ist, so musste diese noch bis 1970 dienen.

Im Jahr 1970 wurde das Konzerthaus renoviert und man entschied sich, als anschliessende Übergangslösung, eine elektronische Yamahaorgel zu kaufen. Bereits bei der Einweihung des modernisierten Konzerthauses im Jahr 1973 stellte man jedoch fest, dass die Idee nicht gerade ideal war, denn, nach Meinung der Musiker des Stockholmer Konzerthauses, entsprach der Klang dieser Orgel mehr einem Mückenscharm aus Nordschweden als einer Kombination von Tönen. Schon 1976 erhielt daher der Direktor des Konzerthauses den Auftrag sich Gedanken über eine andere Lösung zu machen. Letztendlich konnte man dann die heutige Orgel bauen lassen, was jedoch auch einige Zeit in Anspruch nahm, da die Kosten für das Wunderwerk bei 7,2 Millionen Kronen lagen.


9. Februar 1753: Der schwedische Architekt Carl Hårleman
9. Februar 1772: Frans Michael Franzén, vom modernen Dichter zum Bischof
9. Februar 1772: Frans Michael Franzén, vom Skalde zum Bischof
9. Februar 1853: Die Stiftung Arbetarbostadsfonden
9. Februar 1910: Das Alkoholmonopol in Schweden
9. Februar 1916: Helmer Linderholm und der historische Roman Schwedens
9. Februar 1946: Der Frukostklubben, noch heute eine Legende Schwedens
9. Februar 1974: Der schwedische Orientalist Henrik Samuel Nyberg
9. Februar 1996: Der Vinterparken (Winterpark) in Östersund

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Oslo Führer

Freitag, 8. Februar 2019

Der erste Flug der Saab 37 Viggen

Am 8. Februar 1967 fand der erste Probeflug des schwedischen Kampfflugzeugs Saab 37 Viggen statt, ein Flugzeug, das der Flugzeugbauer Saab AB als Nachfolger für die 35 Draken entwickelt hatte und vom Antriebssystem so gebaut war, dass die Maschinen auch auf den kürzesten Landebahnen kein Problem hatten. Die Saab 37 Viggen wurde zudem in vier verschiedenen Versionen gebaut, so dass man damit auch die unterschiedlichsten Aufgaben wahrnehmen konnte, wobei man dabei natürlich an den Kalten Krieg dachte, der mit der Angst verbunden war, dass Russland Schweden angreifen würde.

Auch wenn die erste Saab 37 Viggen bereits 1967 in die Höhe stieg, so sollte es noch vier Jahre dauern bis die ersten Maschinen auch an die schwedische Luftwaffe geliefert wurden, da die Serienproduktion erst im Jahr 1970 eingeleitet wurde und dann den Flugzeugbauer 20 Jahre lang beschäftigen sollte. Die letzte Maschine der Luftwaffe startete dann am 25. November in Norrbotten, bevor sämtliche Saab 37 Viggen aus dem offiziellen Dienst genommen wurden, auch wenn bis heute zwei der Maschinen im Hangar stehen, ohne jedoch noch eine Fluggenehmigung zu haben.

Der Name Viggen ist etwas mehrdeutig, denn vigg ist im Grunde die Reiherente, bedeutet aber auch Keil und Blitz. Da die Spitze der Saab 37 Viggen, die bereits ab 1952 geplant wurde, einem Entenschnabel ähnelt, ist die Beziehung zu diesen Vögeln natürlich logisch. Auf Grund der anderen Bedeutungen von vigg konnte man auch eine Verbindung zu åskvigg (Donnerblitz) schaffen, also eine Verbindung zum nordischen Donnergott Thor mit seinem Hammer. Auf diese Weise konnte man dem Flugzeug mehrere Attribute geben, die eine Spanne von der nordischen Mythologie bis zum Entenschnabel bieten und mehrere Interpretationen offen lassen.


8. Februar 1782: Malla Silfverstolpe und der literarische Salon in Uppsala
8. Februar 1878: Elias Magnus Fries, der erste schwedische Fachmann für Pilze
8. Februar 1883: Der Künstler und Mineraloge Gregori Aminoff
8. Februar 1903: Der schwedische Nationalsozialist Sven Olov Lindholm
8. Februar 1911: Gustaf Fröding, der Dichter mit der geistigen Verwirrung
8. Februar 1914: Die Sozialdemokraten antworten auf die Provokation des Königs
8. Februar 1952: Das Folkets hus (Haus des Volkes) in Göteborg
8. Februar 1966: Carl-Henning William Crafoord bringt den Hiphop nach Schweden
8. Februar 1969: Pippi Langstrumpf wird in Schweden zum Fernseherfolg
8. Februar 1874: Elisabeth Barnekow, Künstlerin und Holzschnitzerin 

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Donnerstag, 7. Februar 2019

Die Opernsängerin Sigrid Arnoldson-Fischhof

Sigrid Arnoldson-Fischhof kam 20. März 1861 als Tochter eines Operntenors in Stockholm zur Welt und erhielt ihre Gesangsausbildung vom schwedischen Tenor Oscar Arnoldson und der belgischen Sopranistin Désirée Artôt, was die junge Frau zu einer internationalen Karriere als Opernsängerin vorbereitete. Entsprechend trat Arnoldson-Fischhof auch 1883 erstmals als Rosina im Barbier von Sevilla in Prag auf und spielte anschließend in den Opernhäusern in Frankreich, Deutschland, Italien und anderen Ländern mehr.

Auch wenn Sigrid Arnoldson-Fischhof, nach den Kritikern ihrer Zeit, keine besonders große Stimme hatte, so hatte sie, im Gegensatz zu vielen Sängerinnen ihrer Epoche eine tragende Stimme, der man unmittelbar die gute Ausbildung entnehmen konnte und die durch eine Koloratur brillierte. Hinzu kam, dass sie auf der Bühne sehr graziös wirkte.  Die größten Erfolge feierte die Sängerin allerdings nicht in Schweden, wo sie nur Gastspiele gab, sondern in Sankt Petersburg, Moskau und Paris. In London wurde  Arnoldson-Fischhof sogar als die neue schwedische Nachtigall gefeiert, um sie auf die gleiche Stufe zu stellen wie Jenny Lind.

Da Sigrid Arnoldson-Fischhof mit dem Impressario Alfred Fischhof aus Wien verheiratet war, verbrachte die Opernsängerin ihr Leben mehr in Österreich als in Schweden, was jedoch ihrer Karriere nur zu Gute kam, denn 1909 wurde sie zur königlich sächsischen Kammersängerin ernannt und zwei Jahre später auch zur schwedischen Hofsängerin und in die Musikalische Akademie Schwedens gewählt. Als sich  Arnoldson-Fischhof im Jahr 1922 von der Bühne zurückzog, arbeitete sie weitere 25 Jahre lang in Wien als Gesangspädagogin. Erst 1938 kehrte die Sängerin nach Stockholm zurück, da ihr Mann einer jüdischen Linie entstammte, um dann jedoch  in Stockholm bis zu ihrem Tod am 7. Februar 1943 weiterhin als Gesangspädagogin zu unterrichten.


7. Februar 1795: Anders Fryxell und der erste Geschichtsroman Schwedens
7. Februar 1809: Charles Emil Hagdahl und die moderne Küche Schwedens
7. Februar 1837: Gustav IV. Adolf, der vom Thron verstoßene König Schwedens
7. Februar 1839: Karl August Nicander, Aufstieg und Fall eines Poeten
7. Februar 1860: Die Opernsängerin Anna Norrie
7. Februar 1871: Wilhelm Stenhammar: Pianist, Komponist und Dirigent
7. Februar 1905: Der schwedische Nobelpreisträger Ulf Euler
7. Februar 1909: Enok Sarri, der Wettermann der Samen
7. Februar 1999: Der schwedische Schriftsteller Lars Molin 

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 6. Februar 2019

Der schwedische Bauernzug im Jahr 1914

Bereits vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs verbreiteten die konservativen Parteien Schwedens eine Angst vor ausländischen Spionen, einem möglichen Krieg auf schwedischem Raum und wollten damit die Bürger gegen die liberale Regierung von Karl Staaff aufstacheln, mit dem Ziel die Regierung zu hohen militärischen Ausgaben zu zwingen, was natürlich zu einer noch größeren Verarmung der Arbeiter und Städter geführt hätte. Um ihr Ziel zu erreichen, riefen sie insbesondere die konservativen Landwirte ganz Schwedens zu einer gigantischen Demonstration auf, die Gustav V. zeigen sollte, dass die alten Werte Schwedens von der Bevölkerung des Landes weiterhin gestützt werden.

Auf Grund einer landesweiten Organisation zogen daher am 6. Februar 1914 über 32.000 Bauern in Stockholm ein, die ihren Glauben an traditionelle Werte auch dadurch zum Ausdruck brachten. Jede Region zog in einer eigenen Gruppe durch die schwedische Hauptstadt, die Regionalfahne an der Spitze und die Bauern in ihren Nationaltrachten folgten. Die Demonstration erregte zwar große Aufmerksamkeit und Karl Staaff versprach die vorgebrachten Argumente der Bauern zu überdenken, ohne jedoch ein weiteres Versprechen abzugeben, denn in der Tat war dieser Bauernzug mehr ein Auseinandersetzung zwischen den konservativen Landbewohnern und den mehr fortschrittlichen Städtern, wo Arbeiter ganz andere Forderungen hatten als Landwirte.

Auch wenn zwei Tage später Hjalmar Branting bei einer Gegendemonstration in Stockholm mit Arbeitern über 50.000 Demonstranten sammeln konnte, so hatte der Bauernzug dennoch eine große Bedeutung für die Wahlen im gleichen Jahr, denn das Eingreifen des Königs führte dazu, dass Karl Staaff von seinem Amt zurücktrat und die kommende Regierung eine konservative Regierung mit Beamten wurde. Noch bedeutender war jedoch, dass dadurch auch eine sehr konservative Bauernbewegung entstand, die 1921 zum Reichsverband der Landwirte führte, die damit auch bei allen zukünftigen Wahlen in Schweden berücksichtigt werden musste. Die Rüstungsfrage war indes nach dem Bauernzug des Jahres 1914 zweitrangig geworden.


6. Februar 1816: Henrik Gahn, einer der bekanntesten Ärzte Schwedens
6. Februar 1837: Johan Anders Wadman, der Skalde, der an Alkoholmangel stirbt
6. Februar 1900: Rudolf Värnlund, der unverstandene Arbeiterliterat
6. Februar 1914: Der letzte politische Machtbeweis der schwedischen Könige
6. Februar 1927: Der nordschwedische Künstler Leander Engström
6. Februar 1929: Der schwedische Skiläufer Sixten Jernberg 
6. Februar 1975: Das Verbot von DDT in Schweden
6. Februar 1981: Der schwedische Musiker Jens Lekman 
6. Februar 1988: Die nationalistische Partei Sverigedemokraterna
6. Februar 1992: Der Nationaltag der Samen in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 5. Februar 2019

Die Künstlerin Christine Sundberg

Christine Sundberg kam am 5. Februar 1837 als Tochter eines Fabrikbesitzers in Kalmar zur Welt und besuchte von 1858 bis 1861 die Malereischule von Elise Brandt. Im Jahr 1964 gehörte Sundberg dann, neben Amanda Sidwall, Kerstin Cardon und anderen Künstlerinnen, zu den ersten Frauen, die  an der weiblichen Abteilung der Kunstakademie zugelassen wurden. Nach Abschluss der dortigen Ausbildung ging Sundberg für zwei Jahre nach Düsseldorf und schließlich Paris, um an der Académie Colarossi ihre Fähigkeiten weiterhin zu verbessern.

Im Gegensatz zu anderen schwedischen Künstlern, die sich um diese Zeit von Paris angezogen fühlten, widmete sich Christine Sundberg nicht der Landschaftsmalerei, sondern blieb insbesondere der Porträtmalerei treu. Sundberg blieb auch nach ihrem Studium in Frankreich und nahm mehrmals an den Ausstellungen im Salon de Paris teil, was dazu führte, dass die Künstlerin in Frankreich bald bekannter war als in Schweden, auch wenn sie die Kontakte nach Schweden aufrecht hielt und auch dort immer wieder an Ausstellungen teilnahm. In Paris war Sundberg auch bald ein Zentrum für Künstlerinnen, da sie diese nicht nur bei der Kontaktsuche unterstützte, sondern teilweise auch finanziell. Wenn Sundberg in Paris wahr, so hatte sie zudem jeden Freitag ein offenes Haus für Künstler, was gerade für schwedische Künstler geradezu eine feste Einrichtung wurde.

Auf Grund einer plötzlichen Augenkrankheit war es Christine Sundberg bald nicht mehr möglich unbegrenzt an ihrer Staffelei zu stehen, auch wenn dies nicht das Ende ihres Schaffens war, denn Sundberg erlernte dann das Kopieren wertvoller Gemälde und die Konservierung von Gemälden. Über Jahre hinweg arbeitete Sundberg dann als Konservatorin für den Louvre, schuf jedoch auch weiterhin eigene Werke und stellte, unter anderem, einige ihrer Werke während der Weltausstellungen der Jahre 1878 und 1889 aus. Die Künstlerin starb am 20. Januar 1892 im Alter von 54 Jahren in Paris.


5. Februar 1818: König Karl XIII. von Schweden
5. Februar 1818: Karl XIII. verkauft die schwedische Krone an Frankreich
5. Februar 1841: Die schwedische Schriftsteller Per Adolf Granberg
5. Februar 1849: Mäster Palm, der Schneider wird zum Agitator
5. Februar 1852: Der schwedische Künstler Ferdinand Fagerlin
5. Februar 1892: Adam Smedberg und die Erweckungsbewegung in Närke
5. Februar 1892: Emilie Flygare-Carlén und der Regionalroman der Westküste
5. Februar 1895: Berit Spong und die Kritik des Kleinstadtlebens
5. Februar 1928: Der Komiker und Schriftsteller Tage Danielsson
5. Februar 1945: Der schwedische Architekt Ragnar Östberg
5. Februar 1950: Die schwedische Strafrechtsanwältin Kerstin Koorti
5. Februar 2010: Die Linnéuniversität in Kalmar 

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 4. Februar 2019

Der schwedische Künstler John Arsenius

John Arsenius kam am 4. Februar 1818 als Sohn eines Richters und Regierungspräsidenten in Klämmestorp zur Welt und studierte ab 1837 an der Universität Uppsala, um jedoch anschließend eine militärische Karriere zu beginnen und bis 1878 im Leibregiment zu dienen. Im Jahre 1849 entschied sich Arsenius dann jedoch, neben seiner militärischen Tätigkeit, zu einem Kunststudium an der Kunstakademie in Stockholm mit anschließenden Studienreisen nach Düsseldorf und Paris, wobei insbesondere ein Aufenthalt in Paris notwendig war um in Schweden als Künstler anerkannt zu werden.

Dass John Arsenius eine parallele Künstlerkarriere anstrebte, geht gewissermaßen bis zu seinen Jugendjahren zurück, als er als Amateurzeichner zahlreiche Karikaturen fertigte, während des Studiums einige seiner Kameraden porträtierte und sich an Pferdeportraits versuchte. Seit diesen Jahren führte Arsenius den inneren Kampf zwischen der Freiheit als Künstler und der Sicherheit im Militärdienst, der zwar mit Zwang verbunden war, auf der anderen Seite ihm jedoch sehr viel Freizeit ließ. Erst als der Künstler wirklich Erfolg mit seinen Gemälden hatte, entschied er sich ganz für die Kunst.

Als Künstler zeichnete sich John Arsenius insbesondere durch seine Pferdeszenen aus, auch wenn der Künstler im Laufe seines Lebens auch zahlreiche Portraits malte. Aber gerade bei Pferden konnte Arsenius seinen Beruf und die Kunst am besten verknüpfend, da er durch seine Anstellung in der Kavallerie ständig mit Pferden umging und damit auch jede freie Minute für seinen zweiten Beruf nutzen konnte. Arsenius gilt als einer der besten Pferdeporträtisten Schwedens, dem es gelang jede Charakteristik der Tiere einzufangen, egal, ob es sich um Kavalleriepferde oder Sportpferde handelte. John Arsenius starb am 30. Mai 1903 in Uppsala, wobei seine Gemälde in allen größeren Museen Schwedens zu finden sind.


4. Februar 1740: Carl Michael Bellman, der Nationalskalde Schwedens 
4. Februar 1862: Hjalmar Hammarskjöld, ein Jurist als Ministerpräsident
4. Februar 1871: Die schwedische Schauspielerin Gerda Lundequist
4. Februar 1897: Der Künstler und Graphiker Nils Wedel
4. Februar 1991: Die schwedische Partei Ny Demokrati (NyD)
4. Februar 1995: Maria Leissner und die Wendung der schwedischen Volkspartei 
4. Februar 2002: Sigvard Bernadotte verzichtet auf Titel und Thron
4. Februar 2005: Nils Egerbrandt und Soldat 91:an Karlsson
4. Februar 2009: Der Tag des Wolfes in Schweden 
4. Februar 2011: Lena Nyman und die sündige Filmwelt Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 3. Februar 2019

Der Ritter und Reichsvorstand Sten Sture der Jüngere

Der Tod des Reichsvorstands Sten Sture des Jüngeren am 3. Februar 1520, im Alter von nur 27 Jahren, sollte die Geschichte Schwedens bedeutend verändern, denn als dieser Führer bei der Verteidigung Stockholms verletzt wurde, geriet das gesamte schwedische Heer in Panik und lediglich das Schloss konnte seine Witwe Kristina eine gewisse Zeit halten. Dieser Verlust führte nur Monate später zum Stockholmer Blutband, bei dem selbst die Leiche Sten Stures wieder ausgegraben wurden um mit den anderen Hingerichteten und zum Tode verurteilten Schweden verbrannt zu werden.

Sten Sture war 1492 oder auch 1493 als Sohne eines der mächtigsten Männer Schwedens des Geschlechts Natt och Dag zur Welt gekommen und wurde bereits als Sechsjähriger von König Hans zum Ritter geschlagen. Als sein Vater Svante Nilsson 1503 zum Reichsvorstand ernannt wurde, erhielt der Jugendliche die ersten militärischen Aufträge und wurde 1510 Schlossherr des Schlosses in Örebro, das er nur zwei Jahre später ganz in Besitz nahm. In dieser Zeit nahm der Ritter auch den Namen Sture an, um auszudrücken, dass er die Politik der Sturepartei wieder aufleben lassen wollte um den Bürokraten die Macht zu beschneiden.

Während seines kurzen Lebens konnte Sten Sture der Jüngere jedoch nur wenige seiner Ideen verwirklichen, da er ab 1517 ständig gezwungen war die Invasionen Dänemarks zu verhindern. Als 1518 der Unionskönig Kristian II. vor Stockholm an Land ging um die Hauptstadt Schwedens zu erobern, gelang es Sten Sture den Angriff zurückzuschlagen. Als jedoch zwei Jahre später der dänische Feldherr Otto Krumpen den Landweg Richtung Stockholm nahm, wurde der schwedische Feldherr bei der Schlacht bei Bogesund nahezu unmittelbar schwer am Knie verletzt und 10.000 Krieger verloren ihrer Führer. Per Schlitten wurde Sten Sture dann nach Strängnäs gebracht um von dort aus nach Stockholm transportiert zu werden, das jedoch nicht mehr lebend erreichte.


3. Februar 865: Sankt Ansgar, der Missionar Birkas, stirbt in Bremen
3. Februar 1636: Der schwedische Erzbischof Petrus Kenicius
3. Februar 1699: Jämtländer erhalten die schwedische Staatsbürgerschaft 
3. Februar 1816: Carl Olof Rosenius und die schwedische Freikirche
3. Februar 1828: Der schwedische Künstler Carl d'Unker
3. Februar 1886: Der schwedische Künstler Sigfrid Ullman
3. Februar 1916: Die schwedische Sängerin Margareta Kjellberg
3. Februar 1948: Henning Mankell und Kommissar Kurt Wallander
3. Februar 2011: Die schwedische Feministin Stina Sundberg 

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Samstag, 2. Februar 2019

Der Reichskanzler Graf Fredrik Sparre

Fredrik Sparre kam am 2. Februar 1731 als Sohn einer Generalleutnants und Regierungspräsidenten in Stockholm zur Welt und schrieb sich im Alter von 14 Jahren an der Universität Uppsala ein, wurde 1747 bereits Kanzleijunker und ein Jahr später Hofintendant. Seine Karriere setzte mit gleicher Geschwindigkeit fort, denn mit 40 Jahren war Sparre bereits Reichsrat und Gouverneur des Kronprinzen, des späteren Königs Gustav IV. Adolf. Sparre stand damit dem Königshaus sehr nahe und konnte teilweise auch über die Geschichte Schwedens entscheiden.

Auch wenn Fredrik Sparre, nach dem Mord an König Gustav III., als Reichskanzler an der politischen Spitze Schwedens stand und damit eine nahezu uneingeschränkte Entscheidungsgewalt hatte, führte der pedantische Sparre seine Aufgabe kaum zum Vorteil Schwedens, denn dem Politiker fehlte sowohl die Voraussicht, als auch das Urteilsvermögen, denn er erkannte weder die Intrigen, noch die ausländische Beeinflussung seiner Entscheidungen. Dies beweisen vor allem seine zahlreichen Aufzeichnungen, die in umständlicher Weise jede Kleinigkeit seiner Handlungen wiedergeben.

Fredrik Sparre hat in der Geschichte Schwedens nie den Platz erhalten, der ihm im Grunde auf Grund seiner Macht und seines Einflusses zustand. Die Ursache dafür ist vermutlich auch in seiner Persönlichkeit und seiner pedantischen Natur zu suchen, denn immer wieder traf Sparre auch unüberdachte Entscheidungen und er wollte auch nach Außen zeigen, dass er eine wichtige Persönlichkeit war, was nicht nur der kleine Körperwuchs erschwerte. Fredrik Sparre, der am 30. Januar 1803 starb, lebte ständig weit über seinen Verhältnissen und hinterließ nach seinem Tode eine große Anzahl an Schuldscheinen, die man lediglich auf Grund seiner hohen Stellung nie präsentiert hatte. Die Verschuldung und seine Eitelkeit waren dennoch allgemein bekannt und schadeten seinem Ruf.


2. Februar 1250: Erik Eriksson, der Lispelnde und Hinkende, wird König Schwedens
2. Februar 1455: Johan II. von Schweden (König Hans), König für vier Jahre
2. Februar 1621: Der schwedische Sprachwissenschaftler Johannes Schefferus
2. Februar 1854: August Bondeson, der Schriftsteller des schwedischen Volkes
2. Februar 1870: Die Schriftstellerin Julia Svedelius
2. Februar 1900: Der Erzbischof und Politiker Anton Niklas Sundberg
2. Februar 1911: Jussi Björling, ein schwedischer Hofsänger
2. Februar 1913: Der Archäologe und Reichsantiquar Hans Hildebrand
2. Februar 1948: Ture Sventon, der merkwürdigste Privatdetektiv Schwedens
2. Februar 1983: Carolina Klüft gewinnt Gold beim Siebenkampf
2. Februar 1987: Karin Söder, erste weibliche Vorsitzende einer schwedischen 

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