Montag, 21. Januar 2019

Der Politiker und Militär Jacob Cederström

Jacob Cederström wurde am 21. Januar 1782 in Stockholm geboren und trat, nachdem er ausschließlich Privatunterricht erhalten hatte, 1797 seinen Dienst im Militär an, um den Spuren des Vaters zu folgen. Acht Jahre später war Cederström Leutnant und nahm in dieser Eigenschaft auch am Feldzug gegen Pommern teil. Während der folgenden Kriegszugs im Jahre 1808 wurde Cederström so stark am rechten Fuß verletzt, dass dieser amputiert werden musste, was ihn indes nicht daran hinderte seine Karriere im Kriegsdienst fortzusetzen.

Die Zeit, die Jacob Cederström nach seiner schweren Verletzung zu Hause verbringen musste, nutzte er auf seine eigene Weise, denn bald war sein Haus das Zentrum einer Gruppe, die daran arbeitete König Gustav IV. Adolf abzusetzen. Obwohl Cederström hierbei die wichtigste Rolle spielte, blieb er ständig im Hintergrund der Ereignisse und nahm selbst am Staatsstreich am 13. März 1809 nur indirekt teil. Der Kriegsmann bearbeitete mehr Georg Adlersparre, der den Ideen Cederströms sehr nahe stand und bereit war einen Umbruch in der schwedischen Politik einzuleiten.

Auch wenn Jacob Cederström im militärischen Grad stieg und 1813 auch am Feldzug gegen Deutschland, Dänemark und Norwegen teilnahm, so war sein Ziel ein politischer Umsturz nach den Ideen von Montesquieu und Rousseau. Cederström nahm dabei die Führung der liberalen Gruppen Schwedens ein. Obwohl Cederström den Erfolg seiner Bemühungen biis zu seinem Tod am 9. Juli 1857 nicht erleben konnte, so wurde seine Idee zur freien Wirtschaftsausübungen 1864 in die Tat umgesetzt. Die Gildenzugehörigkeit war ab diesem Zeitpunkt nicht mehr obligatorisch und jeder Bürger konnte danach eine Firma eintragen lassen.


21. Januar 1598: Eine späte Beerdigung für Witwenkönigin Gunilla
21. Januar 1829: Oscar II. will die Macht des Königs retten
21. Januar 1856: Die Stockholmer Stadtmission und ihre Entstehung
21. Januar 1860: Karl Staaf wird liberaler Ministerpräsident
21. Januar 1893: Gunnar Mascoll Silfverstolpe, der intime Alltagsdichte
21. Januar 1905: Der schwedische Serienschaffer Stig Cederholm 
21. Januar 1972: Rickard Falkvinge, der Gründer der Piratenpartei
21. Januar 1974: Die schwedische Sängerin Linda Thelius 
21. Januar 2002: Der Tod von Fadime Sahindal bewegt Schweden

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Sonntag, 20. Januar 2019

Die Konzert- und Opernsängerin Birgit Finnilä

Birgit Finnilä kam am 20. Januar 1931 in Sibbarp im Halland auf einem Bauernhof zur Welt und zeigte als Kind wenig Interesse für die Schule, auch nicht für den Gesang, so dass es sehr lange dauerte bis jemand auf ihre Alt-Kontraalt-Stimme aufmerksam wurde. Relativ spät begann Finnilä daher bei Ingalill Lindén in Göteborg eine Gesangsausbildung, die sie dann an der Royal Academy of Music in Londen vervollständigte. Nach Beendigung der Ausbildung kehrte Finnilä nach Göteborg zurück und wurde dort vom Stora Teatern engagiert.

Zwischen 1963 und 1967 trat Birgit Finnilä dann in Göteborg vor allem als Konzertsängerin auf, wurde jedoch auch für Opernaufführungen engagiert. Im Jahr 1967 spielte die Sängerin in Orfeus und wurde von der Presse für ihre Leistungen außerordentlich gelobt, aber auch für ihre Interpretationen von Bach, Bruckner und Wagner, die damals in Mode waren. Auf diese Weise gelang es Finnilä unmittelbar von einer kleinen Bühne auf die Weltbühnen in Mailand, Paris und München zu gelangen und, unter anderem, mit Solti, Karajan und Barbirolli zu arbeiten. Nahezu über Nacht war Finnilä zu einer der gefragtesten Sängerinnen weltweit geworden.

Bereits 1968 ging Birgit Finnilä auf Welttournee und besuchte auch Australien, die USA und die damalige Sowjetunion. Im Gegensatz zu Sopransängerinnen, die insbesondere auf der Opernbühne Karriere machten, wurde Finnilä vor allem für Konzerte engagiert, da hier ihre Stimme weitaus mehr zum Tragen kam als in einer Oper. In diesem Zusammenhang wurde sie auch von mehreren Schallplattenfirmen für Konzertaufnahmen unter Vertrag genommen, unter anderem für Aufnahmen von Werken Schumanns, Bachs und Vivaldis, die ohne eine gute Alt-Stimme nicht zum Leben erweckt werden können.


20. Januar 1156: Bischof Henrik wird während eines Kreuzzugs getötet
20. Januar 1741: Der Botaniker Carl von Linné der Jüngere
20. Januar 1798: Maria Kristina Kiellström, bekannt als Ulla Winblad
20. Januar 1863: Der schwedische Architekt Ture Stenberg 
20. Januar 1864: Mathilda Malling, von avantgardistischer Literatur zum Liebesroman
20. Januar 1891: Ernst Rolf, Schauspieler, Sänger und König der Revue
20. Januar 1917: Der Künstler und Silberschmied Bertil Berggren Askenström

20. Januar 1918: Die Textilkünstlerin Ulla Schumacher Percy 
20. Januar 1949: Göran Persson an der Spitze der Macht 
20. Januar 1958: Weibliche Polizei in Schweden
20. Januar 1973: Alf Svensson, 31 Jahre lang Vorsitzender einer Partei

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Samstag, 19. Januar 2019

Adolf Wilhelm Roos revolutioniert das Postwesen

Als Adolf Wilhelm Roos am 19. Januar 1895 in Stockholm starb, ging er als der Mann ein, der schwedische Postwesen modernisiert, revolutioniert und auf den internationalen Postverkehr vorbereitet hatte, was vor allem deshalb erstaunlich ist, weil er am 21. Juni 1824 im finnischen Kristinestad in einer Priesterfamilie geboren wurde und er daher im Grunde ebenfalls Priester werden sollte. Dieser Weg verschloss sich jedoch als Roos 1845 aus gesundheitlichen Gründen nach Uppsala ziehen musste, da nur dort die nötigen Behandlungen geboten wurden.

Adolf Wilhelm Roos blieb in Schweden und besuchte die Universität Uppsala, wo er 1851 das Kanzleiexamen ablegte und um anschließend eine Beamtenkarriere zu beginnen. Nur vier Jahre später sollte er vom Wirtschaftsamt ins Telegrafenamt der Post versetzt werden, was der Beginn seines Aufstiegs zum Generaldirektor des Postwesens im Jahr 1863 führte. Auch wenn Roos grundsätzlich eine Neigung zur Modernisierung hatte und dies bei allen seinen Aufgaben zeigte, sollte er im Postdienst die größten Leistungen bringen und die Basis für die heutige Post legen..

Als Adolf Wilhelm Roos 1864 den Auftrag erhielt mit Preußen über einen neuen Postvertrag zu diskutieren, führte dies so weit, dass Roos auch mit Norwegen, Dänemark, Deutschen, Frankreich und anderen Ländern mehr über Postgebühren verhandelte und durchsetzte dass schwedische Postsendungen ins Ausland einen einheitlichen Preis kosteten. Während seiner Zeit als Direktor des Postwesens hob er auch die Bestimmungen auf nach denen Landwirte gezwungen waren einen Teil der Postverteilung zu leisten, er garantierte zudem, dass überall im Land Postverteilstellen aufgebaut wurden und auch kleinere Dörfer Post erhalten konnten. Roos war es auch, unter anderem mehr, zu verdanken dass man Geld mit dem Postdienst verschicken konnte und Zeitungen preisgünstig verschickt werden konnte.


19. Januar 1156: Bischof Henrik wird während eines Kreuzzugs getötet 
19. Januar 1790: Per Daniel Amadeus Atterbom, der romantische Skalde Schwedens 
19. Januar 1790: Per Daniel Amadeus Atterbom, der letzte SkaldeSchwedens 
19. Januar 1826: Axel Rudolf Mauritz Wall und die Dagens Nyheter 
19. Januar 1909: Axel Petersson, bekannt als Döderhultarn
19. Januar 1913: Der Hutnadelschutz in der Stockholmer Straßenbahn
19. Januar 1925: Albin Hagström und das schwedische Akkordeon
19. Januar 1937: Die schwedische Prinzessin Birgitta von Hohenzollern
19. Januar 1943: Die HMS Älvsnabben auf großer Fahrt
19. Januar 1966: Die schwedische Popsängerin Lena Philipsson 

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Freitag, 18. Januar 2019

Die schwedische Künstlerin Zoia Lagerkrans

Zoia Lagerkrans, meist nur Zoia genannt, kam am 18. Januar 1903 als Zoia Korvin-Krukovsky in Sankt Petersburg zur Welt und besuchte dort auch die Mädchenschule, wobei die Familie enge Beziehungen zu Zar Nikolai II. pflegte. Nach der Revolution musste die Familie daher nach Moskau fliehen, wo Zoia dann die Kunstakademie besuchte und, unter anderem, Wassili Kandinsky als Lehrer hatte, auch wenn die späteren Werke von Lagerkrans nur einen geringen Einfluss des Künstlers zeigen.

Nachdem Zoia Lagerkrans Russland verlassen hatte, setzte  die Künstlerin 1925 ihre Kunststudien an der Académie de la Grande Chaumière in Paris fort und spezialisierte sich dort auf die ostasiatische Kunst der klassischen Lackmalerei, die ihr der Künstler Tsugugara Foujita näher brachte und die den zukünftigen Weg der Künstlerin maßgeblich beeinflussen sollte, eine Kunst, die sich letztendlich zwischen der japanischen Lackmalerei und der russischen Ikonenmalerei ansiedelt. In Paris hatte Zoia dann 1929 auch ihre erste Ausstellung.

Mit 18 Jahren heiratete Zoia Lagerkrans den schwedischen Politiker Karl Kilbom und 1938 den Architekten Gunnar Lagerkrans, dessen Namen sie auch annahm, ohne allerdings irgendwann die Kunst zur Seite zu legen. Auch wenn ihre Blumenmotive künstlerisch als ihre bedeutendsten Werke gesehen werden, so wurde Zoia vor allem mit ihren Portraits bedeutender Persönlichkeiten bekannt, denn sie porträtierte, unter anderem, Königin Silvia, die iranische Kaiserin Farah Pahlavi, Leonid Breschnew und mehrere Mitglieder der Familie Wallenberg. Einige Werke Zoias findet man heute im Modernen Museum und im Nationalmuseum in Stockholm. Zoia Lagerkrans starb am 22. November 1999 im Alter von 96 Jahren.


18. Januar 1764: Der schwedische Erzbischof Samuel Troilius
18. Januar 1862: Anders Magnus Strinnholm und die schwedische Geschichte 
18. Januar 1865: Magnus Jacob Crusenstolpe der schreibende Revolutionär
18. Januar 1928: Das schwedische Folkhemmet als politische Bewegung
18. Januar 1938: Die Beerdigung des Schauspielers Gösta Ekman 
18. Januar 1945: Jane Horney, mit 27 Jahren im Meer versenkt
18. Januar 1964: Vi på Saltkråkan von Astrid Lindgren
18. Januar 1972: Prinzessin Sibylla von Sachsen-Coburg-Gotha 
18. Januar 1980: Warum die Almöbron von der Tjörnbron ersetzt wurde 
18. Januar 2008: Kerstin Johansson i Backe, Kinderbücher aus dem Norden

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Donnerstag, 17. Januar 2019

Der Verrat am Reichsrat Erik Puke

Der Reichsrat Erik Puke schloss sich sehr früh Engelbrekt Engelbrektsson an, der sich zum Ziel gesetzt hatte die Ausbeutung der Grubenarbeiter durch den König zu beenden und daher zu den Waffen griff. Puke war 1436 gewissermaßen die rechte Hand des Revolutionärs geworden und hatte damit eine bedeutende Menge an Kämpfern auf seiner Seite. Nach dem Tod Erikssons im Jahr 1936 war Puke der einzige Gegner des Reichsmarschalls Karl Knutsson geworden und hatte seine Verbündeten in Dalarna, Närke und dem Västmanland.

Der Aufstand Erik Pukes gegen den König, der als Pukefejden in der schwedischen Geschichte bekannt ist, führte bis Haraker im Västmanland, wo er Anfang 1437 mit den königlichen Truppen zusammenstieß. Auch wenn Karl Knutsson ein bedeutendes Heer auf seiner Seite hatte, führten die Kämpfe lediglich zu sehr vielen Toten auf beiden Seiten, ohne jedoch für eine der beiden Seiten zum Sieg zu führen. Die beiden Feldherren entschieden sich daher Verhandlungen zu führen, da beide sich nicht auf ein zweites Massaker einlassen wollten.

Erik Puke wollte eigentlich nur Zeit gewinnen, da Nachschub unterwegs war, und Knutsson war nicht sicher, ob ein Angriff zu seinen Gunsten ausgehen konnte, zeigte sich jedoch gegenüber Puke selbstsicher. Nachdem Erzbischof Olov Larsson und Bischof Thomas Puke einen  Geleitbrief ausgestellt hatte, zogen Puke und sein Stellvertreter Hans Mårtensson Richtung Västerås um sich dort in einem Kloster mit Knutsson zu treffen. Nach starken Rauchentwicklung im Verhandlungssaal wurde dann plötzlich die Sitzung ins Schloss Västerås verlegt. Als Puke und Mårtensson am 17. Januar 1437 dort ankamen, zeigte sich jedoch, dass es sich um einen Hinterhalt handelte und beide wurden unmittelbar gefangen genommen. Mårtensson wurde noch am gleichen Abend hingerichtet, Puke nach Stockholm transportiert und, nach einem Prozess, Ende März 1437 ebenfalls hingerichtet.


17. Januar 1861: Malla Silfverstolpe und der literarische Salon in Uppsala 
17. Januar 1909: Sven Hedin kehrt von seiner letzten Asienreise zurück 
17. Januar 1916: Die Eisenhütte Galtström bei Sundsvall
17. Januar 1918: Die Schriftstellerin und Künstlerin Elsa Grave
17. Januar 1938: Der schwedische Glaskünstler Bertil Vallien
17. Januar 1938: Die schwedische Skiläuferin Toini Rönnlund 
17. Januar 1944: Jan Guillou, vom Sozialismus zum historischen Roman 
17. Januar 1944: Jan Guillou, der wegen Spionage verurteilte Schriftsteller 
17. Januar 1945: Raoul Wallenberg, ein schwedischer Held
17. Januar 1946: Jenny Nyström und die schwedischen Weihnachtstrolle 
17. Januar 1983: Der erste große Konflikt der Hotelbranche Schwedens
17. Januar 1994: Die schwedische Radiostation Mix Megapol 

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Mittwoch, 16. Januar 2019

Der schwedische Künstler Ralph Bergholtz

Ralph Bergholtz wurde am 16. Januar 1908 in Göteborg geboren, machte jedoch seine künstlerische Ausbildung in den 30er Jahren in Paris. Bergholtz war ursprünglich Maler, beschäftigte sich jedoch auch mit der Bildhauerei und spezialisierte sich schließlich auf Glaskunst, insbesondere Glasmalerei. Der Künstler hatte bereits in Frankreich die moderne Glasmalerei gelernt, besuchte jedoch anschließend auch noch Ateliers in der Schweiz um die unterschiedlichsten Techniken zu vergleichen. Das Ergebnis dieser Studienreisen war jedoch, dass er letztendlich eine eigene Technik entwickelte.

In den 50er Jahren entwickelte Ralph Bergholtz, gemeinsam mit Jan Brazda, seine spezifische Technik bei der man das Glas so nahe wie möglich an den Schmelzpunkt bringt um in diesem Moment ein Reliefmuster in die Oberfläche des Glases einzulegen. Auf diese Weise bricht sich das Licht im Glas auf sehr unterschiedliche Weise und man bekommt bei der fertigen Glasmalerei das Gefühl, dass das Licht verstärkt wird und sich in alle Richtungen ausdehnt. Mit dieser Methode gelang es Bergholtz die gesamte Glaskunst ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu revolutionieren.

Ab 1955 arbeitete Ralph Bergholtz in einer eigenen Glashütte bei Höganäs, in der sich sehr bald die Modernisten der schwedischen Glaskunst trafen um von den Erfahrungen und Fähigkeiten des Glaskünstlers Bergholtz zu profitieren. Als 1960 die Künstlerin Randi Fisher in die Nähe von Höganäs zog, begann eine intensive Zusammenarbeit der beiden Künstler, die auch zu einer Ehe führte und zu gemeinsamen Arbeiten mit dem Architekten Johannes Olivegren. Die Glasarbeiten in Kirchen und öffentlichen Gebäuden lassen andere Arbeiten von Bergholtz nahezu untergehen, denn der Künstler illustrierte auch mehrere Bücher über Schonen (Skåne) und ein Lehrbuch des christlichen Glaubens.


16. Januar 1703: Erik Dahlbergh und die schwedischen Festungen
16. Januar 1814: Henning Hamilton und die Hamiltonaffäre
16. Januar 1818: Der schwedische Schriftsteller C. V. A. Strandberg
16. Januar 1878: Der schwedische Künstler Karl Isakson 
16. Januar 1900: Folkpartiet, die Volkspartei von der Idee bis heute
16. Januar 1900: Die liberale Sammlungspartei, die späteren Liberalen
16. Januar 1936: Schwedische Streichhölzer und die Stiftung Solstickan 
16. Januar 1940: Die finnischen Kriegskinder kommen in Schweden an 
16. Januar 1940: Kjell E. Genberg, der Vielschreiber unter den Autoren 
16. Januar 1992: Lotta Engberg und die Fernsehlotterie Bingolotto

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Dienstag, 15. Januar 2019

Per Ahlmark, schwedischer Politiker und Schriftsteller

Per Ahlmark kam am 15. Januar 1939 als Sohn eines Ärztepaares in Stockholm zur Welt und zeigte im Jahre 1956 erstmals sein politisches Engagement. Gemeinsam mit dem Mitschüler Hans Hederberg forderte er die Freistellung vom damals obligatorischen Morgengebet vor Schulbeginn und wandte sich damit an die damalige schwedische Regierung. Auch wenn sein Antrag abgelehnt wurde, so konnte er damit eine öffentliche Debatte zu diesem Thema in der Presse erreichen, was nur wenige Jahre später dazu führte, dass es Schülern grundsätzlich freigestellt wurde am Morgengebet teilzunehmen oder nicht.

Die politische Karriere Per Ahlmarks begann jedoch erst mit seiner Mitgliedschaft im Jugendverband der Volkspartei (Folkpartiet), die zur Mitgliedschaft in der Volkspartei, 1975 zum Vorsitz der Partei und zu späteren Ministerposten führte. Während Ahlmark sich in den 60er Jahren stark für die Abschaffung des Zweikammersystems interessierte, kämpfte er in der ersten bürgerlichen Nachkriegsregierung als Minister vor allem darum die Arbeitslosigkeit zu senken, wobei er beweisen konnte, dass auch bürgerliche Parteien dabei Erfolg haben können, was die Sozialdemokraten immer bestritten hatten. Nach dem Selbstmord seiner damaligen Partnerin, Maude Adelson, im Jahre 1977 geriet der Politiker jedoch in eine schwere Depression und brach seine politischen Ambitionen vollständig ab.

Nach seinem Rückzug aus der Politik engagierte sich Per Ahlmark beim Svenska Filminstitutet SF und später auch an der Elie Wiesel Foundation, setzte seine Energie jedoch vor allem in die Schriftstellerei, die nicht nur aus politischen Werken bestand, die sehr deutlich die schwedische Linke als Feind der Demokratie darstellten, sondern er schrieb auch aus drei Gedichtbände und einem Roman, und schrieb zahlreichen Artikeln in verschiedenen liberalen und rechts orientierten Zeitungen. Seine Nähe zu Israel drückte der Politiker und Schriftsteller auch dadurch aus, dass er, gemeinsam mit seiner Ehefrau, die Werke des israelischen Poeten Yehuda Amichai übersetzte.


15. Januar 1860: Der schwedische Künstler Oscar Björk
15. Januar 1866: Nathan Söderblom,Träger des Friedensnobelpreises
15. Januar 1869: Der schwedische Künstler Alfred Bergström
15. Januar 1886: Henning Hamilton und die Hamiltonaffäre

15. Januar 1909: Die schwedische Künstlerin Eva Bonnier 
15. Januar 1912: Sven Hedin, Abenteurer und Schriftsteller in fernen Ländern
15. Januar 1986: Josef Högstedt, der beliebte Lyriker Pälle Näver
15. Januar 1987: Der mysteriöse Tode von Carl Algernon
15. Januar 1989: Der Tag der Tulpen in Schweden
15. Januar 2005: Sven Christer Swahn, von der Lyrik bis Science Fiction

15. Januar 2006: Die schwedische Piratenpartei (Piratpartiet)

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Montag, 14. Januar 2019

Der Archäologe und Kulturhistoriker Bernhard Salin

Bernhard Salin kam am 14. Januar 1861 als Sohn eines Architekten in Örebro zur Welt und besuchte nach seiner Hochschulreife in Norrköping ab 1880 die Universität Uppsala. Da sich Salin vor allem auf Kunstgeschichte spezialisiert hatte und 1890 selbst Doktor in Ästhetik wurde, war es für ihn nur ein kleiner Schritt zu einer Anstellung im staatlichen, historischen Museum in Stockholm. Schon 1903 war Salin dann Intendant des Nordischen Museum, wobei er nur zwei Jahre später auch für das Skansen zuständig wurde, eine Aufgabe, die die Entwicklung des Freilichtmuseums bedeutend beeinflussen sollte.

Als Gunnar Hazelius im Jahr 1905 starb, übernahm Bernhard Salin die Aufgabe des Ausbaus und der Strukturierung des Skansen. Im Gegensatz zur Idee des Gründers der Einrichtung, Artur Hazelius, entschied er sich das Skansen in zwei Teile einzuteilen, nämlich einen wissenschaftlichen Teil, der nur der Forschung dienen sollte und einen Teil zu dem die Allgemeinheit Zugang hat. Auch wenn dies der Idee des Gründers widersprach, der die gesamte Einrichtung als Volksbildung sah, erneuerte Salin damit die Idee eines Museums. Bis zu jener Zeit war es undenkbar gewesen ein Museum auch der Forschung zu widmen.

Im Jahre 1913 wurde Bernhard Salin Direktor des Historischen Museums, machte Studienreisen und veröffentlichte mehrere Werke über Tierornamente und ihre Bedeutung in der Archäologie, was seinen ursprünglichen Interessen am nächsten kam. Salin gelang in diesen Jahren die gesamte Kunst- und Kulturgeschichte in diesem Punkt zu beeinflussen, da er eine völlig neue, und sehr logische, Betrachtungsweise vorlegte. Nach einem Schlaganfall war Salin jedoch ab 1923 nicht mehr in der Lage irgendwelche Arbeiten oder Tätigkeiten als Autor fortzusetzen. Bernhard Salin starb am 20. Oktober 1931 im Alter von 70 Jahren in Stockholm.


14. Januar 1794: Erik Sjöberg und der Kampf gegen die literarischen Schulen
14. Januar 1814: Der Kieler Frieden einigt Schweden und Norwegen
14. Januar 1818: Der finnlandschwedische Schriftsteller Zacharias Topelius
14. Januar 1843: Der schwedische Historiker Hans Forssell
14. Januar 1864: Waldemar Bülow, Verleger und Politiker
14. Januar 1912: Ein Kreuzer für Kriegszwecke aus privaten Mitteln
14. Januar 1925: Der Politiker und Bischof Gottfrid Billing
14. Januar 1928: Lars Forssell und die Nachkriegsliteratur Schwedens
14. Januar 1963: Ingmar Bergman wird Chef des Dramaten in Stockholm
14. Januar 1996: Der schwedische Künstler Axel Wallenberg
14. Januar 2006: Der Mord an einem Jungen bringt ein neues Gesetz
14. Januar 2011: Sun Axelsson, die Welt der Diktaturen und der Bekenntnisroman

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Sonntag, 13. Januar 2019

Der schwedische Politiker Lars Ohly

Lars Ohly wurde am 13. Januar 1957 in Spånga als Sohn eines Priesters geboren und schloss sich mit 13 Jahren dem Jugendbund der Volkspartei (heutige Liberale) an, um sich jedoch bereits wenig später weitaus mehr links zu engagieren, vor allem beeinflusst durch den Vietnamkrieg, die Apartheid und die Probleme in Chile und Palästina. Es war daher logisch, dass sich Ohly dann 1978 dem kommunistischen Jugendbund und 1979 der kommunistischen Partei (Vänsterpartiet kommunisterna) anschloss, der Partei, die seinen persönlichen Anschauungen am nächsten kam.

Lars Ohly, der ab 1976 bei der staatlichen Eisenbahn SJ arbeitete, zeichnete sich dort durch ein starkes gewerkschaftliches Engagement aus und als 1990 die heutigen Linken (Vänsterpartiet) gegründet wurde, begann sein politischer Aufstieg. Nur vier Jahre später war Ohly Parteisekretär, 1998 wurde er ins Parlament gewählt und 2004 übernahm er, nach Gudrun Schyman, die Parteiführung der Linken, eine Aufgabe, die er erst 2012 an Jonas Sjöstedt abgab. Problematisch war indes, dass sich Lars Ohly grundsätzlich als Kommunist bezeichnete, ein Label, das die Vänsterpartiet, mit einer revidierten Politik, absolut vermeiden wollte. 2005 erklärte Ohly schließlich vor Fernsehkameras dass er sich in Zukunft nicht mehr als Kommunist bezeichnen werde.

Im Jahr 2012 teilte Lars Ohly dann mit dass er in Zukunft nicht mehr als Vorsitzender der Linken zur Verfügung stehe und 2014 war er auch nicht mehr auf den Listen der Parlamentswahlen zu finden, er behielt jedoch andere Aufträge in verschiedenen Verbänden und innerhalb der Partei. Ohly stolperte dann jedoch über die #metoo-Bewegung, denn 2017 ging eine Anzeige gegen ihn wegen sexueller Belästigung ein. Ohly versicherte, zumindest bewusst, nie in diesem Sinne gehandelt zu haben, aber er respektiere, dass nun jede Frau ihrer Meinung und ihren persönlichen Auffassungen Ausdruck geben dürfe. Ohly verließ am 9. Januar 2018 die Linken und musste, ohne verurteilt worden zu sein, zwei Monate später auch seine Aufgabe als Vorsitzender einer Behindertenorganisation abgeben.


13. Januar: Knut, ein klassischer nordischer Vorname
13. Januar: Mit Knut endet in Schweden Weihnachten
13. Januar 1435: Das Treffen von Arboga, der erste Reichstag Schwedens
13. Januar 1544: Die geschlechtliche Erbfolge der schwedischen Könige
13. Januar 1544: Der Reichstag in Västerås und das schwedische Königreich 
13. Januar 1746: König Gustav III. will die Macht nicht teilen
13. Januar 1776: Der schwedische Dichter Johan David Valerius
13. Januar 1849: Alfhild Agrell und die Situation der Frau zu Beginn des 20. Jahrhunderts
12. Januar 1910: Die schwedische Künstlerin Stina Sörman
13. Januar 2003: Der Rapport zu den Göteborger Krawallen wird veröffentlicht

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Samstag, 12. Januar 2019

Der schwedische Diplomat Gunnar Hägglöf

Als Gunnar Hägglöf am 12. Januar 1994 im Alter von 89 Jahren in Stockholm starb, hatte er eine außerordentliche diplomatische Karriere hinter sich und ging als einer der bedeutendsten Diplomaten in die schwedische Geschichte ein. Hägglöf war nicht nur in der gehobenen Bürgerschicht Stockholms aufgewachsen, sondern traf dort bereits als Kind eine Reihe der einflussreichsten Personen des Landes, die im Elternhaus geradezu ein und aus gingen. Auch die Schulklasse und später die Vorlesungen an der Universität Uppsala teilte er mit Personen wie Dag Hammarskjöld. Als Hägglöf 1924 sein Jurastudium abgeschlossen hatte, stand ihm daher die Welt der Politik vollkommen offen.

Gunnar Hägglöf arbeitete ab 1926 als Attaché für die Regierungskanzlei und arbeitete in diesem Rahmen in Paris, London, Moskau und anderen Städten. Anschließend widmete sich der Diplomat für einige Jahre mehr politischen Aufgaben, nicht zuletzt dank seiner guten Beziehungen zu Per Albin Hansson, auch wenn er nicht auf dessen politischer Linie stand. Als jedoch Hägglöf 1939 für eine Regierungskoalition als Ministerpräsident zur Debatte stand, entschied sich dieser wieder ganz seiner diplomatischen Karriere zu widmen, zumal auch die politische Krise Schwedens sehr deutlich war, die auch Hägglöf nicht lösen hätte können.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde Gunnar Hägglöf der Leiter der Handelsabteilung des Auswärtigen Amtes und hatte damit die schwierige Aufgabe nicht nur freies Geleit schwedischer Schiffe mit allen Kriegsteilnehmern auszuhandeln, sondern er musste auch über den Eisenhandel mit Deutschland entscheiden, gleichzeitig aber von England und USA geforderte Restriktionen umsetzen, und dies ohne den Krieg nach Schweden zu holen. Dieses Problem wird deutlich an den Entscheidungen des Diplomaten, denn je mehr Macht Hitler verlor, umso stärker wurden auch die Restriktionen. Nach Ende des Weltkriegs wurde Hägglöf ein Jahr lang als schwedischer Botschafter nach Moskau entsandt, bevor er dann der erste schwedische UN-Botschafter wurde, da der Diplomat ausgezeichnete Beziehungen zu führenden Politikern und Wirtschaftsgiganten weltweit hatte,also die idealen Voraussetzungen für dieses Amt mitbrachte.


12. Januar 1528: Gustav Vasa, der berühmteste König Schwedens 
12. Januar 1726: Das Konventikelplakatet verbietet freireligiöse Treffen
12. Januar 1726: Religiöse Treffen werden in Schweden verboten
12. Januar 1783: Erik Gustaf Geijer, der nationalistische Dichter Schwedens
12. Januar 1818: Der schwedische Bischof Johan Wingård stirbt in Göteborg
12. Januar 1854: Der schwedische Künstler Hugo Birger kommt zur Welt
12. Januar 1868: Der schwedische Schriftsteller Jeremias i Tröstlösa
12. Januar 1875: Die schwedische Schriftstellerin Marika Stiernstedt
12. Januar 1885: Die schwedische Künstlerin und Keramikerin Hildur Haggård
12. Januar 1913: Der schwedische Ingenieur Gustaf Nerman stirbt in Uppsala
12. Januar 1938: Der Schauspieler Gösta Ekman wird in Stockholm beerdigt
12. Januar 1966: Gunnar Ekelöf erhält den Literaturpreis des Nordischen Rates
12. Januar 1979: Massenmord im Östra Sjukhus in Malmö

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Freitag, 11. Januar 2019

Der Politiker und Ministerpräsident Carl Johan Thyselius

Carl Johan Thyselius kam am 8. Juni 1811 als Sohn eines späteren Bischofs in Österhaninge zur Welt und erhielt daher die damals standesgemäße Erziehung, besuchte also die Universität Uppsala und legte das Kanzleiexamen ab um sich auf eine Karriere in der Administration vorzubereiten. Mit 45 Jahren wurde Thyselius dann Justizrat und hatte damit die nötige Schwelle zu einer politischen Karriere überschritten.

Nach seiner ersten wichtigeren politischen Aufgaben wurde Carl Johan Thyselius dann Minister für Religionsfragen, Wirtschaftsminister und Präsident des Kammerkollegiums. Im Prinzip hatte Thyselius damit auch den höchst möglichen politischen Grad erreicht, wenn nicht Arvid Posse 1883 von seinem Amt als Ministerpräsident zurückgetreten wäre und damit einen nicht zu lösenden Konflikt in der Handelspolitik Schwedens hinterlassen hätte, und dies ohne dass ein möglicher Nachfolger Posses zu sehen war.

König Oscar II. entschied sich in dieser Situation jemanden zum Ministerpräsidenten zu ernennen, der in einer sehr verfahrenen Lage am wenigsten zusätzliche Probleme verursachen konnte und entschied sich daher für Carl Johan Thyselius. Auch wenn Thyselius in seinem neuen Amt absolut keine politische Funktion ausüben konnte, so gewann der König Zeit und hatte eine ideale Person für den Posten gefunden, denn zum einen war Thyselius der erste Ministerpräsident Schwedens, der keine adelige Herkunft hatte, also nicht einer gewissen Linie folgen musste, zum anderen war Thyselius mit seinen damals 72 Jahren der bis dahin auch älteste Ministerpräsident Schwedens, der bei einer Wahl kaum erneut die Macht Schwedens erhalten sollte. Carl Johan Thyselius, der am 11. Januar 1891 im Alter von 80 Jahren in Stockholm starb und nur ein Jahr lang sein hohes Amt ausübte, war eine ideale Zwischenlösung, auch wenn sein Nachfolger, Robert Themptander, das Land dann ebenfalls nicht aus der Krise holen konnte.


11. Januar 1436: Erich von Pommern im Kampf gegen die Hanse 
11. Januar 1732: Peter Forsskål, ein Vorreiter des schwedischen Liberalismus
11. Januar 1857: Die schwedische Künstlerin Fanny Låstbom
11. Januar 1858: Der schwedische Künstlerin und Illustratorin Gerda Tirén 
11. Januar 1860: Der schwedische Architekt Aron Johansson
11. Januar 1877: Oskar Andersson, der erste Comiczeichner Schwedens 
11. Januar 1905: Das Reichstagsgebäude in Stockholm wird eingeweiht
11. Januar 1934: Der schwedische Schauspieler Sven Wollter
11. Januar 1936: Deutsche Nazigruppe wird aus Schweden ausgewiesen 
11. Januar 1985: Henry Olsson und die wissenschaftliche Literaturgeschichte

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Donnerstag, 10. Januar 2019

Der Schauspieler und Sänger Lasse Krantz

Lasse Krantz kam am 10. August 1903 von einem deutschen Vater und einer dänischen Mutter in Kristianstad zur Welt, verbrachte seine Kindheit und die Jugendjahre jedoch in Arvika im Värmland und entschied sich Anfang der 20er Jahre nach Stockholm zu gehen um im Unterhaltungsgeschäft seine Möglichkeiten zu erkunden. Seinen ersten Auftritt als Kabarettsänger hatte er dann im Arbeiterinstitut, gemeinsam mit Jan Claesson, Gustaf Fornander und Bertil Bondesson, von denen, neben Lasse Krantz, nur noch Jan Claesson später ebenfalls bekannt wurde.

Wenig später begann Lasse Krantz mit der Söderblom-Petterssonska Gesellschaft, war viel auf Tournee und kam auch zum Pallasteater in Stockholm, wo man seine Fähigkeit als Coupletsänger entdeckte, insbesondere seine Fähigkeit Frauen zu kopieren. Krantz spielte in den Folgejahren in Operetten und Revues, die ihn nicht nur durch Schweden führten, sondern auch nach Kopenhagen, dem Kulturzentrum Dänemarks. Als Krantz in den 40er Jahren bei Gösta Jonssons Revue im Folkan mitwirkte, war der Schauspieler und Sänger bereits in ganz Schweden bekannt.

Bei dieser Revue kam im Folkan machte sich Lasse Krantz dann unvergesslich, da seine Parodie von Greta Garbo als ein Meisterwerk des Kabaretts gesehen wurde. Vom Folkan wechselte Krantz zum Scalateatern um dort über 15 Jahre lang als einer der bedeutendsten Revuekünstler Schwedens zu wirken. Allerdings stand Krantz nicht nur mit Operetten und Revuen auf der Bühne, sondern er spielte zwischen 1931 und 1968 auch in insgesamt 28 Filmen, hatte zahlreiche Auftritte im Fernsehen und nahm rund 30 Schallplatten auf. Lasse Krantz starb am 10. Januar 1973 im Alter von 69 Jahren in Stockholm.


10. Januar 1765: Adolph Ribbing und der Mord an Gustav III.
10. Januar 1778: Carl von Linné, der Botaniker Schwedens
10. Januar 1790: Anders Abraham Grafström, der religiöse Skalde
10. Januar 1800: Lars Levi Læstadius, der Apostel der Samen
10. Januar 1839: Der schwedische Künstler Oscar Berg
10. Januar 1892: Der schwedische Skulpteur Carl Johan Dyfverman 
10. Januar 1904: Erste schwedische Antarktisexpedition
10. Januar 1916: Der schwedische Biochemiker Sune Bergström
10. Januar 1925: Der schwedische Schriftsteller Julius Regis 
10. Januar 2010: Ein Selbstmord nach dem Helénmord in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 9. Januar 2019

Der erste Film Värmlingarna hat Premiere

Im Grunde geht die Geschichte der Värmlingarna auf Fredrik August Dahlgren zurück, der 1845 das entsprechende Lustspiel schrieb, ohne allerdings zu ahnen, dass er damit das Nationalstück Värmlands verfasste, da es bei dem Stück lediglich um eine nahezu unmögliche Liebe zwischen einem reichen Erben und einem armen Mädchen handelt, das, nach zahlreiche Intrigen und einem Selbstmordversuch des Paares zu einem glücklichen Ende führt, ein typisches Stück für ein Bauerntheater, das er mit dem heutigen Nationallied Värmlands enden ließ, das er eigens dem Stück angepasst hatte.

Dieses Theaterstück sollte später die Vorlage für zahlreiche moderne Versionen der Värmlänningarna sein und zu fünf verschiedenen Filmversionen führen. Der erste Film Värmlänningarna wurde in Kristianstad gedreht, weit entfernt vom Värmland, ist jedoch aus mehreren Gründen von besonderer Bedeutung, insbesondere deshalb, weil dieser Film, der am 9. Januar 1910 Premiere hatte, in der Regie von Ebba Lindkvist entstand, der ersten Frau Schwedens, die für ein so monumentales Werk verantwortlich war und damit, wenn auch sehr langsam, auch Frauen half in der Welt der Filmproduktion Fuß zu fassen.

Auch Ebba Lindkvist konnte die Tragweite dieser Geschichte nicht kennen, sondern war vermutlich mehr von der Dramatik des Stückes angezogen. Heute gibt es in Schweden niemanden, der weder Film, noch Theaterstücke oder Fernsehversionen der Värmlänningarna kennt, denn seit 1929 führt der Verein Wermlänningarne jedes Jahr das Theaterstück auf, seit 1948 auch im Skansen. Lediglich während der Kriegsjahre wurde diese Tradition unterbrochen. Während das Originalstück natürlich auch in Värmländisch geboten wird, haben Ebbe Lindkvist, oder später auch Ingmar Bergman, bei ihren Interpretationen das offiziellere Schwedisch gewählt.

9. Januar 1202: Birger Brosa unter Knut Eriksson und Sverker den yngre
9. Januar 1636: Die neue schwedische Kupferkompanie
9. Januar 1652: Der Feldmarschall und Künstler Axel Sparre 
9. Januar 1811: Desideria von Schweden, eine Kaufmannstochter wird Königin
9. Januar 1895: Greta Johansson und olympisches Gold
9. Januar 1897: Die schwedische Künstlerin Tyra Lundgren 
9. Januar 1900: Der Lorensbergs Cirkus in Göteborg brennt
9. Januar 1939: Annette Kullenberg, die Schriftstellerin mit der spitzen Zunge 
9. Januar 1954: Der Frachtdampfer Nedjan sinkt bei Eggegrund 
9. Januar 1969: Moderaterna, von extrem rechts zur Mitte

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 8. Januar 2019

Die Künstlerin Ida von Schulzenheim

Ida von Schulzenheim kam am 8. Januar 1859 in einer sehr wohlhabenden Familie in Skedvi zur Welt und schrieb sich im Alter von 17 Jahren an der Tekniska Skolan, dem heutigen Konstfack, in Stockholm ein, jedoch nur um sich auf den Besuch der Kunstakademie ab dem Jahre 1878 vorzubereiten. Nach Abschluss des Studiums im Jahr 1884 sollte es jedoch weitere sieben Jahre dauern bis sie mit ihrem Schaffen anerkannt war und ein Stipendium erhielt, das der Künstlerin ermöglichte zwei Jahre lang auch in Paris zu studieren.

Ida von Schulzenheim, die bei Tryggve Hermelin auch die Kunst des Kupferstichs gelernt hatte, nahm ab 1885 an den meisten Ausstellungen der Kunstakademie teil und konnte sich, nach der Rückkehr aus Frankreich vor allem über Ausstellungen einen Namen machen. Um gegen die männliche Dominanz in der Kunst angehen zu können, gründete Schulzenheim 1910 auch den Verein „Schwedische Künstlerinnen“, der bereits ein Jahr später eine Ausstellung in der Kunstakademie organisieren konnte und 180 Beiträge von weiblichen Künstlern zeigte. Die Künstlerin war damit eine der wichtigsten Frauen im Kunstleben, die den Frauen die Tür zum Künstlerdasein öffnete.

Die Künstlerin Ida von Schulzenheim wollte Frauen auch zur Kunstkritik anregen, ein weiteres Reich der Männer. 1911 gründete sie daher die Zeitschrift „Kunst“ die ein Ansatz dazu war Frauen auch den Weg zur Kunstkritik zu öffnen. Nach dem Tod der Künstlerin am 24. April 1940 organisierte das Nationalmuseum in Stockholm eine Erinnerungsausstellung, die die gesamte Schaffensbreite der Künstlerin zeigte, insbesondere auch ihre Landschaftsmalereien, die um diese Zeit weitaus weniger bekannt waren als ihre Hundeportraits, da Schulzenheim während der letzten Jahre ihres Lebens als die beste Hundeporträtistin Europas galt und eine enorme Menge an Hundeportraits hinterließ.


8. Januar 1810: Daniel Melanderhjelm, Astronom und Mathematiker
8. Januar 1864: Carl August Hagberg und die schwedische Literatur 
8. Januar 1917: Folgen des Ersten Weltkriegs in Schweden
8. Januar 1934: Der Komponist und Musiker Georg Riedel
8. Januar 1937: Der schwedische Theologe Olle Meurling stirbt in Spanien
8. Januar 1940: Briefzensur in Schweden
8. Januar 1994: Hans Asplund, der Architekt des Brutalismus
8. Januar 2005: Der Orkan Gudrun hinterlässt ein Chaos in Schweden
8. Januar 2007: Die Geburt Kirunas und die Flucht der Stadt

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 7. Januar 2019

Die schwedische Schauspielerin Tora Teje

Tora Teje, geborenen Johansson, kam am 7. Januar 1893 in sehr einfachen Verhältnissen in Stockholm zur Welt und besuchte, als eine der jüngsten Schülerinnen, zwischen 1908 und 1911 die Schauspielschule des Dramaten, wo die Schauspielerin auch ihren Künstlername Teje annahm. Nach einer kurzen Zeit am Dramaten wechselte Teje zu Alberts Ranfts Svenska Teatern, wo sie sich zu einer der bekanntesten Schauspielerinnen Schwedens entwickelte. Erst 1923 kehrte Tora Teje dann zurück zum Dramaten um dieser Bühne dann weitgehend treu zu bleiben.

Während der Zeit als Tora Teje bei Ranft arbeitete, zeigte sich auch ein für jene Zeit sehr moderner Zug der Schauspielerin, denn sie liebte Luxus, Aufmerksamkeit, Sensation und gesellschaftliche Ausgelassenheit. Während andere sehr bekannte Schauspieler eher ein relativ zurückgezogenes Leben führten, trat Teje mit ihrem Streben nach Luxus an die Öffentlichkeit und schuf damit ein neues Frauenbild, das man bis heute in der Frauenpresse weltweit aufrecht hält.

Da zu jenen Jahren die Bühnen Schwedens ihre Schauspieler mit Restriktionen belegten, spielte Tora Teje nur in relativ wenigen Filmen, übernahm jedoch, unter anderem, eine Rolle in Erotikon von Mauritz Stiller und in Gubben kommer von Victor Sjöström, mit der Teje ihr Können auch der Zukunft vermitteln konnte. In den 50er Jahren gehörte Tora Teje, die am 29. April 1970 in Stockholm starb, zu den bedeutendsten Schauspielerinnen Schwedens. Ihre letzte Rolle spielte Teje im Alter von 65 Jahren im Jahr 1958 im schwedischen Reichstheater.


7. Januar 1685: Jonas Alströmer bringt die Kartoffel nach Schweden 
7. Januar 1770: Carl Gustaf Tessin, Kunstsammler und Politiker
7. Januar 1842: Der schwedische Komponist Johan Lindegren
7. Januar 1876: Die schwedische Künstlerin Anna Sahlström
7. Januar 1876: Der Künstler und Zeichner David Wallin 
7. Januar 1926: Die Thielska Galleriet, ein Kunstmuseum in Stockholm 
7. Januar 1940: Carl Boberg, Politiker, Schriftsteller und Prediger 
7. Januar 1945: Yrsa Stenius und die Grenzen der linken Manipulation
7. Januar 1945: Salz wird in Schweden als Mangelware rationalisiert
7. Januar 1949: Elin Wägner, eine Kämpferin für die Rechte der Frauen 
7. Januar 2004: Ingrid Thulin, von Sollefteå nach Hollywood

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 6. Januar 2019

Die Geschichte von Annika Östberg

Annika Östberg kam am 6. Januar 1954 in Stockholm zur Welt, zog jedoch mit ihrer Mutter bereits im Alter von elf Jahren nach Kalifornien, wo sie jedoch bald dem amerikanischen Stiefvater im Weg war. Mit zwölf Jahren begann das Mädchen dann bereits am Rande der Gesellschaft zu leben. Als Östberg 13 Jahre alt war, brannte sie von zu Hause durch und ging nach San Francisco, wo sie unmittelbar als Stripperin und Prostituierte zu arbeiten begann um sich versorgen zu können. Nur drei Jahre später, und nach der Geburt eines Sohnes, ernährte sich Östberg von Kuppelei und Drogenhandel und war selbst von Drogen abhängig.

Auch in den folgenden Jahren war das Leben von Annika Östberg ständig mit kriminellen Taten verbunden, wobei sie wegen Diebstahls, Drogenhandel und Alkoholverkauf an Minderjährige auch nachweislich vor dem Richter stand. 1974 erkannte Östberg zudem, dass sie zwei Jahre vorher einen Mann in ihrer Wohnung getötet habe, was sie jedoch später widerrief, mit der Aussage, sie wollte damit ihren damaligen Freund vor juristischen Folgen retten. Die Richter verurteilten sie letztendlich zu fünf Jahren Haft mit Bewährung wegen Totschlags und ließen sie ein Leben im harten Drogenkonsum fortsetzen.

Am 30. April 1981 ging dann ein Raubversuch, den Annika Östberg mit ihrem Freund Bob Cox plante, schief, bei dem das Opfer, ein Restaurantbesitzer, getötet wurde. Während der Flucht wurde dann auch noch ein Polizist, der den Führerschein von Östberg kontrollieren wollte, erschossen. Nachdem Cox noch vor der Gerichtsverhandlung im Gefängnis Selbstmord beging, landete nur Östberg vor Gericht und wurde wegen Doppelmordes zu einer Haftstrafe zwischen 25 Jahren und lebenslänglich verurteilt. Nach 28 Jahren in amerikanischer Haft gelang es dem damaligen schwedischen Ministerpräsidenten Fredrik Reinfeldt den Gouverneur Kaliforniens davon zu überzeugen Östberg nach Schweden zu überführen, wo sie weitere zwei Jahre im Gefängnis erbrachte bevor sie zur Rehabilitation frei gelassen wurde. Welche Rolle Annika Östberg bei den beiden Morden spielte, ist bis heute unbekannt, da man nur ihre Version kennt.


6. Januar 1430: Filippa von England wird in Schweden Königin 
6. Januar 1493: Olaus Petri und die schwedische Reformation 
6. Januar 1493: Olaus Petri, der schwedische Reformator
6. Januar 1809: Der schwedische Naturwissenschaftler Sven Lovén
6. Januar 1861: Der Künstler und Karikaturist Pelle Hedman 
6. Januar 1912: Johnny Bode, der schwedische Skandalschriftsteller
6. Januar 1912: Johnny Bode, der erste Punkstar Schwedens
6. Januar 1852: Der schwedische Künstler Carl Kylberg
6. Januar 1963: Gunnar Bohman, mit der Laute zum Weltruhm

Copyright: Herbert Kårlin