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Samstag, 16. März 2019

Der Dichter und Priester Carl Christian Eberstein

Carl Christian Eberstein kam am 23. März 1794 als Sohn eines Bischofs in Lund zur Welt und gilt als einer der intelligentesten Personen seiner Epoche, denn bereits mit 14 Jahren legte er eine Abhandlung zur hebräischen und syrischen Philosophie vor, mit 17 Jahren schloss er sein Studium ab und nur ein Jahr später wurde Eberstein Dozent für Griechisch, und 1821 war er Professor in theoretischer Philosophie. Im Jahr 1823 wurde Eberstein dann auch zum Priester geweiht und erhielt sein erster Pfarramt, das ihm allerdings nur sehr geringe Einnahmen brachte, da es sich um eine relative arme und kleine Gemeinde handelte.

Bereits 1812 hatte Carl Christian Eberstein auch einige Gedichte und Belletristik veröffentlicht, die ihn, seiner eigenen Meinung nach, auf nahezu die gleiche Stufe stellte wie Carl Gustaf af Leopold, einen der bekanntesten Dichter jener Zeit. Dass Eberstein trotz seiner hohen Intelligenz ab 1823 zahlreiche Ämter, um die er sich beworben hatte, aber auch in der Literatur, nicht mehr erreicht, lag an seiner maßlosen Arroganz und dass er alle Personen als minderwertig betrachtete. Dies führte auch dazu, dass Eberstein mächtige Feinde bekam, die seinen Aufstieg weitgehend bremsten. Zu den bedeutendsten Gegnern Ebersteins rechnete auch Esaias Tegnér.

Nachdem die wissenschaftliche und die kirchliche Karriere Carl Christian Ebersteins nach den ersten Erfolgen stagnierte, übernahm er 1820 die Leitung des Gymnasiums in Helsingborg, ohne sich jedoch hierbei Mühe zu geben, denn sehr bald gründete er dort die Helsingborgsposten und leitete die Zeitung mit extremer Härte, da die Zeitung nur seine persönliche Meinung verbreiten durfte. Da Eberstein als konservativer Priester zudem jeden Versuch einer Veränderung stark bestrafte und Unwissen nicht tolerierte, wurde er im Laufe der Jahre in zahlreiche Prozesse verstrickt und 1855 wurde Carl Christian Eberstein, der am 16. März 1858 starb, selbst die Diözese genommen. Jeder Versuch Ebersteins erneut eine wissenschaftliche Karriere einzuleiten, wurde, nach seiner Professur, die er lediglich als Titel nutzen konnte, abgelehnt.


16. März 1596: Ebba Brahe, die Geliebte des Königs Gustav II. Adolf
16. März 1757: Bengt Lidner, der Skalde, der in Ungnade fiel
16. März 1792: Mord auf dem Maskenball
16. März 1831: Der schwedische Schauspielerin Elise Hwasser
16. März 1835: Der Buchdrucker Nils Magnus Lindh wird zum größten Verleger Schwedens
16. März 1846: Der schwedische Mathematiker Gösta Mittag-Leffler
16. März 1878: Schweden übergibt seine letzte Kolonie Saint-Barthélemy an Frankreich
16. März 1892: Die Kinderzeitschrift Kamratposten
16. März 1940: Selma Lagerlöf, christliche Literatur und Frauenbewegung
16. März 1957: Das Motel Gyllene Ratten in Stockholm
16. März 1968: Gunnar Ekelöf, der erste surrealistische Autor Schwedens
16. März 1970: Karl Gustav Ossiannilsson, nationalistisches Denken als Arbeiterliterat
16. März 1971: Der schwedische Stand-up Künstler Jakob Öqvist
16. März 1976: Die schwedische Radrennfahrerin Susanne Ljungskog

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 26. Mai 2016

Der schwedische Schriftsteller Lorenz Peter Bagge

Lorenz Peter Bagge kam am 26. Mai 1775 als Sohn eines Kaufmanns in Göteborg zur Welt und studierte nach seiner Hochschulreife im Jahre 1788 an der Universität Lund Theologie. Einige Jahre nach Abschluss des Studiums begann er 1795 ein weiteres Studium an der Universität Uppsala, das er nur zwei Jahre später mit dem Kanzleiexamen beendete, das ihm theoretisch den Weg in die höhere Administration Schwedens ermöglichte. Allerdings zerschlug sich dieser Plan, da Bagge die schriftliche Aufnahmeprüfung im Kanzleikollegium nicht schaffte.

Das älteste überlieferte Gedicht von Lorenz Peter Bagge stammt aus dem Jahre 1790, dem vier Jahre später seine erste Gedichtsammlung Försök af en yngling folgte. Auch wenn dieser kleine Band sehr positiv von der Kritik aufgenommen wurde, so enthielt er nur einige wenige von Thomas Thorild, Carl Gustaf af Leopold und der deutschen Wertherbewegung beeinflusste Gedichte und überwiegend Übersetzungen der deutschen Schriftsteller Friedrich Gottlieb Klopstock, Christoph Martin Wieland und Salomon Gessner.

Nach dem Scheitern seiner Berufspläne verschlechterte sich die finanzielle Situation von Lorenz Peter Bagge. Leopold verhalf ihm jedoch zu einer Anstellung an der Svenska Akademien, was ihm wenige Jahre später ermöglichte eine längere Zeit nach Deutschland zu reisen und schließlich auch von der Regierung Pommerns beschäftigt zu werden. Als Pommern jedoch nach Dänemark abgetreten wurde, kehrte Bagge zurück nach Schweden. In diesen Jahren veröffentlichte Bagge einige wenige philosophische Schriften, übersetzte jedoch mehrere deutsche Theaterstücke ins Schwedische. Während Kritiker Bagge zu Beginn noch schätzten, bemerkten sie jedoch bald seine geringe intellektuelle Leistung, was dazu führte, dass Bagge die letzten Jahre vor seinem Tod am 11. November 1840 unter sehr bescheidenen Verhältnissen leben musste.


26. Mai 1879: Der Streik von Sundsvall, der erste Großstreik Schwedens
26. Mai 1888: Karolina Widerström, die erste Ärztin Schwedens
26. Mai 1931: Sven Delblanc und die Nachkriegsliteratur Schwedens
26. Mai 1931: Sven Delblanc, Autor und Literaturwissenschaftler
26. Mai 1931: Die pädagogische Reformatorin Anna Sandström 
26. Mai 1943: Alice Tegnér und die Kinderlieder Schwedens
26. Mai 2012: Die schwedische Sängerin Loreen und der ESC

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Dienstag, 22. März 2016

Der Schriftsteller und Literaturkritiker Gustaf Regnér

Auch wenn Gustaf Regnér, der am 22. März 1819 in Stockholm starb, heute kaum noch bekannt ist, so spielte er während seines Lebens eine wichtige Rolle im literarischen Leben Schwedens, denn Regnér war nicht nur Schriftsteller, sondern auch Übersetzer und Journalist, wobei er selbst einige Lehrbücher veröffentlichte, die man noch heute in mehreren wissenschaftlichen Literaturangaben finden kann. Aufsehen erregte Regnér allerdings vor allem als Literaturkritiker, als er in einem monatelangen öffentlichen Disput gegen die Meinung von Carl Gustaf af Leopold auftrat.

Gustaf Regnér war am 11. Oktober 1748 als Sohn eines Priesters in Fivelstad im Östergötland zur Welt gekommen und schrieb sich 1767 an der Universität Uppsala ein um sich auf eine Laufbahn als Staatsdiener vorzubereiten, wobei er allerdings auch unmittelbar im Verein Apollini Sacra aktiv wurde. Nach Abschluss seines Studiums begann Regnér 1774 seine Laufbahn im Kanzleikollegium und arbeitete sich bis zum Expeditionssekretär hoch. Eine Änderung in Regnérs Leben sollte jedoch im Jahre 1784 eintreten, als er Redakteur der Stockholms post tidningar und der Inrikes tidningar wurde.

Ab diesen Jahren arbeite Gustaf Regnér nicht nur als Redakteur, sondern er verfasste auch zahlreiche Gedichte, für die er 1788 auch den Großen Preis der Svenska Akademien erhielt, und zwischen 1784 und 1786 gab er auch den Svenska Parnassen heraus, ein Sammlung damaliger Gegenwartsdichtung im Gustavianischen Stil. Regnér galt, trotz seines etwas zurückgezogenen Wesens, in seiner Zeit als literarischer Revolutionär, denn er wollte die Gesellschaft vom klassischen Denken abbringen und zum gefühlsbetonten Naturalismus führen, was sich sehr deutlich in seinen Schriften zeigt, insbesondere aber bei seinen Übersetzungen, da er sich dabei vom damaligen französischen Vorbild abwandte und, zum Beispiel, deutsche Autoren der Zeit übersetzte, aber auch Horaz und Vergil modernisiert.


22. März 1544: Johannes Magnus und die Geschichte der schwedischen Könige
22. März 1544: Johannes Magnus zwischen Katholizismus und Protestantismus
22. März 1777: Der Hofkanzler und Staatsrat Gustaf Lagerbielke
22. März 1792: Johan Bielke und der Mord an Gustav III.
22. März 1851: Göran Wahlenberg und die Ökologie der Pflanzen
22. März 1978: Christer Gustav Svensson, genannt Stoffe, und das Heroin
22. März 1996: Jenny Lind erscheint auf einem schwedischen Geldschein

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Mittwoch, 6. Mai 2015

Der schwedische Schriftsteller Isac Reinhold Blom

Isac Reinhold Blom starb am 6. Mai 1826 als vermutlich der verbittertste, intoleranteste und unglücklichste Dichter Schwedens, obwohl er die letzten 30 Jahre seines Lebens alles erreicht hatte was sich ein Literat jener Zeit wünschen konnte, denn er er war 1797 in die Svenska Akademien gewählt und war im gleichen Jahr zum Ratsherren in Stockholm ernannt worden, was ihm nicht nur eine sichere Einkommensquelle bot, sondern auch einen gewissen Einfluss und den lang ersehnten Ruhm als Poet.

Der schwedische Schriftsteller Isac Reinhold Blom war am 27. Oktober 1762 als Sohn eines Priesters in Stockholm zur Welt gekommen und erhielt daher eine sehr gute Bildung, die ihm den Besuch des Gymnasiums in Strängnäs erlaubte und 1781 eine Studium an der Universität Uppsala. Nach Abschluss seines Studiums ging er in den Staatsdienst und wurde in der Kanzlei des Reichstags angestellt, was jedoch mit einem sehr geringen Einkommen verbunden war. Erst als Blom ab 1797 seine Karriere einleitete, wurde er angemessen bezahlt.

Die literarische Karriere und Leistung von Isac Reinhold Blom ist unter Literaturwissenschaftlern bis heute umstritten, da er zwar sehr früh begann sich, neben seiner beruflichen Aufgabe, der Poesie zu widmen, seine Werke jedoch alle dem Stil seines Vorbilds Carl Gustaf af Leopold ähnelten, eine Schwäche, der sich vermutlich auch Blom bewusst war. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde Blom jedoch von den bedeutendsten Dichtern der Zeit, unter anderem auch von af Leopold, geschützt und Teile seiner Gedichte wurden in den gehobenen Gesellschaften häufig zitiert, vermutlich auch deswegen, weil er den Stil der Zeit sehr gut beherrschte und ihm lediglich die Inspiration fehlte, denn selbst seine bedeutendsten Werke finden ihr Vorbild in den Werken anderer Autoren.


6. Mai 1877: Johan Ludvig Runeberg, der Nationaldichter Finnlands
6. Mai 1901: August Strindberg und Harriet Bosse
6. Mai 1904: Harry Martinson, ein Nobelpreisträger begeht Selbstmord
6. Mai 1916: Sif Ruud, noch mit 85 auf der Bühne des Dramaten
6. Mai 1939: Ragnar Jändel, der religiöse Arbeiterdichter Schwedens
6. Mai 1947: Bertel Gripenberg und die finnlandschwedische politische Dichtkunst
6. Mai 1987: Wann ist ein Mensch in Schweden tot?

Copyright: Herbert Kårlin

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Donnerstag, 3. April 2014

Der schwedische Hofdichter Carl Gustaf af Leopold

Carl Gustaf af Leopold kam am 3. April 1756 in Stockholm zur Welt, kam jedoch bereits mit wenigen Monaten nach Norrköping um dort aufzuwachsen. Nach eigenen Aussagen begann Leopold bereits im Alter  von sechs Jahren Gedichte zu verfassen. Auch wenn dies nicht offiziell bestätigt ist, so ist sicher, dass der Dichter im Alter von 14 Jahren ein Hüllungsgedicht zum Geburtstag des Kronprinzen vortrug, das anschliessend auch gedruckt wurde. Zwei Jahre später schrieb er erneut ein Gedicht zur Krönung des Königspaares, was ihm bereits sehr früh die Gunst des neuen Königs Gustav III. einbrachte.

Carl Gustaf af Leopold, der stark von der französichen Literatur beeinflusst war und gewisse Schwierigkeiten dabei hatte sich in der literarischen Welt Schwedens zu behaupten, versuchte sowohl eine neue Literatur zu schaffen als auch wissenschaftlichen Erfolg zu haben. Während er wissenschaftlich jedoch völlig scheiterte, kam der literarische Erfolg ab 1787, als der Poet auf Grund seiner Beziehungen nach Stockholm kam und Gustav III. bei seiner geplanten Oper Helmfelt unterstützen sollte. Diese Arbeit führte sowohl zum Adelsstand, zu einer dauerhaften Pension und zur Ernennung in der Svenska Akadamien, hatte jedoch den Nachteil, dass af Leopold nun vollständig von der königlichen Gunst abhängig war und seine Werke der Meinung des Monarchen entsprechen mussten.

Auch der Tod des Königs änderte nicht sehr viel am Schicksal des Hofdichters Carl Gustaf af Leopold, denn auch wenn er einer der wenigen Personen im Kreis von Gustav III. war, der sein Einkommen und seinen Dienst am Hof weiterhin behalten konnte, war er nun in seiner Dichtkunst weitaus mehr eingeschränkt, denn er musste jetzt zu allen offiziellen Ereignissen mit seinen Werken aufwarten. Während Leopold vor seiner Zeit am Hof noch persönliche libertine Züge in seinen Gedichten zeigte und unter Gustav III. einen Einblick ins Leben am Hof bot, so sind seine Werke unter der Vormundschaftsregierung von Gustav IV. Adolf vollkommen ohne Interesse und Stärke. Carl Gustaf af Leopold starb am 9. November 1829 in Stockholm.


3. April 1581: Johannes Rudbeckius und die erste Mädchenschule Schwedens
3. April 1780: Abraham Rydberg, vom Großhändler zum Wohltäter
3. April 1918: Olof Palme stirbt durch die Kugel eines unbekannten Schützen
3. April 1927: Maria Sandel, die erste Arbeiterschriftstellerin Schwedens
3. April 1945: Schwedischer Pilot über Blekinge abgeschossen

Copyright: Herbert Kårlin