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Dienstag, 20. Dezember 2011

König Johan III., der Bauherr Schwedens

Johan III. wurde am 20. Dezember 1537 geboren und war der Halbbruder des Königs Erik XIV., dem er auch auf den Thron folgte, nachdem er diesen gefangen nehmen ließ. Der Krönung von Johan III. zum schwedischen König gingen lange Streitigkeiten zwischen den Halbbrüdern voraus und erst ein Jahr bevor Johan König wurde, war er aus dem, wenn auch fürstlichen Gefängnis, entlassen worden in das ihn Erik XIV. wegen Hochverrats stecken lassen hatte.

Johann III. war, wie schon sein Vater, Gustav Vasa, ein König der Propaganda, der im ganzen Land verbreitete, dass er Schweden erst vom dänischen „Bluthund“ Kristian II. befreit hätte und dann auch noch vom „Tyrannen“, Erik XIV., seinem Bruder. Er hatte, wie die ganze Familie, ein äußerst heftiges Temperament und neigte sehr leicht zur Gewalt wenn man an seinen Aussagen zweifelte. Seine Politik baute mehr auf gesellschaftliche Schachzüge als eine wahre Strategie für Schweden, weshalb er auch politisch gesehen relativ wenig für sein Reich erreichte, trotz seiner großen Aussagen.

Auch wenn die großen Leistungen des Königs Johan III. nicht in der schwedischen Politik zu suchen sind, so findet man sie in der klassischen Architektur Schwedens, denn Johan III., selbst ein begeisterter Architekt, zeigte seinen Eifer im Ausbau, Umbau und den Erweiterungen von Kirchen, Schlössern und Befestigungsanlagen. Er holte dafür nicht nur die angesehensten schwedischen Künstler und Architekten an den Hof, sondern holte sie auch aus Deutschland und Holland, die zu jener Zeit einen außerordentlichen Ruf hatten. Zu den größten Zeugen dieser Baukunst gehören, unter anderem, die gotischen Kapellen der Schlösser Vadstena und Kalmar. Seinen Einfluss findet man noch heute in zahlreichen Kirchen, Schlössern und Befestigungen, wobei Johan III. in vielen Fällen die Zeichnungen sogar selbst anfertigte oder jene der angestellten Bauherren nach seinen Ideen korrigierte.

Johan III, in Deutschland auch als Johann III. bekannt, starb am 17. November 1592 in Stockholm und wurde am 1. Februar 1594 in der Domkirche in Uppsala begraben.

20. Dezember 1483: Dialogus creatorum, das erste gedruckte Buch Schwedens
20. Dezember 1946: Peps Persson bringt Blues und Reggae nach Schweden 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 22. November 2011

Das Vadstena Kloster wird aufgelöst

Am 22. November 1595 löste Herzog Karl, der spätere König Karl IX. das Kloster Vadstena auf. Von den elf Nonnen, die sich um diese Zeit noch im Kloster aufhielten, verließen alle, außer dreien, Schweden und wurden in einem Birgitta-Kloster in Polen aufgenommen. Nur eine Nonne erhielt nach der Schließung des Klosters die Genehmigung sich auch noch nach 1595 im Vadstena Kloster aufzuhalten, allerdings nicht als Nonne. Karin Johansdotter, wie die ehemalige Nonne hiess, sollte sich um die Gartenanlagen kümmern.

Bis sich der Birgittinenorden dann im Jahre 1935 wieder in Vadstena, allerdings nicht im alten Kloster, ansiedelte, wurden die Gebäude auf sehr verschiedene Weise angewendet. Was auf Wunsch von König Karl IX. eine Universität werden sollte, entwickelte sich 1641 in ein Wohnheim für ehemalige Soldaten und wurde zum sogenannten Krigsmanhus (dem Haus der Soldaten). 1795 wurde dann in den Räumen der früheren Nonnen und Mönche eine Krankenhaus für Geschlechtskrankheiten eingerichtet, was sich später in ein allgemeines Krankenhaus verwandelte, das erst 1909 geschlossen wurde. Im Jahre 1757 wurde neben den alten Gebäuden zusätzlich das „Stora Dårhuset“ gebaut, wo Geistesgestörte untergebracht wurden. Im Teil der Nonnen fand man von 1810 bis 1825 ein Gefängnis und dann bis 1951 die Psychiatrie Vadstenas.

Das Vadstena Kloster wurde nach Zeichnungen der Heiligen Birgitta errichtet, konnte jedoch erst von ihrer Tochter Katarina Ulfsdotter (Katarina von Vadstena) in Angriff genommen werden, da für den Klosterbau die Zustimmung des Papstes nötig war. Das Grundstück hatte Birgitta Birgersdotter, die Heilige Birgitta, vom schwedischen König Magnus Eriksson und seiner Frau Blanka av Namur erhalten. In seiner Glanzzeit war das Vadstena Kloster das Mutterhaus für zahlreiche andere europäische Kloster, ein bedeutendes geistiges Zentrum des Mittelalters und der größte Grundbesitzer Schwedens.

22. November 1844: Oscar Norén und die Entstehung des Svenska Dagbladet
22. November 1977: Die nordschwedische Sängerin Annika Norlin 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 2. August 2011

Katarina von Vadstena und der Namenstag Karins

Der Vorname Katarina gehört noch heute zu den häufigsten 25 weiblichen Vornamen Schwedens, auch wenn man hierzu nicht nur Katarina, sondern auch die Abwandlungen Katrin, Karin, Katja und Kajsa rechnet. Um jedoch seinen Namenstag am richtigen Tag zu feiern, muss man wissen nach welcher Katarina man seinen Namen erhielt, denn am 2. August wird nur Katarina von Vadstena gefeiert und nicht Katarina von Alexandrien.

Katarina von Vadstena war die Tochter der Heiligen Birgitta, die als Gründerin des Klosters Vadstena betrachtet wird, wobei die Tochter im Jahre 1350 ihrer Mutter nach Rom folgte und dort mit ihr in Armut und in klosterähnlicher Weise lebte. Nach dem Tod der Heiligen Birgitta brachte Katarina von Vadstena die Reliquien der Mutter zurück nach Schweden, kehrte dann jedoch anschließend zurück nach Rom um dort die Formalitäten für die Ordensgründung zu regeln. Ähnlich ihrer Mutter hatte auch Katarina von Vadstena zahlreiche Eingebungen und wurde am 1. August 1489 selig erklärt.

Vadstena, ein Ort am Weststrand des Sees Vättern, war bereits zur schwedischen Eisenzeit bewohnt und ab 1100 eine wichtige Etappe auf dem Pilgerweg nach dem norwegischen Trondheim mit dem Heiligen Olav. Das Birgitta Kloster wurde 1346 an der Pilgerstraße gegründet, jedoch bereits 200 Jahre später von Gustav Vasa geschlossen und einige Jahre später mussten auch sämtliche Nonnen das Kloster verlassen. Erst 1954 konnte das Vadstena-Kloster, mit Ausnahme der Klosterkirche, wieder seine ursprüngliche Bestimmung finden und 1991 bekam die wenige Jahre vorher als Pax Mariae Kloster ernannte Einrichtung wieder eine Priorin. Das Kloster bietet heute auch touristische Übernachtungsmöglichkeiten.

2. August 1794: Kaffee wird in Schweden verboten
2. August 1951: Freddie Wadling, vom Punk zur Ballade 

Copyright: Herbert Kårlin