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Sonntag, 21. August 2016

Der Ökopark Karhuvaara in Norrbotten

Am 21. August 2013 wurde mit dem Ökopark Karhuvaara bei Gällivare der zweitgrößte der 36 Ökoparks Schwedens eingeweiht, die alle eine bedeutende zusammenhängende Waldlandschaft ausmachen in der der Wanderer den ursprünglichsten und natürlichsten Wald Schwedens entdecken kann. Die größte Herausforderung dieser Ökoparks ist allerdings nicht die Natur in seinem natürlichen Zustand zu erhalten und den ökologischen Bedingungen anzupassen, sondern eine Verbindung zwischen Naturschutz und Tourismus zu schaffen bei der die Natur als solches die Hauptrolle spielt.

Der Ökopark Karhuvaara ist der vermutlich unzugänglichste Ökopark Schwedens, da man hier kaum Wege findet und man selbst bei den Wanderpfaden das Gefühl bekommt durch einen unberührten alten Nadelwald Nordschwedens zu streifen. Karhuvaara bietet bis zu 300 Jahre alten Nadelwald, der in den Höhen langsam in die nordschwedische Birkenlandschaft übergeht. Bei einem Streifzug durch Karhuvaara findet man aber auch neu gepflanzte Bäume und alte Stämme, die am vermodern sind und damit die Heimat für zahlreiche Tiere bieten.

Der Ökopark Karhuvaara zeichnet sich auch durch zahlreiche Bäche und Seen aus, was dazu führt, dass in Zusammenhang mit den unterschiedlichen Höhenlagen ein sehr reiches Tier- und Pflanzenleben existiert das jeden Naturliebhaber begeistert. Nahezu gespenstig wirken auch die zahlreichen nordischen Flechten, die von unzähligen Ästen hängen und ein typisches Zeichen der alten Natur Nordschwedens sind. Viele der nordischen Vögel, die man heute in Karhuvaara beobachten kann, können nur dank der Ökoparks überleben, da sie zusammenhängende Wälder benötigen in denen auch ausreichend an Beutetieren existieren können.


21. August 1737: Die Hedvig Eleonora Kyrka in Stockholm
21. August 1801: Henrik Bernhard Palmær und die schwedische Satire
21. August 1801: Henrik Bernhard Palmær, Satire als Journalismus
21. August 1810: Karl XIV. Johan erhält die Krone Schwedens
21. August 1813: Die schwedische Königin Sofia Magdalena von Dänemark
21. August 1849: Hugo Hamilton, der Gründer des schwedischen Patentamts
21. August 1966: Der Essingeleden in Stockholm
21. August 1999: Das Schloss Vadstena in Östergötland
21. August 2010: Spårväg City, die neue Straßenbahn in Stockholm

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 8. Juni 2015

Das schwedische Meeresschutzgebiet Väderöarna

Am 8. Juni 2011 wurde das Gebiet der Väderöarna, das an den Meeres-Nationalpark Kosterhavet anschließt, zum Naturreservat erklärt, ein Gebiet von 18.300 Hektar, das zum Großteils bereits vorher unter Naturschutz stand und Teil des Natura 2000-Gebietes ist. Während große Teile des Gebietes ganzjährig besucht werden können, dürfen die als Vogelschutzgebiete ausgezeichneten Gegenden zwischen dem 1. April und dem 15. August eines Jahres nicht betreten werden und selbst Boote müssen dort einen Abstand von 100 Metern einhalten.

Die westschwedischen Väderöarna, die Wetterinseln, gelten von der ökologischen Warte her als das wertvollste Meeres-Schutzgebiet Schwedens, da hier das ursprüngliche Meeresmilieu der Westküste am deutlichsten erhalten ist und die Schäden bisher sehr begrenzt sind. Dies ist auch einer der Gründe dafür, dass man im Raum der Väderöarna noch die artenreichste Meeresfauna- und flora Schwedens findet. Sporttaucher können bei den Väderöarna wahre Entdeckungen machen, sind allerdings auch streng daran gehalten das Meeresmilieu zu bewahren. Dass hier auch das Auswerfen eines Ankers verboten ist, versteht sich von selbst.

Die Väderöarna, ein Teil der Schären der schwedischen Westküste, bestehen aus hunderten von Klippen und kleineren Inseln, die früher teilweise bewohnt waren und durch den Väderöfjorden vom Festland getrennt sind. Der Zugang zu den Wanderwegen und auch dem ganzjährig geöffneten Gasthaus ist nur mit Hilfe eines Bootes oder Kajaks möglich, was den Zustrom an Touristen sehr stark begrenzt, auch wenn die Inseln geradezu ein Paradies für einige typische westschwedische Pflanzen sind und sich dort die größte westschwedische Kolonie an Seehunden befindet, die man hier aus nächster Nähe beobachten kann.


8. Juni 793: Die Wikinger, der Beginn einer Geschichte
8. Juni 1435: Die berühmteste Kathedrale Schwedens wird eingeweiht
8. Juni 1908: Frans Theodor Hedberg, ein Leben für das Theater
8. Juni 1941: Alf Robertson, vom Seemann zum Sänger
8. Juni 1965: Karin Alvtegen, Kriminalromane um das Leben zu bewältigen

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 7. Juni 2015

Das Naturreservat Fjällberget bei Leksand

Der Fjällberget bei Leksand erreicht an seiner höchsten Stelle eine Höhe von 525 Meter über dem Meeresspiegel und bietet eine Aussicht bis weit über den See Siljan. Mit seinen bis zu 300 Jahre alten Bäumen und einer weitaus intakten Natur, die zum nordischen Wildmark gehört, ist das Gebiet ein Ruhepol für Wanderer, die eine ursprüngliche Natur lieben. Die anschließenden Sumpfgebiete sind zusätzlich ein Paradies für alle, die die Tierwelt des hohen Nordens erleben, oder auch fotografieren wollen.

Ein 58 Hektar großer Teil des Berges, von der Spitze bis zum Vådsjön wurde am 7. Juni 2015 nun als Naturreservat Fjällberget eingeweiht, das 13., jedoch vermutlich ökologisch wichtigste kommunale Naturreservat Leksands. Die Vorbereitungen für diesen Naturreservat gehen bis zum Jahr 2012 zurück, da das private Interesse gegen das allgemeine Interesse abgewogen werden musste und die Gemeinde zusätzlich die betroffenen Waldstücke erwerben musste um jede zukünftige Forstwirtschaft auszuschließen. Die endgültige Entscheidung für das Naturreservat Fjällberget fällte die Gemeinde Leksand dann im Jahre 2014, rund ein Jahr bevor dieses Waldstück auch endgültig als Schutzgebiet ausgezeichnet werden konnte.

Warum gerade dieses Gebiet zum Naturreservat erklärt wurde, liegt daran dass sich der Wald nahezu frei entwickeln konnte und während der vergangenen 70 Jahre dort kaum Forstwirtschaft betrieben wurde. Selbst gestürzte Bäume konnten liegen bleiben und Tierarten anziehen, die in anderen Teilen des Landes längst verschwunden sind. Das gesamte, nun geschützte, Gebiet bietet jedoch nicht nur einen ökologischen Reichtum, sondern auch die Spuren von ausgestorbenen Berufen wie Köhlern sind nach wie vor zu finden wenn man den gekennzeichneten Wanderweg zur Bergspitze benutzt. Das Eindringen in die „wilden“ Teile des Fjällberget ist zwar nicht verboten, aber Naturfreunde halten sich lieber an den Weg um die bedrohte Natur nicht zu zerstören.


7. Juni 1876: Josefina von Leuchtenberg wird Königin in Schweden
7. Juni 1905: Schweden und Norwegen gehen getrennte Wege
7. Juni 1907: Sigvard Bernadotte verzichtet auf Titel und Thron
6. Juni 1973: Die schwedische Regierungsreform des Jahres 1974
7. Juni 1988: Die Ebbe Carlsson Affäre und der Tod von Olof Palme
7. Juni 1988: Die schwedische Politikerin Anna-Greta Leijon

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Samstag, 16. Mai 2015

Das Nackareservat, ein Schutzgebiet und ein Ausflugsgebiet

Das am 16. Mai 2009 eingeweihte Nackareservat mit einer Gesamtgröße von 829 Hektar liegt zwar zum größten Teil in der Gemeinde Nacka, aber der Grund gehört der Stadt Stockholm, die das Naturschutz- und Freizeitgebiet auch verwaltet. Das Gebiet, das sowohl dem Tier- und Naturschutz dient, ist gleichzeitig eines der wichtiges Ausflugsziele im Stockholmer Einzugsbereich, denn jährlich zählt man dort etwa 1,5 Millionen Besucher, die hier teilweise sportlich aktiv werden oder einfach dem Stadtleben entfliehen wollen.

Naturliebhaber, auch weit außerhalb des Einzugsbereichs Stockholms und Nackas besuchen das Nackareservat auch wegen seiner biologischen Vielfalt und den Gebieten, die als Schlüsselbiotope betrachtet werden, weil man dort noch sehr seltene und vom Aussterben bedrohte Pflanzen, Insekten und Vögel finden kann, die man in anderen Teilen Schwedens längst nicht mehr zu Gesicht bekommt. Daher ist es auch  verständlich, dass man zwar im Schutzgebiet spazieren gehen kann, es jedoch verboten ist Pflanzen auszugraben, Tiere zu fangen oder auch, umgekehrt, dort bisher unbekannte Pflanzen oder Tiere einzuführen.

Bei der Schaffung des Nackareservatet dachte man jedoch nicht nur an Naturliebhaber, sondern auch an das aktive Freizeitleben der Bewohner Nackas und Stockholms, denn am Källtorpssjön findet man auch Fußballplätze, eine Golfbahn, ein Freibad und mehrere Wander- und Motionstrecken. Der berühmteste Wanderweg, der das Naturschutzgebiet durchstreift, ist der sogenannte Sörmlandsleden, ein Wanderweg, der mit seinen rund 1000 Kilometern Stockholm mit Malmköping verbindet.


16. Mai 1592: Christopher Ekeblad und die religiöse Poesie Schwedens 
16. Mai 1767: Carl Zetterström, Mediziner und Wohltäter 
16. Mai 1882: Elin Wägner, eine Kämpferin für die Rechte der Frauen 
16. Mai 1900: Massenmord auf dem Mälaren 
16. Mai 1923: Alkoholverkauf in Schweden und die Systembolaget 
16. Mai 1930: Eine Ausstellung in Stockholm verändert die Architektur des Landes

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 28. April 2015

Das Naturreservat Slottsberget in Skärstad

Am 28. April 2012 wurden die Naturschutzgebiete Schwedens um das Naturreservat Slottsberget in Skärstad bei Jönköping reicher, auch wenn von der Idee bis zur Einweihung dieses Schutzgebietes drei Jahre vergangen waren. Die Idee dabei war vor allem die sehr alten Eichen mit dem umgebenden Mischwald zu schützen und damit die biologische Vielfalt des rund 22 Hektar großen Gebietes zu erhalten und der Bevölkerung gleichzeitig ein attraktives Ausflugsgebiet zu bieten.

Der Slottsberget (Schlossberg) ist eine Hügel, der mit seinen 240 Meter über dem Meeresspiegel eine hervorragende Aussicht bietet und nach Ausgrabungen bereits während der Eisenzeit ab etwa 500 vor Christus bewohnt war, wobei man bei einem Spaziergang auf den Wanderwegen einige der historischen Stellen entdecken kann, aber auch die Spuren, die die Landwirtschaft ab dem 18. Jahrhundert hinterlassen hat. Vorhistorische Gräber, kleinere Mühlen und eine relativ wilde Natur bieten hier eine Einheit und erlauben einen Streifzug durch eine 2000-jährige Geschichte.

Der Slottsberget ist heute eine Paradies für Pflanzen, Vögel und vor allem Insekten, die in totem oder modrigem Holz leben, das in diesem Naturschutzgebiet reichlich vorhanden ist. Unter den Pflanzen findet man insbesondere Blumen, die typisch für Haine und Unterholz sind, weswegen das Naturschutzgebiet auch im Frühjahr die meisten Besucher zählt, in der Zeit, wenn man neben der erwachsenden Pflanzenwelt auch zahlreiche Zugvögel hier findet, die in Schweden die verschiedenen Naturschutzgebiete für ihre Rast benutzen, da sie dort Schutz und ausreichend Nahrung finden können. Wie in allen Naturschutzgebieten Schwedens, so ist auch auf dem Slottsberget das Jedermannsrecht stark eingeschränkt.


28. April 1715: Carl Fredrik Scheffer zwischen Politik und Literatur 
28. April 1846: Der Astronom Johan Oskar Backlund 
28. April 1868: Hjalmar Procopé, ein finnlandschwedischer Dichter 
28. April 1938: Wasser und Brot in schwedischen Gefängnissen 
28. April 1973: Siri Derkert, Erneuerin der öffentlichen Kunst

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Sonntag, 2. November 2014

Rutger Sernander, Botaniker, Archäologe und Geologe

Rutger Sernander kam am 2. November 1866 in der gehobenen Bürgerschicht in Viby in Närke zur Welt und hatte daher eine hervorragende Bildung, die es ihm ermöglichte an der Universität Uppsala zu studieren wo er, nach einer Disputation über die Vegetation Gotlands, 1895 Doktor in Philosophie wurde und im Jahre 1909 auch zum ordentlichen Professor in Botanik ernannt wurde. Anschließend wurde Sernander in nahezu alle wissenschaftlichen Vereinigungen und Akademien Schwedens aufgenommen und entwickelte sich zu einem er bedeutendsten Botaniker des Landes.

Rutger Sernander war mit seinen Ideen einer der bedeutendsten Neuerer der botanischen Wissenschaft, denn er lehnte bereits zu Beginn seiner Arbeiten jeden göttlichen Einfluss auf die Pflanzenevolution ab und sah die Veränderung der Flora vor allem in der klimatischen Entwicklung, was um diese Zeit in Schweden sehr ungewöhnlich war. Seine Pflanzenstudien zur Geographie der Pflanzenwelt ab der schwedischen Eiszeit führten auch dazu, dass Sernander beweisen konnte, dass es während der Eisenzeit zu einem bedeutenden Kälteeinbruch in Schweden kam der die Vegetation des Landes vollkommen veränderte.

Auch wenn man heute den Namen Rutger Sernander nur selten in Zusammenhang mit der modernen Botanik hört, so ist seine Bedeutung für das heutige schwedische Denken zur Ökologie und zum Naturschutz bedeutend, denn Sernander war der erste schwedische Wissenschaftler, der die Grundlagen der heutigen Ökologie schuf und 1909 einer der Gründer des schwedischen Naturschutzvereins war. Natürlich lag dies nicht nur an den Forschungsergebnissen Sernanders, sondern auch daran, dass er sich für sämtliche wissenschaftlichen Strömungen des damaligen Europa interessierte und den Forschungsergebnissen seiner Kollegen folgte. Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit verfasste Sernander auch zahlreiche Biografien, zum Beispiel über Carl von Linné und Olof Rudbeck den Älteren.


2. November 1822: Carl Gustaf Malmström und die Freiheitszeit Schwedens
2. November 1887: Jenny Lind erscheint auf einem schwedischen Geldschein
2. November 1890: Moa Martinson eine feministische Arbeiterschriftstellerin
2. November 1961: August Strindberg und Harriet Bosse
2. November 1963: Jonas Gardell, ein umstrittener Schriftsteller Schwedens
2. November 2005: Rolf Bergh und die moderne Kirche Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 14. Januar 2014

Waldemar Bülow, Verleger und Politiker

Waldemar Bülow wurde am 14. Januar 1864 in Lund geboren und war durch seinen Vater, der ebenfalls Verleger war, in der Welt der Presse und der Information aufgewachsen. Mit dem Abschluss der Reifeprüfung im Jahre 1886 begann er in der Folkets tidning als Redakteur zu arbeiten und bereits fünf Jahre später übernahm er die Zeitung des Vaters. So nebenbei hatte Bülow noch an der Universität in Lund studiert, auch wenn ihm dabei die Studentenorganisationen wichtiger waren als die tatsächliche Ausbildung.

Waldemar Bülow, der für seine Zeit sehr fortschrittlich war, begnügte sich jedoch nicht mit der Herausgabe der Folkets tidning, sondern verband seine Tätigkeit gleichzeitig mit einer politischen Karriere und einem starkem Engagement im Kulturleben Lunds, wobei er sich politisch vor allem für das Schicksal von Waisenkindern und ein besseres Schulwesen einsetzte und in sämtlichen Komitees zur Veränderung des Wahlrechts aktiv war. Während seiner Zeit und dank seines starken Einsatzes verbesserte sich die Situation von Kindern in Skåne bedeutend.

Neben seinen beruflichen Aktivitäten zeigte sich Waldemar Bülow zusätzlich als Naturfreund und Naturschützer, wobei es ihm hierbei auch gelang Teile Skånes zum Naturschutzgebiet zu machen. Selbstverständlich half ihm dabei sein politischer Einfluss und seine Artikel in der Folkets tidning. Auch wenn das Hauptinteresse Bülows in der Natur den Pilzen galt, über die er auch ein verständliches und bebildertes Nachschlagewerk veröffentlichte, so versuchte er durch regelmäßige und einfach geschriebene Artikel seine Leser allgemein an die Natur heranzuführen und ihr Interesse dafür zu wecken. Waldemar Bülow starb am 30. Mai 1934 in seiner Heimatstadt Lund.


14. Januar 1794: Erik Sjöberg und der Kampf gegen die literarischen Schulen
14. Januar 1814: Der Kieler Frieden einigt Schweden und Norwegen
14. Januar 1912: Ein Kreuzer für Kriegszwecke aus privaten Mitteln 
14. Januar 1928: Lars Forssell und die Nachkriegsliteratur Schwedens 
14. Januar 1963: Ingmar Bergman wird Chef des Dramaten in Stockholm
14. Januar 2006: Der Mord an einem Jungen bringt ein neues Gesetz 
14. Januar 2011: Sun Axelsson, die Welt der Diktaturen und der Bekenntnisroman

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 24. Mai 2012

Schweden gründet die ersten Nationalparks Europas

Am 24. Mai 1909 entschied sich das schwedische Parlament neun Gebiete zu Nationalparks zu erklären und war damit das erste Land in ganz Europa, das sich für den tatsächlichen Naturschutz von großflächigen Gebieten einsetzte. Auch wenn diese neun Nationalparks, verglichen mit den heutigen 29, gering scheint, so handelt es sich dabei jedoch um über die Hälfte der Gesamtfläche, die mittlerweile als Nationalpark ausgezeichnet ist. Seit über 100 Jahren wurde nicht mehr so viel Naturraum geschützt wie im Gründungsjahr.

Um als Nationalpark erklärt zu werden und damit der Natur den höchstmöglichen Schutz zu gewähren, muss das gesamte Gebiet in staatlichem Besitz sein, was in Schweden natürlich weitaus weniger Probleme verursachte als in anderen europäischen Ländern, da der Staat der größte Waldbesitzer Schwedens ist und der Begriff Naturpark natürlich nicht bedeutet, dass dort jede Waldwirtschaft verboten ist, denn Krankheiten, Stürme und andere Ereignisse können auch in den geschütztesten Gebieten Schwedens zur industriellen Nutzung führen.

Das Ziel der gegenwärtig 29 Nationalparks Schwedens ist natürlich die Natur und den Artenreichtum an Tieren und Pflanzen aufrecht zu halten, was allerdings bereits bei den ersten neun Nationalparks des Landes (Abisko, Garphyttan, Hamra, Pieljekaise, Sarek, Stora Sjöfallet, Sånfjället, Ängsö und teilweise Gotska Sandön) gewisse Schwierigkeiten mit sich brachte, nicht zuletzt auch wegen den Überschreitungen des Jedermannsrechts, den Ansprüchen der Sami oder Tieren wie Wölfe, die die Grenze eines Nationalparks kaum beeindruckt.


24. Mai 1919: Frauen bekommen in Schweden das allgemeines Wahlrecht
24. Mai 1973: Die schwedische Countrysängerin Jill Johnson 

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 4. Februar 2012

Der Tag des Wolfes in Schweden

Am 4. Februar 2009 riefen Mitglieder der schwedischen Vereine Nordulv, SRF und Svenska Rovdjursföreningen spontan den Tag des Wolfes in Schweden aus, ohne dabei jedoch bereits an ein regelmäßiges Ereignis zu denken. Der Erfolg der Aktion „Eine Kerze für den Wolf“ kam jedoch so gut bei einem Großteil der Bevölkerung an, dass seither jedes Jahr am gleichen Tag der Tag des Wolfes stattfindet und das Ereignis sogar auf mehreren Kalendern Schwedens zu finden ist.

Der Tag des Wolfes, der in zahlreichen Gemeinden des Landes zu Veranstaltungen zum Thema Wolf führte, soll jedoch keine Aktion gegen die Jäger sein, sondern dabei helfen den Wolf als das Tier zu zeigen, das er historisch in Schweden war, angefangen von den ersten Wölfen, die Schweden besiedelten als er von den Jägern von der Steinzeit bis zur Eisenzeit geachtet war und nicht gejagt wurde bis heute, wo mehr über die Angst vom Wolf und möglichen Gefahren geredet wird als von der Rolle, die er in einem natürlichen ökologischen System spielt.

Auch wenn mittlerweile der Tag des Wolfes teilweise mit Demonstrationen gegen Schutzjagd und Lizenzjagd verbunden wird, so wollten die Gründer dieses Tages vielmehr eine friedliche Diskussion öffnen und nicht Wolfsjäger imitieren, die mit Fackelzügen für die Ausrottung des Wolfes mobil machen. Am Tag des Wolfes sollte man sich Gedanken zu diesem herrlichen Tier machen, das nun bereits seit Jahrtausenden die Wälder Schwedens bewohnt und das nun von Menschen, mit politischer Unterstützung, ausgerottet werden soll.

4. Februar 2011: Lena Nyman und die sündige Filmwelt Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 7. Dezember 2011

Der Vindelälven wird zum Naturschutzgebiet

Nach Jahren der Planung von Wasserkraftwerken, Lobbyarbeit und Widerstandsbewegungen entschied sich am 7. Dezember 1967 bei einer Abstimmung im Parlament die Zukunft des norrländischen Vindelälven. 179 von 320 Parlamentariern entschieden sich dafür den Vindelälven nicht ökonomisch zu erschließen und ihn in seinem ursprünglichen Zustand zu lassen. Am 1. April 1970 wurde diese Entscheidung dann auch schriftlich bestätigt und 1993 wurde der Fluss, gemeinsam mit dem Torneälven, dem Kalixälven und dem Piteälven zu einem Nationalfluss und zum Schutzgebiet erklärt.

Der Vindelälven im südlichen Lappland, der größte Nebenfluss Schwedens, konnte durch diese Entscheidung einer der vier natürlichen Gebirgsflüssen Schwedens bleiben und mündet nach 453 Kilometer Länge in den Umeälven. Während der Schneeschmelze kann der Vindelälven sogar weitaus mehr Wasser transportieren als der begradigte und ausgebaute Umeälven. Der Vindelälven ist einer der bedeutendsten nordschwedischen Flüsse für Naturliebhaber und Fischer, wobei man an ihm noch zahlreiche Schmieden findet, die von der starken Strömung des Vindelälven profitierten.

Die Entscheidung der Regierung den Vindelälven zu erhalten und das schnelle Einlenken des Stromerzeugers Vattenfall, der dort Wasserkraftwerke vorgesehen hatte, war indes kein Zufall oder eine Entscheidung für einen Naturschutz. Die Ursache war vielmehr, dass Vattenfall auf Kernenergie zu setzen begann, die weitaus rentabler war als Wasserkraft und zudem der niedrige Ölpreis der Zeit selbst Ölkraftwerke sinnvoller machte und beim Bau dieser Kraftwerke auch weniger Widerstand von der Bevölkerung zu erwarten war, denn Samen, Naturschützer, Tourismusindustrie, Fischer und andere Gruppen begannen seit 1962 immer aktiver für den Erhalt des Vindelälven zu kämpfen, blieben jedoch von Kernenergie unberührt.

7. Dezember 1812: Der streitbare Philosoph Fredrik Georg Afzelius
7. Dezember 2007: Die schwedische Sängerin Marie Picasso

Copyright: Herbert Kårlin