Donnerstag, 16. Januar 2014

Folkpartiet, die Volkspartei von der Idee bis heute

Auch wenn die Folkpartiet, genauer genommen die Folkpartiet liberalerna (FP), die man mit Volkspartei übersetzen kann, ihren Namen erst am 5. August 1934 erhielt, so geht die Idee eine entsprechende Partei zu gründen bis ins 18. Jahrhundert zurück und ihre tatsächliche Geschichte beginnt am 16. Januar 1900 mit der Gründung der sogenannten Liberala Samlingspartiet, ein Zusammenschluss mehrerer liberaler Parteien. Als sich dann 1902 die Frisinnade landsföreningen gründete und dem Verband anschloss, so wurde diese als Reichsorgan der Volkspartei betrachtet. Eigentlich wurde daher die Folkpartiet sogar zweimal gegründet, im Abstand von zwei Jahren.

Die Entstehung der Folkpartiet war im Grunde eine liberale Volksbewegung mit klaren Zielen. Da diese Bewegung jedoch stark von der Erweckungsbewegung beeinflusst war, war zu Beginn das Hauptziel der Kampf gegen den Alkohol, aber es ging auch um das allgemeine Wahlrecht, die ausgedehnte Pressefreiheit, die Organisation von Gewerkschaften und eine sozialere Gerechtigkeit. Allerdings sollte die Gruppe der Hardliner, die ein absolutes Alkoholverbot forderten, die Partei bereits 1923 wieder spalten, denn die Gruppe, die das Alkoholverbot für eine zu starke Maßnahme hielt, wurde einfach aus dem Reichsverband ausgeschlossen und gründete daher die Sveriges liberala parti.

Am 5. August 1934 vereinten sich die beiden liberalen Parteien erneut und es kamen einige Splitterparteien hinzu, was letztendlich zum Namen der heutigen Folkpartiet liberalerna (FP) führte. Der Aufschwung der Partei war bedeutend und 1956 verfügte die Volkspartei über knapp 24 Prozent der Wählerstimmen. Aber auf Grund ihrer Einstellung zu Pensionsfragen war dies nur ein kurzer Erfolg. Die Partei gewann dann erst 2006 wieder einen bedeutenden Einfluss, als die rechte Gruppierung der Moderaterna die Macht nur durch eine Koalition mit den Parteien der Mitte und den Christdemokraten ergreifen konnte. Seit dieser Zeit ist Jan Björklund der Vorsitzende der Partei, der jedoch auf Grund seiner permanenten Reformen des Schulsystems die Wähler nicht wirklich vom Ideal der Folkpartiet überzeugen kann.


Am 3. Oktober 2014 übergab Jan Björklund sein Amt als Kultusminister, das er seit dem 7. September 2007 innehatte, an den Grünen Gustav Fridolin. Björklund ist jedoch weiterhin der Vorsitzende der schwedischen Folkpartiet, die am 25. November 2015 ihren Namen in Liberalerna änderte um die liberale Politik der Partei in den Vordergrund zu setzen.

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Copyright: Herbert Kårlin

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