Dienstag, 7. Oktober 2014

Karl Staaff wird liberaler Ministerpräsident

Als Karl Staaff am 7. Oktober 1911 zum zweiten Mal Ministerpräsident Schwedens wurde und den konservativen Arvid Lindman ersetzte, setzte er die Weichen für eine liberaleres Schweden, das dem Volk einen Einfluss in das politische Geschehen ermöglichte, denn Staaff war erste Ministerpräsident des Landes, der sich für das allgemeine Wahlrecht einsetzte und ihm ist es auch zu verdanken, dass bereits einige Jahre vorher die Auflösung der Union zwischen Norwegen und Schweden auf friedliche Weise ablief und nicht zu kriegerischen Handlungen führte, denn Gustav V. und die rechte politische Schicht wollten Norwegen notfalls mit Gewalt weiterhin an Schweden binden.

Karl Staaff wurde am 21. Januar 1860 als Sohn eines Priesters in Stockholm geboren und studierte nach seiner Hochschulreife an der Universität Uppsala, wo er sich sehr schnell den revolutionären Kreisen anschloss und eine Modernisierung der studentischen Nationen forderte. Nach Staaff war es unsinnig, dass schwedische Prinzen dort automatisch Ehrenmitglieder wurden oder die Rechte der Frauen extrem eingeschränkt waren. Allerdings gelang es Staaff, trotz seiner steigenden Anhängerschaft, nicht Vorsitzender der Nation Stockholm zu werden, eine Position, die vom konservativen Ernst Trygger eingenommen wurde, der später auch ein bedeutender politischer Gegner Staafs wurde.

Als Karl Staaff im Jahre 1896 erstmals in den Reichstag gewählt wurde, schloss er sich der damaligen Folkpartiet (Volkspartei) an, die später zur Liberala samlingspartiet wurde, einem Zusammenschluss von drei liberalen Parteien, die etwa die gleichen Ideen verfolgten. Staaf war bereits 1905 mit der Hauptforderung zu allgemeinen Wahlen Ministerpräsident geworden, stolperte jedoch bereits nach einem Jahr am Widerstand der Rechten. Als er zum zweiten Mal an die Spitze des Staates gewählt wurde, sicherte er sich dann die Unterstützung der Sozialdemokraten, was zwar noch nicht dazu führte, dass das Wahlrecht geändert wurde, aber Staaff konnte mit seinem linken Partner im Jahre 1913 die allgemeine Pension in Schweden einführen. Karl Staaff starb am 4. Oktober 1915 an einer Lungenentzündung.


7. Oktober 1818: Gudmund Jöran Adlerbeth und die gustavianische Epoche
7. Oktober 1879: Joe Hill, der berühmteste Schwede Amerikas
7. Oktober 1882: Der Tierschutzverband Djurens Rätt nimmt seine Arbeit auf
7. Oktober 1924: Gunnar Brusewitz, Naturerlebnisse in Wort und Bild
7. Oktober 1974: Die schwedische Sängerin Charlotte Perrelli
7. Oktober 1980: Ernst Alm, der Sieger des ersten Wasalaufs im Jahre 1922
7. Oktober 1994: Die schwedische Komödie Svensson, Svensson

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 6. Oktober 2014

Per Albin Hansson, ein Antialkoholiker als Ministerpräsident

Als Per Albin Hansson am 6. Oktober 1946 in Stockholm plötzlich an einem Herzinfarkt starb, hatte er knapp 14 Jahre lang als Ministerpräsident Schwedens über die Poltik des Landes entschieden und mit seiner Idee des schwedischen Volksheimes (Folkhemmet) den Sozialdemokraten eine Ideologie geboten, die die ideologische Basis für die folgenden Ministerpräsidenten Tage Erlander und Olof Palme festlegte. Ach wenn die Sozialdemokraten Schwedens noch heute den Begriff Folkhemmet verwenden um Wähler zu gewinnen, so ging die ursprüngliche Idee des Sozialstaats den der Begriff beinhaltet, nach Olof Palme verloren.

Per Albin Hansson von Emil Näsvall im Folkets Park in Malmö

Per Albin Hansson war am 28. Oktober 1885 in ärmlichen Verhältnissen in Malmö aufgewachsen und begann nach der vierjährigen Volksschule zu arbeiten. Als Hansson 16 Jahre alt war, schloss er sich dem Verband der Antialkoholiker Verdani an. Den Gedanken der absoluten Abstinenz verfolgte Per Albin Hansson sein Leben lang, auch wenn er selbst Abende mit Grog liebte. Die Forderung die absolute Abstinenz gesetzlich zu regeln verursachte auch bedeutende Spannungen mit Hjalmar Branting und führte dazu, dass der politische Aufstieg Hanssons, der ab 1910 bei der Zeitung Social-Demokraten in Stockholm arbeitete, bis zum Tode Brantings gebremst wurde.

Der Erfolg von Per Albin Hansson als Ministerpräsident lag jedoch weniger an seiner Einstellung zum Alkohol oder seiner Idee des Folkhemmet, sondern an einer Reihe von politischen Entscheidungen, die den Sozialdemokraten über viele Jahre hinweg die Vormacht boten. Hansson zwang 1917 die revolutionäre Gruppe der Partei, die heutigen Linken, die Sozialdemokraten zu verlassen, er spielte eine wichtige Rolle bei der Einführung des allgemeinen Wahlrechts in Schweden und er sorgte als Verteidigungsminister für die Abrüstung um Gelder für soziale Maßnahmen zu befreien. Mit der sogenannten Baltenauslieferung verursachte Per Albin Hansson allerdings auch den ersten politischen Skandal Schwedens nach dem Zweiten Weltkrieg, entging jedoch durch seinen plötzlichen Tod den bedeutendsten Kritiken.


6. Oktober 1550: Karin Månsdotter, die erste bürgerliche Königin Schwedens
6. Oktober 1820: Jenny Lind erscheint auf einem schwedischen Geldschein
6. Oktober 1821: Der schwedische Naturwissenschaftler Anders Jahan Retzius
6. Oktober 1869: Bo Bergman, zwischen Realismus und Belletristik
6. Oktober 1888: Der schwedische Künstler Einar Nerman
6. Oktober 1942: Anna Wahlgren und die Bibel für Mütter
6. Oktober 1942: Anna Wahlgren und das Barnaboken
6. Oktober 1958: Die Mosebackes Monarchie wird ausgerufen

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 5. Oktober 2014

Die schwedische Sängerin Greta Wassberg

Greta Wassberg kam am 5. Oktober 1904 in Selånger im Västernorrland zur Welt taucht in der Musikgeschichte Schwedens relativ spät auf, denn ihre erste Schallplattenaufnahme machte sie im Alter von 28 Jahren, als ihre erste Ehe bereits dem Ende entgegenging. Allerdings war Wassbergs erste Aufnahme der heute noch bekannten Erfolgshit Kan du vissla, Johanna und sie figurierte unter dem Pseudonym Inga Waller, das sie auch in Zukunft für Aufnahmen bei Decca verwendete. Für die Plattenfirma Dixi benutzte sie zusätzlich noch den Namen Inga Widén, was in gewisser Weise zu drei parallelen musikalischen Karrieren führte, neben ihrem Beruf als Gesangspädagogin.

In den 30er Jahren entwickelte sich Greta Wassberg, die insgesamt rund 150 Schallplatten aufnahm, zu einer der berühmtesten Sängerinnen Schwedens, die ab 1938 auch immer häufiger in Deutschland auftrat und dort mehrere Erfolgshits hatte. Mehrere ihrer schwedischen Hits waren auch Übersetzungen ihres deutschen Repertoires oder Adaptionen anderer deutscher Lieder. In dieser Zeit konnte man Wassberg auch mehrmals in Filmen zur Mimik von schwedischen Schauspielerinnen hören und beim Erfolgsfilm Swing it magistern mit Alice Babs wirkte die Sängerin zudem als Chorleiterin und Gesangspädagogin.

Greta Wassberg war bereits Ende der 30er Jahre eine Pionierin der Studiotechnik, denn sie richtete in Gröna Lund das kleine Studio Din egen röst ein in dem Amateure, unter ihrer Anleitung, eine eigene Schallplatte aufnehmen konnten. In den 50er Jahren zog Wassberg, nach der gescheiterten zweiten Ehe, nach Malmö und öffnete dort die Konditorei Hörnan in der regelmäßig Orchester für die Unterhaltung der Gäste sorgten. Parallel zu dieser Tätigkeit nahm die Sängerin noch EPs mit Sagen für Kinder auf, gab jedoch ihre Karriere als Sängerin ganz auf. Greta Wassberg starb am 19. Februar 1996 im Alter von 92 Jahren in Vancouver in Kanada.


5. Oktober 1785: Lasse-Maja, der schwedische Dieb in Frauenkleidern
5. Oktober 1923: Stig Dagerman, ein zerrissenes Leben bis zum Tod
5. Oktober 1938: Albert Ranft, ein ungewöhnlicher Theaterdirektor Schwedens
5. Oktober 1953: Hjalmar Lundgren, Literatur und Lakalpatriotismus aus Norrköping
5. Oktober 1987: Der schwedische Künstler Alf Gustavsson
5. Oktober 1997: Christina Odenberg wird erster weiblicher Bischof Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg

Samstag, 4. Oktober 2014

Der schwedische Musiker Charlie Norman

Charlie Norman kam am 4. Oktober 1920 unter dem Namen Karl Norman in Ludvika zur Welt und begann sich sehr früh für Musik zu interessieren. Seine Eltern waren zwar noch einverstanden damit, dass er im Schulorchester Trompete spielte und Klavierunterricht nahm, aber sie wollten nichts von einer Karriere als Musiker wissen, was dazu führte, dass Norman nach der Schule erst einmal als Dreher zu arbeiten begann. Dies hinderte den Musiker allerdings nicht davon ab ein Tanzorchester zu gründen, das dann jedes Wochenende auf der Bühne stand.

Als Charlie Norman im Alter von 17 Jahren bei einem Orchesterwettbewerb als Pianist entdeckt wurde, wollte er von einem handwerklichen Beruf jedoch nichts mehr wissen und noch zu Mittsommer 1937 begann er seine Karriere als professioneller Musiker und begann mit dem Sven Fors Orchester in Varberg zu spielen. Es folgten Engagement bei Sune Lundvall, Håkan von Eichwald und Seymour Österwall, bis er 1942 an TBC erkrankte. Norman gab auch jetzt die Musik nicht auf, sondern arbeitete nun an Arrangements für Grammophonaufnahmen und erstellte einen Fernkurs bei dem man lernte Arrangements für ein Tanzorchester zu schreiben.

Nach seiner Genesung begann Charlie Norman mehr und mehr Boogie zu spielen. Als Norman dann jedoch Edvard Griegs Anitras dans in einen Boogie verwandelte, ging die Grieg-Stiftung in Norwegen auf die Barrikaden und Metronome war sogar dazu gezwungen sämtliche Platten aus dem Verkauf zu nehmen. Allerdings waren um diese Zeit bereits 10.000 Exemplare verkauft und das Verbot führte nur dazu, dass Anitras dans das meist gewünscht Stück bei den Liveauftritten Normans wurde. Nach dem zweiten Weltkrieg war Norman zu einem international anerkannten Musiker geworden und trat in ganz Europa auf. Als Norman Käre John mit Alice Babs das erste Mal präsentierte, konnte er sich allerdings nicht vorstellen, dass dieses Lied geradezu eine Landplage wurde und zur ersten Goldenen Schallplatte Schwedens führte. Charlie Norman starb am 12. August 2005 im Alter von 84 Jahren.


4. Oktober 1550: Karl IX. ein Ersatzkönig leitet Schweden
4. Oktober 1872: John Wigforss, vom Bohème-Revolutionär zum Konservatismus
4. Oktober 1894: Frans G. Bengtsson, Militärromantik und Antidemokratie
4. Oktober 1904: IFK Göteborg, eine Alternative für die Arbeiterschicht
4. Oktober 1935: Das Konzerthaus in Göteborg und seine Geschichte
4. Oktober 1953: Der schwedische Prinz Oscar (Bernadotte) 
4. Oktober 1999: Kanelbullens dag, der Tag der schwedischen Zimtschnecke

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Freitag, 3. Oktober 2014

Die schwedische Sexologin Malena Ivarsson

Malena Ivarsson wurde am 3. Oktober 1949 als Magdalena Ivarsson als Tochter eines Priesters in Lund geboren und wuchs daher in einem Milieu auf in dem das Wort Sex nicht existierte. Unter dem Einfluss ihrer Eltern und ihrer Großeltern, bei denen Ivarsson ihre Sommerferien verbrachte, war es daher auch nahezu selbstverständlich, dass auch die Jugendlich im Grunde die Theologie als ihr Ziel ansah und Priesterin werden wollte, mit der Idee dabei anderen in schwierigen Momenten zur Seite stehen zu können.

Nach ihrem Abitur begann Malena Ivarsson daher selbstverständlich Theologie zu studieren, aber als sie immer mehr daran zweifelte ob man als Priester wirklich anderen helfen kann, wechselte sie zur Soziologie. Nach dem Abschluss des Studiums und noch während ihres Praktikums im Sozialamt in Malmö kam jedoch die Ernüchterung, denn sie stieß auf abgebrühte Angestellte, die sich kaum um das Schicksal der Bedürftigen kümmerten. Das Ergebnis war, dass Ivarsson diese Situation bereits mit 24 Jahren nicht mehr verkraftete und nach einem Nervenzusammenbruch in der Psychiatrie landete, gemeinsam mit Drogenabhängigen, Alkoholikern und anderen Personen, denen man dort so wenig helfen konnte wie ihr selbst.

Nach ihrer Entlassung suchte Malena Ivarsson ein Ziel in ihrem Leben und wollte erst recht anderen helfen. Die junge Frau begann nun als Lebensberaterin bei verschiedenen Zeitschriften zu arbeiten und machte in Kopenhagen eine Ausbildung zur Sexologin. Auf diesem Weg kam Ivarsson dann zum Fernsehen, als Ratgeber für sexuelle Probleme. In dieser Rolle wurde sie in kürzester Zeit in ganz Schweden bekannt, da man Ende der 80er Jahre in Schweden bei weitem noch nicht reif für eine Konfrontation mit Sex und sexuellen Problemen war, aber jeder Skandal willkommen war. Da sich Ivarsson für die Sendungen provokativ kleidete und Sexspielzeug neben ihr lag, wurde die Sendung Fräcka fredag ein enormer Erfolg, aber musste auf den Druck mehrerer Seiten dennoch nach nur sieben Sendungen eingestellt werden und Ivarsson kehrte zurück zu den Zeitschriften und war mehrere Jahre lang Sexualratgeberin der weniger schockierenden Sendung Sköna Söndag.


3. Oktober 1742: Der schwedische Naturwissenschaftler Anders Jahan Retzius
3. Oktober 1832: Lina Sandell-Berg und 1700 Gedichte
3. Oktober 1853: Das Tullgarn Schloss im Södermanland brennt
3. Oktober 1962: Hylands hörna, 20 Jahre Erfolg im Fernsehen
3. Oktober 1972: Der schwedische Sänger und Musiker Martin Stenmarck
3. Oktober 2001: Helge Zimdal, der Architekt, der Schulen baute

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 2. Oktober 2014

Maria Wetterstrand und die grüne Bewegung Schwedens

Maria Wetterstrand kam am 2. Oktober 1973 in Eskilstuna zur Welt und wurde bereits mit 15 Jahren Mitglied der Grünen Schwedens (Miljöpartiet). Nahezu unmittelbar nach den Wahlen des Jahres 1988 gründete die Jugendliche dann in ihrer Heimatstadt eine Lokalgruppe des Jugendverbands der Grünen. Ihr Engagement zeigte schon 1996 ihre Früchte, denn Wetterstrand wurde, gemeinsam mit Paulo Silva, Vorsitzende des nationalen Jugendverbands der Grünen und nahm an zahlreichen Kongressen teil. In der Zwischenzeit war die junge Politikerin auch nach Göteborg umgezogen um dort Biologie zu studieren, ein Studium, das sie mit einem Master abschloss.

In Göteborg wurde Maria Wetterstrand 1998 in den Stadtrat gewählt und war dort für den Verbraucherschutz zuständig. Bei den Parlamentswahlen im Jahre 2000 wechselte Wetterstrand ihre Position in Göteborg gegen einen Platz im Parlament und prägte ab dieser Zeit das Gesicht der Grünen. Nur zwei Jahre später wurde die Politikerin, dieses Mal gemeinsam mit Peter Eriksson, zur Vorsitzenden der Grünen Schwedens gewählt. Der Aktivität der beiden war es auch zu verdanken, dass die Partei von 4,5 Prozent an Wählern auf 7,3 Prozent anstieg. Im Jahre 2011 gab Wetterstrand dann jedoch ihren Sitz im Parlament und den Vorsitz der Partei auf.

Die Entscheidung von Maria Wetterstrand war jedoch erwartet, da sie seit 2004 mit dem späteren finnischen Umweltminister Ville Niinistö verheiratet war, zwei Kinder bekam und wechselweise in Stockholm, Åbo (Turku) und Helsingfors (Helsinki) lebte. Die Kinder wurden in Schweden in die finnische Schule geschickt und in Finnland in die Schwedische um beide Sprachen als Muttersprachen zu sehen. Die Ehe Wetterstrands hielt nur bis 2012, da beide Politiker in ihren respektiven Ländern aktiv waren und kaum gemeinsame Zeit hatten. Nach dem Ausscheiden aus der politischen Szene hielt Wetterstrand vor allem Vorträge über grüne Themen und arbeitete als Umweltsautorin und Journalistin. Bei den Wahlvorbereitungen des Jahres 2014 betätigte sich Wetterstrand dann jedoch als Beraterin der Grünen und von mehreren Seiten war zu hören, dass sie wieder in die politische Szene zurückkehren wird.


2. Oktober 1870: Hilma Svedal, eine schwedische Abenteurerin aus Strömstad
2. Oktober 1905: Die Hallands Nyheter werden ein Sprachrohr für die Landwirtschaft
2. Oktober 1908: Ingrid Albiner und die christliche Literatur
2. Oktober 1927: Svante Arrhenius, der erste schwedische Nobelpreisträger
2. Oktober 1979: Die schwedische Sängerin Maja Ivarsson
2. Oktober 2008: Der samische Künstler Lars Pirak 

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 1. Oktober 2014

Katarina Vasa gewinnt Einfluss in Ostfriesland

Prinzessin Katarina Vasa wurde am 6. Juni 1539 als älteste Tochter des Königs Gustav Vasa und der Königin Margareta Leijonhufvud in Stockholm geboren und wurde, wie alle Kinder des Königs, so erzogen, dass sie auch öffentlich auftreten konnte und fließend Deutsch sprach. Da ihre Mutter jedoch bereits starb als die Prinzessin gerade einmal 12 Jahre alt war, verbrachte sie ihre Jugend dann jedoch bei Kristina Gyllenstierna und ihren Tanten Kung Märta und Brita Leijonhufvud. Mit 17 erhielt Katarina Vasa ein Brautgeld in Höhe von 100.000 Talern, das ihr den Weg zu einer lukrativen Ehe öffnen sollte.

Am 1. Oktober 1559, als Prinzessin Katarina Vasa 20 Jahre war, ging sie eine vermittelte und politisch begründete Ehe mit Edzard II. von Ostfriesland ein. Die Idee dabei war zum einen einen Verbündeten gegen Dänemark an einer strategisch wichtigen Stelle zu finden, zum anderen aber auch mit Emden einen Hafen zu gewinnen, der gegen die Vormacht der Hanse eingesetzt werden konnte. Die Eheverhandlungen zeigten sich relativ schwierig, da Gustav Vasa mit einem Erbvertrag Katarina nicht nur Berum und Norden als Witwenrente erhalten sollte, sondern der schwedische König auch verhindern wollte dass Ostfriesland zwischen Edzard II. und seinen Brüdern geteilt wird.

Erst zu Beginn 1561 kam Katarina Vasa mit ihrem Ehemann in Ostfriesland an, wo sie allerdings mit starker Hand an allen politischen Geschäften ihres Mannes aktiv teilnahm und dabei immer an das Wohl Schwedens dachte und auch daran arbeitete, dass Ostfriesland vom Kalvinismus ganz zum Glauben Luthers überging. Als ihr Ehemann im Jahre 1599 starb, unterwarf sie sich keine Sekunde lang ihrem Sohn Enno III., der nun die Macht übernommen hatte, sondern lenkte ihre geerbten Gebiete völlig autonom, ähnlich einem Monarchen. Katarina Vasa ging sogar so weit, dass sie ihrem Sohn verbat irgendwelche Steuern in ihren Länderen einzuziehen, auch wenn dies sein volles Recht war.


1. Oktober 1408: Karl Knutsson wird dreimal König Schwedens
1. Oktober 1779: Tammerfors (Tampere) wird von Gustav III. gegründet
1. Oktober 1780: Göran Wahlenberg und die Ökologie der Pflanzen
1. Oktober 1800: Peter Wieselgren und die schwedische Abstinenzbewegung
1. Oktober 1808: Thomas Thorild, der revolutionäre Schriftsteller des 18. Jahrhunderts
1. Oktober 1828: Ebba Ramsay, die Gründerin des Krankenheims Vilhelmsro
1. Oktober 1858: Das schwedische Züchtigungsrecht wird gemindert
1. Oktober 1938: Alf Svensson, 31 Jahre lang Vorsitzender einer Partei
1. Oktober 1952: Anders Larsson, der Autor mit der Neigung zum Absurden
1. Oktober 1977: Der Göteborger Flughafen Landvetter 

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg