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Sonntag, 30. November 2014

Der Kåldolmens dag, der schwedische Tag der Kohlrouladen

Der Kåldolmens dag, der Tag der Kohlrouladen, geht in Schweden auf das Jahr 2010 zurück, als die „Freunde der Kohlrouladen“ sich entschieden den Todestag von Karl XII., der das schwedische Nationalgericht vermutlich mit ins Land brachte, zum Nationaltag des Gerichtes zu machen, das heute aus der schwedischen Hausmannskost nicht mehr wegzudenken ist. Der Erfolg spricht für sich, denn mittlerweile wird dieser Tag in ganz Schweden besonders hervorgehoben und die Kohlrouladen landen daher am 30. Oktober jeden Jahres auf unzähligen Tellern.

Aber auch wenn die Kohlrouladen heute als typisch schwedische Hausmannskost betrachtet werden, so kam dieses Essen erst im 18. Jahrhundert nach Schweden. Als sich die schwedische Armee unter der Führung von Karl XII. zu Beginn des 18. Jahrhunderts fünf Jahre lang im Osmanischen Reich, also der heutigen Türkei, aufhielt, musste der König auch sein Essen umstellen. Besonders interessant fand er nur wenige Gerichte, aber die kåldolmen machten Eindruck auf ihn. Als er daher wieder zurück in Schweden war, verlangte er weiterhin die Zubereitung des Gerichts, und was der König isst, das liebt auch das Volk.

Allerdings hat das Gericht aus der Welt der Muslime nach dem Tode von Karl XII. noch eine kleine Wandlung erlebt, denn im Osamischen Reich benutzte man keine Kohlblätter, sondern die Blätter des Weines, die der König auch noch importieren ließ. Als etwa 50 Jahre später die berühmte Köchin Cajsa Warg in ihrem noch heute legendären Kochbuch das Rezept für kåldolmar (Kohlrouladen) mit aufnahm, fügte sie dem Rezept hinzu, dass alle, die sich keine Weinblätter leisten können, diese mit schwedischen Kohlblättern ersetzen können. Erst diese Idee verbreitete das Gericht dann in allen Haushalten des Landes.


30. November 1718: Karl XII., der „Kriegskönig“ Schwedens
30. November 1833: Artur Hazelius, das Nordische Museum und Skansen
30. November 1868: August Blanche und das Stockholmer
30. November 1888: Die Markthalle auf Östermalm (Östermalmshallen) in Stockholm
30. November 2005: Der Komiker, Sänger und Schauspieler Mikael Dubois

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg

Freitag, 13. Juli 2012

Der Paltdagen (Knödeltag) in Schweden

Wann der Paltdagen (Knödeltag) das erste Mal in Schweden „gefeiert“ wurde, ist unbekannt, denn dieses Gericht der typisch nordländischen Hausmannskost scheint schon immer eine besondere Rolle in der Nähe des Polarkreises gespielt zu haben, wobei allerdings Piteå als die Hauptstadt des Palt (Knödel, Kloß) gilt und am 13. Juli einen außerordentlichen Paltdagen feiert an dem jeder Mitbürger und Besucher der Stadt in der Fußgängerzone zu Palt mit Preiselbeeren, Butter und Milch eingeladen wird. In kürzester Zeit werden hier an diesem Tag 5000 Palt verteilt.

Aber auch wenn der Paltdagen in Piteå sich geradezu zu einem nationalen Ereignis entwickelt hat, so wird dieser Tag auch in zahlreichen anderen Orten Nordschwedens in ähnlicher Weise gefeiert und wer als Besucher des nördlichsten Teil Schwedens am 13. Juli Palt nicht zumindest versucht, hat eines der bedeutendsten Gerichte Schwedens missachtet. Wer an einem anderen Tag des Jahres in Piteå ist, sollte vielleicht auch den Ort Öjebyn, der etwas außerhalb Piteås liegt, besuchen, denn dort findet man die weltweit einzige „Paltzeria“ mit einer nahezu erdrückenden Auswahl an Palt, einer Art gefüllter Kartoffelknödel.

Die klassischen „Pitepalt“ werden aus rohen, geriebenen Kartoffeln, die mit Weizenmehl gemischt werden und mit etwas Salz zu einem harten Teig verarbeitet werden, hergestellt. Aus diesem Teig werden dann die Paltar (Knödel) geformt, die mit Fleischstückchen gefüllt werden. Anschließend werden diese Klöße in Salzwasser gekocht, bevor man sie mit Preiselbeeren, Butter und einem Glas Milch serviert. Mit den zahlreichen Abwandlungen dieses Rezeptes, die mittlerweile angeboten werden, kann man heute bereits ein ganzes Kochbuch füllen.


13. Juli 1858: Der Berzelii Park und seine Statue in Stockholm
13. Juli 1954: Kernenergie und Kernreaktoren in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin