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Montag, 6. April 2015

Arvid Horn, der heimliche Regent Schwedens

Arvid Horn af Ekebyholm wurde am 6. April 1664 im finnischen Halikko als Sohn eines Oberst geboren und wählte sehr früh eine militärische Laufbahn, vor allem, weil ich sich dadurch eine schnelle Ehre und einen Ruf verschaffen wollte um möglichst schnell an wichtigen Entscheidungen teilnehmen zu können. Dies war auch der Grund dafür, warum er 1687 erst beim Heer des deutschen Kaisers diente, anschließend unter holländischem Befehl und dort schließlich von 1690 bis 1695 gegen Frankreich kämpfte.

Auf Grund dieser Einsätze stieg Arvid Horn in Schweden in dieser Zeit bis zum Kapitänleutnant auf, was de Feldherren in den näheren Kreis um Karl XII. brachte und ihm nun ermöglichte auch für Schweden in den Krieg zu ziehen. Horn folgte daher ab 1700 Karl XII., im Rang eines Generalmajors, nach Själand und nach Livland. Karl XII. entdeckte um diese Zeit auch das Verhandlungsgeschick Horns und schickte diesen  mehrmals zu Verhandlungen im Ausland. Als Horn dann jedoch 1705 vom König nach Stockholm geschickt wurde, änderte sich die Laufbahn Horns.

Nach seiner Rückkehr nach Stockholm führte Arvid Horn in immer stärkeren Masse die Staatsgeschäfte Schwedens und wurde bald selbst zum Kanzleipräsidenten ernannt, was bedeutete, dass er für alle Entscheidungen Schwedens verantwortlich war, da sich Karl XII. diese Jahre in der Türkei aufhielt. Nach dem Tod des Königs kämpfte Horn dann gegen die Machtansprache von Königin Ulrika Eleonora und erreichte es nicht nur, dass sie zurücktreten musste, sondern er konnte auch durchsetzen, dass die Stände mehr Macht erhielten, auch wenn dies vorübergehend zu einer Entlassung Horns aus dem Staatsdienst geführt hatte. Aber auch wenn es Horn sogar gelungen war Schweden durch seine Verhandlungsfähigkeit letztendlich den Frieden zu bringen, starb er am 17. April 1742 vollständig entmachtet.


6. April 1827: Frithiof Grafström und das Dilemma zum Skalden gezwungen zu sein 
6. April 1847: Hans Järta, revolutionäre Schriften und die Wandlung 
6. April 1888: Dan Andersson, zwischen Arbeitergedichten und Wildmark 
6. April 1950: Christer Sjögren, von der Tanzband zum schwedischen Schlager 
6. April 1974: Die schwedische Gruppe Abba erobert die Welt 
6. April 1977: Sara Svensson, die religiöse Mörderin Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 30. November 2014

Der Kåldolmens dag, der schwedische Tag der Kohlrouladen

Der Kåldolmens dag, der Tag der Kohlrouladen, geht in Schweden auf das Jahr 2010 zurück, als die „Freunde der Kohlrouladen“ sich entschieden den Todestag von Karl XII., der das schwedische Nationalgericht vermutlich mit ins Land brachte, zum Nationaltag des Gerichtes zu machen, das heute aus der schwedischen Hausmannskost nicht mehr wegzudenken ist. Der Erfolg spricht für sich, denn mittlerweile wird dieser Tag in ganz Schweden besonders hervorgehoben und die Kohlrouladen landen daher am 30. Oktober jeden Jahres auf unzähligen Tellern.

Aber auch wenn die Kohlrouladen heute als typisch schwedische Hausmannskost betrachtet werden, so kam dieses Essen erst im 18. Jahrhundert nach Schweden. Als sich die schwedische Armee unter der Führung von Karl XII. zu Beginn des 18. Jahrhunderts fünf Jahre lang im Osmanischen Reich, also der heutigen Türkei, aufhielt, musste der König auch sein Essen umstellen. Besonders interessant fand er nur wenige Gerichte, aber die kåldolmen machten Eindruck auf ihn. Als er daher wieder zurück in Schweden war, verlangte er weiterhin die Zubereitung des Gerichts, und was der König isst, das liebt auch das Volk.

Allerdings hat das Gericht aus der Welt der Muslime nach dem Tode von Karl XII. noch eine kleine Wandlung erlebt, denn im Osamischen Reich benutzte man keine Kohlblätter, sondern die Blätter des Weines, die der König auch noch importieren ließ. Als etwa 50 Jahre später die berühmte Köchin Cajsa Warg in ihrem noch heute legendären Kochbuch das Rezept für kåldolmar (Kohlrouladen) mit aufnahm, fügte sie dem Rezept hinzu, dass alle, die sich keine Weinblätter leisten können, diese mit schwedischen Kohlblättern ersetzen können. Erst diese Idee verbreitete das Gericht dann in allen Haushalten des Landes.


30. November 1718: Karl XII., der „Kriegskönig“ Schwedens
30. November 1833: Artur Hazelius, das Nordische Museum und Skansen
30. November 1868: August Blanche und das Stockholmer
30. November 1888: Die Markthalle auf Östermalm (Östermalmshallen) in Stockholm
30. November 2005: Der Komiker, Sänger und Schauspieler Mikael Dubois

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg

Montag, 21. Januar 2013

Der Tod von Fadime Sahindal bewegt Schweden

Am Abend des 21. Januar 2002 wird die 26-jährige Fadime Sahindal beim Verlassen der Wohnung ihrer Schwester in Uppsala vom Vater durch einen gezielten Kopfschuss getötet, weil sie sich als geborene Kurdin den schwedischen Sitten angepasst hatte und einen Schweden heiraten wollte, aber auch, weil sie die Situation der Frau in kurdischen Familien öffentlich angeprangert hatte.

Fadime Sahindal war im Alter von sieben Jahren aus der Türkei nach Schweden gekommen und wurde bekannt, als sie im Jahre 2001 im schwedischen Parlament über die Gewalt gegen Frauen sprach und schilderte wie sich ihre eigene Familie mit der Ankunft in Schweden verändert hatte. Sie erzählte auch wie sie ständig von ihren Brüdern überwacht wurde, ihre Lebensweise kritisiert wurde und welcher Gewalt sie wegen ihrer Anpassung an die schwedische Gesellschaft ausgesetzt war.

Obwohl Fadime Sahindal bereits Morddrohungen von ihrem Vater bekommen hatte, wollte sie sich von ihren Schwestern und der Mutter verabschieden, bevor sie zu einem sechsmonatigen Praktikum nach Kenia aufbrach. Der Vater hatte von diesem Treffen erfahren und erwartete seine Tochter vor der Tür der Wohnung ihrer Schwester und tötete sie mit dem ersten Schuss als Fadime die Wohnung verlassen wollte. Als Motiv gab der Vater bei den ersten Verhören an, dass Fadime Sahindal die Ehre der Familie und aller Verwandten gekränkt hatte, weil sie die Situation der kurdischen Frauen öffentlich bekannt gemacht hatte. Der Vater wurde zu lebenslänglichem Gefängnis verurteilt und der Tod Fadimes führte dazu, dass in Schweden ein Verein gegen Ehrengewalt gegründet wurde und das Thema erstmals landesweit diskutiert wurde.


Das Berufungsgericht (Göta Hovrätt) entschied am 28. März 2013, dass der Vater seine Strafe nicht verkürzt bekommt, da man nicht ausschließen kann, dass er erneut zur Gewalt greift sobald sich eines seiner Kinder seiner Meinung widersetzt. Das Gericht bestätigte damit die lebenslange Strafe.

21. Januar 1829: Oscar II. will die Macht des Königs retten
21. Januar 1893: Gunnar Mascoll Silfverstolpe, der intime Alltagsdichter Schwedens 

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 2. August 2012

Kaffee wird in Schweden verboten

Auch wenn man heute Kaffee als das schwedische Nationalgetränk betrachtet, so kam es in Schweden zwischen 1756 und 1822 viermal zu einem absoluten Kaffeeverbot, unter anderem am 2. August 1794. Dieses Verbot dauerte acht Jahre lang, bevor es von der Regierung wieder aufgehoben wurde. Anschließend konnte man wieder fünfzehn Jahre lang Kaffee trinken, bevor ein neues Verbot an der Tagesordnung war. Anlass dazu war grundsätzlich, dass die Schnapsbrennereien sich vom Kaffee bedroht sahen, der immer häufiger in Schweden getrunken wurde und dadurch die Gewinne der Alkoholindustrie schmälerte.

Kaffee war im Jahre 1685 erstmals nach Schweden gelangt, allerdings in einer sehr bescheidenen Menge, denn nach den Zollpapieren in Göteborg handelte es sich dabei um gerade einmal um ein halbes Kilo. Zwei Jahre später wurde Kaffee dann als Medizin gehandelt und konnte ausschließlich in Apotheken gehandelt werden. Erst der König Karl XII. hatte dann bei einem Aufenthalt in der Türkei entdeckt, dass Kaffee auch ein normales Getränk sein konnte, den er, zurück in Schweden, weiterhin auf türkische Art trinken wollte. Zu diesem Zweck hatte er selbst eine Kaffeemaschine mit nach Schweden gebracht. Täglich erhielt er auch eine Lieferung Kaffee aus der Türkei, wobei man dem König nachsagt, dass er täglich drei Liter Kaffee trank.

Heute wird Schweden weltweit nur noch von Finnland beim Kaffeekonsum geschlagen und die aktuellen Zahlen sprechen für sich, denn jedes Jahr werden rund 90 Millionen Kilo Rohkaffee in Schweden importiert und 2011 kaufte jeder Einwohner des Landes (Babys mitgezählt) 9,64 Kilogramm Kaffee pro Jahr und trank 161 Liter des Getränkt, also 3,5 große Tassen am Tag, wobei Männer im Durchschnitt 20 Prozent mehr Kaffee als Frauen trinken und die überwiegende Menge des Kaffees zu Hause getrunken wird. Das wichtigste Importland für schwedischen Kaffee ist seit Jahrzehnten Brasilien.


2. August: Katarina von Vadstena und der Namenstag Karins
2. August 1951: Freddie Wadling, vom Punk zur Ballade 

Copyright: Herbert Kårlin