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Dienstag, 10. April 2018

Der Oberstatthalter und Generalmajor Rutger Fuchs

Rutger Fuchs kam am 12. April 1682 als Sohn eines Oberleutnants in Malmö zur Welt und begann seine militärische Karriere im Jahr 1699, als er gerade einmal 17 Jahre alt war. Bis 1707 wurde Fuchs in Finnland eingesetzt, wo er, mit wechselndem Erfolg, insbesondere gegen Russland kämpfte. 1705 nahm Fuchs auch am Kriegszug Cornelius Anckarstjernas gegen Sankt Petersburg teil, der nicht nur scheiterte, sondern bei dem Fuchs auch erstmals schwerer verletzt wurde. Bereits 1705 wurde Rutger Fuchs dann nach Schweden zurückbeordert und zum Major des Dalregementes ernannt.

Zwei Jahre später wurde Rutger Fuchs zum Oberleutnant befördert und folgte in dieser Eigenschaft mit Magnus Stenbock nach Deutschland, wo der Kriegsherr bei der Schlacht bei Gadebusch so schwer verletzt wurde, dass er sich ein Jahr lang nur auf Krücken fortbewegen konnte uns bis zu seinem Tod am 10. April 1753 hinkte. Dies hielt Fuchs natürlich nicht davon ab 1716 unter Karl XII. gegen Norwegen in den Krieg zu ziehen. In diesem Zusammenhang wurde Fuchs auch in den Adelstand aufgenommen. Als der Kriegsherr dann im Jahr 1719 auch noch einen bedeutenden Sieg mit seiner Heer, das aus kaum 800 Männern bestand, wurde Fuchs vom König zum Freiherren und Generalmajor ernannt.

Ab dieser Zeit betätigte sich Rutger Fuchs auch als Politiker und schloss sich dabei Arvid Horn und der Hutpartei an, die sich insbesondere für die Ausdehnung Schweden
s und eine deutliche Kriegspolitik einsetzte. Als Fuchs dann 1740 als Statthalter für Stockholm eingesetzt wurde, änderte er plötzlich seine Einstellung zum Krieg, verließ die Hutpartei um sich den Mützen anzuschließen, die für eine Friedenspolitik Schwedens kämpften. Als Statthalter Stockholms war Fuchs allerdings nicht sehr beliebt, da er politischen Gegnern mit der größten Grausamkeit entgegentrat und nur seine persönliche Meinung gelten ließ.

10. April 1216: Erik Knutsson und die erste Krönung Schwedens
10. April 1728: Nicodemus Tessin der Jüngere und das Stockholmer Schloss
10. April 1833: Axel Kumlien, der Architekt für Bahnhöfe und Krankenhäuser
10. April 1902: Der Kunstsammler und Mäzen Pontus Fürstenberg
10. April 1929: Der schwedische Schauspieler Max von Sydow
10. April 1946: Mikael Wiehe, mit Allsång die Regierung stürzen
10. April 1947: Die schwedische Sängerin Lena Maria Gårdenäs
10. April 1990: Das Ivar Lo-Johansson Museum in Stockholm

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 18. März 2018

Fredrik Ferdinand Carlson, Politiker und Geschichtswissenschaftler

Fredrik Ferdiand Carlson kam am 13. Juni 1811 als Sohn eines Juristen und Regierungspräsidenten in Alsike zur Welt und studierte, nach seiner Hochschulreife, ab 1825 Geschichte und Philosophie an der Universität Uppsala, an der er auch von 1849 bis 1876 Professor in Geschichte war, was dem Wissenschaftler auch dazu verhalf 1859 in die Svenska Akademien aufgenommen zu werden. Bedeutend für Carlson war allerdings sein Aufenthalt an der Universität in Berlin, da er sich dort, nach Beendigung seines Studiums in Uppsala, mit der modernen Quellkritik auseinandersetzte, die seine spätere Karriere in der Geschichte stark beeinflusste.

Nach Abschluss seines Studiums und seines Aufenthalts in Berlin kehrte Fredrik Ferdiand Carlson nach Stockholm zurück und akzeptierte den Dienst als Lehrer der Söhne des Königs Oscar I., was zu zahlreichen Aufenthalten im Ausland führten. Während seiner Zeit in England machte er sich in diesem Zusammenhang mit den liberalen Strömungen des Landes vertraut. Diese Erfahrungen waren dafür verantwortlich, dass Carlson später, in seiner Rolle als Staatsrat, zum einen für die Religionsfreiheit kämpfte, zum anderen aber, sehr erfolgreich, das gesamte Ausbildungssystem Schwedens reformierte. Bei sämtlichen Reformvorschlägen Carlsons bewährten sich seine Geschichtskenntnisse, da er mit Hilfe dieser Argumente eine Logik seiner Ausführungen aufzeigen konnte.

Auch wenn Fredrik Ferdinand Carlson, der am 18. März 1887 in Stockholm starb, sich als Geschichtswissenschaftler auf die Zeit der Könige Karl X. Gustav und Karl XII. spezialisiert hatte, muss seine Leistung weitaus umfassender gesehen werden, denn Carlson war der erste Geschichtswissenschaftler Schwedens, der die schwedische Geschichte nicht mehr als eigenständig betrachtete, sondern diese im Zusammenhang mit den anderen europäischen Ländern betrachtete, da der Wissenschaftler davon ausging, dass jede bedeutende Handlung eines europäischen Landes auch andere Länder beeinflussen muss.


18. März 1655: Maria Eleonora von Brandenburg, die schönste Königin Schwedens
18. März 1786: Gustaf Lundberg, der produktivste Künstler Schwedens
18. März 1862: Der schwedische Künstler Eugène Jansson
18. März 1907: Eisenbahnraub in Schweden
18. März 1915: Der erste Meereseisbrecher Schwedens: S/S Sankt Erik
18. März 1935: Der schwedische Sprachforscher Axel Kock
18. März 1956: Die schwedische Skilegende Ingemar Stenmark
18. März 1957: Christer Fuglesang, der erste Schwede im All
18. März 1986: Die schwedische Sängerin Lykke Li 

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 11. März 2018

Der Reichsmarschall Samuel Åkerhielm

Samuel Åkerhielm kam am 14. Dezember 1684 in Stockholm als Sohn eines Diplomaten zur Welt und schrieb sich nach Privatunterricht 1698 an der Universität Åbo (Turku) ein, wechselte 1702 zur Universität Uppsala und reiste 1705 nach London um dort das Staatsleben zu studieren und sich an der Universität Oxford einzuschreiben. Nur zwei Jahre später wurde Åkerhielm jedoch zurück nach Stockholm gerufen um in Frankreich und den Niederlanden als Kurier zwischen Carl Gyllenborg und Karl XII. zu dienen, der sich um diese Zeit in Sachsen aufhielt. Auf diese Weise wurde Åkerhielm auch der Vertraute des Königs.

Im Jahr 1717 wurde Samuel Åkerhielm an der königlichen Kanzlei angestellt, 1723 wurde er Staatssekretär für Verteidigungsfragen und er schloss sich der Holsteinschen Partei an, in der Hoffnung dort eine politische Karriere zu machen. Als diese jedoch bereits 1727 aufgelöst wurde, landete Åkerhielm als Präsident des Oberlandesgerichts in Åbo (Turku), dem heutigen Finnland. Åkerhielm nahm auch in dieser Zeit an den Reichstagen teil und schloss sich 1734 den neu gegründeten Hüten (Hattarna) an, erneut um eine politische Karriere zu beginnen. Da Åkerhielm jedoch stark für die Friedenspolitik eintrat, musste er letztendlich die kriegsfreundlichen Hatterna verlassen, mit der Aufforderung nie wieder Politik zu betreiben.

Während des Reichstags 1751/52 änderten die regierenden Hatterna das Urteil gegen Samuel Åkerhielm etwas und verliehen ihm zumindest eine Pension als Reichsrat. Als dann 1765 die Mützen (Mössarna) die Regierung übernahmen, schloss sich Åkerhielm dieser Partei an, wollte jedoch, wegen seines hohen Alters, das ihm angebotene Amt als Reichsrat nicht mehr annehmen. Am 11. März 1768, nur ein Jahr später, starb Åkerhielm dann auf seinem Gut Margretelund in Österåker. Dass Samuel Åkerhiel, trotz seiner Beziehungen und Leistungen, keine politische Karriere machte, hing vermutlich damit zusammen, dass er als Mann bekannt war, der keine Kompromisse kannte, sondern grundsätzlich seine eigene Meinung durchsetzen wollte.


11. März 1795: Magnus Jacob Crusenstolpe der schreibende Revolutionär Schwedens
11. März 1849: Karl Alfred Melin, der Dichter der Schären des Södermanlands
11. März 1884: Lewi Pethrus, eine bedeutender Führer der Pfingstbewegung
11. März 1894: Der schwedische Fußballklub GAIS
11. März 1907: SKF, Kugellager aus Schweden
11. März 1918: Die spanische Grippe in Schweden
11. März 1958: Die arrangierte Ehe von Prinzessin Ingeborg
11. März 1960: Der schwedische Sänger Tommy Nilsson
11. März 1981: Die Öresundsvarvet in Landskrona

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 25. Februar 2018

Der Erzbischof Jacob Benzelius

Jacob Benzelius kam am 25. Februar 1683 als Sohn des Erzbischofs Erik Benzelius in Uppsala zur Welt und studierte dort Philosophie. Ein Jahr nach Abschluss seines Studiums wurde er Studienrat in Philosophie an der gleichen Universität, wechselte jedoch 1706 in die theologische Fakultät und wurde in diesem Rahmen auch Priester in Näs. Ab 1707 machte Benzelius eine ausgedehnte Studienreise bei der er in Leipzig auch Karl XII. besuchte, der um diese Zeit dort sein Hauptquartier hatte. Zurück in Schweden suchte er vergebens nach einer Pfarrgemeinde und erst 1718 sollte Benzelius dann als Theologieprofessor an die Universität Lund berufen werden, was ihm eine Karriere in der Theologie ermöglichte.

Sechs Jahre nach seinem Doktortitel in Theologie im Jahr 1725 wurde Jacob Benzelius dann Bischof in Göteborg und gründete dort, unter anderem, auch ein Kinderheim. Der Weg zum Erzbischof wurde ihm dann durch seinen Bruder geöffnet, denn dieser wurde 1743 zum Erzbischof erhoben, starb jedoch noch kurz vor der Amtseinführung, so dass Jacob Benzelius als sein Nachfolger ausgewählt wurde und 1744, im Alter von 61 Jahren Erzbischof und Prokanzler der Universität Uppsala wurde, ein Aufstieg, der ihm ermöglichen sollte die Denkweise der schwedischen Kirche über rund 100 Jahre hinweg zu bestimmen, da er mehrere Lehrbücher verfasste, die für das gesamte schwedische Reich als Richtlinie gesehen wurden. Benzelius führte daher die Arbeit seines Vaters in direkter Linie fort.

Jacob Benzelius gehörte zu den Theologen, die die schwedische Kirche (Svenska Kyrka) als einzige Kirche des Landes betrachteten und einen erbitterten Kampf gegen das Aufkommen jeder Freikirche führte, insbesondere gegen den Pietismus, was zu einer kirchlichen Zensur in Schweden führte. Als deutlichstes Beispiel dient sein Kampf gegen den Pietisten Thomas Leopold aus Kungälv, der mit seinen Predigten das Volk bewegen konnte. Benzelius brachte Leopold nicht nur wegen Ketzerei vor Gericht, sondern erreichte auch dass dieser lebenslänglich in Festungshaft kam um eine Signal für alle andere Freidenker jener Zeit zu setzen. Da Jacob Benzelius sehr spät zum Erzbischof ernannt wurde, konnte er sein Amt nur wenige Jahre ausüben, wenn auch mit sehr großem Erfolg, denn er starb am 19. Juni 1747, nur drei Jahre nach seiner Ernennung, während eines Reichstags bei dem er die Priesterschaft Schwedens vertrat.


25. Februar 1834: Gustaf Emanuel Beskow und das Schulwesen
25. Februar 1764: Carl Gustaf von Brinkman, der Dichter deutscher Seele
25. Februar 1882: Ludvig Nordström und das Paradies in Nordschweden
25. Februar 1931: Der schwedische Architekt Ove Hidemark
25. Februar 1952: Thomas Ledin, ein Musiker gegen Rassismus
25. Februar 1978: Acht Personen erfrieren im Jämtland
25. Februar 1986: Der schwedische Sänger Danny Saucedo 
25. Februar 1995: Flashback, von der Zeitschrift zum Forum 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 9. Januar 2018

Der Feldmarschall und Künstler Axel Sparre

Axel Sparre wurde am 9. Januar 1652 als Sohn eines Reichsrates in Visby auf Gotland geboren und schrieb sich im Oktober 1662 an der Universität Uppsala ein um sich auf eine militärische Karriere vorzubereiten. Im Jahre 1672 trat er der holländischen Armee bei um drei Jahre lang gegen Frankreich zu kämpfen. Erst 1676 kehrte Sparre dann nach Stockholm zurück um sich jedoch in den weniger kriegsreichen Jahren mehr im öffentlichen Leben zu zeigen als seinen Aufgaben im Militär nachzukommen.

Die kommenden 20 Jahre war Axel Sparre, der als einer der königstreuen Offiziere galt, in mehrere Streitigkeiten und Affären verstrickt, die vermutlich auf sein ungestümes Temperament zurückzuführen waren. Streitigkeiten nach einer unglücklichen Liebe, bei der Sparre als Verlierer hervorging und handgreiflich wurde, führten sogar dazu, dass er zum Tode verurteilt wurde, jedoch vor der Hinrichtung auf vier Monaten Gefängnis im Schloss Örebro begnadigt wurde. Während der Feldzüge zu Beginn des 18. Jahrhunderts zeigte sich Sparre als ausgezeichneter Stratege und erreichte schließlich den Grad eines Feldmarschalls.

Weitaus weniger bekannt ist heute indes die künstlerische Ader Axel Sparres, obwohl der Feldherr damals in weiten Kreisen als ausgezeichneter Miniaturmaler galt, der, unter anderem, auch die gesamte königliche Familie porträtierte und mit seinen Portraits des Königs Karl XII. sogar die gesamte künstlerische Richtung jener Epoche beeinflusste. Als sein vermutlich bestes Werk gilt ein Portrait bei dem der König ohne Perücke abgebildet ist und deutlich ausdrückt dass es sich um einen Soldatenkönig handele und um keinen modänen Herrscher. Axel Sparre gelang es mit seinen Malereien die Persönlichkeiten auszudrücken und kein Idealbild, was zu jener Zeit in der Kunst völlig neu war.

9. Januar 1202: Birger Brosa unter Knut Eriksson und Sverker den yngre
9. Januar 1636: Die neue schwedische Kupferkompanie
9. Januar 1811: Desideria von Schweden, eine Kaufmannstochter wird Königin
9. Januar 1895: Greta Johansson und olympisches Gold
9. Januar 1897: Die schwedische Künstlerin Tyra Lundgren 
9. Januar 1900: Der Lorensbergs Cirkus in Göteborg brennt
9. Januar 1939: Annette Kullenberg, die Schriftstellerin mit der spitzen Zunge 
9. Januar 1954: Der Frachtdampfer Nedjan sinkt bei Eggegrund 
9. Januar 1969: Moderaterna, von extrem rechts zur Mitte

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 3. Juni 2016

Gustaf Cronhielm, Kanzleipräsident und Reichsrat

Als Gustaf Cronhielm am 3. Juni 1737 in Stockholm starb, konnte er auf eine bedeutende politische Karriere zurückblicken und er er hinterließ ein Vermächtnis, das ihn bis heute mit dem schwedischen Rechtssystem verbindet, denn mit der Überarbeitung und Bearbeitung der damaligen Gesetze schuf er das sogenannte Gesetz des Jahres 1734, das als die Grundlage der heutigen Gesetze in Schweden und in Finnland betrachtet wird. Es handelt sich dabei um die bisher letzte Gesamtrevision der schwedischen Gesetze, die das Kristofers landslag und die stadslagen ersetzte, also regionale und städtische Gesetze, ein Gesetz, das 1736 in Kraft trat..

Gustaf Cronhielm war am 18. Juli 1664 als Sohn eines deutschstämmigen Politikers in Stockholm zur Welt gekommen und studierte zwischen 1677 und 1682 an der Universität Uppsala, ein Studium, das er im Reichsarchiv und durch Studienreisen nach London und Paris ergänzte. Nach einem Jahr als Kammerherr am Hofe Württemberg rief ihn Karl XI. zurück nach Schweden um ihn dort zum Hofjunker zu ernennen, und wenig später zum Kammerherren des Kronzprinzen Karl, dem späteren Karl XII. Der wahre Aufstieg begann für Cronhielm jedoch erst 1698, nach dem Tod des Vaters, der Regierungspräsident im Västmanland gewesen war.

Gustav Cronhielm übernahm das Amt seines Vaters und begann sich ab dieser Zeit mehr und mehr für die Politik zu interessieren, was ihn schließlich über das Amt des Landmarschalls bis zum Hofkanzler und königlichen Berater führte. Mit diesen hohen Ämtern wurde Cronhielm zum Vorsitzenden der Rechtskommission ernannt, 1713 Kanzler der Universität Lund und 1719 Kanzler der Universität Uppsala. Nachdem Cronhielm jedoch 1719 den Kronprinzen kritisiert hatte, blieb seine seine Stellung am Hof bis zu seinem Lebensende etwas angespannt, aber auf Grund seiner Erfahrungen blieb er Reichsrat und verlor lediglich die Präsidentschaft des Kammerkollegiums.


3. Juni 1605: Hogenskild Bielke wird in Stockholm hingerichtet
3. Juni 1720: Der dritte Frieden von Stockholm
3. Juni 1924: Der Nobelpreisträger Torsten Wiesel
3. Juni 1954: Monica Törnell, vom Kinderstar zum Eurovision Song Contest
3. Juni 1990: Die schwedische Schauspielerin Aino Taube

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 30. April 2016

Graf Jacob Reenstierna als königlicher Beamter

Jacob Reenstierna wurde am 30. April 1659 als Sohne eines eingewanderten Großhändlers und Schiffsreeders in Stockholm geboren. Im Alter von 13 Jahren schrieb sich Reenstierna an der Universität Uppsala ein und begann, nach einer längeren Studienreise, elf Jahre später seine Beamtenlaufbahn als Sekretär des Bergkollegiums. Bereits nach wenigen Monaten wechselte er als Assessor zum Svea Hovrätt (Landesgericht) und begann einen sensationellen Aufstieg im schwedischen Rechtswesen, denn eine Beförderung folgte auf die andere. 1714 wurde Reenstierna schließlich auch der Titel eines Grafen verliehen.

Den schnellen Aufstieg verdankte Jacob Reenstierna seiner extremen Einstellung und der Unterstützung des Königs Karl XII. im Unterfangen die Steuerschraube, Zölle und Abgaben so hoch wie nur irgend möglich anzulegen, denn nur durch diese Einnahmen konnte der König seinen Krieg fortsetzen. Da man als Beamter um diese Zeit jedoch kein Vermögen verdienen konnte, betrieb Reenstierna nebenbei auch den Bergbau und gründete 1697 eine Nagelfabrik in Kvillinge, den Hults bruk. Da Reenstierna eine der ersten Fabriken gründete, die nicht Roheisen verkauften, sondern ein Endprodukt, das zudem höchster Qualität war, konnte er seine Nägel nach ganz Europa exportieren. Seine Beziehungen innerhalb der Politik und des Adels verhalfen ihm zusätzlich zu Privilegien, die den Grafen zum Reichtum führten, denn er musste weder eine Wegegebühr bezahlen, noch einen Import- oder Exportzoll.

So schnell der Aufstieg für Jacob Reenstierna kam, so plötzlich geriet er auch in Missgunst, als er 1715, gegen den Willen des Königs, eine eigenmächtige Entscheidung fällte und der Beamte dem Händler Daniel Protte erlaubte, trotz Handelsblockade, aus privaten und kommerziellen Interessen mit einem Schiff ins Baltikum aufzubrechen. Obwohl Reenstierna kurz danach erkrankte und am 29. Februar 1716 starb, forderte der König noch einen Prozess gegen Reenstierna. Die Erben des Grafen waren daher gezwungen noch eine Strafe von 3000 Reichstaler zu bezahlen und Reenstierna wurde noch nachträglich aller seiner Ämter enthoben.


30. April: Die Walpurgisnacht in Schweden
30. April 1870: Maria Sandel, die erste Arbeiterschriftstellerin Schwedens
30. April 1909: Der studentische Karneval Chalmers Cortège
30. April 1910: In Göteborg findet der erste Chalmers Cortège statt
30. April 1926: Der schwedische Architekt Sten Samuelson
30. April 1929: Birger Sjöberg, vom Volkslied zum Modernismus
30. April 1946: Sven Nordqvist und die Phantasiewelt der Kinder
30. April 1946: Carl XVI. Gustaf Folke Hubertus, König von Schweden
30. April 1976: Die Hoola Bandoola Band
30. April 1982: Der Tag der schwedischen Flagge

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 28. April 2016

Die deutsch-schwedische Gräfin Aurora von Königsmarck

Aurora von Königsmarck kam am 28. April 1662 auf Schloss Agathenburg beim deutschen Stade zur Welt und erhielt von Seiten ihrer Mutter, die die Tochter des schwedischen Feldarschalls Herman Wrangel war, eine sehr gute Bildung und wurde sehr früh in das französisch geprägte Hofleben eingeführt. Die Kindheit verbrachte von Königsmarck in Deutschland, wobei sie in dieser Zeit auch Schwedisch lernte, ohne jedoch eine engere Beziehung zum schwedischen Leben am Hofe zu haben.

Als Aurora von Königsmarck 18 Jahre alt war, zog sie mit ihrer Mutter an den schwedischen Hof in Stockholm, was dazu führte, dass sich die junge Gräfin in das Vergnügungsleben am Hof stürzte und dort den französischen Salon-Feminismus einführte, was von den gebildeten Hofdamen, aber auch von Königin Ulrika Eleonora, sehr positiv aufgenommen wurde. In diesem Zusammenhang entstanden in Schweden auch die ersten Amateurschauspiele in denen nur Frauen spielten, auch die männlichen Rollen. Von Königsmark setzte sich, wenn auch mit weniger Erfolg, auch dafür ein, dass Frauen in Schweden das Recht auf Bildung haben.

Wenige Monate nach dem Tod ihrer Mutter im Jahre 1691, der gleichzeitig mit der sogenannten Reduktion kam, als der schwedische König die an Wrangel geliehen Güter zurückforderte, kehrte Aurora von Königsmarck zurück nach Deutschland, in der Hoffnung, dort über ein höheres Kapital zu verfügen, das nach dem Tod der Mutter stark geschrumpft war. Aber auch Deutschland brachte ihr den Reichtum nicht zurück und die Liebesaffäre mit August dem Starken brachte lediglich einen unehelichen Sohn. Als sich der schwedische König Karl XII. 1702 in Deutschland aufhielt, versuchte die Adelige den König zu treffen, um ihn zu bitten ihr die schwedischen Ländereien zurückzugeben, aber Karl XII. wollte von Königsmarck nicht einmal empfangen. Auch ihr zweiter Versuch vier Jahre später zeigte sich fruchtlos. Kurz bevor ihr Kapital ganz verbraucht war, starb Aurora von Königsmarck am 16. Februar 1728 in Quedlinburg.


28. April 1715: Carl Fredrik Scheffer zwischen Politik und Literatur
28. April 1846: Der Astronom Johan Oskar Backlund
28. April 1868: Hjalmar Procopé, ein finnlandschwedischer Dichter
28. April 1938: Wasser und Brot in schwedischen Gefängnissen
28. April 1973: Siri Derkert, Erneuerin der öffentlichen Kunst
28. April 2012: Das Naturreservat Slottsberget in Skärstad 

Copyright: Herbert Kårlin


Mittwoch, 9. März 2016

Der schwedische Rechtsgelehrte Lars Fleming

Als Lars Fleming von Liebelitz am 9. März 1699 schwer krank starb, galt er als einer der treuesten Diener von einer Königin und zwei Königen, da er unter dem Karl XII., dem dritten König in der Reihe, der die letzten zwei Jahre seines Lebens an der Macht war, keinerlei offiziellen Aufträge mehr annehmen konnte, auch wenn er sämtliche Könige nur für seine Zwecke ausgenutzt hatte und mit seinen diplomatischen Kenntnissen, dem Jurastudium an der Universität Uppsala und dem angeborenen kaufmännischen Gefühl immer nur an seinen Einfluss und vor allem an seine persönliche Bereicherung dachte.

Lars Flemming war am 3. Januar 1621 als Sohn des Reichsrates und Admirals Clas Larsson Fleming zur Welt gekommen, hatte an der Universität Uppsala studiert und war nach den obligatorischen Auslandsreisen im Jahre 1649 Kammerherr bei Königin Kristina geworden. Nur ein Jahr später zeigte sich bereits der Charakter Flemings, denn er wurde auf Grund zahlreicher Klagen der Bauern, die vom Gutsbesitzer ausgepresst wurden, angezeigt. Während der Verhandlung zeigte sich, dass er sein Steuerrecht unrechtmäßig ausgedehnt hatte und bei Nichtzahlung oder Ungehorsam brutale Strafen verhängte, die einige der Bauern sogar zu Krüppeln machten. Um seine Verträge durchzusetzen, machte er die Bauern betrunken, so dass sie jeden von ihm vorgelegten Akt unterzeichneten ohne zu wissen auf was sie sich eingelassen hatten. Die Verhandlung endete damit, dass er den Bauern einen Schadenersatz leisten musste und eine zusätzlich eine Strafe zu zahlen hatte.

Auch als Amtsmann kannte Lars Fleming keine Grenze, denn er verstand es bei den jeweiligen Königen seine persönlichen Feinde in Missgunst zu bringen um sich die Macht zu sichern und Ländereien zu erhalten die hohe Gewinne versprachen. Auf Grund seines Einflusses am Hof gelang es ihm auch Handelsbarrieren für seine persönlichen Geschäfte aufzuheben, wobei er, selbst nach dem Urteil des Jahres 1650, auch die Bauern weiterhin ausbeutete ohne dass diese sich zur Wehr setzen konnten. Seine Staatsämter behielt Fleming auch noch als er zu krank war um noch an den Sitzungen teilzunehmen, denn dadurch hatte er eine gewisse Entscheidungsgewalt und erhielt weiterhin die hohen Gehälter als Amtsmann. In der schwedischen Geschichte wird Fleming auch heute noch als großer Jurist und Amtsmann gehüllt, da die Geschichte dieser Epoche die Geschichte der Macht war.


9. März 1865: Natanael Beskow, ein Dichter moderner Psalmen
9. März 1910: Der schwedische Ministerpräsident Fredrik Wilhelm von Otter
9. März 1938: Barbro Margareta Svensson, alias Lill-Babs
9. März 1945: Schweden befreit Gefangene in Deutschland
9. März 1957: Die schwedische Sozialdemokratin Mona Sahlin
9. März 1975: Die schwedische Sängerin Lisa Miskovsky

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Donnerstag, 11. Februar 2016

Der Beginn des Großen Nordischen Krieges

Am 11. Februar 1700 brach, völlig überraschend für König Karl XII., der Große Nordische Krieg aus, der dazu führen sollte, dass Schweden seine Großmachtstellung an Russland abgeben musste und Schweden endgültig nach Norden abgedrängt wurde. Dabei war dieser Krieg vorherzusehen, denn um diese Zeit wollten mehrere Länder die schwedische Macht brechen, was nur dadurch verzögert worden war, dass sich die Schweden feindlich gesinnten Länder nicht früher einigen konnten und das Militär Schwedens als sehr schlagkräftig galt.

Schon zu Beginn des 18. Jahrhunderts hatten sich dann jedoch Friedrich IV. aus Dänemark, August II. aus Sachsen-Polen und Peter I. aus Russland zusammengeschlossen, auf Bestreben Dänemarks, das zum einen die beim Frieden in Roskilde verlorenen Gebiete zurückerobern wollte, zum anderen die Macht Schleswig-Holstein-Gottorps brechen wollte, einem der mächtigsten Verbündeten Schwedens. Die Alliierten Dänemarks waren gut gewählt, denn August II. strebte nach einer Vormacht Osteuropas und der Tsar Peter I. wollte die Ostsee erreichen und gleichzeitig die schwedische Zolldominanz auf dem Binnenmeer aufheben.

Den Großen Nordischen Krieg leitete August II. ein, als er im Februar 1700 Riga angriff. Auch wenn dieser Angriff von Erik Dahlbergh abgewehrt werden konnte, so griffen nun England, die Holländer und Hannover, auf schwedischer Seite, in den Krieg ein und zwangen Dänemark zu intensiven Verhandlungen mit den eigenen Verbündeten. Bereits im März 1700 zog Dänemark dann erfolgreich gegen Schleswig-Holstein-Gottorp und im August eroberte Peter I. das Ingermanland und belagerte Narva. Der Große Nordische Krieg, der über 21 Jahre dauern sollte, war damit, innerhalb nur weniger Monate, auf sehr breiter Front im Gange.

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Montag, 31. August 2015

Der finnlandschwedische Dichter Jacob Frese

Jacob Frese starb am 31. August 1729 im Alter von 39 Jahren in Stockholm, vermutlich an einer Lungenentzündung, da sich eine Erkältung auf Grund seiner permanenten Kränklichkeit sehr stark auswirkte. Frese ging in die Nachwelt als einer der bedeutendsten religiösen Naturdichter des 18. Jahrhunderts in die nordische Literaturgeschichte ein, wobei er zu den wenigen Dichtern seiner Zeit gehört, die weder Beziehungen hatten, noch Ersparnisse und zudem unverheiratet waren, was ihm bisweilen als Manko ausgelegt wurde, aber Frese hätte auch keine Familie ernähren können, denn sein Einkommen ging an die Herausgabe seiner Werke.

Jacob Frese war 1690 als Sohn eines Kaufmanns in Viborg, im heutigen Russland, geboren worden und schrieb sich 1703 an der Königlichen Akademie in Åbo (Turku) als Student ein, wobei in dieser Zeit auch seine ersten Gedichte entstanden. Sieben Jahre später und nach Abschluss seines grundlegenden Studiums, wurde Viborg von Russland eingenommen und Frese floh nach Stockholm. In der schwedischen Hauptstadt fand der 20-jährige eine Anstellung in der königlichen Kanzlei, eine Aufgabe, die es ihm auch ermöglichte sich als Dichter zu betätigen. Als man am 28. Januar 1715 die Rückkehr von König Karl XII. aus Stralsund feierte, wurde der junge Frese zum Festskalden ernannt und er verfasste daher auch das Willkommensgedicht für den König. Dieser Tag gilt als der erste und sehr erfolgreiche erste öffentliche Auftritt Freses als Dichter.

Jacob Frese zeigte in seiner Dichtkunst eine sehr große Breite und fand nach einigen Jahren auch einen eigenen Stil, was um diese Zeit innerhalb der Literaturgeschichte relativ selten war, da überall Normen angesetzt wurden. Frese, der auch sehr viele Psalmen schrieb und reichlich in den Psalmbüchern jener Zeit vertreten war, gelang es trotz dieser Psalmen nicht wirklich anerkannt zu werden, was manche Literaturforscher damit erklären, dass der im damaligen Finnland sehr starke Pietismus, dem auch Frese folgte, ein Hindernis war. In den Gedichten Freses spürt man jedoch nicht nur die Religiosität und die Natur, sondern auch seinen Gedanken, dass der Frieden für das Wohlbefinden aller Menschen eine Notwendigkeit sei, was den Dichter, zumindest in gewisser Weise, zu einem Vorreiter der Friedensbewegung macht.


31. August 1853: Die schwedische Prinzessin Amalia
31. August 1897: Kvarnholmen, die historische Mühle Tre Kronor in Nacka
31. August 1939: Die Sandöbron schafft eine Landverbindung nach Haparanda
31. August 1987: Björnes magasin, ein Teddybär erobert schwedische Kinder
31. August 2008: Lotta Engberg und die Fernsehlotterie Bingolotto

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Donnerstag, 9. Juli 2015

Die Schlacht bei Klissow und der schwedische Sieg

Am 9. Juli 1702 standen sich der schwedische König Karl XII. und der Sachse August II. während des Großen Nordischen Krieges beim polnischen Klissow (Kliszów) gegenüber. August II., Kurfürst von Sachsen und König von Polen, war sich eines Sieges sicher, da sein Heer weitaus größer war als das Schwedische und er die polnischen Husaren an seiner Seite hatte, die bei dieser Schlacht zum letzten Mal in der Geschichte eingesetzt wurden. Dass die Schlacht jedoch nicht im voraus als gewonnen betrachtet werden konnte, hätte August II. wissen müssen, denn Karl XII. hatte vorher bereits die Verbündeten des polnischen Königs, nämlich Dänemark und Russland, besiegt.

Warum die schwedischen Truppen am 9. Juli den Sieg erringen konnten, obwohl sie nur über die Hälfte der Soldaten des Feindes verfügten, kann bis heute nicht eindeutig erklärt werden, auch wenn sicher ist, dass die schwedische Kavallerie hierbei eine wichtige Rolle spielte und August II. seine eigen Stärke überschätzte. Beim Sieg bei Klissow nahm Schweden 1700 Feinde gefangen und konnte nahezu die gesamte Munition, die Artillerie, Vorräte und selbst die Feldkasse des Feindes erobern, während auf der eigenen Seite gerade einmal 300 Soldaten das Leben gelassen hatten, musste der Feind 2000 Tote zählen.

Aber auch wenn Karl XII. bei Klissow den Sieg davontrug, dabei die Armee August II. schwächen konnte, zum Rückzug zwang und dieser daher sein hohes Ansehen bei den Polen verlor, so brachte dieser Sieg weder eine endgültige Entscheidung während des Krieges noch aber gelang es dem schwedischen König die polnisch-sächsische Armee endgültig zurückzudrängen. Die Polen lehnten sogar ab ihren König abzusetzen, eine Forderung des schwedischen Königs, was wiederum bedeutete, dass der Krieg nach Ende des Winters wieder in voller Stärke fortsetzte.


9. Juli 1766: Das Drottningholmsteatern in Stockholm
9. Juli 1768: Karl August wird unter Karl XIII. Kronprinz Schwedens
9. Juli 1790: Die Schlacht bei Svensksund oder bei Ruotsinsalmi
9. Juli 1836: Sophia von Nassau wird Königin Schwedens
9. Juli 1836: Sofia von Nassau wird Königin in Schweden
9. Juli 1865: Johan Henrik Thomander und die Kirchengeschichte Schwedens
9. Juli 1970: Elov Persson und Familie Kronblom
9. Juli 1992: Waldbrand bei Torsburgen auf Gotland

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Montag, 6. April 2015

Arvid Horn, der heimliche Regent Schwedens

Arvid Horn af Ekebyholm wurde am 6. April 1664 im finnischen Halikko als Sohn eines Oberst geboren und wählte sehr früh eine militärische Laufbahn, vor allem, weil ich sich dadurch eine schnelle Ehre und einen Ruf verschaffen wollte um möglichst schnell an wichtigen Entscheidungen teilnehmen zu können. Dies war auch der Grund dafür, warum er 1687 erst beim Heer des deutschen Kaisers diente, anschließend unter holländischem Befehl und dort schließlich von 1690 bis 1695 gegen Frankreich kämpfte.

Auf Grund dieser Einsätze stieg Arvid Horn in Schweden in dieser Zeit bis zum Kapitänleutnant auf, was de Feldherren in den näheren Kreis um Karl XII. brachte und ihm nun ermöglichte auch für Schweden in den Krieg zu ziehen. Horn folgte daher ab 1700 Karl XII., im Rang eines Generalmajors, nach Själand und nach Livland. Karl XII. entdeckte um diese Zeit auch das Verhandlungsgeschick Horns und schickte diesen  mehrmals zu Verhandlungen im Ausland. Als Horn dann jedoch 1705 vom König nach Stockholm geschickt wurde, änderte sich die Laufbahn Horns.

Nach seiner Rückkehr nach Stockholm führte Arvid Horn in immer stärkeren Masse die Staatsgeschäfte Schwedens und wurde bald selbst zum Kanzleipräsidenten ernannt, was bedeutete, dass er für alle Entscheidungen Schwedens verantwortlich war, da sich Karl XII. diese Jahre in der Türkei aufhielt. Nach dem Tod des Königs kämpfte Horn dann gegen die Machtansprache von Königin Ulrika Eleonora und erreichte es nicht nur, dass sie zurücktreten musste, sondern er konnte auch durchsetzen, dass die Stände mehr Macht erhielten, auch wenn dies vorübergehend zu einer Entlassung Horns aus dem Staatsdienst geführt hatte. Aber auch wenn es Horn sogar gelungen war Schweden durch seine Verhandlungsfähigkeit letztendlich den Frieden zu bringen, starb er am 17. April 1742 vollständig entmachtet.


6. April 1827: Frithiof Grafström und das Dilemma zum Skalden gezwungen zu sein 
6. April 1847: Hans Järta, revolutionäre Schriften und die Wandlung 
6. April 1888: Dan Andersson, zwischen Arbeitergedichten und Wildmark 
6. April 1950: Christer Sjögren, von der Tanzband zum schwedischen Schlager 
6. April 1974: Die schwedische Gruppe Abba erobert die Welt 
6. April 1977: Sara Svensson, die religiöse Mörderin Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 30. November 2014

Der Kåldolmens dag, der schwedische Tag der Kohlrouladen

Der Kåldolmens dag, der Tag der Kohlrouladen, geht in Schweden auf das Jahr 2010 zurück, als die „Freunde der Kohlrouladen“ sich entschieden den Todestag von Karl XII., der das schwedische Nationalgericht vermutlich mit ins Land brachte, zum Nationaltag des Gerichtes zu machen, das heute aus der schwedischen Hausmannskost nicht mehr wegzudenken ist. Der Erfolg spricht für sich, denn mittlerweile wird dieser Tag in ganz Schweden besonders hervorgehoben und die Kohlrouladen landen daher am 30. Oktober jeden Jahres auf unzähligen Tellern.

Aber auch wenn die Kohlrouladen heute als typisch schwedische Hausmannskost betrachtet werden, so kam dieses Essen erst im 18. Jahrhundert nach Schweden. Als sich die schwedische Armee unter der Führung von Karl XII. zu Beginn des 18. Jahrhunderts fünf Jahre lang im Osmanischen Reich, also der heutigen Türkei, aufhielt, musste der König auch sein Essen umstellen. Besonders interessant fand er nur wenige Gerichte, aber die kåldolmen machten Eindruck auf ihn. Als er daher wieder zurück in Schweden war, verlangte er weiterhin die Zubereitung des Gerichts, und was der König isst, das liebt auch das Volk.

Allerdings hat das Gericht aus der Welt der Muslime nach dem Tode von Karl XII. noch eine kleine Wandlung erlebt, denn im Osamischen Reich benutzte man keine Kohlblätter, sondern die Blätter des Weines, die der König auch noch importieren ließ. Als etwa 50 Jahre später die berühmte Köchin Cajsa Warg in ihrem noch heute legendären Kochbuch das Rezept für kåldolmar (Kohlrouladen) mit aufnahm, fügte sie dem Rezept hinzu, dass alle, die sich keine Weinblätter leisten können, diese mit schwedischen Kohlblättern ersetzen können. Erst diese Idee verbreitete das Gericht dann in allen Haushalten des Landes.


30. November 1718: Karl XII., der „Kriegskönig“ Schwedens
30. November 1833: Artur Hazelius, das Nordische Museum und Skansen
30. November 1868: August Blanche und das Stockholmer
30. November 1888: Die Markthalle auf Östermalm (Östermalmshallen) in Stockholm
30. November 2005: Der Komiker, Sänger und Schauspieler Mikael Dubois

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg

Donnerstag, 20. November 2014

Die Schlacht bei Narva und der schwedische Sieg

Die Schlacht bei Narva, die der damals 18-jährige Karl XII. persönlich anführte, war eine der ersten Schlachten des Großen Nordischen Krieges und brachte Schweden einen der bedeutendstn Siege in der schwedischen Geschichte, da die schwedische Armee am 20. November 1700 (schwedischer Kalender) eine dreifache russische Übermacht zur Flucht zwingen konnte, auch wenn der Sieg nicht beim Kampfgeist der Schweden zu suchen war, sondern mehr an der Tatsache, dass die Schweden einen Schneesturm im Rücken hatten der die russischen Belagerer direkt ins Gesicht traf und dadurch nahezu erblinden ließ.

Der Große Nordische Krieg war erst im Februar 1700 ausgebrochen, nachdem die Allianz von Sachsen, Pommern, Dänemark und Russland der Meinung war Schweden geradezu überrollen zu können, da der junge König als unerfahren galt und das Reich kaum über eine Verteidigung verfügte. Als daher Russland gegen das estländische Narva marschierte, schien der Sieg sicher. Allerdings gelang es in dieser Zeit Schweden bereits Dänemark zu besiegen und zu zwingen aus der Allianz auszusteigen und dem Kommandanten von Narva gelang es mit 1800 Soldaten die Stadt so lange zu verteidigen bis Karl XII. eingreifen konnte. Russland blieb nach dem Ausbruch des Schneesturms dann nur noch der Rückzug, da sonst die gesamte russische Arme vernichtet worden wäre.

Noch in der selben Nacht begannen die Verhandlungen zwischen der russischen und der schwedischen Führung, mit dem Ergebnis, dass die russische Armee sämtliche Waffen den Schweden übergeben mussten und die Befehlshaber als Gefangene nach Schweden transportiert wurden. Die Schlacht bei Narva verursachte 667 tote Schweden, aber über 12.000 tote Russen, was das Ende des Krieges mit Russland bedeutete. Im Anschluss daran hatte Karl XII. nur noch Sachsen und Polen als Feind, die nun den Kämpfen weniger siegessicher entgegen sahen. Im Mai des Folgejahres begann dann, nach der Winterpause, der schwedische Feldzug gegen Polen, der sehr viele Jahre in Anspruch nehmen sollte.


20. November 1858: Selma Lagerlöf, christliche Literatur und Frauenbewegung
20. November 1858: Selma Lagerlöf erhält den Nobelpreis der Literatur
20. November 1872: Lars Johan Hierta, der Gründer des schwedischen Aftonbladets
20. November 1918: Das Schicksal des Dampfers S/S Brahe
20. November 1918: John Bauer und die Sagenwelt Schwedens
20. November 1933: Per Wästberg und die Dritte Welt
20. November 1937: Der Pilz (Svampen) am Stureplan in Stockholm
20. November 1949: Ulf Lundell, Musiker und Schriftsteller
20. November 1955: Are Waerland, der Gesundheitsphilosoph Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

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Sonntag, 14. September 2014

Der Frieden von Altranstädt beendet zwei Kriege

Der Frieden von Altranstädt am 14. September 1706, einem Ort im heutigen Sachsen, war im Grunde nur ein Teilfrieden während des Großen Nordischen Krieges, hatte jedoch in gewissem Sinne eine besondere Bedeutung, denn er beendete den Krieg zwischen Schweden und Sachsen und jenen zwischen Schweden und Polen gleichzeitig und sicherte zudem den Protestanten in großen Teilen des heutigen Norddeutschland die Religionsfreiheit. Gleichzeitig führte dieser Friedensvertrag dazu, dass sich Karl XII. nur noch auf die Kämpfe mit Russland konzentrieren musste, auch wenn er in diesem Zusammenhang 1709 bei Poltava besiegt wurde.

Der Frieden von Altranstädt war für Karl XII. von größter Bedeutung, denn August der Starke war auf dem besten Wege sein Reich immer mehr in den Norden auszudehnen und hoffte dabei in Polen, das er um diese Zeit bereits weitgehend erobert hatte, eine Erbmonarchie zu schaffen. Im Friedensvertrag von Altranstädt musste August der Starke dann jedoch auf jeden Anspruch auf den polnischen Thron verzichten und sämtliche Gefangene befreien. Zumindest für drei Jahre war damit die Macht des Gegners gebrochen. Auch wenn August der Starke drei Jahre später erneut gegen Schweden in Krieg zog und auch die Krone Polens wieder errungen hatte, so gelang es ihm nach 1706 nicht mehr seine Macht auszubauen und Polen war, nicht zuletzt wegen dem russischen Einfluss, ebenfalls gespalten und seinem König nicht sehr freundlich gesinnt.

Für Schweden war der Friedensvertrag von Altrnstädt allerdings auch noch aus einem anderen Grunde von großem Interesse, denn August der Starke wurde dazu gezwungen alle schwedischen Landesverräter und Überläufer auszuliefert, insbesondere Johann Patkull, der als Untergrundkämpfer dafür eintrat dass sich Livland von Schweden trenne und der eine enge Zusammenarbeit mit den dänischen, polnischen und russischen Machthabern hatte. Patkull wurde von Karl XII. als einer der größten Feinde Schwedens betrachtet und nach seiner Auslieferung am 10. Oktober 1707 auf eine der grausamsten Weisen hingerichtet.


14. September 1730: Sophia Elisabet Brenner, Frauenliteratur im 17. Jahrhundert
14. September 1805: Hans Magnus Melin und die moderne Bibel Schwedens
14. September 1838: Hanna Ouchterlony und die schwedische Heilsarmee
14. September 1910: Lasse Dahlquist, vom Seemann zum Sänger
14. September 1913: Die schwedische Schauspielerin Annalisa Ericson
14. September 1933: Der Flugzeugträger HMS Gotland wird zu Wasser gelassen
14. September 1974: Die schwedische Stiftung Contra
14. September 2003: Referendum über den Euro in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

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Freitag, 5. September 2014

Carl Gustaf Tessin, Kunstsammler und Politiker

Carl Gustaf Tessin wurde am 5. September 1695 als Sohn des Schlossarchitekten Nicodemus Tessin in Stockholm geboren und konnte mit Unterstützung von Karl XII. und Königin Eleonora von Holstein-Gottorp eine ausgedehnte Studienreise durch Frankreich, Italien und Deutschland machen bevor er 1718 als Hofintendant nach Stockholm gerufen wurde. Ab 1723 begann dann die politische Karriere Tessins, die von Auseinandersetzungen mit Arvid Horn, politischen Intrigen und der Arbeit auf beiden Seiten der damaligen politischen Macht geprägt war. Nur auf Grund seiner diplomatischen Geschicklichkeit gelang es Tessin dennoch seinen Einfluss am Königshaus zu behalten.

Aber auch wenn sich Carl Gustaf Tessin als ausgezeichneter Diplomat zeigte, so fehlte ihm oft das politische Gefühl, was sich insbesondere während seines Aufenthalts in Paris zwischen 1739 und 1742 zeigte, als er sich in Künstlerkreisen und Salons am wohlsten fühlte, denn nur der Ausbruch des Thronfolgerkrieges in Österreich führte dazu, dass Frankreich den schwedischen Krieg gegen Russland unterstützte und Tessin damit vor dem Untergang rettete. Als es dem Diplomaten Tessin dann ein Jahr später, nach der Wahl von Adolf Fredrik zum König Schwedens, gelang einen Krieg mit Dänemark zu vermeiden, und er nur wenige Monate im Auftrag des Königs dessen zukünftige Ehefrau Lovisa Ulrika von Preußen aus Berlin geholt hatte, hatte er als Günstling des königlichen Paares als oberster Marschall und Kanzleipräsident die Spitze seiner Karriere erreicht.

Bereits ein Jahr später zeigten sich dann die ersten Probleme zwischen dem Königspaar und Carl Gustaf Tessin und 1752 hatte er nahezu alle Ämter verloren, wurde jedoch mit einer lebenslangen Pension und dem Nutzungsrecht des Läckö kungsgård (Gut Läckö) betraut. Der Abstieg Tessins ab dem Jahre 1746 zeigte sich auch an permanenten finanziellen Schwierigkeiten des Politikers, die sich für die Nachwelt vermutlich sehr positiv auswirkten, denn Tesssin, der ab seinem Aufenthalt in Frankreich eine enorme Kunstsammlung erworben hatte, musste die verschiedenen Einzelsammlungen Stück für Stück verkaufen, was dann den Grundstock für das Nationalmuseum in Stockholm ausmachte. Kurz vor seinem Tod am 7. Januar 1770 konnte sich Tessin mit dem Königshof versöhnen, aber er starb noch bevor er einige seiner früheren Privilegien zurückerhalten hatte.


5. September 1816: Axel Gabriel Silverstolpe, ein literarischer Revolutionär
5. September 1860: Die Stadtbibliothek in Helsingborg wird gegründet
5. September 1871: Carl Edward Norström, Pionier des schwedischen Eisenbahn
5. September 1987: Die beliebte Sendung På Spåret hat in Schweden Premiere
5. September 1995: Ebba Lindqvist, Gedichte vom Meer und dem Bohuslän
5. September 2001: Der schwedische König wird mit Torte beworfen

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 18. Juli 2014

Elias Palmskiöld rettet wertvolle schwedische Dokumente

Elias Palmskiöld wurde am 18. Juli 1667 unter dem Namen Elias Runell in Stockholm geboren und bekam seinen adeligen Nachnamen Palmskiöld im Jahre 1681 als sein Vater, der damals Reichsarchivar war, in den Adelstand erhoben wurde. Schon in sehr jungen Jahren begleitete Elias seinen Vater ins Archiv und machte sich dort nützlich, unter anderem dadurch, dass er alte Dokumente kopierte, auch wenn der Jugendliche noch nicht wusste wie wichtig sich diese Arbeit später zeigen sollte.

Im Jahre 1679 begann Elias Palmström ein Studium an der Universität Uppsala, das er erst zehn Jahre später abschloss um anschließend die Laufbahn eines Archivars zu beschreiten, auch wenn er dafür zeitweise kostenlos im Archiv arbeiten musste. Seine Arbeit bestand vor allem in der Organisation des Archives, das bereits für Karl XI. durch die Zentralisierung des Staatswesen wichtig war und von seinem Nachfolger, Karl XII., fortgesetzt wurde. Ein gut organisiertes Archiv war zu jener Zeit vor allem für die Kriegsführung bedeutend, da große Teile des Archivs aus Plänen, Verträgen und Abkommen bestand.

Im Jahre 1692 begann Elias Palmskiöld eine Arbeit, die bis heute von größter historischer Wichtigkeit ist und als die Sammlung Palmskiölds bekannt ist, denn der Archivar zeigte sich zum einen unermüdlich in der Radaktion von Schriften zur Politik, zur Geschichte und Topographie Schwedens und stellte dabei auch die grundlegenden Texte zu Erik Dahlberghs Werk Suecia zusammen. Palmskiöld kopierte und sammelte nahezu alle wichtigen Dokumente über Schweden und teilte sie in 20 Themengruppen ein die am Ende seines Lebens 497 Bände ausmachten und 1724 von der Universität Uppsala erworben wurden. Da die Originale sehr vieler dieser Texte durch Brände und aus anderen Gründen verschwanden, ist das Archiv Palmskiölds für Geschichtswissenschaftler noch heute ein unentbehrlicher Schatz.


18. Juli: Der Tag des Bieres in Schweden
18. Juli 1210: Sverker den yngre (Sverker der Jüngere) unter päpstlichem Schutz
18. Juli 1812: Der Frieden in Örebro, Frieden zwischen Schweden und Großbritannien
18. Juli 1871: Die Stockholms Centralstationen, der größte Bahnhof Schwedens
18. Juli 1881: Adolf Fredrik Munck und das Liebesleben von Gustav III.

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 16. Juli 2014

Henrik Magnus von Buddenbrock wird hingerichtet

Henrik Magnus von Buddenbrock wurde am 16. Juli 1743 in Stockholm durch das Beil hingerichtet, da er als Befehlshaber des Heeres in Finnland eine der größten Niederlagen im Krieg gegen Russland verursachte, aber auch, weil das Volk des unsinnigen Krieges müde war den die Fanatiker der Hutpartei, darunter von Buddenbrock, angezettelt hatten. Da von Buddenbrock einer der eifrigsten Verfechter dieses Krieges war, lehnten Priesterschaft und Bauernbund letztendlich auch eine adelige Hinrichtung ab und der Freiherr wurde daher vor einer großen Volksmenge wie ein normaler Verbrecher geköpft.

Henrik Magnus von Buddenbrock, der am 22. Juli 1685 in Livland, das damals zu Schweden gehörte, geboren wurde, entschloss sich bereits mit 17 Jahren für eine militärische Karriere, stieg relativ schnell im Rang und nahm an der Schlachten bei Lesna und in Poltava teil, und stand an der Seite von Karl XII. als dieser über den Dnepr in die Türkei flüchtete. Von Buddenbrock begnügte sich allerdings nicht mit der Kriegsführung, sondern wurde in den 30er Jahren auch politisch sehr aktiv. 1739 war er dann einer der sechs Personen, die eine Verteidigungsplan ausarbeitetet bei dem Russland als die größte Gefahr für das Land bezeichnet wurde und ein Krieg daher als notwendig gesehen wurde.

Als es kurz darauf zum Krieg gegen Russland kam, zeigte sich schnell, dass die Kriegsherren eine sehr unterschiedliche Auffassung von Kriegsführung hatten und als Carl Henrik Wrangel sich dann auch noch gegen die Empfehlungen des Befehlshabers Henrik Magnus von Buddenbrock stellte, starben bereits bei der ersten Auseinandersetzung mit der russischen Armee etwa 2000 schwedische Soldaten. Der Russische Krieg führte zu einer Katastrophe für Schweden und die Hutpartei für die anschließend von Buddenbrock und Charles Emil Lewenhaupt verantwortlich gemacht wurden - und daher zum Tode verurteilt wurden.


16. Juli 1661: Der erste Geldschein kommt aus Schweden
16. Juli 1782: Königin Lovisa Ulrika von Preußen
16. Juli 1860: Der Tamms Kanal im Hälsingland
16. Juli 1868: Der schwedische Sprachforscher Johan Ernst Rietz
16. Juli 1952: HMS Halland, der letzte Zerstörer der schwedischen Marine
16. Juli 1983: Annie Lööf bringt der Zentrumspartei wenig Wähler

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