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Donnerstag, 21. Februar 2019

Der Künstler und Graphiker Max Walter Svanberg

Max Walter Svanberg kam am 21. Februar 1912 als Sohn eines Bäckers in ärmlichen Verhältnissen in Malmö zur Welt und wollte eigentlich mit 15 Jahren Violinbauer werden, da diese Instrumente an den Körper einer Frau erinnert. Svanberg fand zwar keine Lehre im Violinbau, aber er wurde im Reklamebüro des Malmöer Kinos Palladium angestellt, erst als Kraft für Alles, und ab 1931 dann als Reklamemaler, wobei er für diese Tätigkeit auch mehrere private Kunstschulen der Stadt besuchte. Svanberg entschied sich ein Jahr später Künstler zu werden und ging nach Stockholm, wurde jedoch von der Kunstakademie als Student abgelehnt.

Max Walter Svanberg entschied sich daher die Otto Sköld Künstlerschule in Stockholm zu besuchen, wo er jedoch wenig Inspiration fand, da der Künstler stark vom Kubismus und mehr dem Malen weiblicher Körper der Malmöer Schulen beeinflusst war als einem klassischen Kunstunterricht. 1934 kam dann jedoch die persönliche Katastrophe, denn Svanberg erkrankte an Polio und sowohl der linke Arm als auch das linke Bein erlahmten nahezu vollständig. Svanberg arbeitete jedoch weiter als Künstler und hatte in den Folgejahren auch einige Ausstellungen, ohne jedoch wirklich einen Durchbruch zu erleben.

Den ersten größeren Erfolg hatte Max Walter Svanberg dann jedoch 1945, als er seine Werke in der Gummesons Kunsthalle ausstellte, denn die Kritiker bezeichneten ihn als Bildpoeten, was die Werke des avantgardistischen Künstlers mit der Neigung zu surrealistischen und erotischen Frauenportraits sehr nahe kommt. Noch im gleichen Jahr gründete Svanberg auch, gemeinsam mit zwei anderen Künstlern, die Imaginisterna, die er jedoch 1952 wieder verließ. Vor allem die positive Einstellung des surrealistischen Poeten André Breton und dessen Unterstützung verhalten Svanberg in den 50er und 60er Jahren zu einer internationalen Anerkennung. Auf Grund der Polio-Erkrankung verlor Svanberg Ende der 70er Jahre die Fähigkeit zu malen und er widmete sich dann, bis zum Tod seiner Frau im Jahr 1982, der künstlerischen Collage. Svanberg starb am 28. Mai 1994 in Malmö, hatte jedoch, seit dem Tod seiner Frau keinerlei künstlerische Arbeit mehr geleistet.


21. Februar 1527: Der schwedische Revolutionär Knut Mikaelsson
21. Februar 1745: Der schwedische Architekt Olof Tempelman
21. Februar 1808: Der Finnische Krieg beginnt 1808 in Abborrfors (Ahvenkoski)
21. Februar 1861: Lars Levi Læstadius, der Apostel der Samen
21. Februar 1882: Der Schauspieler und Regisseur Ivar Kåge
21. Februar 1907: Der schwedische Ministerpräsident Erik Gustaf Boström
21. Februar 1934: Betzy Ählström, die erste Glaskünstlerin Schwedens
21. Februar 1950: Håkan Nesser, Kommissar Van Veeteren und Kommissar Barbarotti
21. Februar 1950: Håkan Nesser und Kommissar Van Veeteren
21. Februar 1976: Die ersten Paralympischen Winterspiele in Örnsköldsvik

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 30. August 2011

Polio-Epidemie in Schweden

Am 30. August 1953 brach in Schweden die bisher letzte Polio-Epidemie des Landes aus, die bei 40 Kindern zum Tod führte, da es zu jener Zeit keinen Impfstoff gab, der gegen die drei Erreger der Krankheit ankämpfen konnte. Zum Herbstbeginn 1953 erkrankten in Schweden rund 5000 Kinder an der gefürchteten Kinderlähmung, die bei etwa 3000 Kindern, die überwiegend zwischen fünf und acht Jahren alt waren, zu bleibenden Lähmungen führte. Gemessen an der Bevölkerungsmenge gehörte damit Schweden zu den Ländern in denen sich die Krankheit zwischen 1881 und 1953 am weitesten und häufigsten ausbreitete.

Auch wenn Polio, bzw. Kinderlähmung, wie die Krankheit häufig genannt wird, erstmals um das Jahr 1830 bei einzelnen Kindern in Europa ausbrach, so kam es 1881 in Schweden zur ersten Polio-Epidemie und zwischen 1911 und 1914 sogar zur weltweit größten Polio-Epidemie, die je bekannt wurde. Innerhalb von drei Jahren steckten sich über 10.000 Kinder an und etwa die Hälfte unter ihnen behielten bleibende Schäden. Erst ab dem 25. Januar 1957 konnte dann durch eine allgemeine Polio-Impfung im ganzen Land die Ausbreitung der Kinderlähmung gestoppt werden.

Auch wenn Polio seit dem Jahre 2002 in Europa als ausgerottet gilt, so leben noch heute über 15.000 Personen in Schweden mit Schäden, die der Virus einst anstellte. Durch die steigende Migration steigt auch das Risiko, dass Polio erneut in Schweden importiert wird, da in mehreren asiatischen und afrikanischen Ländern noch heute keine systematische Impfung vorkommt. Noch im Jahre 2010 bestätigte die Weltgesundheitsorganisation WHO 179 Polio-Tode und 476 Polio-Gelähmte im Kongo, wo der Virus aus Indien - über Angola - eingeführt wurde.

30. August 1721: Der Frieden von Nystad und der große nordische Krieg
30. August 1751: Der schwedische Erfinder Christopher Polhem  

Copyright: Herbert Kårlin