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Samstag, 27. April 2019

Die Wasserwerke in Stockholm werden eingeweiht

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wuchs die Stadt Stockholm mit einer enormen Geschwindigkeit, und niemand dachte daran, dass es in einer Stadt mit nahezu unbegrenzter Wassermenge zu Problemen kommen könnte. Man nahm das Wasser des Mälaren zum Waschen, Trinken und Kochen, obwohl dort natürlich auch das gesamte Abwasser der Industrie und der Haushalte landete. Dass unter dieser Situation gesundheitsschädliche Bakterien entstanden, war unbekannt und selbst als 1834 knapp 4000 Stockholmer an Cholera starben, sah man dabei eher eine göttliche Strafe als ein Wasserproblem.

Natürlich wurde um diese Zeit auch über die schlechte Wasserqualität in Stockholm geklagt, und Wilhelm Leijonancker brachte dann auch ins Gespräch eine Wasserleitung zu bauen und dabei das Wasser dort zu holen, wo es noch am saubersten war. Obwohl auch die ersten Stimmen auftauchten, die einen Zusammenhang zwischen Krankheiten und unreinem Wasser sahen, war der Widerstand gegen den Bau eines Wasserwerks und einer Wasserleitung enorm, denn die Mehrheit der Bevölkerung war der Meinung, dass dies zu teuer, und auch unnötig sei. Wenn nicht die gehobene Bürgerschicht darüber informiert gewesen wäre, dass man in England mit großem Erfolg ein Reinigungswerk und eine Wasserleitung nutzte, wäre der Plan in Stockholm auch auf Eis gelegt worden.

Im Jahr 1855 entschied sich dann die Stadt Stockholm, trotz des Widerstands der Bevölkerung, ein Wasserwerk zu bauen, aber Klagen gegen den Bau verzögerten die Arbeiten um weitere drei Jahre. Erst 1858 konnte der Bau der Wasserleitung und des Wasserreinigungswerkes beginnen, wobei die Rohre hierfür aus England importiert wurden. Drei Jahre später war dann ein 30 Kilometer langes Wassernetz in Stockholm geschaffen, das König Karl XV. am 27. April 1861 einweihte, auch wenn das Wasser erst am folgenden Tag durch die Leitungen fließen sollte. Dieses Wasserwerk sollte es letztendlich ermöglichen, dass Stockholm sich tatsächlich zu einer modernen Stadt entwickeln konnte.


27. April 1757: Carl Johan Adlercreutz nimmt den schwedischen König fest
27. April 1792: Der schwedische Mörder Jacob Johan Anckarström
27. April 1861: Stockholm wird mit reinem Wasser versorgt
27. April 1890: Der Schriftsteller und Kunsthistoriker Karl Asplund
27. April 1900: Die Gründung der Stadt Kiruna
27. April 1900: Die Geburt Kirunas und die Flucht der Stadt
27. April 1903: Helge Zimdal, der Architekt, der Schulen baute
27. April 1917: Die Künstlerin Agneta Wrangel af Sauss
27. April 1918: Reichsmarschall und Richter Sten Rudholm
27. April 1971: Inge Schiöler, der schwedische Maler der kräftigen Farben
27. April 1974: Anna Lovisa Öst, bekannt als Lapp-Lisa

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 26. April 2019

Die Schriftstellerin Birgitta Stenberg

Birgitta Stenberg wurde am 26. April 1932 in Stockholm geboren, wuchs jedoch überwiegend in Visby auf Gotland auf und reiste bereits sehr früh durch Europa, wobei sie auch das letzte Jahr in einem Gymnasium in Paris machte, ohne Abschluss, was ihr später Stoffe für ihre Romane bieten sollte und ihr zu ausgezeichneten Sprachkenntnissen verhalf. Als Stenberg Mitte der 50er Jahre zurück nach Schweden kam, begann sie die ersten Jahre über als Dolmetscherin und Schauspielerin zu arbeiten.

Birgitta Stenberg gehörte von Jugend an zu den Freidenkern Schwedens, wobei sie in den 50er Jahren Mitglied der literarischen Gruppe Metamorfos gehörte und in diesen Jahren auch ein kürzeres Verhältnis mit dem ägyptischen König Farouk hatte. Während des kalten Krieges war Stenberg die Sekretärin des Svenska kommittén för kulturens frihet und Redakteur der Zeitschrift Kulturkontakt, beides finanziert durch das amerikanische CIA, wenn auch unter dem Denkmantel der Ford Foundation. Stenberg gehört auch zu jener Gruppe an ersonnen, die Drogen nicht vollständig ablehnen, sondern den Verkauf von Haschisch und Marihuana in Apotheken forderte.

Birgitta Stenberg veröffentlichte ihren ersten Roman Mikael och Poeten im Jahr 1956, der in mehr poetischer Form die Affäre Kejne betraf, bei der ein Teil der gehobenen Schicht Stockholms angeklagt wurde organisierte, homosexuelle Prostitution in der schwedischen Hautstadt zu betreiben. Sehr bekannt wurde auch ihr Roman Chans, der 1962 veröffentlicht wurde und von den Klassenunterschieden in Schweden handelt. Birgitta Stenberg, die am 23. August 2014 an den Folgen eines Lungenkrebses starb, stand bei ihren journalistischen und literarischen Arbeiten immer auf der Seite der Arbeiter und Angestellten, wobei sich dies auch bei ihren Kinderbüchern bemerkbar macht, die in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden.


26. April 1686: Graf Magnus Gabriel De la Gardie, Dichter und Reichskanzler
26. April 1824: Der Theologe und Schriftsteller Otto Myrberg
26. April 1891: Der Folkets Park in Malmö
26. April 1893: Harry Hjörne rettet die GP (Göteborgs-Posten) 
26. April 1893: Axel Krook, der Meinungsmacher des 19. Jahrhunderts
26. April 1894: Der Kunsthandwerker Erik Fleming
26. April 1910: Der schwedische Komponist Erland von Koch
26. April 1946: Die anarchistische Künstlerin Lena Svedberg
26. April 1998: Sven Olov Lindholm, der Verehrer Hitler
Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 25. April 2019

Der schwedische Künstler Ewald Dahlskog

Ewald Dahlskog kam am 25. April 1894 als Sohn eines Buchdruckers in Stockholm zur Welt und machte zwischen 1905 und 1908 eine Ausbildung als Lithograf in der Zentraldruckerei der schwedischen Hautstadt. Nach Beendigung der Ausbildung machte Dahlskog eine vierjährige künstlerische Ausbildung an der Tekniska Skolan, um anschließend zwischen 1913 und 1917 an der Kunsthochschule in Stockholm zu studieren. Wie zu jener Zeit üblich, folgte dieser Ausbildung dann eine Studienreise nach Frankreich, Italien, Tunesien, Deutschland und England.

Im Jahr 1917 hatte Ewald Dahlskog seine erste Ausstellung, wobei sich seine Werke von Beginn an durch eine reiche Ornamentik auszeichneten. Die Eindrücke für seine Werke holte sich Dahlskog insbesondere bei seinen Auslandsreisen, die er als Inspirationsreisen bezeichnete. Seine Bilder, die er in Frankreich und Afrika geschaffen hatten, beeindruckten vor allem bei der ersten Ausstellung der Optimisten in der Kunsthalle Liljevalch im Jahr 1926. Innerhalb der Künstlergruppe nahm Dahlskog eine führende Rolle ein, wobei er an allen Ausstellung der Gruppe bis 1930 teilnahm.

Ewald Dahlskog zeichnte sich jedoch nicht nur als Maler aus, denn vor allem in den 20er Jahren entstanden auch Werke in anderen Bereichen, die ihn zu einem führenden Künstler jener Epoche machten. In diesem Rahmen sind insbesondere seine Intarsienarbeiten zu nennen, die man im Konzerthaus in Stockholm sehen kann. Zwischen 1926 und 1929 arbeitete Dahlskog zudem für die Glashütte Kosta und erneuerte das geschliffene Glas, das der Firma zu einem neuen Aufschwung verhalf, und Ende des Jahrzehnt schuf er Ausstellungsstücke für die Fayencefabrik Boberg in Gävle, die während der Stockholmausstellung des Jahres 1930 präsentiert wurden. Ewald Dahlskog starb am 25. September 1950 in Gävle.


25. April 1529: Der Aufruhr gegen Gustav Vasa endet in Broddetorp
25. April 1709: Der Architekt und Erfinder Carl Johan Cronstedt
25. April 1744: Anders Celsius und die Celsius-Skala
25. April 1750: Der schwedische Astronom Olof Hjorter
25. April 1877: Der Künstler und Schriftsteller Ernst Norlind
25. April 1887: Der schwedische Künstler Gösta Sandel
25. April 1892: Der schwedische Künstler Arvid Knöppel
25. April 1926: Ellen Key und die kulturelle Frauenbewegung Schwedens
25. April 1926: Ellen Key und die befreite Arbeiterfrau
25. April 1945: Björn Ulvaeus, die Zeit vor und nach ABBA
25. April 1981: Anja Pärson, alpine Skiläuferin

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 21. April 2019

Die Balletttänzerin Elsa-Marianne von Rosen

Elsa-Marianne von Rosen kam am 21. April 1924 als Tochter des Künstlers Reinhold von Rosen in Stockholm zur Welt, wuchs jedoch überwiegend im Sörmland auf. Ihre Karriere als Balletttänzerin begann im Grunde sehr spät, denn erst als 13-jährige, als sie wieder von ihren Eltern zu ihrer Großmutter nach Stockholm zog, begann sie eine Ausbildung als Tänzerin. Von Rosen setzte ab dieser Zeit alles in den Balletttanz und schon zwei Jahre später wurde sie erstmals, wegen ihres Könnens, von den Dagens Nyheter in einem Artikel genannt. Nach mehreren Jahren an Privatausbildung perfektionierte sich von Rosen dann mit Hilfe von Harald Lander, dem damaligen Ballettdirektor des Königlichen Theaters in Kopenhagen.

Ihren ersten öffentlichen Auftritt als Tänzerin hatte Elsa-Marianne von Rosen im Jahr 1941 im Konzerthaus in Stockholm, was auch der Beginn ihrer Karriere wurde, denn 1943 erhielt sie das Angebot im Varieté "National Scala" in Kopenhagen zu tanzen, was ihr wiederum dazu verhalf Gastschülerin in der Ballettschule des Königlichen Theaters zu werden und Kontakte mit der internationalen Tanzwelt zu knüpfen. Als von Rosen dann nach Stockholm zurückkam, wurde ihre die Position der Primadonna im Oscarsteatern angeboten, das um diese Zeit einige Ballettabende auf den Spielplan setzte, ansonsten aber die Ballettgruppe auf internationale Tourneen schickte.

Bekannt wurde Elsa-Marianne von Rosen im Jahr 1950, als sie in der Königlichen Oper in Stockholm als Fröken Julie auf die Bühne trat, ein Stück mit dem sich die Künstlerin persönlich identifizierte. Bis heute gilt Elsa-Marianne von Rosen, die am 7. September 2014 in Kopenhagen starb, als die beste Julie aller Zeiten. Um die gleiche Zeit begann von Rosen auch als Choreographin zu arbeiten und gründete mit ihrem Ehemann das Skandinaviska Beletten. Von 1970 bis 1976 war von Rosen Ballettchef beim Stora Teatern in Göteborg und von 1980 bis 1987 beim Malmöbaletten. Obwohl von Rosen nach einer Operation nicht mehr sprechen konnte, wirkte sie noch im Jahr 2012 beim Dokumentarfilm Ballerina mit, mit dem Maja Friis das Leben der Künstlerin verfilmte.


21. April 1644: Der schwedische Befehlshaber Torsten Stålhandske
21. April 1816: Der Kriegsherr Johan af Puke
21. April 1849: Hedemora in Dalarna bekommt eine Feuerwehr
21. April 1612: Karl IX. ein Ersatzkönig leitet Schweden
21. April 1909: Die Saluhallen (Markthalle) in Lund
21. April 1912: Siri von Essen, die stärkste Frau Strindbergs
21. April 1917: Streik und Revolution in Schweden
21. April 1948: Klasse Möllberg, der Liebling schwedischer Kinder
21. April 1996: Der Cedergrenska Turm in Danderyd 

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 20. April 2019

Der Architekt Johan Fredrik Åbom

Johan Fredrik Åbom wurde am 30. Juli 1817 in Stockholm geboren und begann nach einer Maurerlehre und dem Besuch des Technologischen Instituts ein Studium an der Kunstakademie um dort Architektur zu studieren. Nach Abschluss des Studiums gründete Åbom einerseits ein eigenes Architekturbüro, arbeitete jedoch gleichzeitig an Staatsaufträgen, von 1843 bis 1853, unter anderem, für die Gefängnisverwaltung, war also für den Bau sämtlicher Gefängnisse jener Zeit verantwortlich, wobei der Architekt 1852 auch ein staatliches Stipendium für eine Studienreise nach Deutschland erhielt.

Da Johan Fredrik Åbom in ganz Schweden arbeitete und bereit war jede Art von Bau zu verwirklichen, entwickelte er sich zu einem der bedeutendsten Architekten des 19. Jahrhunderts, wobei der Architekt nicht nur Wohnhäuser, Kirchen, Theater, Krankenhäuser und Fabriken baute, sondern auch einige Grabdenkmäler und er der erste Architekt Schwedens war, der für Rörstrand Kachelöfen zeichnete. Es ist daher auch nicht verwunderlich, dass Åbom auch zu den Gründern der Stockholmer Bauvereinigung gehörte und den Architekturstil Ende des 19. Jahrhunderts stark prägte und zum königlichen Architekten ernannt wurde.

Einen besonderen Einfluss hatte für Johan Fredrik Åbom seine Arbeit für die Mechanische Werkstatt Bolinder in Stockholm, für die er zwischen 1850 und 1860 arbeitete. Da eine mechanische Werkstatt zu jener Zeit nicht nur für die Industrie arbeitete, sondern auch tägliche Haushaltsgegenstände in Gusseisen schuf, entstanden zahlreiche dieser Gerätschaften auf dem Reißbrett des Architekten. Diese Arbeit wiederum brachte Johan Fredrik Åbom, der am 20. A
pril 1900 starb, auf die Idee auch an gusseisernen Grabmonumenten zu arbeiten. Das Stadtmuseum in Stockholm hat in seinen Archiven sieben dieser Skizzen, die Åbom sogar als Aquarellzeichnungen vorlegte.

20. April 1535: Ein Sonnenphänomen und eine politische Auseinandersetzung
20. April 1794: Johan Henric Kellgren, erster Vorsitzender der Svenska Akademien
20. April 1806: Sara Elisabeth Moraea und Carl von Linné
20. April 1903: Dagmar Edqvist und die selbständige Frau des 20. Jahrhunderts
20. April 1907: Tradition der Majblomman (Maiblume) in Schweden
20. April 1940: Das Bio Roy, einst Bio Royal, in Göteborg
20. April 1947: Björn Skifs, mehr als nur ein schwedischer Sänger
20. April 1956: Beatrice Ask, Justizministerin Schwedens
20. April 1978: Neues Thronfolgegesetz in Schweden
20. April 1993: Der Künstler Ragnar Person

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 7. April 2019

Das Konzerthaus in Stockholm

Das Konzerthaus in Stockholm war eines der ersten Gebäude Schwedens, das konkret für Orchestermusik gebaut wurde, also nicht mehr mehrere Funktionen gleichzeitig hatte. Zum anderen handelt es sich dabei um eines der bedeutendsten Gebäude Schwedens, das im Klassizismus der 20er Jahre erbaut wurde. Für die Formgebung des Konzerthauses wurden mehrere Künstler der Epoche beschäftigt, wobei der Bau so einzigartig wurde, dass er heute den Marktplatz Hötorget geradezu dominiert und den Blick auf sich zieht. Eingeweiht wurde das Konzerthaus in Stockholm am 7. April 1926.

Ab dem Jahr 1926 werden im Konzerthaus in Stockholm auch die Nobelpreise in Medizin, Physik, Chemie und Literatur ausgeteilt, seit 2004 der Polar Music Prize, seit 2008 der Augustpreis und seit 2010 auch der Literaturpreis zur Erinnerung an Astrid Lindgren. Diese Ereignisse zeigen, welche Bedeutung dieses Gebäude im kulturellen Leben Stockholms seit seiner Gründung übernommen hat und welches architektonische Denkmal sich der Architekt Ivar Tengbom mit dem Konzerthaus geschaffen hat, das schon heute alle Voraussetzungen für den Denkmalschutz erfüllt.

Der Gedanke zum Bau einer Konzerthalle tauchte in Stockholm bereits gegen 1860 auf, aber zur Realisierung der Idee fanden sich mehrere Hürden, zum einen die Platzfrage, zum anderen die Finanzierung, so dass der erste Bauplan des Architekten Johan Fredrik Åbom nie verwirklicht wurde und die Vorführungen der Symphonie Stockholms zu Beginn des 20. Jahrhunderts in die alte Gasglocke gelegt wurden, was akustisch nicht unbedingt eine ideale Lösung war. Erst gegen Ende des Ersten Weltkriegs hatte man den idealen Platz für das Konzerthaus gefunden, auch wenn man für den Bau des Konzerthauses erst einmal Bauten aus dem 18. und 19. Jahrhundert abreißen musste. Die Finanzierung wurde dann durch private Spenden und eine bedeutende Donation von Rosa Nachmanson geklärt, die der Stadt ein Vermögen für kulturelle Zwecke hinterlassen hatte.


7. April 1651: Der schwedische Feldherr Lennart Torstenson
7. April 1859: Der Künstler Johan Axel Gustaf Acke
7. April 1878: Der schwedische Architekt Ivar Justus Tengbom
7. April 1906: Die schwedische Rechtschreibreform von 1906 
7. April 1908: Ebba Lindqvist, Gedichte vom Meer und dem Bohuslän 
7. April 1914: Die drei Berufe des Schweden Albert Theodor Gellerstedt 
7. April 1953: Dag Hammerskjöld, eine schwedische Legende 
7. April 1990: Brand auf der M/S Scandinavian Star bei Lysekil im Bohuslän

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 3. April 2019

Der Dirigent und Pianist Sixten Ehrling

Sixten Ehrling kam am 3. April 1918 als Sohn eines Gemüsehändlers in Malmö zur Welt und wurde von seinem Vater zur Musikliebe erzogen. Mit vier Jahren begann Ehrling erstmals Orgel zu spielen und wenig später erhielt er dann Klavierunterricht. Während der Musiker das Gymnasium besuchte, begann er auch bei Brita Hjort, einer der besten Klavierspielerinnen ihrer Zeit, Klavierunterricht zu erhalten, was Ehrling jedoch nicht zu schätzen schien, denn Probleme wollte er grundsätzlich selbst lösen und persönliche Kontakte verabscheute er, so dass der Künstler seinen Lehrern auch nie die geringste Dankbarkeit zeigte.

Nach Abschluss des Gymnasiums begann Sixten Ehrling 1936 an der Musikhochschule in Stockholm Orgel, Piano und Violine zu studieren. Bereits ab 1939 wurde Ehrling an der Stockholmer Oper Repetitor, 1940 beendete er sein Studium an der Musikhochschule und 1941 hatte er sein erstes Gastspiel als Dirigent am Dresdner Opernhaus, dessen Orchester von Karl Böhm geleitet wurde. In diesen Jahren arbeitete Ehrling bereits als Konzertdirigent bei den Göteborger Symphonikern und am Philharmonischen Orchester in Stockholm. Bereits 1946 war Ehrling so bekannt, dass er auch für Gastspiele in Paris und London engagiert wurde.

Sixten Ehrling, der am 13. Februar 2005 in New York starb, gilt noch heute als einer der größten Dirigenten Schwedens, auch wenn er von seinen Musikern, mangels seines Mitgefühls, gehasst wurde und daher auch gezwungen war 1963 ein Engagement als Chefdirigent des Detroit Symphony Orchestra zu akzeptieren, da schwedische Musiker nicht mehr mit ihm arbeiten wollten. Die großen Häuser Schwedens wollten Ehrlich jedoch zurückholen, was dazu führte, dass Ehrling von 1974 bis 1975 wieder bei den Göteborger Symphonikern arbeitete, anschließend jedoch vor allem an Häusern wie der Metropolitan in New York und der Wiener Staatsoper arbeitete. Auch wenn Sixten Ehrling auch in Schweden als musikalisches Genie gesehen wurde, so war er als Person bis zu seinem Tod nicht geschätzt, da es für ihn nur eine einzige Meinung gab, seine eigene.


3. April 1581: Johannes Rudbeckius und die erste Mädchenschule Schwedens
3. April 1756: Der schwedische Hofdichter Carl Gustaf af Leopold
3. April 1780: Abraham Rydberg, vom Großhändler zum Wohltäter
3. April 1791: Die schwedische Hushållningssällskapet
3. April 1823: Erik Johan Stagnelius, der Aussenseiter unter den Dichtern
3. April 1868: Der schwedische Komponist Franz Berwald
3. April 1884: Der Maler und Schriftsteller Akke Kumlien

3. April 1918: Olof Palme stirbt durch die Kugel eines unbekannten Schützen
3. April 1921: Die schwedische Schriftstellerin Eva Neander 
3. April 1927: Maria Sandel, die erste Arbeiterschriftstellerin Schwedens
3. April 1945: Schwedischer Pilot über Blekinge abgeschossen
3. April 1952: Albin Hagström und das schwedische Akkordeon 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 2. April 2019

Der Politiker Jacob Magnus Sprengtporten

Jacob Magnus Sprentporten kam am 11. Dezember 1727 im heute finnischen Nyland als Sohn eines Majors zur Welt und schloss sich im Alter von zwölf Jahren der militärischen Abteilung zum Bau von Festungsanlagen an. Sprengtporten arbeitete sich bis zum Fähnrich der Leibgarde hoch bis er 1744 bei Bau der Verteidigungsanlagen und der militärischen Verteidigung Finnlands eingesetzt wurde. Im Jahr 1755 wurde Sprengtporten nicht nur zum Kapitän ernannt, sondern er wurde auch in das königliche Amt zur Planung von Festungen versetzt, wo er unter Augustin Ehrensvärd auch an der Festung Sveaborg arbeitete.

Während des preußisch-schwedischen Krieges in Pommern, der 1757 ausbrach, erhielt Jacob Magnus Sprengtporten eine eigene Einheit, die man als den ersten Jägerverband Schwedens bezeichnen kann, und brachte der schwedischen Krone einige Siege, was ihm den Ruf eines hervorragenden Strategen brachte. Nach dem Sieg wurde Sprentporten königlicher Berater in Verteidigungsfragen und 1766 wurde der Feldherr nicht nur zum Freiherren ernannt, sondern er wurde auch Teil der Festungskommission, die die Verteidigungsmöglichkeiten Finnlands ausarbeitete und letztendlich den Vorschlag Sprengtportens übernahm.

Im Jahr 1772 arbeitete Jacob Magnus Sprengtporten, der am 2. April 1786 in Stockholm starb, gemeinsam mit Gustav III. und Johan Christopher Toll einen Revolutionsplan aus um dem König mehr Macht zu garantieren. Sprengtporten begab sich in diesem Zusammenhang nach Finnland um von dort aus das Militär zur Revolution zu bewegen. Der Plan zeigte sich erfolgreich, auch wenn Sprengtporten mit seinen Soldaten Stockholm nicht mehr zum vorgesehenen Zeitpunkt erreichte und Gustav III. daher die Stadt bereits selbst in seine Hände gebracht hatte. Sprengtporten hatte mit diesem Schritt jedoch die volle Gunst des Königs gewonnen und konnte das Militär weitgehend seinen Ideen anpassen, bis der Widerstand der Offiziere so groß wurde, dass selbst Gustav III. reagieren musste und Sprengtporten sich schließlich in die Pension zurückziehen müsste.


2. April 1796: Die schwedische Künstlerin Ulrika Pasch
2. April 1857: Die schwedische Schriftstellerin Jeanette Stjernström 
2. April 1884: GAN, Gösta Adrian-Nilsson, und die moderne Kunst Schwedens
2. April 1893: Die Oscar Fredriks kyrka in Göteborg
2. April 1900: Gustaf Åkerhielm, Ministerpräsident Schwedens
2. April 1904: Karl Ragnar Gierow holt das europäische Theater nach Schweden
2. April 1954: Der schwedische Künstler Lars Lerin
2. April 1954: LIN, die schwedische Fluggesellschaft Linjeflyg
2. April 1967: Die Stadtbibliothek in Göteborg
2. April 1974: Håkan Hellström, Musik aus Schweden
2. April 1995: Hannes Alfvén, ein Nobelpreisträger als Kernkraftgegner

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 27. März 2019

Der Historienmaler Carl Stefan Bennet

Carl Stefan Bennet kam am 26. Mai 1800 als Sohn eines Hofmarschalls in Lyngby zur Welt und entschied sich im Alter von 17 Jahren für eine militärische Karriere. Nach einem Jahr an der Kriegsakademie wurde Bennet Fähnrich in der Svea Leibgarde und 1825 erreichte er dort den Rang eines Leutnants. Sein Interesse für Kunst kam für Bennet mit einem längeren Aufenthalt in Rom und Neapel von 1829 bis 1932,  wo er in den Kreisen um die Skulpteure Bertel Thorvaldsen und Bengt Erland Fogelberg umging und mit den Landschaftsmalerein von Joseph Vernet Bekanntschaft machte.

Nach seiner Rückkehr nach Schweden begann sich Carl Stefan Bennet mehr und mehr für die Malerei zu interessieren, auch wenn man bei seinen Gemälden aus dieser Zeit deutlich sieht, dass er in Italien nur eine minimale Ausbildung erworben und den Amateurstatus nicht überwunden hatte. Immerhin entstanden während der jährlich einige Wochen dauernden Militärübungen mehrere Zeichnungen zum militärischen Lagerleben, die Bennet als Lithographie veröffentlichte und damit ein Zeitdokument bilden. Bereits 1838 verließ Bennet dann als Kapitän die Armee um sich ganz der Kunst widmen zu können.

Nach seinem Abschied vom Militärdienst unternahm Carl Stefan Bennet, der am 27. März 1878 in Stockholm starb, Privatstudien in Malerei und begann vor allem italienische Landschaften und Stockholm zu malen, versuchte sich aber auch an Porträts, Tiermalereien und architektonischen Zeichnungen. Im Jahr 1844 wurde Bennet dann zum Hofmaler ernannt, obwohl seine Gemälde wenig Persönlichkeit ausdrückten und oft von Details überfüllt waren. Auch wenn die größte Sammlung der Werke Bennets in der Universitätsbibliothek in Uppsala zu finden sind, so ist der Künstler auch in der Nationalgalerie in Stockholm präsent.


27. März 1794: Die schwedisch-dänische Konvention von 1794
27. März 1805: Johan Murberg und der Erfolg der schwedischen Sprache
27. März 1868: Der Schriftsteller und Künstler Axel Emil Ebbe
27. März 1873: Der schwedisch-amerikanische Künstler David Edström
27. März 1904: Der erste Golfklub in Stockholm
27. März 1906: Der Energiekonzern E.ON in Schweden
27. März 1922: Die Öresundsvarvet in Landskrona geht in Konkurs
27. März 1940: Der schwedische Freiwilligen-Verband
27. März 1942: Laila Westersund, eine Karriere mit bereits vier Jahren
27. März 1966: Ragnar Josephson wird in Lund verewigt
27. März 1966: Ragnar Josephson, von der Poesie bis ins Dramaten
27. März 1989: Nordic Channel, der heutige Kanal 5 

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 25. März 2019

Der Pianist und Komponist Erik Gunnar Malmström

Erik Gunnar Malmberg kam am 25. März 1892 in Uppsala zur Welt. Über seine Jugend und seine Ausbildung ist kaum etwas bekannt, denn 1913 schrieb er sich an der Universität Uppsala an der medizinischen Fakultät ein, verschwand jedoch ein Jahr später wieder aus der Liste der Studenten. Da Malmström auch nicht am königlichen Observatorium in Stockholm als Student zu finden ist, kann er seine musikalischen Kenntnisse nur auf privatem Weg, oder aber im Ausland, erworben haben. Nach einem einzigen Hinweis soll Malmström in den folgenden Jahren als Restaurant-Musiker gearbeitet haben, aber auch dies kann nicht mit Sicherheit bestätigt werden.

Im Jahr 1918 zog Erik Gunnar Malmström nach Stockholm und vier Jahre später begann dann die offizielle musikalische Karriere Malmströms. Ab dieser Zeit arbeitete der Musiker in mehreren großen Kinos Stockholms als Kapellmeister, wobei seine Aufgabe hierbei nicht nur war ein Orchester während der Projektion von Stummfilmen zu führen, sondern Malmström war auch für die Kompositionen verantwortlich, musste also für jeden Film auch eine passende Musik komponieren, die seine Musiker dann einstudieren mussten. Auch wenn die Stummfilmzeit relativ kurz war, so war es Malmström, der hierbei die maßgeblichen Richtlinien in Schweden schuf, insbesondere bei amerikanischen Filmen.

Aus den 20er Jahren sind auch mehrere künstlerische Kompositionen des Musikers Erik Gunnar Malmström bekannt, unter anderem auch Kammermusik und Melodramen. In der gleichen Zeit entstanden Schallplattenaufnahmen mit Volksweisen bei denen Malmström auch als Dirigent des Nationalorchesters wirkte. In den 30er Jahren blieb Malmström überwiegend bei der Filmmusik, die sich jedoch radikal geändert hatte, da der Tonfilm völlig andere Ansprüche stellte als der vorhergehende Stummfilm. So wenig man über die ersten 30 Jahre des Musikers weiß, so wenig ist auch von den letzten Jahren des Musikers Erik Gunnar Malmström bekannt, der am 4. Februar 1961 in Stockholm starb, denn ab Ende der 30er Jahre verlieren sich die Spuren des Künstlers weitgehend.


25. März: Der Waffeltag in Schweden
25. März 1751: Fredrik I., König Schwedens dank seiner Ehefrau
25. März 1784: Der schwedische Jurist Johan Gabriel Richert
25. März 1826: Die schwedische Künstlerin Wilhelmina Lagerholm
25. März 1902: Sten Broman, ein schwedisches Original
25. März 1954: Massiver Widerstand gegen das Fernsehen in Schweden
25. März 1975: Die schwedische Sängerin Sofia Karlsson
25. März 2008: Bengt Helldal, der fitte Arzt aus Falkenberg
25. März 2012: Der schwedische Spion Bertil Ströberg 

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 24. März 2019

Die Tänzerin und Choreographin Birgit Åkesson

Birgit Åkesson kam am 24. März 1908 als Tochter eines Baumeisters in Malmö zur Welt und besuchte von 1929 bis 1931 die Schule der Tanzlehrerin Mary Wigman in Dresden, die damals den Ruf hatte mit dem klassischen Tanz zu brechen und ihre Schüler zu einem expressionistischen Tanz zu führen. Auch wenn sich Åkesson als begabte Schülerin zeigte, so fühlte sich die Tänzerin mit der Art des Tanzes, der Wigman einen weltweiten Ruf brachte, nicht zufrieden und sie suchte eine andere Möglichkeit des tänzerischen Ausdrucks.

Birgit  Åkesson entschloss sich nach Paris zu gehen und ihren Tanzstil zu finden indem sie vor allem auf ihren Körper hörte und die Kunst diesem Bedürfnis anpasste. Im Jahr 1934 präsentierte Åkesson dann ihre erste Choreographie im Théâtre du Vieux-Colombier i Paris. Die Vorstellung wurde von den Kritikern kaum beachtet, und es sollte noch bis 1951 dauern bis Åkesson bei einem Tanzfestival ihren Durchbruch als Tänzerin und Choreographin hatte. 1951 führte die Tänzerin zwei Solos auf, eines davon bei absoluter Stille. Åkesson hatte damit einen der ersten europäischen Avant Garde Tanz aufgeführt, was nahezu die gesamte Presse bejubelte. Der Tänzerin war es damit gelungen die führende Figur dieser neuen künstlerischen Tanzrichtung zu werden.

In den folgenden Jahren arbeitete Birgit Åkesson, die am 24. März 2001 in Stockholm starb, mehrere Choreographien, die an der Oper Stockholms aufgeführt wurden, teils eigene Werke, teils Werke, die in Opern integriert wurden. Åkesson gelang es in diesen Jahren die Formsprache und den freien Tanz auf der schwedischen Bühne einzuführen. Im Jahr 1967 verließt die Tänzerin plötzlich die Oper um nach den Wurzeln des Tanzes zu suchen, eine Reise, die Åkesson nach Afrika führte und die Künstlerin zur Überzeugung brachte, dass man in Europa den Kontakt zum ursprünglichen und natürlichen Tanz verloren hatte. Die Tänzerin Birgit Åkesson wurde auf diese Weise zur wissenschaftlichen Forscherin, die 1999 mit der Ehrendoktorwürde der Universität Stockholm ausgezeichnet wurde.


24. März 1381: Katarina von Vadstena und der Namenstag Karins
24. März 1801: Der Erfinder Immanuel Nobel der Jüngere
24. März 1817: Fritz von Dardels schwedische Kulturgeschichte
24. März 1836: Die Opernsängerin Eufrosyne Abrahamson
24. März 1892: Die dänisch-schwedische Künstlerin Esther Gehlin
24. März 1938: Die schwedische Künstlerin Ulrica Vallien
24. März 1948: Sigrid Hjertén, Malen bis zur Psychose
24. März 1975: Streik der Waldarbeiter in Schweden
24. März 1979: Die regionale schwedische Skånepartiet (Schonenpartei)
24. März 2005: Mare Kandre und der moderne Frauenroman Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 23. März 2019

Der schwedische Architekt Sven Ivar Lind

Sven Ivar Lind wurde am 23. März 1902 als Sohn eines Betriebsleiter in Tidaholm zur Welt und begann nach seiner Hochschulreife im Jahr 1920 beim Architekturbüro Ernst Torulf zu arbeiten. Nur ein Jahr später begann Lind an der Technischen Hochschule in Stockholm Architektur zu studieren, ein Studium, das er 1926 abschloss. Noch im gleichen Jahr wurde Lind bei Gunnar Asplund angestellt, mit dem er auch später immer wieder zusammenarbeitete und dessen begonnene Werke er nach dem Tod Asplunds im Jahr 1940 beendete. Ab 1931 unterhielt Lind allerdings sein eigenes Architekturbüro in Stockholm.

Da Sven Ivar Lind zu den wenigen Architekten Schwedens gehörte, die auch Französisch sprachen und sehr gut mit der französischen Kultur vertraut waren, erhielt er bereits 1928 zwei größere Aufträge in Paris und in Amsterdam, auch wenn seine Pläne beim Bau des Bankhauses am Place Vendôme nicht in vollem Umfang berücksichtigt wurden, sondern die Fassade von einem französischen Architekten neu gezeichnet wurde. Dies hielt Lind jedoch nicht davon ab noch 1930 ein Architekturbüro in Paris zu gründen, was ihm letztendlich auch den Auftrag brachte den schwedischen Pavillon für die Weltausstellung in Paris im Jahr 1937 zu zeichnen, der ihn international als Architekten bekannt machte.

Vom Ruf des Architekten Sven Ivar Lind, der am 3. April 1980 in Danderyd starb, zeugt auch seine Ernennung zum Schlossarchitekten, so dass er ab 1959 für das Schloss in Stockholm und an 1962 auch für das  Schloss Drottningholm verantwortlich wurde. Der Besucher Stockholms kann im Stockholmer Schloss die Veränderungen Linds im Burggarten sehen, und natürlich auch in den Kellergewölben, also der Schatzkammer und der Livrustkammaren, die deutlich seine klaren Linien zeigen und gerade dadurch Details und Ornamente besonders hervorheben. Dem Schloss Drottningholm gab Lind seinen wohnlichen Charakter, was man leider nur im Inneren des Schlosses feststellen kann.


23. März 1703: Cajsa Warg, die bekannteste Köchin Schwedens
23. März 1759: Anders Ljungstedt, ein Leben in der Fremde
23. März 1792: Carl Georg Brunius, ein Priester als Architekt und Kunstkenner
23. März 1810: Der schwedische Künstler Carl Gustaf Qvarnström
23. März 1845: Abraham Rydberg, vom Großhändler zum Wohltäter
23: März 1854: Örebro wird bei einem Brand nahezu vollständig zerstört
23. März 1862: Tor Hedberg und der psychologische Roman
23. März 1904: Der pazifistische Baptist Helge Åkeson
23. März 1929: Die finnlandschwedische Künstlerin Eva Acke
23. März 1962: Der Tag des Nordens und der Vertrag von Helsinki von 1962
23. März 1980: Abwicklung der Kernenergie in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 19. März 2019

Der schwedische Künstler Louis Masreliez

Louis Masreliez kam Anfang 1748 als Sohn des Bildhauers Jean Baptiste Masreliez in Paris zur Welt und kam im Alter von fünf Jahren mit seinem Vater nach Schweden, der damit beauftragt war das Stockholmer Schloss zu dekorieren. Im Alter von zehn Jahren schrieb sich der Junge bereits an der Zeichenschule des Schlosses ein. Da er sich jedoch mehr von der Malerei angezogen fühlte und dies Abteilung in der künftigen Kunstakademie noch nicht existierte, lernte er im Atelier von Lorens Gottman gleichzeitig die Malerei, und bei seinem Vater die Skulptur.

1769 erhielt Louis Masreliez dann ein staatliches Stipendium, das er für einen langen Studienaufenthalt in Frankreich und in Italien nutzte. Erst 1782 kehrte Masreliez dann zurück nach Schweden um dort unmittelbar Professor für Historienmalerei an der Kunstakademie zu werden, was erneut zu einem Umbruch in der schwedischen Kunstrichtung führte, da Masreliez zwar nach zu den späten Vertretern des gustavianischen Stils gehörte, jedoch aus Italien neue Ideen mitbrachte und damit die Groteske nach Schweden brachte, verbunden mit den ersten neoklassischen Elementen.

Auch wenn Louis Masreliez sich gerne als Historienmaler bezeichnete, so verwirklichte er sehr wenige Gemälde, sondern wurde gewissermaßen der Nachfolger von Johan Eric Rehn und zeigte seine Größe als Innenarchitekt. Für den türkischen Pavillon des Schlosses Haga komponierte Masreliez jedes Detail, angefangen von den Gardinen und der Wandbekleidung bis zu den Möbeln. Der Künstler arbeitete anschließend überwiegend an der Dekoration des Stockholmer Schlosses, was zwar vom Königshaus geschätzt wurde, jedoch Masreliez anschließend nahezu vergessen ließ, da er bei seinen Arbeiten freie Hand hatte und dadurch die unterschiedlichsten Stilrichtungen vermischte. Erst als der Neoklassizismus ab 1920 in Schweden Einzug nahm, wurde die tatsächliche Leistung von Louis Masreliez, der am 19. März 1810 in Stockholm starb, wieder erkannt, also über 100 Jahre nach seinem Tod.


19. März 1488: Johannes Magnus zwischen Katholizismus und Protestantismus
19. März 1692: Der Bergwerksarzt Johan Moraeus
19. März 1793: Johan Eric Rehn, Architekt und Künstler des Hofes
19. März 1810: Louis Masreliez, schwedischer Künstler und Innenarchitekt
19. März 1863: Alfred Hellerström, der Baumeister Helsingborgs
19. März 1883: Der Katarinahissen in Stockholm
19. März 1896: Der streitbare Philosoph Fredrik Georg Afzelius
19. März 1910: Der schwedische Sozialmediziner und Sexologe Gunnar Inghe
19. März 1911: Allan Hernelius macht die SvD zum politischen Organ
19. März 1914: Der Verein der freidenkenden Frauen Schwedens
19. März 1922: Der erste Vasalauf zwischen Sälen und Mora wird organisiert
19. März 1936: Die Schriftstellerin und Künstlerin Ottilia Adelborg 

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 18. März 2019

Die Schriftstellerin Barbro Lindgren

Barbro Lindgren wurde am 18. März 1937 unter dem Namen Barbro Enskog als Tochter eine Ingenieurs in Bromma geboren und besuchte nach der Hochschulreife erst das Konstfack in Stockholm und ab 1959 dann die Kunsthochschule in der gleichen Stadt. Nach Abschluss ihres Studiums arbeitete Lindgren als Reklamezeichnerin, aber auch in der Krankenpflege und, gemeinsam mit Marianne Eriksson, als Herausgeberin von Kinderbüchern. Ab 1965 machte sich Lindgren dann als Kinderbuchautorin und Illustratorin der eigenen Werke einen Namen, der bald weit über Schweden hinaus bekannt wurde.

Die literarische Karriere von Barbro Lindgren begann mit der dreiteiligen Kinderbuchserie über Mattias, die das Alltagsleben eines Fünfjährigen in der Stadt schildert, ohne dass die Autorin jedoch den Jungen wirklich viel erleben lässt. Als Lindgren dann vier Jahre später mit der Serie Loranga beginnt, wo sie Fantasie und tatsächliche persönliche Erlebnisse vermischt, werden auch die Verlage in anderen Ländern auf die Autorin, die um diese Zeit noch sämtliche ihrer Bücher selbst illustrierte, aufmerksam und Loranga wird zu einem internationalen Erfolg.

Im Laufe der Jahre schrieb Barbro Lindgren rund 100 Bücher, die in bis zu 30 verschiedene Sprachen übersetzt wurden, auch wenn die Schriftstellerin nie richtig die Phantasie frei walten lässt, sondern immer das Alltagsleben der handelnden Figuren in den Vordergrund stellte. Barbro Lindgren gehört in Schweden zu den typischen Autoren, die sich dem Entwicklungsroman widmen, der immer nur das Positive eines Menschen als Ziel sieht und daher im modernen Schweden eine Randposition einnimmt, jedoch als Gegenpol zu den Problemromanen weiterhin eine literarische Nische findet. Barbro Lindgren lebt heute auf Öland, wobei ihr bisher letztes Kinderbuch Titta Hamlet, das 2017 erschien, noch immer zu den Erziehungsromanen der Gattung Entwicklungsroman gehört.


18. März 1655: Maria Eleonora von Brandenburg, die schönste Königin Schwedens
18. März 1786: Gustaf Lundberg, der produktivste Künstler Schwedens
18. März 1862: Der schwedische Künstler Eugène Jansson
18. März 1887: Fredrik Ferdinand Carlson, Politiker und Geschichtswissenschaftler
18. März 1907: Eisenbahnraub in Schweden
18. März 1915: Der erste Meereseisbrecher Schwedens: S/S Sankt Erik
18. März 1935: Der schwedische Sprachforscher Axel Kock
18. März 1956: Die schwedische Skilegende Ingemar Stenmark
18. März 1957: Christer Fuglesang, der erste Schwede im All
18. März 1986: Die schwedische Sängerin Lykke Li 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 12. März 2019

Der Hofmaler Johan Pasch der Ältere

Johan Pasch, auch Johan Pasch der Ältere genannt, kam am 12. März 1706 als Sohn eines deutsch-schwedischen Hofmalers in Stockholm zur Welt und gehörte zu den ersten Schülern, die die neu gegründete Königliche Ritareakademien, eine Kunstschule im Schloss, besuchte. Nach Abschluss dieser Ausbildung machte Pasch sehr deutlich, dass er kein Handwerker, sondern ein freier Künstler sei. Pasch hatte bei seinem Vater zudem ein Malerlehre gemacht und nach der Akademie sowohl in Holland, als auch in Paris Malerei studiert und sich dort vor allem mit Rokoko zu beschäftigt, einem Stil, der damals völlig neu war. Nach seiner Rückkehr nach Schweden wurde Pasche als Schlossdekorateur angestellt und 1748 auch zum Hofmaler ernannt.

Ab 1732 arbeitete Johan Pasch unter Guillaume Thomas Taraval insbesondere an der Dekoration des Schlosses in Stockholm und war damit einer der ersten Künstler Schwedens, die dabei französische Blumenmuster und Ornamente im Rokokostil verwirklichten. Der nächste große Auftrag für Johan Pasch kam 1739, als er mit Maskerade-Gemälde des Tessinschen Palais beauftragt wurde, bei dem auf den Gemälden die Köpfe der Menschen durch Affenköpfe ersetzt wurden. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude ist heute der Regierungssitz des Regierungspräsidenten der Region Stockholm und gehrt dem schwedischen Staat, kann jedoch nicht besichtigt werden.

Johan Pasch, der am 16. Januar 1769 in Stockholm starb, hat indes nicht nur in Schlössern, der Schlosskirche und dem Tessinschen Palais seine Spuren hinterlassen, sondern er hinterließ auch einige sehr bedeutende Gemälde und er verwirklichte sechs Gobelins mit Darstellungen aus den Fabeln des französischen Schriftstellers Jean de La Fontaine. Sämtliche Werke Paschs sind sehr eng an die französische Kunstlinie der Epoche angelehnt, wobei man auch deutlich die Einflüsse seines Lehrers Taraval feststellen kann, dessen unvollendete Werke Johan Pasch nach dem Tode des Künstlers fertigstellte.


12. März: Kronprinzessin Victoria hat Namenstag
12. März 1610: Schweden nimmt die russische Hauptstadt Moskau ein
12. März 1689: Der Reichsrat Gustaf Kurck 
12. März 1781: Eine schwedische Königin gibt drei Orten ihren Namen
12. März 1864: Alice Tegnér und die Kinderlieder Schwedens
12. März 1871: Oscar Hedström und die Erfolgsmotorräder der USA
12. März 1882: Victoria, der verschobene schwedische Namenstag
12. März 1890: Evert Taube, der abenteuerlichste Künstler Schwedens
12. März 1899: Das Musik- und Theatermuseum in Stockholm
12. März 1912: Sixten Sason und die Saab-Modelle
12. März 1929: Der Sänger und Musiker Owe Thörnqvist
12. März 1932: Ivar Kreuger, der meist gehasste Schwede und sein Selbstmord
12. März 1945: Leif GW Persson, ein Kriminologe als Autor von Kriminalromanen
12. März 1955: Der schwedische Architekt Folke Zettervall
12. März 1995: Der Mord an einem Jungen bringt ein neues Gesetz 

Copyright: Herbert Kårlin