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Sonntag, 22. Januar 2017

Der schwedische Politiker Ludvig Manderström

Ludvig Manderström wurde am 22. Januar 1806 als Sohn eines Kammerherren in Stockholm geboren. 1819, im Alter von 13 Jahren schrieb sich Manderström an der Universität Uppsala ein, wo er fünf Jahre später das Kanzleiexamen ablegte um unmittelbar danach als Kanzleiangestellter in der Handels- und Finanzinspektion beschäftigt zu werden. Auf Grund seiner extrem guten Kenntnisse der französischen Sprache fiel Manderström auch König Karl XIV. auf, der den angehenden Politiker 1837 zum zweiten Sekretär des Kabinetts für ausländischen Briefwechsel machte und zwei Jahre später dann zum ersten Sekretär dieses Amtes ernannte.

Da Ludvig Manderström auch eine Ausbildung als Diplomat erhalten hatte, wollte Oscar I. ihn bei seinem Amtsantritt zum Außenminister machen, was Manderström jedoch ablehnte, da er zum einen wenig von der Außenpolitik des neuen Königs hielt, noch aber dem Skandinavismus die Bedeutung geben wollte, die Oscar I. anstrebte. Als dann jedoch Karl XV. auf den Thron Schwedens kam, konnte er dies nicht mehr ablehnen, da ihn der König dafür aus Frankreich, wo er um diese Zeit als Diplomat arbeitete, zurückbeordnete. Für Manderström brachte dies mehrere Probleme mit sich, da er auch nicht hinter allen Ideen des neuen Königs stand, andererseits jedoch die einzige Person war, die um jene Zeit dieses Amt übernehmen konnte.

Die Rolle als Außenminister zwang Ludvig Manderström immer wieder zu Kompromissen zwischen dem Interesse des Königs, der ein großes gemeinsames und starkes Skandinavien suchte und der Vermeidung eines Krieges. Aus diesem Grund geriet Manderström auch immer wieder zwischen die Stühle der offiziellen Politik des Landes, was letztendlich auch dazu führte dass er ab 1866 einen ehrenhaften Weg für den Rücktritt sichte, den er nur zwei Jahre später auch fand. Auf diese Weise konnte Manderström, der Mitglied der Svenska Akademien war und am 18. August 1873 in Köln in Deutschland starb, eine wichtige politische Rolle in der schwedischen Politik behalten und wurde auch zum Präsidenten des Kammerkollegiums ernannt.


22. Januar 1849: August Strindberg, der schwedische Schrifststeller der Konflikte
22. Januar 1891: Ivar Anderson zwischen Politik und Pressegeschehen
22. Januar 1912: August Strindberg erhält den Anti-Nobelpreis 
22. Januar 1922: Elsa Andersson, die erste Fallschirmspringerin Schwedens 
22. Januar 1932: Birger Furugård, der schwedische Politiker mit Hakenkreuz
22. Januar 1987: Die Journalistin und Schriftstellerin Barbro Bang 

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 7. April 2016

Die schwedische Rechtschreibreform von 1906

Mit der Bibelübersetzung von 1526 entwickelte sich in Schweden erstmals eine gewisse Rechtschreibregelung, die zwar nicht offiziell war, aber sich mit Hilfe der Bibel, die bald in jedem Haushalt vorhanden war, durchzusetzen begann. Die ersten Normen für eine einheitliche Rechtschreibung setzte dann jedoch Carl Gustav af Leopold im Jahre 1801 durch, auch wenn af Leopold nicht den ganzen Weg ging. Als daher 1842 die allgemeine Volksschule in Schweden obligatorisch wurde, zeigte sich schnell dass man eine weitere Rechtschreibreform benötigte, da nur dadurch das Lesen und Schreiben im ganzen Land vereinheitlicht werden konnte.

Eine Wende kam in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, denn mit dem Aufkommen des Skandinavismus wollten sowohl Lehrer als auch Sprachwissenschaftler und Politiker wieder an die altnordische Tradition anknüpfen, aber gleichzeitig auch eine einheitliche schriftliche Verständigungsmöglichkeit schaffen. In erster Linie wurden daher Fremdworte ins Schwedische übertragen und aus dem englischen "sport" wurde "idrott", viele der „e“ wurden zu „ä“, „qv“ wurde zu „kv“ und die Abschaffung der deutschen Vorsilben be- und ge- radierte das deutsche sprachliche Vermächtnis des Mittelalters aus. Lediglich die Svenska Akademien weigerte sich diese Veränderungen zu akzeptieren und behielt die Schreibweise des Schriftstellers af Leopold.

Als dann am 7. April 1906, unter dem Kirchenminister Fridtjuv Berg auf Druck der Lehrer Schwedens die Rechtschreibung des Schwedischen erneut reformiert wurde und der Grundstock des heutigen Schwedisch geschaffen wurde, verschwand das „h“ vor den „v“, aus „dt“ wurde t und andere verwirrende Schreibweisen wurden der Aussprache angepasst. Allerdings sollten nun die ältere und die neuere Schreibweise noch lange parallel existieren, denn das Wörterverzeichnis der Svenska Akademien führte die neue Schreibweise erst 1923 ein und das Nordische Familienbuch sogar erst 1926. Erst in den 50er Jahren verschwanden dann auch die Pluralformen der Verben und das moderne Schwedisch nahm seinen wahren Einzug, zumindest im Prinzip, denn noch 1971 entschied sich die Stadt Helsingborg das „ä“ des Hälsingborg wieder zu streichen und erneut die alte Schreibweise zu benutzen.


7. April 1878: Der schwedische Architekt Ivar Justus Tengbom
7. April 1908: Ebba Lindqvist, Gedichte vom Meer und dem Bohuslän 
7. April 1914: Die drei Berufe des Schweden Albert Theodor Gellerstedt 
7. April 1953: Dag Hammerskjöld, eine schwedische Legende 
7. April 1990: Brand auf der M/S Scandinavian Star bei Lysekil im Bohuslän

Copyright: Herbert Kårlin

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